Die liberale Marktwirtschaft hat ein Problem

Ungleichheit und Digitalisierung bedrohen das Fundament unserer Gesellschaft. Das haben auch die Chefs grosser US-Konzerne gemerkt.
NMTM

Die Generation seiner Eltern hatte es mal besser: Tieflohnarbeiter in einem Amazon-Warenlager in den USA. Foto: Bartek Sadowski (Getty Images)

Moderne demokratische, politisch und wirtschaftlich erfolgreiche Gesellschaften, wie wir sie in den hochentwickelten Ländern kennen, gibt es erst seit einer sehr kurzen Zeit. Wir tendieren dazu, sie für gesichert zu halten und zu glauben, dass die Geschichte ohnehin zu immer höheren Formen der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ordnung führt. Diese Ansicht ist falsch. Unsere Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung ist gefährdet, wenn die Grundlage für den Erfolg vergessen geht. Leider liegt aktuell darin die grössere Bedrohung als in einem wirtschaftlichen Abschwung oder im Handelskrieg.

Dazu schrieb kurz vor dem Zweiten Weltkrieg der berühmte Ökonom John Maynard Keynes über seinen frühen Idealismus: «Wir wussten nicht, dass die Zivilisation eine dünne und prekäre Kruste ist, die sich kraft der Persönlichkeit und des Willens sehr weniger Einzelner gebildet hat und nur durch Regeln und Konventionen intakt bleibt, welche mit Geschick eingerichtet und mit List bewahrt werden.»

Doch die Regeln, Konventionen und andere Institutionen, auf denen unsere Ordnung aufbaut, haben nur praktische Bedeutung, wenn sie eine ausreichend grosse Legitimität geniessen. «Nur Erfolg schafft Legitimität, keine Regierung». Das hat der Tessiner Investor Tito Tettamanti in einem Interview mit dieser Zeitung vom Samstag dazu gemeint. Er hat recht. Es ist aber nicht der Erfolg unseres Systems im Vergleich zu früheren Zeiten, der die nötige Legitimität schafft, sondern die erfüllte Erwartung, dass es mit dem Erfolg weitergeht.

Trumps Bruch mit Konventionen und Institutionen

Die wachsende Ungleichheit und die seit längerem stagnierenden Einkommen ausser am obersten Rand der Vermögensverteilung wecken deshalb Zweifel an der Funktionsweise des geltenden Systems. Dazu kommen verbreitete Ängste, moderne Technologien würden den grössten Teil der Bevölkerung eh auf der Strecke lassen. Wenn mit Donald Trump der Präsident jenes Landes die bisherigen Konventionen, Regeln und Institutionen mit Verachtung straft, für die sein Land einst international einzustehen versprach, dann untergräbt das die Legitimität der Institutionen in gefährlichem Ausmass weiter. Auch die Bekenntnisse von 180 Chefs von US-Grosskonzernen zur gesellschaftlichen Verantwortung lassen sich als etwas hilflose Reaktion auf ihre Angst um das System deuten.

Eine Revolution steht kaum vor der Tür. Was droht ist ein weiterer Zerfall der Grundlagen, die moderne Gesellschaften historisch einmalig erfolgreich gemacht haben.

62 Kommentare zu «Die liberale Marktwirtschaft hat ein Problem»

  • J. Kuehni sagt:

    Im Interview mit Tettamanti wird u. a. auf Milton Friedman Bezug genommen, ein Monetarist, der zu den theoretischen Mitbegründern der Supply-Side-Economy und des Shareholder-Values gehörte: Der einzige Zweck von Firmen war demnach, Profit für die Besitzer zu erwirtschaften, ohne Rücksicht auf sonstige „Stakeholder“ (Angestellte, Umwelt, Gemeinwesen & Behörden), wobei alles erlaubt sei, was nicht ausdrücklich verboten ist.

    Tettamanti (genauso wie Reagan und Thatcher) haben selbstverständlich ignoriert, das Friedman für seine Theorie immer noch von einem omnipotenten Staat und einer funktionalen Zivilgesellschaft ausging, die solche Firmen problemlos „checken“ könnten und zudem ein garantiertes Grundeinkommen als Ausgleich zum (über-)regulierten Sozialstaat postulierte.

    • J. Kuehni sagt:

      Dass die Globalisierte Wirtschaft den 1980 immer noch omnipotenten Nationalstaat innert 15 Jahren zum blossen Standortvermarkter reduzieren würde, haben weder Friedman, noch Reagan oder Thatcher vorausgesehen (oder jemals öffentlich zugegeben) und wenn man dem Herrn Tettamanti zuhört, fragt man sich ob seiner ideologischen Linientreue zum Shareholder-Kapitalismus, wo er denn seit der Jahrtausendwende gesteckt haben möge, sofern man ihm nicht „Befangenheit durch Interessenkonflikt“ vorwerfen mag.

    • J. Kuehni sagt:

      Bei dieser Diskussion muss man gelegentlich daran erinnern, dass nicht der Keynesianismus oder die soziale Marktwirtschaft am Ende der Fahnenstange angelangt sind, sondern der neoliberale Monetarismus à la Friedman: Die Vorstellung, eine gesunde Wirtschaft dürfe aus „ordnungspolitischen Gründen“ AUSSCHLIESSLICH durch geldpolitische Massnahmen politisch gesteuert werden, wenn überhaupt.

