Lohnt sich das Kinderkriegen?

Sie geben einem so viel zurück, sagt man. Doch rentieren Kinder unter dem Strich? Unser Blogger wagt die Rentabilitätsrechnung.

Monetäre Kosten, emotionale Dividende: Die Rentabilität von Kindern zu ermitteln, ist (fast) unmöglich. Foto: iStock

«Kinder geben einem so viel zurück!» Bestimmt kennen sie diesen Satz. Eltern sagen oder hören ihn immer dann, wenn die Kinder grad besonders viel nehmen: Energie, Nerven, dreckige Wörter in den Mund. Leider bleiben wichtige Fragen offen: Wie viel geben sie zurück? Wann kann ich damit rechnen? Lohnt es sich unter dem Strich?

Natürlich kann man es einfach drauf ankommen lassen. Aber ich bin kein emotionaler Lebemann, der «sich spontan etwas gönnt». Ich bin Betriebswirt mit leichtem Hang zum Geiz. Ich rechne mir Investitionen gerne schön, bevor ich sie tätige.

Bei Kindern ist das nicht ganz einfach, aber dazu später mehr. Für eine saubere Rentabilitätsrechnung müssen wir erst einmal die Investitionen und Betriebskosten genauer aufschlüsseln.

Kostenanalyse und Freudeflowrechnung

Was nehmen uns Kinder? Einen schmerzlichen Teil unseres Lebensgehalts. Das fällt für hochbezahlte Verwaltungsratspräsidentinnen natürlich anders ins Gewicht als für einen prekären Mamablogger. Aber alle Eltern bluten irgendwo: Kinder schleppen Krankheiten ins Haus und machen damit die Maximalfranchise zum Risikoentscheid. Und auch ohne Streptokokken und Varizella Zoster kosten Kinder einiges: Unsummen für Windeln, Sackgeld, Studiengebühren, Nerven, 6 x Wohnung streichen, 3 x neues Sofa.

Und plötzlich kickt beim Familienausflug im Zoo der Lebenssinn so richtig rein.

Wie sieht es im Gegenzug mit den Einnahmen aus, also dem was Kinder zurückgeben? Oder wie wir Betriebswirte zu anglisieren pflegen: dem Return on Investment. Da wären einmal die Familienzulagen. Dann die Steuerabzüge und überhaupt die tiefere Steuerprogression wegen dem nunmehr lächerlichen Resteinkommen. Dann helfen uns Kinder, Geld für all die teuren Hobbys zu sparen, die wir mit umgeschnalltem Tragetuch kaum noch ausüben können. Hochsee-Speedboat-Harpunen-Walfang oder Fallschirm-Blitzhalma. Noch höher zu gewichten, sind die emotionalen Einnahmen: Schöne Momente wie das erste Schimpfwort, das Foul du Saison im Fussballverein oder das eine Familien-Selfie mit über 300 Likes. Aber auch jedes strahlende Gesichtlein, das die Elternlaune hebt. Und plötzlich kickt bei einem Familienausflug im Zoo – irgendwo zwischen Hyänen und Alpakas – der Lebenssinn so richtig rein.

Bei der Gegenüberstellung fällt auf, dass die Kosten vor allem monetär anfallen, die Rendite aber in Form von Emotionen überwiesen wird – als Gefühlsdividenden. Das macht eine exakte Rechnung sehr willkürlich. Und noch etwas merken gewiefte Wallstreet-Insider: Neben hohen Anfangsinvestitionen (lustige Bodys in Grösse 56, Bernsteinketteli) sind auch die laufenden Kosten ganz schön happig. Aus der stattlichen Bruttorendite wird so eine eher magere Nettorendite.

Ist das Kind ein Haus oder eine Buckelpiste?

Ein Kind ist vergleichbar mit einer Immobilie. Kostet viel, wirft ordentlich was ab, macht aber auch viel Scherereien. Am Schluss schaut ein kleiner Gewinn raus, wenn man für den eigenen Aufwand einen tiefen Stundenlohn einsetzt.

