Folgt nun der umgekehrte Frankenschock?

Ihre Interventionen haben künftig wieder mehr Schlagkraft: Die Schweizerische Nationalbank. (Foto: Reuters/ Ruben Sprich)

An ihrer ersten Sitzung im neuen Jahr hat die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Kurs bestätigt. Das Wertschriftenkaufprogramm ist definitiv beendet. Fortan kauft sie netto keine zusätzlichen Anleihen mehr zu. Sondern sie ersetzt nur noch die bestehenden Papiere, die sie in ihrem Portefeuille hält. Läuft eine Anleihe aus, erwirbt sie mit den Mitteln vergleichbare Anleihen, mehr nicht. Der Unterschied: Bisher druckte sie zusätzlich Geld, um immer mehr Wertschriften zu kaufen. Nun hält die EZB per saldo die Liquidität im Euroraum stabil.

Dieser Ausstieg aus der «quantitativen Lockerung» (Quantitative Easing, QE) müsste den Franken eigentlich entlasten. Denn die EZB macht den Beschluss von vor vier Jahren rückgängig, der damals den «Frankenschock» auslöste.

Rückblick auf den Frankenschock

Erinnern wir uns: Um der massiven Frankenaufwertung ein Ende zu setzen, kontrollierte die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Wechselkurs zum Euro seit September 2011. Der Euro durfte sich nicht unter 1.20 Fr. abwerten. Sie intervenierte bei Bedarf und kaufte Eurowertschriften d.h. Euros gegen Franken, auf. Ende 2014 zeichnete sich ab, dass die EZB ihren Widerstand gegen QE aufgegeben hatte. Um die Wirtschaft wieder auf die Beine zu bringen, würde sie monatlich für zweistellige Milliardenbeträge Eurostaatsanleihen aufkaufen und entsprechend Geld schöpfen. Dadurch würde sie die Marktzinsen nach unten drücken. Da dies die Rentabilität der Euroguthaben senkt, stand fest, dass diese Politik den Euro massiv abschwächen würde.

Die SNB kam zum Schluss, dass sie gegen diese grossangelegte Abwertungspolitik der EZB ihren Mindestkurs von 1.20 Fr./€ nicht verteidigen konnte. Um die EZB abzuwehren, hätte die SNB unbegrenzt am Devisenmarkt intervenieren müssen. David gegen Goliath – nur dass diesmal am Ende David unterlegen wäre. Die SNB war chancenlos gegen die Euroliquiditätsflut. Sie gab den Mindestkurs auf, ohne Vorwarnung: am 15. Januar 2015.

Quelle: Thomson Reuters

Der Eurowechselkurs rauschte in den Keller. Der Franken wertete sich um 15% auf. Die Schweiz rutschte in eine Minirezession. Erst über ein Jahr später erholte sich die Wirtschaft von diesem Frankenschock. Seit 2017 läuft die Konjunktur wieder rund. Aber der Franken hat dennoch nur einen Bruchteil des damaligen Aufwertungsschubs abgegeben. Aktuell notiert der Wechselkurs 1.13 Fr./€, also 6% unter dem Mindestkurs, den die SNB von 2011 bis 2015 verteidigt hatte.

Ende der Euroabwertungsstrategie

Nun hat die EZB ihre Geldschöpfungsmaschine abgestellt. Goliath kämpft nicht mehr für einen schwachen Euro. Die Voraussetzungen sind also vorhanden, dass sich der Wechselkurs 2019 endlich wieder auf die alten 1.20 Fr./€ zubewegt. Kommt der umgekehrte Frankenschock?

Vorerst ist das wohl nur eine Illusion. Solange die Börsenkurse schwanken, China und die USA ihren Handelskonflikt fortsetzen und die Eurostaaten mit Blick auf die Europawahlen im Mai lauthals streiten, bleibt der Franken als sicherer Hafen gesucht und stark. Auch die Zinsaussichten sprechen gegen eine Euroaufwertung. Die EZB wird die Leitzinsen nicht erhöhen, solange die Konjunktur im Euroraum an Fahrt verliert und die Inflation nicht anzieht.