      Die entscheidende Voraussetzung für eine funktionierende Marktwirtschaft ist die Fähigkeit der Allgemeinheit, Kapitalbesitz effektiv und progressiv zu besteuern, damit die Investitionsfähigkeit der öffentlichen Hand aufrechterhalten und nebenbei die Bildung eines neuen Erbadels verhindert wird.

      Alles andere ist „Schuldenwirtschaft“.

      • Alex sagt:

        Sie zeigen einen guten Aspekt der Supply-Side Rhetorik und den Ordo-Schwachsinn auf. Geldpolitik reicht alleine aus, aber sie darf kein Helikoptergeld einführen (von Friedman beiläufig erwähnt weil solche Extremfälle es in seinem Denken nicht geben kann) und Negativzinsen sind den Ordos auch ein Graus. Was wollen die den Bitteschön?

        Das ganze angebotsseitige Kartenhaus hält sich doch seit 1980 nur solange irgendein Staat Fiskal-/Kreditimpuls raushaut und too-big-to-fail Gläubiger/Private rettet (auf Kosten des Staates).

        • J. Kuehni sagt:

          Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass Herr Draghi, einer der quantitativ grössten, operativ tätigen Monetaristen (contre coeur, wie sich zeigt) heute geradezu verzweifelt nach Fiskalstimulus „schreit“; der Staat möge doch endlich wieder anfangen, in seine Bürger und Infrastrukturen zu investieren und zwar nicht bloss mit dem Snake-Oil-Mittelchen namens „Steuererleichterungen“. Die Anwesenden Journalisten haben, so wird berichtet, bloss gelacht.

  • A Lüthi sagt:

    Die liberale Marktwirtschaft hat tatsächlich ein Problem. Sie wird immer weiter eingegrenzt und zurückgedrängt. Zudem werden ihr Probleme zum Vorwurf gemacht, welche durch staatliche Zwangseingriffe verursacht wurden. Von freier Marktwirtschaft kann in vielen wichtigen Bereichen der Gesellschaft keine Rede mehr sein. Am schlimmsten ist die planwirtschaftliche, politische Festsetzung des Geldpreises (Zins) und der Geldmenge. Aber auch die wichtigen Bereiche Bildung, Infrastruktur/Transport, Landwirtschaft, Gesundheit, Sicherheit, etc sind mehrheitlich fest in staatlicher Hand, sei dies durch Regulierung, direkte Beteiligung, oder Zwangsmonopole.

  • Alex sagt:

    Also ist ein Punkt für die Grundlage des Erfolgs die Legitimität und das Problem der Perpetuität dieser. Festgemacht wird das an Einkommen/Vermögen unterschiedlicher Dezile in den USA und der Sorge über „Digitalisierung“ in den Dienstleistungssektor/Arbeitslosigkeit geschoben zu werden und Einkommenseinbußen. Würde dagegen eine progressive Besteuerung oder ein soziales Sicherungssystem (aus Europa rauspicken) helfen?

    Die Aussage „Nur Erfolg schafft Legitimität, keine Regierung“ widerspricht der Geschichte. Haben nicht die allierten Regierungen Legitimität/Erfolg mit dem 2.WK geschaffen? Ist der Mißerfolg der US-Regierung die eigene Schuld oder ist es dem Unternehmer Trump anzulasten?

    Bekenntnisse ohne Verhaltensänderung sind schal. Übrigens was ist das Erfolgsgeheimnis?

    • Stefan Huber sagt:

      Da bin ich nicht ganz gleicher Meinung. D (und auch Japan!) lag nach dem Krieg wirklich am Boden, und die Alliierten übernahmen die Verantwortung. So weit so gut. Wäre aber kein wirtschaftlicher Erfolg mit der Währungsreform gekommen, so hätte das Pendel auch sehr schnell wieder in die andere Richtung schlagen können, das Ende des WWI gab hierzu „bestmögliches“ Anschauungsmaterial. Dort hatte die Wirtschaft in D abgesehen von einer kurzen Phase nach der Hyperinflation von 1923 und bis 1929 eben keinen Erfolg, und die Folgen kennen wir alle.

      • Alex sagt:

        Keine Ahnung was das für ein Argument ist. Erstens es ging nicht um die Verlierer die waren dem Erfolg und der Legitimität der Siegermächte ausgesetzt (Geschichte wird von Siegern geschrieben). Wohin soll das Pendel den schlagen? Erfolg kann auch ein Morgenthau-Plan (konservativ) sein. Glücklicherweise gab es Keynes.

        Bei ihnen vermisse ich übrigens die harte Deflationspolitik (Austerität) ab 1930 (Lösung für die Weltwirtschaftskrise), die von den Konservativen getragen wurde und als Steigbügelhalter für die NSDAP auch noch doppelt geholfen hat.
        Übrigens die Hyperinflation war ein riesiges Bonmot aus Ruhrbesetzung, Reparationszahlungen, Kriegsanleihen und Handelsproblemen.

