Porno 2015 – mit dem Bundesamt für Gesundheit

Zu den vornehmsten Aufgaben des Journalismus gehört es, kommende Entwicklungen zu antizipieren. Beobachten, kombinieren, prognostizieren – dank dieser Methodik können wir Ihnen heute eine Exklusivität präsentieren: ein Sitzungsprotokoll des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) von Dezember 2014, also von Ende dieses Jahres!

Unser Konzept wird Ihr Provokations- und Aufmerksamkeitsproblem für die nächsten Jahre lösen.

Politblog

Ein küssendes Paar aus der aktuellen Kampagne des BAG. (Foto: BAG)

Anwesend sind: BAG-Direktor Pascal Strupler, der Leiter der Abteilung Prävention, der Finanzchef des Amtes. Weiter anwesend: zwei Werbefachleute, ohne Krawatte, mit Halsschärpe, Hornbrille, der jüngere vor einem Laptop, dahinter eine Projektionswand.

Strupler: Meine Herren, Sie kennen das Problem: Unsere letzte Aids-Kampagne brachte so deftige Bilder wie noch nie. Der «Blick» rief in unserem Namen zum Sex-Casting, die EVP warf uns Pornografie vor, es gab sogar eine Anzeige deswegen. Trotzdem ist die Aids-Rate nicht gesunken, und Umfragen berichten von schlechten Aufmerksamkeitswerten. Mein Gott, wie soll man denn Aufmerksamkeit erregen, wenn sich heute jeder Zwölfjährige solchen Kram aufs Smartphone laden kann! Um dieses Problem zu lösen, haben wir heute Herrn Dominique van der Geest von der Zürcher Werbeagentur funxx! und seinen Assistenten bei uns zu Gast. Sie werden uns ihr Konzept für die Aids-Kampagne 2015 präsentieren. Herr van der Geest, Sie haben das Wort.

Van der Geest: Herr Direktor Strupler, meine Herren, ich darf mit einer guten Nachricht beginnen: Sie haben sich für den richtigen Partner entschieden. Unser Konzept wird Ihr Provokations- und Aufmerksamkeitsproblem für die nächsten Jahre lösen. Zuerst wollen wir die Schwäche der letztjährigen Kampagne analysieren. (Zum Assistenten🙂 Kresimir, lass doch mal den Clip laufen.

Strupler: Äh, müssen wir das hier wirklich gemeinsam…

Doch Kresimir hat bereits den Flash-Player aktiviert. Der Clip läuft bis zum Ende durch.

Van der Geest: So, meine Herren: Haben Sie gemerkt, wo der Haken liegt?

Der Finanzchef: Nun, die Kameraeinstellung in Minute 0:34 war …

Van der Geest (unterbricht): Regie, Technik und Drehbuch sind völlig in Ordnung. Die Darsteller sind das Problem. (Fragende Blicke, Schweigen.) Sie schweigen, und Sie haben recht damit. Es gibt zu den Darstellern nichts zu sagen. Man kennt sie nicht.

Der Präventionschef: Für Stars aus Kalifornien fehlt uns das Geld. Es sei denn natürlich, man erhöhte uns das Präventionsbudget. (Zum Finanzchef🙂 Ist eigentlich unser Antrag schon raus?

Van der Geest: Für unser Konzept müssen Sie keine kalifornischen Gagen zahlen. Und Sie wollen ja sowieso zeigen, was «in den Schweizer Betten passiert», wie das Ihr letztjähriger Werber formuliert hat. Ein netter Ansatz, aber (lächelt süffisant): Was in den Schweizer Betten passiert, wissen die Schweizer. Es sind nur ganz bestimmte Schweizer Betten, die interessieren.

Der Präventionschef: Wir sollen Cervelatpromis anfragen?

Van der Geest: Nicht irgendwelche. Es geht um die einzigen Leute, die Ihre Botschaft wirklich glaubhaft rüberbringen können. Von wem bekommen Sie denn jedes Jahr die Mittel für Ihre Kampagnen gesprochen?

Strupler (begreift als Erster, erbleicht): Mein Gott …

Van der Geest: Sie fragten, wie Sie mehr Aufmerksamkeit generieren und mehr provozieren können, hier haben Sie die Antwort. Natürlich ist nicht jeder Nationalrat und jede Ständerätin gleich geeignet. (Auch die anderen begreifen jetzt, erbleichen.) Einen Agrarlobbyisten, der einmal im Jahr ans Mikrofon tritt und Subventionen für seine Kuhherde fordert, können wir nicht brauchen. Wir haben Selektionskriterien für die Kandidatinnen und Kandidaten entwickelt. Alle paar Monate ein Auftritt auf «Tele Züri» oder bei Schawinski ist Pflicht. Wenn er oder sie noch etwas gegen Pädophile, Sexting und Grooming hat, wunderbar, das macht es noch glaubwürdiger. Wir haben hier eine Liste mit Leuten, die wir anfragen wollen (reicht die Liste an Strupler).

