Qualité et rentabilité de la presse, c’est parfois le même combat

La presse suisse est-elle en train de baisser en qualité dans sa couverture de la politique?

Afficher une ambition de rentabilité – ou, pire, de profit – dans une entreprise médiatique relève du blasphème et nuit à la qualité de l’information. Voilà ce qu’essaie de nous faire croire le jeune socialiste Cédric Wermuth dans la récente Carte blanche qu’il a rédigée sur le Politblog. Il affirme que «l’Etat des médias suisses ne satisfait plus les exigences d’une démocratie médiatique moderne». Et les coupables sont tout trouvés: journaux gratuits et méchants éditeurs qui ne pensent qu’au fric. Il faut donc un financement public de la presse, conclut l’auteur. Ce raisonnement n’est pas acceptable. 

Mais il faut d’abord que j’énonce mes intérêts, comme disent les parlementaires: journaliste, employé d’Edipresse Suisse, je défends naturellement ma profession. Est-ce que cela revient pour autant à prendre le parti du grand et vil capital? 

Cédric Wermuth nous explique que les médias ont mal rendu compte de la sortie du programme politique de son parti, qu’ils se sont focalisés sur quelques points, dont le «renversement du capitalisme», revendications dont l’auteur admet lui-même qu’elles ne sont pas nouvelles. Or, on ne peut mesurer la qualité de la presse politique suisse à la seule manière dont elle a couvert le programme du PS. Et est-ce la faute des médias si ledit document ne comprenait pas que des nouveautés? 

Quand on voit la densité de la couverture des événements politiques en cette année électorale, si l’on aligne les pages d’opinions publiées par les quotidiens de tout le pays, lorsqu’on prend le temps de décompter les effectifs voués à la politique, on peut difficilement défendre que les médias suisses baignent dans la médiocrité éditoriale. 

Le présent Politblog, par sa seule existence, démolit les thèses de M. Wermuth. Cette plate-forme de débat sur la politique fédérale est le fruit d’une volonté de collaboration éditoriale entre Tamedia et Edipresse, dans un univers qui n’est justement pas une machine à clics, et, donc, à publicité. Et il faut bien quelques cerveaux, outre ceux des politiciens, pour alimenter et gérer ce blog qui, en deux mois et demi d’existence, s’est fait une belle réputation. 

S’il fustige la presse gratuite à chaque paragraphe, le jeune socialiste pondère aussi, heureusement, sa critique de nivellement par le bas. Effectivement, ces titres-là ont le mérite d’avoir remis des journaux entre les mains des jeunes. Et puis, des publications comme 20 minutes n’ont d’autre ambition que d’informer, de manière courte et factuelle associant sérieux et légèreté. 

Chercher à être rentable, c’est viser l’indépendance afin d’être meilleur que les concurrents. 

Bien entendu que les éditeurs ne sont pas que des idéalistes obsédés par la qualité de l’information, mais aussi des entrepreneurs en quête de profit. Il y a toutefois des moyens plus subtils de faire des bénéfices que de s’en tenir aux gros titres racoleurs et aux millions de clic. Bon nombre d’annonceurs préfèrent associer leur image a du contenu se prétendant intelligent. 

Par ailleurs, chercher à être rentable, c’est viser l’indépendance afin d’être meilleur que les concurrents. Et qui dit concurrence dit émulation des cerveaux, rejet de la médiocrité et, donc, quête perpétuelle d’amélioration de la qualité. Tout le contraire d’un journalisme sans distance critique et avalant tout rond la bonne parole des pouvoirs. 

Admettons qu’un jour la presse devienne un service public. Il est probable qu’alors, M. Wermuth aura tout autant à lui reprocher qu’aujourd’hui. Car il ne faut pas confondre une prétendue dégradation qualitative des médias avec l’évolution d’un métier, le journalisme.

87 Comments sur «Qualité et rentabilité de la presse, c’est parfois le même combat»

  • Bettina Ramseier says:

    Publikationen wie «20 Minuten» und alle Medien haben keine anderen Ambitionen, als finanziellen Gewinn zu erzielen. Ihr Produkt heisst “Information”, und diese kommt in allen Formen vor. Die sachliche Information nimmt mit 5% den kleinsten Raum ein: Sportresultate und Börsenbericht von gestern. Den grössten Teil nehmen persönliche Kommentare ein. Die sind je nach Weltsicht ideologisch eingefärbt, und die Schreiber versuchen, die Leser zu manipulieren. Was übrig bleibt, wid mit Inszenierungsjournalismus gefüllt: Man erfindet ein Thema, behauptet etwas und bringt ein Bildli zur Plausibilisierung

    • pete says:

      sie sollten mal was anderes als die weltwoche oder die woz lesen…so schllimm stehts nun doch nicht um die schweizer presse, würd ich spontan behaupten.
      eine rundum-beleidigung aller existierenden journalisten trägt auch nichts zur diskussion bei…

      • Bettina Ramseier says:

        Ich lese den Tagi und weder WoZ noch Weltwoche. Leiden Sie unter dem Sarazzin-Syndrom? Nichtliebige Tatsachen dürfen nicht ausgesprochen werden? Und ich rede nicht von der Presse allein, sondern von den Medien insgesamt. Machen Sie die Probe aufs Exempel und sie werden sehen: sachliche Information margina. Warum werden die werdenden Mütter im Parlament vom Tagi wiederholt und mit Bild dargestellt? Was ist der Gehalt dieser Meldung? Oder sind bald Wahlen? Warum wird die vermeintliche Lockerung der Ausreisebestimmungen für Kubaner bejubelt, der Unrechtstaat aber mit keinem Wort erwähnt?

