Rega rettet dreimal mehr Wanderer als Alpinisten

Bergsteigen ist nicht jedermanns Sache. Es gibt viel zu kritisieren und zu nörgeln. Aber den Alpinsport gleich «verbieten» zu wollen, wie das Leser hier in diesem Forum schon oft gefordert haben, finde ich überspannt. Anti-Bergsteiger argumentieren in ihren Kommentaren am häufigsten mit der Krankenkasse:

«Bergsteiger sollten eine höhere KK-Prämie bezahlen.» – «Sie gehören aus den Krankenkassen ausgeschlossen, weil jeder für Dummheiten mitzahlen muss.» – «Hoffentlich bin ich nicht in der gleichen Krankenkasse.»

… und der Rega:

«Und wenns schief geht, kommt die Rega.» – « Auch das Bauen von AKW ist eine tolle technische Leistung. Bis zum GAU. Den müssen dann die anderen bezahlen. Die Rega kommt sofort.»

Solche Argumente sind haltlos und ich staune, wie manche Leute auf solche Ideen kommen.

Was die Krankenkasse angeht:

Alpinisten sollten nicht mehr, sondern weniger KK-Prämien bezahlen müssen. Denn Bergsteiger sind gesund. Körperlich und geistig fit. Konzentriert und ausgeglichen. Sie haben kein Übergewicht. Tabak und Alkohol konsumieren sie selten. Dadurch sind sie wenig prädestiniert, an typischen Volkskrankheiten zu erkranken: Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte, Herzinfarkt, Diabetes, Fettleber, Rückenschmerzen etc. All diese Beschwerden kosten die Krankenkassen erheblich mehr, als wenn ein Alpinist zwischendurch mal eine Grippe hat.

Bitte nicht verwechseln: Knochenbrüche etc. sind ein Fall für die Unfallversicherung, nicht für die Krankenkasse.

Was die Rega betrifft:

Es sind nicht die Bergsteiger, welche die Helikopter-Rettungsstationen am meisten beschäftigen, sondern die Wanderer.

Auf der aktuellen Webseite der Beratungsstelle für Unfallverhütung lese ich:

«Die Zahlen der BfU-Statistik zeigen es deutlich: Die meisten Unfälle in den Bergen ereignen sich nicht etwa beim Klettern, sondern beim Wandern. Im Schnitt verunfallen in den Schweizer Voralpen und Alpen pro Jahr 6500 Wanderer – rund 30 davon tödlich. Das macht das Bergwandern zur Sportart, bei der in der Schweiz am meisten Menschen ums Leben kommen.»

Das bestätigt auch die jährliche Bergnotfallstatistik des Schweizer Alpen-Clubs, basierend auf den Einsätzen der Rettungsstationen: Im Jahr 2009 flogen die Helikopter für ca. 1000 Bergwanderer, dagegen nur für ca. 380 Alpinisten und ca. 120 Kletterer.

Komplizierter als bei einer Himalaja-Rettung

Wie dramatisch es auf einfachen Wanderwegen zugehen kann, zeigt zum Beispiel folgender Rettungsbericht, den ich im «Club-Blettli» des SAC Oberhasli gelesen habe:

28. August 2010, Region Brienz-Axalp BE:

«Drei Personen stiegen entlang der Giessbachfälle Richtung Schweibenalp den Wanderweg hoch. Ein Mann hatte mit dem Aufsteigen recht Mühe. Er musste immer wieder anhalten und kam sehr langsam voran. Das Wetter war regnerisch und stark bewölkt. Plötzlich fiel er nach einem erneuten Schwächeanfall um, rutschte durch den steilen Wald ab und stürzte über einen etwa 3 Meter hohen Felsabsatz. Unten blieb er auf dem Wanderweg bewusstlos liegen. Eine Begleiterin alarmierte die Rega.

Rega 10 flog sofort zur Unfallstelle. Mittels Helikopterwinde setzte man die Ärztin unterhalb der Unfallstelle auf dem Wanderweg ab. Zu Fuss stieg sie hoch zum Verunfallten, der bewustlos da lag. Da eine direkte Bergung an dieser Stelle wegen der vielen Äste nicht möglich war, forderte sie einen RSH (Rettungsspezialist Helikopter) an, um den Patienten einige Meter terrestrisch zu verschieben.

Rega 10 holte den RSH in Meiringen ab und setzte ihn ebenfalls mit der Helikopterwinde auf dem Wanderweg ab. Zu Fuss brachte er nun das von der Ärztin zusätzlich angeforderte medizinische Material vor Ort. Den Patienten verlud man in den Bergesack, transportierte ihn terrestrisch einige Meter auf dem Wanderweg nach unten, wo eine Bergung mit dem Helikopter möglich war. Dabei halfen die zwei anderen Personen der Wandergruppe mit.

Da der Patient immer noch bewustslos und in einem zu schlechten Zustand für eine Windenbergung war, brachte Rega 14 mit einer zweiten Ärztin das noch dringend benötigte medizinische Material vor Ort. Anschliessend wurde der Patient für die Bergung vorbereitet. Nun konnte der Helikopter ihn mittels Winde bergen und flog ihn anschliessend nach Bern. Der RSH und die zweite Rega Ärztin begleiteten die zwei angeschlagenen Personen der Wandergrupe auf dem Wanderweg nach unten bis auf den Parkplatz des Giessbach-Hotels.»

In den Bergen sterben am meisten Wanderer

Und auch die Statistik der tödlichen Bergunfälle zeigt: Im 2009 kamen beim Bergwandern 42 Menschen ums Leben, auf Hochtouren 26, beim Klettern 4. (Beim Pilzsuchen verunglückten 4, beim Kristallsuchen 2.)

Ich möchte hier keineswegs die Wanderer desavouieren, aber Vorstellungen korrigieren, die sich offenbar hartnäckig halten. Fälschlicherweise gilt das Wandern nicht als Risikosport, sondern als gemütliche Regeneration im Grünen. Darum traut sich das schell mal einer zu – und überschätzt sich. Eher als ein ambitionierter Bergsteiger in seinem Bewegungsfeld.

Und nicht vergessen: Die Rega ist nicht nur für Bergsteiger und Wanderer da – sondern für uns alle.

Ihre Meinung interessiert mich.