Strupler (liest, murmelt dazu): Meine Güte, der! Die auch? Sogar der??

Van der Geest (in zufriedenem Tonfall): Genau so wird das Publikum auch reagieren.

Strupler: Politiker sind Selbstdarsteller, gewiss. Aber wollen sie auch Darsteller sein in einem …

Van der Geest: Die genehmigen euch das Budget, jetzt ist es eine Frage der Konsequenz, selber hinzustehen. Und wir werden auf das Werbepotenzial aufmerksam machen. 2015 ist Wahljahr. Wer bei uns mitmacht, verhindert Aids-Infektionen, rettet Menschenleben. Wann können die das sonst von sich behaupten?

Strupler (immer noch zweifelnd): Sie sagten, Sie lösen unser Problem für die nächsten Jahre. 2016 wird sich aber auch dieser … Anblick abgenutzt haben.

Van der Geest: Im Gegenteil, unser Konzept ist mehrstufig. Im ersten Jahr bringen wir nie mehr als eine Partei gleichzeitig vor die Kamera. Danach beginnen wir zu kombinieren. Die Möglichkeiten sind mannigfaltig, denken Sie an den bürgerlichen Schulterschluss, die unheilige Links-Rechts-Allianz, die Koalition der Vernunft. Ausserdem möchten wir sukzessive zu Parteikadern übergehen. Und ist die Gesundheit der sexuell aktiven Bevölkerung nicht etwas (die Stimme wird gefährlich leise), das auch die Mitglieder unserer Landesregierung persönlich interessieren müsste? (Ein Raunen geht durch den Raum.) Im Übrigen (wieder in Normallautstärke) fände ich es eine Überlegung wert, dass auch der Direktor des zuständigen Bundesamtes …

Strupler (unterbricht): Danke, das genügt für heute! Wir werden Ihrem Konzept eine Chance geben. Verschicken Sie die Einladungen. Wir treffen uns in einem Monat, um den Rücklauf zu besprechen.

Die Sitzungsteilnehmer packen zusammen, verlassen den Raum. Strupler bleibt zurück, spricht vor sich hin.

Strupler: Immer spricht man übers grosse Ganze und vergisst die Details. Zu viele Kandidaten, müssen reduzieren. Und Einladung wofür eigentlich? (Wirft einen Blick in die Unterlagen.) Ahja: «Einladung zum öffentlichen Casting: Der etwas andere Wahlkampf 2015». Natürlich.

56 Kommentare zu «Porno 2015 – mit dem Bundesamt für Gesundheit»

  • Alice im Wunschland sagt:

    Ist das wirklich eine kabaretistische Fiktion? Oder kann/könnte das nicht auch Realität sein/werden. Haben wir doch gelernt, dass das normale nicht mehr normal ist, sondern das abnormale zum normalen mutiert ist.

  • Philipp Rittermann sagt:

    ein schöner blog, herr renz! 🙂 ich finde es toll, dass sich unsere, nun, doch eher etwas steife bundesbeamte in unbekannte gefilde wagen. bezüglich cervelat-prominenz werden sich die üblichen verdächtigen von vujo bis vera bestimmt finde lassen. hauptsache man steht mal wieder vor einer kamera. somit wünsche ich allen beteiligten glück-auf für diese äh kampagne.

  • Nicolas Pidoula sagt:

    Sinnlos verpufftes Geld mit einer pädagogischen Halbwertszeit von fünf Minuten. Sorry, aber dieses Zeugs wirkt einfach nicht. Ausserdem wird die grösste Risikogruppe – Schwule – nur marginal angesprochen. Wann endlich reden wir mal von Treue und inneren Werten statt Quickies und Reuelosigkeit? Wir spielen dieses Theater nun doch schon mehr als 20 Jahre durch. Und abgesehen von besorgten Eltern (die ihren Kids diese Zeugs nicht zumuten möchte) medialem Rauschen und politischem Hickhack gibt es keine grösseren Gewinn. Investiert doch mal in was Anderes und nutzt mein Steuergeld besser.

    • Gema sagt:

      Herr Pidoula, Sie sprechen mir aus der Seele!

    • Ralf Schrader sagt:

      Die wissen doch nicht, in was sie investieren sollen. Schlaftabletten der Art ‚Wir tun doch etwas‘ kommen beim Wähler an, der auch nicht weiss, was er von Gesundheitspolitik erwartet.

