Die Spaltung der Schweizer Wirtschaft

Man Diesel und Turbo Maschinen Bau im Kreis 5 in Zuerich fotografiert am 15. Juni 2015. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Wird die Industrie durch das Wachstum im Ausland endlich wieder angekurbelt? Ein Angestellter der MAN Diesel & Turbo Schweiz bei der Endmontage eines Turbokompressors. Foto: Gaetan Bally (Keystone)

Der neuste Quartalsbericht der Nationalbank zeigt es einmal mehr: Seit Jahren entwickelt sich die Schweizer Wirtschaft auf eine höchst seltsame Weise. Vordergründig ist alles bestens, trotz krisenhaftem Umfeld. Die Wirtschaft wächst, die Arbeitslosigkeit nimmt nur wenig zu, die Staatsfinanzen sind in Ordnung.

Auf der anderen Seite aber kommt die Exportindustrie kaum vom Fleck. Die starke Aufwertung des Schweizer Frankens hat tiefe Spuren hinterlassen. Von einem Verschwinden der Industrie zu sprechen, ist völlig übertrieben, aber es besteht kein Zweifel, dass die Währungsverhältnisse für viele Unternehmen eine grosse Belastung darstellen.

Es gibt eine Grafik im Quartalsbericht, welche die Spaltung der Schweizer Wirtschaft auf einen Blick verdeutlicht: die Entwicklung der Beschäftigungszahlen seit 2006. Wie eine Schere gehen die Kurven auseinander. Die Industrie hat netto seit zehn Jahren keine neuen Stellen geschaffen. Das Beschäftigungsvolumen ist immer noch deutlich unter dem Niveau von 2008, dem letzten Jahr des Aufschwungs.

Hingegen ist die Zahl der Stellen im Bau und den Dienstleistungen stark gestiegen, was gesamthaft ein erfreuliches Bild ergibt. Der Motor hinter der Expansion der Binnenwirtschaft ist die hohe Einwanderungsrate.

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Kurzfristig mag die Spaltung von Vorteil sein. Die Einwanderung treibt die Binnenwirtschaft an und dämpft damit die negativen Effekte des starken Frankens. Anders gesagt: Ohne hohe Einwanderungsrate hätten wir heute eine höhere Arbeitslosigkeit. Mittelfristig gibt die Spaltung der Schweizer Wirtschaft aber Anlass zur Sorge. Die Exportindustrie ist eine tragende Säule des Wohlstands, sie trägt überdurchschnittlich zum Produktivitätswachstum bei, was das Pro-Kopf-Einkommen erhöht. Sie sollte wieder Stellen schaffen.

Auch politisch ist es nicht gut, wenn das Wachstum so ungleich verteilt ist. Die Exportindustrie setzt sich ein für die Berufsbildung und hat eine mässigende Wirkung auf die Lohnschere. Zudem ist sie regional breit verankert. Das wirkt ebenfalls ausgleichend.

Dass die Aufwertung der wesentliche Faktor ist, dokumentiert die Wechselkursumfrage am Ende des Quartalsberichts. Fast fünfzig Prozent der Industrieunternehmen sprechen von «klar negativen Effekten», bei den Dienstleistungen sind es 25 Prozent.

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In früheren Zeiten war es immer so, dass ein Abschwung der Schweizer Exportindustrie früher oder später die Gesamtwirtschaft mitgerissen hat. Dieser Zusammenhang ist nicht mehr vorhanden, weil die Einwanderungsrate konstant bleibt. Binnenwirtschaft und Exportwirtschaft leben in getrennten Welten. Oder ist es nur eine vorübergehende Phase?

89 Kommentare zu «Die Spaltung der Schweizer Wirtschaft»

  • Rolf Zach sagt:

    Um es nochmals zu betonen, der Entscheid von Jordan und seien beiden Kollegen, den Mindestkurs gegenüber dem Euro aufzuheben, war ein Anschlag auf unseren Werkplatz, nämlich das Herz unserer Wirtschaft, die Industrie. Die Industrie ist unendlich viel wichtiger für den allgemeinen Wohlstand unserer Bevölkerung als zum Beispiel der Finanzplatz. London und New York können als Finanzplätze in Ländern existieren, die ein Defizit in der Leistungsbilanz ausweisen. Der Schweizer Finanzplatz kann mit einem solchen Zustand nicht überleben, sogar wenn unsere Nachbarn und die USA uns wieder erlauben würden, als Nummer 1 Helfer in Sachen Steuerhinterziehung zu agieren. Großbritannien hat übrigens unter den großen Volkswirtschaften dasjenige Defizit, das gemessen am Volkseinkommen prozentual am größten ist. Etwas was Blocher, Köppel und all die anderen Coupon-Schneider Kapitalisten nicht bedenken. Blocher zähle ich zu den Coupon-Schneider, weil die EMS praktisch nur noch in den Ersatz investiert und sonst alles ihren Aktionären zukommen läßt. Dank der Schweizer Nützlichkeit und der Vorsicht unserer Politiker konnten wir die beiden Weltkriege bei uns vermeiden. Wir haben eine Coupon-Schneider Leistungsbilanz im Gegensatz zu Deutschland und eine solche ist volatiler und kann nicht einfach durch Aufwertungen vergoldet werden, sonst ernten wir dann plötzlich nicht mehr Gold, sondern Schrott. Übrigens besteht ein tiefer Graben betreffend die Einführung des Negativzinses 1978 und desjenigen von 2015. Leutwiler machte dies 1978 sehr professionell, über das Können der SNB von heute schweigt des Sängers Höflichkeit.
    Heute sind wir sowie so nur Katzentisch-Mitglied der EU. Wenn wir in Brüssel etwas wollen, müssen wir wie unser Büsi Hidigeigei
    dem Herrchen um die Beine streichen und fürchterlich ergreifend miauen, damit es irgendwie ein Brocken zum Fressen bekommt.
    Wir können nicht wie Dänemark als Mitglied auf den Vereinstisch hauen und uns brachial bemerkbar machen. Aus diesen Gründen bin ich für beides, EU- und EURO-Mitgliedschaft. Die materiellen und machtpolitischen Vorteile kommen bei mir vor den ideellen Gründen. Andere wollen Schweizer Unabhängigkeit bei Wasser und Brot und ohne Rinderfilet. Ich will dies nicht. Die Machtelite um Köppel will Kaviar für wenige und Wasser und Brot bei vielen für die Schweizer Unabhängigkeit. Diese magere Suppe gemäß SVP ist für mich ungenießbar.

  • Rolf Zach sagt:

    Volkssouveränität ist Demokratie und eine solche sicher gut für die Transparenz, obwohl wir als Stimmbürger in der Schweiz nicht wissen, wer unsere Parlamentarier während eines Wahlkampf finanziert. Es ist nach Köppel und Noser ja zutiefst undemokratisch und moralisch verwerflich, wenn wir Bürger dies verlangen. Es ist auf der gleichen Stufe der Indiskretion, wie wenn die Öffentlichkeit fragen würde, mit welchen Frauen sie Sex im bisherigen Leben gehabt haben. Trotz solcher Vorkommnisse ist unsere Volkssouveränität t den bedauernswerten EU-Länder turmhoch überlegen. Wir sind sehr anständige Leute, denn unsere Lobbyisten in Bern müssen sich sie viel weniger anstrengen und argumentieren als ihre Kollegen in Brüssel. Ebenfalls kann eine kleine Lobby von einem unbedeutenden Land mit wenig Geld in Bern viel bewirken, siehe die Angelegenheit bei Frau Markwalder. So ist es natürlich noch mehr bei der inländischen Lobby, die zitiert unsere Parlamentarier zu Befehlsausgabe, die sie als höfliche Menschen dankend entgegen nehmen. Was ist dagegen Brüssel? Ein ständiger Krieg zwischen EU-Kommission, EU-Parlament und den dort akkreditierten Lobbyisten. Keine zivilen Umgangsformen und EU-Parlamentarier, die rotzfrech mit den schwer arbeitenden Lobbyisten umgehen, so daß sogar jeder Lümmel erröten würde. Wir lieben das gemütliche Bern und wollen nicht das nach Perfektion schreiende und aggressive Brüssel.

    • Max Manhart sagt:

      Thema verfehlt!

    • Markus Ackermann sagt:

      @Zach
      1. Ja, wir sind sehr einig, dass man den Lobbyismus bekämpfen soll. Lobbyismus ist wie Pilzbefall und dies zu bekämpfen gehört genauso zum Alltag, wie die Körperhygiene, das Duschen und das Waschen.
      2. Die Volks-Souveränität hat einen beinahe genialen Aspekt: Die Lobbies können den Souverän nicht / kaum kaufen. Denn sie wollen die BürgerINNEN ja ausnehmen … folglich können die Lobbies nicht mehr Geld einsetzen, als sie die BürgerINNEN ausbeuten wollen. Sonst wäre es für die Lobbies ein Verlustgeschäft.
      3. SOBALD jedoch die Souveränität vom Volk an Funktionäre delegiert wird, die ANSTELLE des Volkes handeln sollen, können die Lobbies diese Funktionäre kaufen und machen immer noch ein Geschäft, weil die Ausbeutung der BürgerINNEN mehr abwirft, als schmieren, salben und massieren.
      DARUM ist unsere halb-direkte Demokratie ein Erfolgsmodell: Der Souverän (Volk und Stände) entscheidet in letzter Instanz.
      praktisches Beispiel: MEI
      -> Die gesamte Propaganda-Walze der Lobbies konnte meine (vielleicht etwas bauernschlauen) Mit-Eidgenossen nicht von der MEI abhalten und haben mir insofern den Lehrmeister gezeigt. Heute muss ich sagen, meine Mit-Eidgenossen lagen richtig und ich lag damals falsch … trotz allem, was damit noch verbunden sein wird.
      – Denn auf Seiten EU ist vieles sehr viel schlimmer geworden in der Zwischenzeit und
      – die Motive für das Nein (die erst Monate später durch alt-NR und Preisüberwachedr Strahm analysiert wurden) sind damals durch die Progaganda-Walze unterdrückt worden und seither auch nicht wirklich gelöst worden
      4. NR Christa Markwalder ist ein EU-Turbo (und wenn die EU keine Lobby-Veranstaltung ist, dann gibt es keine Lobby-Veranstaltungen). Es liegt an ihren Wählerinnen, ob sie NR Markwalder abwählen wollen oder nicht.
      Ich verstehe auch nicht, wie man Primin Bischof in den Ständerat wählen kann. Aber dies ist Sache des Kantons SO.
      Selbstverständlich gibt es noch viele weitere Standpunkte und die Ansichten sind verschieden, sollen es auch sein.
      We shall see.

  • Rolf Zach sagt:

    Die Gretchenfrage ist doch die, wird die ständige Aufwertung des Schweizerfranken unsere Exportstruktur verändern und auch schwächen? Was für Fertigwaren werden hier hergestellt und exportiert mit großem oder kleinem Gewinn? Bei den Exporten, wo wir weltweit eine Monopolstellung in einem Nischenmarkt haben, ist der Einbruch weniger groß. Solche Produkte sind durch Patente und „Know How“ der Produktion im Markt abgesichert. Dazu können wir sicher die Pharmazeutika zählen und als Beispiel bei mittleren Firmen die Sicpa mit ihrem Monopol für Sicherheitsfarben bei Banknoten. Stark sind auch die weltbekannten Uhrenmarken wie Rolex und Patek Phillip, für die mehr der Gang der Weltkonjunktur zählt als die Aufwertung des Schweizerfranken. Eine Rolex ist ein Rolex, noch stärker als ein Ferrari ist ein Ferrari. Dagegen sind all diejenigen Exportfirmen voll im Visier der ausländischen Konkurrenz, die in den großen Märkten agieren ohne besonderen Patentschutz und Differenzialrente in der Nische. Zum Beispiel die Firma Weidplas in Rapperswil (Ein Management Buy-out der Weidmann Holding, welches später an die Amerikaner verkauft wurde). Um als BMW-Zulieferer bestehen zu können, hat diese Firma Personal und Maschinen nach Sachsen ausgelagert. Diese wertvollen Industrie-Arbeitsplätze mit dem ganzen Maschinenpark kommen nie mehr zurück. Und dafür gibt es gegenwärtig viele Beispiele, besonders im Bereich hiesig produzierenden Tochtergesellschaften ausländischer Konzerne. Was passiert mit Alstom in Birr nach dem Verkauf der Franzosen an General Electric? Hat General Electric der französischen Regierung insgeheim versprochen, die Arbeitsplätze in der Schweiz zugunsten von Frankreich abzubauen und auch die industrielle Infrastruktur dorthin zu verlagern. Unser Bundesrat tut nichts und wir sind als Nicht-EU Mitglied sowie so machtlos. Wir haben einen Freihandelsvertrag mit China, bei dem die Chinesen im nicht tarifären Bereich machen, was sie wollen. Am liebsten „Know-How“ stibitzen! Als EU Mitglied würde Brüssel einen Handelsvertrag für alle EU-Mitglied-Länder aushandeln, wo China nicht so einfach seine gewaltige Handelsmacht ausspielen kann. Ja, ja, bleibt als Masochisten bei eurer EU-Feindschaft und betrachtet den EURO als Werkzeug des Teufels!