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59 Kommentare zu «Rega rettet dreimal mehr Wanderer als Alpinisten»

  • LN sagt:

    Der Tod gehört zum Leben damit müssen alle zurechtkommen. Spiritualität, Philosophie usw. aller sind gefragt so zu leben, dass man glücklich ist. Ich gehe seit 31 Jahren in die Berge. Einmal habe ich mir beim Klettern in einem Klettergarten im Tessin eine Verstauchung geholt am linken Fuss bei einem kleinen Sturz im Fels und in der Kletterhalle in Schlieren am rechten Fuss einen Bänderriss beim Bouldern als ich auspendelte und sehr unglücklich auf der Matte landete und der Fuss abknickte. In diesen 31 Jahren habe ich immer wieder von tödlichen Unfällen gehört bei denen ich dachte das wäre zu verhindern gewesen. Es hat mir auch gezeigt, dass es vom Breiten- bis zum Spitzensport im Alpinismus alle betrifft. Erstaunlich ist, dass manchmal etwas passiert wo man sich total sicher fühlt. Ich arbeitete in den 90er Jahren in einem Ing.büro in Bern. Eines Morgens bei der Kaffeepause erfuhr ich von einem älteren Angestellten der mit einem 35 jährigen Ingenieur tags zuvor über die Nünenenflue im Gantrischgebiet geklettert war, dass dieser beim Abstieg umgekommen sei. Dieser Abstieg wo man nach der Kletterei unangeseilt auf einem Weglein geht das Wanderer bgehen können führt zum Leiterenpass. Ich war in dieser Zeit einmal mit einer Kollegin auf den Gantrisch gewandert über den Leiterenpass und habe diesen Abstieg von der Nünenenflue gesehen. Es hat links und rechts einfach ein steiles, steiniges Grasbord, Stürzt man dort aus irgendeinem Grund zum Beispiel durch stolpern hinunter kann man sich tödlich verletzen. Dieser tödlich verunglückte Ingenieur hatte schon viele grössere Touren gemacht zum Beispiel das Matterhorn usw. Es zeigt immer wieder, dass an vermeintlich harmlosen Stellen auch volle Konzentration gefordert ist. Jede Tour ist erst zu Ende wenn man sicher zu Hause angekommen ist. In der wunderschönen Calanques ging in einer Kletterwoche am Abend ein Bergführer von unten Routen anschauen. Dabei wurde er am Knie von einem herunterfallenden Stein getroffen der mehre Operationen erforderte. Es kann jedem etwas passieren. Totale Sicherheit gibt es nie solange man sich in der Natur aufhält.

  • Daniel sagt:

    ich verstehe nicht, warum hier versucht wird alpinisten gegen wanderer auzuspielen. die ganze kostendiskussion ist absolut irrelevant, da jeder seine rettungskosten selber trägt oder noch besser rega-gönner ist (sac-ler sind das automatisch, wandernd und kletternd). ich nehme an das die nachträgliche behandlung von sportverletzungen bei alpinisten und wanderern im schnitt nicht exorbitant teurer ist als bei anderen sportarten (ich habe keine zahlen, geb ich zu) und von anderen hobbysportlern wird auch keine zusatzversicherung verlangt.
    und das ist gut so, weil (breiten-) sport durchaus gesellschaftlichen wert hat!

    • Daniel sagt:

      Hallo Namensvetter

      Wenn du Zahlen möchtestm siehe meinen Beitrag vom 1. Juni: Wanderer / Bergsteiger gehören zu den Teuersten im Sportbereich, wenn man die Vollkostenrechnung betrachtet.

      • Daniel sagt:

        Danke, habe ich übersehen. Trotzdem noch ein Einwand: Diese Zahlen geben wiederum keinen Aufschluss über die relative Häufigkeit von Verletzungen. Es mag ja sein, dass Verletzungen in diesen Sportarten teuer sind (weil häufig schwer), aber wieviele gibt es überhaupt? Viele Bergsteiger/ Wanderer werden nicht von der Rega geholt, weil sie sich schwer verletzt haben, sondern weil sie irgendwo feststecken. Das sieht beim Pistenskifahren dann schon anders aus…
        Ich will nichts schönreden, Unfälle (auch fatale) gehören zum Bergsport. Ich bin einfach für ein gegenseitiges „leben und lebenlassen“, ich finde die Verurteilung von Übergewichtigen Menschen (dort wird auch Häufig mit Geld argumentiert) genauso verwerflich wie die Verurteilung von Alpinisten. Wenn die Versicherungen weniger in Werbung und Verwaltung investieren würden, könnten wir uns alle noch das eine oder andere Laster erlauben ;-)

  • Sara sagt:

    Ich finde es nich in Ordnung, überhaupt von erhöhten Krankenkassenprämien zu sprechen, denn erstens, wie der Text zeigt, sind es eher Unfälle, die nicht über die Krankenkasse bezahlt werden im Normalfall und zweitens sollten diejenigen, die das fordern sich überlegen: „Treibe ich selber genug Sport? Ernähre ich mich gesund? Wie steht’s mit meinem Alkoholkonsum, mit Rauchen?“ Denn dort beginnen die Probleme und nicht bei den Extremsportarten, die ein kleiner Teil der Bevölkerung ausüben und meistens sehr gut!!!

  • M. Tschudin sagt:

    Tja Frau Natascha Knecht das was sie da suggerieren wollen ist sehr naiv. Die Rega rettet dreimal mehr Wandere als Alpinisten, das glaube ich Ihnen gerne aber genau das ist das erschreckende daran denn in der Schweiz sind sicher hundert mal mehr Wanderer als Alpinisten unterwegs, etwas dass Sie wohl nicht sehen wollen sonst würden Sie verstehen dass höhere Krankenkassenprämien oder spezielle Versicherungen für Alpinisten gefordert werden. 30 Tote auf Hochtouren und beim Klettern sind schon enorm wenn man das mit den Verkehrstoten in der Schweiz (348 im Jahr 2009) vergleicht.
    Tagtäglich sind Millionen von Fahrzeugen auf Schweizer Strassen unterwegs, dem gegenüber werden es wohl nur ein par hundert Alpinisten sein. Wenn man dann noch berücksichtigt dass während mehrerer Monate im Jahr wegen dem Wetter keine Alpinisten unterwegs sind ist die Zahl der 30 toten noch erschreckender und man muss sich schon fragen warum eine solch gefährliche Freizeitbeschäftigung ohne Zusatzversicherung ausgeübt werden darf.

  • Peter sagt:

    Der Witz ist doch, dass vermutlich eine Millione Bergwanderer und 30’000 Alpinisten unterwegs sind. Der Prozentsatz der Alpinisten an den rettungseinsätzen ist doch mit Sicherheit deutlich grösser als derjenige von Wanderern. Da bloss mit absoluten Zahlen zu argumentieren ist doch einfach lächerlich und disqualifiziert den Artikelschreiber als Vollflasche.