  • Ralf Schrader sagt:

    Vom BAG würde ich mir nur eines wünschen, dass es sich mal mit Gesundheitspolitik beschäftigt. Nur dafür hat es weder das Personal noch die notwendigen Grundkenntnisse.

  • Marc Schmid sagt:

    Köstlich! Danke, Herr Renz.

  • Hannes Müller sagt:

    Wo ist da die Satire? Das ist doch die Realität.

  • Fontana sagt:

    Ist jemand von HIV positiv, ist das eine schlimme Krankheit, aber bei weitem kein Todesurteil mehr. Die Behandlungserfolge sind weit höher als z.B. bei Krebs. Jetzt möchte das BAG mit einer weiteren Werbekampagne die jährliche Zuwachsrate von 500 auf 350 senken. Anhand dieser Zahlen scheint der Stellenwert von AIDS punkto Prävention extrem hoch. Nebst staatlichen Geldern wurden imense Summen für AID-Projekte gespendet. In meinen Augen auch aus Publizitätsgründen. Vielleicht sollte man überprüfen, ob dieses Geld nicht für andere Krankheiten, die viel mehr Menschen betreffen, einzusetzen wäre.

    • Ralf Schrader sagt:

      Exakt, dass ist ein Prestigeprojekt ohne nennenswerte gesundheitspolitische Relevanz. Für das BAG gäbe es wesentlich drängendere Probleme. Allen voran die Mengenbegrenzung im Gesundheitswesen, das Rückstutzen der medizinischen Versorgung auf den Teil, der mit Krankheit, nicht mit dem Krankheitsgeschäft zu tun hat.

    • Mark Keller sagt:

      Wenn jemand positiv auf HIV getestet wurde, dann ist dieser jemand noch lange nicht krank! Erst wenn bei jemandem die Krankheit ausbricht, ist die betreffende Person an AIDS erkrankt.

      • Hartmann Karl sagt:

        Falscher und unverantwortlicher Kommentar, Mark Keller!!! Sagen Sie mal, wollen Sie aktiv zur HIV Verbreitung beitragen? Wenn jemand glaubt, was Sie geschrieben haben, begibt er/sie sich in grosse Gefahr! HIV Infizierte können den Virus an andere durch sexuelle Kontakte oder Blut übertragen! Auch wenn bei ihnen Aids noch nicht ausgebrochen ist und sie ganz gesund scheinen. Fragen Sie zuerst mal einen Arzt, bevor Sie wieder so falsche, sehr gefährliche Kommentare schreiben, okay?!

        • Mark Keller sagt:

          Hartmann Karl, vielleicht fragen Sie mal Ihren Apotheker oder Arzt! HIV-Infizierte sind NICHT krank und auch keine Gefahr für die Allgemeinheit! Mein Kommentar ist weder falsch noch unverantwortlich!

          Das einzig korrekte in Ihrem Kommentar ist der Satz zum Infektionsweg.

          Niemand kann bei normalem, sozialen Umgang mit einem HIV-Infizierten mit HIV angesteckt werden. Man holt sich HIV. Und glauben Sie mir, im Gegensatz zu Ihnen, weiss ich wovon ich schreibe. Ich habe mit einem HIV-infizierten Freund zusammengelebt, der vor 14 Jahren an AIDS gestorben ist. Ach ja, und ich bin HIV-negativ!

          • Hartmann Karl sagt:

            @mark keller: Ihnen ist wirklich nicht mehr zu helfen! Sie haben sich da blindwütig in Unwahrheiten hineingesteigert! Wenn Sie eine Grippeansteckung mit der HIV-Ansteckung vergleichen, dann ist das 1. total falsch und 2. eine ganz gefährliche Verharmlosung! Sie haben ja keine blasse Ahnung, wie viele Leute bereits durch HIV-Träger/innen angesteckt wurden, die scheinbar gesund waren, weil Aids bei ihnen noch nicht ausgebrochen war! Millionen!!! Das ist übrigens auch der Grund, weshalb bei jeder Blutspende genau kontrolliert wird, ob dieses HIV verseucht ist!
            Verbreiten Sie keine Lügen!!!

          • Hartmann Karl sagt:

            @mark keller: Wenn Sie von Ihrem mittlerweile verstorbenen Aids kranken Freund nicht angesteckt wurden – obs wirklich so ist, lassen wir mal beiseite – haben Sie sich wahrscheinlich immer mit Präservativen geschützt und ausserdem unerhörtes Glück gehabt. Haben Sie schon mal von geplatzten Präservativen gehört? Ist Ihnen das nie passiert? Auch da gibt es Statistiken, dass das gar nicht so selten vorkommt! Sogar mit einem Präservativ kann leider mal etwas schief gehen.