    • Markus Ackermann sagt:

      @Zach
      1. wirtschaftlich:
      Ihre Problembeschreibung ist richtig.
      Ihre Lösung (EU) ist keine Lösung, sondern das Aufbürden von weiteren Problemen und zusätzlichen Kosten ohne Ertrag. Der €U geht’s nicht besser, sondern schlechter und die Perspektiven der €U sind miserabel.
      2. kulturell (Tradition, Geschichte, Mentalität)
      – In Kontinental-Europa und dem UK grassiert seit tausenden von Jahren die Erbkrankheit des Imperialismus (imperium romanum, Otto und seine Nachfolger, Spanien, Portugal, Niederlande, das frz. empire, British Empire, Drittes Reich … you name it). Diese Erbkrankheit ist heute NICHT ausgemerzt: Lybien, Syrien, Ukraine, Yemen … you name it
      – Historisch lavierte die Schweiz immer zwischen der frz. Grossmacht und der deutschen Grossmacht (DARUM die Neutralität … schon im Westfälischen Frieden). In der EU sind F + D (ich bin sicher: nur temporär) vereint. DIES ist das strategische Problem der Schweiz. Es ist auch das strategische Problem aller anderen EU-Staaten, denn mittlerweile hat nicht einmal mehr F etwas zu sagen. Einen Wahlsieg von Marie Le Pen wird die EU kaum überleben. NB: Das Projekt Europa, so wie es Churchill entwickelte, wäre ein Projekt MIT Russland.
      – Die Schweiz wird ihre halb-direkte Demokratie nicht aufgeben … erst recht nicht mit einer Perspektive EU
      3, Schlussfolgerung:
      Die Schweiz muss sich selber helfen. Dies musste sie schon immer … und wird es auch dieses Mal schaffen … und den Anlass Ihrer Analyse (die wirtschaftliche Entwicklung) mit Pragmatismus besser meistern als ihre Nachbarn … dank der Volks-Souveränität, also u.a. der halb-direkten Demokratie.

  • misc. sagt:

    Sehr geehrter Herr Straumann et.al
    Vielen Dank für Ihren Blog und die lehrreichen Perspektiven. Auch die Sommerpause gefiel mir sehr gut – meine Art der Entschleunigung.

    Die Spaltung. Das hätte ich mir auch merken können, als ich den kleinen Riss im Schneidebrett entdeckte. Ich hatte das Ziel schon avisiert: Ich glaube es war ein Schnitt um ein Rüebli zu halbieren. Leider fiel die Gewichtung aus meinem Blickfeld. Also setzte ich den Druck auf, das ist mein ganzes Körpergewicht, und ‚knack‘: da waren es plötzlich zwei. Also, das passiert wenn das ganze Gewicht in eine Waagschale geworfen wird.

    Nun aber zu meiner klitzekleinen Frage des Tages:
    Was passiert, wenn ich in eine Schale 100 Unternehmen werfe und in die andere 311’707 KMU?
    Ein kleiner Tip: Es geht nicht nur um vier Monate und ungeeichte Gewichte.

  • tststs sagt:

    Ein paar (Laien-)Fragen:
    1. Wurden im Industriesektor evtl. auch deshalb weniger Stellen geschaffen, weil in diesem Bereich immer mehr Aufgaben von Maschinen übernommen werden?
    2. Wie sieht die Lage im Exportsektor „Dienstleistung“ aus?
    3. Wieso soll es (theoretisch) nicht möglich sein, den erreichten Wohlstand zu erhalten ohne bedeutende Exportindustrie?

    Ich behautpe: Unsere Zukunft liegt im Dienstleistungssektor. Arbeitsteilung bis zum Geht-nicht-mehr werden der Hauptgrund für eine tiefe Arbeitslosenquote sein.

    • Josef Marti sagt:

      Eine kleine auf sich allein gestellte offene Volkswirtschaft dürfte auf Dauer den Wohlstand nur halten können wenn sie die Position des Nettogläubigers nicht verliert; sie ist deshalb gezwungen, mehr zu produzieren als zu konsumieren. Andernfalls bleibt als Rettung nur noch der EU Beitritt.

      • Rolf Zach sagt:

        Die Rettung im Dienstleistungssektor? Dienstleistungssektor ist ein sehr dehnbarer Begriff. Ist es die Beschäftigung bei McDonalds als Hamburger-Bratkoch oder ist es die Gruppe von einzigartigen Ärzten, die in einem Team an einem Universitätsspital als einzige weltweit mit einen gewissen Erfolg Rückenmark-Operationen durchführen können?
        Der Multiplikator-Effekt beim ersten ist nur in der Binnenwirtschaft, der Effekt beim zweiten ist enorm. Tatsache ist, daß die Multiplikator-Effekte des Dienstleistungs-Sektors oft mit einer blühenden und profitablen Industrie zusammenhängen. Ein nur bereits geringe Ausweitung der Industrie-Arbeitsplätze, kann durchaus eine höhere Beschleunigung der Beschäftigung des Dienstleistungssektors hervorrufen. Die EU ist niemals die Rettung für völlig ruinierte Strukturen. Sie ist aber eine Erleichterung für die Einführung von Reformen. Nach 1848 blieben der Kantone Uri und Wallis arme Gegenden. Wäre aber der Gotthard- und der Simplon-Tunnel so schnell gekommen ohne die Gründung der modernen Schweiz? Vergessen wir auch nicht Gesetzgebung zum Schutze des Schweizer Waldes. Dies wäre kantonal nicht möglich gewesen. Dieses Beispiel möchte ich mit der heutigen EU vergleichen und ihren Konsequenzen. Die Einigung der Schweiz hat der qualitativ hervorstechendsten Textilindustrie der Ostschweiz die weltweiten Märkte stärker geöffnet.

        • Markus Ackermann sagt:

          @Zach
          Sehr gute Beispiele.
          Weitere Beispiele:
          Oft ist der Wertschöpfungsanteil von Wartung und schrittweiser Modernisierung über den Lebenszyklus von Kapitalgütern viel grösser als die Wertschöpfung bei der Produktion dieser Kapitalgüter.
          .
          Der Dissens in Bezug auf die EU bleibt: we shall see.

  • Josef Marti sagt:

    Flassbeck schreibt 2015:
    Die Exportindustrie beschäftigt weniger Leute, als man denkt und hat per Saldo in den letzten Jahren immer nur Stellen abgebaut. Hätte man die Ressourcen stattdessen z.B. in den Umbau der Energieversorgung gesteckt, wären viel mehr Stellen entstanden. Die Nationalbank wird mit der Entsorgung der Exportüberschüsse zunehmend alleingelassen und ist damit überfordert. Das zeigen übrigens auch die neuesten Zahlen. Schliesslich exportiert die Schweiz mit ihren Überschüssen Arbeitslosigkeit und erntet Einwanderung.

    • Rolf Zach sagt:

      Einverstanden, aber man muß dies auch nicht so verengt sehen. Gerade weil ein Land eine positive Leistungsbilanz hat und diese nicht auf ewig und immer ausgeweitet werden kann, muß es eine solche irgendwie wieder abbauen. Für sehr große Länder gilt dies noch mehr als für kleine Industriestaaten wie die Schweiz und die Niederlande. Wir sehen diese Schmelze der Exportüberschüsse gegenwärtig bei China und bei Japan hat sie bereits stattgefunden. Bei einem Leistungsbilanz-Überschuß sollte auch ein Land in Spendier-Laune kommen, seien es nun eine ausgezeichnete Infrastruktur, inklusive technologische Durchbrüche in der Energieversorgung oder ist es die Förderung der Künste. All diese schönen Dinge können nur basieren auf eine hochstehende und breite Bildung. Das nennt man den Multiplikator-Effekt einer Volkswirtschaft in der schönsten Ausprägung. Automatisch ergibt sich daraus auch eine Einwanderung von sehr qualifizierter Menschen. Die Schweiz hat im Gegensatz zu Deutschland gemessen am Volkseinkommen einen größeren Prozentsatz an Überschuß in der Leistungsbilanz, aber sie ist in ihrer Zusammensetzung viel komplexer. Dies versteht sehr wohl die volkswirtschaftliche Abteilung unserer Nationalbank. Sie beeinflußt aber nur geringfügig die Entscheidungen ihres Direktoriums.

  • Markus Ackermann sagt:

    „Die Industrie hat netto seit zehn Jahren keine neuen Stellen geschaffen. Das Beschäftigungsvolumen ist immer noch deutlich unter dem Niveau von 2008, dem letzten Jahr des Aufschwungs.
    Hingegen ist die Zahl der Stellen im Bau und den Dienstleistungen stark gestiegen, was gesamthaft ein erfreuliches Bild ergibt. Der Motor hinter der Expansion der Binnenwirtschaft ist die hohe Einwanderungsrate.“
    1. Wie soll die Bauwirtschaft eingeordet werden. Sicherlich zuerst einmal bei der „Realwirtschaft“.
    – Es werden Realien geschaffen,
    – die Wohn- und Geschäftsräume werden genutzt
    ABER:
    Der Trigger sind die Verfügbarkeit von Krediten (Kapitalmarkt, Zinsen) und die NOMINALEN Lohnsummen. Es geht also letztlich um FINANZwirtschaftliche BEWERTUNGEN, die sich letztlich erst in Jahrzehnten als richtig oder falsch erweisen werden
    2. Die Dienstleistungen sind zu einem SEHR GROSSEN Teil, also ÜBERWIEGEND unproduktiv: niemand ist nach der Transaktion reicher als vorher. DARUM (weil freiwillig niemand das Geld ausgeben würde) wird ein Zwangskonsum via Vorschriften nötig: fast alle JuristINNEN, Beamte, Buchalter, Buchprüfer, Revisoren, obligatorische Versicherungen, Normen und Formulare von der Wiege bis zur Bahre.
    PER SALDO ist dies kein Null-Summen-Spiel, sondern ein MINUS-Summenspiel. Meine Arbeitshypothese ist: Diese MINUS-Summen korrelieren über die Jahrzehnte mit dem immer höher werdenen Schulden-Ständen: was NICHT PRODUKTIV finanziert wird, wird per Saldo via Schulden finanziert. Die Korrelation siehe ich zwischen dem switch von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft (-wirtschaft) seit circa 30 Jahren einerseits und der exponentiellen Steigerung der Schuldenstände (privat und Staat) seit ca. 30 Jahren. Siehe debt cycles von Borio (BIZ) Diese Schuldenstände werden organisiert und legitimiert durch finanzwirtschaftliche Bewertungen (treasuries, Vorsorgeverpflichtungen etc. pp).
    3. Die Schwierigkeit der finanzwirtschaftlichen Bewertungen sehe ich darin, dass diese nicht mehr zutreffen, wenn jemand „liefern“ ruft, z.B. weil die baby boomers zu Rentnern werden und Vermögen beziehen wollen oder aus anderen Gründen. Denn „liefern“ kann nur die REALwirtschaft, also Industrie und Gewerbe, Gesundheitswesen etc. Sobald die Realwirtschaft wieder Oberwasser erhält werden die Finanzwirtschaftler feststellen, dass von ihren Bewertungen ouups nicht mehr viel übrig bleibt.
    4. Um solche Schwierigkeiten zu vermeiden, müssen wir HEUTE die unproduktiven Dienstleistungen (FINANZplatz: Banken, Versicherungen; Gesetzesflut: Staat, JuristINNEN, Bedenkenträger, Buchhalter etc.) drastisch abbauen und der Industrie den Weg freiräumen:
    => DER REALZINS MUSS STEIGEN, DIE DIENSTLEISTUNGSKOSTEN (-PREISE … und damit die Löhne in diesen Berufs-Feldern) MÜSSEN FALLEN. Nur so wird man zur Produktivität zurückfinden, also die Situation wiederherstellen, in denen der Kunde nach der Transaktion reicher ist als vorher … und deshalb die Transaktion FREIWILLIG (ohne Gesetzes- / Normzwang) macht. Die Selbstorganisation via Preis wird wieder funktionieren. Der Kunde (Konsument, Bürger) wird wieder König. Wenn wird diese Umkehr nicht vornehmen, wird die Ausbeutung der Kunden (Bürger) durch die überteuerten Preise der Mächtigen weiter gehen, wir werden weiter zu immer FEUDALISTISCHEREN Verhältnissen kommen (1% vs 99%). Liberalismus, Konkurrenz und Marktwirtschaft (Adam Smith’s Wealth of Nations) sind politische Programme der Demokratisierung einer Gesellschaft gegen eine Ausbeutung durch die Mächtigen
    -> Warum werden die grössten Abzockerlöhne in den am meisten regulierten Branchen gezahlt?
    Banken, Versicherungen, Pharma, JuristINNEN … you name it