      • Alex sagt:

        Der wirtschaftliche Erfolg stellte sich nicht sofort mit der Währungsreform ein und übrigens war es nach heutiger Lesart die Enteignung des deutschen Sparers.
        Da war wieder ein Bonmot aus weltweiten Geschehnissen die eine rasche Einbindung Japans und Deutschland an die Westmächte gebracht hat. Lösung (teils protektionistisch) der Zahlungsbilanzkrise 1950 (seitdem ist Deutschland im merkantilen Fieber), Mobilmachung wegen dem Korea-Krieg und Zersplitterung/Kriege von Kolonien in Frankreich/Großbritannien (Kriegs-Keynes), Marshal-Plan und halt die psychologische Bedeutung das dein altes Geld keinen Wert mehr. Ein Ding der Legitimität und des Erfolgs von vielen Regierungen um letzten Endes kalten Krieg mit möglichst vielen Verbündeten zu führen.

  • H.Trickler sagt:

    Dass die Planwirtschaft des Kommunismus nicht funktionieren konnte, haben damals nur die Dümmeren nicht gemerkt.

    Dass in den letzten Jahren der hochgelobte Kapitalismus ebenso zur Katastrophe wird, ist leider noch nicht allgemein bekannt. Und wie man diese höchst gefährlichen Auswüchse beseitigen könnte steht leider nicht in diesem Artikel.

    • G. Nardone sagt:

      Wegen TINA, nicht Turner – there is no alternative – scheinbar …

      • Claire Deneuve sagt:

        Nardone: Zum Finanzspätkapitalismus gibt es sicher noch Alternativen! All die unzähligen Finanzwetten, die keinen nachweislichen Bezug zur Realwirtschaft mehr haben wieder verbieten. Wer wetten will soll ins Casino oder auf die Pferderennbahn!
        Das Zinseszinssystem hat sich system- und schuldenbedingt auch schon praktisch von selbst erledigt, als Steuerungsinstrument dient es kaum noch, zwingt nur noch zu mehr Geldschwemme, da die Realwirtschaft gar keine 12-14% Zinsen auf dem Welt-BIP resp. für die über 300% Verschuldung desselben mehr erwirtschaften kann und nur noch die Schuldenberge weiter ansteigen lassen und die ZB in die Ratlosigkeit treiben.

        • G. Nardone sagt:

          @Claire Deneuve: Da stimme ich mit Ihnen fast ganz überein, ausser mit dem sog. „Zinseszinssystem“ das für alles Übel verantwortlich sein soll? nee …

          • Claire Deneuve sagt:

            Nun Herr Nardone, das Zinseszinssystem funktionierte noch einigermassen gut als es noch 4-6+% Wachstum gab, auch mal heftigere Inflationsraten wie in den 70/80er Jahren und die globale Totalverschuldung aller Akteure noch um die 80-150% des BIP lag!
            Mit der Financialisation der Wirtschaft ab den 80er Jahren und auch lascher Kreditvergabe stiegen die Schulden und somit auch die Zinskosten!
            Mittlerweile haben wir über 300% Schulden, in den USA machen die Zinskosten sogar schon 15% des BIP aus trotz Tiefzinsen, die Zentralbanken sind auch immer ratloser, es gibt Null und Negativzinsen!
            .
            Ja Herr Nardone, glauben Sie denn ernsthaft, wir können so jemals wieder zurückkehren zu den alten Zinslipickerzeiten??? Dieses abdiskontierte Barwert-Denken hat eben unsere Hirne ziemlich versaut!

          • Claire Deneuve sagt:

            Nardone: Wussten Sie das 80% aller aller ausstehenden Derivate gemäss BIS Zinsderivate sind — 436 Bio $ notional Amount, also fast doppelt soviel wie all die zumeist zinsbasierten Schulden.
            Das ist doch schon ziemlich krank im Kopf die ganze zockerei auf die mögliche Zukünftige Entwicklung der Zinssätze!
            Schon Aristoteles fand Zinsen etwas unnatürliches, als Steuerungsinstrument wie viele Oekonomen behaupten taugt es auch nicht mehr und überhaupt der Gedanke vom Zeitwert des Kapitals zu leben, ist doch per se ziemlich pervers. Wir wurden nun mal so indoktriniert und darum machen wir uns viel zu wenig Gedanken drum.
            Substitution durch partizipative Systeme in EK oder FK Form wäre echter Kapitalismus, dieses Zinslipicken ist primär was für Weicheier!

          • Claire Deneuve sagt:

            Für die Sparer könnte man dann eine inflationsindexierte Kunstwährung wie indexierte US$ oder CHF einführen & so Geld aus Tauschmittel und Wertaufbewahrungsmittel beginnen zu separieren.
            Nationale Grossprojekte wie z.B NEAT soll die Zentralbanken mit inflationsindexierten Krediten vorfinanzieren und der Bund stottert die dann in Raten über 30 oder 50 Jahre ab. Es macht doch keinen Sinn, dass der Bürger Steuern für staatliche Zinskosten bezahlen muss.
            Die laufenden Ausgaben sowie Infrastrukturunterhalt hingegen sind zwingend durch laufende Steuergelder zu finanzieren, dann würden solche ZB Kredite auch nicht inflationstreibend wirken.
            Ja Herr Nardone, schon bald wird das Ende der aktuellen Fahnenstange erreicht sein, dann müssen wir das ganze System wohl oder übel überdenken!

