«Das Ende der SVP»

Res Strehle am Freitag den 27. Februar 2015


Roger Köppel war als 35-jähriger Chefredaktor des «Magazins» bekannt für seine überraschenden Analysen. Kurz nach der Jahrtausendwende frappierte er die Leserschaft mit einem erstaunlichen Befund: Was Legionen von SVP-Gegnern, Bundesräten und besorgten Chefredaktoren und anderen Meinungsmachern während der letzten acht Jahre vergeblich versucht hätten, sei nun Tatsache: Die Schweizerische Volkspartei sei drauf und dran, sich als historische Episode in die politische Zeitgeschichte zu verabschieden: «Sie wird uns als dominierende Kraft der Schweizer Politik in Zukunft nicht mehr beschäftigen müssen.»

Köppel belegte in dieser Oktober-Ausgabe (Nr. 41/2000) der Wochenendbeilage des «Tages-Anzeigers» seinen Befund mit vier Tatsachen: Die SVP hätte sich mit ihrem Ja zu einzelnen Initiativen in die Randzonen der politischen Esoterik entfernt. Der schleichende Abgang des «grossen Vorsitzenden» Christoph Blocher hätte den Weg frei gemacht für VPM-Gestalten wie den Zürcher Konservativen Ulrich Schlüer, der die Ideale einer Schweiz vor 50 Jahren eruiere, und keiner (ausser Filippo Leutenegger) höre hin. Die Partei hätte durch ihre Zugewinne bei den letzten Parlamentswahlen 1999 (Wähleranteil 22,5 Prozent) ihre kritische Grösse erreicht und sich einen Klumpfuss an nationalkonservativen, defensiven Elementen eingetreten. Und die Verschiebung des politischen und wirtschaftlichen Klimas in der Schweiz («in ihrem Ausmass noch nicht wirklich begriffen») hätte sich eindeutig zuungunsten der SVP verschoben: «Die Wirtschaftskrise wurde überwunden. Die Schweiz normalisierte ihr Verhältnis zur EU mit den bilateralen Abkommen.»

Knapp fünfzehn Jahre später scheint der heutige Unternehmer und Chefredaktor das nicht mehr so eng zu sehen. Ulrich Schlüer wurde 2011 abgewählt, den Nationalkonservatismus sieht Köppel inzwischen als fortschrittlich («Weltwoche»). Er trat diese Woche in die SVP Küsnacht ein, im Herbst wird er auf der Parteiliste für den Nationalrat kandidieren, um den Nationalkonservatismus in die politische Zukunft zu führen. Einen Monat vor den Wahlen gedenkt die Schweiz des 500. Jahrestags der Schlacht von Marignano.

132 Kommentare zu “«Das Ende der SVP»”

  1. Steve Winter sagt:

    Politische Meinungen zu ändern ist nicht verboten, manchmal sogar geboten. Aber Koeppel war schon als 35-jähriger mit Rasierwunden im Gesicht nicht mehr links, sein damaliger Kommentar ja nicht Anti-SVP per se, nur eine Bestandesaufnahme warum die SVP damals ihren Zenit erreicht hätte. Koeppel stand schon damals rechts der Mitte, aber parteipolitisch ungebunden und manchmal erfrischend querdenkend. Heute sind er und seine Weltwoche nur noch ein Spachrohr der SVP. Und jetzt auch in der SVP. Ob er sich damit einen Gefallen gemacht hat? Vielleicht wäre eine neue Analyse der SVP besser angebracht gewesen als ein Beitritt…

  2. Lothar Müller sagt:

    “Allgemeinweisheit”: Die Zeiten ändern sich und wir uns in Ihnen.

    Was uns weiterbringt: Selber aktiv handeln und nicht neidisch vom Schreibtisch aus reaktiv theoretisieren!

  3. Wobi sagt:

    Was Links verpennt, kommt Rechts zu gut und das ist nur fair!

    Wenn Köppel es schafft, die internas aus dem Bundeshaus über die Weltwoche zum Volk zu bringen – dann ist das ausgezeichnet und ich freue mich riesig! Köppel wird diese Internas aber mit seiner Sicht versehen – hoffentlich – das sollte ja jeder tun!
    Die Schwierigkeit sehe ich eher darin, dass das breite Volk genau das nicht schaffen wird. Warum schaffen der Otto Normalverbraucher aber auch Hochstudierte das nicht? Weil sie alle miteinander in der Primarschule nur gelernt haben aufzunehmen und wiederzugeben was der Lehrer vorne sagt. Achtung 1: Der Lehrer ist nicht schuld daran. Achtung 2 und das ist lustig: Schuld daran ist das Schulsystem. Und wer ist zuständig für das hinterbliebene Schulsystem? Die Linken;))

  4. kopp sagt:

    Der Köppel verschafft den Linken schon jetzt Kopfzerbrechen….

  5. Herr Strehle, Sie haben noch nichts realisiert. Wenn nun ein wohl wiffer Kopf auf Grund der Entwicklung und seiner Erfahrung die Meinung ändert, dann ist das gut um nicht zu sagen intelligent. Wenn ich mir nun Ihre Vergangenheit vor Augen führe, Sie haben sich nicht geändet . Ob nun bei Ihnen Neid im Spiel ist haben Sie selbst zu beurteilen. Zum Schluss: Die Welt ändert sich zum Guten oder zum Schlechten. Wenn ich nun unsere Politiker beurteilen darf , und hier insbesondere unsern Bundesrat, dann ist es höchste Zeit etwas zu ändern. Details zu erwähnen ist hier wohl müssig.

  6. Der National-Konservatismus ist in der heutigen Zeit eher ein Nationa-Progressivismus.

  7. Hans Winter sagt:

    Warum eigentlich ist die deutliche Mehrzahl der Blogs auf dieser Seite linksideologisch gefärbt? Von wegen ausgeglichen…

  8. Balz Huber sagt:

    Wenn man Köppel vorwirft, es sei gefährlich, Journalist zu sein und in Bern Politiker… Das SRF / Tele Züri und alle anderen Fernsehstationen sind noch gefährlicher, die stets vor Abstimmungen die Wähler manipulieren wollen.

  9. Roland Huber sagt:

    Neid ist das ehrlichste Kompliment, Herr Strehle!

  10. Marcel Zufferey sagt:

    “Die Randzonen der politischen Esoterik” Herrlich originell: Selten so gelacht, danke!

  11. Markus Schneider sagt:

    Mir ist egal, was jemand gestern gedacht hat oder morgen denken wird. Wichtig ist, was er heute tut. Und heute ist Köppel genau der Richtige, Strehle hin oder her.