Möglicherweise ist es mit Kindern aber auch wie mit dem Wintersport: Hohe Kosten, viel Aufwand und Ärger vor dem ersten Pistenmeter. Manchmal stehe ich schwitzend in der engen Gondel, irgend ein Kurt zimmert mir seine Ski ins Fressbrett und ich frage mich: Lohnt sich das alles? Dann beginnt die erste Abfahrt und ich werde mir gewahr: Das ist jeden Aufwand wert.

Ja, die Nettorendite von Kindern liegt rein rechnerisch unter 2 Prozent. Aber man muss die Kleinen auch als Liebhaber- ab drei Stück als Sammlerobjekte betrachten. Dann gehts eigentlich. Risikobewussten Anlegern empfehle ich allerdings Patenkinder.

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67 Kommentare zu «Lohnt sich das Kinderkriegen?»

  • Hobbyvater sagt:

    « Und plötzlich kickt beim Familienausflug im Zoo der Lebenssinn so richtig rein »

    Echt jetzt?

  • Maike sagt:

    Ich möchte da nur diese eine Werbung zitieren, wo am Schluss gesagt wird: …. einfach unbezahlbar. Und so ist das mit den Kindern. Entweder man möchte welche haben, oder man lässt es bleiben.

  • Barbara V.E. sagt:

    Der Anfang war schlimm. Das Geld läuft durch die Finger wie Sand.
    Das „Kind“ ist jetzt 27 Jahre und kostet immer noch Geld (studiert… Master of weiss-der-geier-was). Aber wenn ich auf dem Zahnfleisch laufe, weil demente Mutter in Coronakrise Mühe macht, ist das Kind meine Rückendeckung und Trösterin. Als Mutter im Sterben lag war Tochter da und hat gewaschen und gebügelt und hat gekocht, dass ich zu Hause nichts mehr zu tun hatte (Kind lebt im Ausland und arbeitet neben dem Studium und hat alle Hebel in Bewegung gesetzt um mich zu entlasten).
    Was ich gegeben habe, bekomme ich jetzt zurück. Ob mit oder ohne Zinsen… who cares, habe es nie notiert. Gefühlt bekomme ich mehr zurück als ich gegeben habe.

  • beatrice sagt:

    Herr Tschannen, französisch ist ja gut, aber wenn, dann korrekt und zwar „de la saison“ und nicht „du saison“.
    aber wir kamen mit unseren 3 kindern auf das selbe resultat, finanziell gesehen sehr, sehr teuer, emotional einfach top, besonderes goodie die enkel! für uns hat es sich – trotz aller schlaflosen nächte – mehr als „ausgezahlt“.

  • Marianne Reifers sagt:

    Ich habe Kinder und sie waren nie einfach. Sie haben mich immer wieder aus schönen Ideen hinausgeworfen und mich in Frage gestellt. Ich musste auf Höhenflüge verzichten und mich mit dem mühsamen Alltag auseinandersetzen. Meine Kinder haben mich in vielem enttäuscht, das heisst, ich konnte mich nicht länger angenehmen Täuschungen hingeben. Zum Beispiel: Liebe und alles kommt von selbst gut. Ich habe geliebt und es kam nicht alles gut. Was ich damit sagen will: Ohne Kinder wäre ich vielleicht eine ideologisch Gläubige, die weiss, dass sie im Recht ist und dabei versteinert. Meinen Kindern verdanke ich meine Lebendigkeit. Das kann ich mit keinem Geld aufwägen!

  • Charly Locher sagt:

    Bezüglich Klimawandel sind Kinder klar ne Liability.