    • Linus Huber sagt:

      Sie treffen den Nagel wieder auf den Kopf. Es gilt einerseits die Bürokratie abzubauen, indem eben nicht immer weiterer die Gesellschaft bevormundende Gesetze und Regulierungen (oft zugunsten von Grossunternehmen und Banken) geschaffen werden, sondern wieder Luft zum atmen erzeugt und verstärkt auf einer tieferen Entscheidungsebene entschieden wird. Ebenfalls ist es notwendig, dass die Regierung erkennt, dass sie in erster Linie für die eigene Bevölkerung verantwortlich ist und ein Wohlfahrtsstaat nicht ungebremst die sozialen Errungenschaften anderen Menschen zur Verfügung stellen kann und gleichzeitig die Sozialindustrie ungebremst wachsen lässt. Wie ich kürzlich las, wird der souveräne Bürger gemäss einer Analyse der amerikanischen Ordnungsorgane als grösstes Gefahrenpotential betrachtet. Regierungen haben sich derart an die Bevormundung der Bürger gewohnt, dass sie sich dessen gar nicht mehr bewusst zu sein scheinen, respektive die damit gewonnene Macht inkl. Überwachung wie ein Parasit immer weiter auszubauen gedenken. Lobbyismus und Einzelinteressenbewirtschaftung hat zugleich derart Überhand gewonnen, dass der Grundgedanke der Demokratie immer stärker durch vetternwirtschaftliches Verhalten (sprich korruptes Verhalten) durchsetzt wird.

      • Markus Ackermann sagt:

        praktisches Beispiel von heute für die Entrechtung der Kunden (BürgerINNEN)
        Kamilosan nur noch gegen Rezept.
        http://bazonline.ch/schweiz/standard/medikamentenverkauf-geht-offline/story/12452317
        1. Diese Dienstleistung (Rezept) ist nichts wert. DARUM wird eine Zwangskonsum dieser Dienstleistung vorgeschrieben.
        -> Mit unproduktiven Zusatzkosten, weil der Kunde nach der Transaktion (Rezept) nicht reicher ist als vorher … sonst würde er nämlich FREIWILLIG diese Dienstleistung bezahlen.
        Wenn ein Anbieter konkurrenziert mit einem günstigeren und produktiverem Angebot, wird er kriminalisiert.
        2. Die Lobbies bezahlen Beiräte, Pöstchen etc. für diePolitikerINNEN der Gesundheitskommission des Parlaments, was z.B. Ruth Humbel (CVP, AG) und Jürg Stahl (SVP, ZH) nicht ablehnen … und simsalabim entstehen Interesse-wahrende Gesetze.
        3. Wenn jetzt der Bürger nicht aufpasst und das Referendum ergreift, bleibt er für den Rest seiner Tage Opfer dieser Ausbeutung durch die Mächtigen, welche die Lobbies für sich arbeiten lassen … Und wie zufällig sind wir wieder bei einer sehr stark regulierten Branche (Pharma) mit sehr hohen Abzockerlöhnen … und 80% der Kosten für Bürokratie und Vertrieb

        • Marcel Senn sagt:

          Was ist denn das Problem – dann kaufen Sie halt ihr Kamilosan rezeptfrei in der Apotheke — kein Mensch muss dafür ein Rezept verlangen oder hat irgendwelche „auferzwungenen“ Transaktionskosten — so wie früher halt!
          .
          Dass man dieser Unsitte Medikmentenverkauf per Internet Einhalt gebietet ist schon OK – nur weil heutzutage schon vieles möglich ist, muss man auch nicht alles machen
          .
          Ein Sturm im Wasserglas — und wenn man noch schnell in die Apotheke laufen muss ist das eh einiges gesünder als alles vom Compi aus zu machen

          • Linus Huber sagt:

            Na ja, Marcel, alles tönt immer sehr vernünftig, wenn man eine Regelung trifft, denn oberflächlich betrachtet scheint diese ja dem Wohle der Bevölkerung zu dienen. Jede Regel, jedes Gesetz hat allerdings auch eine weitere Wirkung, nämlich dass dadurch die Freiheit, Unabhängigkeit und Souveränität des Individuums in der Summe immer stärker eingeschränkt respektive durch Zwang ersetzt wird und ein immer höherer Anteil der Gesellschaft sich mit der Verwaltung, Überwachung, Durchsetzung etc. dieser Regeln, welche unter dem Strich nicht wohlstandsfördernd sind, sondern meist einfach eine Interessengruppe bevorteilt, beschäftigt. Wie gesagt, im Einzelfall tönt alles immer sehr vernünftig und es geht hierbei um die offensichtlich nie ausufernde zunehmende Dichte des die Bevölkerung infantilisierenden Regelwerkes anhand eines zunehmenden Heeres an Bürokraten.

          • Johnny Smith sagt:

            „Dass man dieser Unsitte Medikmentenverkauf per Internet Einhalt gebietet ist schon OK – nur weil heutzutage schon vieles möglich ist, muss man auch nicht alles machen“

            Nein, man ‚muss‘ es nicht machen. Wenn man es aber nicht machen kann, ist es ein schönes (oder eher ein schlechtes?) Beispiel für die oben angesprochene Entrechtung des Bürgers. Solche Bevormundung ist absolut überflüssig, unnötig.. Und wieso es eine Unsitte sein soll, sein ‚Aspirin‘ online zu bestellen, sehe ich nun wirklich nicht.

          • Markus Ackermann sagt:

            @Senn
            1. „Unsitte Medikmentenverkauf per Internet“:
            Dies ist nur für die Ausbeuter eine Unsitte, weil sie sich vor der Konkurrenz fürchten und ihre Preise nicht mehr hochhalten können … also produktiver werden müssten … und die Bürokratie reduzieren … und weniger unproduktiven Schoggi-Doktoren im Vertrieb und im Management viel zu hohe Löhne bezahlen könnten.
            -> Herr Senn, Sie sind der Propaganda der bodyguards der Pharmaindustrie aufgesessen, welche Sicherheitsinteressen vorschiebt, um die Margen zu schützen: die Brutto-Margen in der Pharma sind höher als die Brutto-Margen im Heroin-Handel. Die beste „saubere“ Konkurrenzierung wäre die Konkurrenzierung per online-Anbieter aus der Schweiz
            2. „Transaktionskosten“:
            Damit nennen Sie den richtigen terminus technicus dieser Ausbeutung. Siehe Ronald H. Coase, nobelprize.org
            -> Die Höhe der Transaktionskosten bestimmt die Grösse der Konzerne, weil die Koordinierung via Markt / Preismechanismus nicht mehr erfolgt: je höher die Transaktionskosten, je grösser die Konzerne
            3. „Sturm im Wasserglas“:
            Sie wollen ständig eine Weltbuchhaltung machen und die Schulden-Stände eruieren. Fragen Sie sich doch einmal, woher diese Schulden kommen! Meine Arbeitshypothese ist: dies ist das Ergebnis des beschriebenen MINUS-Summen-Spiels der addierten Transaktionskosten, welche nicht durch den Produktivitätszuwachs (geschätzt: durchschnittlich 2-3% pro Jahr) finanziert werden kann.
            -> Arbeitshypothese: Was nicht produktiv finanziert werden kann, muss durch Schulden produziert werden
            -> Damit kommen wir zur Frage, was produktiv ist und was unproduktiv. Die einfachste Antwort darauf lautet: Der Kunde entscheidet über die Qualität. FALLS der Kunde meint, nach der Transaktion sei er reicher als vorher, dann ist es produktiv. Dann macht er die Transaktion nämlich auch FREIWILLIG.
            Die bessere, intelligentere Antwort ist die von Adam Smith (Wealth of Nations, publiziert 1776 … also am Vorabend der bürgerlichen, liberalen Revolutionen gegen die Ausbeuter):
            „There is one sort of labour which adds to the value of the subjuct upon which it is bestowed: There is another which has no such effect. Thus the labour of a manufacturer adds, generally to the value of the materials which he works upon, that of his own maintenance, and of his master’s profit. The labourer of a menial servant, on the contrary, adds to the value of nothing. Though the manufacturer has his wages advanced to him by his master, he in reality costs him no expence, the value of those wages being generally restored, together with a profit, in the improved value of the subject upon which his labour is bestowed. But the maintenance of a menial servant never is restored. A man grows rich by employing a multitude of manufacturers: He grows poor by maintaining a multitude of menial servants. The labour of the latter, however, has its value, and deserves its reward as well as that of the former. (…) The labour of some of the most respectable orders in the society, is like that of menial servants, unproductive of any value, and does not fix or realize itself in any permanent subject, or vendible commodity, which endures after that labour is past, and for which an equal quantity of labour could afterwards be procured. The sovereign, for example, with all the officers both of justice and war who serve under him, the whole army and navy, are unproductive labourers. They are the servants of the publick, and are maintained by a part of the annual produce of the industry of other people. Their service, how honourable, how useful, or how necessary soever, produces nothing for which an equal quantity of service can afterwards be procured. (…) In the same class must be ranked, some both of the gravest and most important, and some of the most frivoulous professions: churchmen, lawyers, physicians, men of letters of all kinds, playes, buffoons, musicians, opera-singers, opera-dancers &c.“
            (Adam Smith, An Introduction in the Reasons and Causes of the Wealth of Nations. book I, chapter III)

          • Markus Ackermann sagt:

            recte:
            > Arbeitshypothese: Was nicht produktiv finanziert werden kann, muss durch Schulden FINANZIERT werden

          • Marcel Senn sagt:

            Ackermann: Mag ja in der Theorie alles richtig sein was Sie da schreiben, nur in der Praxis wimmelt es eben auch von Betrügern – was das alles an gefälschten Medis im Internet verkauft wird, ist nicht unerheblich. Wenn Sie dann mit gefälschten oder den falschen Medis Ihre Gesundheit ruinieren, dann hätten Sie vermutlich ex-post noch gerne ein paar Fränkli mehr für höhere Transaktionskosten bezahlt!
            .
            Und arberteitslose Apotheker und Helferinnen werden dann einfach über die AL-Kosten höhere Kosten verursachen. Bin ja eh gespannt wie sich der ganze Einkaufstourismus mittelfristig auswirken wird – mit über 11 Mrd Franken gehen da auch fast 2% BIP ins Ausland.
            .
            Wenn Sie die Produtivität, resp. den Kundennutzen verbessern wollen oder Schulden verhindern, dann schauen Sie bitte mal den folgenden Beitrag an — fernab von den ökonomischen Theoriebüchern, wo eben der kriminelle Gier der Menschen oft viel zuwenig Beachtung geschenkt wird — so läuft es nämlich in der Praxis ab:

            http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2470156/Kartelle-zocken-Kunden-ab#/beitrag/video/2470156/Kartelle-zocken-Kunden-ab

            Und in der CH haben wir ja auch zwei Parteien, die solche Praktiken möglichst verteidigen wollen – FDP und SVP! Oder Sie glauben ja nicht ernsthaft Dr. Blocher ging es 1992 beim EWR um die Unabhängigkeit der CH, da ging es kanllhart darum die Pfründe v.a. der Automobilimporteure (Frey, Hafner etc) zu schützen, damit diese das CH Volk besser melken können – vermutlich war Blocher Frey noch irgendeinen (finanziellen) Gefallen schuldig, dass er sich damals so ins Zeugs gelegt hat!