  12. M. Bättiger sagt:

    Tja, “um die Jahrtausendwende” hatte die Schweiz noch keine Bilateralen Verträge. Kein Bundesrat, der es als normal ansah, dass man automatisch fremdes Recht übernimmt. Keine Partei, die bis dato je eine Personenfreizügigkeit gefordert hätte oder dies als sinnvoll ansah. Kein Nationalrat, der die Einreisebestimmungen (Visa) oder Grenzfragen einer fremden Union übergab. Niemand weit und breit, der sich für einen “Rahmenvertrag” aussprach oder für fremde Richter. Tja, seit der Jahrtausendwende ist eben einiges gegangen. Offenkundig hat das Hr. Strehle nicht mitbekommen.

    • Eli Habegger sagt:

      Sie sprechen von der vorletzten Jahrtausendwende? Dann müssten Sie ergänzen, da gab es noch keine SVP, keine Weltwoche, aber auch keine Schweiz und keine Pässe und Fremdenpolizei …

  13. Peter Schwarz sagt:

    Immer dieser Kampf der richtigen Weltanschauungen.
    Wie klug Meinungen oder Entscheidungen sind zeigt die Realität in der Zukunft. Dogmatisches Denken, egal ob links, rechts oder religiös ist niemals klug. Kluge Menschen sind sich nie sicher ob sie recht haben und korrigieren deshalb ihre Meinung wenn das Ergebnis nicht stimmt. Konservatives Denken heisst übrigens bewahren. Bewahrt man etwas gutes ist dies klug, sonst nicht.
    Vergleicht man die Schweiz heute mit 1970 Kriminalität, Dichtestress, Einkommen eines einfachen Arbeiters, Kaufkraft, Wirgefühl, Fleiss, Belastbarkeit, Bildungsniveau an Unis und Hochschulen, Verschuldung, Sozialausgaben, Staatskosten, so haben wir überall massiv verloren. Von daher kann man sicherlich sagen, viele unserer Entscheidungen waren offensichtlich unklug.

  14. max sagt:

    Was mich interessieren würde ist die Frage, wie man einen so krassen Positionswechsel in so kurzer Zeit psychologisch erklären kann?

  15. Thomas Bodmer sagt:

    Leider muss man den hier kritischen Stimmen gegen “Links” entnehmen, dass nicht mal Halbwissen darüber vorhanden ist, sondern genau dasjenige Geschwätz der Rechtspopulisten nachgekläfft wird, welches nicht mal eine homöopathische Dosis von Wahrheitsgehalt hat. Genauso wie es der Köppel eben seit Jahren macht. Solch ein Verhalten auch noch zur Brillanz hochzustilisieren entlarvt grad nochmal und zeigt nur wie, man sich heutzutage ganz selbstbewusst Borniertheit auf die Fahne schreiben kann und dazu auch noch applaudiert wird. Einfach nur erbärmlich und einfältig. Soll das der Typus von Politiker sein, welcher die “Schweiz rettet”? Typ Buchhalter eines Bestattungsunternehmens mit schlaumeierischen Wendemanövern? Mich fröstelt es gerade..

  16. Joli sagt:

    Ja, ja, wo Aas ist, sind auch die Geier….

  17. Auch ein Herr köppel ist “erwachsen” geworden. Und jeder von uns im chronologisch fortgeschrittenen Alter überlegt sich, was er in seinem Leben noch tun will. Seine Ambitionen (Ehrgeiz) und seine Leidenschaft halte ich für sehr authentisch und glaubwürdig. Man bereut nie was man im Leben getan hat – sondern alles was man nicht getan hat – wenn uns unsere beschränkte Lebensdauer mit zunehmendem Alter richtig bewusst wird. Unter diesem Aspekt ist Herr Köppel während der letzten 15 Jshre nur erwachsener geworden. Denn sterben “müssen” wir alle einmal – darum “muss” auch ein Herr Köppel – solange die Möglichkeit noch besteht und er es wenn seine Zeit einmal gekommen ist – nicht bereut.

  18. georg weber sagt:

    würde Herr Köppel gewählt, gälte einmal mehr: “Liefere statt Lavere ”
    Wir werden genau hinsehen.

  19. Lucien Michel sagt:

    Was heisst hier «Kehrtwende» etc.? Es ist viel einfacher: Wes Brot ich ess, des Lied ich sing

  20. H.Trickler sagt:

    Ein bisschen in der Vergangenheit wühlen ist doch immer interessant:

    Bei den einen kommen alte Publikationen zum Vorschein, bei anderen Polizeifotos o_O

  21. Theodor Rickli sagt:

    Wen überrascht diese Köppelsche Kehrwende? Mich nicht. Der Uebervater hat es ja schon manchmal vorgemacht. Auffällig ist auch, wie sich die intellektuellen Rechtsnationalisten aufs Alter hin geändert haben. Und immer stehen wirtschaftliche Gründe dahinter. Bei Somm die BaZ, die ihm ja erst seit Blocher mitgehört, bei Köppel die WW die er auf wundersame Weise “erhalten” hat etc. Und seit wann hören wir nichts mehr von Freysinger, der vorher beinahe täglich in der Tagespresse erschien. Vermutlich ist er endlich auf dem Boden der Realität angekommen und arbeitet jetzt hart für alle Einwohner seines Kantons und nicht nur für den Purezmorge. Das ist beachtlich.

  22. Thomas Hartl sagt:

    Wenn der Mann so wandelbar ist, hoffen wir doch, dass sich Herr Köppel in 15 Jahren als ein sozial engagierter Nationalrat entpuppt, der mit Mut und Entschlossenheit für die Schwächsten unserer Gesellschaft kämpft.

    • Kaegi sagt:

      Thomas Hartl, man muss ja nicht zwangsläufig links sein, nur weil man einmal für ein linkes Medien geschrieben hat.

  23. Kaegi sagt:

    Ein junger Journalist, wechselt von der NZZ zum Tagi-Magazin, (schon immer links) und muss die Leserschaft befriedigen, ist aber liberaler Denker und Schreiber ohne Fernziel einmal SVP-Mitglied zu werden. Was ist daran falsch? Nun als eigener Unternehmer kann er seine liberalen Gedanken umsetzen. Gut so.

  24. Laurent Meier sagt:

    Schade wurde Köppels Analyse nicht verlinkt, was aber auffällt ist, dass sich RK in zwei Dingen geirrt hat, eines hat Herr Strehle bereits erwähnt, eigenartig, dass er das zweite mit keinem Wort moniert: das Verhätnis zur EU hat sich mit den Bilateralen alles andere als normalisiert. Überhaupt hatte vor 15 Jahren fast niemand die Verwerfungen der EU sehen kommen, ohne das 1.2 Billionen Programm Draghis würde die EU wohl zerfallen und spätestens seit der MEI ist unser Verhältnis zur EU nachhaltig gestört.

  25. Mehliger sagt:

    Der Mann ist subventionierter Unternehmer und Politiker blocherischer Prägung. Haben wir denn keine eigenständige Denker und Lenker im Land? Nein, kompromisslos sein, ist nicht schweizerisch, Herr Köppel.