  • Joachim Adamek sagt:

    Ich gestehe: Ich habe vor vier Wochen tatsächlich gefordert, das Bergsteigen zu verbieten, “nicht weil es sinnlos, sondern weil es gefährlich ist”. — Allerdings war mein kleiner, zugegebenermassen nicht ganz ausgefeilter Beitrag, eine einzige Spitze gegen jene, die sich über das “Schneller-höher-weiter” im Bergsport mockieren, als würden hier ein paar Verrrückte in sinnloser Weise ihr Leben aufs Spiel setzen, ohne zu bedenken, dass hier Profis unterwegs sind.
    Manche düften überrascht sein, wenn sie einen Blick in die Freizeitunfallstatistiken werfen und sehen, dass das Wandern und Bergsteigen europaweit zu den “sichersten Sportarten” zählt. In Österreich gab es beispielsweise im Jahr 2007 insgesamt 196.300 Sportunfälle: 39.400 entfielen auf den alpinen Skilauf, 7.800 auf Wandern & Bergsteigen und 6.900 auf Jogging & Laufen.
    Dass Wandern und Bergsteigen trotzdem in der Öffentlichkeit als extrem gefährliche Sportart wahrgenommen wird, hängt wohl damit zusammenhängen, dass Unfälle im alpinen Gelände — wenn sie denn geschehen — nicht selten fatale Folgen haben. Ein Stolpern, Umknicken oder Ausrutschen kann in höheren Lagen den Tod eines Wanderers oder gleich mehrerer zur Folge haben. Wenn man um diese und andere Gefahren weiss, beispielsweise, dass die meisten Unfälle im alpinen Gelände auf Eis, Schnee, Firn und Bergwegen geschehen, dann ist man bereits gegen viele Unfälle gefeit.
    Gerade in der vor uns liegenden Ferienzeit passieren häufig Unfälle, weil ungeübte und sporadische Wanderer nicht selten ihre Fähigkeiten überschätzen oder Angst haben, sich vor anderen zu blamieren. Mein Tipp: Seien Sie immer ganz Frau und Mann der Lage! Kehren Sie rechtzeitig um, wenn Sie das Gefühl haben, dass eine Tour zu schwierig und zu strapazös für Sie wird. “Blockierungen”, also Situationen, in denen man sich in einer misslichen Lage wiederfindet, aus denen man sich selbst nicht befreien kann, kommen öfters und schneller vor, als manche für möglich halten. Nicht nur beim Klettersteiggehen.
    Und damit zum letzten Punkt meines Beitrags: Klettersteige sind augenblicklich Trend. Deshalb nehmen die Unfälle hier auch überproportional zu, während sie sonst eher rückläufig sind. Die Experten vom Schweizer Alpin-Club, vom Österreichischen sowie Deutschen Alpenverein sind sich im Urteil einig: Nicht nur fehlende Austrüstung oder falscher Einsatz sind häufig daran Schuld, sondern auch die Unbekümmertheit der Kletterer. Denn auch auf gesicherten Klettersteigen, kann es Passagen geben, die ohne Stahlseil oder Haken zu bewältigen sind. Die Sicherheitssforschung weist darüber hinaus darauf hin, dass es gegenwärtig keine sicheren Klettersteigsets für leichgewichtige Personen gibt. Also, wenn Sie denn unbedingt mit Kinder über einen Klettersteig wollen, dann sollten Sie die Kinder an schwierigen Stellen zusätzlich mit Seil sichern.
    Last, not least: Bitte lernen Sie die Notsignale, bevor Sie losgehen und nehmen Sie Ihr Handy mit. Beides hat schon viel Leben gerettet. Und scheuen Sie nicht davor zurück, die Bergrettung zu alamieren, wenn Sie dies für nötig halten. Dann werden Sie garantiert jede Menge Spass haben.
    Wie sagte doch Max Frisch so wahr: Das Schöne am Bergsteigen ist, dass man den Dingen wandernd wieder näher kommt!
    :-)

  • LN sagt:

    Bei diesem Thema kommen bei mir wieder einige Erinnerungen hoch. Vor einigen Jahren befand ich mich am Sonntagabend nach zwei Klettertagen mit dem SAC in den Gelmerhörnern im Abstieg von der Gelmerhütte zur Gelmerbahnbergstation. Auf dem Weg über dem Gelmerstausee wanderten ca. 20m vor mir 2 Frauen ebenfalls Richtung Gelmerbahn (ich hatte sie eingeholt da ich leicht joggend unterwegs war). Plötzlich stürzte die eine „hechtartig“ an die Wegkante in einem Bereich wo es senkrecht zum Stausee hinuntergeht (nachträglich musste ich darüber lachen wenn ich es jemandem erzählte). Sie war an einem Stein gestolpert und konnte sich gerade noch auffangen an der Kante. Da es dort wie gesagt senkrecht hinuntergeht (ich weiss es nicht genau aber sicher mindestens 25m) und nichts mehr vorhanden ist wo man sich auffangen könnte wäre sie ins kalte Wasser gefallen und dort nicht mehr an das unzugängliche Ufer gekommen. So schnell kann auf einem Wanderweg wo man sich sicher fühlt etwas passieren.

  • Klaus Flury sagt:

    Juhu, die Wanderer sind schuld, jetzt haben wir’s herausgefunden. Man sollte sie mit all den Übergewichtigen, Diabeteskranken und Hündeler abstrafen, am besten mit einer Hundegüezi-Zwangsdiät.

  • Michael Bründler sagt:

    Gemäss dem Artikel wäre demnach Basejumpen ungefährlicher als Wandern, da ja deutlich weniger Basejupmer als Wanderer verunfallen. Gesund und fit sind diese bestimmt auch. Relevant ist aber nur, wieviel Verunfallte pro Gesamtzahl Personen, die diese Tätigkeit ausübt. Und da wird rasch klar, dass es um Grössenordnungen mehr Wanderer gibt, als Kletterer und Alpinisten. Also ist der prozentuale Anteil an verunfallten Wanderern ungleich kleiner als im Alpinismus und Klettersport.

  • Jenni Hans sagt:

    Soweit ich unterrichtet bin, zahlt jeder seine Rettungskosten selbst, sofern er nicht SAC-Mitglied oder Gönner der Rega ist.

    • Markus sagt:

      Richtig, Krankentransporte sind in der Krankengrundversicherung wie in der obligatorischen Unfallversicherung für alle gleich entschädigt, abzüglich Selbstbehalt. Daher empfiehlt jeder seriöse Versicherungsbrooker bei Personen mit Outdooraktivitäten (Wander, Biken, Bergsteigen etc.) eine Zusatzversicherung für Such- und Rettungsaktionen, zuzüglich der REGA-Gönnerschaft.

      Mit der Gönnerschaft ist nähmlich nur der Helieinsatz „versichert“, sofern keine Versicherung dafür aufkommt. Muss die SAC-Suchequipe ausrücken, wird ein Krankenwagen benötigt (Autounfall) oder ähnliches, ist dies nicht abgedeckt.