          • Marcel Senn sagt:

            Linus: Und wenn es keine Regulierungen hat, dann funktioniert nämlich unter anderem aus folgendes prächtig: Der Missbrauch durch unethisch handelnde Elemente, die ihre persönliche Rendite auf Kosten der Allgemeinheit optimieren wollen:
            Schau Dir mal die ZDF Doku an über die Kartellabzocker (Link bei Antwort Ackermann) — da weren so fast unendlich viele Beispiele aufgezählt (und die sind ja nur die Spitze des Eisberges, die nämlich die erwischt wurden), dass einem fast schlecht werden könnte, wie verseucht doch viele Wirtschaftsbereiche mittlerweile sind. In der CH wird es nicht viel anders sein.
            Um die Freiheit des Individuums zu schützen braucht es halt manchmal Regulierungen — ich bin auch dafür, dass veraltete Regulierungen und Vorschriften regelmässig überprüft werden sollen, ob die noch Sinn machen und wenn Nein diese abgeschafft werden.
            Wo haben wir die höchsten Anwaltsdichten der Welt? Genau im Land der angeblich unbeschränkten Freiheiten – in den USA, vor Israel, Italien, Argentinien — die Schweiz folgt erst weit dahinter – vermutlich weil wir trotz allen Unkenrufen von rechts eben gar noch nicht wirklich so überreguliert sind, wie manche daherbehaupten.

          • Markus Ackermann sagt:

            @Senn
            1. „in der Theorie alles richtig“:
            Wenn es in der Theorie richtig ist, weil logisch, dann sollte man dies auch in der Praxis umsetzen. Das nennt man „vernünftig“
            2. „in der Praxis wimmelt es eben auch von Betrügern“:
            Gauner gibt es nur dann, wenn es sich lohnt. Die Repression es Heroin-Handels ERHÖHTE die Drogen-Gewinne (Margen), den Drogenhandel und die Drogenopfer. Das hörte erst auf, als es eine LEGALE Substitution gab (Methadon-Abgabe). Die Gauner sind nämlich nicht so effizient und produktiv wie Industrie und Gewerbe, also unterlagen die Gauner im Wettbewerb und konnten nichts mehr verdienen.
            -> Mit einem effizienten, vertrauenswürdigen, sicheren Internet-Vertrieb wird jeder Schwarzmarkt beseitigt.
            -> Das „Problem“ des Internet-Vertriebs für die Lobbies von Ärzten, Apotheken und Pharmafirmen ist dessen Effizienz und Produktivität: Es gäbe einen wirklichen Wettbewerb und kaum noch Monopol-Renten oder Kartell-Renten.
            -> Die SICHERHEIT der Medikamente (Good Distribution Praxis, Good Manufacturing Praxis) hat rein gar nichts damit zu tun, WER diese Kriterien erfüllt: der Arzt, der Apotheker oder der Pöstler. Sie sitzen hier exakt der Propaganda-Lüge auf, mit welcher die Margen hoch gehalten werden sollen. Deutsche Apotheken vertreiben in die Schweiz hinein … zu tieferen Preisen.
            3. „arberteitslose Apotheker und Helferinnen“:
            Die wird es nicht geben. Und ERST RECHT wird es sie nicht durch Konkurrenzierung ergeben: Der Kostentreiber bei der Distribution der Medikamente ist die Logistik … und die ist für alle gleich. DARUM gibt es eine starke Konzentration der Apotheken (Galenica etc.).
            -> Konkurrenz führt zu mehr Produktivität und mehr Effizienz … und damit zu mehr Export: also zu einer Umkehrung der Warenflüsse. Heute von D in die CH, künftig von CH nach D.
            -> ALLE profitieren, ALLE haben tiefere Medikamentenkosten.
            4. „Um die Freiheit des Individuums zu schützen braucht es halt manchmal Regulierungen“:
            Ja, klar. D.h. nämlich EXAKT DAS GEGENTEIL IHRER POSTULATE, also ist anzustreben:
            -> keine Regulierungen, die die Freiheit der Kunden (BürgerINNEN) beschränken, konkret also keine Rezeptpflicht für Kamilosan

          • Linus Huber sagt:

            @ Marcel

            Kartelle funktionieren je besser, desto höher die Einstiegshürden und desto höher die Restriktionen des Warenaustausches. Beide Aspekte werden durch das Lobbying der Grossfirmen stark beeinflusst respektive ausgebaut und zwar nicht zum Vorteil der Gesellschaft, sondern offensichtlich zu ihrem eigenen Vorteil indem dadurch monopolistische Marktkontrolle angestrebt wird. Die Preise sind in stark regulierten Marktsegmenten immer bedeutend höher als in schwach regulierten. Ein gutes Beispiel bietet die elektronische Industrie, welche verhältnismässig jung und daher noch schwach reguliert ist und in welcher die Produktivitätssteigerungen in der Form von fallenden Preisen an den Kunden weiter gegeben werden. Betrachten Sie einmal die vermeintlichen Handelsabkommen; ein reines in Erfüllung gegangenes Wunschkonzert der Grossunternehmen. Betrachten Sie die seit vielen Jahren nachlassende Anzahl an erfolgreichen Neugründungen von Unternehmen, welche die wirtschaftliche Dynamik reduziert; ein Indikator der hohen Eintrittshürden. Die USA liegt übrigens weit hinter der Schweiz in Bezug auf ökonomische Freiheit und ist daher bestimmt heute keine Referenz mehr. Es handelt sich um einen globalen Trend und nicht einzig um ein Problem der Schweiz, welche verhältnismässig besser dastehen dürfte als der Durchschnitt.

          • Marcel Senn sagt:

            Ackermann: Sie gehen von einem Menschenbild aus, dass alle rational, nutzenoptimiert (homo oeconomicus) und informiert arbeiten – nur ist das eben die klassische oekonomische Theorie (gut gibt ja mittlerweile auch andere Richtungen, die das Verhalten von Menschen etwas mehr differenzieren)
            Aber selbst Kamillosan kann Nebenwirkungen haben, so harmlos es scheint:

            „Sehr selten können Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. Kontaktallergien) auftreten. Sehr selten sind schwere allergische Reaktionen (Atemnot, Gesichtsschwellung, Kreislaufkollaps, allergischer Schock) insbesondere bei nicht sachgerechter Anwendung von Kamillenzubereitungen beobachtet worden.“
            .
            Bei Aspirin ist dann die Nebenwirkungsliste noch einiges länger….
            .
            An Heroin sind sicher ein Dutzend meiner früheren Bekannten gestorben — Online Handel wie Sie sich das so vorstellen – der eine Onlinehändler verkauft 20% Heroin, der andere 80%ges — Resultat – beim einen hat man ein Flash, beim anderen eine letale Ueberdosis — bis sich der Markt einpendelt und solche „Kollateralschäden“ nicht mehr passieren und dafür braucht es eh auch wieder Regulation und Vorschriften — von den Kindern ganz zu schweigen, die meinen es sei Zucker (obwohl es bitter ist) und irgendwelchen Blödsinn damit machen, wenn es so frei und günstig erhältlich wäre und so manche heroinsüchtige Eltern, würden es dann unbedacht rumliegen lassen.
            .
            Es gibt ja schon genug Ayurveda-Tees mit Giftstoffen drin, gerade neulich ist wieder eine deutsches Ehepaar in Ceylon dran gestorben — am ach so gesunden Ayurveda… sowas kommt in Ihren Lehrbüchern auch nicht umbedingt vor…da würde der Markt mit all den angeblich so vernünftig handelnden Individuuen dafür sorgen, dass sowas nicht passiert….

            Sorry Herr Ackermann – aber die Realität wird sich nie der Theorie anpassen, da diese schlichtweg zu wenig komplex – die Theorie muss sich weiterentwickeln und versuchen die Realität besser abzubilden in ihren Modellen — Elfenbeinturmökonomen bringen der Welt unter dem Strich zuwenig!
            .
            Linus: Beim Elektronikmart mag das sicher stimmen, aber z.B. Apple greift sich ja gerne die Höchstrendite ab, da es quasi durch die starke Marenbildung zu einem Quasimonopolist wurde.

            Wenn Sie die Doku gesehen haben, dann stellen Sie aber auch fest, dass sich kriminelle Preisabsprachen fast durch alle Bereiche ziehen – von stark regulierten bis hin zu eher schwach regulierten Produkten. Wo kriminelle Energie vorhanden ist, da findet sich oft ein Weg diesen umzumünzen um eine Maximalrendite abzuschöpfen.

          • Linus Huber sagt:

            @ Marcel

            Irgendwie fühlt es sich an, als ob Sie den Wagen vor das Pferd spannen. Nehmen wir das Beispiel der stark regulierten Importwirtschaft, welche zu den hohen Preisen in der Schweiz führt. Wenn z.B. Parallelimporte etc. erlaubt würden, respektive aufgrund administrativer Bürden nicht extrem schwierig wären, würde das zwar legale aber im Grundsatz trotzdem kartellartig anfühlende Importgeschäft in seiner bestehenden Form wohl in sich zusammenbrechen. Es geht dabei nicht um Preisabsprachen im engen Sinn des Wortes, sondern um Grossunternehmen, welche die staatlichen Regeln beeinflussen und zulasten der Allgemeinheit in Ausnutzung des staatlichen Machtmonopols sich bevorteilen. Grossunternehmen wollen keinen freien Handel, sondern regulierten Handel, wobei sie die Regeln zu ihren Gunsten beeinflussen. Lobbying würde gar keinen Sinn machen, wenn nicht dauernd neue Regeln ins Leben gerufen würden. Aber eben, diese Art von Bevorteilung wird als legal klassifiziert, obwohl es inhaltlich vergleichbar mit Preisabsprachen sein dürfte und zusätzlich noch einen Haufen an unproduktiver Bürokratie produziert. Das beste Mittel gegen Preisabsprachen ist aus meiner Sicht Transparenz und möglichst freier Warenaustausch. Die Transparenz wie der freie Warenaustausch wird durch die immer höhere Regulierungsdichte wohl eher geschwächt als gestärkt. Der Effekt der hohen Eintrittshürden und der daraus resultierenden reduzierten wirtschaftlichen Dynamik ist von zu hoher Bedeutung um einfach ignoriert zu werden.

            Apple als Monopolist darzustellen trifft voll ins Leere. Es besteht kein Zwang Apple Produkte zu kaufen und die Konkurrenz ist gross und greift Apple wohl von allen Seiten an. Apple’s Erfolg liegt darin, dass die Kundenbedürfnisse mit seinen Produkten offensichtlich ausgezeichnet befriedigt werden, wodurch ein Mehrwert geschaffen wird. Auch das Image mag für viele ein Bedürfnisse befriedigender Aspekt sein z.B. in der Form von Anerkennung Dritter.

          • Linus Huber sagt:

            @ Marcel

            Wenn ich Ihre weiteren Kommentare lese, spüre ich, wie sehr Sie sich mit der bevormundenden Kultur der Bürokratie identifizieren, respektive wirklich glauben, dass man den Einzelnen vor sich selber schützen muss; das widerspricht meiner Überzeugung und jeder der z.B. ein Kilo Heroin konsumieren will, soll dies ungehindert tun, vorteilhaft ist allerdings, wenn er zuvor schon sein eigenes Grab geschaufelt hat. Es handelt sich um einen Teufelskreis, indem man die Menschen immer stärker bevormundet, wodurch sie sich auch immer weniger selbstverantwortlich fühlen, wodurch noch mehr Regulierung notwendig wird … ad absurdum.

