Frauen in der Midlife-Crisis: Eine Typologie

Sie zum Beispiel kennt sich bestens aus mit der peinlichen Bewältigung von Krisen: Comedian Amy Shumer. Foto PD

Die Midlife-Crisis des Mannes ist eine etablierte Angelegenheit, sie tritt ab etwa 40 ein, der Mann bekommt seine bekannte Krise, kauft sich den ersehnten Sportwagen (wenn er schon drei hat, kauft er sich eben noch einen vierten), verzichtet plötzlich darauf, ein T-Shirt unterm Hemd zu tragen, achtet mehr als sonst auf sein Äusseres, verliebt sich in eine sehr viel jüngere Frau, verlässt Ehefrau und Familie und hinterlässt eine Menge verbrannte Erde. Als Kinder schüttelten wir die Köpfe und bemitleideten die Mütter. Als Krisen der Frauen waren höchstens der Verlust der jugendlichen Schönheit und, als Folge, des Mannes bekannt.

Heute ist das anders. Frauen haben jetzt ebenfalls eine Midlife-Crisis. Frauen wollen sich und ihr Leben verändern, verlassen ihre Männer und wollen es noch einmal wissen. Frauen in der Midlife-Crisis lassen sich in drei Typen aufteilen.

Typus A

Hat früh an Familie und Kinder gedacht, Verantwortung übernommen, für die Familie gesorgt, nebenbei gearbeitet. Jetzt sind die Kinder selbstständig, der Mann entsorgt, und Frau hat das Leben vor sich und will das Verpasste nachholen, alles erleben, sich wieder jung, sexy und begehrt fühlen – und vielleicht auch mal wieder über die Stränge schlagen, «crazy» sein.

Der Haken: Man kann nichts nachholen, schon gar nicht die Jugend. Auch nicht die Sorglosigkeit, die unbeschwerte Freiheit. Das Verpasste ist unwiederbringlich verpasst. Jede Lebensphase hat ihre eigene Schönheit und Energie; die zu entdecken, ist die Kunst zu wachsen. Wer wächst, sehnt sich nicht zurück und hat niemals das Gefühl, etwas verpasst zu haben.

Typus B

War mit Leib und Seele jung und hat das Jungsein viel zu lange ausgekostet, bis es sich nicht mehr gut anfühlte. Hat zu viel erlebt, zu viel Hype gehabt, zu viel gespürt, zu viel gesehen und zu viele Glückshormone produziert. Typus B hat genug erlebt, ist satt davon und ist verzweifelt auf der Suche nach der nächsten Ebene, die genauso erfüllend ist, aber nicht zersetzend. In diesem Typus befinde ich mich seit gut drei Jahren. Bis jetzt ist kein Ende in Sicht.

Der Haken: Ein neuer Kick, der das Erlebte noch toppt – das wird nie passieren. Auch hier geht es um die Kunst des Wachsens, und Wachsen heisst nicht unbedingt schneller, höher, grösser, lauter. Wachsen geht auch nach innen. Aber da muss man erst mal hinkommen.

Typus C

War immer in einer Abhängigkeit vom Mann. Hat nie eigene Entscheidungen getroffen und wurde versorgt. Wenn dieser Kokon platzt, zum Beispiel durch den Verlust des Mannes, muss das Leben erst mühsam und schmerzhaft gelernt werden.

Der Haken: Die meisten Frauen wissen das Geschenk der Selbstständigkeit nicht zu schätzen und sehnen sich an die drögen, sicheren Tage zurück, als sie an der Kette hingen und sich ausser um ihre Leere und Einsamkeit keine Sorgen zu machen brauchten.

Hand aufs Herz: In welchem Typus erkennen Sie sich wieder?

94 Kommentare zu «Frauen in der Midlife-Crisis: Eine Typologie»

  • Doris sagt:

    In keinem Typus erkenne ich mich. Bedaure jedoch heute etwas, dass ich immer andern gefallen wollte, mich oft verbog, zu nett war. Krise damals mit 45. Hab das geändert, bin heute im Alter selbstbewusster geworden, vor allem selbstbestimmter. Muss nicht mehr immer gefallen. Doch manchmal denke ich etwas wehmütig an die wilden jungen Jahre, wo alles offen und möglich war, beruflich und in der Liebe. Ein Rausch.
    Memory Motel.