  26. Hans-Jürg sagt:

    Seit Jahrzehnten propagiert ja die SVP den Untergang der Schweiz und jammert, wie schlecht alles sei. Bekanntlich ist das Gegenteil ist (zum Glück!) der Fall.
    Ich hoffe nun aber, dass wenigstens Herr Köppel mit seiner Voraussage recht behalten wird… Eine Schweiz ohne SVP wäre eine (noch) bessere Schweiz.

  27. david bossert sagt:

    Bei der geringen Auflage der WW von einem erfolgreichen Verleger zu sprechen finde ich gelinde gesagt beschönigend…Interessant und leider nie veröffentlicht ist die Finanzierung der WW-Übernahme durch Köppel.

  28. Mario Luiginni sagt:

    Neues aus Absurdistan

    Diese “Intellektuelle” sollen lieber richtig Arbeiten/ der Gesellschaft direkt helfen anstatt Schnappsideen aus dem Komfort Ihren Stuben zu erfinden.

    Zum Glück werden nicht alle Träume wahr 🙂

  29. Marco Lardi sagt:

    Bald werden alle Zeitungen in der Schweiz den “Bürgerlichen” gehören, wobe das Wort “Bürgerlich” die grösste Lüge aller Zeiten ist!

  30. Jules Koller sagt:

    Lieber Herr Strehle, Sie sind ein bekennender und prominenter Linker, und das ist ok so. Doch stellen wir uns mal vor, SIE würden für den NR kandidieren. Würden Ihre politischen Gegner etwa auch in sämtlichen Blogs so hysterisch durchdrehen? Wohl kaum. Was sagt uns das über Linke?

    • Jack Stoffel sagt:

      Koller: Linke sind für Sie natürlich alle nicht-SVPler; gäll? Dann verwende ich Ihre Definition und beantworte Ihre Frage: “Was sagt uns das über Linke?” – Dass echte Liberale, bürgerliche Demokraten und demokratische Linke die Kombination aus machtgierigem Opportunismus, gefährlicher Demagogie, rechtem Superreichtum und dumpfem Nationalismus üblicherweise klar erkennen und entsprechend davor warnen. Zum Beispiel deswegen, weil Europa zwischen 1930 und 1945 damit schon einmal ziemlich schlechte Erfahrungen gemacht hat.

      • Jules Koller sagt:

        Stoffel: Schön, dass Sie sich als “echt Liberalen etc. etc.” einschätzen und andere Meinungsäusserungen sofort als Opportunismus, Demagogie etc. erkennen. Chapeau, ob einer solch positiven Selbsteinschätzung – oder war jemand anders damit gemeint? Doch, lieber Herr Stoffel, sind Sie auf den Kern meines Statements nicht eingangen. Würde dies Ihnen zuviel schmerzhafte Selbsterkenntnis abringen? Dass Sie sich als “aufrechter Liberaler” gegen uns verlogenen, finsteren, verführten “Nationalkonservative” lauthals wehren, sei Ihnen gegönnt. Nur meine Frage lautet, wieso lösen Kandidaturen von Verteidigern (Wermuth, Molina etc.) ebenso monströser Weltanschauungen wie dem Sozialismus, bei uns keine so aggressiven Reaktionen aus? Wieso pfeiffen nur Linke andere (Köppel) aus? Wieso verprügeln nur Linke SVP-Politiker (Fehr)? Wieso organisieren nur Linke andauernd Gegen-Demos GEGEN dies und das? Wieso verschmieren nur Linke unsere Häuser? Ja, Herr Stoffel, wieso? Das ist meine Frage!

        • Jack Stoffel sagt:

          Koller: Erstens: Ich bin ein Linker und dennoch ein Bewunderer des traditionellen politischen Liberalismus; aber von eurer SVP-Ideologie aus gesehen ist ja eh alles andere links. Zweitens: Auch ich erkenne Demagogen, Opportunisten etc. nicht sofort; ich bin ja kein Hellseher. Drittens: Ich möchte Sie höflich daran erinnern, dass Sie eine Frage gestellt haben, und ich habe geantwortet. NUR auf Ihre Frage. Weshalb Sie sich jedoch als Folge meiner Antwort bemüssigt fühlen, sich selber als “verlogenen finsteren, verführten Nationalkonservativen” (Ihre Worte!!) zu outen, erschrickt und erstaunt mich allerdings in höchstem Masse. Deshalb mein Rat: Fangen Sie einfach an, selber zu denken und Verführern zu misstrauen. Sie werden staunen, wie schön das Leben fern jeder Finsternis als ehrlicher, selber denkender emanzipierter Progressiver sein kann!

  31. Fallheim sagt:

    Köppel soll als Kapitän der Bürgerlichen Mannschaft die Linken an den politischen Rand drängen. Das hat Blocher nicht geschafft, aber Köppel mit blocherischer Prägung solls nun richten können? Ich denke, dass die SVP sich zu stark an ein Star-Akademischen- Ensemble richtet. Rutz, Matter, Geiger , Mörgeli und nun Köppel. SVP wird mir zu elitär.

  32. hans meier sagt:

    Jaja, Naztionalismus ist die Strassenhure unter den Gefühlen. Ist billig, lässt jeden ran und wenn man nicht aufpasst, fängt man sich was Schlimmeres ein (Zitat M. Uthoff). Auch Köppel hat der nationalismus, diese Strassenhure, rangelassen. Leider werden nicht alle Menschen mit dem Alter weiser. Köppel geht es aber sowieso in erster Linie um seine eigene Macht (darum bewundert er ja Putin so) und diese Macht ist halt am einfachsten mit Populismus und nationalistischer Hetze zu erreichen. Hinführen wird uns diese Politik zu nichts Gutem.
    Nie, wirklich nie in der Geschichte hat Nationalismus etwas Gutes gebracht. Nationalismus hat immer nur zu Hass, Ungerechtigkeit und Krieg mit all seinen negatven Folgen geführt. Wenn einer etwas anderes behauptet, hätte ich gerne ein paar Beispiele.

    • Jules Koller sagt:

      Lieber Herr Meier, leider haben Sie den zweiten Teil des Wortes “National-Sozialismus” (bestimmt nicht willentlich, gell) unterschlagen. Wozu Sozialismus, ob braun oder rot, geführt hat, wissen wir alle – ausser vielleicht den faktenresistenten JUSO. Also bitte überprüfen Sie den Gehalt Ihrer Aussage auf Vollständigkeit.
      Dass Nationalismus nie zu was Gutem geführt hat, mag stimmen. Doch Sie verwechseln Nationalismus mit “wachsamem Selbstvertrauen auf das Erreichte”. Sie können gerne gebetsmühlenartig Ihren Nationalismus-Vorworf immer und immer wieder wiederholen, werden aber so immer ins Leere laufen, weil er nicht zutrifft. Mich freut es, dass ich in der Schweiz geboren wurde, halte die Institutionen für vorbildlich, und möchte das meiste erhalten und nur das verändern, was andere Länder besser machen. Bin ich deshalb Nationalist? Denken Sie mal über etwas Ihr Schablonendenken nach!

