«Ist doch super, wenn Jungs mit Puppen spielen»

Autor Nils Pickert schreibt in seinem neuen Buch «Prinzessinnen-Jungs» darüber, wie er seine Söhne aus der Geschlechterfalle befreit. Was sind seine wichtigsten Tipps? Wir haben nachgefragt.

Fürsorge steht auch Jungs gut ins Gesicht: Ein Knabe kuschelt sich an seine Puppe. Foto: Getty Images

Nils, du hast für unsere Jungs ein Buch geschrieben, weil es besonders schlecht um sie bestellt sei. Warum lassen wir deiner Meinung nach unsere Söhne derart hängen?
Ich bin ja nicht der Erste, der das erkennt. Seit gut einem Jahrzehnt stellen Sozialwissenschaftlerinnen und Forscher fest, dass Knaben immer mehr abgehängt werden. Dann fallen solche Begriffe wie «Bildungsverlierer» oder «das eigentlich schwache Geschlecht». Das wird mitunter an schlechter werdenden schulischen Leistungen festgemacht, an Gewalttaten oder daran, wer häufiger aus dem Studium aussteigt. Ich folge dieser Analyse, dass es schlechter um unsere Jungs bestellt ist als noch vor zwanzig Jahren, ziehe daraus aber andere Schlüsse.

Und welche?
Die meisten Stimmen, die ich gehört und gelesen habe, gehen davon aus, dass wir Buben nicht mehr Buben sein lassen, weil wir die Welt aufgeweicht haben. Weil wir nur noch verlangen, dass Kinder nett zueinander sind, stillsitzen und leise sind. Dabei müssen doch Jungs laut sein und wild. Ich finde, es spricht überhaupt nichts dagegen, dass Jungs laut sind und wild. Und ja, wir müssen dafür bestimmt auch Räume schaffen. Aber erstens hat das nichts mit dem Geschlecht zu tun. Und zweitens lassen wir Jungs schon sehr, sehr lange nicht sich selbst sein. Im Gegenteil: Wenn es etwa darum geht, dass Jungs weich sein wollen, Lust an Verschönerung haben, Glitzer toll finden oder das Bedürfnis nach Trost, Wärme und Nähe verspüren, dann sagen wir: Ne, is nicht!

«Männlichkeit ist kein Auftrag, den ich zu erfüllen habe»: Nils Pickert, Papablogger und Buchautor.

Scrollt man sich allerdings durch soziale Medien wie Instagram und Co. oder schaut Serien auf Netflix, bekommt man den Eindruck, dass Diversität gross geschrieben wird: dass Mädchen, Knaben und auch Transgender so sein können, wie sie sind. Täuscht dieser Eindruck?
Wir haben in den vergangenen Jahren tatsächlich ein paar Fortschritte gemacht – ich habe also durchaus Hoffnung. Gerade bei der jüngeren Generation von Erwachsenen ist einiges im Tun. Trotzdem glaube ich, dass wir noch nicht mal bei der Hälfte der Strecke angelangt sind. Das lässt sich an ganz vielen Stereotypen festmachen. Manches, was Buben in einem entsprechenden Alter gern tun würden, ist leider immer noch nicht möglich. Oder wann hast du zum letzten Mal Jungs im Alter zwischen 15 und 17 Jahren gesehen, die Hände haltend über einen Platz laufen?

Das kommt so gut wie nie vor.
Genau. Und wenn doch, dann bekommen sie Dinge wie «Ihr Schwuchteln!» zu hören. Denn Schwulsein wird ja immer noch mit Verweichlichung gleichgesetzt – was gesellschaftlich gesehen bestraft wird.