          • G. Nardone sagt:

            @Claire Deneuve:
            – „… stiegen die Schulden und somit auch die Zinskosten“
            Ich sehe eben das Problem in zu hoher privater Verschuldung.

            – „Wussten Sie das 80% aller aller ausstehenden Derivate gemäss BIS Zinsderivate sind“
            Wusste ich nicht. Und ja, es ist krank.

            – „inflationsindexierte Kunstwährung für Sparer“
            Interessante Idee. Aber Sie müssen bedenken, dass Zinsen auf Geld/Währung hilft eben dieser Währung, einen sagen wir zusätzlichen Wert zu geben.

            – „Es macht doch keinen Sinn, dass der Bürger Steuern für staatliche Zinskosten bezahlen muss.“
            Ganz Ihrer Meinung! Seit 1971 macht es keinen Sinn mehr.

          • G. Nardone sagt:

            @Claire Deneuve:
            – „z.B NEAT soll die Zentralbanken mit inflationsindexierten Krediten vorfinanzieren und der Bund stottert die dann in Raten über 30 oder 50 Jahre ab. “

            Nein. Zentralbanken sollten alle Ausgaben & Investitionen des Bundes finanzieren und das zinslos und ohne Rückzahlungspflicht, macht alles keinen Sinn.
            Und die Bundessteuern sollten benützt werden, um eben die Inflation & Beschäftigung zu STEUERN, zu ihrer gewünschten Rate und Höhe. Verstehen Sie!
            Schliesslich hat der Staat das Währungsmonopol! Es sollte dieses Instrument auch richtig einsetzen.

          • Taric Trent sagt:

            Sollte es tatsächlich mal zuviel sein (bei Staaten: für wen, wenn man Schulden mit Schulden bezahlt?), kann man jederzeit ein Bisschen praktisch denken und Schulden streichen zu Gunsten der Verwertung überhaupt.

          • Claire Deneuve sagt:

            Nardone: Nein die Zentralbanken und der Staat sollen weiterhin getrennt bleiben und dass der Staat alle Ausgaben via Zentralbank finanzieren soll, das wäre dann der Anfang vom Ende angesichts disziplinloser Politiker, denn dann würde viel zu viel Geld in den Kreislauf geraten, bei Staatsquoten von 30 bis tw. gegen 60% des BIP. Da wären die heutigen „Geldschwemmen“ der Notenbanken direkt Mikrodosen dagegen. Infrastruktur sind ein Asset, hingegen Sozialhilfeausgaben einfach nur Sunk Cost!
            .
            Was meinen Sie mit 1973 – die Aufhebung des Goldstandards und 1973 von Bretton Woods.
            Das war doch auch ein ziemlich verknorkstes Gebilde, hat einigermassen funktioniert als die Wachstumsraten hoch waren, aber ansonsten nicht wirklich tauglich, sonst wäre man davon nicht wieder abgekommen.

          • G. Nardone sagt:

            @Claire Deneuve:
            – „dann würde viel zu viel Geld in den Kreislauf geraten“
            Ja, nicht wie seit einigen Jahren wo die Zentralbanken jährlich 1000 Mia. in den ‚Kreislauf‘ schütten, natürlich ist das ein etwas anderer Kreislauf, an dem wir Normalbürger leider nicht angeschlossen sind, dennoch hatte es gewisse Auswirkungen.

            – „Infrastruktur sind ein Asset, hingegen Sozialhilfeausgaben einfach nur Sunk Cost!“
            Das kommt drauf an, Sozialhilfeausgaben können auch Assets oder Investitionen für eine bessere Zukunft sein, wenn man nicht einfach nur Geld ausgibt sozusagen, und zugleich können ‚Assets‘ sunk costs sein. Es kommt drauf eben drauf an, finden Sie nicht?

          • G. Nardone sagt:

            @Claire Deneuve:
            – „die Zentralbanken & der Staat sollen weiterhin getrennt bleiben“
            Warum? Sind Angestelle der Zentralbanken moralisch oder wie auch immer besser als die Anderen? Verstehe ich nicht, aber vielleicht liegt’s ja nur an mir.

            Ausserdem passen Sie auf, denn in meinem Kommentar heisst es:
            „die Bundessteuern sollten benützt werden, um eben die Inflation & Beschäftigung zu STEUERN, zu ihrer gewünschten Rate und Höhe“
            Und über die Höhe der Ziel-Inflation & Beschäftigungsgrad entscheiden sowie über alle politischen Prioritäten der Ausgaben die Stimmbürger.
            Und sollte eine Regierung diese 2 Ziele nicht respektieren, dann kann man sie abwählen, entlassen oder sonstwie zum Teufel jagen, wie auch immer wir es am Liebsten hätten.