        • Yves Namel says:

          Bettina: Einfach nur Brava! So was von richtig und sehr gut ausgedrückt, meiner Meinung nach.

    • Zukunft EU says:

      Die Schreiberlinge versuchen immer die Volksmeinung zu manipulieren. Demzufolge redet, bzw. schreiben sie auch dauernd dem Wahlvolk nach dem Mund. Presseleute haben keine eigene meinung und der ungebildete, einfältige Leser merkt nicht mal wie er vereinnahmt wird mit der Angstmacherei der Presse inkl. der machgierigen Pateien, bzw. Parteibonzen. Leider ist es so, dass die dumpfe breite Masse schon immer einfach zu manipulieren war.(nix neues)!

    • Gene Amdahl says:

      “Was übrig bleibt, wid mit Inszenierungsjournalismus ” – meinen Sie damit Fr Binswanger vom mamablog?

  • Urs says:

    Die finanzierung der Medien, egal ob nun Zeitungen, Radio, TV etc, ist ja wohl zentral bei der Beantwortung der Frage zur Qualität und Unabhängikeit. Ebenso zentral dürfte sein sich über das Attribut Qualität im klaren zu sein. Mir wäre ein Konzept tatsächlich sympatsich das Medien a la SRG über Gebühren finanziert, zusätzlich zur SRG noch Online und Printmedien. Dazu noch paritätische Führungsstrukturen sowie Mitspracherechte bei der Finanzierung, den Inhalten, dem Umfang. Werbeabhängige Medien sind nun mal nicht unabhängig noch können diese über alles Berichten.

    • Anh Toan says:

      Prawda? Staatsfinanzierte Medien sind ja so unabhaengig!

      • Urs says:

        Ach Sie schon wieder… aber mit keinem Wort die Defizite werbefinanzierter Medien und deren Besitzstrukturen erwähnen. EInfach unter den Teppich kehren und so weiter machen wie bisher, sie genau gleich wie eben die Medien aus denen Sie sich informieren. Trotzdem, eine alternative Finanz- Mitsprache- und Inhaltsgrundlage würde den Bürgern einiges mehr bringen als die bisherige Berichterstattung. Besser wäre wohl, wenn das ganze so aufgebaut wird wenn die Medien sich die Werbekunden aussuchen können anstatt umgekehrt. Nicht? Da müssen sie gar nicht auf die alte Pawda veweisen.

        • Anh Toan says:

          “Besser wäre wohl, wenn das ganze so aufgebaut wird wenn die Medien sich die Werbekunden aussuchen können anstatt umgekehrt” Wollen Sie damit dem Produzenten (Verlag) eine Abnahmegarantie und dem Kunden (Inserent) eine Konsumverpflichtung auferlegen? Autohersteller sucht Kauefer aus?!? Das wichtigste Konsumentenrecht ist, ein Produkt nicht kaufen zu muessen! Mir ist ziemlich egal, wie mies die Qualitaet privater Medien ist, immerhin ist mir freigestellt, auf deren Konsum UND BEZAHLUNG zu verzichten. Fuer den staatlichen Dreck wird Zwangsfinanzierung (Billag) eingefuehrt.

          • Urs says:

            Ach ja ich sehe, sie verdrehen mal wieder alles… und bekommen einen roten Kopf…. verärgert und schlecht gelaunt hauen sie nun in die Tasten… und drehen mir die Worte X mal rum… sie vergleichen Konsumgüter mit Informationen wobei beides für eine Demokratie natürlich genau gleich relevant ist… Für mich allerdings nicht. Zudem gibt’s da sicher noch Unterschiede bei den Inhalten die man fördern oder eben dem freien MArkt überlassen will. Der freie Markt aber produzieren nicht freie Informationen… solange sich der Begriff Freiheit primär auf die Profitgenerierung reduziert.

          • Anh Toan says:

            Copy and paste kann man schlecht als “die Worte x-mal umdrehen” bezeichnen! Ich amuesiere mich ueber Ihre Fehler, aergern tu ich mich nicht. Und selbstverstaendlich ist Information ein Konsumprodukt, die besten Beispiele sind Kassensturz und 10 vor 10 des staatlichen Fernsehens: Infotainement!! Es gibt keine absolut unabhaengige Information, keine absolute Wahrheit, keine wahren Geschichten, interessant und informativ sind unterschiedliche Versionen der gleichen Geschichte.

    • Peter says:

      Gerade wenn ich TV-Landschaft anschaue, muss ich sagen nein danke zur staatl. Finanzierung, Vielfalt = null, Qualität auch nicht viel besser, bei Printmedien insb. Zeitungen gibt es immerhin in der Schweiz noch Vielfalt, auch wenn sie kleiner wurde in letzter Zeit.

      • Jan Gerber says:

        Na ja, wobei es in diesem Zusammenhang aber auch zu bedenken gibt, dass zu Zeiten ohne Privatfernsehen zwar die Vielfalt kleiner, die Qualität aber – lassen Sie es mich zurückhaltend formulieren – doch allenfalls ein klein wenig besser gewesen ist, als heute!

        • Peter says:

          Ja hoffentlich auch, jedoch wenn man Aufwand und Ertrag anschaut, ist dies, was SF heute anbietet, doch etwas mager (um auch zurückhaltend zu bleiben), wenn man mal die billigen Unterhaltungssendungen, welche wir auf den Privatkanälen (Deutschen, Schweizer gibt es ja faktisch nichts mehr ausser ein paar kleinen Lokalkanälen) berieselt werden, wegdenkt, dann bleibt auf SF nicht mehr viel übrig. Nicht mal mehr die Tagesschau erfüllt ihre Qualitätsansprüche. Und für dies sollen wir jedes Jahr 400.- hinblättern ?