      • hans meier sagt:

        Ich würde nie und nimmer den Sozialismus oder jede andere Art von Extremismus in Schutz nehmen. Ich habe Sie nie angeschrieben und auch nie als Nationalist bezeichnet, deshalb ist es mir jetzt ein wenig rätselhaft, wieso Sie sich so betüpft fühlen.
        Beispiele für etwas Positives am Nationalismus konnten Sie mir aber auch nicht nennen, deshalb gehe ich davon aus, dass Sie mir in diesem Punkt zustimmen.

    • Beni sagt:

      Der Beste Kommentar von allen!

    • Roger Kuhn sagt:

      @hans meier … ich glaube fest daran, dass es noch Zeitgenossen gibt etwas aus der Geschichte gelernt zu haben und im Nationalismus nicht unisono nur Schlechtes sehen, ich gehöre zu denjenigen, weil ich langsam von dieser weltweiten, arroganten und heuchlerischen “Sozial-Therapie” und auch von den “Globalisierungs-Gekkos” die Nase ziemlich gestrichen voll habe.

      • Michael Huber sagt:

        Warum behauptet alle WeltGlobalisierung sei etwas Linkes oder gar etwas Sozialistisches?????????? Erst als die Union der SOZIALISTISCHEN Sowjet Staaten zusammengebrochen ist, hatte die heutige Form von Globalisierung überhaupt die Möglichkeit, sich zu entfalten. Das hat die Wirtschaft voran getrieben und die ist jetzt bei Gott noch nie Links oder Sozialistisch gewesen. Herr Kuhn öffnen Sie die Augen es sind die vorgeblichen Nationalisten, die unsere Heimat zu Gunsten ihres Portemonnaies einstampfen wollen. Ich finde die unkritischen “alles nett Finder” von Links auch nicht wählbar aber die machen mir wenigstens meine Schweiz nicht kaputt.

    • Meili Walter sagt:

      Die CH ist keine Nation im herkömmlichen Sinn. Man kann sie höchstens als Vernunftsnation bezeichnen. Wie man jemand als Nationalist bezeichnen kann, der sich für die CH einsetzt ist mir schleierhaft.
      Schleierhaft ist mir auch die Message die Herr Strehle mit dem Artikel rüberbringen möchte.

      • Michael Huber sagt:

        Woher wissen Sie Herr Walter, dass sich Köppel für die CH einseetzt und nicht für’s eigene Portemonnaie oder seinen Narzissmus oder weil er dem Schwabenchristoph noch einen gaaaaaaaanz grossen Gefallen schuldet? Ah Sie wissen es gar nicht, Sie glauben es ihm einfach. Vielleicht ist es das, was der Blog aussagen will: Einem politischen Wendehals zu glauben, es gehe ihm um’s Land, ist ja schon sehr gutgläubig und eventuell auch etwas zu unkritisch. Haben Sie sich schon mal gefragt, warum Sie lieber dem Schwabenköppen, oder dem Schwabenchristoph glauben, dass sie sich um die CH bemühen, als zum Beispiel einem Glättli oder einem Levrat oder einem Bäumte oder einer Markwalder?

  33. Cesna Martin sagt:

    Intelligenz hat die Eigenschaft, unabhängig von der sie tragenden Person zu sein.
    Vielleicht bekommt Herr Köppel ja noch recht?
    …schneller, als ihm lieb ist?
    Es gibt zwei Möglichkeiten, dass etwas, hier die SVP, zu Ende geht: Das Ding geht zu Ende, oder der Wirt geht zu Ende, zum Beispiel bei Infektionen. Das Erste wäre Gesundung, das letztere der Tod, hier der EU-Beitritt.

  34. gabi Bossert sagt:

    Damals ahnte Herr Köppel auch noch nicht, dass Ch. Blocher ihn als Ziehsohn annehmen, fördern und mit Privilegien ausstatten würde, Die als Steigbügel in eine erfolgreiche Zukunft führen würden. Da wurden sehr bewusst Weichen gestellt, nun jubelt eine breite Volksgemeinschaft um den intellektuell ausgerichteten Roger Köppel. Wer ihn in den deutschen Talk Shows reden gehört hat, und er selbst hört sich sehr gerne, weiss, das diesem Tingeln ein Riegel vorgeschoben wurde von Seiten unseres europäischen Nachbarn. Natürlich kann man seine Meinung ändern im Laufe seiner Lebenserfahrung, aber die Entwicklung WIE so Etwas passiert, so um 180°, hat mit dem Charakter sehr viel zu tun. Wenn das breite Volk nun die Hoffnung hat, Herr Köppel führe sie in eine glückliche, reiche Lust und Fun Nationalität, ohne Abhängigkeit irgendwohin, dann WOHL AUF !

  35. Martha Meister sagt:

    Hätte Köppel damals etwas anderes geschrieben, dann hätte er wohl kaum irgendetwas publizieren dürfen im Magazin oder gar im Tagesanzeiger. Die Front war bis vor Kurzem derart pathologisch verhärtet in diesen Organen, ein Rausschmiss wäre die Folge gewesen. Erst seit Res Strehle alleiniger Chefredaktor ist vom Tagesanzeiger, ist diese Zeitung merklich abgewichen von ihrem globalisiert stalinistischen Kurs in Richtung Meinungsfreiheit, was so ja auch nicht zu erwarten war. Ich könnte mir gut vorstellen, dass Köppel sogar eine Zeitung mit grüner Ausrichtung erfolgreich leiten könnte . Solche Spagate sind mühelos möglich, wenn man sich von Argumenten leiten lässt stattt von blinder Ideologie.

  36. Veglia Rizzi sagt:

    “Das Ende der SVP” — was für ein süsser Gutmenschentraum ! Dabei sind es gerade eben die Schönwetterparteien, welche nicht sehen wollen, aus welchen Richtungen unser Rechtsstaat und unser Wohlstand gefährdet werden. Wenn dann auch noch versucht wird, unsere direkte Demokratie einzuschränken oder gar abzuschaffen, wird eben die Partei Zulauf erhalten, welche diese klar verteidigt.

    • David Bosseort sagt:

      Interpretiere ich das richtig, Gutmenschen sind die die nicht in der SVP sind und diese auch nicht gut finden. Was sind denn die SVP-Wähler? Schlechte Menschen? Sie, Herr Rizzi, da könnte ich ihnen voll noch zustimmen!

    • Sascha Mettler sagt:

      Sie bezichtigen Köppel des Gutmenschentums? Mutig!