Die SNB wird schlagkräftiger

Aber dafür hat die SNB an Schlagkraft gewonnen. Denn dank des QE-Aus im Euroland wirken die Deviseninterventionen der Schweizer stärker als zuvor. Früher schöpfte die SNB mit ihren Eurokäufen Liquidität ab, während die EZB ständig neue Liquidität in Umlauf brachte. Es war der sprichwörtliche Tropfen auf den heissen Stein. Nun schöpft die SNB Mittel ab, ohne dass die EZB via QE neue Euros druckt. Die Analysten der Bank Morgan Stanley argumentieren folgendermassen:

«Da die EZB die Liquidität nicht mehr erhöht, verringert jede Intervention der SNB automatisch das Nettoangebot  von liquiden Euromitteln, worauf sich der Euro zum Franken aufwertet.»

Das Ende von QE in der Eurozone hat zwar noch keine Spuren im Franken-Euro-Wechselkurs hinterlassen. Aber es bringt die lang erhoffte Entlastung – sowohl für den Franken als auch die SNB.

46 Kommentare zu «Folgt nun der umgekehrte Frankenschock?»

  • Marvesh sagt:

    Der Artikel ist sehr gut und verständlich geschrieben, sodass auch nicht Börsianer und Experten wissen, worum es geht. Man könnte sagen, die SNB kämpfte gegen die Windmühle EZB. Und sitzt auf einem Berg Euro, der bald um ein Vielfaches wertvoller wird. UND dann?

    • Josef Marti sagt:

      Es winken riesige zusätzliche Gewinne die an die Kantone geschüttet werden können falls die Entwicklung tatsächlich wieder in Richtung 1,20 gehen sollte.

      • Jan Svoboda sagt:

        @marti
        weiter träumen, die Erwachung kommt. Eine nennenswerte Aufwertung des Euros ist so gut wie ausgeschlossen, die weltweite Rezession, die vor allem die Eurozone trifft und die Berge von Finanzleichen bei den Banken werden es verhindern, vom Handelsstreit mit den USA gar nicht zu reden. Die SNB wird ziemlich sicher Verluste gleichzeit mit Euro und US Aktien einfahren, keine Frage ob sondern wann.

        • Anh Toàn sagt:

          Eher wird die SNB Verluste auf nominelle USD Guthaben (Bonds, Sichtguthaben) einfahren als auf US Aktien oder nominelle Euroguthaben:

          Oder können Sie mir erklären, warum der EUR zum Dollar stabil ist, obwohl es in Dollar 2-3% mehr Zins gibt?

          Kaufen Sie mit Ihrem Geld USD, Herr Svoboda? Folgen Sie mit Ihrem Geld Ihren Worten? Oder schwatzen Sie einfach die EU mies?

        • Anh Toàn sagt:

          Long USD, Short EUR müssen Sie sein, wenn Sie Ihren Worten folgen, das brächte Ihnen rund 2% Zinsdifferenz pro Jahr, einen Gratis Lunch jeden Tag, oder einen gratis Ferrari jeden Tag, je nach Investitionssumme und Hebel: Verlieren können Sie nicht, im gegenteil werden Sie, ganz gewiss „keine Frage ob sondern wann“, zusätzlich zur Zinsdifferenz noch Kursgewinne einfahren.

          BS erzählen Sie Jan Svoboda, sagen die Märkte zumindest mir.

  • Peter Halter sagt:

    Die Anleihenrenditen sind unterteilt nach Risikoklasse immer in etwa gleichgeschaltet. Emittieren die Europäischen Länder neue Anleihen mit höheren Verzinsungen, fallen entsprechend die Kurse der bestehenden, tiefer verzinsten Papiere. Diese können nun von der EZB vor dem Verfall rückgekauft werden. Damit lässt sich ein schöner Teil des Schuldenbergs abtragen.