          • Jan Gerber says:

            Sendungen von welcher Art sollte SF den zeigen, damit eine Ihres Erachtens gute Qualität resultiert?

          • Peter says:

            Es hilft nichts wenn ich hier meine Wünsche aufführe, es wird sich nichts ändern. Erwarten würde ich von einem gebührenfinanzierten Staatsfernsehen insbesondere mehr Tiefgrund, mehr Objektivität, ausgewogenere Berichterstattung, weniger Werbung, weniger eingekaufte Serien dafür Eigenproduktionen. Nehmen wir ein Beispiel, die Dok-Filme, im Vergleich zu z.B. BBC-Dokus sind diese einfach sehr “einfach”, klar im Gegensatz zu diesen Grössen ist SF klein, aber lieber mal etwas weniger dafür gut. Oder als Beispiel Kochsendungen, kann man die neue Produktion nicht gerade als Highlight bezeichnen etc..

    • Mark Mathis says:

      Medien, die sich Inseratkunden slbst aussuchen, das ist mindestens mal ein neuer Vorschlag. Und lustig ist er dazu – im Gegensatz zu dem geistigen SVP-Sperrmüll, den Herr Toan hier ablädt. Aber darf ich noch mal nachfragen: Wie soll das gehen mit den paritätischen Führungsstrukturen? Nach Geschlechterverhältnis? Standeszugehörigkeit? Ich bin nicht so gut mit Fremdwörtern und Worthülsen.

  • Tina Marrer says:

    Ironisch, dass ausgerechnet auf tagi.ch ein Artikel über die Qualität der CH-Presse erscheint. Die Qualität auf tagi.ch lässt seit längerem zu wünschen übrig (was man glücklicherweise von der Printausgabe nicht sagen kann) und orientiert sich ganz klar an Produkten wie 20min.ch und blick.ch. Schade eigentlich, darum ist der Vorwurf der mangelnden Qualität hier durchaus angebracht.

    • Heinz Maggi says:

      Ich finde auch die Printausgabe des Tagi unterdessen unglaublich schlecht. Jedes hinterletzte Thema wird zur entweder-oder-Frage gemacht: diese Denke führt oft in die falsche Richtung. Frage mich oft, ob es beim Tagi eigentlich noch Chefredaktoren gibt, die Artikel vor der Publikation gegenlesen. Falls ja, getrauen sie sich wahrscheinlich nicht, Korrekturen zu machen. Ausgesprochen lesenswert finde ich bloss das TagiMagi.

      • Peter says:

        zum Glück habe ich noch meine NZZ, auch wenn ich nicht immer gleicher Meinung bin ist es doch noch weitgehend sachlich und informativ und nicht so reisserisch und populistisch wie viele andere Gefässe. Der Tagi war früher auch lesbar, aber leider hat er sich immer mehr verwandelt. Es geht mir hier nicht um ein rechts/links Schema, man könnte auch linksangehauchten Journalismus etwas mehr Sachlichkeit abverlangen, aber das verkauft sich vermutlich schlecht in der heutigen Zeit.

    • Yves Namel says:

      Liebe Tina. Da gebe ich Dir Recht. Die CH Medien haben aus verschiedenen Gründen qualitativ nachgelassen. Sie folgen der Politik nach immer mehr kurzlebiger, hysterischer Polemik, nach Polarisierung und Personalisierung. Und was bringts? Nichts Nachhaltiges. Für die direkte Demokratie der Schweiz müssten wir uns schon etwas mehr Mühe geben, den Bürger ernst zu nehmen und ihn kurz, aber qualitativ zu informieren. Es ist geradezu eine Ironie der Entwicklung, dass sich SVP-Aufstieg und Qualitätsverlust der CH Medien symbiotisch ergaben. Wer das Gegenteil behauptet, der lese mal die CH-Zeitungen.

      • Peter says:

        Da haben sie Recht, aber dafür der SVP die Schuld in die Schuhe zu schieben, wäre doch etwas einfach. Warum lässt sich 99% der Medienwelt darauf ein ? Sie helfen nur der SVP, das SVP-Bashing bringt halt Leserzahlen. Sogar die NZZ hat damit begonnen, der Politik wird generell ein zu hohes Gewicht gegeben. Es gäbe viele Themen, die politisch neutral betrachtet “bearbeitet” werden könnten, heutzutage wird aber JEDES Thema politisiert, und es stellt sich dann bloss die Frage, ob dies nun links oder rechts sei. Eine krankhafte Entwicklung, als ob die Dinge immer nur weiss oder schwarz wären.

  • Hans Abächerli says:

    Lasst doch diesen unsäglichen Wermuth erzählen, was er will: Göschenen-Airolo

  • Ralph says:

    Es ist peinlich, wie einer der Leiter des Politblogs (siehe Impressum) über den wohl genehmigten Artikel eines externen Schreibers (Wermuth) herfällt und gleichzeitig die Qualität seines eigenen “Werks” (Politblog) hervorhebt.
    Zudem betreibt er massive Augenwischerei: Er “verteidige seine Berufsgattung”. Wäre das alles, könnte man noch ein Auge zudrücken, doch dass er bei der “Offenlegung seiner Interessen” nicht in erster Linie die Leitung des Politblogs erwähnt, ist mehr als nur daneben.

