So lernen Schüler leichter

Ablenkung hier, Ablenkung da: Vielen Jugendlichen fällt das strukturierte Lernen schwer. Mit diesen Tipps klappts besser.

 

Mach mal Pause: Wer ohne Unterbruch paukt, erinnert sich später weniger gut an das Gelernte. Illustration: Benjamin Hermann

Liebe Frau Frei, mein Sohn geht seit Mitte August in die Sek und merkt, dass der Druck langsam stärker wird. Eigentlich ist er ein guter, kluger Schüler, aber das strukturierte Lernen vor den Prüfungen fällt ihm schwer. Auswendiglernen langweilt ihn und er lässt sich gerne ablenken. Drum meine Frage: Kennen Sie Tricks, wie Schüler besser lernen?

Ja, vom Duftstäbchen bis zum Handy gibt es einiges, was Kindern das Lernen erleichtern kann. Eine Methode heisst zum Beispiel «Testing». Dabei testet der oder die Lernende sich immer wieder selbst, zum Beispiel mit abgedeckten Kärtchen beim Vokabellernen. Das Testing bringt ein Viertel weniger Aufwand beim Lernen und eine mehr als doppelt so gute Leistung. Sagen jedenfalls Wissenschaftler. «Ein einziger Test kann so effektiv für das Langzeitgedächtnis sein wie fünf Lernwiederholungen», bringt es beispielsweise Jürgen Kornmeier auf den Punkt, ein Neurowissenschaftler an der Universität Freiburg im Breisgau.

US-Wissenschaftler haben das «Testing» beim Vokabellernen mit Karteikärtchen erforscht. In ihrer Studie brauchten die Versuchspersonen die Vokabeln, die sie wussten, nicht mehr zu büffeln, aber sie sollten sie weiterhin in Form von Selbsttests (Testing) abfragen. Das Resultat war deutlich: Das wiederholte Abrufen des Gelernten hatte einen grossen positiven Effekt auf die längerfristige Erinnerung.

Selbsttests sind effizienter als weiterhin alle Vokabeln zu lernen, zudem erhöhen sie die Lernleistung. Die Methode funktioniert auch bei Rechenaufgaben, übrigens. Und: Es muss nicht immer ein Selbsttest sein, sondern man kann sich natürlich auch abfragen lassen. Wer Feedback zu seiner Erinnerungsleistung bekommt, lernt besser. 

Pauken mit Pausen

Einen anderen Trick fand ein deutscher Psychologe schon im Jahr 1885. Paukte er am Stück, ohne Pausen, benötigte er 68 Durchgänge, um den Lernstoff zu verinnerlichen. Verteilte er das Lernen aber auf drei Tage, musste er den Stoff nur 38-mal durchgehen. Fachleute sprechen da vom «Spacing-Effekt». Er funktioniert bei Vokabeln, Bildern und beim Rechnen, in jedem Lebensalter.

Anfangs, wenn der Lernstoff noch ganz neu ist, kann pauken schon sinnvoll sein. Danach aber wird das Gelernte durch längere Pausen besser im Gedächtnis «verankert». In einem Experiment testete Neurowissenschaftler Kornmeier, welche Pausenlänge zwischen den Lerneinheiten am besten ist: Sieben, 20 oder 60 Minuten, zweieinhalb, zwölf oder 24 Stunden. 

Erinnern gelingt besser, wenn die Schüler zwischendurch Pausen machen.

Eine regelmässige Pause von zwölf Stunden war dort die beste – nach vier Wochen konnten sich die Teilnehmer noch an 85 Prozent des Lernstoffs erinnern. Mit Mini-Pause von nur sieben Minuten rekapitulierten sie bloss 60 Prozent und mit einer 24-stündigen Lernpause waren es gar nur 33 Prozent. 

Ging es darum, sich rasch nach der Lerneinheit zu erinnern, schnitt die kurze Pause am besten ab. Für ein dauerhafteres Erinnern waren aber die Lernpausen von zwölf Stunden besser. Das heisse aber nicht, dass zwölfstündige Pausen für alle Lernenden am besten seien, so Kornmeier. «Der optimale Abstand kann vom Lernmaterial, von der Zahl der Wiederholungen und vom Lernenden selbst abhängen.»