          • Linus Huber sagt:

            Sorry, der Text wurde an einem Stück nicht akzeptiert und ich musste herausfinden, wo das Problem liegt.

            Das optimale Mass an Regulierung ist aus meiner Sicht auf der Ebene der Regierungen und Internationalen Organisationen zugunsten der Teppichetagen von Grossunternehmen und Banken heute weit überschritten.

            In Bezug auf den „homo oeconomicus“ dürfte die Praxeologie einige nützliche Ideen liefern.

          • Linus Huber sagt:

            Das Wort „sup.ra.national“ wurde aus welchen Gründen auch immer nicht akzeptiert.

          • Johnny Smith sagt:

            „Ackermann: Sie gehen von einem Menschenbild aus, dass alle rational, nutzenoptimiert (homo oeconomicus) und informiert arbeiten“

            Marcel Senn, Sie scheinen von einem Menschenbild auszugehen, dass alle irrational, dumm und uninformiert oder egoistisch und rücksichtslos sind. Selbstverständlich GIBT es solche Menschen, es gibt aber zum Glück mehrheitlich andere Menschen, die NICHT konsequent rücksichtslos, betrügerisch oder uninfomiert und dumm sind.

            „selbst Kamillosan kann Nebenwirkungen haben“ „Bei Aspirin ist dann die Nebenwirkungsliste noch einiges länger“

            Da haben Sie recht. Übrigens hat auch Salz in Übermengen genossen durchaus negative gesundheitliche Nebenwirkungen. Oder Kaffee, oder Orangensaft, oder selbt Wasser. Soll dies *deshalb* alles reguliert werden bzw. ein spezifischer Verkaufskanal verboten und damit eine unangenehme Konkurrenz eliminiert werden? Wenn dieser Verkaufskanal mehr Nach- als Vorteile hat, wird er sich nicht etablieren können, wenn er andererseits von einem rechten Teil der Konsumenten geschätzt wird, dann eben schon.

            Linus Huber geht mit seiner konsequent liberalen (libertären) Ansicht sicher weiter als ich. Im Grundsatz gehe ich mit seiner Ansicht nach möglichst viel Eigenverantwortung allerdings absolut einig. Und Markus Ackermann argumentiert mMn ebenfalls sehr konsequent und rational.

            Auch wenn es wichtigere Entscheide gibt ob ja oder nein zu Verkauf von rezeptfreien Medikamenten via Internet, ist das ein Beispiel, wie Überregulierung der Wirtschaft überflüssige Fesseln anlegt.

          • Markus Ackermann sagt:

            @Senn von wegen „Menschenbild“
            1. Ja, der Mensch ist frei geboren und hat unveräusserliche Rechte.
            -> DIES unterscheidet ihn vom Sklaven
            2. Nehmen SIE SICH, Herr Senn, von IHREM eigenen Menschenbild aus?
            -> Wollen SIE tatsächlich argumentieren, SIE wüssten es besser als die anderen Untertanen?
            3. Nehmen Sie Descartes: ich denke, also bin ich.
            -> Wollen Sie im Ernst sagen, dass SIE besser denken können, als die anderen?
            .
            Die AUSBEUTUNG bedarf immer einer Legitimation der Macht durch die Untertanen, durch die Entrechteten. Die Untertanen, die Ausgebeuteten müssen glauben, sie seien dümmer als die Herrschenden.
            -> Die „coolies“ in Indien mussten glauben gemacht werden, sie wüssten weniger und seien weniger wert als die Briten
            -> Die gleichen Mechanismen finden sich bei der Sklaverei und im Kolonialismus.
            Die dahinter stehende Motivation und das dahinter stehende Mechano ist immer ökonomisch: Man macht es, weil es sich lohnt.

          • Markus Ackermann sagt:

            @Senn
            Staatsbürgerkunde, praktischer Teil
            Es ist ein Verdienst des Schweizer Radios, dass es zum richtigen Zeitpunkt den Chef von Swissmedic, also den Chef der bodyguards der Swiss drug dealers, in die Samstags-Rundschau eingeladen hat:

            http://www.srf.ch/sendungen/samstagsrundschau/zu-zahm-oder-zu-hart-swissmedic-in-der-kritik

            In der ersten Hälfte nimmt er zu den Themen rund um die Rezeptpflicht Stellung … oder eben auch nicht.
            Es ist ein Lehrbuch-Stück in vielerlei Hinsicht.
            Denken Sie einfach als praktische, konkrete Beispiele immer mit:
            – Rezeptpflicht für Nivea-Haut-Crème via Versandapotheke
            – Rezeptpflicht für Nivea-Sonnen-Crème via Versandapotheke
            – Rezeptpflicht für Kamilosan via Versandapotheke
            – Rezeptpflicht für Dul-X via Versandapotheke
            – Rezeptpflicht für Aspirin via Versandapotheke
            Hören Sie bitte GENAU zu beim Slalom-Lauf, den Jürg Schnetzer hier absolviert. So funktioniert das Handwerk der bodyguards, so funktioniert politische, Interessen-gesteuerte Kommunikation.
            .
            Zur Lobby-Wirtschaft in der Gesundheitskommission des Parlaments habe ich ebenfalls den link zu einen illustrativen Artikel des Beobachters beigefügt:

            “Lobbyisten in Bundesbern Der Befangenenchor ”
            http://www.beobachter.ch/justiz-behoerde/buerger-verwaltung/artikel/lobbyisten-in-bundesbern_der-befangenenchor/

          • Marcel Senn sagt:

            Jonny Smith: Nein ich gehe nicht davon aus, dass ALLE Menschen irrational handeln, dumm, egoistisch etc sind, aber ein gewisser Prozentsatz eben schon und manchmal sind die das schwächste Glied in der Kette die man (oft vor ihrer Unwissenheit) schützen sollte.
            Ich verstehe Euren Frust schon, dass sich der mündige, informierte und rational handelnde Bürger dann aufregen mag, weil dadurch auch seine Freiheiten beschnitten werden und er das Aspirin etc. nicht mehr einfach so online bestellen kann, aber ich ziehe sowas immer noch einer ultraliberäten Wirtschaftsordnung vor, wo praktisch alles nur noch dem angeblich rational handelden Individuum überlassen wird — die Kollateralschäden werden einfach zu gross sein!
            .
            Ja Salz muss man seit einigen Jahren im Restaurant in Argentinien extra bestellen, damit die Leute nicht einfach gedankenlos Unmengen Salz aufs Essen streuen. Immerhin werden sie gezwungen sich zu fragen, wieso man nicht zuviel Salz konsumieren soll….. Ihr würdet Euch vermutlich wieder in Eurer bürgerlichen Freiheit eingeschränkt sehen, micht hingegen kratzt das nicht besonders – ich finds gut, wenn die Menschen zum hinterfragen angeregt werden!

          • Johnny Smith sagt:

            Salz extra bestellen… na das kratzt mich wohl genauso wenig wie anscheinend Sie. Ist allerdings auch eine überflüssige Vorschrift, wenn auch praktisch kein Hindernis für den Gast und den Wirt.

            Wenn sich der arme, schwache, uninformierte und unwissende Bürger, den Sie hier als Grund vorschieben, etwas ungesundes antun möchte, kann er frei erhältlich Salz oder Kaffee in ungesunden Mengen zu sich nehmen. Er kann gepökeltes fettiges Schweinefleisch essen oder, obwohl ohne Kopfweh, ein Aspirin einwerfen. Eigentlich sollten Sie Bayer et al ja eh einklagen, dass die so schlimme Sachen produzieren, welche dann unmündige, unwissende Bürger einfach so zu sich nehmen.

            Linus Huber hat unten an Sie folgendes geschrieben: „Wenn ich Ihre (Marcel Senn) weiteren Kommentare lese, spüre ich, wie sehr Sie sich mit der bevormundenden Kultur der Bürokratie identifizieren, respektive wirklich glauben, dass man den Einzelnen vor sich selber schützen muss“. Nach Ihrem jetzigen Kommentar stimme ich LH absolut zu, Sie scheinen wirklich vom Normfall ‚unmündiger, dummer Bürger‘ auszugehen und die eigenverantwortlichen Bürger gibt es bei Ihnen kaum. Schade.

          • Linus Huber sagt:

            „Eigentlich sollten Sie Bayer et al ja eh einklagen“

            und jetzt diese Aussage aus diesem Link (http://www.coha.org/the-salt-assault-uruguay-tackles-its-obesity-issue/):

            With a lot of political influence and money for advertising, the food industry has shaped the general public’s ignorant and disinterested attitude towards sugar and salt moderation.

            Worin mag nun wirklich die Rolle einer Regierung bestehen? Im Zwang zu Transparenz, denn diese fehlt und wird eben durch die Grossunternehmen mittels politischem Einfluss verhindert, respektive der Konsument bewusst inhaltlich fehlinformiert. Aber eben, die Regeln werden größtenteils genau von diesen Grossunternehmen via den an Planungswut leidenden Bürokraten zu ihrem Vorteil festgelegt. Gegen die Interessen der Grossunternehmen zu handeln ist wohl derart Karriere zerstörend, dass Bürokraten auf einmal die Eier verloren haben und bevorzugen in ihrer Macht anmassenden Überheblichkeit auf dem kleinen Bürger herumzuhacken.

            „The whole history of civilization is strewn with creeds and institutions which were invaluable at first, and deadly afterwards.“ – Walter Bagehot

            Die Frage dürfte darin bestehen, wo auf der Zeitachse wir uns diesbezüglich befinden.

          • Marcel Senn sagt:

            Ich sehe das in etwa realistisch nach Gausscher Normalverteilung – rund 68% kann man innerhalb einer Standardabweichung als mündige, sellbstverantwortliche, informierte Bürger bezeichnen. rund 27% sind schon irgendwie mehr oder weniger gefährdet in einzelnen Kriterien und 5% sind stark bis sehr stark gefährdet und können auch allerlei potentiell hohe gesellschaftliche Kollateralschäden verursachen. (dies können in geringerem Umfang auch die 27%)
            .
            Jetzt muss sich eine Gesellschaft definieren, wie sie mit den „restlichen“ rund 32% umgehen will – von kalten egoistisch einfach sich selbst überlassen bis hin zum totalen verhätschelnden bevormundenden Nannystaat ist ein weites Spektrum offen… wo eine Gesellschaft ansetzen will, das ist ein Prozess mit viel try and error — aber um diese Frage kommt eine Gesellschaft kaum drum rum!

          • Linus Huber sagt:

            Ein paar Verurteilungen von Grossunternehmen mit entsprechender Änderung der Regeln, indem z.B. der CEO persönlich verantwortlich gemacht wird und bei fahrlässiger Tötung repräsentativ für das Unternehmen hinter Gittern landet anstelle sich im Schutz der anhand korrumpierter Regeln geschaffenen de facto Immunität verbergen zu können, würden Wunder bewirken. Aber eben, je höher die Regulierungsdichte, desto höher die Anonymität der Verantwortlichkeiten und desto schwieriger, die Entscheidungsträger zur Verantwortung zu ziehen.

          • Linus Huber sagt:

            „Jetzt muss sich eine Gesellschaft definieren, wie sie mit den “restlichen” rund 32% umgehen will“

            Ich denke, dass die 5% das wirkliche Problem darstellen und nicht eine derart hoher Anteil. Die Frage ist ja nicht, wie wir mit diesen aufgrund verschiedener Umstände benachteiligten Mitmenschen umgehen, sondern wo die Entscheidungsebene dafür liegt. Glauben Sie wirklich, dass wenn der Bund keine Regeln festlegt, die Familie, die Verwandten und Bekannten und eine Gemeinde ihre benachteiligten oder schwachen Mitbürger einfach krepieren lässt? … oder eben vielleicht eine für diese Person bedeutend besser massgeschneiderte Lösung finden wird, welche leider den Zentralplanern und der Sozialindustrie keine oder nur beschränkte Funktion einräumt. Wir sollten uns von der Idee, absolute Sicherheit schaffen zu wollen distanzieren, denn absolute Sicherheit gibt es eh nicht und die Verfolgung dieses Ziels erzeugt meist nicht vorhersehbare und unbeabsichtigte negative Konsequenzen; ein Konzept, welches Ihnen, Marcel, sicherlich bekannt sein dürfte.