    • Pascal Sutter says:

      Leider ist es eine Tatsache dass das Gebotene seit dem Erscheinen der Gratisblätter immer wie mehr an Niveau verliert, Recherchen schludrig betrieben werden und nur noch Subjektive Meinungen veröffentlicht werden.

      • pete says:

        herr sutter, haben sie diese “tatsache” seriös recherchiert, ist es wirklich nicht nur ihre subjektive meinung?

        • Pascal Sutter says:

          Ich lese jeden Tag mehrere Zeitung und habe meinen Kommentar aus der Sicht des Konsumenten geschrieben. Leider habe ich kein Publizistik oder Germanistikstudium abgelegt.

          • pete says:

            dann sollten sie wohl nicht so leichtfertig von “tatsachen” sprechen um das publizieren von meinungen zu kritisieren….
            ein studium tut hier doch nichts zur sache.

          • Yves Namel says:

            Pascal: Voll Deiner Meinung. Pete: Lies mal die Zeitungen eines Tages im Quervergleich. Und dann tu Dir am Abend noch die Tagesschau und 10vor10 an. Es kann gar nicht sein, dass Du danach noch von Qualität sprechen möchtest. Das ist alles höchst bedenklich und letztlich gefährlich für unsere direkte Demokratie, bei der wir auf Bürger angewiesen sind, die sich auch dann noch informieren können, wenn das Leben und die Welt komplexer werden. Die Anzahl Zeitungen oder gar Blogs als Gegenargument gegen den offensichtlichen Qualitätsverlust anzubringen, zeigt, dass man leider nichts verstanden hat.

  • pete says:

    was nappey hier schreibt, grenzt an naivität (oder irreführung, als stv. CR weiss er schon, wie das geschäft zu laufen hat…).
    ich glaube ihm, dass die allermeisten journalisten kompetent informieren wollen, auch in der gratispresse, das auch können und nicht ans geschäft denken. doch wenn immer weniger leute dieselbe anzahl seiten füllen und dieselbe anzahl themen abdecken müssen, leidet die qualität zwangsläufig.
    unter anderem nach massivem stellenabbau konnte die tamedia letztes jahr ihren gewinn um 173% steigern und hat 110 Millionen verdient. das zeigt wohl, wo die prioritäten liegen…

  • pete says:

    137%, nicht 173%. doch die 110 millionen bleiben…

  • Alain Burky says:

    Die Presse kann auch ueber Jeden schimpfen … (wie gelesen)

  • Ralph says:

    Eine weitere Unart vieler Journalisten wird durch Nappey ebenfalls gepflegt: Aussagen verdrehen. Cédric Wermuth hätte “zugegeben”, dass die Forderung nach Abschaffung der Demokratie nicht neu sei. Er hat überhaupt nichts derartiges zugegeben, sondern den Journalisten vorgehalten, sie würden sich auf schon lange bestehende (kontroverse) Themen des Parteiprogramms stürzen, statt sich mit den Neuerungen oder dem Ganzen zu befassen. Eigentlich hätte Nappeys Reaktion ein “Sorry, habe ich unterschlagen” sein sollen. Doch leider rechnet er mit der Manipulierbarkeit und Vergesslichkeit des Leserhirns.

  • Adam Gretener says:

    Cédric hat recht. Zum Beispiel Tagi/Newsnetz. Von Bern über Basel und Zürich ins Thurgau, alles gleichgeschaltet. Die gleichen Artikel, alles schön auf Konzernebene ausgerichtet. Wer das noch freie Presse nennt, hat sie nicht mehr alle.

  • Alain Burky says:

    Natuerlich aendert sich auch das Berufsbild der Journalisten durch den techn. Fortschritt.
    Aber – in anderen Berufen hat das schon viel frueher angefangen.
    (Ich verweise auf das Beispiel der Heizer in engl. Dampflokomotiven).

    • Jeanclaude says:

      Genau. Journis sind von denkenden Schreibern zu einfachen Abschreibern geworden. Papier ist geduldig. Und Tiefgründiges interessiert heute ohnehin kaum jemanden mehr.

  • Peter Eberhard says:

    Den Spruch, dank 20 Minuten würden die Jungen wieder Zeitung lesen (Nappey, Supino), kann ich nicht mehr hören. Dieses Kurzfutter hat doch nichts mit seriöser Information zu tun und lässt sich in keiner Weise mit einer Bezahlzeitung vergleichen.

    • Lorenz Zeller says:

      Aber Hallo! Kenntnis über Ms. & Mr. Schweiz, die aktuellsten News zum iPhone, das gelüftete Geheimnis der Trump Frisur (heute offenbar meistgelesener Artikel auf 20min online) gehören doch unabdingbar zum Basiswissen für informierte Stimmbürger in einer direkten Demokratie! Das kann man noch nicht einfach als Kurzfutter abtun!