Lernen bedingt dreierlei: Der Lernstoff muss aufgenommen und in Nervensignale «übersetzt» werden. Dann muss er sich verfestigen und vom Arbeitsspeicher in den Langzeitspeicher übergehen. Und schliesslich muss diese abgespeicherte Information erinnert werden können. Dieses Erinnern gelingt besser, wenn die Schüler zwischendurch Pausen machen. Zwei zeitlich verteilte Lerneinheiten können dabei doppelt so nützlich sein wie zwei unmittelbar aufeinanderfolgende.

Gute Lernbedingungen schaffen

Für manche Kinder und Jugendliche ist es schwierig, eine gute Struktur zu schaffen und die Lernzeit richtig einzuplanen. «Viele Schüler lernen zu kurzfristig und vergessen, Zeitpuffer einzuplanen», stellt auch Yves Karlen immer wieder fest. Er ist Lehr- und Lernforscher an der Fachhochschule Nordwestschweiz. Ein gut gestalteter Arbeitsplatz mit – idealerweise – Tageslicht, gelegentlichem Lüften und genügend Wasser (keine Energy Drinks!) kann beim Lernen unterstützen. «Störquellen wie das Smartphone, das auf dem Pult ständig piept, sollte man ausschalten.» 

Weitere Faktoren, die wichtig sind: «Beharrlichkeit, auch wenn der Lernstoff langweilig ist, der Glaube, dass man Probleme und Herausforderungen überwinden kann und die Überzeugung, dass sich Fähigkeiten mit Üben und Lernen verbessern lassen», rät Karlen. Der beste Lerntag und die beste Lernzeit sind von Kind zu Kind sehr unterschiedlich. Das muss jedes selbst herausfinden. Ganz wichtig ist Schlaf, weil sich das Erlernte dabei im Gehirn «verfestigt».

Belohnen und Konditionieren

Belohnungen machen zwar die Mühsal ein wenig wett, besser wäre aber, das Lernen mit Spass oder etwas Angenehmem zu verbinden. In einem ungewöhnlichen Experiment, das eine Kollegin von Kornmeier mit Sechstklässlern durchgeführt hatte, halfen sogar Duftstäbchen mit Rosenduft beim Lernen. Lagen sie beim Lernen, beim Schlafen und während der Prüfung (nicht angezündet) neben den Kindern, schnitten diese im Test besser ab. Der Rosenduft könnte dabei helfen, dass das Gelernte nachts ins Langzeitgedächtnis übertragen wird. Karlen ist allerdings skeptisch: «Ein bisschen Rosenduft und dann klappts – schön wärs.»

Liebe Leserinnen und Leser, haben auch Sie eine Frage zum Thema Erziehung? Schreiben Sie uns an blogs@tamedia.ch.

Weitere Tipps für Kinder, Eltern und Lehrer finden Sie unter www.selbstreguliertes-lernen.org.

Weitere Beiträge zum Thema:

 

 

33 Kommentare zu «So lernen Schüler leichter»

  • Christine sagt:

    Diese Ausführungen fand ich jetzt etwas arg eingleisig. Die wenigsten Hausaufgaben bestehen doch aus Vokabel-Lernen. Es geht doch oft eher darum
    – wie schafft es ein Kind, sich überhaupt ans Pult zu setzen,
    – wie kann es sich überwinden, das grosse und schwierige Dossier über Erdbeben anzupacken,
    – wie kann es sich eine grosse Arbeit in sinnvolle Häppchen aufteilen,
    – wie weiss es, mit welcher Strategie es den Stoff aus dem Dossier am besten büffelt (geographische Karten, wo man etwas einzeichnen können muss; Text, den man lesen und die wichtigsten Begriffe auswendiglernen muss; Konzepte, die man verstehen muss, damit man in der Prüfung die Vor- und Nachteile aufzählen kann, etc.)
    Hier wird’s erst richtig spannend…

  • Bernhard Strässle sagt:

    Zu den Testkärtchen: Man kann die Übungszeit wesentlich verkürzen, indem man bei jedem Durchgang die Kärtchen, die man auf Anhieb wusste, beiseite legt, bis noch 2, 3 Kärtchen übrigbleiben. Dann alle Kärtchen wieder zusammenlegen, mischen und von Neuem beginnen. Solange, bis bei einem Durchgang nur noch 2, 3 Kärtchen nicht auf Anhieb gewusst werden.