Sollten wir die Kategorie Geschlecht nicht am besten ganz auflösen? Du vertrittst ja die Ansicht, dass eine schwangere Frau die Frage nach dem Geschlecht des Ungeborenen unbeantwortet lassen soll.
Natürlich kann man die Frage nach dem Geschlecht beantworten, aber was ist damit gewonnen? Dann muss man damit rechnen, dass sich Grosseltern und Tanten am Klischeekarussell bedienen und Erstausstattungszeug in Rosa und Hellblau kaufen. Meine Lebenskomplizin und ich wollten das bewusst umgehen und haben unseren ungeborenen Kindern deshalb geschlechtsneutrale Namen gegeben. Letztlich möchte ich aber eines betonen: Es geht mir in meinem Buch nicht darum, über Geschlechtsneutralität zu schreiben. Die gibt es nämlich nicht! Ich will meinen Kindern also nicht vorenthalten, dass sie ein Geschlecht haben.

Sondern?
Ich will klarstellen, dass Dinge, Farben, Tätigkeiten, Gefühle kein Geschlecht haben. Ich will, dass meine Kinder nicht dazu aufgefordert werden, sich nicht an diesen vermeintlich geschlechterspezifischen Kategorien zu beweisen. Geschlecht ist eine Realität. Aber gleichzeitig werden daran Dinge festgemacht, von denen wir glauben, dass sie unsere Identität bestimmen. Obwohl – und das merke ich auch immer wieder in Gesprächen in meinem Umfeld – doch über Biografien, Religion oder auch Hobbys genauso viele oder sogar mehr Gemeinsamkeiten oder Ausschlüsse entstehen.

«Wir Männer müssen uns fragen, welches Bild von Männlichkeit uns guttut.»

Trotzdem wird das genitale Geschlecht im Alltag immer noch sehr betont. Das sieht man an Spielsachen, an Frisuren und Kleidung der Kinder. Warum scheint eine Mehrdeutigkeit hinsichtlich des Geschlechts eines Kindes für viele Eltern so schlecht aushaltbar zu sein?
Weil dahinter eine Form von sozialem Druck steht. Und weil es eben immer noch ein Kriterium ist, an dem sich ganz viel Zuweisung festmacht. Nicht umsonst gibt es solche Erfindungen wie «Girlie Glue», die von einer amerikanischen Unternehmerin entwickelt wurde. Diese Frau hat es scheinbar nicht ausgehalten, dass ihre Babytochter kaum Haare auf dem Kopf hatte und deshalb als Knabe identifiziert wurde. Grund genug für sie, einen biologisch abbaubaren Klebstoff zu entwickeln, damit eine Schleife im Babyhaar angebracht werden konnte. Damit war wirklich allen klar, dass es sich um ein Mädchen handelt. Der soziale Druck hinsichtlich einer Mehrdeutigkeit des Geschlechts scheint derart schmerzvoll zu sein, dass eine Form von Unbehagen ausgelöst wird.

Du hast versucht, diesen sozialen Druck zu durchbrechen, als dein Sohn Röcke tragen wollte, und dir selbst einen übergezogen. Ihr wurdet auf der Strasse wahlweise als Schwuchteln, Mädchen oder Missgeburt beschimpft. Woher kommt diese Aggression?
Die kam vorwiegend von jungen Männern. Was daran liegt, dass die eigene geschlechtliche Identität eben dieser Jungs leider genauso erzeugt wird. Denn Männlichkeit wird nicht nur kompetitiv vermittelt, sondern auch als eine Art Verschwörungstheorie. Das bedeutet: Man unterstellt dem anderen ständig, dass er nicht so männlich ist wie man selbst. Mit dem Ziel, dass sich die Finger nicht auf einen selbst richten.

Es gibt viele Stimmen, die dafür plädieren, endlich wieder etwas für die Männlichkeit zu tun. Du drehst die Frage um: Männer sollten sich fragen, was die Männlichkeit für sie tut – wie ist das zu verstehen?
Männlichkeit ist kein Auftrag, den ich zu erfüllen habe. Es gibt dementsprechend nichts, was ich tun muss, um als Mann zu gelten. Sondern alles, was ich tue, ist männlich: Ob ich einen Mann küsse oder eine Frau, jemanden ins Gesicht schlage oder streichle – komplett egal. Ich bin ein Mann, und was ich tue, ist somit männlich. Und alles, was eine Frau tut, ist dementsprechend weiblich. Es sollte keine Anforderungen als Mann geben, die ich erfüllen muss. Nicht in meinem Wollen, in meinem Begehren und auch nicht in meinem Glauben, Wünschen und Tun. Darum ist die Frage falsch gestellt. Wir Männer müssen uns vielmehr fragen, welches Bild von Männlichkeit uns guttut. Was wollen wir vermitteln, erzählen und unseren Söhnen und Töchtern auf den Weg geben?

