Sex und andere Sünden aus Jugendtagen

Was, bitte, soll uns an ihm schockieren? Kevin Spacey macht zurzeit Schlagzeilen; im Bild von 2003 lächelt er mit Kate Bosworth um die Wette. Foto: Nestor Bachmann (Keystone)

So, Kevin Spacey, einer der wenigen wirklich guten Hollywood-Schauspieler, hat sich vor 25 Jahren auf einen damals 14-Jährigen gelegt, der aber angeblich rechtzeitig fliehen konnte. Huch! Ich glaube nichts von dieser Story, ich glaube, es ist eine Ersatzstory als Erpressung, bevor andere schlimmere Geschichten über ihn erzählt werden. Deswegen hat sich der arme Kevin nicht nur entschuldigt, sondern auch als schwul geoutet, und zuletzt kam die Meldung, er wolle sich behandeln lassen.

Wogegen denn? Was auch immer, die Geschichte ist noch unschockierender als der Film «Kids» von 1995, der uns alle aufforderte, «schockiert» zu sein, was aber nicht ging, weil wir selbst viel schlimmere Kids waren als die Kids in «Kids». Der Film war genauso unschockierend wie Kevin Spacey.

Wir habens getan

Ich habe mal versucht, mich zurückzuerinnern, was ich und mein Umfeld alles an üblen Dingen – weswegen wir in ernsthafte Schwierigkeiten hätten geraten können – getan haben.

  • Vor 30 Jahren war ich mit drei Apothekertöchtern befreundet. Die hatten den Schlüssel zum Giftschrank ihrer Eltern, und wir plünderten diesen jedes Wochenende. Ich hätte an irgendeinem Zahnarztgift sterben können! Ich müsste die Mädchen (heute alle um die 50) anzeigen.
  • Vor 32 Jahren: Einige Arztkinder fälschten damals Rezepte für Aufputschmittel, die man Patienten nach schweren Operationen verschrieb. Ich hatte mehrmals zu viel davon und hatte schreckliches Herzrasen. Polizei!
  • Vor 28 Jahren landeten meine damalige Freundin und ich mal bei einem bekannten Musikmanager und seinem besten Freund, beide um die 40, in einem glitzernden Münchner Penthouse. Es wurde getrunken, und irgendwann holten die Herren eine Flasche Poppers hervor, hielten uns damit getränkte Tücher unter die Nase und versuchten uns zu befummeln. Es war grauenvoll und beängstigend, wir rannten irgendwann einfach aus der Wohnung, natürlich unversehrt. Vielleicht sollte ich die beiden, mittlerweile um die 70, heute deswegen mal anrufen.
  • Vor 33 Jahren: Mein damals 17-jähriger Freund ist mit mir regelmässig heimlich mit dem Golf GTI seiner Mutter gefahren, obwohl er keinen Führerschein hatte. Das war lebensgefährlich! Ich zeige ihn an!
  • Vor 35 Jahren: Ein anderer Freund hatte die Angewohnheit, in die Villa der Nachbarn einzubrechen – mit dem Schlüssel, der bei seinen Eltern deponiert war –, und Sachen wie Golfschläger, Reitzeug, silberne Kerzenleuchter oder Kristallvasen zu klauen und zu verkaufen. Die Nachbarn hatten nie etwas bemerkt. Ich werde es ihnen jetzt sagen, ist doch erst 35 Jahre her!

Und Sie? Was haben Sie früher angestellt? Jetzt können Sie es ja verraten..