Starker Franken: Was nun?

Die Industrie beginnt die Folgen des starken Frankens zu spüren: Lonza-Werk in Visp.

Die Exportindustrie beginnt die Folgen des starken Frankens zu spüren: Lonza-Werk in Visp.

Die Frankenstärke wird immer mehr zum Problem für die schweizerische Exportindustrie. Gemäss Swissmem, dem Verband der Metall- und Maschinenindustrie, soll ein Drittel der Mitgliedsfirmen deswegen Verluste schreiben. Das Lonza-Werk in Visp hat eben bekannt gegeben, die Wochenarbeitszeit für die Dauer von 18 Monaten von 41 auf 43 Stunden zu erhöhen (ohne Lohnausgleich). Auch im persönlichen Gespräch hört man es immer wieder: Die Auftragsbücher sind zwar noch voll, aber die Marge ist massiv unter Druck geraten oder ganz verschwunden.

Die ETH-Konjunkturforschungsstelle hat kürzlich eine Studie publiziert, die auf den ersten Blick beruhigend wirkt. Der Wechselkurseffekt sei «insgesamt nicht so stark, wie vielfach vermutet wird», heisst es in der Zusammenfassung. Das mag sein, aber erstens ist die Datenbasis beschränkt (nur bis Juni 2010) und zweitens könnte die Überbewertung des Frankens viel länger andauern als Mitte der 1990er Jahre, als zum letzten Mal eine ähnliche Frankenstärke zu beobachten war (siehe Grafik aus der KOF-Studie).

Welche Massnahmen sind nun möglich? Hier findet man bereits eine Auslegeordnung. Aus wirtschaftshistorischer Sicht bin ich bei folgenden Vorschlägen skeptisch:

  • Euro-Anbindung: Das Hauptproblem ist, dass man den Kurs nun auf einem Niveau von Fr. 1.20 pro Euro fixieren müsste. Die Nationalbank müsste dann sowohl Aufwertungen wie Abwertungen verhindern. Zudem ist eine Anbindung auf temporärer Basis unmöglich: Entweder man verpflichtet sich unbeschränkt oder man lässt es bleiben. Ansonsten werden die Spekulanten den Kurs sofort testen und zu Fall bringen. (Die «Mittelland-Zeitung» hat mir fälschlicherweise in den Mund gelegt, ich würde eine Euro-Anbindung unterstützen. Ich würde die Einführung einer Obergrenze prüfen, aber auch nicht vorbehaltlos: siehe unten.)
  • Negativzinsen und Gentlemen’s Agreement mit den Geschäftsbanken: Das hat man in den 1970er Jahren getan. Die Erfahrungen waren ernüchternd. Die Negativzinsen wirken in einer Zeit der Unsicherheit zu wenig abschreckend. Die Anleger suchen Sicherheit, nicht Rendite. Das Gentlemen’s Agreement wirkt nicht, weil die Banken unmöglich ihre Kunden (z. B. meine Pensionskasse) davon abhalten können, Franken zu kaufen.

Prüfenswert sind drei Optionen, wobei alle drei riskant sind und ungewollte Konsequenzen haben:

  • Wechselkurs-Obergrenze: 1978 setzte die Nationalbank durch eine massive Intervention mit Erfolg durch, dass der Franken gegenüber der DM die Grenze von 80 Rappen pro DM nicht überschritt (offiziell hiess es: «deutlich über 80 Rappen»). Im Unterschied zu damals haben wir heute aber drei Probleme: Erstens ist die Nationalbank sehr schwach bezüglich Eigenkapital und Glaubwürdigkeit. Sie leidet je länger je mehr unter der fragwürdigen Intervention von 2010. Bei einer erneuten Intervention müsste die SNB zudem bereit sein, Inflation in Kauf zu nehmen, um die Märkte nachhaltig zu beeindrucken. (1978 war man dazu bereit.)  Zweitens war die DM damals eine grundsolide Währung, so dass ihre Aufwertung nur temporären Charakter hatte. Der Euro wird wird mit grösster Wahrscheinlichkeit wieder stärker werden, aber auf absehbare Zeit ist er unberechenbar. Drittens ist der Devisenmarkt viel grösser geworden. Es bräuchte eine gewaltige Anstrengung. Eine Intervention müsste deshalb mit dem US-Fed und der Europäischen Zentralbank koordiniert werden – ähnlich wie beim Yen nach dem Erdbeben. Allerdings wäre auch dann kein Erfolg garantiert.
  • Fiskalpolitische Massnahmen: Wenn die SNB nichts tut oder tun kann, müssen finanzpolitische Massnahmen geprüft werden. Ich kann nicht beurteilen, wie gross der gesetzliche Spielraum ist. Aber alle temporären Vergünstigungen, von Energiekosten bis Steuervergünstigungen, könnten helfen. Vor allem müsste man prüfen, inwiefern die Kantone und Gemeinden aktiv werden könnten, denn sie kennen die Betriebe am besten.
  • Temporäre Überstunden: Wenn die SNB und die Finanzpolitik ausfallen, bleiben nur Rationalisierungsmassnahmen. Und weil die Personalkosten in den meisten Betrieben einen hohen Anteil an den Gesamtkosten ausmachen, werden die Firmen hier besonders rigoros vorgehen. Die Bereitschaft der Belegschaft, etwas für die Sicherung der Arbeitsplätze zu tun, ist traditionell sehr gross in der Schweiz, aber es muss in gegenseitiger Absprache geschehen, sonst werden die Leute zu recht wütend.

Es gibt also durchaus Möglichkeiten zu handeln. Vor allem darf man aus ordnungspolitischen Gründen gewisse Optionen nicht von vorneherein ausschliessen. Der weitere Verlauf der Euro-Krise ist schwer abschätzbar, aber es kann durchaus noch schlimmer werden. Wer bei einer weiteren starker Frankenaufwertung immer noch sagt, wir können nichts tun, nimmt seine Verantwortung nicht wahr.

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  • Michael Schwarz sagt:

    Die SNB hat durchaus weitere Option, nämlich der Zins auf null zu sinken oder Strafzins in CHF einzuführen. Die SNB als Zuschauer verdammt zu sein, ist keine Option. Wie wir sehen, dass die SNB durch Ihre reservierte Haltung, die Spekulanten zum Kauf des CHF animiert. Der Argument, der Hr. Hildebrand in Medien verbreitet, dass die Inflation oder Deflation, der einzige Indikator wäre, zu geldpolitischer Massnahme führen würde, ist ein fataler Irrtum.

  • Michael Schwarz sagt:

    Wenn Hildebrand nicht bald gegen den starken CHF interveniere, sehe ich die Schweiz zu nächstem Japan wird. Ich muss Hr. Hildebrand daran erinnern, dass die japanische Zentralbank damals auch das Gleich dachte, wenn die Wirtschaft sich auf Rückwärtsgang schaltet, wird der CHF von sich aus abschwächen würde, das wird als verheerenden Irrtum herausstellen. Das war bei JPY der Fall, deshalb kann ich Hr. Hildebrands Gelassenheit wiederholt warnen. Die Indikatoren wie Inflation und Deflation sind nicht die einzigen Indikatoren für die geldpolitische Massnahmen.

