Peppa Schniedelwutz

Ist es ein freudscher Verseher? Da hüpfen munter die animierten Schweinchen aus der Kinderserie «Peppa Pig» über den Bildschirm, und alles, was ich sehe, sind tanzende Schniedel. Erst denke ich so: «Nein, das kann nicht sein», doch dann betritt Papa Schwein die Szenerie, und seine Bartstoppel verwandeln das wohlgenährte Kinn eindeutig in einen Hodensack.

«Säuli!» Die kleinen Zuschauer scheinen den Subtext glücklicherweise nicht mitzukriegen. Keine Ahnung, wie ich ihnen den Penisreigen erklärt hätte.

«Also ich sehe Haartrockner», sagt die Kollegin. Da auch sie eine regelmässige «Peppa Pig»-Mitschauerin ist, habe ich mich ihr anvertraut. «Guck doch das Schweinchen: Das ist eindeutig ein Föhn!» Ich gucke. Und sehe weiterhin einen Schniedelwutz.

Ich stehe mit meiner Interpretation definitiv nicht allein da. Mindestens die Übersetzer der britischen Serie teilen meine Meinung – und betitelten die deutsche Fassung kurzerhand «Peppa Wutz».

Peppa Schniedel? Ich klicke mich durch den Online-Duden und oha! Wutz ist in Süd- und Westmitteldeutschland ein ­Synonym für Schwein. Gleich ­darunter findet sich der Eintrag «Schniedelwutz: Substantiv, maskulin – Penis» – und ich fühle mich bestätigt. Und streiche «Peppa Pig» vom heimischen Fernsehprogramm.

«Du überschätzt den Einfluss des Fernsehens», sagt die Kollegin und fährt sich dabei durchs samtene Haar. Sie hat sich kürzlich einen neuen Haarföhn gekauft.

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