  37. Bela Summermatten sagt:

    Mit zunehmendem Alter wird man – in der Regel geprägt durch die Erfahrungen, die man gemacht hat – etwas milder in seinen Ansichten und verabschiedet sich von der heissspornigen, aufbegehrenden Radikalität (ob links oder rechts), die einem bei der Identiätssuche meistens im Wege steht. Ob “klüger werden” bedeutet, dass man seine Jugendsünden einfach auf der anderen Seite des Spektrums neu auslebt, darüber darf man sicher streiten. Köppel scheint immer noch auf der Suche zu sein und ein erneuter Wechsel zurück auf die andere Seite würde ich im Moment nicht ausschliessen. Spätestens wenn ihn die Sachzwänge in der Parteipolitik zu fest einschränken wird er als libertärer Geist wieder umschwenken. Am Ende geht es ihm weniger um die Sache – sie ist Mittel zum eigentlichen Zweck: die Selbstdarstellung, das Auffallen und die Akzeptanz (oder Geliebtwerden, insbesondere von sich selbst) – ein Narzisst halt!

    • Günter Stoffregen sagt:

      @Summermatten; Ich denke sie treffen den Punkt sehr genau. Köppels Hauptmotivation ist keine politische Einstellung, sondern sein Narzissmus. Im bürgerlich-konservativem, liberalen oder linksliberalen Journalismus wäre er gehobene Mittelklasse. Im rechts-konservativem Milieu ist er ein strahlender Leuchtturm. Seine Stärke liegt nicht in der wirklichen Analyse von Problemen, sondern darin den diffusen Gefühlen der Wutbürgergemeinschaft einen intellektuellen Überbau und damit scheinbare Legitimation zu geben. Ich empfehle das Lesen seiner Editorials in der Weltwoche. Wer dieses nicht mit der SVP Fanbrille tut wird schnell feststellen dass die scheinbare intellektuelle Schärfe sich eher als das herausstellt was in der SVP als “intellektuelles Geschwätz” bezeichnet wird. Es ist gut dass er sich nun offen dazu bekennt ein SVP Politiker zu sein.

    • JF sagt:

      auf den Punkt gebracht !!

  38. Dominique Becht sagt:

    Bloss weil Köppel etwas schneller denkt und spricht als der durchschnittliche Kleinbürger und SVP-Wähler in diesem Land, macht ihn das weder sympathischer noch kompetenter. Er ist und bleibt ein Rattenfänger für die neoliberalen Ideologen und macht den armen Eingeborenen Angst. Warum sonst würde ein Normalverdiener SVP wählen? Und ja, dort, wo sie wohnen gibt es wahrscheinlich bereits jetzt keine Ausländer und ja, Solidarität und Gemeinsinn würden uns gut anstehen, denn nur wenige haben soviel Glück wie wir Schweizer…mit Leistung hat das ganz wenig zu tun..aber der Mythos lebt und wird von Herrn K alimentiert.

  39. Adrian Wehrli sagt:

    Nun Herr Strehle, mit diesem Artikel haben Sie der Sache nicht gedient, Ihre Anfeindungen sind platt und wenig Reflektiert. Ich halte Aspirant Nationalrat Köppel für sehr gefährlich, nich wegen seines rechtskonservativen Müttersöhnchen Weltbild, sondern wegen seines grossen Egos gepaart mit guter (nicht extremer) Intelligenz und Eloquenz. Dieser Mix kann sehr gefährlich sein.

  40. Beat Metsalind sagt:

    Wenigsten gibt es noch Leute die mit der Zeit dazu lernen können und in die Politik gehen wollen für das was sie einstehen. Andere wollen hingegen nicht zur ihrer Vergangenheit stehen, bleiben so auch stehen und die haben dann auch das Nachsehen.

  41. Hofstetter sagt:

    Im Gegensatz zu Res Strehle hat Roger Köppel gelernt, dass man auch umdenken kann. Viele andere könnten folgen, wenn sie sich einmal bewusst wären, was für Konsequenzen ihre Weltanschauungen haben. Roger Köppel hat auch viel Erfahrung sammeln können bei der “Welt” und ich habe schon damals seine Artikel regelmässig gelesen. In meinen Archiv haben diese lange existiert, leider musste ein Teil, infolge Wasserschaden, entsorgt werden.
    Vielleicht würde es Herrn Strehle auch nicht Schaden, wenn er sich vielleicht auch nach Deutschland begeben würde um direkten Anschauungsunterricht zu erhalten. Es gibt in Deutschland einige Linke Zeitungen, wie die Süddeutsche.

  42. Salzmann sagt:

    Roger Köppel ist lernfähig, einverstanden. Aber er ist ein Hohenpriester, der nur seine Sicht sehen will. Wir Steuerzahler sollten gegenüber solchen deutschstämmigen Provokateuren skeptisch sen. Zu unseren Grundwerten gehören auch Zuhören-können und Allianzen schmieden. Mit Köppel kommt nun ein weiterer Mörgeli alias Schreihals auf die politische Bühne.

    • sepp z. sagt:

      Schon wieder ein deutschstämmiger? Ich dachte, schon der Blocher sei deutschstämmig? Wollen hier die deutschstämmigen die echten Schweizer unterwandern?

      • Ruedi Widmer sagt:

        Köppel DEUTSCHstämmig? Ehrlich? Der sieht doch aus, als hätte den der Tell höchstpersönlich aus einer seit 1291 direktdemokratisch wählenden helvetischen Eiche geschnitzt? Sie sehen mich fassungslos; ich werde jetzt sofort googeln…

  43. N. Kamber sagt:

    Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing.

  44. Bruno Bänninger sagt:

    Bevor der Mann nominiert ist, löst die Angst vor ihm bei seinen Gegnern schon Panik aus.
    Doch Vorsicht, der Mann ist nicht so gut wie seine Freunde glauben, aber er ist auch nicht so schlecht wie seine Feinde behaupten.
    Falls er nominiert wird, freue ich mich auf tolle Diskussionen zwischen den Lagern mit allen Kandidaten.
    Endlich wird es spannend. Davor kann nur Angst haben, wer sich vor dem Verlieren fürchtet.

    • Ruedi Widmer sagt:

      ” freue ich mich auf tolle Diskussionen zwischen den Lagern”
      Ernsthaft? Was gefällt Ihnen an argumentationsfreien, hochaggressiven Schlammschlachten, bei denen das Gift durch den Saal wabert? Treiben Sie ein wenig Ausdauersport, das bringt Sie wieder runter. 🙂

  45. De Saintmichel Lovis sagt:

    Jaja! Typischer Fall von “was interessiert mich mein Geschwätz von gestern”…!