    • wäis kiani sagt:

      mein Text wurde um die Hälfte gekürzt: Aber natürlich gibt es noch andere Arten, ob als Mann oder Frau, in der Mitte seines Lebens, wenn alles nach aussen perfekt aussieht, in eine schwere Sinnkrise zu verfallen, und nicht mehr zu wissen, was man von dem was man hat noch will, was man anders will. Wie man es gerne hätte und was das alles überhaupt soll. Mein weiss nur eins: so wie es jetzt ist, ist es nicht richtig.
      Der Unterschied zwischen der Midlife bei Mann und Frau besteht nur in der Regel darin, dass Männer sich zurück in die Pubertät beamen und sich durch Äusserlichkeiten „wie ein junger Mann“ fühlen wollen, oder es sich erfolgreich einreden. Frauen wollen selten dahin zurück, wo sie schon einmal waren, Frauen wollen weiter, aber wo ist dieses weiter, und wie kommen wir dahin?

  • Karen sagt:

    Typ B: „…verzweifelt auf der Suche nach der nächsten Ebene, die genauso erfüllend ist, aber nicht zersetzend. In diesem Typus befinde ich mich seit gut drei Jahren. Bis jetzt ist kein Ende in Sicht.“

    Ich habe es irgendwie satt solche Girlie-Romane aus dem wahren Leben zu lesen. Beide Frauen Binswanger wie Kiani sind gegen 40. Also ein ganzes Stück weit weg von dem Typus B, wo sie eigentlich sein wollen: ewigs jung, noch immer auf der Suche.

    Das ist irgendwie feministischer Schwachsinn, wo auf hohem Niveau gejammert werden kann über typische First World Problems.

    Hört das denn nie auf?

  • Leo Schmidli sagt:

    Aus meiner Erfahrung haben Männer eine Midlife Crisis, Frauen eine Life Crisis.
    Frauen sind regelmässig anfällig für etwas Besonderes und Aussergewöhnliches, was sie (scheinbar) zu Hause nicht haben.

  • Philipp M. Rittermann sagt:

    +1! gute analyse.

    • Karen sagt:

      Was soll gut daran sein, 3 Kategorien aufzulisten?

      • wäis kiani sagt:

        es fehlt ja auch die das letzte Stück: Aber natürlich gibt es noch andere Arten, ob als Mann oder Frau, in der Mitte seines Lebens, wenn alles nach aussen perfekt aussieht, in eine schwere Sinnkrise zu verfallen, und nicht mehr zu wissen, was man von dem was man hat noch will, was man anders will. Wie man es gerne hätte und was das alles überhaupt soll. Mein weiss nur eins: so wie es jetzt ist, ist es nicht richtig.
        Der Unterschied zwischen der Midlife bei Mann und Frau besteht nur in der Regel darin, dass Männer sich zurück in die Pubertät beamen und sich durch Äusserlichkeiten „wie ein junger Mann“ fühlen wollen, oder es sich erfolgreich einreden. Frauen wollen selten dahin zurück, wo sie schon einmal waren, Frauen wollen weiter, aber wo ist dieses weiter, und wie kommt man dahin?

  • Anh Toàn sagt:

    Hauptsache Schubladen, Einteilung, Ordnung.

    Es beginnt mit „Midlife Crises“: Wenn Mann sich eine jüngere sucht und sie findet, macht er es, weil er es kann: Die, welche es nicht können, sagen dann, er hätte eine Midlife Crises: Wir lernen im Biologieunterricht, dass alle Lebewesen nach Fortpflanzung streben, wobei die das nicht Wissen, sie streben nach Sex und Fortpflanzung geschieht dann. Und wenn ein Mann in seinen besten Jahren (Silberrücken bei Gorillas) dies tut, hätte er eine Midlife Crises.

    Aber wer an die Schubladisierungen emotionaler Zustände als Krankheit glaubt: Das beste Mittel gegen Midlife Crises bleibt: jung sterben.

    • Anh Toàn sagt:

      So einem Pickel und noch was anderem ausdrückenden Jüngling, auch Halbstarker in Angrenzung zu den Silberrücken genannt, erscheint eine Midlife Crises als Paradies:

      Sportwagen Champagner und Frauen jede Nacht.

  • Ralf Schrader sagt:

    Ich verstehe das anders. Pubertät und Midlife Crises sind biographische Synchronisationsstörungen, welche man nur im Kontext sozialer Unterforderung bekommt. Kinderarbeit ist die beste Therapie für pubertäre Ausschläge und Galeerensträflinge hatten keine Mitlebenskrise. Bäuerinnen haben die auch 2017 in der Schweiz nicht.