    Das Gremium der SNB muss sich langsam sich fragen stellen, ob Hr. Hildebrand die richtige Person wäre, für die Position als Chef der SNB, ob er ausreichende Erfahrung vorhanden hätte, mit verändertem Umfeld umgehen zu können. Die Komplexität des Finanzmarktes nimmt nach jeder Krise zu, deshalb muss der Chef der Zentralbank besser werden.

  • Kaelin Benno sagt:

    Der Schweizer Franken wird erst dann billiger, wenn die Bauerfrau in der Ostslowakei ihre hart ersparten Euros dann auch noch in Schweizer Franken anlegen will.

  • Michael Schwarz sagt:

    Die Abwartende Haltung Hildebrands ist ein Zeichen, dass er vom Zentralbankgeschäft verstand hat. Er ist fest davon überzeugt, dass durch die Abschwächung der Schweizer Wirtschaft, die Überwertung des CHF abgebaut wird. Zum Teil ist Ihre Wartung berechtigt, aber der jetzige Wirtschaftsumfeld ist solche Erwartung nicht berechtigt. Wie wir heute gesehen haben, der CHF kann, auch wenn der massiv überbewertet ist, weiter zulegen, das ist das Ergebnis der kurzfristigen Devisenspekulation. Für die Spekulanten spielen keine Rolle wo der Wechselkurs ist, sondern geht um Differenz. Dieses Spiel kann man unbegrenzt betreiben, bis SNB die Kontrolle zu CHF total verloren hat. Die unsichtbare Hand, wie aus klassische ökonomische Theorie kennt, funktioniert in der moderne Ökonomie nicht mehr, weil durch die expansive Geldpolitik unbegrenzt Gelder zur Verfügung steht. Die Theorie der unsichtbaren Hand funktioniert nur wenn das Geld ein begrenztes Gut ist, und die Zentralbank Chefs verstehen, wie die Wirtschaft ohne die expansive Geldpolitik, regulieren können.

  • Michael Schwarz sagt:

    Hildbrand sieht zur Zeit kein Handlungsbedarf, das war vor kurz seine Aussage in Medien. Das Handel der Zentralbanken fehlt definitiv eine klare Kodex. Die geldpolitische Massnahme einer Zentralbank muss nach das Gleichgewichtsprinzip richten. Das besagt die ökonomische Theorie, wie die Zentralbank danach handeln müssen. Hildbrand hat ohne klare Vorstellung von zukünftige Entwicklung des Wechselkurses des CHF. Die Indikatoren, wie Inflation oder Deflation sind nicht allein der Massstab für die geldpolitische Massnahme. Solche einseitige Sichtweise der Geldpolitik ist nicht nur primitiv, sondern verursacht nachhaltig das Ungleichgewicht. Ich habe Hr. Hildbrand seit mehr als einem Jahr aufgefordert, die passende Massnahme gegen der Aufwertung des CHF ergreifen. Die Überwertung des CHF kann von sich nicht abgebaut werden, es benötigt die Unterstützung der SNB.

  • Michael Schwarz sagt:

    Der Vorschlag der Abwertung des CHF von UBS Ökonomen ist schlicht amateurhaft. Die Verschuldung nimmt zwar 100 Mrd. CHF zu, aber gleichzeitig vermindert den Umlaufmenge des CHF um 100 Mrd. Dies wird zum weiteren Anstieg des CHF führen.

    Die Lösung ist folgende: 1. Der Devisenmarkt mit CHF sorgen, bis das Gleichgewicht erreicht wird. 2. Die Verschuldungsgrade der Schweiz muss auf dem Niveau der EU zulegen.

    Die SNB und der Bund haben sich zu viele Zeit streichen lassen, über diese Problematik schrieb ich seit mehr als ein Jahr. Das ist die Schweizer Mentalität – DIE LÖSUNG EINES PROBLEMS SO ZU VERZÖGEN, BIS ES ZU SPÄT IST. MAN HAT EINFACH DAS GEFÜHL DIE PROBLEME VON SICH AUS LÖSEN WÜRDEN. DER PASSIVISMUS DER SCHWEZER WIRD DIE SCHWEIZ ZUM GRUND RICHTEN.

  • Michael Schwarz sagt:

    Der starke Franken gefährdet das nachhaltige Wirtschaftswachstum in der Schweiz, dies führt zur Auslagerung der Produktionsstätte in benachbarten Ländern; das verursacht noch mehr Sozialungleichgewicht in der Gesellschaft. Die Kapitalkonzentration wird weiter in Zukunft zu nehmen; diese Konzentration verursacht die Instabilität des Kapitalmarktes. Die Liberalisierung des Kapitalmarktes gehört zu der Vergangenheit, der staatliche Regulator ist gegen der Masse des Kapitals machtlos.

    Der nächste Schritt ist die Privatisierung des Staates. Der unsichtbare Hand, der von vielen Ökonomen zitiert wurde, wurde somit ausgetrickst, der Marktmechanismus ist eine Illusion für die theoretische Ökonomie. Der Markt gehört die Menschen, die meisten Kapital kontrollieren. Die können die Preise steigen und fallen lassen, wie die es gefällt. Der Ursprung des Kapitalismus ist die Demokratisierung des Kapitals, was wir daraus gemacht haben, ist die Konzentration des Kapitals.

    Wenn die Staaten, wie USA und EU-Mitgliedstaaten mit der Regulierungen, Korruptionsbekämpfung und Kontrolle des Finanzmarktes nicht bald im Griff bekommen, sehen ich bald ein viel grössere Krise uns zu rollen, das gilt auch für die Schweiz.

  • Michael Schwarz sagt:

    Es gibt keine gesetzliche Raumbedingung bei der Anbindung des CHF am EUR den aktuellen Wechselkurs entsprechen muss. Wenn die SNB der Meinung wäre, dass der Gleichgewichtspreis EUR/CHF bei 1,50 lege, sollte die SNB diesen Gleichgewichtspreis als der Preis der Anbindung festsetzen, somit kann man die Spekulation gegen CHF einen Ende setzen.

    Deshalb möchte ich Sie Hr. Straumann fragen, warum Sie die Anbindung zum Gleichgewichtspreis des EUR/CHF nicht unterstützen.

  • Gianin May sagt:

    Wenn man sich nicht oder mehr schlecht als recht an neue Begebenheiten anpasst und blauäugig davon ausgeht, dass eine EU IMMER mit einem Wechselkurs um 1.50 haben wird uns es IMMER gut läuft, dann ist Hopfen und Malz verloren.

  • Anh Toan sagt:

    Steigt die Risikoaversion, geht die 50 mal groesser EU Volkswirtschaft long im CHF, wollen alle mehr Risiko, geht sie short. In Krisenzeiten steigt der CHF, in Boomzeiten faellt er (z.B. Shorts der Ungarn). Eine Aenderung dieses Musters koennte nur eine schwere Krise in der Schweiz bewirken. CHF ist EUR mit umgekehrtem Vorzeichen. Die Schweiz hat die Kontrolle ueber Ihre eigene Waehrung verloren!