    Da das neue Wissen erst im Kurzzeitgedächtnis gespeichert wird, empfiehlt sich, die Intervalle logarithmisch auszudehnen. Zweiter Test nach 20 Minuten, dritter Test nach 12 Stunden usw. Und ein letzter Test nach 7 Tagen (sofern man sich das Wissen fürs Leben und nicht nur für die Prüfung am nächsten Morgen einprägen will…).

  • 13 sagt:

    Es muss natürlich nicht für jeden passen, aber:
    Heute im Nachhinein muss ich sagen, dass ich in der Schule darum gerade so mitkam, weil mir dieser ständige Wechsel von einem Fach zu anderen die ganze Konzentration raubte. Seit ich für die Matur und anschliessend für die Uni und Weiterbildungen nach der Uni einfach eine längere Zeit an etwas blieb, stiegen meine Noten rasant. An der Uni habe ich mir bewusst eine Woche Intensivlernzeit für ein Fach eingeplant und nur an diesem gearbeitet. Dann das zweite etc. Zuletzt 2 Wochen vor Prüfung Repetierzeit, wieder 1-2 Tage pro Fach. Im Masterstudiengang gab es anstatt Vorlesungen 4-Wochen-Intensivseminare, von denen ich noch viel mehr weiss, als von den anderen Fächern.

    • 13 sagt:

      Ich mache das nun mit meinem Kind auch. Anstatt dieses „jeden Tag 10 Min. Franz-Wörtli, 10 Min. Englisch-Wörtli, 10 Min. lesen etc.“ konzentrieren wir uns eine ganze Woche auf Mathematik, danach Deutsch etc. Ihre Noten sind seither um eine halbe Note gestiegen.

      Es ist kein Zufall, dass manche Homeschooler, die ich kenne, in 2-3 Wochen den gesamten Stoff eines Schuljahres in einem Fach nachhaltig lernen. Und zumindest teilweise kommt es auch in der Schule an. Ich kenne einige Klassenlehrer, die den Stundenplan flexibel so umgestalten, um immer mind. Doppellektionen machen zu können, wenn alles Stunden bei ihnen sind.

      • tststs sagt:

        Alle Daumen hoch!!!!
        Und ganz btw lernen Ihre Kids noch, auch über längere Zeit an was dranzubleiben.

      • Andrea S. Mordasini. 3014 Bern sagt:

        Eigentlich wäre dies wohl auch für meine Tochter die effizienteste Methode. Doch leider funktioniert diese in der Praxis nicht, da sie wie momentan mehr oder weniger gleichzeitig Math, Deutsch, Franz- und Englischwörtli in die “Birne” hämmern muss… Alles auf einmal statt schön gestaffelt, aber die Schule ist leider nun mal kein Wunschkonzert und das Leben kein Ponyhof… ;(.

  • maia sagt:

    Die erste Rückfrage müsste doch hier sein: Muss er lernen oder muss er auswendiglernen? Das sind zwei völlig verschiedene paar Schuhe.

    Dann zum Tipp: Ja , so haben schon wir in der Schule „Wörtli“ gelernt – wie soll es denn sonst gehen? Aber „Testing“ tönt ja nun viel besser. Falls möglich hilft auch gegenseitiges Abfragen. Der Schulweg eignet sich bestens dafür – ausser man ist mit dem Velo unterwegs 😉

    Dann bliebe noch die Frage: Was hilft einem beim Lernen? Schade, dass dazu nichts im Text steht.

    • Muttis Liebling sagt:

      Man muss auch auswendig lernen können. Franz Werfel z.B. kannte fast alle Verdi- Opern auswendig und konnte die unvorbereitet in allen Rollen vortragen. Das gab ihm das sprachliche Potential, dann auch Romane im Verdi- Libretto- Stil (eben der biografische Roman Verdi), oder im Ton des Alten Testamentes zu schreiben (der Jeremias- Roman).

      Man wird nur dann sprachlich virtuos, wenn man vorher oft genug die Sprache anderer kopiert hat. Nur Lesen ist noch nicht der Schlüssel zur Bildung. Man muss aktiv mit Fremdtexten arbeiten, entweder exzerpieren oder im Falle von Literatur auswendig lernen. Auswendig lernen ist meist die ökonomischere Variante. Wenn man trainiert ist, geht es schneller als schriftliche Auszüge anzufertigen.