  • Otto Liebschitz sagt:

    Und ich dachte immer, die Bergler (Wanderer oder Kletterer oder Skifahrer oder…) holt euch die innere Ruhe draussen in der Natur? Nehmt einen Rat von einem erklärten Nichtsportler: Relax und tretet vielleicht etwas kürzer. Es muss ja nicht immer gleich ein K2 sein, die nächste „Alpenrose“ reicht auch schon…

  • Und was sollen die ca. 20 Kranken denken, die jedes Jahr Fr. 300 000 für Medikamente brauchen?

  • Alpenkalb sagt:

    Jawohl! Allen andern muss alles verboten werden, was MIR nicht passt! Rauchen, fettes Essen, Alkohol, Zucker, Strom aus AKW’s , Offroader, Skitouren, Schneeschuhlaufen, Klettern ausserhalb der Kletterhalle, Zelten in der Wildnis, Sterbehilfe… mir fällt noch viel ein! Im Ernst: Es muss VERBOTEN werden, andern etwas zu verbieten!

  • stef sagt:

    Wieso wird auf Kommentare von solchen Leuten überhaupt reagiert? Es gibt in diversen Blogs hier im Tagi den Aufruf gewisse Sachen zu verbieten. Mal gehts ums Downhillen, dann ums Freeriden und Tourenfahren und jetz ums Bergsteigen.
    Ich glaube einfach, dass Leute die all dies verbieten wollen, erstens meistens irgendwelche Grosstadtmenschen sind, zweitens ziemlich frustriert sein müssen und drittens einfach keine Ahnung vom Leben haben. Wer sein Leben zu schätzen weiss, wer weiss was die Natur zu bieten hat und wer auch Leistungen von anderen anerkennen kann, hat bedeutend mehr vom Leben als einer der aus seinem Betonjungel heraus schreit!
    Ich empfehle solche Leute einfach nicht mehr zu beachten und dann wird denen auch der Spass vergehen ständig alles verbieten zu wollen :-)

  • Reto sagt:

    Es müssen die verursachten Kosten verglichen werden, sprich die absoluten und nicht die prozentualen Kosten. Dass Wanderer prozentual weniger Unfälle verursachen mag wohl sein, da jedoch Wandern im Vergleich zum Klettern oder Bergsteigen ein Massensport ist führt dazu, dass die absoluten Kosten wesentlich höher ausfallen.

    Der Ursache für den Kostenanstieg mag vielfältiger Natur sein. Einer der Gründe ist, dass sich immer mehr Personen mit unzureichender Bergerfahrung in den Alpen tummeln und nicht nur Erholung, sondern auch eine Prise Abenteuer suchen. Dabei werden Gefahren (schwieriges Gelände, ein allfälliger Wetterumsturz oder die Zeit/Distanz) eher unterschätzt, während die eigenen Fähigkeiten vielleicht etwas überschätzt werden. Dies ist nicht wertend gemeint, aber die zunehmenden Massen zeigen sich halt nicht nur am Stauaufkommen auf unseren Strassen.

    Ein anderer Aspekt ist, dass man sich vor 10-20 Jahren nicht auf Mobiltelefone verlassen konnte, um bei einem Notfall schnell die Rega Zuhilfe zu rufen. Dies hat auch die Risikobereitschaft der Freizeitsportler erhöht, weshalb die Rega an Wochenenden zuweilen den Status eines Taxi-Services mit Ärztebetreuung erreicht.

    • Markus sagt:

      Endlich jemand der den Artikel richtig gelesen hat und in auch richtig interpretieren kann (PISA lässt grüssen!).

      Vor allem Deinem dritten Abschnitt kann ich nur zustimmen, insbesonder bei der Gruppe „Wanderer“ ist diese Tendenz festzustellen, da hier keine zusätzlichen Gefahren ins Spiel kommen (Steinschlag, Lawinen, etc.). Diese, zum Teil wetterbedingten Naturgefahren muss der Bergsteiger und Kletterer zusätzlich berücksichten, was eher zum Abruch oder Verzicht auf eine Tour führt als beim Wanderer. Dieser wähnt sich trotz schlechter Wetterprognosen oft auf der sicheren Seite, da der Weg ja markiert ist und subjektiv betrachtet als ungefährlich eingestuft wird. Die Folgen wiederspiegeln sich in den Zahlen von Franziska.

      Dazu beigetragen haben aber gerade auch die Bergsteiger und Kletterer mit dem SAC und der (in meinen Augen) verfehlten Hüttenpolitik. Dies ist mit ein Grund, dass ich nach fast 20 Jahren Mitgliedschaft aus dem SAC ausgetretten bin. Der Berg und der Hüttenbesuch wird als Event zelebriert und für alle erreichbar. Als Beispiel sei hier die überbordende Vermarktung der Gelmeren- oder der Monte-Rosahütte angeführt. Dies mit der Konsequenz, dass untrainierte, schlecht Ausgrüstete und überforderte Wanderer sich auf den Hüttenzustiegen tummeln, die dann im besten Fall mit dem Heli in der Hütte abgeholt werden müssen, im schlechteren unterwegs mit einem schwarzen Plastiksack.

      • Joel Becker sagt:

        Auch beim Wandern kommen neuerdings (Stichwort: „Klimawandel“) zusätzliche Gefahren ins Spiel, so zum Beispiel Steinschlag auf einfachen Wegen (vgl. hierzu: SAC Die Alpen, Heft März 2011).

  • Gürkan Huber sagt:

    Ein Gedankenanstoss: Wenn von 10’000 Wanderer z.b. 300 gerettet werden müssen und von 2000 Alpinisten deren 100, dann werden zwar 3 Mal mehr Wanderer als Alpinisten gerettet aber prozentual ausgedrückt ergibt dies dann ein anderes Bild.

    Vielleicht könnte die Autorin einmal in diese Richtung recherchieren.

  • Hans Müller sagt:

    Wenn man die Gefählichkeit zweier Sprtarten vergleichen will so geht das nur über die Anzahl Unfälle pro Anzahl Sportler. Da es viel mehr Wanderer als Bergsteiger gibt, kann man wohl davon ausgehen, dass die Anzahl Unfälle / 100’000 Sportler bei den Bergsteigern weit höher liegt als bei den Wanderern. Das ist eigentlich keine neue und auch keine besonders komplizierte Erkenntnis. Aber irgendwie scheinen Journalisten dies einfach nicht zu begreifen.

    • Lieber Herr Müller

      Nein, es geht mir um die Höhe der effektiv verursachten Kosten.

