Sind wir noch normal?

Normalität ist gar nicht so leicht zu fassen: Szene aus dem Film «Durchgeknallt». (Foto: Columbia Pictures)

Was ist eigentlich normal? Ich weiss es nicht. Weil mit normal ist es wie mit gesund: Erst, wenn man es plötzlich nicht mehr ist, begreift man, was Gesundheit heisst.

Ich weiss zum Beispiel, was früher normal war. Jeder war normal. Es war normal, dass es einen Dicken gab, der war bei uns aber sehr fröhlich; dann war es normal, dass es einen gab, der fettige Haare hatte und den niemand richtig mochte. Auch die Erwachsenen schienen mir allesamt normal. Nur als unsere Klasse sich einmal so aufführte, dass die eigentlich von allen geschätzte Lehrerin zu weinen begann, dann war das nicht mehr normal. Aber sonst, die Lehrerinnen, die Pöstler, die Bäuerinnen beim Milchholen: alle normal.

Ausser diejenigen, die eindeutig nicht normal waren. Die wurden vom «Gelben Wägeli» abgeholt, wie man im Solothurnischen sagte – und heimlich schauderte es uns dabei. Bei mir zu Hause sprachen meine Ärzte-Eltern über solche Fälle und benutzten dafür medizinische Begriffe. Und irgendwie begriff ich, dass auch die Leute, die vom gelben Wägeli abgeholt wurden, eigentlich normal waren. Man musste nur die richtigen Begriffe kennen, die ein Scharnier bildeten zwischen der Welt der normalen und denen, die gerade nicht so normal waren.

Essstörungen und psychotische Schübe in der Schule?

Und dann hatten wir zu Hause auch jemanden, der nicht normal war. Ich bin in Rickenbach aufgewachsen, in einer grossen Villa, wir bewohnten den oberen Stock, unten die Hausbesitzer. Als wir dort einzogen, war ich fünf Jahre alt und die Nachbarin war eine liebe, herzliche Frau, die uns immer Schokolade gab und sich freute, uns zu sehen. Aber mit der Zeit veränderte sie sich. Das ging ganz langsam, unmerklich, über Jahre. Es begann damit, dass sie nicht mehr lachte. Sie sank in sich zusammen. Ihr Lächeln war nur noch gequält, und irgendwann sah man sie gar nicht mehr, weil sie nur noch im Bett lag. Meine Eltern erklärten uns, dass sie krank sei, unter Depressionen leide. Depressionen? Davon hatten wir noch nie gehört! Die Eltern versuchten uns zu erklären, wie es so weit kommen konnte. Aber es war für uns unverständlich, wie jemand derart traurig sein konnte, dass er fast ein anderer Mensch wurde.

Wenn ich mich heute so umsehe, hat sich einiges verändert. Ich bin dreissig Jahre älter und habe zwei Kinder. Und es scheint mir heute doch viel normaler geworden, nicht ganz normal zu sein. Ich habe eine siebzehnjährige Tochter, sie geht ins Gymnasium. In ihrer Schule kam es zu sehr vielen Ausfällen. Einige Mädchen litten unter Essstörungen, es gab Fälle von Depressionen, Bipolarität, Transgender, und eine Mitschülerin hatte sogar einen psychotischen Schub. In der Pubertät wird ja das ganze Hirn umgebaut – und da ist es vielleicht auch normal, dass man nicht mehr ganz normal ist, das war schon zu meiner Zeit so. Aber trotzdem musste ich staunen, in welcher Häufung das in der Schulstufe meiner Tochter auftrat.

Im Internet steht …

Meiner Tochter machte das Sorgen. Und sie tat das, was man unter keinen Umständen tun sollte, wenn man unter unspezifischen Beschwerden leidet: Sie ging ins Internet. Und wie Sie ja vielleicht wissen, ist es im Internet so, dass man unter Blähungen leiden kann und nach 10 Minuten Recherche überzeugt ist, den nächsten Frühling nicht mehr zu erleben.

Meine Tochter fragte mich also: Kann es sein, dass ich auch eine Psychose habe? Ich sagte: Nein, du hast sicher keine Psychose. Aber das beruhigte sie nicht. Wie kannst du das wissen?, fragte sie. «Im Internet steht …» Als sie das sagte, musste ich ein bisschen lachen.

Kannst du ganz sicher sagen, dass ich nie eine Psychose haben werde? Und ich musste zugeben, dass ich es natürlich nicht wissen kann.   

Kaum mehr Normale

Für meine Tochter ist es also fast schon normal, in ihrem Umfeld psychisch Kranke zu haben. Und sie fragt sich, ob sie eigentlich noch normal ist, wenn sie einfach normal ist.

Was ist heute normal? Auch in meinem Arbeitsumfeld haben die Leute nicht mehr einfach nur Grippe oder Unfälle. Sie haben Burn-outs, ADHS, Depressionen, Panikattacken. Und jeder redet darüber und fachsimpelt mit den entsprechenden Begriffen – einfach weil es eben normaler geworden ist. Und das ist gut, die Begriffe helfen zu verstehen, dass es viele Möglichkeiten gibt, nicht normal zu sein. Alle möglichen Stars bekennen sich mittlerweile ja auch zu ihren psychischen Problemen, und zahllose Betroffene tun es ihnen nach. Gern passiert das in den sozialen Medien, komplett mit Bildern all der Medikamente, die ihnen verschrieben werden. Da fragt man sich wieder: Ist das eigentlich normal?