    • Josef Marti sagt:

      Niemand emittiert höherverzinsliche Anleihen wenn er es billiger haben kann. Italien wird aber dazu gezwungen wenn wie gesehen die EZB ihr Ankaufprogramm nur ein bisschen drosselt und die Kurse fallen.
      Ein Stopp der Anleihenkäufe reduziert den Schuldenberg in absoluten Zahlen nicht sondern bremst lediglich dessen weiteres Wachstum.

      • Rolf Zach sagt:

        Es reduziert den Schuldenberg, wenn die wirtschaftlichen Aktivitäten sich wieder erholen und die Konjunktur gestärkt wird. Dies führt nämlich ziemlich rasch zu steigenden Steuereinnahmen und der Staat braucht nicht zusätzliche Mittel, d.h. die EZB muss keine zusätzlichen Anleihen-Käufe betätigen und das gegenwärtig Deutschland ein ist ein Beispiel dafür. Eine klassische Methode im Sinn von Keynes.
        Die wenigsten haben verstanden, dass es der Euro war und die EZB, die verhindert haben, dass sich die Konjunktur in Europa nicht noch schlimmer den Bach runter ging. Diese Gequake um Währungsabwertung hätte niemals geholfen. Abwertungen von einheimischen Währungen, die als ständiger Schwund angesehen werden, helfen nur in Ausnahmesituationen. In Skandinavien wohl, aber nicht in Süd-Europa.

  • Josef Marti sagt:

    Ohne die damalige Aufhebung des Mindestkurses und die nachfolgende Minirezession hätten wir jetzt 15 Mio Einwohner in der CH. Die einzige Möglichkeit ist nunmal eine Wirtschafts- und Wohlstandsschrumpfung dh. Preise, Löhne und Mieten müssen runter und die Staatsverschuldung rauf, mittel bis langfristig würde das den CHF auch schwächen so dass sich Export und verarbeitendes Gewerbe wieder erholen könnten. Solch massiv gravierende Dummheitsfehler wie eine PFZ lassen sich nur mit einer langwierigen Rosskur kurieren. Die CH hat sich deshalb lieber für eine komplett zubetonierte 20 Mio Schweiz mit stagnierendem BIP pro Kopf und ewiger Dauerbaustelle entschieden.

  • Daniel Wigger sagt:

    Herr Neuhaus argumentiert durchwegs sachlich und korrekt. Aber es ist nicht richtig, dass die SNB keine Chance hatte gegen den Aufwertungsdruck des CHF. Im Gegenteil, bis anhin hatte sich Herr Jordan und seine Mannen einen enorm starken Ruf eingeholt, dass man dem CHF glaubte am Markt, und dass er nicht mehr unter 1.20 runtergehen werde. Die grossen Interventionen führte die SNB erst nach dem Frankenschock durch, denn danach war ihre Glaubwürdigkeit erschöpft. Denn Glaubwürdigkeit ist die stärkste Währung am internationalen Geldmarkt.

  • Hagmann sagt:

    QE wirkt wie Cortison bei einem Menschen mit Autoimmunkrankheit.
    Setzt man dies ab, zerstört das Immunsystem den Menschen. Schlimmer noch.
    Da bei Langzeitcortisonbehandlung die lebenswichtige Eigenproduktion von Cortison nicht mehr erfolgt, gerät der Mensch in eine schwere Krise.
    So wird es auch in der EU kommen. Wenn die Fritzen in Brüssel nicht weiter
    Geld drucken, natürlich aber erst nach den Wahlen, klöpft es in Italien und Griechenland und in Frankreich wird der EU-Austritt mehrheisfähig. Das Problem: Die EU mit den vielen Nichtsnutzen von Regulieren ist mit einer
    Autoimmunerkrankung vergleichbar. Diese lässt sich nur mit selektiv zerstörenden Keulen aus der Krebstherapie nachhaltig bodigen.
    Aus dem Regal der Krebstherapie

  • pepe müller sagt:

    Was mich viel mehr beunruhigt, ist die Tatsache, dass unsere SNB immer noch Euros im Wert eines BIP in den Büchern hat. Wenn der Euro den Bach runter geht, was passiert dann, mit dem Loch in unseren Büchern? Wieso liest und hört man nie etwas darüber?