    Indirekte Massnahmen: Subventionen, Importzoelle etc geht alles nicht ohne Kuendigung der Bilateralen, und Retorsionsmassnahmen ausserhalb EU. Auf Dauer lassen sich Lohnsenkungen nicht auf einzelne Branchen beschraenken: Sinken die Loehne in anderen Branchen nicht, wechseln die Arbeitnehmer die Branche. Was bringen Steuersenkungen, wenn es ohnehin keine Gewinne (Im Exportgeschaeft) zu besteuern gibt?

  • Enzo Rispoli sagt:

    Warum denn immer jammern ? Die SNB soll doch einfach den Sfr. schwächen, warum denn nicht die Druckpresse anwerfen und die ca. 130 Mrd. Schulden zurückkaufen ? sollen doch dann die Spekis mit den bedruckten Illusionen glücklich werden. Uebrigens mit 45Mr. Verlust auf den angehäuften Eurobeständen ist die CH auch nicht mehr das was sie war. Vielleicht sollte man mal eine Ratinagentur bitten uns etwas tiefer einzustufen, das wirkt dann bestimmt. Mit denen soll man ja über so etwas reden können !

  • Bruno Weinhäupl sagt:

    Als Ösi kann ich nur staunen….Ihr plagt euch mit vielen Fragen und Lösungen herum wegen eurer CHF Stärke. Keiner der Kommentatoren fragt überhaupt warum der Franken so stark ist…Ja warum..?? Gebt euer Bankgeheimniss preis und alle Sorgen seid ihr los.
    Die ganzen Steuerhinterzogenen, Gestohlenen, Ererbten und Mafiosen Gelder die den Franken nachfragen und in die Höhe treiben wären schlagartig weg und damit auch der hohe Kurs.

    • Anh Toan sagt:

      Das CH Bankgeheimnis gilt auch, so es denn noch eines gibt, fuer USD oder EUR Einlagen. Zur Zeit gibts einfach mehr Idioten als CHF.

  • Economicus sagt:

    Ich versteh die problematik nicht. Eime starke währung zeugt von vertrauen und erhöht den handlungsspielraum. Um kurzfristige verwerfungen durch den schwachen euro abzufedern, hätte die snb viele attraktive varianten, bspw:

    Alle ch-oblugationen aufkaufen und dadurch die schulden günstiger zu machen und die geldmenge erhöhen ohne grosse bilanzrisiken

    Bilanzverlängerung mit STABILEN assets, bspw rohstoffe und precious metals kaufen. Strategische ressourcen nützen uns wenn die grosse krise kommt. Die geldmenge expandiert und die währung wird schwächer

    Inflationierung durch gelddrucken. Wenn jeder bürger chf 1000 bekommt, wird die währung schnell schwächer.

    Leider hat hildebrand mit seinen steriliserten deviseninterventionen gegen unsere interessen zugunsten des unrettbaren internationalen finanzsystem interveniert und unsere position geschwächt. Seine peer group sitzt halt in brüssel, london oder new york und nicht in luzern oder bümpliz.

    Diese situation ist eine einmalige chance, die schweiz zu rüsten für das finanzarmageddon, wenn das ponzischeme bricht. Sie sollte reale werte kaufen und nicht wertloses papier. Da die derzeitige snb führung immer noch in der lehrbuchwelt lebt und nicht verstamden hat, dass aussergewöhnliche zeiten aussergewöhnliche massnahmen fordern, wird sie diese chance wahrscheinlich vertun.

    Das zeigt auch dass die diskussion um die unabhängigkeit einen wichtigen faktor ausser acht lässt. Es gibt keine totale unabhängigkeit, die snb verfolgt zwangsläufig interessen. Wenn man sie im luftleeren raum operieren lässt, wird sie die finanzwirtschaftsinteressen vertreten, da sie in dieser gesellschaftsphäre angesiedelt ist. Ich würde vom bankrat erwarten, die snb zu zwingen, bedingungslos die interessen des chvolkes zu vertreten. Hildebrand zum rücktritt zu zwingen wäre der erste schritt dazu.

    • Hampi sagt:

      @Economicus

      Sie beschreiben „Quantitative Easing“ (Aufkaufen eigener Schulden) als attraktive Variante. Möglicherweise trifft das auf die Exporteure und Immobilienspekulanten zu, aber bestimmt nicht auf die Schweiz und schon gar nicht auf die SNB:

      Würde die SNB die CHF-Zinsen nach unten treiben (QE), während die EZB deren Zinsen erhöht, würde sie auf völlig krasse Art Öl ins Immobilienfeuer werfen. Sie würde dadurch einen bedeutenden Beitrag zur PreisINstabilität leisten.

      Ob dies eine attraktive Variante wäre für eine Institution, deren Daseinsgrund man mehr oder weniger auf das „Erreichen der Preisstabilität“ reduzieren kann, ist sehr problematisch.

      • Economicus sagt:

        Entweder niedrige zinsen oder starke währung. Beides gleichzeitig ist nicht möglich. Man kann auch keine „partielle schwächung“ ggü dem euro machen, das geht einfach nicht. Die priorität sollte auf der abwertung liegen

        Preisstabilität ist relativ bei den derzeitigen verwerfungen. Eigentlich sollte die schweiz in einem deflationären umfeld sein, da die importpreise in chf um 20% gesunken sind durch die schwachen eur/usd. Eine abschwächung wird den konsumenten durch price styckiness zugute kommen. Und darüber hinaus kann die snb schöne gewinne mit commodities und pm einfahren.

        Diese zeiten sind ungewöhnlich und die snb sollte den vertrauensbonus in den chf ummünzen in gewinne für staat und gesellschaft, statt dilettantische deviseninterventionen zu veranstalten, welche letztendlich den währungsspekulanten gewinne beschert. Das preisstabilitätsmandat ist gar keine entschuldigung für horrende verluste

        • Baer sagt:

          Und Sie nennen sich Economicus? „Inflationierung durch Gelddrucken. Wenn jeder bürger chf 1000 bekommt, wird die währung schnell schwächer.“ Bitte sagen Sie dass das nicht ernst gemeint ist! Sie wissen, dass das illegal ist, gegen Bankengesetz verstösst? Dass es in jedem westlichen Staat verboten ist? Sie wissen auch, dass der Kauf einer Fremdwährungs-Wertschrift mit Franken den Franken nicht schwächt, sondern den Wechselkurs gleich belässt. Haben Sie die leiseste Ahnung davon, wie das Clearing-Verfahren eines Wertschriftenkaufs abläuft?