          • Mark Keller sagt:

            Wo habe ich gesagt, dass jemand mit dem HIV nicht infektiös sei? Und was ist beim Vergleich mit einem Grippevirus nicht zulässig? In der Schweiz sterben pro Jahr mehr Leute an einer Grippe als an AIDS. Informieren Sie sich bitte. Wo habe ich eine Lüge verbreitet? Haben nicht Sie und andere Kommentatoren und Kommentatorinnen eine HIV-Infektion mit einer AIDS-Erkrankung gleichgestellt? Dies ist sachlich falsch. Das praktizieren von Safer Sex hat mit unerhörtem Glück nichts zu tun. So leicht, wie Sie es sich vorstellen ist eine HIV-Übertragung nicht: informieren Sie sich.

  • marie sagt:

    und so könnte die aids-prävention aber auch an eine moderne kampagne für hormonlose schwangerschaftsverhütung gekoppelt werden; würde geld sparen 😀

  • Ralf Schrader sagt:

    Was die Politiker und Laienpräventiver übersehen ist, das AIDS eine Krankheit ist, die von einem Virus übertragen wird. Die Epidemie machte aber nicht das Virus, sondern die Tatsache, dass dem der Weg von den kenianischen Seen nach Amerika und Europa freigeschaltet wurde. SARS, AIDS usw. gibt es hier nur, weil ein Infizierter ohne zu sterben von der immer währenden Quelle zu uns kommen kann.
    Man hätte von Anfang an, wie einst in Venedig, alle HIV- infizierten isolieren müssen, dann hätte es die AIDS- Epidemie nie gegeben. Ein paar zehntausend Freiheitsbeschränkungen gegen 42 Mill. Tote.

    • Ralf Schrader sagt:

      Hätten die venezianischen Magistraten genau so gehandelt, wie die heute von öffentlicher Meinung abhängigen Politiker, wären wir Pest und Cholera nie los geworden. Die Medizin hat überhaupt keinen Anteil an der Zurückdrängung der Infektionskrankheiten. Es war immer die Gestaltung von Lebensverhältnissen, von Quarantäne bis ausreichender Ernährung und Wohnverhältnisse.
      Prävention ist Gestaltung von Lebensverhältnissen, nicht plump im Einzelfall Krankheit zu verhindern.

      • Brigitte Zimmermann sagt:

        @zünd: Sie haben mich nicht verstanden! Bleiben Sie sachlich! Es geht um die Gesundheit aller und da ist jede laissez-faire Politik fehl am Platz! Uebrigens: HIV-infizierte Frauen, die trotzdem ein Kind bekommen, handeln gegenüber dem Kind verantwortungslos, denn das Risiko, das Baby mit dem HIV-Virus anzustecken ist sehr gross! Jeder Arzt kann das bestätigen! Was die Einwanderer, Schwulen und Prostituierten betrifft, so sind das Riskogruppen, die im Interesse der allgemeinen Gesundheit unseres Landes und der HIV-Prävention besser kontrolliert werden müssen! Das ist nicht menschenverachtend!

        • Athos Staub sagt:

          Im Sinne der geforderten Sachlichkeit: Wo erkennen Sie hier Laissez-faire, Frau Zimmermann? Kennen Sie die Rechtspraxis der letzten 10 Jahre zu StGB 122 ff. und 231?

        • Hans Zünd sagt:

          @Zimmermann: Separation kommt vom lateinischen Wort für absondern. Ich verstehe darunter so etwas wie Isolierung und das ist menschenverachtend. Wenn Sie darunter etwas anderes verstehen, bitte ich um eine Erklärung.
          Und zum laissez-faire-Vorwurf: Vor mehreren Wochen hat das Berner Obergericht den „Heiler“ glücklicherweise wegen schwerer Körperverletzung und Verbreitens menschlicher Krankheiten zur Höchststrafe verurteilt. Die Gerichte haben heute die Möglichkeit Täter wegen vorsätzlicher HIV-Infizierungen zu hohen Strafen zu verurteilen. Sie sollten sie nur nutzen. Gratulation ans Obergericht

        • Frau Zimmermann
          Sie haben das was falsch verstanden. Es gibt keine gute Menschenverachtung. Menschenverachtung ist immer schlecht. Und einzelne Gruppen wegen irgendeines Merkmals (dazu gehört auch Sexualverhalten) auch der der Herkunft in ihren Grundrechten beschränken zu wollen ist menschenverachtend.
          Ihr Anspruch, dass genau das, was sie sagen,nicht menschenverachtend ist, kann daher nicht erfüllt werden. Stehen Sie wenigstens dazu

          • Brigitte Zimmermann sagt:

            @ obrist: @ m.meyer: Unter Moral versteht man, das Festhalten an einer ordentlichen Sittenlehre. Kein laissez-faire, denn nicht alles ist erlaubt! Sonst brauchen Sie sich über menschenverachtenden Sittenzerfall, Rücksichtslosigkeit, Verbreitung von HIV, Gewalt und Verbrechen in der Gesellschaft, Drogensucht etc. nicht zu wundern. Gewisse Richtlinien gehören einfach zu einer funktionierenden, zivilisierten Gesellschaft, sonst herrscht das pure Chaos! Nehmen Sie das doch zur Kenntnis!