«Reden wir unseren Jungs bitte nicht ein, dass Kümmern, Pflegen und Trösten ihnen schlecht zu Gesicht stünde.»

Kommt Vätern in dieser Hinsicht also eine spezielle Rolle zu?
Alle müssen mithelfen. Aber ja, Väter haben tatsächlich eine Schlüsselfunktion in dieser Angelegenheit. Dafür sprechen auch die Statistiken. Ich kenne persönlich viele Frauen, die sich sehr viele Mühe geben, ihre Kinder geschlechtergerecht zu erziehen. Die meisten Väter hingegen stehen der Sache eher gleichgültig oder indifferent gegenüber. Gerade wenn die Knaben aber im Alter von zwölf, dreizehn Jahren und älter sind, kommt es darauf an, wie Väter in gewissen Situationen reagieren. Welche Kommentare sie etwa über die Klamotten ihrer Söhne machen. Oder ob sie es genauso goutieren, wenn der Sohn sich zum Ballett anmeldet anstatt zum Boxtraining. Beides sollte gleichermassen gefeiert werden – schliesslich handelt es sich ja um Sportarten, für die man krass viel können muss. Das ist manchmal viel verlangt, ich weiss, schliesslich spreche ich in diesem Buch ja auch von mir und weiss, dass gewisse Dinge sehr weit von dem entfernt sind, wie ich selbst aufgewachsen bin.

Wagen wir eine Prognose: Wie lange müssen wir noch warten, bis Kitas die Väter anrufen, wenn das Kind krank ist? Oder darauf, dass ein Vater beim Bewerbungsgespräch gefragt wird, wie er sich denn zu Hause mit den Kindern organisiert, um den Job machen zu können?
Zwanzig Jahre vielleicht. Aber anstatt eine Zielangabe zu machen, sollten wir alle tun, was wir können. Und damit meine ich nicht unbedingt einen Rock anziehen. Vielleicht verbietet man dem Sohn, von Schwuchteln und Schlampen zu sprechen. Oder setzt sich dafür ein, dass er beim Unterricht mit langen, offenen Haaren erscheinen darf. Letztlich wünsche ich mir aber vor allem eines: dass die Leute Abstand davon nehmen, Dingen und Beschäftigungen ein Geschlecht zu geben, und Kinder endlich so sehen, wie sie sind. Ist doch super, wenn ein Knabe gern mit Puppen spielt oder sich in Kommunikation und Problemlösungsstrategien übt. Genauso, wie wenn er kicken geht. Ich will ja Eigenschaften, die wir klassischerweise Jungs zuschreiben, nicht schlechtreden. Jungs sollen kicken gehen, sich messen und dreckig machen. Aber reden wir unseren Jungs bitte nicht ein, dass Kümmern, Pflegen und Trösten ihnen schlecht zu Gesicht stünde. Das Gegenteil ist wahr – spätestens jetzt sollten das alle erkennen.

Prinzessinnen-Jungs. Wie wir unsere Söhne aus der Geschlechterfalle befreien. Nils Pickert. Beltz-Verlag, 2020, u.a. bei Exlibris.ch

157 Kommentare zu ««Ist doch super, wenn Jungs mit Puppen spielen»»

  • Catarina sagt:

    Vielen Dank Herr Pickert! Ihre klugen Gedanken und Ausführungen lassen mich daran glauben, dass ich doch nicht im falschen Jahrhundert geboren bin.