      Gruss
      Natascha Knecht

      • Sgt Klinger sagt:

        Wenn man die Gefährlichkeit vergleichen will dürfen Sie Fälle oder Kosten nehmen – ist mir egal Sie MUESSEN jedoch beides im Verhältnis zur Anzahl ausübender „Sportler“ setzen. Es ist egal ob Sie Kosten / 100’000 Sportler oder Unfälle / 100’000 Sportler nehmen, Wandern wird immer weniger gefährlich sein.
        Was Sie vergleicen sind nur die effektive Anzahl oder Kosten, das ist jedoch sehr banal.

      • Daniel sagt:

        Guten Tag Frau Knecht,

        Wenn sie die effektiv verursachten Kosten betrachten, haben sie recht. Aber diese Zahl ist überhaupt nichts wert. Dadurch eine Prämienreduktion bei Bergsteigern zu fordern, ist sehr hemdsärmlig argumentiert (Stammtischniveau) Haben sie schon einmal daran gedacht, dass die Wanderer, welche krass in der Überzahl sind, effektiv mehr Prämien bezahlen könnten? Diese zwei Zahlen dürfen sie dann getrost in Relation zu der jeweiligen Anzahl Personen in den Risikogruppen setzen. Dann sind wir vielleicht schon etwas näher bei der Wahrheit, aber auch hier müsste man sicherlich noch andere Faktoren beiziehen.

        Bezüglich der Gesundheit der Wanderer und Bergsteiger: Da gebe ich ihnen durchaus recht. Ich gehe mal davon aus, dass Bergsteiger fitter und gesünder sind (subjektive Annahme) als Wanderer. Das liegt aber auch am Zielpublikum: Beim Bergsteigen sieht man eher selten eine Senioren-Gruppen, beim Wandern schon. Vielleicht waren ja auch einige davon 20 Jahre vorher Bergsteiger.

        Sorry dass ich das sagen muss, aber ihr Artikel (und ihre Antwort) ist einfach schlecht recherchiert und extrem subjektiv. Aber in einem Blog darf man provozieren und seine eigene Meinung kund tun (sonst wäre ja die anschliessend angestrebte Forumsdiskussion eher lau), aber bei einer Antwort, sollte man dann schon etwas mehr Fleisch am Knochen haben.

        Freundliche Grüsse

      • Adi sagt:

        Liebe Frau Knecht

        Ich will weder das Bergsteigen verbieten, noch verlange ich höhere Krankenkassenprämien für Alpinisten. Ihr Argumente hier sind aber mehrheitich unbrauchbar, so Leid mir das tut.

        1. Das Argument mit den Krankenkassen und der Unfallversicherung hinkt, da es sich um eine technische Frage handelt. Am Schluss ist es trotzdem einen Mehrheit welche die Unfallversicherung bezahlt und eine Minderheit welche sich höheren Risiken aussetzt. Das grundlegende Argument verschwindet nicht nur weil man „Krankenkasse“ durch „Unfallversicherung“ ersetzt.

        2. Ihr statistischer Argumentationsversuch ist gründlich missglückt. Sie rechtfertigen sich mit „effektiv verursachten Kosten“ – das ist ja gut und recht – aber dann müssten sie schon die „effektiv verursachten Kosten pro Kopf“ betrachten. Alles andere ist einfach nicht aussagekräftig (wie schon von duzenden Kommentarschreibern hier in der einen oder anderen Art klargestellt wurde).

        Verstehen sie mich nicht falsch. Ich bin dem Alpinismus positiv gesinnt. Ihre Argumente stehen jedoch auf derart wackeligen Beinen, dass Sie der Sache wohl mehr schaden als nützen.

        • Lieber Adi

          Da stimme ich Ihnen nicht zu. Es geht darum, wie viel Gesamtkosten pro Jahr unter dem Strich resultieren. Und was macht es für einen Unterschied, wenn wir einzig die “effektiv verursachten Kosten pro Kopf” betrachten? Oder glauben Sie vielleicht, die Rettung respektive die Unfallkosten eines Wanderers seien grundsätzlich günstiger als jene eines Alpinisten?

          Beste Grüsse
          Natascha Knecht

          • Adi sagt:

            Liebe Natascha

            Ich denke wir reden aneinander vorbei. Dass die Rettungskosten für einen Wanderer gleich teuer sind wie für einen Bergsteiger ist gar nicht das Thema.

            „pro Kopf“ ist vielleicht etwas unglücklich formuliert, da ich nicht „pro verunfalter Person“ sondern „pro Person welche eine Tätigtkeit ausübt“ meine. Etwas abstrakter formuliert „pro Prämienzahler“ um auf die Versicherungsthematik zurückzukommen.

            Ein Beispiel:
            Wenn also 10’000 Leute bergsteigen und 100’000 Leute wandern, jedoch 1’000 Bergsteiger verunfallen und 5’000 Wanderer, ist klar das die Wanderer mehr Kosten verursachen – demgegenüber stehen aber auch ca. 10 Mal mehr nicht verunfallte Wanderer (welche aber trotzdem Prämien und evtl. Rega Beiträge bezahlen).

            Gehen wir von Rettungskosten von 25’000 CHF pro Rettung aus, so haben die 10’000 Bergsteiger 25 Mio Rettungskosten verursacht, die 100’000 Wanderer hingegen 125 Mio – 125 ist zwar mehr als 25, „pro Kopf“ sind die gemittelten Kosten bei den Wanderern aber dennoch tiefer (pro Wanderer 1’250 CHF, pro Bergsteiger 2’500 CHF)

      • Hans Müller sagt:

        Dann können Sie konsequenterweise aber auch Ihr KK-Argument rauchen, denn die Gesamtheit der Wanderer zahlt mehr mehr KK-Prämien und mehr REGA-Beiträge als die Gesamtheit der Bergsteiger, welche erst noch pro Kopf mehr Kosten verursachen. Und denken Sie doch noch mal über den letzten Abschnitt Ihres Beitrages nach:

        „Ich möchte hier keineswegs die Wanderer desavouieren, aber Vorstellungen korrigieren, die sich offenbar hartnäckig halten. Fälschlicherweise gilt das Wandern nicht als Risikosport, sondern als gemütliche Regeneration im Grünen. Darum traut sich das schell mal einer zu – und überschätzt sich. Eher als ein ambitionierter Bergsteiger in seinem Bewegungsfeld.“

        Der ist nämlich falsch, denn es ist keine „falsche Vorstellung die sich hartnäckig hält“, dass Bergsteigen risikoreicher als Wandern ist, wenn Sie das beurteilen wollen, dann MÜSSEN Sie die relativen Zahlen verwenden und nicht die absoluten. Alles andere ist falsch, das kann Ihnen jeder 1.Semester Statistikstudent bestätigen.
        Ich persönlich finde die Diskussion von wegen „verbieten weil gefährlich“ und „höhere KK-Prämien weil gefährlich, etc.“ absolut schwachsinnig. Aber wenn man wie Sie schon damit argumentiert, dann sollte man auch die Zahlen richtig interpretieren.