Vielleicht könnte man sich auch fragen: Ist das gut, wenn es normal ist, nicht normal zu sein?

Soziale Medien und Medikamentenflut

Sicher ist, man bekommt viel Zuspruch, wenn man sein Leiden in den sozialen Medien öffentlich macht. Die Leute loben die Betroffenen für ihren Mut, andere teilen ihre eigenen Erfahrungen. SM ist manchmal wie eine grosse Selbsthilfegruppe. Man tauscht sich öffentlich aus und gibt Tipps, teilt Erfahrungen. Betroffene sagen, das tue ihnen gut, und wenn es hilft, kann es ja nicht grundschlecht sein.

Aber es ist vielleicht auch nicht für alle das Richtige. Als mein Vater plötzlich und unerwartet aus dem Leben schied, waren wir natürlich alle sehr traurig. Meine Mutter erzählte mir neulich, wie sie plötzlich mit Angeboten für Medikamente gegen «Depressionen» überhäuft wurde. Sie habe abgelehnt, erzählte sie: «Es ist doch normal, wenn man nach einem Todesfall traurig ist. Das ist ein normaler Trauerprozess und keine Depression.»

Entscheidend ist letztlich, dass man sein Leiden mit den richtigen Begriffen und Diagnosen zu fassen kriegt und in sein Leben integrieren kann. Dass es Sinn macht. Selbst wenn man akzeptieren muss, dass man eben nicht normal ist. Und dass das ganz normal ist.

61 Kommentare zu «Sind wir noch normal?»

  • Toni Petz sagt:

    Ich kann ihnen sagen was nicht normal ist. 5 Minuten lesen und immer noch nicht zu wissen, was uns die Autorin genau sagen will. Ich glaube ich muss tatsächlich zum Arzt.

  • Anh Toàn sagt:

    In unserer postmodernen Welt, in welcher die Selbstverbesserung Lebensziel und Lebensinhalt ist, genügt normal sein nicht mehr, man muss perfekt werden.

  • david mercier sagt:

    merci frau binswanger, wieder ein guter start in den tag mit ihrer kolumne.. merci, musste so lachen.. wegen den blähungen und dem nächsten frühling.. hoffe ich bin normal weil ich bei sowas lachen muss.

  • Niklas Meier sagt:

    „Depressionen, Bipolarität, Transgender, und eine Mitschülerin hatte sogar einen psychotischen Schub“ Ging Ihre Tochter in eine Sonderschule Frau Binswanger? Transgender ist statistisch gesehen so selten, dass Ihre Tochter Lotto spielen sollte. Dann dazu noch eine bipolare Störung im Jugendalter? Wow, wer diagnostiziert so etwas? Sicher kein Arzt! Depressive Phasen hat jeder mal, ausgeprägte Depressionen? Auch das eine gewagte Diagnose bei Kindern und Jugendlichen. Und dann auch noch gleich einen psychotischen Schub bei einer anderen Schülerin?
    Vielleicht ist das ganze Thema doch nicht so einfach wie Sie suggerieren wollen?

    • Michèle Binswanger sagt:

      Sehr geehrter Herr Meier – Sie scheinen ja ein Experte sondergleichen zu sein. Ich kann ihnen versichern, dass diese Störungen diagnostiziert wurden und auch zu stationären Aufenthalten führten. Und um es noch zu toppen: Auch bei meinem Sohn gibt es in der Schulstufe ein Transgender-Kind. Und zu Ihrer Interpretation von wegen ich wolle suggerieren, das Thema sei einfach: Auch hier haben sie daneben gegriffen.

    • Ralf Schrader sagt:

      Es ist eine Frage der psychiatrischen Kultur, das, was wir ADHS nennen, als eine Form der Bipolarität im Kindes- und Jugendalter zu sehen. Das darf jeder Psychiater so halten, wie er will, denn eine sichere typische Pathogenese ist bisher nirgends beschrieben.

      Leichte Psychosen hat jeder Mensch in jedem Alter, spätestens ab der Pubertät in jedem Jahr. Verliebtheit ist eine akute, während Liebeskummer zu einer chronischen Psychose werden kann.

      Aber Psychosen, auch schwere, sind aller Wahrscheinlichkeit keine Krankheiten. Das ist noch in der Diskussion, aber die meisten Psychiater haben die Vorstellung von psychischen Krankheiten verworfen. Es sind nur Störungen ohne typische Krankheitsmerkmale.

      • Hanspeter Niederer sagt:

        Nein nein, Verfolgungswahn zeigt selbstverständlich keine typischen Krankheitsmerkmale.
        Seit ich Ihre Beiträge lese habe ich keine Probleme mehr mit verspannten Nackenmuskeln. Wegen dem Kopfschütteln ….
        Entschuldigung, ist ja nur ein kleiner Spass.