    • shekina niko sagt:

      Herr Schrader, dann kennen Sie sich also aus in der Schweizer Bäuerinnen-Szene, dass Sie eine solche Behauptung aufstellen? Die Wahrheit ist doch viel eher diese: Bäuerinnen (nicht nur in der Schweiz) leben in ganz anderen Strukturen, als Frauen in städtischem Umfeld. Wenn ein Familien-Betrieb und dörfliche Traditionen eine Rolle spielen, wirkt sich eine Krise halt auch anders aus. Was nicht heißt, dass wir jetzt alle aufs Land ziehen müssen. Das impliziert nämlich Ihre Bemerkung: dass die Krisen von Städterinnen und/oder kinderlosen Frauen eigentlich unerheblich seien weil aus irgendeiner Degeneration entstanden. Das ist – mit Verlaub – sozialromantischer Unsinn.

      • Ralf Schrader sagt:

        Soziale Unterforderung schrieb ich, nicht Degenration, nicht Stadt- Land- Gefälle, nicht Kinderlose. Man kann zu jeder Zeit, an jedem Ort im Leben unterfordert sein, aber es gibt da die zwei genannten Dichtemaxima.

        • shekina niko sagt:

          Meine Frage, woher Sie das Wissen um die Befindlichkeit von Bäuerinnen haben, sind Sie aber nicht fähig zu beantworten, oder?

          • Ralf Schrader sagt:

            Die Bäuerin ist in dem Konstrukt eine rhetorische Floskel, welche die Kernaussage illustriert. Sie lesen zu gegenständlich, oder haben einen Faible für Nebensächliches.

          • tina sagt:

            ich finde unterforderung eine ganz gute erklärung. das ist ja nicht irgendwie verwerflich. aber wenn man weiss, woher es kommt, kann man es anders betrachten und kommt zu anderen schlüssen

  • Mina Peter sagt:

    „Die meisten Frauen wissen das Geschenk der Selbständigkeit nicht zu schätzen“ hä? Was soll denn das? Fühle mich in keiner der Typologien aufgehoben und die allermeisten meiner Freundinnen sicher auch nicht.

    • wäis kiani sagt:

      mein Text wurde um die Hälfte gekürzt: Aber natürlich gibt es noch andere Arten, ob als Mann oder Frau, in der Mitte seines Lebens, wenn alles nach aussen perfekt aussieht, in eine schwere Sinnkrise zu verfallen, und nicht mehr zu wissen, was man von dem was man hat noch will, was man anders will. Wie man es gerne hätte und was das alles überhaupt soll. Mein weiss nur eins: so wie es jetzt ist, ist es nicht richtig.
      Der Unterschied zwischen der Midlife bei Mann und Frau besteht nur in der Regel darin, dass Männer sich zurück in die Pubertät beamen und sich durch Äusserlichkeiten „wie ein junger Mann“ fühlen wollen, oder es sich erfolgreich einreden. Frauen wollen selten dahin zurück, wo sie schon einmal waren, Frauen wollen weiter, aber wo ist weiter u wie kommen wir dahin?

  • Claudia sagt:

    Also ich erkenne mich ebenso in Typus zwei wieder… hatte allerdings dann auch Kinder (doch spät) und bin jetzt fleissig am Yoga üben (für den inneren Frieden und weil mir so viele Leute auf den Sack gehen). Ich hoffe damit werde ich wieder etwas gelassener…

  • Nicolas Richard sagt:

    Wenn eine Frau über die angebliche Midlife-Krise der Männer schreibt, was anderes als Klischees kann da herauskommen? „Ab etwa 40“, mit Verlaub, das ist männerfeindlicher Nonsense, wie der ganze erste Abschnitt übrigens.

  • shekina niko sagt:

    Ich fasse mal die beiden Kommentare von Anh Toàn und Ralf Schrader zusammen: wenn ein Mann sich wie ein Silberrücken benimmt, ist das keine Krise. Wenn eine Frau eine Krise hat, soll sie besser sterben, als sich darum zu kümmern. Oder sie soll sich – laut Schrader – einen Job als Galeerensträfling suchen, dann kommt sie nicht auf dumme Gedanken. Solches Geschreibsel zeigt, wie sinnvoll dieser Blog ist über die Kunst des Erwachsenwerdens…

    • Anh Toàn sagt:

      Hallo shekina niko:

      Ich kann nichts dazu, dass Frauen mit vierzig und die Wechseljahre kommen und Männer ab vierzig am attrativsten sind:

      Ich habe mit 26 als Hilfsskilehrer in St. Moritz gearbeitet, ich hatte gerade meinen Hochschulbschluss in der Tacshe, war braun gebrannt und sportlich. Ich kam in die Top Clubs rein, also Dracula (Gunter Sachs) und Kings Club im Palace Hotel: Ich wusste, das ist gut für mich, wenn ich Mädels hier hin bringen kann, aber die Mädels die hier sind, die bei denen man an der Tanzfläche sitzen immer weiter nach oben schaut und sich fragt, ob die Beine wohl irgendwo aufhören, wollen, ausser für ein kleines Abenteuer mal, richtige Männer, keine Poolreiniger und keine Gärtner und auch keine Skilehrer.

      • Anh Toàn sagt:

        Warum liess sich Heidi Klum von Briatore schwängern? Sie hatte selber Geld, die knackigen F1 Fahrer sind auch nicht arm, warum hat sie sich nicht einen von denen ausgesucht? Wer will, wenn er den Hausherrn (Briatore) haben kann, schon den Chauffeur?

      • Anh Toàn sagt:

        Verstehen Sie, in der Jugend geht es darum, den jungen Mann zu finden, der mal ein Silberrücken sein wird: Avril Lavigne skin8 boy: „I did not see, what man this boy can be. “

        Sind die Männer mal vierzig, kann man, eher frau sehen, wer die Silberrücken sind.

        • shekina niko sagt:

          Also ich hatte nie Bock auf einen Silberrücken-Typen, auch nicht, als ich noch jung und schön war. Ich fand die immer schon abstossend und erbärmlich.

        • tina sagt:

          antoin, es sind ja nun beileibe nicht alle männer ab 40 attraktiv :). manchen steht es gut, aber ein teil wird auch einfach dumpf und dick und kriegt falten und geld hat ja auch nicht jeder

          • Anh Toàn sagt:

            @tina: ja klar attraktiv sind die Gewinner. Die anderen, z.B. Geschiedenen die Alimente zahlen und in einer 1 Zimmer Wohnung wohnen, oder die u55 ausgesteuerten Arbeitslosen, schreiben dann Wutbürgerkommentare.

            Aber eine Krise hätten die, welche mit jungen Dingern rummachen, das verstehe ich nicht, aber ich bin halt auch männlich einfach.

          • tina sagt:

            hä? also geschieden und alimente zahlend kann für mich sehr wohl attraktiv sein, wobei diese 2 faktoren völlig unwichtig sind hinsichtlich attraktivität. für mich sind nicht die gewinnertypen attraktiv. ich glaube du bist da völlig falsch gewickelt antoin

          • Anh Toàn sagt:

            Wenn jemand pro Monat 25 Riesen oder noch mehr Alimente zahlt, ist er sehr attraktiv, aber dann lebt er allenfalls in einer 1 Zimmer Loft, nicht 1 Zimmer Wohnung.

          • Anh Toàn sagt:

            Keine Frau will materialistisch sein, aber kein Mann ist so unattraktiv wie ein erwachsener Mann ohne Geld ohne soziale Stellung.

          • Anh Toàn sagt:

            Und materialistisch ist falsch, indem es nicht um Geld an sich geht, sondern um die soziale Stellung. Selbst eine Milliardärstochter heiratet keinen Loser. Eine erfolgreiche Frau mit eigenem Geld noch weniger.

          • Anh Toàn sagt:

            Frauen heiraten, binden sich nicht „nach unten“, nicht mit 16, nicht mit 40 auch nicht mit 60.

          • tina sagt:

            es geht hier um midlifecrisis und nicht ums heiraten

          • tina sagt:

            am attraktivsten finde ich – und ich glaube da sind sehr viele meiner meinung – wenn menschen sich begeistern für etwas.

    • Ralf Schrader sagt:

      Lesen scheint Ihre Stärke nicht zu sein. Ich habe den von mir postulierten Synchronisationsstörungen kein Geschlecht zugeordnet. Ob Frau oder Mann, ob mit 12, 40 oder 60, das ist völlig gleichgültig. Entscheidend ist das Moment der sozialen Unterforderung.

    • wäis kiani sagt:

      nein!! Das zeigt doch eher wie SINNVOLL ein Blog über das Erwachsenwerden ist! Liebe Grüsse!