  • Marco De Micheli, hrmbooks.ch sagt:

    Wir haben durchaus eine liberale Marktwirtschaft und auch die soziale Marktwirtschaft funktioniert nach wie vor. Nur Konsumenten sollten bezüglich Unternehmensethik vor allem in sozialen und umeltpolitischen Belangen kritischer, selektiver und anspruchsoller sein. Solange auch der Statt mit Regulierungen bei und in Europa noch immer eine Kontrollfunktion hat und wir keine amerikanischen Zustände haben, wo der Markt alles regeln soll und der Staat verteufelt wird, wird das auch so bleiben.

    • A Luethi sagt:

      Es ist mitnichten so, dass in den USA freie Marktwirtschaft herrscht. Die Geschichte der USA ist voller massiver staatlicher Eingriffe, zB durch die Zentralbank. Vom New Deal bis heute wurden so ziemlich alle denkbaren wirtschaftspolitischen Eingriffe vorgenommen. Es gab dann aber immer wieder korrigierende Elemente, aber der Mythos vom freien Markt in den USA stimmt so absolut nicht.

      • Taric Trent sagt:

        Der freie Markt ist überhaupt NUR ein Mythos. Hinter jedem freien Markt steht ein mächtiger Staat mit Heer, Polizei, Universität, Kirche, Verkehrswesen, Abteilung für Soziales, Kulturschaffen – all dem was die Kapitalisten von sich aus nie aufstellen würden, aber absolut notwendig dafür ist, dass Kapitalisten überhaupt etwas verkaufen können. Nennen sie ein einziges Gegenbeispiel. Der freie Markt ist eine ideologische Idealisierung des Tausches, in der Realität kann es den nicht geben.

  • Robert Walpole sagt:

    Die Analyse von Tettamanti stimmt. Dies, obwohl es sich bei ihm um einen sogenannt „Superreichen“ handelt.
    Der Staat hat in der Wirtschaft nur insofern etwas zu suchen, als er als Gesetzgeber vernünftige Rahmenbedingungen zu schaffen hat, welche den Anforderungen der Rationalität zu genügen vermögen.
    Selbstverständlich braucht Wirtschaft Staatlichkeit, aber keinen staatlichen Würgegriff. Europa ist längst auf dem falschen Geleise Richtung Prellbock.
    Die Denkmodelle von Keynes, welche die Grundlage zum „New Deal“ von Präsident Roosevelt bildeten, funktionierten auch nicht wirklich.
    Erst der Ausbruch des Zweiten Weltkriegd löste den gordischen Knoten der US-Wirtschaft.

    • Reto Kalbermatten sagt:

      Irrtum, Robert Walpole. Die soziale Marktwirtschaft in vielen Ländern Europas ist das weltweit beste und erfolgreichste Modell. Skandinavische Länder, der DACH-Raum, die Benelux-Länder beweisen das. Der Staat reguliert relativ streng, auch mit sozialen Vorgaben und Verantwortungsbewusstsein, und die Wirtschaft blüht dennoch. Was ich mir nicht wünsche, sind amerikanische Zustände, bei denen alles dem sogenannt freien Markt überlassen wird. Die Folge sieht man: Gespaltene Gesellschaft, exzessive Gewalt, Armut und Verschuldung, Überleben nur noch mit zwei Jobs in einer Familie möglich und vieles mehr. Alles massive Probleme, welche wir in Europa, bis auf wenige Ausnahmen, dank sozialer Marktwirtschaft nicht haben.

    • andy sagt:

      Sprechen Sie von dem Tettamanti, der ausser der in den Konkurs getriebenen Firma Saurer, keine weiteren operativen Manager Mandate als Referenz vorzuweisen hat?

    • rahel tanner sagt:

      Insofern haben die US-Chefs ja doch recht. Am Ende dieser derzeitigen wirtschaftlichen Entwicklung käme es zwangsläufig zu einem grossen Krieg: um Ressourcen, um Handelswege oder einfach aus einem weltweit überbordenden Nationalismus heraus. Diesen Krieg aber als wirtschaftliche Lösung zu präsentieren ist nicht nur zynisch sondern zutiefst Menschen verachtend.

    • Alex sagt:

      Genau das ist die Lösung um den gordischen Knoten zu lösen braucht Trump auch einen Krieg wie die anderen US-Präsidenten. Oder zumindest wie Reagan einen Fiskalimpuls der den Demokraten im Halse stecken bleibt (Gingrich).
      Genau vernünftige Rahmenbedingungen die da wären? Außer Platitüden haben sie nichts. Inwiefern funktionieren Keynes Denkmodelle nicht mehr?
      Ist eigentlich ein staatlicher Würgegriff Polizeigewalt oder Verwahrlosung? Sind „Deficits don’t matter“ (Cheney) Würgegriff für Finanzdienstleistungen und ein Graus für Libertäre/Utilitaristen (Greenspan)?

      War dieser gordische Knoten nicht ein knallharter Eingriff in die Volkswirtschaft zugunsten der Rüstungsindustrie? Was glauben sie wie die deutsche Mobilmachung möglich. Sind sie für mehr staatliche Kontrolle?

  • Bernhard Piller sagt:

    Doch, es kommt drauf an, ob die Vermögen beim Staat oder beim Privaten sind. Kollektivismus ist der Grund, warum Afrika so ist wie es ist. Wenn alles allen gehört, dann wird halt auch der letzte Baum gefällt. Natürlich weiss man, dass es ein Fehler ist, aber wenn man es nicht tut, dann tut es der Nachbar.