  • Ralf Schrader sagt:

    ‚Erst, wenn man es plötzlich nicht mehr ist, begreift man, was Gesundheit heisst.‘

    Das stimmt nur halb. Den Begriff ‚Gesundheit‘ versteht man erst, wenn man die als eine reine Kategorie begreift im Sinne Immanuel Kants, etwas ohne empirische Realität. ‚Gesundheit‘, ‚Glück‘, ‚Normalität‘, ‚Schönheit‘ sind Ordnungsprinzipien des Denkens, nicht in der Natur. In der Natur gibt es das alles nicht, was auch heisst, dass biologische Wesen weder gesund sein, noch gesund werden können. Nur Menschen können sich als gesund erleben, was aber genau so subjektiv ist, wie sich schön zu finden.

    In der Medizin hat man deshalb konsequent aufgehört, die Kategorien ‚Gesundheit‘, ‚Normalität‘ und ‚Ursache‘ zu benutzen.

    • Maike sagt:

      Also ich verstehe den Begriff Gesund auch ohne Kant gelesen zu haben. Und in der Medizin gibt es wohl alle diese drei Begriffe: Gesundheit bedeutet, das alles so funktioniert, wie es soll – das ist der Normalzustand. Und wenn er nicht so funktioniert, hat es eine Ursache.
      Glück und Schönheit gibt es auch – es entsteht im Auge des Betrachters !

      • Ralf Schrader sagt:

        Nein, Gesundheit ist kein medizinischer Begriff. Bis vor der Entstehung eines ganzen Bündels von Gesundheitswissenschaft galt Ihre Darstellung. Inzwischen fasst man Gesundheit mit einem Begriff zusammen – Kohärenzgefühl.

        Gesundheit ist ein Gefühl und zwar eines, welches Menschen ein ganzheitliches Bild seiner selbst vermittelt und in der Lage ist, Gesundheitsstörungen zu spiegeln. Krankheiten kann Gesundheit nicht spiegeln und Funktionalität des Körpers und/ oder Geistes schon gar nicht.

        Zwischen der Empirie von Krankheiten und der Subjektivität von Gesundheit gibt es keinen direkten, aber einen vermittelten Zusammenhang. Den über Gesundheitsstörungen.

        Jede Krankheit erzeugt irgendwann Gesundheitsstörungen, aber den meisten Störungen liegt keine Krankheit zu Grunde.

    • Sina sagt:

      Was unterscheidet denn eine Störung von einer Krankheit bzw. was bedeutet der Unterschied?

      • Ralf Schrader sagt:

        Eine Krankheit ist eine generische Funktionalität von Leben, während Störungen eine (äussere) Ursache und damit auch einen lokalisierbaren Beginn haben. Mechanische Ursachen erzeugen Unfälle und Verletzungen, chemische erzeugen Verätzungen und Vergiftung, psychische Traumata erzeugen exogene Psychosen. Ob es auch endogene Psychosen gibt, ist offen.

        Krankheiten entstehen im Gleichgewicht zwischen Assimilation und Dissimilation bzw. in dem von Degenration und Regenration. Krebs ist eine Konsequenz der Regenerationsfähigkeit, Atherosklerose ist degenerativ.

        Störungen sind vermeidbar und heilbar, Krankheiten sind beides grundsätzlich nicht. Nimmt man Leben die Potenz zur Krankheit, erlischt es augenblicklich.

        • hanspeter sagt:

          Schrader: „psychische Traumata erzeugen exogene Psychosen“: Genau diese Frage hatte ich als vorher schon psychisch angeschlagenes Gewaltopfer einmal mit voneinander unabhängigen Psychiater/innen diskutiert. Eine meinte, es sei ein Trauma, eine andere meinte, es sei eine von aussen induzierte dh exogene Psychose. Die erste meinte, Psychosen seien nur endogen, die andere meinte es gebe exogene wie endogene Psychosen. Wieder ein anderer meinte, es sei kein Trauma, sondern eine Psychose, und die seien nur endogen. Auch gibt es die Problematik/Meinung, dass ein Trauma im Akutstadium wie eine endogene Psychose erscheine (was zu Falschbehandlungen auch medikamentös führen kann). Wie auch immer, war sehr sehr unangenehm, und das ist es manchmal immer noch, obwohl besser.

        • Sina sagt:

          Ok. Und Sie bezeichnen also ADHS oder Depressionen als Störungen, nicht Krankheiten, korrekt? Wenn die Ursachen da nun also extern liegen, dann liessen sich die ja vermeiden? Das passt aber nicht mit meiner Erfahrung zusammen. Kaum einer weiss, wo seine Depression herrührt, die kommt oft völlig grundlos daher. Und ADHS-Kindern merkt man ihre Andersartigkeit meist schon von Geburt her an, irgendwann folgt dann noch die Diagnose. Das deutet mir dann eben doch auf biologische, innere Ursachen hin… Und diese Störungen nehmen dann eben je nach Ausprägung Krankheitswerte an oder werden sogar zur Behinderung. Der Übergang ist also fliessend, und die Intensität ausschlaggebend für die Bezeichnung.