    • Thomas Abderhalden sagt:

      Ich muss immer ein bisschen lachen, wenn man vom Euro wie vom Zimbabwe Dollar spricht. Der Euroraum hat eine Inflation von ca. 2%, d.h. so schnell geht der nicht den Bach runter, auch wenn das in der Schweiz immer wieder beschworen wird.

      • Thomas Abderhalden sagt:

        Einfach noch zur Illustration. CHF100 = ca. €85.

        Wenn der Euro überbewertet wäre, würde man für 100 Franken mehr erhalten als für 85 Euro. Es ist aber umgekehrt. Kaum etwas, was man für 100 Franken erhält, kostet im Euroraum mehr als 85 Euro. In der Regel weniger oder sogar viel weniger (mit wenigen Ausnahmen). Somit ist aus Schweizer Sicht der Franken überbewertet.

        • Rolf Zach sagt:

          Um Ihre Aussage statistisch zu verstärken, ist es durchaus erlaubt, den Big Mac-Index zu benützen. Gegenwärtig ist es so, dass die Schweiz den teuersten Big-Mac der Welt hat (18,8 % höher als in den USA, wo er am dritt-teuersten der Welt ist. Nur Schweden ist etwas teurer als die USA (5,8 %) aber einiges billiger als die Schweiz. Die EU ist im Durchschnitt -14,1 % billiger als die USA. Sogar für das steinreiche Singapur ist der Mac 22,4 % billiger als in den USA und damit ein Drittel billiger als in der Schweiz (!).
          Übrigens das Pro-Kopf Einkommen nach Kaufkraft ist in der Schweiz gemäß IMF 61,360 $, aber in Singapur ist es pro Kopf 90,531 $ (kein Ölstaat wie Brunei), der Singapur-$ wird aber nicht als Goldersatz eingesetzt. Denkt darüber nach!

    • Beat Müller sagt:

      Pepe Müller: Sie fallen immer wieder durch völlig unqualifizierte Kommentare auf.
      Die Schweiz hat nicht mal mehr € in der Höhe eines halben BIP’s und der € wird auch nicht den Bach ab gehen.
      Der € ist übrigens vs. dem $ gut 25% stärker geworden seit seiner Einführung und das zählt. Unser Franken ist nur eine im internationalen Vergleich unbedeutende Devise

  • Bernhard PIller sagt:

    Ich bin schockiert: die SNB hat an „Schlagkraft gewonnen“, um die eigene Währung kaputt zu machen? Das gelingt den meisten Ländern ganz automatisch. Deren Schwierigkeit ist es, die eigene Währung NICHT kaputt zu machen.

  • Max Bader sagt:

    Die Eurozone ist in einer wirtschaftlichen Dauerkrise und dass man nach Jahren einer „gut“ laufenden Konjunktur die Zinsen immer noch nicht erhöht hat, spricht Bände. Da wird sich gar nichts bessern.
    Der einzige Grund für einen umgekehrten Frankenschock wäre, wenn zuerst die Schweizer Immobilienblase platzt vor der nächsten Eurokrise.

  • Anton Schneider sagt:

    Wenn die Schuldner die Papiere zum 0-Tarif nicht mehr an den „Mann“ bringen, müssen diese bessere Konditionen bieten. Können sich das die vielen Zombie-Unternehmen leisten? Auch die hochverschuldeten Staaten, werden wohl etwas anbieten müssen, oder warum sollen Italiener noch mehr eigene Staatspapiere kaufen?
    Ansonsten sind Prognosen zu Währungsentwicklungen zu über 50% schlicht falsch. Zu viel Emotionen, Politik, Spekulation.

  • Samuel Möckli sagt:

    Ein umgekehrter Frankenschock als Headline?
    Mit dem Wissen, wie sich der Schuldenberg in Italien aufgehäuft hat – und wie „fahrlässig“ die dort ansässige Regierung mit der Situation umgeht droht ja schon wieder der nächste Frankenschock – aber leider wieder in die andere Richtung.