  • Urs sagt:

    Lustig, zeurst schwadroniert man Jahrelang bis zur Besinnungslosigkeit über die alleinselig machenden liberalisierten Märkte und die Unsichtbare Hand des völlig missinterpretierten Adam Smith tauchte da konstant auf als ultimative Rechtfertigung für Deregulierung und Entstaatlichung und noch so manches andere das uns das Leben hier angenehm gemacht hat…

    Nun nach vielen Jahren hat man dank einer gewissen Ideologischen Standhaftigkeit oder sogar Verblendung fast alles erreicht was zum Thema liberaliserung dem Volk noch untergejubelt werden kann, doch mit liberalisierung die nicht mehr Nach- noch Hinterfragt sondern nur noch Ideologisch fordert können die meisten nicht umgehen. Die stärksten (Kapitalakkumulation als einzig gültigem Wert- und Massstab für all unser Wohlergehen) spielen damit rum, die schwachen beissen einer nach dem anderern in’s Gras…

    Die negativen Kräfte des Marktes welche die deregulierungen ausgelöst haben macht vor niemandem halt, nicht vor Unternehmen, nicht vor Nationen, nicht vor den Kantonen und Gemeinden und schon gar nicht vor den Menschen die hier auch noch (über)leben müssen…

    Man rennt den vermeintlich positiven Effekten von Liberaliserung und Wettbwerb hinterher, sinkenden Preise bei Konsumprodukten findet jeder Geil bis zum Umfallen, wundert sich dann aber wie es den kam das die Wohnungsmieten ständig steigen… die starke (einst stabile Währung Sfr.) tat gut sobald es in’s Ausland ging, doch wenn die Stelle wegen zu hoher Kosten eliminiert werden musste schluckte man dann doch zwei mal… als Bürger, Angestellter, Wähler mit lächerlichen Durchschnittseinkommen von ca. 5400.- bleibt man ob der Entwicklung, Wirkung und Ursachen aber meist mit heruntergelassenen Hosen stehen und wird schon gar nicht mehr gefragt da es beim Thema liberalisierung eh nur die gütige Unsichtbare Hand gibt die das alles schon zum Wohle aller regeln wird…

    Man kann also als Verantwortlicher die Hände in den Schoss legen, sich zurücklehnen und bei Unstimmigkeiten oder dreisten Journalistenfragen auf die Märkte verweisen die halt mal wieder dieses oder jenes fordern… Gut da stehen tut der, der sich bei negativer Entwicklung der Märkte einen oder sogar mehrere Plätze im Bereich des Lobbying sichern konnte. Für den werden dann gerne mal ein paar extra Regeln eingeführt um die getätigten Investitionen doch etwas sicherer zu machen…
    ….

    • Mark sagt:

      Lieber Urs, was wir heute haben hat mit freien Märkten herzlich wenig zu tun. Liberalisiert wird nur dort wo Grosskonzerne profitieren, während Bevölkerung und Kleinbetriebe unter dem zunehmenden Regulierungswahn leiden. In einem freien kapitalistischen Wirtschaftssystem gäbe es auch keine staatliche Stützung von maroden Unternehmungen und Banken.
      Das Grundübel ist nicht der freie Markt, sondern die systematische Bevorzugung der Interessen des Grosskapitals durch die Politik.
      Ein interessanter Beitrag zu diesem Thema ist unten verlinkt. Ist zwar auf die USA bezogen und leider in Englisch, aber es wäre auch hierzulande eine Überlegung wert, was es uns kosten würde, die Parlamentsmitglieder aus den Klauen der Lobbyisten freizukaufen.
      http://www.zerohedge.com/article/guest-post-how-much-would-it-cost-buy-congress-back-special-interests

      • Urs sagt:

        Hallo Mark, ja sehe ich doch auch so…

        Ich habe versucht rüberzubringen das das Schlagwort Liberaliserung und die dahinter stehende Argumentation mehrere Seiten hat. Nur eine davon hat einen positiven Effekt, die Interessen der Kapitaleigentümer abzusichern die aber von allen anderen bezahlt und erarbeitet wird.

        Dies wird in der Tat mit 1000′ von Regeln bewerkstelligt die sich in den WTO, TRIPS und ACTA Verträgen wiederfinden die alle nur einen Zweck haben, getätigte Investitionen abzusichern oder noch frecher… sogar die gewünschten Renditen sicherzustllen… und völlig räuberisch, Verluste mittels Steuergeldern auszugleichen.

        Je weiter unten man in der Gesellschaft ankommt, und dazu zähle ich den oft zitierten Mittelstand, die Standardanegsteltlen mit seinen geradzu lächerlichen Einkommen, desto mehr wird liberalisiert was das Zeug hält. Hier primär bei der Arbeitsgesetzgebung, bei der Personenfreizügigkeit, aber auch bei den Verträgen die man ständig eingeht… AGB’s werden zum unscheinbaren und unverständlichen Schwert in Hellgrauer Kleinstschrift dessen Schärfe aber jeden Privatmenschen in den Ruin treiben kann… ohne weitere Rechtsfolgen für „die Täter“ die sich in der Regel auch noch die Steueroasensystematik zu nutze machen können…

        Für all die jenigen die sich immer noch an solchen Begriffen wie Staatsquote enervieren, die sinkt u.a. nicht weil der Staat immer exklusiver für die Einhaltung der Handelsverträge und hier als oberstes Gut den Eigentumsschutz (Urheberrechte, Patenrechte generell alles was unter dem Schirm Investitionsschutz gehalten wird) ) herangezogen wird wärend parallel dazu die Leistungen für die Gesellschaft, die Bürger reduziert werden u.a. mit Privatiserungen (was immer eine Entdemokratisierung bedeutet) und der Verwendung von Steuergeldern nicht mehr für die Gesellschaft, die Menschen und deren Ansprüche an eine Nation sondern für Investoren, Aktionäre, Investitionsschutz und deren Ansprüche an eine Nation…

        Wirklich neu ist das alles nicht nur viel extremer und konsequenter.

    • Hampi sagt:

      @Urs

      Ohne ironisch zu sein (oder doch?): Ihr Gejammer über einen Durchschnittslohn von 5´400 knallharten Schweizer Franken, hinterlässt bei mir, wenn ich mit meiner Spanischen Hirnseite denke, etwa den gleich schalen Nachgeschmack, als wenn ich mit meiner Schweizerischen Seite den Lohn des CS-Chefs, mit dem Kursverlauf der CS-Aktie vergleiche.

      🙂

  • Mark sagt:

    Wenn der Markt hierzulande spielen würde, dann hätten die Preise vieler Importprodukte durch den hohen Frankenkurs massiv sinken müssen. Damit wäre auch ein Teil der Lebenshaltungskosten gesunken und unter solchen Umständen könnte man dann auch über etwas tiefere Löhne reden, ohne dass die Kaufkraft sinkt.
    Leider ist dies aber nicht der Fall weil die Schweizer scheinbar immer noch bereit sind für viele Importprodukte absolute Phantasiepreise zu zahlen und auch nicht den Mumm haben, überhöhte Preise runterzuhandeln oder die Ware im Ausland zu kaufen falls Händler und Importeure nicht zu Preiskonzessionen bereit sind.

  • Uwe Dietel sagt:

    Über kurz oder lang hilft es nur dem € beizutreten. Für ein starkes Land wie der Schweiz ist das kein Problem und bringt mehr Vorteile als Nachteile. Die Zeiten der Kleinstaaterei und vor allen Dingen der vorsintflutlchen, analogen Ineffizienz (z.B. GR) gehen endgültig zu Ende.