  • Niklas Meier sagt:

    Die Ansprüche an die Menschen sind heutzutage sehr hoch. Erfolg, Leistungsfähigkeit, sozialer Druck, Zukunftsängste. Das gab es früher aber auch schon. Was ist heute anders? Jeder ist etwas ganz Besonderes. Dass man etwas nicht können könnte, unmöglich. Da wird gefördert, gepushed usw.. Oftmals stehen sowohl Eltern wie auch Kinder unter Druck. beide Eltern (müssen) arbeiten, daneben müssen die Kinder betreut und gefördert werden. Alleinerziehende müssen noch mehr leisten.
    Und weil wir heute dazu tendieren alles und jeden erklären zu wollen, wird in der Schule nach Fehlern gesucht. Und natürlich auch gefunden.
    Das ICD-10 wurde zu grossen Teilen einfach erfunden. Einfach um Diagnosen stellen zu können. Das gaben die Autoren auch zu.
    Nicht umsonst spricht man von „xy-Zügen“.

    • Ralf Schrader sagt:

      Der ICD- 10 ist die Eintrittskarte, am reich gedeckten Tisch der Krankenkassen Platz zu nehmen und verglichen mit richtiger Arbeit überdurchschnittlich viel Geld zu verdienen. Man muss erst mal auf die Idee kommen, eine normale Entbindung nach einer normalen Schwangerschaft in eine Buch zu schreiben, welches angeblich Krankheiten katalogisiert.

      Da konnte es nicht ausbleiben, dass die Kategorie erfundene Krankheiten innerhalb von 30 Jahren ab 1972 regelrecht explodiert ist und das genannte Buch sich in der Zeit mehr als verdoppelt hat. Gleichzeitig schliesst die Medizin aber immer mehr Zustände aus der Kategorie Krankheit aus. Das ist ein Geschäft und nur ein Geschäft. Fast alles vor dem 75. Geburtstag sind nur Gesundheitsstörungen, keine Krankheiten.

      • L.T. sagt:

        Für praktisch tätige Mediziner ist die Unterscheidung von Gesundheitsstörungen und Krankheiten irrelevant. Für Theoretiker mag diese Diskussion interessant sein, aber eben unwichtig in der realen Behandlung von Patienten. Die Medizin hat sich in den letzten 30 Jahren enorm weiterentwickelt, viele Krankheiten wurden erst in den letzten Dekaden beschrieben. Dies drückt sich auch in einer Weiterentwicklung des ICD-10 aus. Wenn man – sagen wir mal – vor 50 Jahren Medizin studiert hat, und dann irgendwo mal fachlich stehen geblieben ist ( was ja passieren kann ), dann kann man vielleicht durchaus zum Schluss kommen, viele Krankheiten seien bloss erfunden. Irgendwie menschlich.

  • Martin Frey sagt:

    Haha, das berüchtigte «Gelbe Wägeli», niemand hat es je gesehen, aber es war immer in aller Munde, insbesondere gegenüber den Kindern, denen jeweils ein wohliger Schauder über den Rücken lief.
    Eigentlich steht normal in dem Kontext für tolerant. Obwohl man heute, gerade die auf SM (was für eine Kreation…) aktive Bevölkerungsschicht, sich für wahnsinnig tolerant hält, erscheint die Gesellschaft zusehends intoleranter, auch segregierter. Man war früher wohl weniger darauf bedacht, alles unter dem Gesichtspunkt einer mainstreamdefinierten Norm zu bewerten. Zudem, je enger man eine Norm fasst, umso schneller fällt man daraus. So beim Einkommen/Armut, beim Gewicht, beim Aussehen/Stil. Dann braucht es nur noch die SM-Tugendwächter (früher: Inquisition mit Pranger).
    Ob all DAS normal ist?

  • H,Decurtins sagt:

    JA, was ist heute noch normal? Eine gute Frage. Wenn ich mich so umsehe und die Menschen beobachte, sehe ich viele mürrische, abgewandte mit sich oder ihrem I-Phone beschäftigten Menschen. Respekt vor dem Mitmenschen, ein DANKE – ein freundlichen Wort scheint nicht mehr „in“ z u sein. Kommunikation scheint verloren gegangen zu sein. Ein freundlicher Gruss oder ein Lächeln wird mit einem verständnislosen Gesichtsausdruck quittiert. Und doch – erlebe ich – oder provoziere oft das Gegenteil. Ein freundlichen Wort, ein Lächeln und erlebe dann nettee Gespräche, die mir wieder zeigen, dass ich mit meinen Beobachten nicht alleine bin. Früher ja, da war immer alles anders – doch wir leben heute in der Zeit des vernetzt seins – und ist es nicht so, dass wir gerade deswegen seelisch verkümmern ?

  • Sandy Billeter sagt:

    Der Artikel ist aber auch nicht ganz normal. Was ist jetzt genau dessen Aussage? Dass die Leute nicht über ihre Probleme reden sollen? So wie die Nachbarin die dann alleine zuhause verkümmerte?

    • Michèle Binswanger sagt:

      Sehr geehrte(R?) Sandy Billeter: Seit wann soll es normal sein, dass Autoren immer gleich auch noch pfannenfertige INterpretationen mitliefern? Auch schon mal etwas von selber denken gehört? Übrigens verkümmerte die Nachbarin keineswegs alleine zu Hause. Sie hatte eine Ziehtochter, die sie pflegte und war zwei mal wöchentlich bei uns zum essen, damit sie eben den Kontakt zu Normalen hat, wie meine Eltern sagten.