        • michèle meyer sagt:

          noch eine Richtigstellung Frau Zimmermann:
          1. eine HIV-Behandlung kostet keine 100’000 im Jahr, oder wenn dann mit Co-Infektionen und anderen Behandlungen zusammen. . Der Betrag ist etwa 4-5 zu hoch.
          2. Frauen mit HIV können seit über 10jahren, dank medizinischen Fortschritten, schwanger werden und Kinder zur Welt bringen. Sie gefährden ihre Kinder weder mit einer Ansteckung noch müssen sie fürchten als Mutter viel zu früh zu sterben.
          Bitte informieren Sie sich richtig, bevor Sie Dinge behaupten.

          • Brigitte Zimmermann sagt:

            @ m.meyer: Mit Ihrem Kommentar verharmlosen Sie die HIV-Ansteckungsgefahr in verantwortungsloser Weise! Sie schrieben, dass Sie HIV haben. Sie sollten wissen, dass Safer Sex, d.h. das Benutzen von Präservativen, ein Muss ist! Frauen sollten den Mut haben, Männern zu sagen, dass nichts läuft, ohne Präservativ! Was die Zahl von Fr. 100‘000.- pro Jahr pro HIV/Aids-Patient betrifft, so gibt es dazu gesicherte Untersuchungen! Und Kinder von HIV-infizierten Müttern haben ein sehr hohes Risiko, ebenfalls HIV-positiv zu sein! Das ist eine Tatsache, die jeder verantwortungsvolle Arzt bestätigen kann!

          • Mark Keller sagt:

            Brigitte Zimmermann, die Kosten einer zu behandelnden HIV-Infektion und einer AIDS-Erkrankung können nicht in einen Topf geworfen werden. Eine HIV-Infektion zu behandeln kostet wesentlich weniger als Sie oben angeben.

        • Ralf Schrader sagt:

          Sinn von Prävention ist das Eindämmen der Epidemie, nicht den Einzelnen vor der Krankheit zu schützen. Das es in CH keine AIDS- Epidemie gibt, kann man sich die Prävention auch sparen..

        • Mark Keller sagt:

          Brigitte Zimmermann, Sie hätten wunderbar in die Zeit vor rund 75 Jahren gepasst! Einwanderer, Schwule und Prostituierten besser kontrollieren… sowas ist menschenverachtend und inakzeptabel! Ein HIV-Infektion bekommt man nicht einfach, wie eine Grippeinfektion. Eine HIV-Infektion holt man sich AKTIV!

          Wie stellen Sie sich diese Kontrolle vor? Jeder der offen schwul lebt alle 3 Monate zwangsweise zum HIV-Test? Wird er positiv getestet in ein geschlossenes Internernierungslager mit ihm, oder was?

          • Brigitte Zimmernann sagt:

            Dass das Berner Obergericht den Pseudoheiler von Bern, der ein gefährlicher Verrückter und Krimineller ist, zur Höchststrafe von 15 Jahre verurteilt hat, bedeutet, dass dieser bei guter Führung nach 10 Jahren wieder draussen ist. Er hat 18 unschuldige Menschen absichtlich, menschenverachtend mit dem HIV-Virus angesteckt und viele zudem mit einem gefährlichen, schwer zu bekämpfenden Hepatitis C-Virus! Diese erlitten eine massive Körperverletzung! Ihre Lebenszeit durch die HIV-Ansteckung eine starke Verkürzung! So ein Krimineller muss lebenslang verwahrt werden, alles andere ist zu wenig!

          • Mark Keller sagt:

            Brigitte Zimmermann, was hat dieser Fall mit dem vorliegenden Blog zu tun? Dies erschliesst sich mir nicht. Für diesen Fall haben wir das Strafgesetzbuch. Darüber welche Strafe in diesem Fall angemessen ist, kann man geteilter Meinung sein und auch über die Höhe der Strafe streiten. Dieser Fall rechtfertigt Ihre haarsträubenden Vorschläge zum Umgang mit HIV positiven und an AIDS erkrankten Menschen in KEINEM Fall. Sowas ist menschenverachtend, diskriminierend und in KEINER Weise verhältnismässig, wenn man es ins Verhältnis zu den Ansteckungswegen setzt!