  • Zahn sagt:

    Mit Verlaub, es gibt auch genug Frauen wie mich die gearbeitet haben, nie den Richtigen fanden, trotzdem Familie haben die nun aus dem Haus sind und statt Party neue Interessen finden zum umsetzen oder wie ich Rinder in Südamerika kaufen und selber Abenteuer erleben. Sie sind peinlich und sehr wohl dekadent diese 3 Typen, und Sie Schreiberin auch! Seien Sie mal nicht so selbstbezogen, dann sind Sie glücklich gesund und überhaupt satt zu sein. Und ja, Sie sind zu agressiv zu den Männern die hier schreiben und wohl auch sonst im Leben, wie viele frustrierte Weiber, daher werden Sie auch allein bleiben

  • fabian sagt:

    was soll die pathologisierung.
    geniesst es doch einfach, euer midlife.
    und gebt nicht anderen die schuld, wenn ihr keinen spass oder keine erfüllte zeit habt.

  • marsel sagt:

    Gibt auch Frauen, die mit 40 einigermassen zufrieden sind, weder Mann noch sonstwas verloren/weggeworfen haben und ganz locker weitermachen wie bisher. Was ist das? Typ D?

    • wäis kiani sagt:

      mein Text wurde um die Hälfte gekürzt: Aber natürlich gibt es noch andere Arten, ob als Mann oder Frau, in der Mitte seines Lebens, wenn alles nach aussen perfekt aussieht, in eine schwere Sinnkrise zu verfallen, und nicht mehr zu wissen, was man von dem was man hat noch will, was man anders will. Wie man es gerne hätte und was das alles überhaupt soll. Mein weiss nur eins: so wie es jetzt ist, ist es nicht richtig.
      Der Unterschied zwischen der Midlife bei Mann und Frau besteht nur in der Regel darin, dass Männer sich zurück in die Pubertät beamen und sich durch Äusserlichkeiten „wie ein junger Mann“ fühlen wollen, oder es sich erfolgreich einreden. Frauen wollen selten dahin zurück, wo sie schon einmal waren, Frauen wollen weiter, aber wo ist weiter u wie kommen wir dahin?

      • Dietmar Senn sagt:

        Hallo Marcel, Der Text wurde zur Hälfte gekürzt. Typ D – Z fehlen.

      • Anh Toàn sagt:

        wàis kiani

        „D.er Unterschied zwischen der Midlife bei Mann und Frau besteht nur in der Regel darin, dass Männer sich zurück in die Pubertät beamen“

        Was wissen Sie von männlicher Pubertät? Würden Sie, kämen Sie nicht auf die Idee, dass dahin jemand zurück will.

        „Frauen wollen selten dahin zurück, wo sie schon einmal waren, Frauen wollen weiter, ..“

        Scheint mir eine verwegene Behauptung zu sein: Frauen sind ängstlich, wollen Sicherheit, Geborgenheit, kuschliges Heim, mögen keine Veränderung, Männer klettern auf Bäume und Berge und segeln über Meere.

        Nur bevor mir jemand Geschlechterstereotypen vorwirft: Frau Wais hat angefangen damit.

  • Zufferey Marcel sagt:

    Zufriedene Menschen haben eindeutig mehr vom Leben. Weil sie die Lebensptionen, sofern überhaupt vorhanden, immer (oder wenigstens meistens) optimal genutzt haben. Dazu zählt der Midlife-Crisis-Typus beiderlei Geschlechts offenbar nicht.

    Ich habe kein Erbarmen.

    • tina sagt:

      kein erbarmen? wieso nicht?
      ich sehe das anders: männer und frauen (!), die die optionen optimal nutzten und nun in einem zustand der zufriedenheit feststecken, fallen eben in eine krise. ihnen fehlt das kämpfen müssen. kann man auch schlecht simulieren. im grünen bereich dümpeln ist nur angenehm, wenn man da hin kam, wie man auf einen berg steigt. aaaaaaaaaaaah endlich oben! wow, schön! aber man bleibt doch nicht einfach da oben sitzen

      • Marcel Zufferey sagt:

        Das sehe ich grundsätzlich anders: Je nach Intensität des Gipfelsturmes kann das Sitzen oben sogar sehr schön sein, selbst auf Dauer! Zudem sind Gratwanderungen etwas Wunderschönes- und bisweilen ebenso herausfordernd..!

