Und wie gefährlich lebt Ihr Baby?

Unser Papablogger unterteilt Kleinkinder in drei Gefahrenkategorien – um zu empfehlen, wie kindersicher die Wohnung sein sollte.

Muss noch rasch die Welt entdecken: Frühe Mobilität und Gefahrentyp scheinen zusammenzuhängen. Foto: iStock

Beebers wird mobil. Noch hat er kein GA und keinen Führerschein, aber er krabbelt schon Strecken, die als Arbeitsweg kaum zumutbar wären. Zeit, die Wohnung babysicher umzurüsten – oder doch nicht? Es kommt drauf an. Nach meiner Einschätzung krabbeln, robben und rollen da draussen drei verschiedene Arten von Babys und Kleinkindern herum:

  1. Sören Sicher
    Lassen Sie das Samuraischwert bodennah hängen oder die Kettensäge im Leerlauf, wenn Sie kurz ins Bad verschwinden. Sören wird sich Messer, Abgründe, Porzellanvasen und knatternde Zweitaktmotoren aus sicherer Distanz anschauen. Robbt er doch einen Zentimeter näher, sagen Sie einfach «Sören, bitte!», und er weicht zwei Meter zurück. Spätestens, wenn Sie alle gefährlichen Ecken der Wohnung einmal mit ihm besprochen haben, kann dem Kind nichts mehr passieren.
  1. Nicola Neugier
    Jetzt ist umräumen, abkleben und vergittern angesagt: Nicola entdeckt die Welt! Stellen Sie den Nitroverdünner (oder Nicolaverdünner) vom Sideboard auf das oberste Regal des Bastelschranks und kaufen Sie 678 Steckdosenschutzkappen. Ja selber schuld, wollten Sie beim Umbau hier noch eine Dreifachsteckdose und hier und da und dort drüben auch eine. Da stecken Sie jetzt halt überall ein Plastikkäpplein drauf. Viel Spass übrigens, wenn Sie die Dinger wieder rauskriegen wollen. Haha. Machen Sie es sich dafür bei den Möbelecken einfach: Wenn Ihnen Ästhetik nicht so wichtig ist (wie die Hochverfügbarkeit von Steckdosen), dann gehen Sie einfach mit einer Kartusche Bauschaum durch die Wohnung und schlonzen auf Nicolas Kopfhöhe über jede Ecke einen Schaumschnodder.
  1. Dina Danger
    Wie die Eltern von Sören können Sie auf ein Gittertürchen oberhalb der Treppe verzichten. Warum? Es bringt eh nichts. Dina klettert drüber. «Aber wenn doch die Stäbe vertikal angeordnet sind, dann kann sie nicht …» Blablabla, vergessen Sie das. Dina wird ein Seil drüberwerfen und daran hochklettern – wenn sie nicht heimlich schon einen Raketenrucksack entwickelt hat. Vergessen Sie auch den Schubladenschutz, das Herdgitter oder die Schnittschutzhose von Husqvarna. Dina lässt sich nicht aufhalten, wenn sie mit dem Feuer spielt und Benzin riecht. Alles, was Sie als Eltern tun können, ist, das Kind ständig zu überwachen. Ihr Leben wird geprägt sein von: «Dina nein! Nein! Stopp! Oh Gott …» Mein Tipp: Engagieren Sie einen Sicherheitsdienst.

Die gefährlichste Situation überhaupt ist, wenn Sie zuerst einen Sören hatten und dann eine Dina. So ergeht es uns nämlich. Ich behaupte, es gibt einen Zusammenhang zwischen früher Mobilität und Gefahrentyp. Vermutlich nimmt das Bewegungszentrum im Kopf mancher Kinder schon in den ersten Monaten so viel Platz ein, das sich die Hirnwindung fürs Gefahrenbewusstsein gar nicht entwickeln kann.

Der Brecht lag mit 18 Monaten immer noch hauptsächlich längs am Boden. Wenn er irgendwo hinrobbte, dann sachte und mit grossem Bogen um die Kettensäge. Ausserdem lehnte er sich zum Sitzen nur an Wände ohne Steckdosen. Beebers ist jetzt sieben Monate alt. Als ich vorgestern die Küche betrat, stand er am Geschirrspüler und sortierte die Messer in der obersten Schublade nach Geschmacksrichtung. Die Kettensäge lagere ich inzwischen in einem Bankschliessfach, bevor Beebers noch einmal versucht, die Holzstäbe am Babybett zu fällen.

PS.: Dieser Beitrag ist nicht von Husqvarna gesponsert (leider).

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