Toi, Toi, Theaterklischee

Pinkeln auf der Bühne? Klar, jedenfalls in «Friends from College».

Eine Bühne. Menschen, die auf allen Vieren darauf herumkriechen. Schreien. Sich mit Blut beschmieren. Alle fünfzehn Minuten unzusammenhängende ­Worte ausspucken: «Melone – Teppichvorleger – Zahnpasta!» So oder ähnlich funktioniert jedes Theaterstück. Jedenfalls in amerikanischen Comedyserien. Offenbar hassen die Macher die darstellenden Künste. So muss das Theater von «Friends» (1994–2004), über «How I Met Your Mother» (2005–2014) bis zur neuen Produktion «Friends from College» (seit 2017) einige klischierte Witze einstecken.

Immerhin sind schauspielernde Protagonistinnen und Protagonisten stets total realistisch porträtiert. Sie spielen am Off Off Broadway, in halbprofessionellen Schülertheatern oder verkaufen als Hühner verkleidet Eier im Supermarkt – hausen aber in den hippsten Appartements in New York oder Los Angeles, die schon mal mehrere Tausend Dollar monatlich kosten.

Kein Wunder, heisst es weltweit in allen Kinderstuben: «Medizin? Mein Kind, lern doch gefälligst etwas, wovon es sich gut leben lässt: Schauspiel!»

«Friends from College»: Die erste Staffel läuft auf dem Streamingportal Netflix.

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