  • Pierre Stanski sagt:

    Das Beste an den Kindern der Gender-Relativisten: Sie werden bald dem Klub der 40% beitreten und das Problem löst sich von selbst.

    • Vierauge sagt:

      was sind denn Gender-Relativisten? Leute wie Herr Pickert, oder die, die den Kindern von vorneherein relativ viele ihrer Möglichkeiten verbauen?
      Und was ist der „Club der 40%“?

  • René Wenger sagt:

    Auch ich habe gern mit Puppen gespielt. Allerdings mit solchen aus Fleisch und Blut.

  • Amman sagt:

    Das ist das schlauste zum Thema Gender, das ich seit langem gelesen habe.

  • Erwin Villiger sagt:

    Ich habe das immer anders empfunden. Ich als Mensch musste mich gegenüber gewissen Mitmenschen emanzipieren, egal ob Mann oder Frau. Kam ich neu in eine Gruppe, sei es privat oder geschäftlich, fing sehr bald die Zuordnung in der internen Hierarchie an. Wer kann wem übers Maul fahren, wem wird zugehört, wem nicht, wer wird beachtet,wer nicht. Das spielt sich unabhängig von Mann /Frau ab. Das lief schon in den alten gesellschaftlichen Schablonen, aber jeder und jede mit ihren Möglichkeiten. Gegen dieses gesteuert Werden, müssen wir uns wehren und da ist man als Mann genauso den möchtegern Königen und Königinnen ausgesetzt,wie als Frau. Sich behaupten, aber nicht dominieren, gilt für alle. Das kann sogar Verzicht auf Karriere bedeuten.

  • Sandro Paps sagt:

    Ich beziehe mich jetzt speziell auf den letzten Kommentar betreffend der Zukunftsprognose:
    Es kommt doch ganz darauf an, wie sich der Vater selbst verhällt und wie er sich für seine Kinder einsetzt.. Bei uns ruft die KITA mich an, wenn mein Sohn krank ist, da ich meine Nummer hinterlegt habe und ich genauso oft mein Kind in der KITA abholen gehe, wie meine Frau. Das funktioniert, auch wenn ich 100% arbeiten muss.. WIRKLICH!!! Ausserdem arbeite ich 1 Tag von Zuhause aus und auch das funktioniert.. (gut, ich habe einen Bürojob..) Da musste ich meinem Arbeitgeber auch erst erklären, wie ich das bewärkstelligen möchte und es dann nachher auch beweisen.

    • seidenspinner sagt:

      Mein Mann bringt unser Kind in die Kita und holt es von der Kita. Immer. Trotzdem ruft die Kita mich an wenn es um eine Planung etc geht.

      • Sportpapi sagt:

        Interessant. Warum hat die Kita denn Ihre Nummer?
        Ich kenne mich da ja nicht aus. Aber bei allen Schulklassen durften wir selber angeben, welche Nummer als Kontakt eingetragen wird.

  • Thomas Baumann sagt:

    Die Frage ist, warum Mensch denn Kinder hat? Also, ich würde am liebsten mit den Kindern Fussball spielen – egal, ob es Mädchen oder Jungs sind. Puppen sind nicht so mein Ding. Aber wenn die Kinder mit Puppen spielen wollen (es kann ja auch mal regnen), dann ist es mir grundsätzlich egal, ob es das Mädchen oder der Junge ist. Eltern sollten das mit den Kindern machen, worauf sie Lust haben und sich nicht als Pädagogen gebärden.

  • Niklas Meier sagt:

    Welche Qualifikationen muss man eigentlich mitbringen um als „Fachperson“ anerkannt zu werden? Rock anziehen und mit eigenen Kindern rumlaufen? Oder reicht „freischaffender Autor“ dazu aus?
    Herr Pickert beschränkt sich doch mehrheitlich (oder legt er da zwischen Mamablog und Buch einen Quantensprung hin?) darauf, jegliche Kritik an der feministischen Diversitätslehre mit Beispielen aus seinem Alltag, die er grandios gemeistert hat, als nichtig zu bewerten, oder grundsätzlich zu negieren.

