«The Wire»: Die Krux mit dem Koks

«Was möchtest du trinken? Milch?»

«Ebischu!»

Die Sprache eines zweijährigen Kindes ist ebenso schwierig zu entschlüsseln wie der Slang in der US-Produktion «The Wire». Von 2002 bis 2008 fahndete sich eine Spezialeinheit der lokalen Polizei durch Baltimores Drogenmilieu. Bis heute findet sich die Kultserie ganz oben in den internationalen Bestenlisten. Gerühmt werden das authentische Setting, die kompromisslos langsame Erzählweise, die starke Vertretung von schwarzen Schauspielerinnen und Schauspielern – und die glaubwürdige Sprache:

Diese ist dermassen gespickt mit Slang, sowohl in der Polizeiwie auch in der Gangsterszene, dass sich Serienjunkies im Internet Übersetzungshilfe leisten und auf diverse «Drug Dictionaries» verweisen, also Onlinewörterbücher für Drogenjargon. Dort erfährt man beispielsweise, dass mit «milk» Kokain gemeint sein kann.

Im Gegensatz zu den Fernsehgangstern entwickelt sich die Sprache eines Kindes immer mehr in Richtung Verständlichkeit. Und schon bald heisst es im Restaurant:

«Was möchtest du trinken?»

«Goggi!»

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