  • Claire sagt:

    Also ich würde 2020 definitiv nicht mehr geboren werden wollen. Nein danke!
    Bin 1960 geboren in das vermutlich goldenste Zeitalter der Menschheit. Konnte die ganze technologische und gesellschaftliche Entwicklung miterleben, da der Kapitalismus damals noch ein Konkurrenzsystem hatte und sich anstrengen musste war er menschenwürdiger. Erst ab Mitte der 80er Jahre als sich die Financilisation der Wirtschaft immer mehr durchsetzte, wurde die Welt zunehmend unsicherer für den Einzelnen. Sichere Lebensstellen gibts immer weniger, dafür mehr Zeit- und Leiharbeit oft in prekären Verhältnissen.
    Vom künftigen Klimawandel, Ende von Oel und Gas gar nicht zu sprechen, die ein heute geborener höchstwahrscheinlich miterleben wird. Pandemien wirds wohl auch noch einige geben..
    .
    *2020 – Nein Danke!

  • Anna sagt:

    Ich mag Kinder so ganz und gar nicht und will auch nie welche, aber deine Blogeinträge lese ich trotzdem. So guet! :’D

  • Paul Meier sagt:

    Wer eine Kostenrechnung für Kinder macht sollte nie Kinder haben. Der „Gewinn“ mit Kindern ist nicht in Franken und Rappen zu berechnen!!

    • Das könnte man bei anderen Anlagen natürlich auch sagen: „Uhh, so ein schönes Haus. Diese Architektur kann man nicht in Franken und Rappen berechnen.“ Oder: „So eine tolle Aktie, die Firma macht so feine Produkte, das kann man nicht in Franken und Rappen berechnen.“

      • Hans Meier sagt:

        Aber Kind sind keine Investitionsanlage. Was soll der Schwachsinn?

      • Herr Meier, was sollen Kinder denn sonst sein? Alleine das Ausschlussprinzip lässt wenig anderes zu: Kinder sind keine Konsumgüter, keine Rohstoffe, Betriebsstoffe oder Halbfabrikate … wobei, Halbfabrikate passt nicht schlecht. Ich glaub, Sie haben mich gleich.

  • Alois Weiss sagt:

    Wir sind zuviele (Menschen) auf diesem Planeten. Lasst es sein.

  • tststs sagt:

    Sorry, Leute, heute muss ich es Euch auf die Nase binden:
    Das ist das coole am Gotti/Tanti/Babysitter-Dasein:
    Sowohl auf der emotionalen als auch auf der materiellen Seite steht ein dickes, fettes Plus 😉

    (Und zwar weil auch „Geben“ sich immer anfühlt wie „Erhalten“)

  • tststs sagt:

    „Bei der Gegenüberstellung fällt auf, dass die Kosten vor allem monetär anfallen, die Rendite aber in Form von Emotionen überwiesen wird – als Gefühlsdividenden.“
    Aber auch nur, weil Sie die Tonnen von Selbstgebasteltem (ja auch diese haben einen monetären Wert) erfolgreich aus Ihrer Gedankenrechnung verdrängen 😉

    Und wenn dann noch die emotionalen Kosten der schlaflosen Nächte (die, die waren, und die, die da noch kommen mögen) mit einberechnet werden, ist die Trennlinie materiell-immateriell nicht mehr so trennscharf.

  • Laura sagt:

    Wow – der Schweizer Sinn für Humor und Ironie zeigt sich hier mal wieder ganz deutlich 😉 Es gibt wohl kein anderes Land auf der Welt, in dem man sich so gerne empört. Herr Tschannen, da haben sie aber einigen den Tag versüsst mit dieser Steilvorlage.

    • Hehe. Per E-Mail schrieb mir jemand: „Ist ein Kind wirklich vergleichbar mit einer Immobilie? Bitte, nochmals darüber nachdenken!“

      Solche Reaktionen freuen mich. Bleiben sie aus, war der Text zu offensichtlich nicht ernst gemeint.

  • Ruth Meyer sagt:

    Was mir meine Kinder und Enkel über die letzten 40 Jahre einbringen, ist permanente Weiterbildung und Weiterentwicklung. Ich lerne aus den Berufen und Hobbies meiner Nachkommen wöchentlich dazu. Und die vielen Gespräche mit meinen Kindern in Krisen- und Problemsituationen haben mir manche Psychotherapie-Stunde erspart und mein Nachdenken über mich selbst enorm gefördert. Wer will, kann sich mit Kindern bis ins hohe Alter gratis weiterentwickeln und weiterbilden.