  • Zufferey Marcel sagt:

    „Entscheidend ist letztlich, dass man sein Leiden mit den richtigen Begriffen und Diagnosen zu fassen kriegt und in sein Leben integrieren kann. Dass es Sinn macht. Selbst wenn man akzeptieren muss, dass man eben nicht normal ist. Und dass das ganz normal ist.“

    Gäbe es nur einen Menschen auf dieser Welt, nämlich mich, dann wäre das problemlos möglich. Nun gibt es aber noch andere Menschen, z. Z. 8 Mia. an der Zahl. Und die haben meistens einen anderen Normalitätsbegriff. In der Summe gibt es dann Gruppen, die jeweils unterschiedlichste Normalitätsbegriffe für sich definiert haben. Daraus entstehen Mehrheiten und Minderheiten. Gehört man einer Minderheit an, hat man zu kämpfen. Weil „die Anderen“ die eigene Normalität anders (be)werten. Und genau da beginnen dann die Probleme.

    • Ralf Schrader sagt:

      Bleiben wir einfach dabei, dass es zwar einen Normalitätsbegriff, aber keine Normalität gibt.

      Die österreichische Biochemikerin und Wittgenstein- Preisträgerin (Wittgenstein war Sprachphilosoph) René Schroeder hat geschrieben: Zu den grössten Abstraktionsleistungen, welche Menschen ab Erfindung der Kultur vor 70’000 Jahren in der Lage waren, gehört die Kunst, Wörter für etwas zu finden, was es nicht gibt. Unter ‚N‘ erscheint da ‚Normalität‘ unter ‚G‘ das Glück.

      • Zufferey Marcel sagt:

        „Bleiben wir einfach dabei, dass es zwar einen Normalitätsbegriff, aber keine Normalität gibt.“

        Kann man so sagen, ja. Allerdings definiert die grösste Gruppe in einer Gesellschaft, was die Norm ist. Das können natürlich auch verschiedene Gruppen sein, die einfach eine grosse Schnittmenge aufweisen. So betrachtet, bezeichnet Normalität eine (vor definierte) Bandbreite von Eigenschaften, die in der Grundgesamtheit am häufigsten auftreten.

        P.S. Wir sollten uns einmal persönlich kennen lernen, Herr Schrader. Das gäbe sicher interessante Gespräche!

  • Reincarnation of XY sagt:

    Da ging es Ihnen ja noch gut, dass ihre Eltern Ärzte waren.
    Wir wussten einfach überhaupt nichts. Entweder war jemand ok, oder ein A, oder etwas, was heute definitiv nicht mehr politisch korrekt ist.

    Und die Leute waren keineswegs gesunder. Aus heutiger Sicht waren viele Erwachsene Alkoholiker, nur war das damals normal. Kettenraucher gab es auch recht viele und nicht zu vergessen, all die Drogensüchtigen und ja, man kannte auch den einen oder anderen, der sich umbrachte und man hatte eigentlich keine Ahnung wieso.

    Es ist sicher besser, wenn wir heute mehr wissen, besser informiert sind und weniger Tabus herrschen.
    Natürlich ist das auch eine neue Herausforderung und es braucht Zeit, bis wir lernen vernünftig damit umzugehen.

  • Paolo Martinoni sagt:

    Ihr Fazit, Frau Binswanger: „Selbst wenn man akzeptieren muss, dass man eben nicht normal ist. Und dass das GANZ NORMAL ist“, irritiert mich. Mir ist, als legten Sie grossen Wert darauf, die „Nicht-Normalität“ als Normalität durchgehen zu lassen. Nun – es kommt auf die Definition an, auf die „Norm“, von der man abweichen kann oder eben nicht. Weicht man, aus welchen Gründen auch immer, davon ab, dann ist man eben „nicht normal“. Problematisch ist aber nicht das „Nicht-normal-Sein“ per se, sondern die Abwertung, die dieser Bezeichnung anhaftet, weil den meisten von uns alles „Nicht-Normale“ Angst macht. Schade, weil das, was von der Norm abweicht, meist äusserst interessant ist. Insofern bin ich froh, dass nicht alles normal ist …

    • Michèle Binswanger sagt:

      Dazu empfehle ich Ihnen den Kommentar von Marcel Zufferey. Durch die Segmentierung der Gesellschaft fällt ein allgemein gültiger Normbegriff eher weg – und normal wird eher über die jeweiligen Gruppen definiert.

      • Martin Frey sagt:

        MZ’s Beitrag hat es wie oft auf den Punkt gebracht. Nur, mich hat der letzte Abschnitt, bei ansonsten sehr gutem Artikel über ein vielschichtiges Thema, auch irritiert. Man kann nicht alles als Fazit in einem abschliessenden Satz so herunterbrechen, dass es passt. Manchmal greift man dabei zu kurz.
        Gerade dass zig Subgruppen jeweils ihre Norm definieren, bedeutet eben zunehmende Ausgrenzung. Jede/r ist somit irgendwo ausgegrenzt, und mit der Wertung kommt umgehend die Problematik. Da pflichte ich Hr. Martinoni bei. Früher gab es all die Subgruppen nicht (die Menschen gab es schon) weil niemand sich die Mühe machte sie zu unterscheiden und (je nachdem) zu pathologisieren. Gewertet wurde wohl trotzdem, und das nicht zu knapp.
        Norm ist nicht zuletzt eine Frage der Perspektive.