    • Roland Benz sagt:

      Wie es sonst gehen soll, können sie sich leicht selber beantworten: haben sie oder ihre Kinder die ersten Worte überhaupt, wie Mama, Papa oder Finanzmarktstabilisierungsgesetz mit „Testing“ gelernt bzw. auswendig gelernt?… Wohl kaum. Das einfachste wäre vermutlich entweder die Eltern oder den Wohnort zu wechseln. Wenn das nicht geht, sucht man sich eben fremdsprachige Ersatzeltern, Ersatzfreunde und Ersatzwohnorte im Fernsehen oder Internet. Oder in der Muttersprache fern zusehen wir in der ganzen Familie verboten: Eishockey auf Französisch, Fussball auf Italienisch, Spielfilme und Serien auf Englisch, Tagesschau auf Spanisch, usw.

    • maia sagt:

      @ML und auch RB: Sie haben natürlich völlig recht, aber es gibt im Leben ja noch anderes zu lernen als Sprache:
      Physik, Chemie, Biologie, Mathematik, IT, Sportarten, usw. usf.

      • Roland Benz sagt:

        Das ist so: ich spreche aus der Perspektive von jemandem, den sein Talent in Sport und den MINT-Fächern dazu verführte an der ETH zu studieren und dann sehr schnell merkte, dass dort zum ersten Mal überhaupt, das Talent nicht mehr ausreicht, um das „Testing“ zu überstehen, mit dem die Studenten ausgesiebt werden. Dort ist fast alles Mathe und Physik, das Tempo auch für Talentierte extrem hoch, und ohne jede freie Minute immer wieder bis Mitternacht, an Wochenenden und den Ferien das grundlegende „Handwerk“ zu trainieren, ist das für die meisten kaum zu schaffen… (Wie sinnvoll das im Computerzeitalter ist, ist dann wieder eine andere Frage.)

      • Muttis Liebling sagt:

        Auswendiglernen ist wie Joggen vor allem Training. Es nutzt in jedem Fach, wenn man ein plastisches Vorstellungsvermögen hat und sich z.B. eine physikalische Formel nach dem ersten Kennenlernen im Fotogedächtnis abspeichern kann.

        Die Langsamlerner sind langsam, weil sie untrainiert sind. Viele, weil sie nicht lernen wollen.

  • Othmar Riesen sagt:

    Ein Tipp, der mir ein Leben lang geholfen hat: einmal geschrieben ist zehnmal gelesen!

    • Roland Benz sagt:

      Und mir: einmal gelesen ist 1/10 Mal geschrieben. Hat mir viel Zeit eingespart.

      • Othmar Riesen sagt:

        Benz: entweder sind Sie ein Genie und können nach einmaligem Durchlesen alle Vokabeln auswendig – oder Sie wollen ganz einfach klever sein. Tut mir leid, beides überzeugt nicht. Solche Ratschläge helfen jungen Leuten wirklich gar nicht.

  • Roland Benz sagt:

    Das sind typische Tipps zum Thema: Wie lernen die Schüler mit wenig Aufwand für gute Noten und am Ende der Schulzeit verstehen sie doch kaum etwas… Weshalb nicht einfach jeden Tag kurze fremdsprachige Texte lesen, Serien oder Podcasts schauen, oder Musikstücke hören, die sie interessieren? Google Translate hat sich in den letzten drei Jahren noch einmal massiv verbessert: Texte reinkopieren, schauen was die Worte bedeuten, vorlesen lassen, selber lesen… Vorteil: man lernt die Wörter, die einen interessieren und oft benützt werden, im Kontext, inkl. Aussprache… Nachteil: die Noten sind zu Beginn ev. nicht so gut, da man nicht explizit für die Prüfung lernt. (Abfragen von Ausnahmen und Ausnahmen von Ausnahmen, Konjugationstabellen und ihre Ausnahmen, usw.)