  • Martin sagt:

    Als ich Ökonomie studierte war das noch bei den Sozialwissenschaften angesiedelt. Eine solche Rechnung anzustellen wäre niemandem in den Sinn gekommen.
    Mit dem heutigen libertären Mainstream, der Ökonomie als Naturwissenschaft versteht (was sie mangels entsprechender Konstanten nie sein kann), muss alles ‚rentieren‘. Dieser Beitrag zeigt, wie weit wir es mit der Ökonomisierung der gesamten Gesellschaft gebracht haben – und wie tief wir ethisch gefallen sind.

    Ich kann Sven nur voll zustimmen.

    • Lisa sagt:

      Abseits der Wissenschaft war diese Rechnung früher durchaus auch schon ein Thema. Aber eben nicht in wissenschaftlicher Sprechweise. Zu Zeiten hoher Kindersterblichkeit wollte die bäuerliche Gesellschaft eher mehr Kinder (einige starben eh), weil man sie auch als Arbeitskräfte auf dem Hof brauchte. Denn wirtschaftliches Denken war im wahrsten Sinne des Wortes überlebensnotwendig. Ich sehe das deutlich an meinem eigenen Stammbaum: Vor dreihundert Jahren immer weit über 10 Kinder, wovon dann vier oder fünf das Erwachsenenalter erreichten. Vor hundert Jahren „nur noch“ 6-8 Geburten, wovon „nur noch“ etwa zwei starben. Ob das immer so ethisch war, dass man sich auf das „richtige Mass“ einpendelte? Aber das sind heutige Sichtweisen. Früher nannte man es eher „Gott gewollt“.

  • Ruth sagt:

    Es geht sicher nicht ums rentieren ! Ehrlich, ich finde heutzutags sollte man keine Kinder mehr haben, oder dann es ist jemand zuhause der sich um sie Kindheit kümmert. Wenn nicht, sollte man es bleiben lassen. Ein Kind welches immer hin und her geschubst wird die ganze Woche und dann noch (im Falle einer Scheidung) jede zweite Woche zum Papi gehen müssen oder zur Mami, das geht doch nicht. Das ist doch keine Kindheit ?

    Die Kindheit sollte unbesorgt sein.

    Sonst keine Kinder. Man sieht ja den Effekt auf die heutige Jungend die immer alleine war und so mit den Kumpel war den ganzen Tag. Das gibt sicher nicht gutes.

    • Lisa sagt:

      Ja genau. Früher war alles besser… nein, war es nicht. Es war eine sehr kurze Zeitspanne im letzten Jahrhundert, in dem das heute „klassisch“ genannte Familienbild vorherrschte: Mama war daheim, Kinder durften sorglos spielen. Aber das war nicht immer so. Kinder war früher oft unbetreut oder mussten mitarbeiten oder wurden (in besser gestellten Haushalten) gedrillt. Ich bin selbst ein eher älteres Semester und habe eine recht unbekümmerte Kindheit erlebt. Aber wenn ich mir die Kinder heute anschaue: die sind auch glücklich, obwohl sie vieles anders erleben als ich damals. Und aus denen wird sicher auch was werden. Und zwar was Gutes.

      • Anh Toàn sagt:

        „Mama war daheim, Kinder durften sorglos spielen. “ Aber wenn Mama voller Sorgen und Ängste war, halt auch nicht.

        Wer sagt, dass es gut sei, wenn die Mutter ständig da ist? Als Kind hätte ich lieber etwas öfter den Vater statt der Mutter gehabt, die seltenen Tage, an denen die Mutter mal weg war, waren immer stressfrei.

      • Reincarnation of XY sagt:

        genau – erstens waren früher die Kinder trotz Hausfrauentum viel unbetreuter (heute ist das absolute Helikoptertum angesagt).