  • Werner Hürlimann says:

    Es ist eine Tatsache dass die Qualität im Journalismus sehr stark nachgelassen hat. Selber lange im Zeitungsverlag tätig, kann ich das sehr gut beurteilen. Da gibt es kaum einen Artikel bei dem man nicht einige falsche Fakten findet – wenn man sich auf dem Gebiet auskennt. Ich rede hier wohlgemerkt von Artikeln in der gedruckten kostenpflichtigen Tages-Zeitung, und nicht etwa von Online Artikeln oder Gratis-Zeitungen. Natürlich sind die Verlage unter Druck durch die neuen Medien, aber gerade deshalb sollte man erwarten dass sie sich mit Qualität abzuheben versuchen – das Gegenteil ist der Fall

    • pete says:

      die formel ist einfach:
      immer weniger + immer billigere arbeitskräfte = + gewinn; – qualität.
      da nützt dann die ganze “unabhängigkeit” nichts mehr…

  • Cornelis says:

    Die Schweizer Presse leidet an Monopolisierung und Provinzialisierung – beides als Folge der abnehmenden Rentabilität gedruckter Tageszeitungen! Konkurrenz ist im Zeitungswesen der beste Garant einer gewissen Qualität – siehe “Blütezeit der Tageszeitungen” in der ersten Hälfte des 20. Jh.!

    Heutige Zeitungen sind in einer Gruppe (Tamedia, Mittellandzeitung etc. = Monopole), oder, wie jetzt hier in Basel, Spielball von geltungsbedürftigen Milliardären, die sich’s halt leisten können (= Provinzialisierung)…

    Nur: Die Zeit lässt sich halt nicht zurückdrehen!

  • sandro gasser says:

    danke für diesen text, herr nappey. endlich wiedereinmal ein qualitätsblog, bei dem es um die sache und nicht um eine oberlächliche these geht, bei der am schluss doch nur die politische überzeugung darstellt werden will. im übrigen stellt man bei den blogs von z. b. girod oder wermuth fest, das die persönliche reife erschreckend hinter der verantwortung hinterherhinkt, die sie als parlamentarier zu tragen haben bezw. hätten. jetzt müssten nur noch die kommentare ein minimum an gedankenbasis und die leser/innen ein kleines mass an offenheit haben….

    • Yves Namel says:

      Ich teile die politischen Ansichten von Wermuth nicht und finde Girod oftmals als zu extremistisch. Wenn sie aber von der sinkenden Quali der Medien schreiben, kann ich das nur unterstützen. Wenn Du Herrn Nappeys Geschreibsel als Qualität bezeichnest, dann hast Du verstehst Du unter Qualität etwas anderes, als ich das tue.

    • Mark Mathis says:

      Mein Ratschlag, Herr Gasser: Versuchen sie selbst, an ihrer Gedankenbasis zu arbeiten. Und vielleicht möchten Sie die Blogs mal auf ihren Inhalt hin lesen und nicht bloss die Namen der Autoren. Das könnte zu unerwarteten Erkenntnissen führen. Wenn nämlich der jungen Hupfer Wermuth blödsinnige Vorschläge macht, heisst das noch nicht automatisch, dass die Ideen des karrierebewussten Herr Nappey besser sind, nur weil er W. Konter gibt.

  • Nussbaum says:

    Es gab vor kurzer Zeit bereits so einen Artikel hier, der versuchte, sich gegen Anschuldigungen bzgl. die Qualität des Journalismus zu wehren. Vergeblich. Jeder merkt, wie miserabel die Tageszeitungen geworden sind. Schon die NZZ kann man kaum noch lesen, heisst es im Bekanntenkreis. Und die Kundschaft in meinem Kiosk kaufen fast nur den Blick. Wohl weil es da wenigstens noch etwas zu lachen gibt, bei allen anderen ist ‘s mir zum heulen! Journalisten sollten, wie Politiker, sich etwas mehr im Volk umhören statt vor dem Ticker von Reuters usw. zu hocken!

  • jonas schlatter says:

    Solche Aussagen wie “Die Qualität der schweizer Presse ist schlecht” sind zu undifferenziert und deshalb unnötig.

  • Weber Walter says:

    Der junge SP-Politiker Cédric Wermuth, der Vertrauensträger der Schweizer Politik schlechthin, kritisiert die Presse! Hr. Wermuth, die Presse ist schon sehr lange und konstant von linken Journalisten untermauert und Sie beklagen sich? Sie sollten einem Grossteil der Journalisten freundlichst für die Gratiswerbung für Ihre Parte danken und diese Leute nicht noch öffentlich kritisieren! Sollten Ihre Worte zutreffen, was ich vehement dementiere, so wäre nur ein kleiner Teil der Journalisten betroffen. Zudem existiert in der Schweiz für alle Journalisten der Grungedanke der Pressefreiheit!

    • Lorenz Zeller says:

      Herr Weber: Sie unterstellen eine Untermauerung (?) der Presse durch linke Journalisten. Ich interpretiere Ihre Aussage so, dass Sie dies als etwas Negatives empfinden, wohl auch in qualitativer Hinsicht. Gleichkeitig dementieren (???) Sie, die Kritik von CW an der Qualität der Presse. Das würde wohl wiederum bedeuten, dass Sie die Qualität der Presse als positiv beurteilen. Und wenn der Vorwurf von CW zutreffen sollte, dann nur in Bezug auf kleinen Teil der Journalisten. Jedoch ist “die Presse” (als Gesamtheit) links untermauert. Könnten Ihre Aussagen wohl Widersprüche enthalten?

      • Weber Walter says:

        Dass die Linken Journalisten in der Presse überhand haben, ist weder eine Erfindung noch eine Feststellung von mir, nein es entspricht der Tatsache. Zwischendurch besinnen sich jedoch diese Journalisten, dass im Prinzip in den meisten Fällen der Arbeitgeber ein Bürgerlicher ist und daher muss man sich von Zeit zu Zeit auch im Interesse seiner Anstellung, respektive dem Arbeitgeber bemerkbar machen. Übriges ist dies alles legitim in einer Demokratie. DIe meisten Journalisten haben z.B. noch nicht gemekrt, dass sie mit der Hetze gegen die SVP, das Gegenteil von dem erreichen, was sie wollen!