    • Anh Toàn sagt:

      @Roland Benz

      Ich will Sie da unterstützen, 100 pro: Ich hatte sogar gute Noten (meistens) in Englisch, habe nie Hausaufgaben gemacht oder sonst gebüffelt, mich interessierten die Texte der Musik die ich mochte, den grössten Teil meines Englisch habe ich daher. Der Englischlehrer war gut, hat sicher auch etwas beigetragen, aber meine guten Noten kamen vor allem daher, dass ich oft Vokabeln, Formulierungen (Erinnere mich an „take a walk“ [on the wild side] als bessere Alternative für „to go for a walk“) kannte, welche die Anderen nicht kannten, das gab dann ein Plus in seinen Notizen und mit vielen Plus wurde ich nicht gefragt, was ich auch nicht gewusst hätte, weil ich die Hausaufgaben nicht gemacht habe, da gabs keine Minus.

      Schule hat nichts mit lernen zu tun. Da muss man durch!

  • Tasch sagt:

    Als „Legastenikerin“ hatte ich in der Schule primär in sprachlichen Fächern immer Mühe.

    …Mein Fazit aus dieser Zeit: Ein Patentrezept gibt es nicht. Bestes Lernmittel ist Interesse oder im Minimum das Verständnis (Erkenntnis) dafür, warum man lernt – sei es, weil man es für den späteren Berufswunsch braucht, weil die nächsten geplanten Ferien in Frankreich sind oder weil eine schlechte Rechtschreibung einfach peinlich ist…
    Einfach sinnbefreit ins Blaue lernen (resp. NUR auf die nächste Prüfung) ist doppelt schwierig.

    Darum mein Tipp: Mit dem Sohn besprechen, WARUM er es lernt? Ev. finden sich ja noch weitere Gründe. Ist möglicherweise nachhaltiger als Rosenduft…

  • tststs sagt:

    Sorry, ich muss da ein wenig brutal sein: Gut lernen wird Ihr Kind frühestens (!) gegen Ende der LAP/Matura können, und auch dann nur, wenn darauf im Unterricht wert gelegt wird.

    Denn auch diese Fähigkeit wird während der Schulzeit erst erworben und wird nicht per Geburt mitgebracht.

    Ich empfehle auch, die für das Lernen wichtigen „Sub-Kompetenzen“ (wie Geduld, Konzentration, Gelassenheit) nicht unbedingt mit Schul-Lernen zu üben, sondern auch – oder: vor allem – in anderen Gebieten. (Sie wollen, dass Ihr Kind eine Stunde lang in einem Lehrmittel was nachliest? Üben Sie das mit Lesestoff, der das Kind begeistert…)

  • Muttis Liebling sagt:

    Lernen kann und muss man lernen, aber das geht nur vor dem 6. Lebensjahr. Von wenigen Ausnahmen abgesehen werden alle Kinder als wunderschöne Genies geboren, nur treiben die meisten Eltern beides in in den ersten 18 Monaten aus. Wer erst einmal artifiziell verblödet und verhässlicht wurde, kann das nie wieder einholen.

  • Anh Toàn sagt:

    “ Auswendiglernen langweilt ihn ….“

    Was ist lernen? Vokabeln büffeln in Fremdsprachen? Quadratzahlen auswendig lernen? Hauptstädte von Ländern in Geo? Jahreszahlen von Schlachten in Geschichte? Das ist alles nicht lernen, sowas macht dümmer, nicht schlauer, weil man meint, man wisse etwas, dabei weiss man gar nichts, wenn man weiss, wann die Schlacht am Morgarten war, wie die Hauptstadt von Moldawien heisst:

    Für echtes lernen braucht es Interesse, also inter – esse, darin sein, man muss sich in ein Thema hineinarbeiten, man muss machen.

    Mit lernen lernt man nichts, bestenfalls weiss man viel Unnützes und kann dennoch nichts. Nur mit machen lernt man.

    • Anh Toàn sagt:

      Und noch ein Spruch von Kurt Vonnegut: Bokonon sagt: „Hüte Dich vor dem Waisen, der hart gearbeitet hat, um etwas zu lernen, es gelernt hat und sich nun nicht schlauer findet als zuvor: Denn er ist voll mörderischem Groll gegenüber denen, die anstrengungslos zu ihrer Ignoranz kamen.

      • Anh Toàn sagt:

        Und jetzt habe ich Waise statt Weise geschrieben, man wäre ich durchgefallen wäre hier Deutschunterricht, aber jeder weiss auch so, was ich meine, also ist es doch egal. Und mein Deutschlehrer ist schon lange tot, der muss sich deswegen keine Vorwürfe machen.