        2. Was soll diese Mutterverherrlichung?
        Unser Highlight der Kindheit war die Woche Skilager – nicht wegen dem Skifahren, sondern weil wir da einmal ganz OHNE Familie (Mutter) sein konnten.

        Sicher ging es vielen besser. Aber sämtliche meiner Freunde hatten ebenfalls nicht diese traute geborgene Kindheit – trotz Hausfraumutter.

        Wir haben allzu oft Bilder und Glaubenssätze im Kopf, welche mit der Realität oft herzlich wenig zu tun haben.

      • Lisa sagt:

        @Anh Toan und RoXY: Da ihr unter meinem Kommentar gepostet habt: Es war von mir eher plakativ gemeint, weil eben diese Zeit (ca. 1950-1980?) noch heute oft als Ideal angesehen wird. Aber natürlich war auch da nicht alles gut (auch bei mir nicht immer). Mir müsst ihr das nicht sagen 😉 Mir geht es einfach auf den Senkel, dass 1. diese EINE Variante von vielen noch immer als das Mass aller Dinge angesehen wird und 2. dass man der heutigen Kinder/Jugend-Generation nichts zutraut.

    • Synn sagt:

      Ach herrje Nebentöne in Texten sind nicht so Ihres oder?

    • tststs sagt:

      „Das ist doch keine Kindheit ?“

      Doch, und u.U. eine ganz glückliche. Ich wiederhole mich: Weihnachten dauerte bei uns fast eine ganze Woche, bis alle Christbäume auf Geschenke abgesucht waren.

    • Lisa sagt:

      Viele Kinder meiner Generation hatten trotz – oder wegen – traditioneller Familienstrukturen den Papi kaum gesehen. Damals längere Arbeitszeiten und wenn er dann abends heim kam, wollte er seine Ruhe von der anstrengenden Arbeit. Dann vielleicht doch lieber einen Papi, der sich alle zwei Wochen so richtig Zeit für sein Kind nimmt? Und warum eigentlich „jede zweite Woche zum Papi gehen MÜSSEN“, vielleicht ist es ja ein DÜRFEN?

    • 13 sagt:

      Es erstaunt und amüsiert mich in diesem Zusammenhang immer wieder, wenn ich lese, sie furchtbar meine Kindheit gewesen sein muss…Tagesmutter, dann 5 Tage pro Woche Kita, Tagesschule, dann Schlüsselkind und den halben Sommer bei den Grosseltern, weil die Eltern weniger Ferien hatten. Fürchterlich. Nur dass ich meine Kindheit als einfach toll in Erinnerung habe. Und meine Eltern trotz hohen Pensen als sehr präsent. Vielleicht sind daher solche Aussagen eher unter „was der Bauer nicht kennt…“ zu subsumieren?

  • Lina Peeterbach sagt:

    Herrlich! Nicht zu vergessen die Unmengen an Biomasse, die verwertet werden müssen, um aus einem Säugling einen erwachsenen Menschen zu machen. Falls einem mal keine Geschenkwünsche mehr einfallen: Familienpackungen Teigwaren sind immer eine gute Idee 😉

  • Sonusfaber sagt:

    Danke für die kurzweilige Lektüre! Für ein richtiges Fazit müsste man allerdings Jahrzehnte warten, hat es doch in manchen Menschenleben richtige Wenden zum Besseren bzw. zum Schlechteren.

  • Familien Finanzen im Griff sagt:

    @Sven, du hast vollkommen Recht.

    Kinder lohnen sich immer, trotz Stress und Ärger hat man soviel Freude mit ihnen, man kann es niemals in Geld aufwiegen!

    Man sollte aber immer seine Finanzen im Blick, damit man sich nicht übernimmt.
    Am besten, man nimmt die Finanzplanung schon bei Kinderwunsch in die Hand.

    Gruß Stefan

  • Msrianne sagt:

    Herrlich! Und im besten Sinne typisch Mann.
    Eine Mutter, deren Tochter vor einem halben Jahr ausgezogen ist (sie gab und gibt sehr viel mehr, als sie nimmt!).