      • Hans Müller sagt:

        Frau Knecht, ich habe noch ein anderes Beispiel: In der Statistik der tödlichen Sportunfälle des BFU für das Jahr 2009 stehen 9 Tote für die Sportart „Gehen/Wandern, inkl. Spazieren“ (nicht zu verwechseln mit „Bergwandern“!) und beim Base Jumping gab’s „nur“ 7 Tote. Gemäss Ihrer Argumentation würde das ja jetzt heissen, dass Spazieren risikoreicher ist als Base Jumping und dass Base Jumper tiefere KK-Prämien zahlen sollten, weil sie absolut gesehen weniger Kosten verursachen als Spaziergänger! Das wäre a) Quatsch und b) zeigt es wie hohl solche KK-Rechenspiele sind (auf welcher Seite auch immer). Man könnte dann nämlich argumetieren, dass ein Bergsteiger der mit 20 Jahren tödlich verunglückt die weitaus bessere KK-Bilanz hat, als einer der immer möglichst risikolos lebt und am Ende mit 100 Jahren, nach 10-jähriger Intensivpflege an Alzheimer stirbt.

    • Daniel sagt:

      Liebe Frau Knecht

      Die Frage ist, welche Hypothese wollen Sie mit ihrem Artikel beweisen? Und was wären allfällige Massnahmen? Ich vernute, dass Ihre Antworten Ihren Artikel nicht rechtfertigen, da er die Relationen nicht berücksichtigt. Aber zum Diskutieren hat er angeregt, dieser Punkt ist erfüllt.

      Die Absurdität Ihres Artikels kann z.B. mit dem Vergleich Auto und Velo dargelegt werden. Niemand bestreitet, dass es mehr Tote (ca. 500 pro Jahr) und Unfälle im Autoverkehr gibt als im Veloverkehr (Tote ca. 30). Also müsste doch neu ein Zuschlag für Autofahrer in Rechnung gestellt werden. Oder das Autofahren bei soviel Toten und so viel Kosten verboten werden. Wenn ich hingegen die gefahrenen Km in Relation bringe, dreht sich die Sache um 180 Grad!

      So gesehen produzieren die Chinesen ja auch sehr viel CO2, sie sind ja auch ein fünftel der Erdbewohner. Nicht auszudenken, wenn die Chinesen unseren durchschnittlichen CO2-Verbrauch verschleudern würden.

      Zwei Fakten zum Nachdenken:
      Fakt 1: Ökonomisch betrachtet ist Sport kein Mord: Laut einer Studie des Bundesamts für Sport verhindert das Sporttreiben 2,3 Millionen Erkrankungen und jährliche Behandlungskosten von 2,7 Milliarden Franken. Demgegenüber verursachen die Sportunfälle Kosten in der Höhe von 1,1 Milliarden.

      Fakt 2: Sachschäden und Folgekosten laut BfU für Insassen von Cars und Bussen betragen CHF 158’000.–, für einen Velofahrer CHF 12’000.00: Also ab auf’s Velo? Wenn im Bus mehr als 14 Personen sassen, „rendiert“ sich also ein Busunfall?

      Und nun zurück zum Sport: Was sagt das BfU weiter dazu?
      Durch Unfälle beim Skifahren entstehen Kosten von 2.7 Mrd. CHF. Dazu kommen 1.0 Mrd. CHF für Snowboardunfälle. Unfälle beim Fussball führen zu Kosten von 1.8 Mrd. CHF. Radfahren verursacht Kosten von 1.6 Mrd. CHF (zu 89 % bei Kindern). Wassersport bzw. Wandern/Klettern führen je zu Kosten von gut 0.7 Mrd. CHF.
      Skifahren führt also trotz weniger Unfällen zu höheren Kosten als Fussball, was auf unterschiedliche Verletzungsschweren zurückzuführen ist. Pro verunfallten Skifahrer entstehen Kosten von 55’000 CHF, beim Fussball jedoch nur solche von 32’000 CHF. Noch höhere Kosten pro Verunfallten entstehen beim Wandern und Klettern (86’000 CHF) :-(

      Grüsse

  • Bruno Kienast sagt:

    Bergsteigen ist weitaus ungefährlicher als Wandern, wenn man sieht wie nicht gut ausgerüstete Wanderer in den
    Bergen herumkraxeln, z.b.mit Sandalen und Halbschuhen etc…

  • Dass das Wandern keine harmlose Regeneration ist, das wissen die meisten. Keine Sportart ist risikofrei, auch das Wandern nicht.
    Aber dass man zum Schluss kommt das Wandern sei riskanter als das Bergsteigen, nur weil drei mal mehr Wanderer als Alpinisten von der REGA gerettet werden, ist ganz klar eine falsche Behauptung. Wir wissen alle, aus unserem Bauchgefühl, dass das Bergsteigen riskanter ist als das Wandern. Um diese Tatsache zu beweisen müsste man die Raten zwischen geübte Tage und Unfälle rechnen… ein unmögliches Unterfangen… wie kann man erfahren wieviele Wanderer oder Bergsteiger an einem bestimmten Tag in der Schweiz unterwegs sind?
    Dazu kommt noch dass die Grenze zwischen Wandern und Bergsteigen hauchdünn sein kann. Wenn ich in einem Tessiner Seitental auf Pilz-Suche bin, oder wenn ich nach einem Wetterumbruch im Schnee von einem Pass absteigen muss, frage ich mich ob es sich noch um Wandern handelt… oder eben Bergsteigen.
    Bergsteigen oder Wandern zu verbieten ist aber ausser Frage. Wegen der REGA Einsätze könnte man noch manches mehr verbieten: Autofahren, zum Beispiel…

  • Fränzi sagt:

    Uuuund, es gibt halt viel mehr Wanderer als Kletterer oder Bergsteiger. Die einfachste Art diesen zu berechnen ist ein Dreisatz. :-)

  • Jakob Müller sagt:

    Soviel ich weiss gibt es in der Schweiz viel mehr Verletzte und Tote durch Haushaltarbeiten als bei Dachdeckerarbeiten. Also sind Hausarbeiten gefährlicher als Dachdeckarbeiten! Oder liegt es daran, dass nur wenige auf dem Dach arbeiten aber viele im Haushalt?

    • Maesi sagt:

      Danke – hatte auch eine aehnliche Argumentation im Hinterkopf. :)
      Nichtsdestotrotz finde ich den Artikel gut und schlage mich sozusagen auf die Seite der Alpinisten – ich bin auch selber gerne in den Bergen unterwegs.