    • Robert Schumann sagt:

      Die italienischen Staatsschulden in Prozent des BIP sind nur unwesentlich höher als vor dem Beitritt zum Euro. Sie entsprechen ungefähr der Verschuldungsquote der USA. Ausserdem stehen in Italien dem niedrige private Schulden und hohe private Vermögen gegenüber. Ohne die Populisten an der Macht, wäre das Land vermutlich gar nicht im Fokus.

      • Max Bader sagt:

        Italien war bei der Einführung des Euros mit rund 100% des BIPs verschuldet, jetzt sind es über 130%.
        Die EZB kauft seit Jahren italienische Staatsanleihen, aber natürlich sind nun die ach so bösen „Populisten“ schuldig. Dann hat die EZB wohl schon Jahre voraus gesehen, dass die bösen Populisten kommen und deswegen italienische Staatsanleihen gekauft und ansonsten wäre natürlich alles in Ordnung gewesen?

        • Robert Schumann sagt:

          Italiens Staatsverschuldung Mitte der 90er (vor Einführung des Euro) lag bei 120%. Sie sank nach Einführung des Euro auf ca. 100% (ca. 2008) um dann wieder anzusteigen.
          Andere Länder haben wesentlich dramtischere Steigerungen in der Finanzkrise gehabt (USA von 70% auf über 130%, UK von 40% auf 100% und Spanien von 30% auf 95%). Italiens Staatsschulden sind nicht das Problem, sondern Überalterung, staatliche Institutionen und politischer Stillstand. Alle Massnahmen die dies beheben sollten wurden von der Vorgängerregierung lanciert und durch die Populisten vernichtet. Bspw. brauch Italien Einwanderung.

          • Max Bader sagt:

            Herr Schumann, der Euro wurde nicht Mitte der 90er Jahre eingeführt. Mitte der 90er Jahre hatte aber Italien noch die Lira und deswegen waren die Schulden nicht bedrohlich. Zudem gelang unter der Lira auch die Reduzierung der Schuldenquote, was unter dem Euro sehr viel schwieriger ist.
            Sie können nicht auf die Schuldenquote schauen, ohne die gesamtwirtschaftliche Situation anzuschauen. Italien ist seit der Einführung des Euros kaum mehr wirtschaftlich gewachsen. So etwas gab es noch nie. Die USA und das UK haben zum Beispiel eine so niedrige Arbeitslosenquote wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

      • Rolf Zach sagt:

        Ich kann dem nur zustimmen, außer Griechenland haben alle Euro-Staaten eine Quote der Staatsverschuldung zum Volkseinkommen, die nicht im jetzigen Zeitpunkt gefährlich ist (89 % zu 105 % in den USA). Ebenfalls ist Leistungsbilanz von Euroland im Plus im Gegensatz zu den USA. Natürlich hört man ständig, es bestehe keine Transfer-Union, aber wann hat die Schweiz eine Transfer-Union eingeführt, eigentlich nicht vor 1939. Vergesst nicht die EU-Subventionen, auch eine Art Transfer-Union, dass werden die Waliser mit ihren Schafen nach dem Brexit leidvoll merken.
        Wer hat mehr gewonnen, wer 2010 in den Euro oder in das Pfund investiert hat?

        • Max Bader sagt:

          Es kommt auf die wirtschaftliche Schlagkraft drauf an und nicht auf die Schuldenquote alleine. Zudem vergessen Sie, dass Länder wie Portugal, Griechenland, Spanien, Italien oder Belgien keine selbstständige Nationalbank haben. Das verschärft die Gefahr dort massiv.
          Wäre die Situation nicht gefährlich, so hätte die EZB schon längstens die Zinsen erhöht, was in einer guten konjunkturellen Lage die völlig normale Massnahme gewesen wäre. Aber man weiss, wie brüchig das ganze ist.