        • tina sagt:

          jaja, schon lange sitzen bleiben. aber nicht wochenlang :). und auch die gratwanderung geht ein paar stunden und dann sucht man sich einen neuen berg mit hübscher aussicht ein paar wochen später oder so. aber ja, vergleiche hinken immer

  • Heidi Merz sagt:

    Im Nachhinein und als Nichtbetroffene/r lässt sichs gut von oben herab klugscheissern. Ich hatte Glück oder war mir selbst immer sehr nahe. Beruflich habe ich zwar nicht ganz erreicht, was ich wollte, dafür privat viel ausprobiert und dank einem inneren Kompass zum vielleicht späteren, dafür aber vollständigen und hoffentlich lebenslangen Glück gefunden. Bin jetzt 48 und weit entfernt von Midlife Crisis.

  • Benni Aschwanden sagt:

    Kleine Anmerkung zum Sportwagen nach 50: Dieses gerne wiedergekäute Klischee hat nicht unbedingt etwas mit hormonellen Veränderungen oder Krisen zu tun. Viele Männer träumen von einem schnittigen Sportauto, schon als Teenager. Aber nur wenige können sich das schon vor 50 leisten. Da wird nämlich erwartet, dass das hart verdiente Geld für die Partnerin und Kinder zur Verfügung gestellt wird. In dieser Lebensphase bestimmt meistens die Partnerin (mehr oder weniger aktiv), welcher Typ Auto gekauft wird (zumindest hierzulande). Und das ist dann sicher kein Sportwagen. Erst wenn sich der Mann dann nach 50 aus der familiären Umklammerung etwas lösen kann wird die Erfüllung des Jugendtraums vielleicht auch Wirklichkeit. Eine Krise löst das dann höchstens bei neidischen Nachbarn aus…

    • tina sagt:

      das glaube ich auch. ich glaube auch, dass das bei frauen ähnlich ist. wenn die kinder gross sind, kann man sich träume erfüllen. vorher hatte man andere prioritäten

  • Jörg sagt:

    Bin 55, meine Frau 50. Ich habe immer noch keine Ahnung was sie eigentlich genau möchte. Sie wechselt ja alle 2 Stunden die Meinung. Aber ich bin immer noch Optimist.

  • Eduardo sagt:

    Ich lese immer wieder von den älteren Männern, die ihre Frauen (und manchmal auch Kinder) verlassen, um mit einer viel jüngeren Frau zusammenzuleben. Wo sollen diese Massen an jungen Frauen, die ausgerechnet ältere Männer attraktiv finden, ausser als typisches Motiv in französischen Filmen und Romanen denn alle in der Realität herkommen? Existiert dafür irgendeine geheime Zuchtanstalt ;-), oder gibt es in jungen Jahren sehr viel weniger Männer als Frauen?

    Kurzum, ich halte dieses Bild vom älteren Mann mit junger Partnerin für einen Mythos. Die allermeisten geschiedenen älteren Männer dürften einfach alleinebleiben oder allenfalls eine gleichaltrige Frau kennenlernen. Das kann schon statistisch nicht anders sein.

    • Marcel Zufferey sagt:

      Wie viel jünger ist denn viel jünger: 10 Jahre, 20 Jahre- oder noch mehr? Er 60, sie 20, nehme ich an. Das ist natürlich totaler Schwachsinn. Aber durchaus machbar. Problemlos sogar. Wenn man denn will.

      Mir wär’s peinlich, vor allem nackig!

    • Frank sagt:

      Jung suchen sich Frauen eher ältere (reifere, weisere, erfahrenere, mächtigere, gutbetuchtere etc) Männer. Und beklagen sich dann im Alter, dass ihnen junge Frauen die Männer wegnehmen, dass sich also dasselbe wiederholt.

      Während Frauen unter 45 es einfacher bei der Partnersuche haben, ist es im Alter grad anders. Da kommen aus verschiedenen Gründen doch mehr Frauen auf einem Mann. Ich persönlich finde das schön, so erfahren beide Geschlechter die Partnerwahl mal von beiden Seiten.