    • tststs sagt:

      Neues Wissen/Können erwerben (egal ob geistiger oder handwerklicher Natur) nennt sich nun mal im Alltag „lernen“.

      Ob das Gelernte nützlich/sinnvoll/gut ist, ist eine ganz andere Diskussion.

      Desinteresse ist auch eine Grundlage fürs Lernen; es darf nur nicht zu Gleichgültigkeit werden, denn diese ist wirklich hinderlich.

      Und übrigens: Inter-esse heisst „dazwischen/in Mitten sein“, nicht darin 😉

    • Sportpapi sagt:

      @Anh Toàn: Auswendig lernen ist nun mal die Basis für Vieles. Für Fremdsprachen braucht es ein Vokabular. Und für die Mathe müssen viele Grundrechnungen automatisiert abrufbar sein, nur schon um überprüfen zu können, ob der Taschenrechner einigermassen (in den Grössenordnungen) auf richtige Resultate kommt.
      Zum anderen: Natürich stimmt es, dass wir viel besser lernen, wenn wir intrinsisch motiviert sind. Vielfach wird aber auch nur für die Prüfung und die gute Note gelernt, und auch das funktioniert. Letztlich spannend ist es aber, wenn das Gelernte verknüpft und angewendet werden kann.

      • Anh Toàn sagt:

        Habe Italienisch gelernt, kann es fliessend, bescheidene Grammatik und noch bescheidenere Rechtsschreibung, aber ich habe nie Vokabeln gelernt, war am Strand und im Club und bin auf die meisten Inseln gesegelt und irgendwann konnte ich fliessend italienisch.

        An der Uni habe ich nur am Anfang Vorlesungen besucht und Standardbücher gelesen: Gelernt habe ich in Seminaren, in Übungen: ja, habe mir ein Studium ausgesucht, bei dem das besser geht als bei anderen, die Professoren haben da gesagt, die Studenten kämen an die Prüfung und wüssten alles und könnten nichts, und fallen durch und verstehen nicht warum, haben doch alles gelernt.

        War in einem Rechtsstreit involviert, die Anwältin der Gegenpartei hat ganz stolz einen Satz aus einem Lehrbuch zitiert, der Ihr Recht gibt.

      • Anh Toàn sagt:

        Weder der Richter noch ich noch unser Anwalt wollten wissen, ob dies tatsächlich da steht oder nicht, es ist Nonsense, ein Fehler, vielleicht in neueren Auflagen berichtigt. Ist ein Lehrbuch, nicht das Gesetz.

        So dumm wird man mit lernen (Im Sinne von auswendig lernen)

      • 13 sagt:

        @ Anh
        Die herrschende Lehre ist bekanntlich neben der Rechtsprechung eine sehr wichtige Quelle für Gesetzesinterpretationen. Ein schlechter Anwalt, der das nicht nachprüft oder zu widerlegen versucht. Vielleicht wäre da etwas Basisstoff büffeln nicht ganz schlecht gewesen….

      • Anh Toan sagt:

        Die Anwältin hat im Lehrbuch gefunden, bei Temporärmitarbeitern trage der Einsatzbetrieb das Risiko, Arbeit zu haben, nicht der Vermittler: Wäre es so, gäbe es keine Ausleihe von Arbeitskräften. Das würde keinen Sinn machen.

  • Esther sagt:

    Laut vorlesen hilft sich besser zu erinnern. Weil der Text nicht nur in den Kopf, sondern auch durch die Ohren gelangt! Dies haben schon viele Studenten gemerkt.

    Ein wenig leise Hintergrundmusik kann ebenfalls helfen.

    Oder eine Katze auf dem Tisch, eine sanfte Präsenz !

    In keinem Fall ein Smartphone = reduzierte Konzentration.

    • Anh Toàn sagt:

      Und wenn auf dem Smartphone eine Katze leise vor sich hin schnurrt?

    • Mia Meyer sagt:

      Noch besser: eine Katze auf dem Tisch, die einem mit Kopf oder Bein auf dem Unterarm liegt und schläft. Das bewahrt einem vor der ständigen Versuchung, mal kurz an den Kühlschrank oder sonstwo hin zu gehen, denn man will doch die Katze nicht stören…

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.