    • Anh Toàn sagt:

      Ach in Afrika gehört alles allen?

      Nirgendwo sind die Unterschiede in Einkommen und Vermögen grösser als in Afrika.

    • Alex sagt:

      Schnell billige Aussagen aus der Mottenkiste holen und seine moralische Kraft der Argumente sprechen lassen. Wer braucht schon Beweise?
      Ernsthaft wie haben Gemeinschaften über die ganze Menschheitsgeschichte überhaupt überlebt? Glaubst du ernsthaft es interessiert auch nur irgendjemanden wenn du Eigentum nicht mit Gewalt schützen kannst?
      Genau darum geht es im Artikel wenn Legitimität angreifbar ist, weil der Erfolg ausbleibt dann wird dein privater Baum gefällt und das ist kein Kollektivismus. Deswegen auch das Zitat von Keynes. Die Frage ist nur wann für wen und wann kippt die Stimmung. Wollen sie einen Polizeistaat der die Vagabunden von ihrem Haus und Hof fernhält?

  • Bernhard Piller sagt:

    In einer Gesellschaft wie der Schweiz, wo die Staatsangestellten im Schnitt 122’000 CHF pro Jahr verdienen und wo die KIndergärtnerin ebenfalls die 100’000 locker überschreitet, kann es so schlecht nicht gehen. Das gesellschaftliche Problem, das Europa hat, ist die wachsende Privilegierung der Staatsangestellten gegenüber den Leuten in der Privatwirtschaft. DIe paar Milliardäre sind peanuts.

    • Reto Stadelman sagt:

      Sie operieren da mit hohen Zahlen, für die (wie ich annehme) die Belege fehlen. Das ist nicht gerade sauber.

    • Robert Walpole sagt:

      @Bernhard
      Die von Ihnen genannten Zahlen halten einem Faktencheck stand. Es ist auch völlig klar, dass in den Ländern Europas die Staatsangestellten über wachsende Privilegien verfügen. Es kommt nicht von ungefähr, dass viele junge Leute – auch viele Frauen – eine akademische Ausbildung machen, vielleicht sogar promovieren, und sich dann in einer Staatsstelle sozial in Sicherheit bringen.
      Was studiert wird, ist von sekundärer Bedeutung.

      • Franz Kaufman sagt:

        Wenn man bedenkt das gerade die jüngsten Jahre eines Menschen die wichtigsten sind, sollten die Kindergärtner 130000 oder mehr verdienen. Abgesehen davon, sagt ein Durchschnitt zu wenig aus.

      • Reto Stadelman sagt:

        Bei Bundesangestellten sind die Zahlen korrekt. Das hat mich selber überrascht.
        Kindergärtnerinnen die 100’000 verdienen sind gemäss Lohnklassen möglich. Aber man kann nicht einfach hingehen und die hohen Lohnstufen als Durchschnitt angeben. Das ist nicht sauber. Über Durchschnittslöhne bei Kindergärtnerinnen fand ich bei der weiteren Recherche nichts, nur über Lehrer.

        • Josef Marti sagt:

          Da werden die Bankangestellten vergessen, die sind auch Staatsangestellte und haben einen Durchschnittslohn von 250’000.

        • Anh Toàn sagt:

          „Bei Bundesangestellten sind die Zahlen korrekt. Das hat mich selber überrascht.“

          Mich eigentlich nicht, beim Bund ist der „billigste“ Job ein ausgebildeter Verwaltungsangestellter, Also vergleichbar einer abgeschlossen KV Lehre. Das ist wie bei Novartis, dalaufen die Betriebsmitarbeiter, die eigentlichen „blue collar jobs“ im weissen Schurz mit dem Tablet auf dem Arm durch die Hallen. Da dürfte der Durschnittslohn deutlich höher liegen. Mich hätte überrascht. wenn die Aussage von Herrn Piller an sich richtig wäre, dass Staatsangestellte in der Schweiz inkl der Kantons- und Gemeindeangestellten, wo die grosse Mehrheit arbeitet, (inkl. Müllmänner und Strassenwischer, Putzpersonal und Hilfspfleger) im Durchschnitt so viel verdienen.

          • Anh Toàn sagt:

            So schafft man heute alternative Fakten: man nimmt eine Zahl für Bundesangestellte, an sich richtig und erklärbar in ihrer Höhe, und sagt, die sei für alle Staatsangestellten, und dann kann man Empörung bewirtschaften. Die bösen Staatsangestellten mit ihren Privilegien sind schuld, dass ich nicht reicher bin.

      • andy sagt:

        Sprechen Sie von dem Tettamanti, der ausser der in den Konkurs getriebenen Firma Saurer, keine weiteren operativen Manager Mandate als Referenz vorzuweisen hat?

    • H.Trickler sagt:

      Haben Sie übersehen, dass in der hochgelobten Eidgenossenschaft auch für die Kindergärtnerin ein Maturitätsabschluss nötig ist?
      Und 100K p.a. macht diese meines Wissens nicht?