          • Rolf Zach sagt:

            Das ist aber gerade die Stärke der Eurozone, sie haben eine gemeinsame Zentralbank. Von den Ländern, die Sie aufgeführt haben, sind eigentlich nur Griechenland und Portugal mit einer schwachen Volkswirtschaft ausgestattet.
            Dabei hat Portugal eine einigermaßen gute Verwaltung, wobei Griechenland weiterhin auf Krücken läuft.

  • Tom Schott sagt:

    erhoffte abwertung blablablabla. es gibt in der schweiz nucht nur exporteure!

    • Rolf Zach sagt:

      Aber es gibt eine wirtschaftliche Aktivität und die werden Ihre Kinder auf dem Arbeitsmarkt bemerken.
      Man kann schon die wirtschaftliche Aktivität abwürgen und ganze Industrie-Branchen zerstören, aber schlussendlich trifft es auch denjenigen Rentner-Kapitalisten, der jetzt vom aufgewerteten Schweizerfranken profitieren.

  • Benz sagt:

    Genau Herr Strahm; für mich ist der Euro nach wie vor zu hoch überbewertet. Gehen wir doch lieber wieder –.80 Rappen Deutschmark zurück

  • Benny Luger sagt:

    Währungsmanipulation ist eine künstliche massive Beschönigung der ökonomischen Realitäten. Woher kommt denn der Fantasiewert des Wechselkurses von 1.20? Die ökonomischen und politischen Probleme der Eurozone würden realerweise den Kurs auf unter 1.0 drücken müssen. Man zögert das Desaster einfach heraus.

  • Peter Ralons sagt:

    Ein Land das von ausländischen Rohstoffen abhängig ist, regelmässig auf den vorderen Plätzen der Wettbewerbsfähigsten Ländern landet, Fachkräfte wie kein anderes anzieht, hautpsächlich exportiert und tief in den internatonalen Finanz- und Rohstoffmärkten vernetzt ist, sollte sich nicht darum kümmern, die Währung tief zu halten, sondern die Aufwertung des Frankens als das sehen, was es ist; Realität. Dass man den Franken tiefer werten will, ist der politischen Realität geschuldet, wer immer noch glaubt, dass dann die Exportwirtschaft einbricht, sieht nicht woher wir die ganzen Rohstoffe holen, ein hoher Franken ist für uns alle gut, aber eben im Ausland nicht gewünscht!

    • Rolf Zach sagt:

      Meine Antwort darauf. Studieren Sie bitte unsere Arbeitsmarktstatistiken der letzten 10 Jahre, dann
      werden Sie sehen, dass Ihre Ansicht auf schwachen logischen Argumenten gründet. Abgesehen davon haben unsere Statistiken bezüglich Arbeitsmarkt diesbezüglich nicht den gleichen Wahrheitsgehalt wie die Deutschen, sie werden nämlich ständig schön gerechnet.

    • Hanspeter Dinner sagt:

      Grüezi Herr Ralons,
      endlich mal die richtige Sicht. Ein starker Franken ist ein gutes Zeichen. Natürlich ist er anstrengend, aber Anstrengung führt zu einem Trainingseffekt und der führt zu Wettbewerbsfähigkeit. Mit dem starken und stabilen Franken können wir uns eine exzellente Infrastruktur, Altersvorsorge, Schulen etc. leisten. Nebenbei noch günstige Einkäufe im Ausland, seien es Rohstoffe, Ferien, hoch qualifizierte Arbeitskräfte oder Zahnpasta. Der starke Franken zieht reiche (=mächtige) Leute an, diese wiederum sind an Stabilität interessiert. Davon profitieren wir wieder. Auch hier gibt es Schattenseiten, aber ich lebe lieber damit als mit dem Gegenteil.
      Mit freundlichen Grüssen, Hanspeter Dinner.