      • Paolo Martinoni sagt:

        M. Zufferey hat Recht: Jeder hat seine eigene Vorstellung von „Normalität“ – und doch versteht fast jeder von uns genau dasselbe damit. Das heisst: Als „nicht normal“ wird meist etwas, was (objektiv oder subjektiv) relativ selten vorkommt, nicht geläufig ist, positiv oder negativ auffällt. Die unterschiedlichen Vorstellungen hängen also auch vom Umfeld ab, in dem man verkehrt. Läuft einer nackt an einem FKK-Strand, gilt er für die übrigen Badegäste als normal, tut er dasselbe in der Stadt Zürich, wird er von den meisten als nicht normal abgewertet. Insofern behält mein obiger Kommentar seine ganze Gültigkeit. Es ist schade, finde ich, dass wir das „Nicht-Normale“ abwerten, es „normalisieren“ wollen. Man stelle sich eine Welt vor, in der jeder sich „normal“ verhält … gähn

  • Roland K. Moser sagt:

    Man muss nur Fakten liefern, welche den Rot-Grünen zuwider laufen, und dann sieht man, wie normal „wir“ noch sind.

  • fufi sagt:

    Und dann gibt’s noch die, wo eben nicht normal „nicht normal“ sind.
    Heisst: Die, wo ganz einfach schpinnen.
    Und deshalb von der Arbeitswelt und meist auch den sozialen Netzen ausgeschlossen werden und auch in den SM (Was für eine wunderbare Abkürzung, übrigens, aber das wäre ein anderes Thema) ebendarum nicht vorhanden sind.
    DIE, DIE haben verloren.
    Defintiv!

  • Beat Bannier sagt:

    In unserer heutigen „Multi Multi“ Welt gibt es gar keine Norm mehr, an denen sich unsere Kinder orientieren können. Für die Einen ist es das normalste, dass sie Frauen als gleichberechtigte Menschen betrachten, für die Anderen widerum, dass Frauen untergeordnete Menschen sind.
    Als psychisch Kranke Menschen gelten z.B. diejenigen, die sich nicht in der Lage sehen, ihre persönliche Blase (das Selbst) mit der nächst grösseren Blase ( der direkten Umwelt) zu arrangieren.
    Dass gerade den Sensibelsten und Intelligentesten von den „Normalen“ eine Krankheit attestiert wird ist absurd, sind es doch gerade diese, welche von den Werken der integren Individuen, in Konzertsaal und Museum, in höhere Sphären geführt werden wollen.

  • Richard sagt:

    Seit dem Sündenfall hat der Mensch einen Defekt und ist nicht mehr „normal“, das kommt in der Beschreibung von Römer 3 klar zum Ausdruck. Um normal zu werden, brauchen wir einen neuen normalen Geist. Diesen erhalten wir durch Vergebung der Sünden Röm 3.21 und einer damit verbundenen „Neugeburt aus dem Geist Gottes“ Joh 3.3. Wer sich anschließend an der Lehre des Neuen Testamentes orientiert, kann sich in der Praxis normal verhalten 2. Tim 3.10..17.

  • Claude Fontana sagt:

    Das, Frau Binswanger, hat von allem was ich bisher von Ihnen gelesen habe,am meisten sinn-und gefühlvoll Zuspruch in mir ausgelöst. Eine „Norm“ ist abhängig von „Wen man fragt“. Oder liegt am Informationsfundus, auf den man (über Person, Situation oder Zeitpunkt und Zustand) zugreifen kann. Jeder hat Situationen erlebt, in denen man schlicht überfordert war, und nicht rational handeln konnte. Ansonsten wäre man sehr behütet aufgewachsen, und das käme noch auf einen zu. Früher oder später bringt das Leben Jeden an sein limit. Dann bleibt nur Erweiterung des Horizonts, oder umkehr ins „Schneckenhaus“ und Weiterschleimen, um keinen Kontakt oder Reibungsfläche zu generieren. Etwas, das heute hier leider auch als „Normal“ gilt. Mut setzt Risiko voraus.Wie Vertrauen.

  • Felix Rothenbühler sagt:

    «Im Internet steht …» – ja, mein Liebling! Und dann zeige ich meinen Kindern (wieder einmal), wie ich selber etwas ins Internet schreibe – und die Sache ist gegessen.
    Jedenfalls bis zum nächsten mal…

  • Beat Bannier sagt:

    Normale machen normale Sachen, Nicht- Normale malen Bilder von Sonnenblumen oder komponieren taub die schönsten Symphonien.
    Eduard Munch hängte die Hälfte seiner Gemälde im Wald auf und liess sie dort verrotten. Ich nehme an, er hielt diese für zu normal (Durchschnittlich) , diese seinen Mitmenschen zuzumuten.

  • Maike sagt:

    Wie oder was ist schon normal ? Für den einen ist es normal, sich jede Woche ein neues Auto zu kaufen, weil er mörderisch viel Geld hat. Für den anderen ist es normal, am Bahnhof nach etwas zu essen zu betteln, weil er gar kein Geld hat.
    Was also normal ist, kann sich ändern. Hängt im grossen und ganzen von der persönlichen Situation ab. Als Kind findet man die Eltern doof, wird man älter, freut man sich das man sie noch hat.
    Geben aber andere vor, was normal ist, muss man sehr vorsichtig sein, weil damit meist ein Zweck verbunden ist. Bestes Beispiel : Mode. Normal ist jetzt eine riesige Brille. Wenn kleine Brillen normal werden, werden die Brillenhersteller einen Riesenumsatz machen.
    Der Mensch ist und bleibt ein Herdentier und möchte normal bleiben um nicht aufzufallen.