  • Alfred Kleeb sagt:

    Ich hatte ein tolles Leben, mit viel Sonne aber mit genau so viel Schatten,bin näher bei 80 als bei 70. Männer haben natürlich Vorteile, wenn sie älter werden. Etwas überspitzt gesagt, Männer reifen Frauen verblühen. Ich habe einige Freundinnen, so zwischen 45 und 60. Feine, wunderbare, gescheite, lebenskluge Frauen, die sehr wohl noch viel zu bieten haben, auch bezüglich Erotik. Trotzdem ist es leider eine Tatsache, dass es kein genügendes „Angebot“ gibt mit entsprechenden, ebenbürtigen Partnern. Männer suchen sich meist jüngere Frauen und meinen damit unbedingt einen zweiten oder Dritten Frühling zu erleben. Welch ein Irrtum, nichts kann Mann nachholen. Deshalb verstehe ich Frauen, die in der Mitte ihres Lebens ins Grübeln kommen. War`s das jetzt? Sie haben ein Recht auf ihre Krise.

    • wäis kiani sagt:

      Danke! LG, WK

    • tina sagt:

      eine partnerschaft ist schön, aber ich kenne viele frauen, denen der preis zu hoch ist, die eine neue partnerschaft kostet. diese frauen haben es sich nicht übel eingerichtet. es geht ihnen gut. sie hatten beziehungen. sie haben kinder gross gezogen. man ist nicht allein, nur weil man keinen festen partner hat. diese frauen haben ein erfülltes leben, es sind keine armen

    • Frank sagt:

      Kleeb, Sie stellen die Dinge etwas einseitig dar. Die Frau konnte in jungen Jahren aus einem grossen Angebot auswählen. Wenn das sich im Alter ins Gegenteil kehrt, ist das doch irgendwie ausgleichende Gerechtigkeit.

      Aber wenn Frauen doch ein Recht auf ihre Krise haben sollten, hätten es die Männer auch. Und da fragt man sich, weshalb jetzt alle die Midlife Krise des Mannes schlechtreden, die der Frau aber bejubeln. Einseitige Geschlechterdarstellungen, wie wir sie seit 2-3 Jahrzehnten gewohnt sind.

      • Wäis Kiani sagt:

        WIr haben nichts schlechtgeredet und nichts bejubelt, kommt das so rüber? Nein, ich sage nur: die Männer machen es schon lange und wir Frauen stecken jetzt auch drin. Keine Bewertung! LG-WK

        • frank sagt:

          wk, so stehts im text:
          der mann ‚hinterlässt verbrannte erde‘, die frau dagegen vorher ‚hat verantwortung übernommen‘.
          meinen sie, all die männer und väter hätten vor der midlife-crisis keine verantwortung übernommen. und die frauen hinterliessen – wennschon – andere erde als die männer?
          so neutral ists eben nicht geschrieben. aber man wills vor lauter gender-konditionierung gar nicht mehr merken….

          • Wäis Kiani sagt:

            dann ist es eben nicht neutral geschrieben, ist auch schwierig, so wie Männer nunmal sind und wie es eben meistens läuft… ihr seid wie ihr seid, jetzt beleidigt zu tun und mir „Männerfeindlichkeit“ zu unterstellen..also bitte,- ich bin international bekannt als Macho-Freundin, und jetzt das, nur wiel ich die Wahrheit sage? ist ok, ich werde demnächst sehr sanft und männerfreundlich sein, ihr zarten Pflänzchen! LG-WK

          • DontJustStandThereAndNodTamely sagt:

            Jöö! Frank stellt fest und Wäis muss sich rechtfertigen. It is what it is. Männer können einen Knacks bekommen, Frauen auch. So what. In erster Linie sollte man nicht davon weglaufen, sondern sich eingestehen, dass man etwas nicht mehr so cool findet, was man aber hätte im Verlaufe ändern können. War aber so unbequem und mühsam, damals…. Den Fokus wieder auf sich lenken, inne halten und nicht projizieren. Wäre es nicht schöner, das mit mit dem Lebenspartner zu bereden, statt als Crazy-50something-Chick oder als Great-Motorbike-Guy zu zelebrieren? Die finde ich sowieso peinlich, unsexy und v.a. unreif. Mann hat geopfert, Frau hat Verantwortung übernommen und umgekehrt… boohoo. Aufwachen Memmen! You always reap what you saw!

  • Rene Staubli sagt:

    Ich würde den Blog umbenennen. In „Heisse Luft“

  • Jasmin sagt:

    Alle haben Recht und niemand hat Recht…
    Ich fand den Artikeln lustig, brachte mich zum Schmunzeln und nachdenken. Wie einfach wäre das Leben, wenn man alle und alles in 3-5 Kategorien einteilen könnte, aber klar ist die Wahrheit viel komplexer und das weiss die Autorin auch 🙂

  • Andrea sagt:

    Oh, unzufriedene Menschen haben eine Lebenskrise. Das ist ja aber etwas ganz Neues. Mein Mitleid hält sich in Grenzen. Jeder ist selbst für sein Glück verantwortlich und man kann auch nicht immer glücklich sein. Krisen gehören zum Leben. Unzufriedenheit ist aber eine vermeintliche Krise.