  46. Hans Gerber sagt:

    Manche Menschen haben es im Heucheln so weit gebracht, dass man ihnen gar keinen Vorwurf mehr daraus machen kann; es ist ihre wahre Natur geworden – sie würden heucheln, wenn sie nicht heuchelten. (Peter Sirius)

  47. Delf Bucher sagt:

    Was mich immer wundert, ist dieses grosszügig an Roger Köppel verliehene Adjektiv “erfolgreich”. Wer ein Probeabonnement der Weltwoche löst, muss sich aktiv darum bemühen, das nationalkonservative Pamphlet nicht mehr weiter gratis ins Haus zu bekommen. Ich glaube die linksliberale WeWo hatte selbst in Zeiten ihres Niedergangs doppelt soviel Leserinnen wie heute das von Blocher und Tettamanti alimentierte Blatt.

    • Hunziker sagt:

      @Baumann Es geht nicht um Strehle, sondern um Köppel. Aber es ist halt immer einfach als erstes zu rufen “Du hast aber auch”! Das Köppel sich gewandelt hat dürfte jedem klar sein, aber seine damaligen Einschätzungen z.B. zu Schlüer sind doch recht interessant. Strehle hin oder her.

  48. Ehrsam sagt:

    Herr Köppel stöberte im Archiv – Herr Strehle gelangte an den Presserat?!

  49. Roger Kuhn sagt:

    Ich wäre dem in Ruhestand gehenden TA-Chefredaktor Res Strehle dankbar, er könnte auch noch eine Abhandlung über seine Alt-68iger Kollegen schreiben, die ja in ihrer ursprünglichen Ideologie einiges nicht mehr so eng sehen wie heute, doch dies würde eine prall gefüllte Sonderausgabe des Tagesanzeigers zur Folge haben.

  50. willi mosimann sagt:

    Das sagt ja schon alles aus, wie sieht Herrn Köppel denn die Zukunft heute? Er der sich als zweiter Retter der CH (natürlich nach C. Blocher) hinstellt wird wohl noch einiges dazulernen müssen. Köppel mag ein guter Rhetoriker sein aber als Politiker ist er so wenig geeignet wie viele seiner Parteikollegen.

  51. Do Graf sagt:

    Interessant, dieser Exkurs in die Vergangenheit.
    Nur, ist der Kommentar damit fertig geschrieben? Spannend wäre ja die Analyse, warum das wechselhafte Gemüt des Roger Köppel diese Wende gemacht hat und wie Sie das als Chefredaktor und Beobachter einordnen.
    Vielleicht setzen Sie sich ja nochmals an den Compi und schreiben den Kommentar fertig. Ich würde ihn gerne lesen. Danke

  52. Heinz Hug sagt:

    Was hat der 500. Jahrestag der Schlacht von Marignano mit der Kandidatur von Roger Köppel zu tun? Können Sie mir das erklären, Herr Strehle?

    • Cesna Martin sagt:

      Darf ich Sie fragen, warum Sie solche Fragen stellen, wenn Sie doch am 12.43 Ihr profundes Wissen ob der Wirkung der SVP kund getan haben?
      Schon vergessen?
      Bitte heute noch fünf Kommentare mindestens!

  53. Renato Ausländer sagt:

    Wer kann heute noch zu allen Aussagen stehen, die er/sie vor 15 Jahren gemacht hat? Ein eher kläglicher Versuch, einen der brillantesten Köpfe der Schweiz zu diskreditieren. Herr Strehle, gehen Sie doch nächstes Mal in eine deutsche Talkshow und stehen für Ihre Heimat ein. Trotz Ihres respektablen Formats ist Köppel nochmals zwei Etagen eindrücklicher. Er kann der Schweiz nur gut tun.

    • sepp z. sagt:

      Renato, “für die Heimat einstehen”… Das macht ja der Blocher scheinbar auch.
      Aber dann erfährt man halt trotzdem, dass er schweizerische Betriebe wie die Lonza zerschlagen hat und dabei mit Martin Ebner hunderte Mio CHF Gewinn gemacht hat. Unter anderem hat er das Kraftwerk der Lonza in Visp an einen deutschen Spekulanten verkauft – die Alusuisse leidet bis heute unter dessen überhöhten Energiepreisen, jetzt darf wiedermal der Steuerzahler einspringen…
      Was genau haben solche Beispiele mit “für die Heimat einstehen” zu tun?

    • Engler, Gerhard sagt:

      Sie halten es also für normal, dass man innerhalb von 15 Jahren eine Kehrtwende von 180° macht? Dann würde es Sie also auch nicht erstaunen, wenn Roger Köppel in 16 Jahren für die PdA kandidiert? Ich habe zwar in meinem Bekanntenkreis auch schon einige Wendehälse erlebt. Aber die waren mir meistens nicht sympathisch.

  54. Franz Bucher sagt:

    Wischiwaschi-Wendehals… und immer den eigenen Vorteil im Kopf, das muss man heutzutage als Politiker in einer Demokratie wohl so machen, die Welt ist zu komplex, also niederbrechen auf einfache griffige Schlagworte, damit sie auch die tumbe Wählerschicht zu verstehen glaubt. Eine Diktatur wäre diesen selbsternannten Heilsbringern und Hellsehern wohl bedeutend lieber, aber eine lang gewachsene Demokratie wie die Schweiz lässt sich nicht in einer Lebenszeit schleifen, das haben die Blochers & Co mittlerweile gemerkt, also müssen Allianzen mit den ehemaligen Beschimpften her und alles ist auf oberflächliche Stimmungsmache ausgerichtet. Ein Armutszeugnis sondergleichen für die Polit-Schauspieler, ein Disaster für die Demokratie und die Schweiz. Alles was uns einst stark machte, landet auf dem Scheiterhaufen der Populisten, Konkordanz, Kompromiss, soziale Marktwirtschaft, Verantwortung für die gesamte Schweiz, nur noch Klientelpolitik, Eigennutzen anstatt Eigenverantwortung. So ist es einfach, was kümmert mich mein Geschwätz von Gestern, wenn ich heute mit dem Gegenteil (einfluss-)reich werde. Und offensichtlich wird das vom auf Schwarz-Weiss-Weltbilder getrimmten Schweizer Volk auch noch goutiert, zumindest bei den Überlasteten, Überforderten und – sorry to say – Bildungsfernen..

    • Alexander sagt:

      Dem gibt es nichts mehr anzufügen, genau so ist es. Leider.

      • Michael Huber sagt:

        Es geht noch weit mehr verloren als das was Sie alles aufzählen Herr Bucher. als da wären: Anstand gegenüber und Respekt vor dem politischen Gegner. Respekt und Achtung vor den Institutionen unseres Landes (Nationalrat, Ständerat, Vereinigte Bundesversammlung, Bundesgericht, Bundesrat), Schutz, Wertschätzung und Achtung der Minderheiten, Stolz auf die Meinungsvielfalt in der Landesregierung, das Recht jedes mündigen Schweizers zum Bundesrat gewählt zu werden. Wir züchten einen Spaltpilz und merken werden wir es erst, wenn die Mehrheit zu arm sein wird, den eigenen Untergang noch abzuwenden.