        • Jan Gerber says:

          Aha, “im Prinzip ein Bürgerlicher”! Also was jetzt; sind die Arbeitgeber der Journalisten (in den meisten Fällen wohl juristische Personen) nur im Prinzip bürgerlich gesinnt oder sind sie es tatsächlich? Wenn ich Sie richtig verstehe, schreiben also die linken Journis so ab zu zu einmal einen bürgerlich gesinnten Artikel, um damit die bürgerlichen Arbeitgeberfirmen milde zu stimmen?
          Zusatzfrage: In diesem Blog geht es ja eigentlich um die Qualität der Presse. Ist das gleichbedeutend mit der Frage linker vs. bürgerlicher bzw. rechter Journalismus?

        • Urs says:

          Also wenn ich mir das Blättchen der Gemeinde in der ich wohne so ansehe… alles stramm nach SVP. Von irgendwie auch nur in Ansätzen linken Ansichten nicht’s vorhanden… auch nach anstrengendester Suche nicht’s… gähnenden Leere was linke Lebensansichten angeht. Ein totales Meinungsmonopol also. Kein Wunder, da dort auch die Partei ein jahrzehnte altes Alleinregierungsrecht erhalten hat. Aber ist ja wurscht, hauptsache man wird mit dem bedient was man lesen möchte, nicht mit dem was man wissen sollte.

  • Alain Burky says:

    Aber irgendwie ist es noch nett – das die Tamedia auf dem Bild noch Werbung,
    fuer die (fast) einzige Konkurrenz in der CH-Tagespresse, macht …

  • Lorenz Zeller says:

    Absurder Artikel, der völlig an der Realität vorbei zielt. Wie es um die Qualität der Presse bestellt ist, zeigt sich z.B. schon daran, dass TA Online offenbar auf die Leser angewiesen ist, um inhaltlich und formal korrekte Artikel zu publizieren. Ansonsten ergibt der entsprechende Aufruf in fast jedem Onlineartikel, man solle derartige Fehler melden, keinen Sinn. Eigentlich wäre es doch Aufgabe des Journalisten dem Leser inhaltlich zutreffende Information zu liefern.

    • Yves Namel says:

      Lorenz: Ich musste schmunzeln bei Deinem Eintrag. Wir recht Du meiner Meinung nach hast!

  • Meinrad says:

    “Und ausserdem haben Publikationen wie «20 Minuten» keine anderen Ambitionen, als zu informieren. Mit kurzen Fakten und sowohl auf seriöse als auch auf lockere Art.”
    Locker auf jeden Fall, aber seriös? Habe in der 20min schon so viele unseriöse und tendenziöse Artikel gelesen, dass ich daran nicht mehr glauben kann.

  • Zimmermann says:

    Was uns an der Presse stört ist: Die Stigmatisierung bei einem bedingt entlassenen Delinquenten. Solche Stigmatisierung kommt einer Zusatzstzrafe gleich und dient der öffentlichen Aechtung. Aber eben, der Zeitungsmacher weiss, was seine Leser wollen.
    Der Roman von Hans Fallada: “Wer einmal aus dem Blechnapf frisst” (1932) hat in unser modern und human seienden Gesellschaft immer noch enorme Lücken.
    Reform 91 Selbsthilfeorganisation für Strafgefangene und Randständige.

  • Karl Schreiber says:

    Die SRG ist nicht rentabel. Herr Wermuth wird sich wohl in diesen Medien informieren.

    • Jan Gerber says:

      a) Ist es die primäre Aufgabe der SRG rentabel zu sein?
      b) Besteht i.S. Journalismus ein Konnex zwischen Rentabilität und Qualität?

  • Dani Meyer says:

    Ich hatte schon jede grosse Tageszeitung mal abonniert und weiss, wovon ich rede. Natürlich hat sich die Qualität verschlechtert, hin zu einem seichteren, bunteren Peoplegeschreibsel. Man darf sich nicht wundern, dass das die Journalisten selber abstreiten. Mittlerweile wird sogar das wüste Zusammenstoppeln von Agenturmeldungen in “20 Minuten” geadelt – mit dem Argument, dass die Leute dann wenigstens irgendwas lesen. Diese Verschiebung der Ansprüche zeigts doch am besten. Tipp: Lesen Sie mal eine Ausgabe der “Le Temps” – dann stellen Sie auch fest, wie sich die Deutschschweizer abschreiben.

  • vietnamesische begleiterscheinung says:

    gar nicht einverstanden herr nappey. die qualität der information allgemein hat durch das internet und die gratiszeitungen enorm eingebüsst. zu behaupten, wer gratiszeitungen lese, wäre informiert ist selbstdisqualifikation auf höchstem niveau. natürlich sind nicht die journalisten schuld daran, dass die medienkonzerne immer schneller immer mehr gewinn machen wollen. sie sind da auch nur opfer. ich glaube ihnen, dass sie es besser machen wollen und an wenigen orten auch können. aber im mainstream geht die qualität zum teufel.

    • vietnamesische begleiterscheinung says:

      im übrigen ist es tatsächlich ein problem, dass gewisse medien sich so klar politisch positionieren. tagi/weltwoche um nur zwei zu nennen. politische unabhängigkeit sollte oberstes credo jedes medienschaffenden sein. ist meine meinung die man nicht eilen muss. aber ich finde es immer gefährlich, wenn medien mit ihrer ganzen macht, anfangen politik zu machen.