          • Mark Keller sagt:

            Im Übrigen streite ich nicht ab, dass es Menschen gibt, welche ohne ihr aktives Zutun und unwissentlich mit HIV angesteckt wurden. Deswegen gibt es aber noch lange keine Gründe HIV-Infizierte und AIDS-Kranke in verschiedene Kategorien einzuteilen und diese Menschen zu stigmatisieren, so wie Sie dies – Brigitte Zimmermann – scheinbar machen.

    • michèle meyer sagt:

      Was für ein Menschenbild muss Ihnen und Frau Zimmermann eigen sein.
      Ich hoffe für Sie, dass Sie nie selbst zu irgendeiner Bevölkerungsgruppe gehören, die je nach Zeitgeist, wegen Krankheit oder Lebensgestatung gerade ausgerottet, isoliert oder ins Gefängnis gesteckt gehört.
      Sie würden sich obendrauf wundern wie Ihre eigene moralische Be-und Entwertung Sie einholt.

      • Athos Staub sagt:

        Was für ein Menschenbild sich da verbirgt, Frau Meyer? Ich will es nicht unbedingt wissen. Frau Zimmermann soll das Menschenbild pflegen, das sie für ein entspanntes und friedliches Leben braucht, was immer ein Bild das auch ist. Mich stört etwas Anderes: Die Vorstellung, irgend ein Gegenüber auf Grund persönlicher Merkmale nicht nur als gefährlich einzustufen, sondern auch in seinen Persönllichkeitsrechten einschränken zu dürfen. Das ist eine gesellschaftspolitische Vorstellung, die Grundsätze wie Verhältnismässigkeit, Eigenverantwortung, Mündigkeit, Unschuldsvermutung etc. ausklammert. Ein Virusträger ist objektiv eine Gefahr, so wie jeder der Alkohol konsumiert oder Auto fährt. Wir vertrauen hier auf mündige BürgerInnen und Aufklärung. So wie Frau Zimmermann wahrscheinlich keine Kamera im Auto möchte, die permanent prüft, ob sie auf die Strasse schaut, möchte ein HIV-Träger auch nicht, dass Frau Zimmermann weiss, was er im Bett tut. So wie ich links und rechts schaue, bevor ich die Strasse überquere, auch wenn ich dem Autofahrer vertraue, so hat jeder zu entscheiden, wie er sich von Sexualkrankheiten schützen will. Was Frau Zimmermann fordert, ist dass Autofahrer systematisch kontrolliert werden, damit sie blindlings über die Strasse laufen kann. Frau Zimmermann: Kontrolle der Infizierten braucht es nur, weil Unwissende und Nicht-Infizierte ein Recht auf ungeschützten Verkehr beanspruchen. Nicht einverstanden!

        • Mark Keller sagt:

          Eine Kontrolle HIV-Infizierter braucht es NICHT. Jemand der mit HIV infiziert ist, steckt niemanden einfach so an. Da gibt es andere Krankheiten, welche viel einfacher übertragbar und um ein vielfaches ansteckender sind, und die jedes Jahr periodisch zu mehr Toten führen als AIDS. Es kommt niemanden in den Sinn mit Grippeviren infizierte Menschen konrtrollieren oder gar isolieren zu wollen. Wieso nicht? Wieso denn bei HIV? Scheinbar sind noch viele Aufklärungskampagnen notwendig!

      • Brigitte Zimmermann sagt:

        @michele meyer: Der HIV-infizierte Mann, von dem ich anfangs erzählte, wurde von einer HIV-kranken Frau aus Afrika angesteckt, die einige Jahre in der Schweiz wohnte. Sie wusste, dass sie HIV-Trägerin ist und hat trotzdem andere angesteckt! Der Leidtragende ist nun der arme Aids-Kranke, den ich kenne. Die Frau ist nun ausgereist, weil zwei Anzeigen gegen sie liefen. Frau Meyer, es geht hier nur um eine Seuche auszurotten und um Menschen zu schützen! Ihre rassistischen Verdrehungen und Beschuldigungen sind völlig verrückt! Wenn Sie so angesteckt wären, würden Sie wohl Ihre Meinung ändern.

        • Athos Staub sagt:

          Frau Zimmermann: Man(n) wird in den seltensten Fällen mit HIV angesteckt. Viel häufiger holt sich Man(n) das.