  • Hampi sagt:

    Massnahmen, die einen direkten Einfluss auf den EUR/CHF-Kurs hätten, stehen in der Praxis leider nicht zur Verfügung: wegen der drohenden Blase im Immobilienmarkt, kann die SNB weder die Zinsen senken, noch an ein „Quantitative Easing“ denken. Deshalb wird sie ganz brav den Zinserhöhungsschritten der EZB folgen.

    Und auch eine erneute Devisenintervention würde kaum das gewünschte Resultat bringen. Damit die Intervention einigermassen erfolgreich sein kann, müsste die SNB nochmals Euros in grossem Stil (80 – 100 Mia.) kaufen. Dieses Klumpenrisiko kann sie weder politisch, noch wirtschaftlich eingehen.

    In Betracht kommen deshalb nur indirekte Massnahmen, die die Wirkung der Frankenstärke punktuell lindern können: fiskalpolitische Massnahmen, Subventionen, Überstunden etc.

    Der starke CHF-Kurs symbolisiert in anschaulicher Weise die Abhängigkeit der Schweiz von der EU. Ob nun als EU-Mitglied oder nicht, ist finanziell gesehen vernachlässigbar. Wären wir in der EU, würden wir, anstatt über den starken Franken, über die Kosten der Euro-Rettung jammern; gerade so wie zurzeit die Deutschen.

    Es würde mich nicht überraschen, wenn die Kosten für die Volkswirtschaft insgesamt in etwa die gleichen wären.

  • Andre Wattenhofer sagt:

    Warum auch nicht den CHF and den EUR anbinden. Das heisst eigentlich nichts anderes, als dass wir die sinkenden Margen unserer Exportindustrie sozialisieren, heisst der Allgemeinheit aufbrummen. Wenn man das möchte kann man das gerne tun. Nur wäre ich dann auch dafür, dass wir die steigenden Margen der Importfirmen auch sozialisieren. Das will dann aber wieder niemand mehr.

    • Franz sagt:

      Weil es eine massive injektion von CHF bedueten würde, was langfristig die Währung destabilisieren könnte … als utlima ratio vielleicht

  • Andreas Moser sagt:

    Der Fr. wird verzögert schwach werden! Der € wird immer mehr zur Weichwährung und der Fr. bleibt kurzfristig eine Fluchtwährung. Der Zerfall des € kann nicht gestoppt werden! Eine Kreditkrise kann nicht noch mit mehr Krediten gelöst werden! Der Schuldenabbau kann nie vollzogen werden – einfache Zins- und Zinseszins- und Milchbüchleinrechnung. Man kann davon ausgehen, dass in nächster Zeit der Kapitalmarkt ein Land nach dem anderen vorführen wird. Davor ist später auch die CH nicht gefeit – nur eben zeitverzögerter. Der Abverkauf der Staatsanleihen wird folgen. Da es mit den globalen Verknüpfungen keine sichere Papiergeldwährung mehr gibt, wird sich dann die Flucht verstärkt in Edelmetalle und Agrarland begeben. Da werden auch hohe Zinsen nichts mehr nützen – die Inflation ist ohnehin höher. Es folgen Hyperinflationen und Währungsreformen. Physische Edelmetall gehen nie pleite, da keine Schulden dahinter sind.

  • Steiner Roland sagt:

    Es sprechen sehr viele Leute davon, dass die SNB mit dem Kauf von Fremdwährungen intervenieren soll. Dies ist aber meines Erachtens der falsche Weg. Schlussendlich wird ja mit dem Schweizerfranken wenn wir Pech haben nur wertloses Papier gekauft. Viel interessanter wäre es doch, wenn die SNB den Schweizern kostengünstig Geld zur Verfügung stellen würde. Diese könnten dann dieses Geld in ausländischen Firmen und Sachwerte investieren. Bei diesen Geschäften würden dann Schweizerfranken gegen Fremdwährungen getausch. Dies hätte den gleiche Effekt wie eine intervention im Fremdwährungsmarkt. Die Investitionen wären dann aber inflationsgeschütz in reale Werte investiert.

  • Andy sagt:

    Es sollte nun wirklich kein Problem sein eine Waehrung zu entwerten. Die USA macht das schon seit Jahren. Dann kauft man halt die eigenen Staatsschulden auf. Inflation? Kein Problem, Sondersteuer fuer alle Banken, dort landet all das neu geschoepfte Geld sowiso. Diese Steuereinnahmen dann verbrennen. That’s it

  • Eric Cerf sagt:

    Es gibt kein Wundermittel, das gegen die Fr.Stärke helfen könnte. Das ist eben der Preis, den wir bezahlen müssen, weil die CH als Nicht-EU-Mitglied abseits steht. Diese Feststellung nervt die SVP sicher, aber auch die wissen nicht mehr weiter, nicht mal deren Säulenheiliger Blocher. Die CH-Importeure profitieren immer noch gewaltig- und geben die Währungsgewinne kaum weiter. Die Exporteure hingegen leiden immer mehr. Aufgepasst: eine Verlagerung der Prod. in den EU-Raum ist auch nicht immer rettend, OLO, der Marzipanbäcker, kam reumütig vom Elsass in die CH zurück! Die Arbeitsmoral, längere Ferien und kürzere Arbeitszeiten zwangen OLO zum Rückzug. Festangestellte Arbeitnehmer können nicht wie in der CH, mir nichts, dir nichts auf die Strasse gestellt werden, die Gewerkschaften! Es ist nicht alles Gold, was da im EU-Raum glänzt!

    • Thomas Ernst sagt:

      @Eric Cerf:
      „Das ist eben der Preis, den wir bezahlen müssen, weil die CH als Nicht-EU-Mitglied abseits steht.“
      Ich übersetze das mal: Wenn wir in der EU wären, würden wir direkt unter dem EUR Schlamassel leiden, hätten schon viel mehr Milliarden in das Kohäsions- und andere Fässer ohne Boden spediert, hätten eine MwSt von ca. 20% und die Wirtschaft wäre so miserabel dran, wie in Rest-Europa. Bei einer Arbeitslosenquote von etwa 18% (12 offen und 6 verdeckt) käme niemand mehr auf die Idee, den CHF als „Safe Haven“ zu nutzen und der CHF/EUR Kurs wäre unverändert bei 1.60.

      Ist das wirklich das, was Sie uns Schweizern gerne schmackhaft machen möchten? Die gesunde Distanz zu EUROropa, zur Brüsseler Bürokratendiktatur und den grosseuropäischen Abzockpolitikern haben wir uns eine relativ robuste Wirtschaft erhalten – obwohl Bundesbern alles unternimmt, diese Wirtschaft (wovon über 80% KMU!) mit Vorschriften, Auflagen und Papierkrieg zu schwächen, wo sie kann, um sie dann in die EUROdiktatur zu führen.

      Der starke Franken ist ein Zeichen von Stärke, die damit einhergehenden Schwierigkeiten ebenfalls. Nur Defaitisten und Weicheier suchen die Schwäche, um sich dann von anderen bevormunden lassen zu können. Da lebe ich lieber mit dem starken CHF!