    • Ralph Hauck sagt:

      Lieber Franz, Keine Angst, die Diktatur kommt schon noch. Wenn sich heute schon so viele SVP Wähler (und nicht nur die) nach einem “Grossen Führer” sehnen, was passiert dann, wenn die Zeiten mal wirklich hart werden. Genau!! Dass eine Diktatur über kurz oder lang zu Demokratieabbau, Unterdrückung, Krieg usw. haben immer noch die wenigsten begriffen.

    • HP.Estermann sagt:

      Ausgezeichneter Kommentar und dazu noch äusserst korrekt !

  55. Fabian Weber sagt:

    Rutz, Matter, Vogt – jetzt Köppel. Intelligent, gebildet, weltoffen, mutig und pragmatisch. Das sind alles Leute, die so gar nicht ins von den Strehles dieser Welt kolportierte Bild des ewiggestrigen Tell-Verehrers passen möchten und die sich eine starke FDP im Sonntagsspaziergang unter den Nagel gerissen hätte. Die sind nun bei der SVP. Und sorgen dafür, dass der junge Köppel noch sehr lange Unrecht behalten wird. Zum Glück der SVP und damit der Schweiz.

    • Hanspeter Niederer sagt:

      “Ihre” SVP-Tellen sind immmer dann weltoffen, wenn es irgendwo Kohle abzusahnen gilt oder die Aussicht besteht, mit Lippenbekenntnissen pragmatisch die eigene Machtbasis zu erweitern. Die Schweizbewahrer-Heuchelei dient einzig und allein dazu, die Wählerstimmen von gutgläubigen naiven Menschen abzuholen und damit eigene Ziele zu verfolgen. Solche Menschen werden nie aufwachen, sondern der SVP umso überzeugter hinterher trampeln, je schlechter es der Schweiz WEGEN der SVP geht.

      • christo bader sagt:

        Danke, Hanspeter Niederer, genauso läuft es. Die Milliardäre lassen die Puppen tanzen …

      • ichbleibich sagt:

        Wo und wie geht es uns schlechter in der Schweiz?????? Seit wann geht es uns schlechter in der Schweiz???
        Schon mal in einem andern Land gearbeitet, gelebt????
        Solche Aussagen sind einfach nur naiv und zeugen von tiefster Unzufriedenheit! Immer diese Jammerer und dann die Schuld einer Partei in die Schuhe schieben, übrigens egal ob links oder rechts!!
        Ein Politiker oder eine Partei kann MEIN Leben nicht zerstören.
        Und stellen dir dich mal vor, auch ich habe vor 15 Jahren noch anders gedacht, überlegt und eine andere Meinung kundgetan bis ich gemerkt habe, das mein Leben hier in der Schweiz einfach traumhaft ist!

  56. Heinz Hug sagt:

    Auch heute noch gibt es sehr viele, die den politischen Machenschaften der SVP energisch entgegen treten. Es ist zu hoffen, dass diese Leute der Überzeugung von Roger Köppel nachfolgen und endlich begreifen, was die wählerstärkste Partei bis anhin Positives für die Schweiz tun wollte und weiterhin tun möchte.

    • Michael Huber sagt:

      Genau Sie sagen es die SVP wollte positives tun – tat es aber nicht. Und, sie möchte das weiter hin tun – und wird aber weiterhin nichts in die Realität umsetzen. Es ist eben einfacher sich an seinen Phrasen messen zu lassen als an seinen Taten

  57. Carlo Corno sagt:

    lieber nationalkonservativ hart erarbeitete Zustände erhalten als progressiv schnurstraks ins Verderben rennen …. Köppel ist übrigens nicht der einzige (links-) Intellektuelle, der ins rechte Lager wechselte. Wie einer hier schon treffend sagte: Klüger werden ist ja nicht verboten.

    • sepp z. sagt:

      Carlo, oder vielleicht hat Köppel einfach einen Geldgeber gesucht und ihn nur bei den Nationalkonservativen gefunden.

    • Stefan Gisler sagt:

      Nationalkonservativ war und ist nicht der Boden, wieso die Schweiz Erfolg hat. Es sind dies innovative und offene Wirtschaftsleute, soziale Errungenschaften wie die AHV und die Einsicht, dass Minderheiten (z.B. kleine Kantone oder politische) konkordant eingebunden werden müssen. Mit Mörgelis neuen neokonservativen Rezepten steuert die Schweiz in die Isolation, verkümmert geistig wie wirtschaftlich. Profitieren wird eine oligarche Elite, die einen maroden Staat und seine Menschen ausbeutet.

    • Jack Stoffel sagt:

      Corno: Zu Ihrem Vorschlag “nationalkonservativ hart erarbeitete Zustände” fallen mir in erster Linie gruselige Sachen ein wie Puurezmorge, Soldaten mit lächerlichen Rollkoffern, unrentable Wirtschaftszweige wie Tourismus und Landwirtschaft, hemmungsloser Staatsschutz für Grossbanken, schwachsinnige Bauverbote für harmlose Türme sowie 30% der Wählerschaft, die beim Wort “Ausländer” sofort “ausschaffen” schreien.

  58. Theres Schmid sagt:

    Ein Mann, der Herrn K. lange nicht gesehen hatte, begrüsste ihn mit den Worten: “Sie haben sich gar nicht verändert”. “Oh!”, sagte Herr K. und erbleichte.

    Bertolt Brecht

  59. Fabian Meister sagt:

    Nach dem Motto: Was interessiert mich mein Geschwatz von Gestern”. Im Ürigen kann der Köppel nur bei der Rechtsnationalen Anklang finden, ansonsten kann man Ihn nicht ernst nehmen. Auch im Ausland nicht…

    • Heinz Hug sagt:

      Da täuscht sich der Meister aber gewaltig.

      • Ruedi Widmer sagt:

        Recht haben Sie! Im fruchtbaren Gespräch mit einem Herrn Orban, einer Marine le Pen oder auch unserem lupenreinen Demokraten Putin, der ja gerade heute wieder vor seiner Haustür mit dem Mord eines seiner Oppositionellen “provoziert” wurde, kann ich mir Roger Köppel bestens vorstellen. Gleich und gleich gesellt sich bekanntlich gern. Bevor es sich gegenseitig an die Gurgel geht.

    • damian meier sagt:

      Als Anhänger der Linken sollte man nicht im berühmten Glashaus mit Steinen werfen. Mir sind Menschen lieber, welche Fehler eingestehen können. Gruss von einem ehemaligen Linkswähler

    • sepp z. sagt:

      Im Prinzip ist das eine ideale Vorausetzung für einen Politiker: Was kümmern mich die Wahlversprechen von gestern, hauptsache, der Pöbel ist drauf reingefallen.