      • Meinrad says:

        Ich sehe kein Problem in einer offenen politischen Positionierung. Wenn ich die Weltwoche lese, weiss ich, dass ich keine neutrale Information zu erwarten habe und kann mich ggf. noch aus andere Quellen informieren. Schlimm finde ich, wenn eine Zeitung sachlich zu sein vorgibt, die Artikel aber politisch gefärbte Meinungsäusserungen des Autors sind.

        • Urs says:

          Vielmehr werden die eingefärbten Artikel in sich neutral und unabhängig gebende Medien eingebaut… mit ein bischen Glück wird das dann noch als Publireportage gekennzeichnet…

        • vietnamesische begleiterscheinung says:

          @ meinrad: wenn die politische positionierung offen und für jeden transparent ist – auch für den letzten DAU (dümmster anzunehmender user) dann ja. aber das ist nirgens der fall. und schon gar nicht bei der weltwoche. der herr köppel ist ja immer sehr darauf bedacht den anschein zu erwecken, dass er unabhängig sei – das er es nicht ist, ist für manchen offensichtlich, aber ich bezweifle ob dies für auch für den grossen teil der leserschaft gilt.

  • hoffman says:

    Die Qualität, die Herr Nappey und der Tagesanzeiger anstreben, besteht darin die Rolle der vierten Gewalt möglichst gewissenhaft auszufüllen. Nicht nur informieren und Fakten verlesen, sondern die Meinung der Leser bilden darin, dass unser System prima ist und es sich bei allen Unannehmlichkeiten um persönliches Versagen von Verantwortungsträgern handelt. Das ist die Ideologie der bürgerlichen Presse und macht das Qualitätsurteil durch die Gesellschaft und sich selbst aus. Es ist also durchaus wahr, dass wer Journalist sein will, nicht Antikapitalist sein kann, auch wenn Nappey das abstreitet.

  • Mark Mathis says:

    Was für ein absurder Unsinn Grégoire Nappey uns hier auftischt. Wenn die Qualität in den Medien gelitten hat, liegt das nicht am sich ändernden Berufsbild der Journalisten, sondern daran, dass die Verleger in den letzten zwei, drei Jahren Hunderte von Redaktionsstellen abgebaut haben. Und ja, die schweizerischen Medien sind bis auf ganz wenige Ausnahmen von mittelmässiger Qualität, handwerklich zwar meist ordentlich gemacht aber inhaltlich feige, weil sie ihren Inserenten und den Mächtigen hörig sind und die Journis die Schere im Kopf haben. Verleger sind Idealisten? Da kann ich nur lachen.

  • Walzer says:

    Bei aller, zum Teil, berechtigten Kritik sollte sich ein Grossteil der Konsumenten auch selbst mal an der Nase nehmen. In unserer Gesellschaft verkauft sich das reisserische besser als nüchterne Objektivität.

    • Lorenz Zeller says:

      Das Hauptproblem ist eben, dass sich weder das eine noch das andere besser verkauft! Offenbar sind viele Leser schlicht nicht mehr bereit, für das Produkt Information zu bezahlen, da sie ja gratis auf die anstrengungslos (denken muss man da nicht) aber leider nicht nebenwirkusfrei konsumierbaren Gratiszeitungen ausweichen können. Qualitativ hochstehender Journalismus ist nun aber nicht gratis zu haben, ganz im Gegensatz zu den Gratisblättern, die voll sind mit Infotainment, Agenturmeldungen, bezahlten (Werbe)Artikeln und schlichtem Schwachsinn (Schnüggel vom Tag, Single vom Tag usw. usf.).

  • Daniel says:

    Gerade die, die andauernd über die Presse schimpfen sind dann die ersten wenn mal an einem Feiertag keine Zeitung kommt das starke Nachwehen haben!

  • Mark Keller says:

    Werter Herr Grégoire Nappey die Nachrichtendichte und Anzahl Mitarbeitende, die für Medien arbeiten ist kein Mass für Qualität! Mit der heutigen 20min-Mentalität und dem Aktualitätswahn, kann keine seriöse, umfassende Information sichergestellt werden. Irreführende Schlagzeilen erstzen keine sorgfältig recherchierten Artikel mit Hintergrundinformation. Alle übernehmen die gleichen Agenturmeldungen, wobei es nur noch darum geht wer diese am schnellsten publiziert hat. Was nicht heisst dass es nicht tatsächlich ab und zu in der einen oder anderen Zeitung tatsächlich qualitativ gute Artikel gibt.

  • Gabrielle Hirt says:

    Herr Nappey, sie scvhreiben: “Und ausserdem haben Publikationen wie ’20 Minuten’ keine andere Ambitionen, als zu informieren.”
    Da frage ich mich, haben sie schon eine Ausgabe von ’20 Minuten’ gelesen. Ein Beispiel. Da wird ein junger Erwachsener aus dem deutschen Jugendstrafvollzug frühzeitig entlassen….bis dahin wäre dies eine Information. Da möchte ich nun wissen, warum und weshalb ‘montiert’ die Zeitung ein Bild (selbstverständlich mit einem Balken über den Augen) vom entlassenen Delinquenten in den Artikel? Was ist da seriös und was locker?
    Reform 91 /SAS

  • Boris says:

    Es gibt eine einfache Geschichte, die eigentlich jedem bekannt sein sollte und die Qualität der Medien zeigt. Ich spreche von der Finanzkrise – wo die freie Presse und die Politik danach behaupteten, sie einfach nicht bemerkt zu haben! Seltsam, denn ich sah sie kommen und bin alles andere als ein Wirschaftsexeperte, auch mit Mike Shiva nicht verwandt und weit entfernt von einem Genie. Spätestens dort wurde mir bewusst, dass die freien? Medien leider manches verheimlichen oder gewisse Interviews nicht publizieren. Ich fand aber auch den einen und anderen guten Blog.