          • Brigitte Zimmermann sagt:

            @athos staub: Sie sollten die Situation differenzieren. Natürlich gibt es viele Leute, die sich durch ihre unvorsichtigen Sexpraktiken oder häufige Partnerwechsel mit HIV ansteckten. Es gibt aber auch solche, die nichts dafür können: z.B. wenn der Mann/Frau fremdging, sich ansteckte und den HIV-Virus zu Hause an den/die Partner (in) weitergab! Andere wurden durch Bluttransfusionen, Tätowierung etc. unabsichtlich oder sogar absichtlich angesteckt. Diese können nichts für die Ansteckung und brauchen Hilfe!

          • michèle meyer sagt:

            Sagenhaft, bedeutet dies etwa auch noch nur medizinische Hilfe für „sogennant unschuldig Infizierte“? ihr Menschenbild scheint noch schlimmer als vermutet.
            Sie verschliessen sich aktiv all den Bemühungen um Aufklärung und Abbau von Vorurteilen.
            Ich bedanke mich für das „Gespräch“ und hoffe für Sie, dass ihr Menschenbild Ihnen selbst nie zum Verhängnis wird.

          • Mark Keller sagt:

            Brigitte Zimmermann, wann wurde der letzte Mensch hier im zivilisierten Mitteleuropa durch ein Bluttransfusion angesteckt? Wie oft wurde jemand beim Tätowieren angesteckt (mal abgesehen davon, dass man beim Tätowieren auch nicht einfach so angesteckt wird – wer sich tätowieren lässt, weiss um die Gefahr und die dagegen wirksamen Massnahmen). Wie hat es Polo National formuliert: im Minimum ä Gummi drum!

        • michèle meyer sagt:

          Sie unterstellen mir rassistisches denken? Das ist komplett verdreht.
          Zudem: ich bin seit über 20jahren hiv-positiv.
          Sagen sie mir also wohin sie menschen wie mich separieren möchten.

        • Moni Nielsen sagt:

          @Brigitte Zimmermann: Und wie wollen Sie die „Einwandere, Schwule und Prostituierte“ besser kontrollieren? Vielleicht ein nettes Zeichen an die Kleidung oder in den Pass? Oder Zwangs-Bluttests und Quarantäne?

        • Mark Keller sagt:

          Brigitte Zimmermann, dieser Mann wurde nicht von der afrikanischen Frau angesteckt, sondern er hat sich selbst angesteckt! Hätte er Safer Sex praktiziert, hätte er sich wohl kaum angesteckt. Und glauben Sie mir, ich weiss wovon ich spreche. Ich habe mit einem HIV infizierten Freund zusammen gelebt, der vor 14 Jahren an AIDS gestorben ist.

  • Brigitte Zimmermann sagt:

    HIV/Aids ist bis heute nicht heilbar! Ich kenne jemand mit HIV, der unschuldig angesteckt wurde. Jeden Tag muss er viele Tabletten schlucken. Die Therapie kostet jedes Jahr über 100’000 Franken. Er hat dauernd Infekte. Die Medikamente haben Nebenwirkungen. Gegen diese nimmt er andern Medikamente. Es geht ihm immer schlechter.
    Um die Seuche auszurotten gibts nur eins: 1) Präservative benutzen. 2) Obligatorische HIV-Tests der gesamten Bevölkerung, besonders von Risikogruppen wie Einwanderern, Schwulen, und Prostituierten. 3) Strenge Separation der HIV-Infizierten.4) Strafverschärfung.

    • Hans Zünd sagt:

      Sie wollen auch HIV-Infizierte, die nichts für ihre Ansteckung können (Kinder, die HIV von ihren Eltern haben, ihr Bekannter oder z.B. die Opfer des „Heilers“) wie Aussätzige behandeln? Als würden diese Menschen nicht schon genug leiden. Ihre Idee ist menschenverachtend.
      Ebenso die Idee mit dem obligatorischen Test für Einwanderer und Schwule. Viele Einwanderer kommen aus Ländern, in denen die HIV-Raten tiefer sind als in der Schweiz und genauso gibt es Schwule, die ein prüderes Sexleben führen als Heteros.

      • Athos Staub sagt:

        Ich wäre an die Frage interessiert, was Frau Zimmermann mit positiven zwangsgetesteten Asylsuchenden unternehmen würde, vielleicht auch mit einem kleinen Gedanke zu Art. 41 BV – Bund und Kantone setzen sich in Ergänzung zu persönlicher Verantwortung und privater Initiative dafür ein, dass: […] (b) jede Person die für ihre Gesundheit notwendige Pflege erhält“.

    • Didier sagt:

      Sehr geehrte Frau Zimmermann
      Da davon Auszugehen ist dass Ihre diesbezügliche Haltung nicht nur todbringend, sondern auch ansteckend ist – gehe ich davon aus dass Sie wissen, wie Sie mit sich selbst als Trägerin dieser Haltung verfahren wollen.