      • Rolf Zach sagt:

        Sehr geehrter Herr Diner, was Sie da schreiben betreffend Trainings-Effekte für unsere Industrie ist mit Verlaub gesagt, an den Haaren herbeigezogen.
        Eine Volkswirtschaft ist wie ein gewaltiges Schiff auf, da kann man nicht von einem Augenblick zum anderen diese an die Entwicklung einer Landeswährung anbinden. Dies ist auch der Irrtum von Prof. S. mit einer Abwertung könne alles so leicht gelöst werden.
        Vergessen Sie nicht, die Bilanz unserer SNB wurde durch „Hot Money“ aufgebläht, die den SFr. mehr schätzen als Gold. Dieses „Hot Money“ ist nicht langfristig. Die wollen nur eine bequeme Absicherung ihrer eisernen Reserve und wenn sie nervös werden, kommt noch mehr oder sie sind über Nacht weg. Für diese Leute unterwerfen wir unsere Wirtschaft einer Abmagerungskur, die uns schadet.

      • Anh Toàn sagt:

        „Der starke Franken zieht reiche (=mächtige) Leute an, diese wiederum sind an Stabilität interessiert. Davon profitieren wir wieder.“

        Ich habe über 10 Jahre in Verbier (VS) gelebt: Der starke Franken, die Attraktivität des Ortes hat reiche (=mächtige) Leute angezogen, die Grundstückpreise sind gestiegen und gestiegen, mit einem Einkommen aus Erwerbstätigkeit kann man sich nicht mehr leisten, da zu leben:

        Wer profitiert, wenn ganz viele Reiche in unser Land kommen, alles aufkaufen, die Mieten steigen, die Restaurants die Mieten/Pachten nur noch mit „haute cuisine“ erwirtschaften können:

        • Anh Toàn sagt:

          Solange dies nur an sehr begrenzten Orten geschieht, ist es nicht schlimm, aber Sie träumen sich eine Schweiz für Reiche herbei, die sich Hans Müller leider nicht mehr leisten kann: Immerhin ist seine Rente in CHF so kaufkräftig, dass er in Spanien oder auf den Philippinen auf „King of the world“ machen kann, nur für ein Leben in der Schweiz reicht es halt nicht.

      • Anh Toàn sagt:

        „Natürlich ist er anstrengend, aber Anstrengung führt zu einem Trainingseffekt und der führt zu Wettbewerbsfähigkeit.“

        Wir sollten uns alle ein Messer ins Knie stecken und 15 Klo Steine auf den Rücken laden: Wegen dem Trainingseffekt! Weil sobald wir das Messer rausnehmen und den Rucksack ablegen, (also der Franken nicht mehr stark ist) sind wir viel fitter als die anderen.

        • Josef Marti sagt:

          Das hirnlose Dogma der Wettbewerbsfähigkeit fusst auf dem Gedanken dass sich alle zu Boden konkurrieren müssen auf dem Altar des Kapitals, nur sind dann irgendwann einmal keine brauchbaren Schuldner mehr zum auspressen vorhanden.
          Hauptsache alle glauben fest daran, dass am nächsten Samstag alle gemeinsam im Fussball gewinnen, Remis ist verpönt und Verlierer sind verboten und werden ausgeschafft.

  • Hans Strahm sagt:

    Seltsame Ueberschrift
    Einem Schock typisch ist doch der Überraschungseffekt, so wie bei der Aufhebung des Mindestkurses. Das Ende der Anleihenaufkäufe der EZB ist jedoch seit langem angekündigt wurde ja auch stetig zurückgefahren. Also sicher kein Schockszenario. Glaubt man den Gesetzen des „Marktes“ ist folglich im aktuellen Wechselkurs dieser Umstand bereits eingepreist. Weiter könnte erwartet werden, dass die SNB mehr Gewicht auf den Verzicht des neg. Zinses statt einer Stärkung des Franken legt. Deshlab kaum vorstellbar, dass der Euro gegenüber dem Franken gross zulegt.

    • Ruedi sagt:

      Es könnte höchstens für uns Konsumenten ein Schock werden….

      • zuffereymarcel@hotmail.com sagt:

        Genau: Dann importieren wir nämlich plötzlich Inflation. Was allerdings nichts am Umstand ändert, dass sich das Geld seit den 1980er-Jahren praktisch nicht mehr bewegt. Damit wird eine Inflation von über 2,8% bis 3,5% praktisch unmöglich.

Kommentar

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