  • Samuel Müller sagt:

    Wie sagen doch die Kalifornier: Wirf einen Stein in die Luft und du triffst wahrscheinlich einen Anwalt oder Therapeuten. Die Amerikanisierung unserer Gesellschaft schreitet munter voran…

    • Eduardo sagt:

      Nicht nur die Amerikanisierung, sondern auch die Psychopathologisierung. Basel z.B. soll weltweit die höchste Dichte an Psychiatern (man verzeihe mir, dass ich die immer mitgemeinten weiblichen Vertreter auch bei den Psychologen der besseren Leserlichkeit halber nicht erwähne) haben. Es ist natürlich fraglich, wie man das misst. Das reiche Angebot an Psychologen/Psychiatern schafft sich dann über Diagnosen selbst ständig eine entsprechende Nachfrage.

      Die Bibel der US-Psychiatrie beispielsweise, das DSM-5, wurde inzwischen so eifrig mit Krankheiten und Störungen angereichert, dass man damit zwanglos bestimmt mindestens 90 Prozent aller Leute – einschliesslich aller Psychologen/Psychiater selbst – als psychisch krank und dann natürlich unbedingt therapiebedürftig klassifizieren könnte.

  • Michael Müller sagt:

    Ein Aspekt, der hierbei vergessen wird: Was noch „normal“ ist oder breits als „krank“ und somit therapiebedürftig gilt, hängt nicht zuletzt auch von der Anzahl Ärzten und Therapeuten ab.
    Dazu ein einfaches Beispiel: Die Beinlänge des Menschen variiert von Bein zu Bein um einen gewissen Betrag. Gibt es pro 1000 Personen bloss einen Chirurgen, wird der sich aus Kapazitätsgründen nur um extreme Fälle kümmern können (sprich mehrere cm Unterscheid) und alles andere wird nicht operiert oder mit Schuheinlagen ausgegelichen. Gäbe es hingegen 50 Chirurgen pro 1000 Personen, würde die Definition des „Normalen“ viel enger gefasst und eine Operation wohl schon bei einigen Millimetern Unterscheid für sinnvoll befunden.

  • Stefan W. sagt:

    Abweichungen vom „Normalen“ werden da am häufigsten diagnostiziert, wo es die meisten Therapeuten gibt. Das gilt auch innerhalb derselben Gesellschaft, etwa wenn man verschiedene Regionen der Schweiz vergleicht. Nun sind ja, dank Google, Alle irgendwie auch ein wenig Therapeuten, und somit auch alle irgendwie ein wenig krank. Früher nannte man das die Medizinstudentenkrankheit: Jedes Symptom, über das man intensiv genug nachdachte, irgendwann auch an sich selbst zu bemerken, und zwar um so quälender, je schwerer die dahintersteckende Krankheit ist. Da heute jeder per Internet partiell den Wissensstand eines Medizinstudenten der ersten paar Semester erlangen kann, nimmt die Medizinstudentenkrankheit eben epidemische Ausmasse an. Das ist nur normal….

    • Eduardo sagt:

      Das ist mit einem Phänomen verbunden, das ich als Durchschnittsillusion oder Kult um die Gaußsche Verteilung bezeichnen möchte.

      Ein Beispiel dazu:

      Misst man die Grösse einer Anzahl Männer, sagen wir mal 100, wird man wohl einen Durchschnittwert von 1,78 m feststellen.

      Folge: Alle, die davon abweichen, gelten in unterschiedlichem Masse als sogenannte Varietäten des statistischen und damit scheinbar naturgegebenen Idealtypus, des vollkommenen Mannes von eben 1,78 m.

      Es ist sogar möglich, dass sich überhaupt niemand unter diesen Männern mit dieser Grösse befindet, und im Extremfall teilt sich die Gruppe sogar in Männer kleiner als 1,6 m und grösser als 2 m auf.

      Die Statistiker wird das nicht sonderlich irritieren: Dann sind halt alle diese Abweichler stark abnorm, und fertig.

  • Gottfried Schneidl sagt:

    Nicht normal ist hier zur Hauptsache, dass Dutzende von Leuten sich einerseits dazu berufen fühlen und anderseits die Zeit dafür haben, Frau Binswangers Text zu kommentieren.
    Du meine Güte! Wie wär’s einfach mal mit Lesen und sich Gedanken machen?
    Muss denn um’s Himmels Willen jedes Fürzchen an die frische Luft?

    • Stefan W. sagt:

      Nun ja, sich mit einem Kommentar übers Kommentieren zu beklagen, ist so ähnlich, wie wenn ein Tourist sich über den Tourismus beklagt 🙂

      Ein Blog mit Kommentarfunktion ist eigentlich ja schon eine Einladung zur Diskussion und nicht nur eine Aufforderung zum Lesen, finden Sie nicht? Ebenso wie in der Schule der Frontalunterricht immer mehr dem Teamwork weicht, ändern sich eben auch die Formate der Publizistik.