  60. Martin Schwizer sagt:

    Es gibt Leute, die wachsen weiter und verändern sich und andere, die bleiben irgendwann halt mal stehen, auch im Denken, Herr Strehle.

    • david bossert sagt:

      Sich zu einem rechtsnationalen Populisten zu entwickeln kann man jetzt wirklich nicht mit wachsen umschreiben, Herr Schwizer!

      • chocolate sagt:

        Ja, Herr Bossert, vor allem aber auch nicht mit Denken. Von (Mit)Gefühl wollen wir schon gar nicht sprechen. Von Karriere, Geld- und Machtgeilheit schon eher…

    • Phil Graf sagt:

      Verändern finde ich grundsätzlich gut, solange es zum Guten hin geschieht. Herr Köppel wäre aber lieber stehengeblieben.

  61. Schärrer Richard sagt:

    Na und, Res Strehle? Wie sieht’s bei Ihnen aus?

    • Mario Monaro sagt:

      Strehle hat meines Wissens nie den Untergang der SP prognostiziert.

      • Martin Schwizer sagt:

        Das hat damit zutun, dass er den Sozialismus nicht scheitern sieht, wo auch immer er gerade scheitert, Herr Monaro.

        • Jack Stoffel sagt:

          Schwizer: Sie sind offensichtlich einer jener Rechten, die keine Ahnung von Sozialdemokratie haben. Aber wen überrascht das noch. Gute Geschichtskenntnisse erwirbt man nun mal weder bei Blocher-Huldigungen im Festzelt noch beim Lesen der “Weltwoche”.

        • Giovanni Buergi sagt:

          @Schwiter: Einbildung ist auch eine Bildung!

  62. Theo Nötzli sagt:

    im gegensatz zu res strehle, der seine vergangenheit im links-radikalen milieu gerne vernebelt, steht roger köppel zu seinen ‘jugendsünden’. wer als junger mensch politisch links steht, hat ein herz, wer es mit 50 noch tut, ist ziemlich lernresistent.

    • Sarah Zimmermann sagt:

      Dieser müde Satz kommt jetzt aber auch aus der Mottenkiste.

      • Theo Nötzli sagt:

        wenn sie’s sagen… passt aber.

        • Peter Stamm sagt:

          Interessant, Albert Einstein und dutzende weitere Genies sind lernresistent. Verallgermeinern sie bitte nicht was nur für den Durschnittsbürger gilt.

          • Sargschel sagt:

            wenn durchschnittsbürger ewig links bleiben, sind sie lernresistent? und wenn genies es tun, sind sie es nicht? tststs.

          • Martin sagt:

            @P. Stamm: Ihre “Genies” sind bloss links, weil sie nie Zeit hatten, sich wirklich mit Politik auseinander zu setzen. Wer nämlich genau hinsieht, der bemerkt, dass auch die Mitte oder Rechts, eine soziale Ader besitzen, nur reden die nicht die ganze Zeit darüber.

          • Jack Stoffel sagt:

            @ Martin: Aus Ihrem Beitrag folgere ich: Hochintelligente Menschen haben keine Zeit und sind Linke. – Welche Eigenschaft müsste ich demnach, wenn ich gemäss demselben Schema dächte wie Sie, den Rechten zuschreiben? Denken Sie mal scharf nach…

    • sepp z. sagt:

      Mottenkistenalarm…

    • Peter Fust sagt:

      Mit 20 war ich sehr neo-liberal (Fan von Röpke). So mit 40 habe ich begonnen umzudenken. Heute bin ich links-grün. Ich behaupte, ich sei klüger geworden.

    • Herbert Willi sagt:

      Es ist wohl eher so, dass manche Menschen im Alter herzlos und verbittert werden, und dass sie darum nach rechts abdriften. Sie sagen es selbst, dass man ein Herz hat, wenn man als Junger links steht. Das gilt natürlich auch für ältere Menschen.

  63. Matti Brunner sagt:

    Na und? Klüger werden ist ja nicht verboten. 😉

    • Meret Bertschinger sagt:

      Nein, klüger werden wäre nicht verboten. Ob man allerdings so einen Wandel als “klüger werden” bezeichnen kann oder darf, darüber lässt sich nicht nur streiten, da muss wirklich ein grosses Fragezeichen gesetzt werden. Einer, der sagt, er “müsse” jetzt kandidieren, den will ich sowieso nicht im Nationalrat haben. Dann lieber Politiker, die das mit Freude machen und eine konstruktive Politik betreiben wollen.

    • David Stoop sagt:

      Wer von extrem Links zu extrem Rechts geht, ist nicht klüger geworden, sondern zeigt nur, dass er nachwievor in Extremen denkt.
      Es ist aber vermutlich auch eine Berufskrankheit. Medien verkaufen Emotionen, die gibt es in Sachthemen eben nicht, aber in Polparteien sehr wohl.
      Das hat am Ende wenig mit “klug” oder “weise” zu tun, sondern vor allem mit dem Portemonnaie.

    • Fortunat Reiser sagt:

      Richtig – die Situation und die Kräfteverhältnisse haben sich verändert und mit ihnen auch die Erfordernisse, was sich schliesslich in neuen Positionen niederschlägt – insofern ist Köppel sicherlich zu gratulieren. Andererseits wird es aber höchste Zeit, ihn in die Politik einzubinden, da er lange genug die Weltwoche geprägt und radikalisiert hat und zu einem verbitterten Mitglied des neokonservativen Establishments geworden ist – insofern muss man fairerweise sagen, dass er exakt die richtige Entscheidung getroffen hat. Wenn er nun gar zur grossen Figur der SVP avanciert und die Nachfolge Christoph Blochers antritt, so wäre das sicherlich auch zu begrüssen, zumal er als Intellektueller eher einen Interessenausgleich bewerkstelligen könnte als der bäuerische Trampel Blocher. Bloss: Was wird die SVP ohne dessen Geld und Einfluss machen? Es bleibt also spannend bei der SVP…:-)

      • Franz Reber sagt:

        Aber dieser “bäuerliche Trampel” ist hoch intelligent, viel intelligenter als der seinerzeitige Polterer Chruschtschow, und verschafft unzähligen Arbeitnehmern ein Einkommen. Welcher sozialistische Politiker kann schon ein solches Verdienst vorweisen?

        • Xavier Molina sagt:

          Oh Mann, hier eine Nachhilfelektion in Geschichte: Arbeit gibt’s (gab’s) im Sozialismus für alle, nur der Gewinn wird sozialisiert. Und Chruschtschow war bestimmt ähnlich intelligent wie Blocher, doch Blocher musste sich nicht wie Genosse Chruschtschow an immer wiederkehrenden Abenden bei Stalin bis zur Besinnungslosigkeit das Hirn raussauffen, bevor er selbst an die Macht gehieft wurde.