          • Johnny Smith sagt:

            „von kalten egoistisch einfach sich selbst überlassen bis hin zum totalen verhätschelnden bevormundenden Nannystaat“

            Wenn Sie schon die differenzierende Normalverteilung zur Argumentationshilfe nehmen (was ich gut finde), wenden Sie die differenzierende Betrachtungsweise auch an, wenn es um die Korrektiva (Sie sagen hier Staat) und deren verschiedene Strukturen geht: Kalt egoistisch wäre der Staat wohl nur, wenn alle Ihre angeblichen 32% teilweise oder komplett unmündigen Bürger ohne jegliche Sozialkontakte und anonym wären. Die Realität sieht zum Glück ganz anders aus. Linus Huber hat zu Recht Familie, die Verwandten und Bekannten und Gemeinde also weitere mögliche Korrektiva (oder von mir aus auch Hilfsmöglichkeiten/Selbstregulierung) angesprochen. Dort gibt es kleinräumigere und spezifischere Eingriffsmöglichkeiten (welche auch tatsächlich vorkommen) ohne dass gleich 95% unter einer für sie absolut überlüssigen Regelung zu leiden haben. Kalt und egoistisch ist vielmehr der bevormundende Nannystaat, welcher alle Freiheiten einschränkt und primär für sich selber sorgt.

            Mit welcher Aussage fühlen Sie Ihre Einschätzung besser vertreten:
            Der Staat ist für die Menschen da oder
            Die Menschen sind für den Staat da?

        • Peter Meier sagt:

          Und die SVP bewirtschaftet hauptsächlich die Themen Migration und Asyl um von dieser „hidden agenda“ abzulenken.

      • Markus Ackermann sagt:

        @Linus Huber
        als Illustration zu Ihrer Argumentation:
        Der Beobachter hat am 20.11.2012 in einem Artikel 5 Seiten dem Lobbyismus in der Gesundheitskommission des Parlaments gewidmet: „Lobbyisten in Bundesbern Der Befangenenchor “
        http://www.beobachter.ch/justiz-behoerde/buerger-verwaltung/artikel/lobbyisten-in-bundesbern_der-befangenenchor/
        .
        Übrigens:
        Die Schweizer BürgerINNEN sind nicht wehrlos. Soweit die PolitikerINNEN nicht ohnehin abtreten, können PolitikerINNEN, die ihre WählerINNEN-Stimmen SO nutzen, ABGEWÄHLT werden … allerdings nur noch bis zum 18. Oktober 2015

        • Linus Huber sagt:

          @ Markus

          Danke, guter Artikel ganz in meinem Sinn.

          Es würde mir nicht im Traum einfallen, die Bürger als wehrlos respektiv nutzlos hinzustellen. Das Problem liegt in der zunehmenden unbemerkten Konditionierung und der damit einhergehenden schwachen Transparenz, wofür die 4. Macht in einer Demokratie zuständig sein sollte. Die Medien sind zuständig, ihre Pflicht wahrzunehmen und diesbezüglich bedeutend stärkere Transparenz zu liefern anstatt sich als Sprachrohr der Regierung zu profilieren. Die heutigen Redaktoren sollten sich allesamt schämen.

        • Marcel Senn sagt:

          Ackermann: Ueber die Hälfte der schweizer BürgerInnen sind einfach politisch faul, desintressiert oder intellektuell gar nicht in der Lage zu verstehen was die verschiedenen Parteien wollen — darum war 2011 die Stimmbeteiligung auch nur bei 48.5% – was doch ein ziemlich schwacher Wert ist.
          Aber auch hier gehen Sie in Ihrem theortischen Menschenbild davon aus, dass alle Bürger mündig, informiert und interessiert seien — welch ein Trugschluss.
          Bei uns in Uruguay hatten wir bei den Präsidentschaftswahlen noch über 91% Stimmbeteiligung – das ist noch eine echter Volkswille und nicht so eine wohlstandsdegenierte Demokratie, wie leider immer mehr in der Schweiz, wo irgendwelche Zufallsergebnisse über das Schicksal des Landes entscheiden können (z.B. MEI).

          • Linus Huber sagt:

            48.5% der Bevölkerung zur Festlegung von Regeln ist bedeutend besser als die lobbyierten unter 0,001% der Bevölkerung in repräsentativen Scheindemokratien (sprich Oligarchien). „Zufallsergebnisse“ sind natürlich Gift für die Planwirtschaft und daher zu verhindern, oder in anderen Worten „die direkte Demokratie“ bedroht die weltweite zentralplanerische Machtkonzentration und ist daher auszumerzen. Aber warum in aller Welt ist die Schweiz derart erfolgreich, wenn uns die direkte Demokratie anscheinend direkt in die Hölle führen soll, denn der heutige Wohlstand beruht wohl in erster Linie auf unserem politischen System, was nicht bedeutet, dass alles fehlerfrei und problemlos abläuft? Ich glaube mich erinnern zu können, dass Zentralplanung sich nicht als Erfolg in die Geschichte einreihte.

      • Marcel Senn sagt:

        Ackermann: Dass alle Menschen frei geboren werden und unveräusserliche Rechte haben, mag ja das Ziel in der Theorie sein, gut in der CH dürfte dieses Ziel einigermassen annähernd erreicht sein, aber wenn ich z.B. ans Kastensystem in Indien denke, da läuft es immer noch einiges anders.
        Es gibt noch andere Faktoren als nur Oekonomie – z.B. Religion — wenn Sie auf IS Gebiet auf die Welt kommen, dann sind sie wohl alles andere als frei.
        Wieso soll ich mich von meinem Menschenbild aus? Es gibt eben nicht nur ein Standardmenschenbild – diesen standartisierten Lehrbuchmensch finde ich eh langweilig, weil der einfach realitätsfremd ist – mag zwar für 60-70% der Bevölkerung in Mitteleuropa gelten, aber es gibt eben auch noch andere Typen und Verhaltensweisen, die der Theorie widersprechen.
        .
        Und dass die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen immer auf der Legitimation der Ausgebeuteten ruht — was ist denn das für ein undifferenziertes Weltbild. Kommt mir vor wie die amerikanische Lüge, dass JEDER es schaffen kann – was eben so nicht stimmt – EINZELNE schaffen es aber nicht jeder.
        .
        Ja Herr Ackermann und wenn es Ihnen langsam an differenzierter Argumentation mangelt, dann müssen Sie noch persönlich werden – haben Sie denn nichts besseres drauf — ist doch schon etwas schwach!
        Sie mögen zwar Ihren Keynes (den ich auch sehr schätze) fast auswendig können, aber gewisse Wesentlichkeiten und Vielschichtigkeiten des menschlichen Seins scheinen Sie mir nicht so ganz begriffen zu haben, so auf jedenfall interpretiere ich Ihre Kommentare.

    • Josef Marti sagt:

      Dann sollten Sie vielleicht nach Somalia auswandern; dort braucht’s sicher keine Buchhalter, Revisoren, Buchprüfer, Beamte, Anwälte, Steuerberater etc., auch Richter sind dort überflüssig. Ohne eine hochentwickelte Rechtsetzung und Bürokratie gibt’s auch kein vernünftiges Investitions- und Entwicklungspotenzial.

      • Marcel Senn sagt:

        Richtig Herr Marti — Und lustigerweise wurde die CH trotz der angeblich wirtschaftstötenden Ueberregulierung mit welcher gewisse bürgerliche Parteien dieses Jahr in den Wahlkampf ziehen, bereits zum 7. Mal in Folge zum wettbewerbsfähigsten Land der Welt auserkoren!!
        .
        Irgendjemand lügt also — entweder das WEF der 140 Länder der Welt nach 12 Kriterien auf die Wettbewerbsfähigkeit untersucht hat und die CH zur No. 1 auserkoren hat oder sonst halt die SVP, die andauernd undifferenziert was von erdrückender Ueberregulierung daherredet und die Bevölkerung so für sich gewinnen will — und dies ohne konkrete Vorschläge zu machen.
        .
        Preisfrage: Wer lügt uns also an: Das WEF oder die SVP?

      • Linus Huber sagt:

        @ Josef

        Niemand will keine Regeln, sondern es handelt sich um die Frage des Ausmasses. Wenn Sie das Volumen an von Bürokraten in ihrem Eifer ihre eigene Existenzberechtigung zu rechtfertigen jährlich weltweit geschaffenen neuen Regeln betrachten, dürfte sicherlich der Gedanke, dass der diesbezügliche Kosten/Nutzen Faktor für die Gesellschaft insgesamt sich seit geraumer Zeit negativ verhalten dürfte, schwerlich von der Hand zu weisen sein und ähnlich wie Überschuldung ebenfalls die wirtschaftliche Dynamik negativ beeinträchtigt.

        • Rolf Zach sagt:

          Jede Hochkultur braucht eine Bürokratie und jede Marktwirtschaft braucht Regeln, ohne diese geht gar nichts. Die Frage ist nur, wie die Macht-Elite (gilt auch für Demokratien) ihre Bürokratie mittel der Funktions-Eliten einsetzt und auch die Reglemente der Marktwirtschaft so gestaltet, daß die Allgemeinheit davon profitiert. Wer sagt, daß der Staat im Grunde genommen unser Feind ist, anerkennt eigentlich, daß der Mensch zu einem Zusammenleben in großen Gemeinschaften nicht fähig ist und gewissenlose Gruppen der Macht-Elite sich immer durchsetzten, um ihre Macht zu mißbrauchen. Es ist nun einmal unser Schicksal, daß in jedem System einer Hochkultur, eine Machtelite den Rahm oben abschöpft und die Funktions-Elite zu Recht gut gefüttert werden muß, damit die Lebensqualität nicht allzu sehr absinkt. Die Macht-Elite der Sowjetunion hat ihre Funktions-Eliten in jeder Beziehung sehr schlecht behandelt und ihre Initiative gelähmt. So wurde der riesige sowjetische Markt nicht mehr als Vorteil für alle gesehen, sondern nur noch als eine Last, sogar für die Russen selbst, die das Gefühlt hatten, sie arbeiten nur noch für die Zentralasiaten und die Kaukasier. Revolutionen sind immer eine Sache im Verhältnis zwischen Macht- und Funktionselite, wenn die nicht funktioniert, ist etwas faul im Staate Dänemark.
          Die heutige Menschheit lebt in Hochkulturen. Würden wir leben wie der edle Wilde bei Rousseau, hätten wohl kaum mehr als 200 bis 300 Millionen Menschen auf dieser Erde Platz. Es ist auch zu beachten, nicht immer ist das ökonomisch richtige, daß gewünschte soziale. Eigentlich brauchen wir in der Schweiz nur 10’000 Landwirtschaftsbetriebe und nicht beinahe 50’000 (Es waren übrigens einmal kurz nach 2. Weltkrieg 400’000!). Hier ist die soziale Komponente wichtiger als die ökonomische! Aus dieser Angst vor Rationalisierung und Globalisierung kommen die Wähler der SVP und schüren die Anti-EU Stimmung. Damit ist klar gesagt, sie ist gegen die Einschränkung ihrer Macht-Elite durch Gesetze und Reglemente im Tausch gegen die Abnahme ausländischer Konkurrenz für die einheimische Funktions-Elite. Ob dies den materiellen Wohlstand von uns allen Schweizern fördert, dieses Urteil überlasse ich dem Leser.

          • Linus Huber sagt:

            Warum wird immer wieder impliziert, dass jemand gegen jegliche Bürokratie und gegen jegliche Regeln sei? Es geht doch nicht darum, sondern einerseits um das optimale Ausmass von Bürokratie und andererseits dass die Regeln nicht in erster Linie zugunsten der Machtelite festgelegt werden.

            In einem parlamentarisch-demokratisch verfassten Gesellschaftssystem wäre es ja genau die Aufgabe der Funktionselite zu verhindern, dass die Machtelite (eine privilegierte Minderheit) nicht ungerechtfertigterweise durch entsprechende Regeln übervorteilt wird. Wie wir offensichtlich erkennen können, scheint dies nicht zu funktionieren und ja, weil es sich bei der Funktionselite eben auch um Menschen mit den normalen menschlichen Attributen handelt, indem die Bedeutung ihres persönlichen Wohlbefindens über demjenigen der Allgemeinheit liegt. Deshalb ist es essentiell wichtig, dass der souveräne Bürger sich bemerkbar macht.