      • Gottfried Schneidl sagt:

        Schön gesprochen, Herr W. Und dabei haben Sie (wohl zufällig und ungewollt) ja sowas von recht. Die Massenbloggerei darf ruhig im gleichen Atemzug mit dem Massentourismus und der Teamworkitis genannt werden. Alles nicht normal…
        Ich darf das so sagen. Auch wenn Sie’s nicht glauben: Mein obiges Blog-Fürzchen war das erste überhaupt. Und das letzte sowieso. Amen.

  • Simone sagt:

    Ich finde viele Leute haben heute Nevrosen. Zuviel stress, zu viel zukunftsangst, das leben ist nicht leicht.

    • hanspeter sagt:

      Da in der heutigen Gesellschaft schon so viele psychisch krank und angeschlagen sind, hat man in der zeitgenössisch-biologistischen Monetär-PsychologiePsychiatrie die Neurosen mittlerweile gestrichen. Kämen die Neurosen auch noch dazu, wäre die gesellschaftliche Verelendung zu auffällig. Und Monetär: Ist die Summe/Masse der Kranken so hoch, dass deren Kosten die Gewinne der Pharma übersteigen, dann muss man natürlich alte Krankheitsbilder streichen. Da Psychopharmaka schlecht wirken, was sich auf die Gewinne auswirkt (siehe oben), ist die Pharma schon weiter: Gentherapien. Dabei: Selbst dem Dümmsten fällt auf, wenn man eine Neurose mit einer Gentherapie heilen will, dass dann etwas nicht stimmen kann. Beim Krankheitsbusiness gibt es einiges zu bedenken für sprudelnde Gewinne.

  • maia sagt:

    Transgender ist KEINE Krankheit!

  • Hans Minder sagt:

    Mich würde die Meinung anderer zu 2 Aspekten interessieren.
    1.) Während früher nicht alle Menschen ihre intellektuellen Kapazitäten ausreitzten, da auch z.B. Handwerk/Weiterführung des elterlinen Betriebs angesehene Berufungen darstellten, klettert heute jeder die intellektuelle Fahnenstange hoch, bis er aus Kräftemangel abzustürzen droht. Könnte dies die Ursache vieler mentalen Abnormalitäten sein?
    2.) Da heute alles unterstützt wird, auch ein Zusammenleben mit einem Roboter oder die Identifizierung eines Menschen als Katze etc. könnten dadurch nicht die Jugendlichen in ihrem ganz natürlichen Geltungsdrang gekoppelt mit Sturm/Drang/Verwirrung in die Abnormalität getrieben werden? Tom Neuwirth alias Conchita Wurst will nun ja auch wieder auschliesslich mit ER angesprochen werden.

  • Jürg Brechbühl sagt:

    Wer ist „wir“? Ich bin normal. Frau Binswanger ist es nicht.
    Wenn man ihre verklemmte Art anschaut, wie sie dieses Blog zensiert, immer Recht haben muss und den anderen die eigene Meinung nicht gönnen mag, nein, das ist in unserer heutigen Welt NICHT NORMAL, sondern NEUROTISCH.

  • Orwell sagt:

    Arsch mit Ohren. Warum? Die Leute sitzen auf ihren Ohren, weil sie nicht mehr zuhören können und nur mit sich selbst beschäftigt sind.

  • SrdjanM sagt:

    Wohl eher Folge einer begrifflichen Anpassung als gesellschaftlicher/gesundheitlicher Veränderungen.
    Die Bezeichnung „normal“ ist unpräzise und irreführend, weil sie ja von der zuerst definierten Norm abhängig ist.
    Normen verändern sich, aber erst mit den Generationen. Was für Sie oder mich heute die „Norm“ ist, sehen unsere Eltern immer noch als „Abweichung“.
    Insofern habe ich den Eindruck, ja, mehr Menschen bekennen sich zu ihren psychischen Problemen, weil es neu OK ist darüber zu reden. Und weil es die neue Norm ist, wird hoffentlich auch das Vorverurteilen (inkl. Bedauern) bald entfallen.
    Menschen mit psychischen Störungen sind genau so normal wie andere erkrankte oder beeinträchtigte Personen und genau so normal wie jeder gesunder Mensch.

  • hanspeter sagt:

    normal sind die menschen, die nicht wissen was normal ist aber immer wissen was „abnormal“ sei. das schicksal der normalos sozusagen.

  • Roland K. Moser sagt:

    Ich trinke keinen Alkohol. Und hänge es an die grosse Glocke. Dann sieht man auch, wie „normal“ die Gesellschaft noch ist.
    Ich kann es nur zur Nachahmung empfehlen, keinen Alkohol zu trinken und es an die grosse Glocke zu hängen. Entweder dauerhaft wie ich, oder nur für ein Experiment.
    Und wenn man dann die alkoholhaltigen Getränke noch als Droge bezeichnet, was sie ja auch sind, setzt man noch einen obendrauf.
    Und noch einer: Statt nur zu sagen, dass man keinen Alkohol trinkt, sagt man, dass man generell nicht drögelet, auch nicht mit Alkohol.
    🙂

  • beat graff sagt:

    Gucken sie mal im Fernseher ein paar mal „exklusiv“ und „prominent“. Dann wissen sie, dass viele von denen nicht mehr normal sind. Und das Verhalten dieser Leute färbt auf die „Normalos“ ab.

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