  • ueli widmer says:

    lesen wir doch zb. mal den von den kollegen des BLICK veröffentlichten berichts zur “Mundart-Initiative”: in der unterzeile zur überschrift wird dem leser suggeriert, dass es um eine abstimmung über die kindersprache ginge. eine kindergärtnerin barmt: “Es kann doch nicht sein, dass die Kinder nicht mehr Znüni sagen.”. mit keinem wort erwähnt der B, dass es nicht um die sprache der kinder geht, sondern darum, dass die kindergärtnerinnen 30% hoch-/schriftdeutsch sprechen sollen. hier wird, bewusst oder unbewusst, FALSCHinformation durch ein massenblatt erzeugt, die begierig aufgegriffen wird.

  • «Journalistisches Anton-Syndrom», denkt man sich da und geht weiter.

  • nemo says:

    Aus Sicht von Herrn Wermuth erfüllt dieser Artikel die hohen Anfordungen, um das Prädikat Q.E.D. zu erlangen.

  • cristiano safado says:

    Es geht nicht darum, über die Presse zu schimpfen. Es geht darum, die Rolle der Presse richtig einzuschätzen. Es kann kaum bestritten werden, dass die Presse je länger je mehr eine politische Macht darstellt, bei der die hauseigene Politik, ja selbst die Meinung einzelner (Chef)Journalisten sehr oft zu Lasten der Information in den Vordergrund rückt, und bei der konträre Leserbriefe sehr oft nicht veröffentlicht werden. Unbestritten dürfte aber auch sein, dass durch die Machtkonzentration im Blätterwald andere Meinungen zu kurz kommen.

    • cristiano safado says:

      Dies alles hat mit Geld wenig zu tun, vielmehr mit verhärteten Fronten, bei dem in der Politik alles unternommen wird, die Meinungsäusserung des “Gegners” wenn immer möglich zu untergraben. Darüber kann auch ein zeitlich limitierter Blogg nicht hinwegtäuschen.

  • Chappuis Jean-François says:

    La qualité de la presse se perd un peu, ceci est dû à la concurrence qui est toujours plus rude !
    D’autre part, la compression du personnel vers le bas n’aide pas non plus.
    De plus, le nouveau marché des journaux gratuits ne va pas amélorer les choses.
    C’est dommage, mais c’est dans l’air du termps…

  • Chappuis Jean-François says:

    La qualité de la presse se perd un peu, ceci est dû à la concurrence qui est toujours plus rude !
    D’autre part, la compression du personnel vers le bas n’aide pas non plus.
    De plus, le nouveau marché des journaux gratuits ne va pas amélorer les choses.
    C’est dommage, mais c’est dans l’air du termps…

  • Bjoern52 says:

    Interessant, wie viele Leute hier – und anderswo – den Begriff Information in den Mund bzw. in die Tasten nehmen undmit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht in der Lage wären, von diesem Begriff überhaupt eine Definition zu liefern…

    • cristiano safado says:

      Bjoern52: Wahrlich ein besserwissendes Statement, das allerdings zur Diskussion nichts beiträgt.

  • Ernst Stampf says:

    “Diese Gratiszeitungen können sich tatsächlich damit rühmen, die Zeitung wieder unter die Jungen gebracht zu haben. Und ausserdem haben Publikationen wie «20 Minuten» keine anderen Ambitionen, als zu informieren. Mit kurzen Fakten und sowohl auf seriöse als auch auf lockere Art.”

    Mit diesen drei Sätzen hat sich der Ersteller dieses Artikels komplett disqualifiziert. Wenn er ernsthaft ’20 Minuten’ und ‘Blick am Abend’ im Tagesanzeiger als seriös und informativ anpreisen kann, dann steht es wohl auch um diesen schlechter als gedacht.

  • E. Stahl says:

    Man muss gucken, wem die wichtigsten Zeitungen gehören. Sie gehören reichen Menschen, die nahe und zum Teil sogar freundschaftliche Verbindungen zu anderen reichen Menschen aus der Industrie- Banken- und Versicherungswelt pflegen. Wenn nun also einer käme, der zum Beispiel behauptete, die Zahlen der Pensionskassen und Versicherungsgesellschaften über die zweite Säule (=”Pensionskasse”), die diese an die Aufsichtsorgane liefern, seien falsch, möglicherweise sogar “getürkt”, dann wird sich der reiche Verleger zwei Mal überlegen, ob er diese “Verleumdung” seiner Freunde mittragen will…

  • Stefan Flüeler says:

    Cédric Wermuth’s Diagnose zum Zustand, bzw. zur Qualität der Schweizer Presse ist RICHTIG. Hingegen ist die Kur, die er vorschlägt, vollkommen FALSCH. Eine aus Steuergeldern finanzierte Presse würde dadurch noch lange nicht besser, sie würde bloss etwas staatsfreundlicher (“wes Brot ich ess, des Lied ich sing”). Die beste Kur gegen eine unfähige Presse ist ein freies, unzensuriertes Internet. Die vielen qualitativ hochstehenden Blogs & Websites im Internet ermöglichen erst den Vergleich verschiedener Informationen, durch ihre hohe Zahl bilden sie Ereignisse und Entwicklungen weit exakter ab.

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