      • Anh Toan sagt:

        Deutschland, NL, A wurden als EUR und EU Mitglied nicht arm, warum sollte es die Schweiz werden? Von der Distanz zur EU profitieren Kartelle (Importeure, Bauern), Spekulanten (geringe Finanzierungskosten) und Grundbesitzer, waehrend der wirtschaftlich schwaechere Buerger zwischen sinkendem Erwerbseinkommen und steigenden Wohnkosten und zumindest nicht sinkendem Konsumentenpreisniveau zerquetscht wird. Bleibt der EUR schon nur auf dem aktuellen Niveau, wird sich dies in den CH-Statistiken (Arbeitslosigkeit, KK-Zuschuesse, Mietkosten) in 1-2 Jahren deutlich zeigen, denn die aktuellen Statistiken zeigen die Vergangenheit! Die Schweiz kann sehr gut ueberleben ausserhalb von EU und EUR, wird aber zum Monaco oder St. Moritz Europas. Man leistet sich ein paar Bauern dazu, weil die Reichen so gerne Kuehe auf der Weide sehen!

  • Ulrich Schwendener sagt:

    Wer hier http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/ein_paradox__starker_franken_und_starke_exporte_1.11117126.html liest, kommt zu einer komplett anderen Schlussfolgerung. Bislang brummt der Export und der starke Franken ist verkraftbar.

    • Rene Wetter sagt:

      Wenn mans nicht begreifen will oder kann, ich versuchs Ihnen mal zu erklären: Bei all den Statistiken wird mit Umsatz und nicht mit Gewinn gerechnet, darum sehen sie gut aus. Es gibt Aufträge, die Wirtschaft brummt, es wird Umsatz gemacht, jedoch der Gewinn ist weg! Auch wenn man z.B. eine neue Maschine mit mehr Leistung baut, kann man sie nicht einfach 20% teurer verkaufen. Übrigens: Die aktuellen Statistiken basieren auf einem Eurokurs vom letzten Jahr der wohl über 1.35CHF gelegen hat und nicht bei CHF1.22. Die Firmen werden reagieren müssen: Lohnkürzungen, Einkauf im Ausland, Erhöhung der Arbeitszeit, Verlagerung ins Ausland…sparen. Davon werden als erste die Zulieferer leiden: Entweder kriegen sie weniger Aufträge oder sie akzeptieren tiefere Verkaufspreise. Die Welle kommt nicht sofort, noch warten viele Firmen aber schon heute fahren 30% Verluste ein und wenn die Beschlüsse gefallen sind, gibts kein Zurück mehr.

  • Ralph sagt:

    Jahrzehntelang wurden wir von den Importeuren ueber den Tisch gezogen, die sich dann eine „goldene Nase“ verdient haben undsich daran gewoehnt haben. Nun hat der Wind gedreht und die genau gleichen Importeure stehen am Berg und machen alle Anderen dafuer verantwortlich, dass sie nicht mehr soviel verdienen, weil die Kunden die Ware direkt aus dem Euroraum oder $-Raum beziehen und die „unverschaemten“ Importeure nicht mehr beruecksichtigen. Bei den Exporteuren ist es ja nicht so, dass diese die ganze Aufwertung des SFR tragen muessen, kaufen sie doch die Rohmaterialien, welche dann mit Mehrwert veredelt werden, auch massiv guenstiger ein. Und dann gibt es ja noch so etwas wie Waehrungsabsicherungen, welche nicht viel kosten und aber viele Verluste verhueten koennen. Absicherungen gehoeren auch zum Geschaeft des Exporteurs und kosten halt etwas, wie jede Versicherung. Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Schweizer Unternehmer auf hohem Niveau jammern, jedoch zum grossen Teil selber schuld sind oder ihr Geschaeft nicht umfassend verstehen.

  • E. Vogt sagt:

    Solche Studien mögen sehr wohl interessant sein – jedoch für denjenigen der echt Export-Betroffenen in einigen Fällen ein wirtschaftliches Todesurteil.
    Es gibt Unternehmen, die können nicht einfach mehr produzieren oder länger arbeiten um den Ausfall auszugleichen. Das alles sind naive Vorschläge. Ein Abwandern wäre für einige eine Lösung, ist aber ebenfalls mit massiven Kosten verbunden je nach Betriebsart.

    • Thomas Ernst sagt:

      @E.Vogt
      Ich stimme Ihnen völlig zu.

      Wir haben in unserer Consulting-Firma einige Verträge, die auf EUR laufen. Da bekommt der Consultant jetzt für eine Stunde statt 160 CHF plötzlich nur noch 120 CHF, ohne dass sich an seinen Arbeitszeiten, Einsatzfreude und erbrachten Leistungen irgendetwas geändert hätte. Da die Arbeit in der CH ausgeführt wird, hat er noch nicht mal was vom billigen Einkauf.
      Und ja, unsere Umsätze sind zu gering, als dass wir sie hätten rechtzeitig durch Devisenoperationen absichern können…

  • Baer sagt:

    Will auch mitmachen beim interventionistischen Brainstorming! Meine (nicht 100% ernst gemeinte) Idee: Erstens Importzölle erhöhen und damit die Importe drosseln, die wegen dem CHF momentan eh sehr hoch sind. Zweitens kauft die SNB Fremdwährungen und senkt so den Frankenkurs. Drittens werden die Verluste der SNB gedeckt mit den Einnahmen aus den Importsteuern. Et voilà 🙂

    • Franz sagt:

      voilà …. und wieso sollte man nicht auch gleich die importsteuern auf den konsumenten überwälzen?

      • Baer sagt:

        Alle Importe würden besteuert, somit der alte Wechselkurs künstlich wieder hergestellt und mit den Einnahmen die Exportverluste via Nationalbank senken. Elegant, nicht? 🙂

  • Thomi sagt:

    Und wie stark leidet die „Importindustrie“?

  • Hans sagt:

    Eine gewisse Entlastung (wenn auch keine Lösung) würde es bringen, wenn sich die Importeure nicht so unanständig an der aktuellen Situation bereichern und die Währungsgewinne weitergeben würden. Dies wird aber wohl nur geschehen, wenn die Käufer genügend Druck aufsetzen und dies traue ich den Schweizern leider nicht zu.

    • Thomas Ernst sagt:

      @Hans:
      Völlig d’accord. Man braucht Geiz nicht geil zu finden, um sich in der Schweiz etwas mehr Abstimmung mit den Füssen zu wünschen. Nur macht leider niemand den (sichtbaren/wirksamen) Anfang! Gerade in Sachen unanständiger Währungsgewinne halten sich die Parteien ja von Linkstens bis Rechtsestens völlig zurück. Unser Palament hat ja sogar der unsäglichen Buchpreisbindung zugestimmt, die bei den aktuellen Kursen zu effektiven Aufschlägen von bis über 100% bei Kauf in CHF statt in EUR führen…

  • Roman Günter sagt:

    Die Zinsen sind auf Rekordtiefe und der CHF auf Rekordhöhe. Die Schweizer Industrie hat sich mit Innovationen über die letzen Krisenzeiten gerettet und im umliegenden Ausland gibt es haufenweise Unternehmen, welche einen Innovationsschub benötigen könnten. Dies sieht für mich eher nach historischer Chance als nach einer Notsituation aus. Falscher als die Lonza-Führung wird man es kaum machen können und ich bin sicher, wir werden in ein paar Jahren ein paar schöne Erfolgsgeschichten zu hören bekommen.