  • Muttis Liebling sagt:

    Kinder hat man, damit die eigenen Gene auch nach dem Ableben noch präsent sind. Wie bei allem Wichtigen spielt das Geld bei dieser Erwägung keine Rolle. Im Gegensatz zu den Genen stellt Geld ja keinen Wert da. Geld ist neben Menschenleben (der anderen) das Einzige, woran man nicht sparen muss. Man kann es verschleudern und es wächst trotzdem in gleicher Qualität wieder nach, im Gegensatz zu den Genen.

    • Anh Toàn sagt:

      Meine Gene sind mir sowas von egal, ich glaube es gibt kein Lebewesen, dass bei Fortpflanzung an die Weitergabe von Genmaterial denkt.

      Und woher weiss ich eigentlich, ob meine Gene gut sind, wert, weiter gegeben zu werden? Ein Freund von mir hat mal vor langer Zeit gemeint, dass er falls überhaupt Kinder adoptieren vorziehen würde: Bei seinen eigenen sei die Gefahr zu gross, dass die werden wie er oder seine Geschwister.

      • tststs sagt:

        „ich glaube es gibt kein Lebewesen, dass bei Fortpflanzung an die Weitergabe von Genmaterial denkt.“
        Sie haben schon recht, DARÜBER nachdenken tut nichts und niemand; deshalb heisst es ja auch Fortpflanzungstrieb/-instinkt 😉

    • Lisbeth sagt:

      @ML : warum ? denken Sie ihre Genen seien kostbarer als die anderer Leute und müssten unbedingt weiter vererbt werden ?

  • Kilian Hefti sagt:

    Nun ja als Papa kann ich sagen…. Das Ergebnis ist soweit stimmig. Allerdings frage ich mich, ob nicht eben diese Rechnung das Problem unserer Zeit wiederspiegelt? Sind wir Individualisten so auf unseren eigenen Gewinn fixiert, dass man auch das Kinderhaben ausrechnen muss? Ist nicht eher das Elternsein die beste Schulung den Egoismus abzustellen?

    • Maura Hanley sagt:

      Einmal mehr ein herrlicher Kommentar, der allerdings nicht nur Schmunzeln hervorbringt, Herr Tschannen. Bin jetzt eine ältere Frau/Mutter/Grossmutter-manchmal gern, manchmal gestresst mit ‚meiner Superbande‘. Drei Söhne, ein paar Grosskinder-und schon immer war es ein spannender Prozess mit der Familie. Ja, sauteuer, Verzicht (oft bis es weh tat) und jetzt bin ich eine stolze Mamaleone, eine echt glückliche Nana, etc. Ja, es geht auf längere Sicht und rückwirkend gesehen in die Millionen. Und doch, so viel ‚Zinsen‘ erwirtschaftet. Ja, super Kommentar, danke.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Ja, der Blog ist natürlich witzig gemeint. Aber dies ist wirklich ein Problem unserer Gesellschaft. Den Kindern wird in der Schule vorgerechnet, wie viel Kinder kosten. Heute wird gelernt so zu denken!
      Und so wird gelebt. Babysitten, z.B., taten früher viele freiwillig, wollten kein Geld, weil sie es gern machten. Heute werden die Kinder von den eigenen Eltern dazu gedrillt, hohe Stundenansätze zu fordern, selbst wenn effektive Betreuung 1 h ist und man den Rest mit TV schauen oder Lernen verbringen kann.

      Überall hört man „antikapitalistes“ Bla bla bla (obwohl man nichts von Wirtschaft versteht), aber in der Realität ist man asozial aufs Geld fixiert.

      In diesem Sinne ist der Blog, obwohl lustig gemeint und gut geschrieben, leider nicht lustig.

      • Persönlich finde ich Eltern, die Kinder und Jugendliche für billige Kinderbetreuung ausnutzen, gieriger als Babysitter*innen, die den Wert ihrer Arbeit kennen und einfordern.