    • vlad petrosian sagt:

      .. so wenig habe ich in den letzten zwanzig Jahren nie verdient und ich bin nicht Staatsangestellter.
      Und wenn ich google ist der Median für Kindergärtner 7749 pro Monat.
      Ich gebe aber zu, es gibt Arbeiten wo die Leute für ihr Engagement und ihre Belastung deutlich unterbezahlt sind (z.b. Pfleger auf Intensivstationen)

    • Claire Deneuve sagt:

      Piller: Sind Sie wieder mal mit Ihren KindergärtnerInnen am hausieren?
      Es verdienen längst nicht alle „locker“ über 100k, auch wenn der Median bei 7749 pm liegt. Im übrigen haben diese auch eine grosse Verantwortung für die Knirpse, dazu viele arrogante Eltern, die einem den Nerv rauben können! So ein Zuckerschleck ist dieser Job auch nicht immer, wie Sie sich das so vorstellen!
      https://www.lohncheck.ch/gehalt/Kinderg%C3%A4rtner

    • Anh Toàn sagt:

      @Bernhard Piller „Das gesellschaftliche Problem, das Europa hat, ist die wachsende Privilegierung der Staatsangestellten gegenüber den Leuten in der Privatwirtschaft. “ Ja gell, das ist eine Schweinerei, dass die Angestellten beim Staat besser behandelt werden als von Amazon und Co.

  • Josef Marti sagt:

    Von Marktwirtschaft kann keine Rede sein wenn im Ernstfall Pleiten staatlich verhindert werden. Vielmehr entlarvt sich das System als klare Planwirtschaft. Am Ende des Tages geht es bei der Ökonomie immer um die Verteilung, daran geht kein Weg vorbei, auch wenn es systematisch immer ausgeblendet wird.

  • Anton Schneider sagt:

    Nein Herr Diem, Trump hat überhaupt nichts mit den Herausforderungen und Problemen der liberalen Wirtschaft zu tun. Merkel hat mit dem letztem China-Besuch letzte Woche in China Germany first praktiziert. Für eigene Wirtschaftsinteressen werden Menschenrechtsverletzungen ignoriert und Diktaturen hofiert. Wir haben keine liberale Marktwirtschaft und die soziale Marktwirtschaft wurde mit der Globalisierung abgeschafft und mit Pflästerli- und Klientele-Politik der am meist Empörten, der Gerechten sowie der Gleichmacher ersetzt. Mit der Politik der O bzw. Negativzinsen aber haben die Politiker und Notenbanken das Fundament der Märkte zerstört. Um das Volk zu beruhigen werden bereinigend Wirtschaftszyklen eliminiert mit katastrophalen Folgen. und Vermögensumverteilung.

    • Anh Toàn sagt:

      „Wir haben keine liberale Marktwirtschaft und die soziale Marktwirtschaft wurde mit der Globalisierung abgeschafft..“

      Also haben wir Kommunismus?

      Sie soziale Marktwirtschaft wurde von Maggie und Ronnie abgeschafft, unter Applaus der gesamten HSG und sonstigen „Supply-side-trickle-down-Voodoo“ Ökonomen: Keynes war ein Kommunist, das sollte nicht vergessen werden.

    • Anh Toàn sagt:

      Die Null und Negativzinsen führen zu Vermögensumverteilung:

      Zinsen bekommt, wer mehr Vermögen hat, als der Wert des Heims, das er bewohnt, egal ob als Mieter oder Eigentümer. Zinsen bezahlt, ausser dem Staat, was wiederum wir alle sind, wer weniger hat als der Wert seines Heims: Vereinfacht bekommt die obere Hälfte der Bevölkerung Zinsen, während die untere diese bezahlt.

      Und jetzt erklären Sie mir, wie tiefe Zinsen die Armen ärmer und die Reichen reicher machen. (Nee, das geht nicht mit dem Verschulden, netto können auch Reiche nicht mehr Schulden als Guthaben/Vermögen haben. Also bekommen Sie zinsen auf mehr, als worauf sie Zinsen zahlen, sonst gehen sie pleite.

      • Anh Toàn sagt:

        Sinkende, nicht tiefe Zinsen lassen die Vermögen aufwerten, die zukünftigen Erträge werden zu einem tieferen Prozentsatz abdiskontiert, was zu einer höheren Bewertung führt: Diese höhere Bewertung muss aber von niemanden bezahlt werden, bzw. genügt ein einziger, der eine Novartis Aktie kauft für CHF 100.00, um alle Novartisaktien aufwerten zu lassen.

        Steigende Zinsen führen umgekehrt wieder zu einer tieferen Bewertung der Anlagen.

        Hohe Zinsen aber muss die untere Hälfte bezahlen, damit die obere Hälfte diese bekommt, das sind nicht nur Bewertungsdifferenzen, Buchgewinne und -verluste, sondern echte Einnahmen der Oberen und Ausgaben der Unteren. Da fehlt das Geld das die Reichen bekommen, im Portemonnaie der Armen.

        Hat man je einen Armen gehört, der sich über tiefe Zinsen beklagt?