    • Albrecht Marco sagt:

      Falscher als Falsch. Die Facharbeiter der Lonza verdienen 1/3 weniger als andere Chemiebetriebe in der CH.Franken hin oder her.Ein Skandal.

  • Mark sagt:

    Was kann man tun: Einkaufen!
    Alle gehen einkaufen. Jeder nach seinen Möglichkeiten. Im Idealfall in inflationsgeschützte Werte. Boden, Immobilien, Industrien etc., oder auch inflationsgeschützte Bonds.

  • Werner Rosenberger sagt:

    EURO-ANBINDUNG: was mich sehr nervt, ist, dass keiner dieser Experten, welche jetzt vorpreschen, dies portierten, als der EUR/CHF bei 1.50 war, wo er sich sehr lange in einem engen Band befand. Damals hätte es Sinn gemacht, und unsere Exporteure und Ähnliche wären für immer gerettet gewesen. Auch hätte die SNB ihr Münz nicht bei 1.40 verschleudern müssen, mit dem Effekt, dass noch mehr Marktteilnehmer Euros gegen CHF verkauften, da die SNB ja offen kommunizierte. Ein Geschenk für alle Devisenhändler. Meine Schlussfolgerung: CHF an EUR anbinden bei 1.20 ist absolut schlechte Idee. Alle Leute, welche dies jetzt fordern, haben jahrelang ihre Hausaufgaben nicht gemacht und sollen doch bitte einfach schweigen („wie die alte Fasnacht“, wie man in der Schweiz so schön sagt).

    • Thomas Ernst sagt:

      @Werner Rosenberger:
      „Ein Geschenk für alle Devisenhändler.“ Wir werden nie herausfinden, was die wirklichen Beweggründe der SNB-Mafia war, unser Nationalvermögen unter dem Vorwand der EUR-Stützung zu verramschen. Einen volkswirtschaftlichen Nutzen konnte man jedenfalls schon von Anfang an ausschliessen. Aber es gibt immer jemanden, der jemanden kennt, der von solchen Manövern profitiert….

      • Anh Toan sagt:

        @Thomas Ernst: Aus vielen Ecken werden bereits neue Interventionen gefordert. Haette die NB nicht interveniert, haette man ihr Untaetigkeit vorgeworfen. An erster Stelle der pruefenswerten Optionen Herrn Straumanns stehen Devisenmarktinterventionen! Der letzte Satz Herrn Straumanns sagt verkuerzt, wer sagt, wir koennen nichts tun, nimmt seine Verantwortung nicht wahr. In erster Linie steht die NB in der Verantwortung.

        Da Sie der NB das Veramschen des Nationalvermoegens vorwefen, moechte ich Sie fragen, was sollte die NB denn tun? Abwarten und Tee trinken? Es ist so billig, einfach nur „Mafiia“ abzusondern!

        • Thomas Ernst sagt:

          @Anh Toan
          „Selig, die keine Ahnung haben und trotzdem nicht tun.“ Wenn die SNB keine echte Handlungsoptionen hat, ist es reiner Aktivitsmus, wenn man trotzdem etwas unternimmt. Manchmal besteht die anspruchsvollste Lösung eben tatsächlich darin, sich zurückzuhalten. Heute tut das die SNB auch, aber leider nicht aus Klugheit, sondern mangels Geld…

          Ich habe keinen Respekt für den Aktivismus von Hildebrand & Co in Sachen EUR-Stützung. Wenn die (im Verhältnis zu den betroffenen Märkten) notwendigerweise geringen Geldmittel der SNB wie eben geschehen zum völlig falschen Zeitpunkt auf die Märkte geworfen werden, so ist das – mit Verlaub – in den Wind gefurzt!

          Da ich mir schwer vorstellen kann, dass das Direktorium unserer NB derart bescheuert ist, diesen Zusammenhang nicht gekannt zu haben, frage ich mich natürlich, was denn dann wohl die Motivation war. Und hier kommt leider die Erkenntnis, dass im Gegensatz zu vor ca. 30 Jahren ein Chef der SNB oder ein Bundesrat sich nicht am Ende der Karriere sieht und sich völlig und ausschliesslich auf seine Aufgabe konzentriert. Heute gibt es auch für solche politischen TopShots immer noch ein weiteres prestigeträchtiges Pöstchen, das man anstreben kann – halt eben international.

          Und internation ist es weniger bedeutsam, ob man für sein Land etwas erreicht hat, als ob man unter den anderen internationalen Top-Politikern wohl gelitten ist, an die Bilderberger-Konferenz eingeladen wird etc. Ex-BR Deiss hat die Schweiz auch an die UNO verscherbelt, damit er dort ein Super Pöstchen (wenn auch nur vorübergehend und unbezahlt) bekommen darf.

          Dieser internationale Filz ist das, was ich mit dem zugegebenermassen populistischen Kurzwort „Mafia“ addressiert habe.

          Ist das jetzt so verständlicher?

          • Anh Toan sagt:

            @Thomas Ernst: Ja jertzt ist es verstaendlicher und die Schwaeche in der Argumentation wird deutlich: Wie soll sich Herr Hildebrand fuer hoehere Aufgaben empfehlen, indem er „in den Wind furzt“?

  • Martin sagt:

    Es ist ermüdend, wenn immer wieder Unsinn wie EURO Anbindung oder Negativ-Zinsen in der Presse erscheint. Das Problem ist, dass nicht der Franken so stark ist, sondern der EURO (und nicht zu vergessen der USD) so schwach sind. Dagegen kann die Schweiz schlicht und einfach nichts unternehmen. Schliesslich kann nicht die Schweiz Vertrauen in EURO und USD schaffen, dies müssen schon andere tun. Einzige Alternative wäre daher die Einführung des EURO in der Schweiz. Und wer möchte das schon.

    • Hans sagt:

      Ich denke Ihre Argumente sind absolut richtig; aber das Horrorszenario hat vermutlich den Höhepunkt noch nicht erreicht, resp. der EURO und der USD haben den Tiefpunkt noch nicht erreicht. Die Massnahmen welche die EU bei verschiedenen Mitgliedern ergreifen müssen werden den EURO nicht stärken und die USA werden ihre Währung in absehbarer Zukunft nicht stärken können, wie denn? Mir imponiert im Übrigen immer wieder wie Politiker immer ein strahlendes Lächeln zeigen, kommt mir so vor wie wenn auf einer Beerdigung alle Leute strahlen und jubeln würden.

      • Thomas Ernst sagt:

        @ Martin: Danke. Bringt die Sache auf den Punkt!