      Die Statistik ist natuerlich ganz klar zum Vorteil der Alpinisten praesentiert. Vermutlich ganz bewusst… oder Natascha hat keine Ahnung von Statistik. ;)

      Gerade das Argument, dass Alpinisten besser trainiert sind etc. und tendenziell gesunder leben, finde ich trotzdem sehr gut. Auch wenn es hier schwierig ist, aussagekraeftige Zahlen zu praesentieren (Haette/Waere/Wenn…), vermute ich, dass die Alpinisten die Krankenkassen weniger belasten als Nicht-Sportler (sorry, auch ein wenig gar pauschalisiert formuliert).

  • Anouk sagt:

    Danke für diesen Artikel! Als begeisterte Berglerin kann ich vor allem dem ersten Teil (KK) nur zustimmen. Was die Statistik angeht muss man jedoch auch bedenken, dass sehr viel mehr Wanderer als Bergsteiger unterwegs sind. Die absoluten Zahlen sagen also wenig über das tatsächliche Risiko oder die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls, Todes oder Rega-Rettung aus.

  • Max Zehnder sagt:

    Stimme völlig zu: den Alpinsport zu verbieten ist absurd. Dennoch die aufgeführten Vergleiche sind nicht wirklich aufschlussreich. Für einen fairen Vergleich müsste man sich die Unfallzahlen im Verhältnis zur Anzahl Leute ansehen, die den Sport betreiben. Da es sehr viel mehr Wanderer als Bergsteiger gibt, würden die Vergleich dann ein etwas anderes Bild ergeben.

  • Joel Becker sagt:

    Ich kann mir auch gut vorstellen, dass die Konzentration einen wesentlichen Faktor bildet. So bin ich auf Hochtouren oder beim Klettern um einiges konzentrierter bei der Sache als beim Wandern, wo ich mal links, mal rechts schaue und dann am Boden was übersehe und ausrutsche. Meine „Unfälle“, auch wenn nicht gravierend, beschränken sich ausschliesslich auf das Wandern.

  • Peter Pan sagt:

    Ich kann ihrer Argumentation in weiten Teilen zustimmen.
    Aber ich vermute mal, dass es erheblich mehr Wanderer wie Alpinisten gibt. Insofern hinkt der Vergleich dann doch gewaltig. Gemessen an der Anzahl Wanderer und Alpinisten würde ich davon ausgehen, dass relativ gesehen der Rettungsbedarf bei den Alpinisten grösser ist.

    • Simon Honegger sagt:

      Allerdings bewegen sich die meisten Alpinisten bedeutend öfter in den Alpen herum wie Wanderer.

  • Alejandro Magno sagt:

    Ich stimmte der Argumentation der Autorin zu – bis auf den Alkoholkonsum bei Alpinisten. Da sollten sie bei Gelegenheit wieder einmal eine SAC-Hütte nach dem Nachtessen besuchen ;-)

  • Thomi sagt:

    absolut einverstanden… die Berge, Rega und die KK sind für alle da. Und Bergsteigen & Klettern (obwohl ich keines der beiden bin) ist mit Sicherheit ein toller Sport resp. Freizeitbeschäftigung. Aber Ihre Vergleiche und Aussagen teile ich nicht:

    => Tabak und Alkohol konsumieren sie selten: gewagt aber akzeptiert
    => beim Bergwandern 42 Menschen ums Leben, auf Hochtouren 26, beim Klettern 4: von 8400 Wanderer, 260 Tourer & 16 Kletterer?
    => flogen die Helikopter für ca. 1000 Bergwanderer, dagegen nur für ca. 380 Alpinisten und ca. 120 Kletterer: meine Mutter wurde nach einem Wespenstich mit der Rega von der Alp geholt, zu welcher Statistik gehört dies?
    => Dadurch sind sie wenig prädestiniert, an typischen Volkskrankheiten zu erkranken; das gilt auch für Wanderer, Biker, Jogger, Fussballer, Hocheyaner, Volleyballer etc.

    However…. ich wünsche allen ein schönes langes Wochenende in den Bergen. Ich werde dies mit dem 2x mit Bike und 1x mit den Wanderschuhen tun!

    Gruss

    • Eric sagt:

      Also meiner Erfahrung nach haben Fussballer das hoechste Verletzungsrisiko. Zumindest war das in unserer Firma so. Gleich dannach Skifahrer.

      • Julian sagt:

        Als Rega-Insider kann ich dir versichern, das auch der Bienenstich die KVG-Seite nicht belastet. Es handelt sich dabei nämlich um einen Unfall und wäre, im Falle deiner Mutter, unter „Unfall in Haus und Hof“ klassifiziert. Somit würde er auf einer Bergunfall-Statistik gar nicht erscheinen. Auch wenn deine Mutter keine separate UVG-Versicherung hat und entsprechend via die Krankenkasse versichert ist (was ja auch zu einer entsprechend höheren Prämien führt), würde dieser Unfall juristisch ein Unfall bleiben. In der Tat sind es jene Sportarten, in welchen am meisten Personen „at Risk“ sind, verletzt zu werden, die in der Schweiz, die meisten Unfälle generieren – und das sind nun mal die häufigst betriebenen Sportarten wie Wandern, Fussball, Ski Alpin, etc. An dieser Tatsache hat sich auch seit Jahr und Tag nichts verändert. Sämtliche Polemik in diesem Bereich ist also vermessen.

  • Daniel Küttel sagt:

    Zitat: „Solche Argumente sind haltlos und ich staune, wie manche Leute auf solche Ideen kommen.“ Über gewisse Argumente und Aussagen der Leute wundere ich mich jeden Tag. Vieles entsteht aus Unwissenheit und Rechthaberei und leider auch Faulheit weil man sich nicht informieren und schon gar nicht sich was sagen lassen will. Vergeuden Sie bloss nicht Ihre Energie Frau Knecht, einige Menschen werden immer dumm sterben, das ist nun einmal so. Der Mensch ist ein Meister in der Selbstbelügung und Verschleierung der Tatsachen die ihn selber betreffen oder sein Umfeld. So gelten auf einmal Alkoholiker als Weingeniesser und die 2 Pack Zigaretten pro Tag als die Zigarette zwischendurch. Leider kommt noch die Tatsache dazu, dass ca 70% der Leute in den Text jegliche Erkenntnisse rein interpretieren obwohl nichts von dem was sie sich da einreden wirklich drin steht.

    Den Bericht finde ich sehr interessant, da mich weder Wandern noch Bergsteigen wirklich faszinieren konnte (liegt wohl noch an meiner Kindheit als ich immer gezwungen wurde zum Wandern *g* Ja ja ich weiss, red ich mir nur ein) war ich über die Zahlen doch recht erstaunt.