      • Röschu sagt:

        @RoXY
        „Überall hört man „antikapitalistes“ Bla bla bla (…), aber in der Realität ist man asozial aufs Geld fixiert.“
        Ich halte diese These für falsch.
        Rein Monetär betrachtet rentieren Kinder so gut wie nie. Das sieht man schon daran, dass bei solchen „Berechnungen“ auf der Einnahmen-Seite immer immaterielle Werte angefügt werden (müssen). Es muss daher an anderen Faktoren liegen, dass sich Menschen weiterhin fortpflanzen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        ach was, das ist eben diese Denke, welche jegliches soziale Erleben zunichte macht.

        Mein Junge wird den Hund von jmd hüten für ein paar Tage und kriegt dafür nicht ein Bruchteil unserer „Babysitterinnen“ von annodazumal (die praktisch nichts tun mussten)
        Ist das jetzt ausnutzen?
        er macht das gerne – er macht dabei wertvolle Erfahrungen.

        ökonomisiert man jegliche soziale Handlungen bekommen wir eine geldzentrierte asoziale Gesellschaft – und genau das fördern die heutigen Eltern
        Aber das ist typisch: man gibt sich sozial, findet aber dass soziales Engagement immer professionell entlönt werden soll.

      • Lisa sagt:

        Wann ist dieses „früher“? Mein erstes Babysitten (ausserhalb der Familie) war vor ziemlich genau 40 Jahren. Und ich bekam damals schon etwas Geld dafür. Gleichzeitig hatte ich aber auch schon damals ein unbezahltes Ehrenamt. Die beiden Systeme funktionierten gut nebeneinander her. Und klappt auch heute noch, wie ich bei den jungen Leuten meiner Familie sehe.

      • Anh Toàn sagt:

        „Den Kindern wird in der Schule vorgerechnet, wie viel Kinder kosten. Heute wird gelernt so zu denken!“

        In meiner Jugend sagten wir, ein Kind machen kostet so viel wie einen Porsche an die Wand fahren. (Kinder wurden teurer oder Porsches billiger, heute kostet es ein Aston Martin)

      • Roxy sagt:

        Lisa, mein Bub bekommt auch etwas Geld für seinen Hütedienst, aber nicht einen professionellen Stundenlohn.
        Er schaut nicht auf die Uhr und rechnet was er verdient. Sondern er freut sich an dem was er tut (1.!) und freut sich dass er noch ein bisschen kriegt.
        Genau dieses Gefühl gibt es nicht mehr. 1. Priorität ist Geld und der Dienst wird um des Geldes wegen gemacht.
        Ich erziehe meine Kinder nicht so. Und ich glaube nicht, dass sie deswegen „ausgenutzt“ werden. Für letzteres müssen sie lernen Grenzen zu setzen, nicht Beziehungen immer ökonomisch zu bewerten.

  • Anh Toàn sagt:

    Für wen lohnen sich Kinder, ist die richtige Frage:

    Kinderkriegen lohnt für Arme und zwar je mehr, umso eher: Denn die meisten der Kinder lohnen nicht, aber eines könne Superstar werden oder einen reichen Partner finden und dann ist die ganze Familie versorgt: Es geht um Markowitz (Streuung verbessert Risiko/Chancenverhältnis) und Kostolani: Kinder sind eigentlich Spekulation, nicht Investition, die Reichen dürfen spekulieren, die Mitte darf nicht (sie wird wahrscheinlich arm mit Kindern), die Armen müssen spekulieren, die haben nichts zu verlieren.

    Die Armen sind nicht arm, weil sie viele Kinder haben, sie haben (vernünftigerweise!) viele Kinder, weil jedes eine kleine Chance auf Überwindung der Armut ist.

    • Sonusfaber sagt:

      Ja, Kostolanys Weisheiten sind aber zum Teil schon etwas obsolet (jedenfalls in Bezug auf die Finanzmärkte) …

  • Sven sagt:

    Wer sich bei Kindern die Frage nach der Rendite stellt, der hätte besser keine.

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