      • zynisch gefragt: warum sollten die USA und die EU ein interesse daran haben, dass ihre währungen gegenüber dem CHF wieder zulegen? so sind beide beispiellos günstig, können CH-konkurrenz unterbieten, erreichen gar eventuell noch übersiedlungen von CH-firmen in die EU (oder gar USA) und die schweiz importiert auch noch fleissig aus der EU und den USA, da beide märkte günstig geworden sind wie nie. höhere energiekosten muss wohl eher die USA fürchten als die EU.

        das problem haben zunehmend die arbeitnehmer in der schweiz: günstige einkaufspreise der grosshändler und importeure werden nicht weitergereicht, arbeitgeber versuchen profitverlust auf die arbeitnehmer abzuwälzen.

        • DF sagt:

          Da es sich bei den USA um eine Import-Nation handelt, sollten sie eigentlich ein grosses Interesse daran haben, dass der USD zum CHF wider zulegt.

  • Anh Toan sagt:

    Bei einem EUR von CHF 1.20 kann man in Versuchung, frisch gedruckte Tausender mit dem Helikopter ueber dem Land zu verteilen, bis zumindest der Kurs stabil ist. Etwas schlauer waere wohl, mit gedruckten CHF harte Assets (immobilien) im Ausland zu kaufen. Alles bringt vermutlich nur Inflation oder eine Immobilienblase in sder Schweiz (die gedruckten Franken kommen zurueck).

    Die Schweiz koennte der EU und dem EUR beitreten, dabei Dinge in die Verhandlungen einbringen, welche auch innerhalb der EU viele Anhaenger finden (Demokratisierung / Ausgleichsmechanismen). Laesst sich die EU nicht anpassen, schwindet zumindest waehrend den Verhandeln der Druck auf den Franken. Waere die Schweiz wie China organisiert, wuerde sie ihre aktuelle Position der Staerke und die Schwaeche der EU nutzen, statt ueber die negativen Auswirkungen zu jammern.

    Die „erfolgreiche“ Alternative fuer die Schweiz ist, eine Insel der Reichen mit weitgehend niedrigen Dienstleistungsjobs (Bedienung der Reichen) zu werden, etwa wie St. Moritz, Gstaad, Zermatt. Dazu die Dienstleistungen der Finanzwirtschaft. Da stoert die Ueberbewertung der Waehrung nicht, hilft sogar, weil wenn alles teuer ist, bleibt das Gesindel weg, das gefaellt den Reichen und reduziert Sozialkosten. Die „schlechte“ Alternative fuer die Schweiz waere wirtschaftlicher Niedergang durch komplette Abschottung oder selbstmoerderische Verteidigungsversuche mittels Notenpresse.

    Andere Moeglichkeiten zum Umgang mit der EU sehe ich nicht.

    Europa geschieht, es wird nicht von den Politikern gemacht, die „kleinen Leute“ in Deutschland fuehlen mit den „kleinen Griechen“ gegen die grosse Finanz- und Politikmafia. (Ganz anders der Tenor bei Chinesen oder Moslems). Die Schweizer Verfassung sieht kein Referendum gegen einen Zusammenschluss Europas vor, wie undemokratisch, jetzt muss die Schweiz mit Europa leben.

    • Larissa sagt:

      Wie wahr, @Anh Toan ! Wer nicht hören will…

      • Pffiiffikus Pippifax sagt:

        Ich verstehe Ihre Argumentation. Sie ist so gesehen sicher richtig, und nicht zynisch gemeint. “Höhere“ Dienstleistungen würden dann von ausserhalb geleistet. Die Industrie am Boden, die Jugend total am verblöden. Ich durfte in meinem geliebten Land, der Schweiz, den Beruf des Ingenieurs lernen, an der ETH, gegen viel ausländische Konkurrenz. Nun, ich werde für diese russischen, deutschen und was alles Bonzen nicht den Kofferträger spielen, und mit dem Kopf nicken, wenn es Trinkgeld gibt. Da ich keine Lust habe, mein Leben mit Terror zu versauen, muss ich auswandern. Und dies werden die meisten meiner Berufskollegen tun, statt den Sklaven zu mimen. Das ist im Prinzip feige. Richtig wäre es, das Land mit der Waffe zu verteidigen. Dann kann eine zukünftige SVP wieder vom Gesslerhut scwadronieren.

  • Devisenhandel sagt:

    Warum nicht jedes KMU mit grossem Euro-Umsatz 2 Devisenhändler beschäftigt, um damit das Wechselkursrisiko aktiv zu verwalten, ist mir seit Jahren unklar. Die Lösung ist günstig und einfach. Einer der grössten Schweizer Stromhändler – er handelt in EUR wohlgemerkt – hat letztes Jahr mit dem Stromhandel zwar nicht sehr gut gewirtschaftet, aber dass dann sogar eine reine Handelsfirma nicht in der Lage ist, das Eurorisiko zu verwalten, ist beispielhaft amateurhaft.

    • Ein Banker sagt:

      Nun, dazu braucht es nicht einmal einen Devisenhändler, sondern nur eine gescheite Hausbank, die sich aktiv mit den Bedürfnissen des Kunden auseinandersetzt. Tatsache ist aber auch: Man kann sich (in der jetzigen Situation) fast nur gegen Bewegungen des Wechselkurses versichern, also die Abwertung nur zeitlich hinauszögern. Also bringt auch das nur eine eingeschränkte Verbesserung.

      • Rolf Meierhans sagt:

        Und was glauben Sie was die Absicherung für einen Effekt hat? Genau der Franken wertet erst recht auf. Denn die Frankenaufwertung wird durch eine solche Absicherung einfach vorweggenommen. Was glauben Sie was eine Bank macht die eine solche Absicherung auf Termin verkauft? Richtig, die sichert sich selber auch gegen die Aufwertung ab und zwar auf dem Spot-Markt. Völlig hirnrissig zu glauben die Problematik lässt sich mit Termingeschäften und Ähnlichem lösen. Es ist ein strukturelles volkswirtschaftliches/geldpolitisches Problem und sicher kein technisches das sich auf Retailstufe lösen lässt.

    • Pascal Ruedi sagt:

      Alle diskutieren ständig wie man die stärke des Franken beendigen kann als ob es einen breiten Konsens über diese Massnahmen gäbe. NZZ schrieb neulich: Exportboom hält trotz starkem Franken an Eine ähnliche Aussage von 20min: Zuversicht bei Firmen trotz Frankenstärke.

      Das Problem ist nicht ein zu starker Franken sondern einen zu schwachen Euro (und US-.Dollar). Wir im Westen sind im Begriff die Wirtschaftliche Dominanz an Asien zu verlieren. Und wenn wir das was uns die Devisenmärkte sagen, nicht aufnehmen nur damit wir noch ein paar jährchen exportieren können, werden wir das später bitter bezahlen. Es ist eine Neuausrichtung erforderlich! Wir brauchen wieder solvente Kunden mit einer verantwortungsvollen Fiskalpolitik und keine Schwächung unserer nationalen Währung nur um des Exportes Willen.

      Zum Glück regt sich mittlerweile Widerstand im Internet. Blogs oder Seiten wie starker-franken.ch kämpfen aktiv gegen dieses Kommunikationsproblem.

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