    • Und wie wollen Sie das bezahlen? Haben Sie mal ausgerechnet was das kosten würde. Es gibt keine „Risikogruppen“. Es gibt risikoreiches Verhalten, wobei nur Männer ein Kondom benutzten können. Folglich müsste die gesamte Bevölkerung getestet werden, bei jeder Einreise auch von Expats müsste jeweils ein HIV-Test vorliegen. Die Idee ist übrigens nicht neu. Schon 1992 wollten Amerika und Japan das einführen. Man wollte auch die von ihnen genannten Risikogruppen erst gar nicht ins Land lassen. Blieb bei Versuchen. Wie soll man das kontrollieren? Das gesamte Land zu einer Quarantänezone erklären?

    • Brigitte Zimmermann sagt:

      @ mark keller: Es geht Ihnen wirklich miserabel, dass Sie solch dummes Zeug herausgelassen haben! Sie sind es, der vom Hass zerfressen ist und völlig die Realität verloren hat! 1) HIV ist eine Virusansteckung, die sexuell übertragbar ist. Kann jeder Arzt bestätigen! 2) Absonderung von HIV und AIDS-Kranken hat nichts mit Nazitum zu tun, sondern ist eine gute Prävention der Virusverbreitung! 3) Risikogruppen sind Schwule (wie Sie) und Prostituierte. Das ist durch Statistiken bewiesen! 4) Wer absichtlich HIV überträgt, handelt menschenverachtend und muss für immer versorgt werden!

      • Mark Keller sagt:

        Sie wollen HIV-Infizierte und AIDS-Kranke absondern (welch abscheuliche Rethorik) = Konzentrationslager. In Nazi-Deutschland wurden u.A. auch Schwule in Konzentrationslager gesteckt. Somit hat Ihr Vorschlag sehr wohl etwas mit Nazitum zu tun. Umsomehr als HIV alles andere als hochansteckend ist. HIV ist sehr schwer übertragbar. Bei normalen sozialen Kontakten besteht NULL Ansteckungsgefahr! Dass Sie jemanden mit einer HIV-Infektion / AIDS-Erkrankung kennen, bezweifle ich sehr. Ich aber weiss wovon ich schreibe, habe ich doch mit einen HIV pos. Freund zusammen gelebt, der vor 14J an AIDS starb.

      • Mark Keller sagt:

        Brigitte Zimmermann, mal grundsätzlich gibt es KEINE Risikogruppen, es gibt nur riskantes Verhalten. Keine Ahnung wo Sie ihre Statistik her haben, aber die HIV-Neuansteckungen nach Übertragungsweg über homosexuelle und heterosexuelle Kontakte halten sich seit Jahren in etwa die Waage. Also nichts von primär schwulen Betroffenen, und schwulen Risikogruppe. Konsultieren Sie hierzu mal die entsprechenden Webpages des BAG.

  • Vasco da Gama sagt:

    Merci beaucoup Monsieur Renz – für diese Darstellung. Wir wollen ja alle, Leiden vermindern, sogar bis in die Betten, besonders die Nachleiden. Aber die Gonokokke sitzt immer noch da – und lauscht; ebenso diese unappetitlichen Filzläuse; viel schlimmer noch diese Franzosenkrankheit (maladie française), die Syphilis; daran sind schon viele gestorben – man sagt sogar der Philosoph Nietzsche und viele andere mehr. Résumé: Vielleicht handelt man heutzutage nicht mehr ganz „zielgruppen-gerecht“…

  • Roger J. Zamofing sagt:

    Herrlicher Beitrag, so ähnlich habe ich vor 20 Jahren meinen Studenten erklärt, mit was „man“ ohne persönliche Kompetenz und messbare Mehrwertleistung heute noch Aufmerksamkeit erreichen kann und „erfolgreich“ wird. Ich erkenne, das Potential ist noch nicht ausgeschöpft. Da nur noch 3.5% Lösungsorientiert sind und nicht 75%, brauchen wir unbedingt mehr Dreck und mehr Stellvertreterschaften auf Erden. Ich bin natürlich voll für das „totale Casting“, weil nur „goldene Kälber“ gute Kälber sind. Hauptsache die Masse freuts, wie die EU Wahl. Was ist aber mit echter Kompetenz im Hinblick auf LEBEN?

  • Athos Staub sagt:

    Merci Herr Renz – Ein kleiner Ausflug zum Thema „die Kampagne nimmt bis zu enem gewissen Grad die Stigmatisierung HIV-Infiszierter in Kauf“ wäre sicher auch spannend gewesen.

  • Thommen_64 sagt:

    Danke für die Auflistung der Vorurteile des Verfassers! Man sollte immer auch zwischen den Zeilen lesen…

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