            Die Ursache des Verfalls der Sowjet Union lag wohl eher in der durch die Planwirtschaft und der damit einhergehenden Bürokratie erzeugten ökonomischen Probleme und einer langsam eintretenden Neu-Orientierung der politischen Elite.

          • Markus Ackermann sagt:

            @Zach
            1. Liberale sind NICHT gegen den Staats, sondern haben ihn verfassungsmässig GESCHAFFEN und dessen Funktionieren durch Beamte (vom Typus preussischer Staatsbeamter) sicher gestellt.
            2. Liberale sind auch NICHT gegen Regeln, sondern haben den Rechtsstaat BEGRÜNDET
            3. Politiker und Funktionäre sind NICHT der Souverän, sondern DIENER des Souveräns.
            – Der logische Kern des Schweizer Systems ist die VOLKS-Souveränität, nicht die Souveränität von Politikern oder Funktionären. Die BürgerINNEN sind der Chef.
            – Das Gegenteil der Volkssouveränität ist der Lobbyismus: Lobbyismus ist (um IHRE Wortwahl zu gebrauchen), wenn die „Macht-Elite“ die „Funktions-Elite“ kauft bzw. führt zum Zwecke der Ausbeutung der BürgerINNEN. Die Ausbeutung ist der bestimmende Zweck, denn das stärkste und andauerndste Mechano ist das Geld, also die Ökonomie … schon allein deswegen, weil den Idealisten schon nach kurzer Zeit dieses Geld ausgehen wird, wenn sie sich keine Einkünfte organisieren. Und wenn sie sich Einkünfte organisieren, unterstehen sie genauso dem Geld-Mechano.
            4. In unserer halb-direkten Demokratie ist der Souverän (Volk + Stände) der Chef.
            – Es geht nicht zuvorderst um Parteien, sondern um Lobbies (die sich ALLER Parteien bedienen).
            – Diese Volks-Souveränität ist auch die Garantie des Sozialstaates. Der Sozialstaat ist ein LIBERALES Postulat (schon im 19. Jahrhundert: siehe die Antrittsrede des Nationalrats-Präsidenten und nachmaligen Bundesrat Emil Frey, Mitbesitzer der Basler Nachrichten aus welcher dann später die BaZ entstand).
            – Genau diese halb-direkte Demokratie ist eines der Erfolgsgeheimnisse der Schweizer Wirtschaft.
            5. Die EU ist KEIN Projekt der Zukunft. Denn die EU ist
            – antidemokratisch (ein Lobby-System par excellence)
            – imperialistisch und
            – kolonialistisch
            Die EU ist ein politischer Rückschritt in die VOR-DEMOKRATISCHEN Zeiten.

          • Linus Huber sagt:

            Um die Angelegenheit noch ein wenig abzurunden, werfen wir einen Blick in die Zukunft. Der Normalbürger und die Kleinfirma wird aufgrund der immer höheren Komplexität durch das nie ausufernde Volumen an Bestimmungen verstärkt benachteiligt zugunsten von Grossfirmen und wirklich Reichen, was ausser den genannten und Juristen/Bürokraten niemandem dient (dass derart viele Juristen in Parlamenten sitzen, ist nicht weiter verwunderlich). …

          • Linus Huber sagt:

            … Das reicht aber noch lange nicht: die Teppich-Etagen der Grossunternehmen sind aufgrund der Erfolge der vergangenen Jahrzehnte bereits derart mutig geworden, dass sie versuchen, die Regierungen immer stärker in die Agenda der eigenen Machterweiterung einzubinden …

          • Linus Huber sagt:

            … und am besten gleich auch noch mit Bestimmungen und Regeln, welche der Bevölkerung nicht einmal mehr bekannt gemacht werden sollen, also offiziell fehlende Transparenz angestrebt wird. Die anstehenden „Handelsabkommen“ TTIP, TPP, TiSA in der gegenwärtigen Form sollen von Regierungen für 5 Jahre geheim gehalten werden und die darin vorliegenden Bestimmungen (gemäss „leaks“) hebeln die Souveränität von Staaten zu einem hohen Masse aus. Diejenigen, welche vom ökonomischen Vorteil der Globalisierung schwärmen, erkennen offensichtlich nicht, um welche Form von Globalisierung es sich handelt, nämlich nicht um den offiziell hoch gelobten „Freien Handel“ sondern um Handel, welcher zum Wohle und zur Machterweiterung der Grossfirmen stark reguliert wird.

          • Anh Toàn sagt:

            Ich finde auch nicht verwunderlich, dass so viele Juristen in Parlamenten sitzen, denn in den Parlamenten werden Gesetze gemacht. (In Cockpits sitzen sogar ausschliesslich Piloten, welche von Piloten ausgebildet werden usw:)

          • Markus Ackermann sagt:

            @Linus Huber
            Bravo!
            Genauso ist’s und dies ist dann das viel gelobte „Internationale Recht“, dem der Schweizer Souverän sich beugen soll.
            .
            … Und die Ausbeuter beschimpfen den Schweizer Souverän (Volk und Stände) als „dumm“, weil der Schweizer Souverän nicht „spurt“ und an der Volks-Souveränität festhält
            (Definitionsgemäss ist souverän, wer in LETZTER Instanz entscheidet, siehe Bodin, 16. Jh.).
            .
            … Zu diesem Zweck übernehmen die sich selber als „intelligenter“ Rühmenden die Propaganda-Formeln der profitierenden Lobbies und reden von „Abschottung“

          • Anh Toàn sagt:

            @Markus Ackermann: „Die EU ist kolonialistisch“

            Kolonialisiert „die EU“ alle EU Staaten? Wer ist dann „die EU“? Oder wer kolonialisiert wen genau? Und warum wurde Merkel wiedergewählt, wenn das Volk nicht doof ist, aber die EU kolonialistisch und imperialistisch und vordemokratisch?

            Ich bin zu dumm, Konsistenz in Ihrer Argumentation zu finden.

          • Anh Toàn sagt:

            @Linus Huber: „Warum wird immer wieder impliziert, dass jemand gegen jegliche Bürokratie und gegen jegliche Regeln sei?“

            Beanrtworten könnte ich Ihnen: „Warum werde ich immer wieder verstanden, als sei ich gegen jegliche Bürokratie und gegen jegliche Regeln?“: Weil Ihre Voten dies, und kein Funken mehr an Argumentation, ausdrücken.

          • Linus Huber sagt:

            Für den Hammer sieht jedes Problem wie ein Nagel aus und für einen Juristen wohl jedes Problem wie ein fehlendes Gesetz. Deshalb auch der Ruf aus manchen Kreisen, Juristen aus dem Parlament zu verbannen. Für die subalterne Funktion des Verfassens von Gesetzestextes muss nicht das Parlament zuständig sein (nur zu dessen Genehmigung), sondern liegt ein mehr als gut ausgebauter bürokratischer Apparat zur Verfügung.

            Wenn jemand an Fettleibigkeit und Diabetes leidet, muss der Konsum von Zucker nun mal bis zum Zeitpunkt an welchem dessen Konsum auf ein angemessenes Mass reduziert wurde, als negativ eingestuft werden. Das heisst nicht, dass Zucker (Regeln) per se schlecht ist (im Gegenteil, es ist lebenswichtig), sondern in diesem Ausmass.

          • Linus Huber sagt:

            @ Markus

            Gerade gestern wurden die Verhandlungen zu TPP anscheinend erfolgreich abgeschlossen und das Abkommen wartet jetzt einzig noch auf die Ratifizierung der entsprechenden Regierungen (Australien, Brunei, Kanada, Chile, Japan, Malaysia, Mexico, New Zealand, Peru, Singapur, United States und Vietnam). Das Abkommen wird natürlich von der Exekutive der Regierungen (gemäss Rolf wohl die Funktionselite) als enormer Fortschritt deklariert, aber der Inhalt/Text bleibt weiterhin unzugänglich und damit nicht gross von der Presse thematisiert. Anstatt das beste Mittel gegen Korruption, nämlich Transparenz zu fördern, wird genau das Gegenteil gemacht, um wohl die Gesellschaft schrittweise an die neue Machthierarchie, in welcher demokratische Entscheide immer sinnloser werden und Regierungen immer stärker zu einzig Vollzugsorganen von Grossfirmen degradiert werden, zu gewöhnen. Wie ein einigermassen selbständig denkender Mensch solch ein Entwicklung als positiv bewerten kann, entzieht sich meiner Vorstellungskraft.

          • Markus Ackermann sagt:

            @Linus Huber
            „Wie ein einigermassen selbständig denkender Mensch solch ein Entwicklung als positiv bewerten kann, entzieht sich meiner Vorstellungskraft.“
            1. Dies werden wir jetzt erleben. Dafür gibt es die spin doctors der Lobbies.Sie müssen jetzt die Deutungshoheit der Lobbies sicherstellen. Dafür brauchen sie Geschichtchen und Argumentationsketten, interessierte Experten etc.
            -> In einer repräsentativen Demokratie ist dies viel einfacher als in einer halb-direkten Demokratie. In einer repräsentativen Demokratie muss man nur den öffentlichen Diskussionsraum beherrschen (Medien), da die Ausgebeuteten ja nichts zu sagen haben (selber entscheiden können), sondern nur via öffentlichem Raum protestieren … d.h. an die Entscheidenden APPELLIEREN: In der repräsentativen Demokratie haben die BürgerINNEN die Souveränität ja schon lange Zeit vorher aus der Hand gegeben.
            2. Die Deutungshoheit der Lobbies wird sicher gestellt über die „political correctness“. Dies entspricht funktional in Etwa dem Orwell’schen (1984) Ministerium für Wahrheit (MiniWahr).
            – Die political correctness legt fest, was überhaupt diskutiert werden soll / darf.
            – Die sich selber als „intelligenter“ Rühmenden propagieren dann im vorgegebenen Rahmen der political correctness die angelesenen Argumentationsketten, also ihr überlegenes Wissen.
            – Und die „dümmeren“, vielleicht bauernschlauen, schauen in ihr Portemonnaie und können vielleicht nicht erkennen, dass sich ihre finanzielle Lage verbessert hat und inwieweit die Erfahrungen mit früheren internationalen Verträgen so positiv waren, dass sich ihr Wohlstand spürbar durch solche Verträge verbessert hat oder künftig wird.
            3. Vielleicht fragen sich dann auch einige, warum man die Verhandlungen vor denjenigen geheim halten musste, die man ja beglücken will, die ja das grösste Interesse an einem Erfolg haben sollten … weil sie nach dem Vertragsschluss reicher sein sollen als vorher. Vielleicht kommt dann auch die Überlegung, dass da was faul sein muss … und Souveränität von der Politik (Parlamente) gleich ganz aufgegeben werden soll.
            -> In unserer halb-direkten Demokratie haben wir wenigstens noch den XMV-Plausibilitäts-Check (XunderMenschenVerstand) des Souveräns
            4. Ich vertraue darauf, dass unser Souverän, also unsere Mit-Eidgenossen, vorgelegte Vertragstexte auch künftig selbständig prüfen werden, also mit dem eigenen Kopf denken werden. We shall see.
            5. Das strategische Problem der Schweizer Demokratie ist: je weniger Demokratie es auf der Welt gibt und je grösser die Verflechtung weltweit wird, desto schwieriger wird es für die Schweizer Demokratie werden, sich zu behaupten. Aber je weniger Demokratie es auf der Welt gibt, desto wichtiger wird sie für uns Eidgenossen.
            – 3/4 der Staaten auf der Welt sind KEINE Rechtsstaaten, sehr viele davon Diktaturen.
            – Das sog. „Internationale Recht“ wird geschaffen und legitimiert durch diese 3/4 und es dient den Mächtigen dieser 3/4
            – ICH möchte meine verfassungsmässigen Rechte bzw. meine Menschenrechte NICHT definiert wissen durch Russland, China, USA und viele andere Länder mehr, sondern durch meine Mit-Eidgenossen.