    PS: Frauen können sich auch 10-20 Jahre jüngere Männer angeln.

  • Wäis Kiani sagt:

    Liebe Andrea, oh ja, die jüngeren Männer werden hier noch ausführlichst besprochen! LG-WK

    • Andrea sagt:

      Freu mich darauf 🙂
      Danke für den Blog Wäis. Ihre Bücher finde ich übrigens toll. Habe dasjenige aus Persien gelesen.

      • Wäis Kiani sagt:

        Danke!, ich hoffe, ich werde hier niemanden enttäuschen, deswegen kommniziere ich ein wenig mit, um meine Leserschaft zu spüren, ich will ja keinen Ego-Blog machen, und wenn Sie „Hinter dem Mond“ mochten, und es hier interessant finden, dann sollten Sie „Die Susi-Krise“ auch lesen..da steht alles ausführlichst drin. LG-WK

  • Martin Meyer sagt:

    Zu Typus A: Der Mann ist entsorgt. Was genau meint die Autorin damit? Dürfte ein Mann dasselbe Wort im selben Zusammenhang auch benützen?

  • Wäis Kiani sagt:

    Danke!, ich hoffe, ich werde hier niemanden enttäuschen, deswegen kommniziere ich hier etwas mit, um meine Leserschaft zu spüren, ich will ja keinen Ego-Blog machen, und Sie sollten „Die Susi-Krise“ auch lesen, wenn Sie das hier alles interessiert..da steht alles ausführlichst drin. LG-WK

  • Cornelia sagt:

    Dieser Artikel gefällt mir sehr gut! Weiter so.

  • beatrice sagt:

    ich erkenne mich ebenfalls in keinem der aufgeführten typus a/b/c.

    vielmehr geht es doch darum, dass man in der mitte des lebens (hoffentlich spätestens) anfängt zu hinterfragen: wer bin ich? wo stehe ich? bin ich glücklich damit? wohin will ich?

    so war es auch bei mir (mit knapp 40). nun bin ich mitte 40. geschieden vom vater meiner kinder. wir waren fast 2 jahrzente zusammen aber haben uns in völlig entgegengesetzte richtungen entwickelt. ich hätte mich selbst betrogen, wäre ich geblieben (mein umfeld dachte damals auch ich hätte die midlife crisis)

    ich habe nie das gefühl ich hätte was verpasst. jede lebensphase hat doch irrsinnig schönes zu bieten. der weg ist das ziel und nur wer den augenblick geniessen kann, der kann glücklich sein mit dem was er hat – im moment.

  • Hans Minder sagt:

    Binswanger/Wäis scheinen ein Problem zu kreiieren: In der Jugend wurden viele Abenteuer eingegangen, und einiges ging schief. Die Kicks der erfolgreichen Abenteuer erzeugen später Sehnsüchte, der Schmerz der Schiffbrüche eine groll-gefüllte Seele mit dem unbändigen Verlangen nach Heilung. Leider kann KEIN Partner auf Dauer den Kick neuer Abenteuer bieten und zeitgleich die Heilung der groll-gefüllten Seele bewerkstelligen. Somit können Binswanger/Wäis in Sachen Beziehungen nicht auf die nächste Entwicklungebene steigen, da Beziehungen immer wieder scheitern und alles von Vorne anfangen muss. Eine Aufsteigen auf eine neue Ebene im Alleingang (also ohne Mithilfe eines Partners) wäre eine mögliche Lösung, die jedoch viel Selbstdisziplin verlangt, welche in der Jugend nicht erlernt wurde.

    • wäis sagt:

      genau!!! GENAU SO IST ES! man kommt ausserdem immer nur alleine weiter, nie mit einem Partner. Selbstdisziplin ist ein harter Weg. Danke und LG-WK

      • Hans Minder sagt:

        Uneingeschränkte Beziehungsfähigkeit kann gemäss meinen Erfahrungen nur mit einem Partner erlernt werden. Wer dies auf Langzeit schafft, der erreicht in einer gewissen Form auch die nächste Ebene…. und gemäss meinen bisherigen Erfahrungen ist dies die schwerste Ebene. L.G. Hans

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