  • Rolf Rothacher sagt:

    Was läuft falsch? Es ist die Einmischung des Staates in immer mehr Marktplätze. Nichts mehr bleib unreguliert, was letztendlich bloss immer mehr „Notexistenzen“ schafft. In der Landwirtschaft, bei den Krankenkassen-Prämienzahlern, bei den Pflegeheim-Patienten und wohl bald auch bei Journalisten und Medienhäuser. Der Markt wird überall durch Vorschriften und damit höheren Kosten gedeckelt. Zusätzlich (in der Schweiz, der EU) hilft die Personenfreizügigkeit nur den Unternehmen, nicht aber den vorhandenen Arbeitnehmern. Sie bekommen keine Aus-/Weiterbildung mehr vom Arbeitgeber.
    Die Milliardäre sind nicht das Problem. Denn es ist egal, wer das Vermögen besitzt, so lange es produktiv eingesetzt wird. Doch Kapitalismus und fehlende Märkte, das funktioniert nicht.

    • Anh Toàn sagt:

      „es ist egal, wer das Vermögen besitzt“, na dann, geben Sie mir doch Ihres, das ganze am besten , ist ja egal wer es besitzt.

      Oder, dann ist es doch auch egal, wenn der Staat das ganze Vermögen besitzt, privates Eigentum abgeschafft wird, ist ja egal, wer das Vermögen besitzt.

      Ach so, ich und der Staat würden diese Vermögen nicht produktiv einsetzten, das ist etwas, was nur Reiche können, weil die sonst ja nicht reich wären: Also sollte der, der am meisten hat, gleich alles bekommen, der setzt es am produktivsten ein, nämlig!

      Gut wenn die anderen dann nichts haben, wird’s auch nichts mit der Produktivität, aber vielleicht gibt’s im Ausland noch welche die was kaufen, (die waren halt doof die Ausländer und haben nicht gemerkt, dass alles einer haben muss) und dann geht es.

    • Reto Stadelman sagt:

      Ich stelle immer wieder mit einer gewissen Ungläubigkeit fest, dass es immer noch Marktschreier gibt die Deregulierungen wünschen oder glauben der Staat sei an allem Schuld.
      Solche freien Märke sind heutzutage gar nicht mehr möglich und auch nicht sinnvoll. Die Hälfte der Menschen (auch in wohlhabenden Ländern) würde sonst ganz einfach abgehängt werden und wir würden in kürzester Zeit wieder im Feudalismus landen.
      Auch das Wirtschaften wie vor 60 Jahren funktioniert nicht mehr. Alle tief hängenden Früchte des Wohlstandes wurden bereits gepflückt. Wer heute echten Mehrwert schaffen will, muss nicht selten sehr viel Kapital investieren oder ein echtes Genie sein.
      Wir erleben eine unumgängliche Stagnation die uns noch viele Jahrzehnte begleiten wird. Das ist meine bescheidene Laienmeinung.

      • Josef Marti sagt:

        Mehrwert und damit Profit kann nur geschaffen werden wenn eine Vielzahl von Mitarbeitern in optimaler Arbeitsteilung und –organisation strampelt. Ein Einmannbetrieb kann dagegen nie mehr als einen marktgerechten Geschäftsführerlohn erwirtschaften aber keinen richtigen Profit. Letzterer wird aber immer dem Boden und dem Kapital und auch noch den Mänätschern (in Form von Zins, Miete/Pacht Dividende und Boni) zugeschlagen, dies haben Ricardo, Smith und Konsorten vor 300 Jahren so befohlen und damit hat sichs, der Renditesklave darf maximal nur soviel als zur eigenen Reproduktion nötig erhalten.

    • Franz Kaufman sagt:

      Sie meinten sicher: „Was läuft falsch? Es ist die Einmischung des durch das Kapital manipulierten Staates in immer mehr Marktplätze.

    • Josef Marti sagt:

      Deshalb darf es nicht sein dass es allen gut geht, denn das wäre ja Sozialismus. Stellen Sie sich vor alle wären gleich wohlhabend, das wäre auch Sozialismus, denn dann ist alles gleich-gültig und Vermögen und Reichtum gar nicht wahrnehmbar. Vermögen kann es nur geben wenn viele wenig bis nichts haben und wenige viel, denn nur dann kann es Vermögenserträge geben; Mieten/Pachten Zinsen und Dividenden sind unmöglich ohne strampelnde Sklaven.
      „Vermögen“ die keine Erträge abwerfen sind meistens wertlos (abdiskontierter cashflow Null) oder wie Gold eine Versicherung; niemand kauft eine volle Brieftasche.

    • Alex sagt:

      Die Kosten des einen sind die Einnahmen des anderen. Das was eine Rolle spielt ist die Effizienz, wobei dann die Frage aufkommt für was der Effizienzgewinn genutzt wird.
      In welche Marktplätze mischt sich der Staat den ein in die er es noch nicht getan hat? Sollte er ihnen nachträglich die Einmischung zugunsten von Ihnen in Rechnung stellen? Was sind Notexistenzen und würde es die auch geben ohne Regulierung?
      Warten sie – Milliardäre haben das Vermögen und die Weltwirtschaft kriselt so vor sich hin und hofft auf weitere Kredit-/Fiskalimpulse aus China und den USA. Wo verwenden die nun ihr Vermögen produktiv wenn schon seit 10 Jahren nichts außer unteres Mittelmaß herauskommt?

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