          • Anh Toàn sagt:

            @Linus Huber: „Für den Hammer sieht jedes Problem wie ein Nagel aus und für einen Juristen wohl jedes Problem wie ein fehlendes Gesetz.“

            Nein, Parlamentarier, ob Juristen oder nicht, versuchen Probleme nicht mit Brombeermarmelade sondern mit Gesetzen zu lösen, darum heisst es „Legislative“.

          • Linus Huber sagt:

            Oft kann man Probleme auch z.B. durch die Aufhebung von Gesetzen beheben, anstatt die negativen Konsequenzen vergangener Gesetzgebung mit neuen und noch komplexeren zu korrigieren und oft ist es gerade das Volumen von und an Gesetzen selbst, welches ein Problem erzeugen mag, jedoch dem Wohle der Juristerei dient. Solch Gedankengut ist bei Juristen, welche Rechtsstaatlichkeit aufgrund ihrer entsprechenden Ausbildung im möglichst hohen Ausmasse an Gesetzen zu erkennen scheinen, eher schwach entwickelt.

          • Anh Toàn sagt:

            @Linus Huber

            Woran wollen Sie Rechtsstaatlichkeit erkennen (messen), wenn nicht an Gesetzen?

            Sollen wir einfach jede dritte Seite aus den Gesetzbüchern reissen, oder welche Gesetze möchten Sie abschaffen. Ich hätte eine Idee, das Minarettverbot, es nützt nichts, also kann man es auch abschaffen, der Betriebsunfall MEI schadet nur, den könnte man auch einfach streichen. Aber sonst? Ich bin für Drogenlegalisierung, aber keineswegs für einen völlig freien Verkauf: Das Betäubungsmittelgesetz kann also nicht einfach gestrichen werden, es muss geändert werden. Dabei ist es nützlich zu verstehen, was ein Gesetz ist, wie es funktioniert usw.

  • RStettler sagt:

    Was mich sehr erfreut ist, dass endlich mal ein Journalist die BESTA Statistik des BFS betrachtet. Was mich aber nicht erfreut, dass die Beschäftigung im Bereich Medizin und Staat nicht berücksichtig wurde.

  • Anh Toàn sagt:

    „Industrie“ enthält auch die Pharma- und die Uhrenindustrie, welche ihre Erträge viel mehr als aus industrieller Produktion aus Produktentwicklung und Marketing, also Dienstleistungen, erzielen. Die sind sogar gewachsen, während die eigentliche Industrie am abserbeln ist.

    • S. Müller sagt:

      Nicht ganz Richtig:
      Industrie kann komplett verschieden sein, wie sie Funktioniert:
      –> Consumer Market Produkte
      –> Reine „Marketing Produkte“ die OEM gefertigt werden.
      –> Sondermaschinenbau
      –> Autoindustrie (Grosse Stückzahlen)
      –> Chemiesche Industrie
      –> Pharmazeutik
      –> Kleine Firmen, Grosse Firmen…
      usw.
      Das kann und darf man nicht in den gleichen Topf werfen!
      Vielleicht für eine Gesamtdarstellung im TV. Aber nicht im Parlament oder für Gesetze… Anstelle von Gesetzen sollte dem Fachpersonal wieder mehr Kompetenz gegeben werden. Die verstehen die Unterschiede…

      Gerade Kleine Firmen können sich keine „Compliance“ Abteilung leisten, sprich Personal welches den ganzen Tag damit verbringt zu überprüfen ob das Produkt/Firma gerade den Gesetzen entspricht…

  • Stefan Wiesendanger sagt:

    Wichtig wäre vor allem einen Verbesserung der Rahmenbedingungen der Industrie (Reduktion der Vorschriften, Verkehrs-Infrastruktur) statt der laufenden Verschlechterung (Energiewende, Swissness-Vorlage, zunehmende Regulierung der Löhne durch allgemeinverbindliche GAV, Auflagen durch Uebernahme internationaler Uebereinkünfte).

    • Johnny Smith sagt:

      Ein wahres Wort ….

      • Rolf Zach sagt:

        Ein Mindestlohn, der die Lohnstückkosten eines Landes berücksichtigt, ist ein Segen für die ganze Volkswirtschaft. Batra hat dies sehr schön in seinem Buch „Greenspan Betrug“ dargestellt. Auch Keynes hat mit bestechender Logik 1936 in seinem Hauptwerk „Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes“, den Pigou-Effekt, daß sinkende Löhne nur vorübergehend die Konjunktur schädigen, ad absurdum geführt.

  • Peter Hansen sagt:

    Eine sehr oberflächliche Analyse.
    Schauen Sie sich doch die Einwanderungsstatistik an (siehe BfS). Die stärkste Einwanderungsgruppe in den letzten Jahren waren die Portugiesen, welche den grössten Teil des Baustellenpersonals bilden (siehe Baumeisterverband, Zahlen und Fakten). Immobilien kaufen aber die Schweizer. Durch die tiefen Zinsen wurde ein regelrechter Immobilienboom ausgelöst. Doch alle Einwanderer brauchen aber auch ein Zuhause (Mieter) was die Immobilienblase noch mehr anfeuert. Ein regelrechter Schneeballeffekt.

    Ein weiteres Indiz sind die enorm hohen privaten Schulden in Form von Hypotheken. Die Solvenz der privaten Haushalte hat sich so für die nächste Generation in Luft oder in Form von Beton aufgelöst.

  • Anh Toàn sagt:

    „Vordergründig ist alles bestens, trotz krisenhaftem Umfeld. Die Wirtschaft wächst, die Arbeitslosigkeit nimmt nur wenig zu, die Staatsfinanzen sind in Ordnung.“

    In einem sich aufhellenden Umfeld stagniert die Schweizer Wirtschaft, das BIP pro Kopf sinkt, die Arbeitslosigkeit steigt, wenn auch wenig, aber während diese im Umfeld sinkt. Was ist daran „bestens“?

    • Stadelman Reto sagt:

      Gar nichts. Rechnet man noch die negativen externen Kosten des Wirtschaftswachstums mit ein, erkennt man meiner Meinung nach klar einen nach unten zeigenden Trend. Natürlich kann man jetzt wieder relativieren und sich mit Nachbarländern vergleichen. Faktisch wird das Leben für die Meisten die hier schon länger als 5 Jahre wohnen aber immer schlechter. Natürlich nur schleichend, aber dennoch sollte man es nicht abstreiten.

  • P. Hollinger sagt:

    Politisch korrektes Statistikertum – leider genauso glaubhaft wie 3% Arbeitslosenquote. Diese beträgt in Wahrheit rund 10%, und das beschworene Wachstum geschieht seit längerem hauptsächlich beim Staat und staatsnahen Betrieben. SBB, Bund, Kantone, etc. und die Sozialindustrie rüsten auf, sowie wenige Konzerne. Diese schaffen aber primär Stellen, um teure Angestellte gegen zwei günstigere zu ersetzen. Unter dem Strich geht es dem Arbeitnehmer seit Jahren schlechter in der Schweiz, und auch Stundenansätze von Selbstständigen steigen seit Jahren nicht mehr. Natürlich ganz im Gegensatz zu Steuern, Abgaben, KK und allen anderen Einzahlungsscheinen im Briefkasten. Quo vadis, Helvetia?

    • Roli sagt:

      Absolut richtig, die Arbeitsplätze in den staatsnahen Betrieben sind langfristig nicht nachhaltig, da die Schweizer Wirtschaft kein geschlossenes System ist (keine Rohstoffe, zu wenig Energie und Nahrungsmittel). Darum ist der Wohlstand der Schweiz von den Exporten (Industrie, Pharma, Dienstleistern etc.) abhängig und nicht von Staatsstellen oder vom Gesundheits- und Pflegebereich.
      Dazu kommen noch die nicht ausfinanzierten Rentenverpflichtungen von staatlichen Pensionskassen für die der Bürger und somit der Steuerzahler mit haftet. Niemand getraut sich Klartext zu sprechen, die im Parlament debattierte „Rentenreform“ lässt grüssen! Ich habe immer mehr das Gefühl im Parlament gibt es nur noch Interessenvertreter und keine Leute mehr, die das Wohl des Landes im Blick haben!

      • Josef Marti sagt:

        Das parlamentarische System ist und war nie etwas anderes als reine Interessenvertretung, alles andere ist Heuchelei, oder man glaubt an den Storch. Wer nicht knallhart Maximalforderungen stellt wird im Verteilungskrieg um den Kadaver nach hinten durchgereicht.

    • Marcel Schmid sagt:

      @holliger.. sie meinen in ihrer einfach behaupteten „Wahrheit“ beträgt die Arbeitslosenquote 10%! Und da ich in meinem nicht kleinen beruflichen und privaten Umfeld keinen Einzigen kenne, müsste ihr Umfeld demzufolge fast nur aus Arbeitslosen bestehen!.. Zum Glück für die CH Arbeitnehmer wird Unsinn auch durch andauernde Wiederholung nicht wahr.. und wir wollen hoffen, dass ihre „Wahrheit“ nicht eines Tages tatsächlich auch Realität wird!

      • Stadelman Reto sagt:

        Rechnet man die Ausgesteuerten mit ein und die vielen Menschen in einem prekären Arbeitsverhältnis angestellt sind (Stundenlohn, befristete Arbeitsverträge etc.) obwohl sie mehr Arbeiten wollten, kommt man problemlos auf 10 Prozent Arbeitslose.
        Sie und die Bank haben Milliarden Herr Schmid 😉

  • Alain Michel sagt:

    Interessant wäre es noch bei den Beschäftigten des Dienstleistungssektors zw. öffentlichem und privatem Sektor zu sehen!

  • Roland K. Moser sagt:

    Die seit ca. 40 Jahren aufgeblähte Baubranche wird immer mehr aufgebläht. Gemäss Verfassung dürfte nämlich längst nicht mehr gebaut werden, weil die Schweiz überbevölkert ist.
    Es müsste also abgerissen werden.

    Die Entwicklung zum Dienstleistungssektor hin ist in Industriestaaten meines Wissens in industrialiserten Volkswirtschaften normal. solange zumindest, wie alles andernorts hergestellt wird und importiert werden kann.

    • Anh Toàn sagt:

      Wo finde ich die von der aufgeblähten Baubranche in den letzten 40 Jahren gebauten Geisterstädte und unbefahrenen Strassen in der Schweiz?

    • Marcel Schmid sagt:

      @moser.. könnten Sie mir netterweise den „Überbevölkerungsartikel“ in der Verfassung nennen nach dem angeblich in der CH längst nicht mehr gebaut werden dürfte.. bin ja mal gespannt!.. Und ob es langfristig intelligent ist, in einem digitalen globalisierten Zeitalter den industriellen Sektor aufzugeben und die Waren einfach zu importieren sowie voll nur auf Dienstleistungen zu setzen überlasse ich ihnen.. Aber ich glaube kaum, dass ein Volkswirtschaft langfristig mit rein auf dem Papier existierenden Dienstleistungsprodukten ohne ein gewisses Mass an real geschaffenen Werten funktionieren kann.. zumal immer mehr Dienstleistungen digital abgewickelt werden und deshalb auch nicht Standort gebunden sind!

      • Roland K. Moser sagt:

        irgendetwas von Nachhaltigkeit. Sie finden ihn.
        Und genau zu diesem Thema hat die Schweiz auf UNO-Veträge unterschrieben, welche natürlich von der Schweiz nicht eingehalten werden.

  • Frank sagt:

    „… weil die Einwanderungsrate konstant bleibt.“
    Das ist mittel- und langfristig höchst problematisch. Die Einwanderer werden immer mehr sein müssen um den Effekt beizubehalten. Ausgaben für Soziales und Gesundheit, Infrastruktur, Bürokratie, etc. werden enorm steigen.

    • Paul sagt:

      Der Kapitalismus basiert auf Wachstum. Ohne Wachstum gibt es keinen materiellen Wohlstand. Der Schweizer Souverän hat immer „kapitalismusfreundlich“ an der Urne entschieden, und wird es weiterhin. Die Schweiz ist im Hamsterrad gefangen.

      • S. Müller sagt:

        Reinen Kapitalismus gab es noch nie in der Schweiz.
        Es wurden immer Subventionen bezahlt und es gab immer Staatliche Umverteilungen (z.B. Steuerprogression)
        Dazu kommt noch gesetzlicher Protektionismus…

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