  • Fränzi sagt:

    Niemand will das Klettern verbieten. Es gibt nur berechtigte Stimmen, die solche Zusatzrisiken nicht über den Otto-Normalverbraucher gesichert sehen wollen. Dann zahlen Sie halt 100 Stutz für eine Bergsteiger-Zusatzversicherung und gut ist.

    • Pius sagt:

      Liebe Fränzi Normalverbraucherin, bitte lies den Artikel noch einmal ganz langsam durch, ist doch nicht so schwer verständlich geschrieben, oder?

      • Markus sagt:

        …und jeder Autofahrer zahlt 150.- Auotfahrerrisikozusatzversicherung, jeder Motorradfahrer 200.- und jeder Fussballer und jeder Skifahrer (DIE unfallkostentreibensten Sportarten überhaupt!) 300.-. Soviel zu den berechtigten Stimmen. Zu den möchtegerns Statistikern: Es geht nicht darum eine Risikoanalyse zu machen, sondern um eine Kostenanalyse, also welche Gruppe im Verhältnis zu den Gesamtkosten des Rettungswesen am meisten Kosten verursacht. Ergo hat Natascha die Sache richtig analysiert und mit den richtigen Zahlen operiert. Unter der Kategorie Freizeitsport dürften die Such-, Rettungs und Gesundheitskosten von Skifahrern und Wanderern gegen 75% der Gesamtkosten ausmachen. Die Bergsteiger und Kletterer hingegen nur einen kleinen Teil. Würde man die Risiokoanalyse der Kostenanalyse gegenüberstellen, würden die Bergsteiger und Kletterer vermutlich auch nicht schlecht abschneiden.

        • Maesi sagt:

          Eine reine Kostenanalyse zu machen, ist voellig absurd. Diese ist absolut und somit primaer abhaengig von der Anzahl Sportler, die entsprechende Sportart/Freizeitbeschaftigung ausueben. Will man also Zusatzabgaben fuer gewisse Sportarten einfuehren, muss z.B. eine Versicherung das Risiko des Sports einschaetzen koennen, um eine Basis fuer eine entsprechende Zusatzversicherung zu haben.

          Wie du im letzten Satz erwaehnst, muss der Kostenanlyse eine Risikoanalyse gegenuebergetellt werden. Wer in diesem Fall besser abschneidet, liegt fern von meinem Einschatzungsvermoegen.

          • Markus sagt:

            Richtig, wenn Du die Basis für eine Zusatzversicherung berechnen willst. Eine reine Kostenanalyse betrachte ich jedoch nicht als absurd, höchstens als provokativ und dies ist durchaus zulässig. Wenn Du in einem Unternehmen 100 Mitarbeitende hast, wovon 20 Fussball spielen und 2 Klettern, ist die Wahrscheinlichkeit von Arbeitsstundenausfällen bei den Fussballern um einiges höher als bei den Alpinisten, auch wenn diese statisch das höhere Risiko eingehen Somit sind die Ausfallkosten bei den Fussballern massiv höher. Ergo müsste ich aus betriebswirtschaftlicher Sicht meinen Mitarbeitenden das Fussballspielen verbieten. Dies will Franziska eigentlich aufzeigen. Selbst wenn die Bergsteiger und Kletterer Ihre Rettungskosten selber bezahlen müssten, würde dies einen tiefen einstelligen Prozentsatz der Gesamtkosten im Rettungswesen ausmachen. Zudem haben alle Bergfreunde die ich kenne, eine REGA-Mitgliedschaft sowie eine Zusatzversicherung für Such- und Rettungskosten, bezahlen also bereits heute diese Leistungen zusätzlich.

            Grundsätzlich will ich aber gar nichts verbieten, ich finde diese klassifizierungs Diskussionen eigentlich überflüssig. Sie zeigt aber leider den gesellschaftlichen Trend zur Entsolidarisierung. Nehmen wir an, wir schliesen alle Risikosportarten aus, was kommt als nächstes? Frauen ab 35 die noch ein Kind wollen, da hier statisch bewiesen ist, dass ein höheres Risiko besteht, dass das Kind behindert sein wird? Mäner ab 50, da das Prostatakrebs-Risiko steigt? Wo beginnen wir mit der Ausgrenzung, wo hören wir auf?

    • Matthias Ott sagt:

      Gibt es doch eigentlich schon… Ich kenne keinen Alpinisten oder Kletterer, der die Rega nicht unterstützt.

      Was im Artikel vergessen ging, sind die unzähligen Einsätze, die die Rega zu gunsten von Pisten-Skifahrern im Winter fliegen muss.

    • Flurina sagt:

      Dann gibt es eine extra Prämie für Raucher, Übergewichtige, Herzinfarktrisikopatienten… oder wo willst Du denn die Grenze ziehen?

      • Fränzi sagt:

        Ich würde den Strich da ziehen, wo Sport durch hirnrissige Risikomaximierung – auch schon bei Amateuren – proklamiert wird. Bin selber Berggänger und hole im Sommer jeweils die freigegebenen Leichen zur Bestatung freiwillig aus dem Gebirge. Jeder Schwachmat glaubt zur Monte Rosa Hütte aufsteigen zu müssen, auch wenn er mit Schuhen aus der Migros ausgestattet ist. Leute in den Alpen nehmen sehr wohl ein sehr viel grösseres Risiko in kauf, als ein Wanderer. Nur merken sie es oft nicht und glauben sie seien Messner himself.

        • Beat Merkli sagt:

          Die Migros hat sehr gute Bergschuhe!

        • bergstrolch sagt:

          Einspruch: Ich habe eben grad vor einem Monat für 400.- ein Paar Hochalpin- und Klettersteigschuhe im Outdoor gekauft und bereits getestet. Ich hatte im Leben noch nie so gute und trittsichere „Wanderfinken“. Z.B. vom Schneefeld mit nasser Sohle auf schmalen Karst oder liegendes Gras am Steilhang – und kein Millimeter gerutscht! Ich bin weder in der Migros angestellt noch ein besonderer Fan von ihr – aber diese Behauptung wollte ich nun mal einfach nicht so stehen lassen…

        • Manuel Schaub sagt:

          „Hirnrissige Risikomaximierung?“ Und dazu zählst Du Bergsteigen? Meine güte, Rauchen ist hirnrissig! zu viel fressen ist hirnrissig! Hast Du eine ahnung, was eine Diabetes wegen jahrelanger dummer ernährung kostet? immer gleich in den Notfall rennen anstelle des (in den meisten fällen kompetenteren, da mit der Krankengeschichte vertrauten) besuches beim Hausarzt ist hirnrissig. Das haut die gesundheitskosten hoch. Nicht die Bergsteiger (die sowieso mindestens zu 90% Rega-zusatzversichert sind.

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