    • Muttis Liebling sagt:

      ‚Fachperson‘ ist wie ‚Lehrperson‘ kein Qualifikation, sondern ein personenbezogener Bezeichner. Fach- und Lehrperson kann jeder ohne jede Ausbildung sein, weil ja jeder Person ist. Die Regeln der Bildung von Nominalcomposita im Deutschen besagen, AB ist ein durch A näher bestimmtes B. AB ist nicht gleich BA, wie z.B. im Russischen. Mit einem Wort, eine Fachperson ist keine Person von Fach, eine Lehrperson ist kein ausgebildeter Lehrer.

      • tststs sagt:

        Fast 😉
        Eine Fachperson ist eine Person des Fachs und darf dementsprechend auch als Person VOM Fach bezeichnet werden. Hingegen ist eine Person der Lehre/des Lehrens tatsächlich nicht das genau gleiche wie ein Lehrer.

      • Thomas Baumann sagt:

        Die Begriffe Fachperson und Expertin/-e werden oft synonym verwendet. Der Begriff Fachperson hat dabei den Vorteil, dass er geschlechtsneutral bzw. sogar feminin ist.
        Eine Expertin – die männliche Form ist mit gemeint – ist im Journalismus oft eine Journalistin, welche von einer Mitarbeiterin desselben Mediums befragt wird. (SRF hat das perfektioniert.)

  • tststs sagt:

    Ich kann dies – leider – aus meinem Umfeld nach wie vor bestätigen:
    Mädchen werden (eher) generalistisch erzogen, während Jungs meist noch zu Jungs erzogen werden.

    • Muttis Liebling sagt:

      In dem Fall werden Mädchen fehlerzogen. Das deckt sich aber nicht mit meinen Beobachtungen. Es wird zwar betont genderneutral, aber doch deutlich geschlechtsbezogen erzogen. Anderes kann ich mir praktisch auch überhaupt nicht vorstellen.

    • Martin Frey sagt:

      Gegenfrage, tststs (falls dem wirklich so sein sollte):
      Welcher von beiden ist nun die diskriminierte Person?

      • tststs sagt:

        Ich würde jetzt noch nicht das D-Wort nehmen, aber eine Ungleichbehandlung ist es sicher. Und diejenigen, die benachteiligt werden sind die Jungs, ohgottganzklar, die Jungs.
        Ich versuche zu verstehen, auf was Sie hinaus wollen. Es kann doch nur derjenige im Vorteil sein, der umfassender ausgebildet wird.

    • Sportpapi sagt:

      @tststs: Wie muss man sich das vorstellen? Sind die Mädchen heute keine Mädchen mehr?

      • tststs sagt:

        Dochdoch, SP, aber sie sind auch Jungs, Menschen und alles dazwischen.

        Natürlich gibt es auch noch Eltern, die klassische Mädchen erziehen. Aber wann haben Sie das letzte Mal vernommen, dass ein Mädchen nicht in den Fussballverein durfte? Oder die Haare abschneiden? Oder ein Töffli reparieren. Oder wann haben Sie das letzte Mal gehört: Deine Sache ist Hausfrau und Mutter?

        Es ist doch so: Mädchen/Frauen erobern“Männerdomänen“ in einer Selbstverständlichkeit, die wirklich herrlich zum beobachten ist. Wenn Jungs/Knaben in „Frauendomänen“ vorstossen…muss ich wirklich weiterschreiben?

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: All das habe ich noch nie vernommen. Aber auch noch nie, dass Jungs nichts ins Ballett durften oder ähnlich.
        Und ich leite seit Jahren gemischte Sportgruppen, teilweise habe ich auch reine Frauengruppen geleitet. Die unterscheiden sich nach wie vor massiv von Männergruppen. Und nach wie vor gilt es ab einem gewissen Alter als unweiblich, sich anzustrengen, gar ambitioniert zu trainieren. Und ist man mal nicht die beste, ist es bereits „peinlich“.
        In welche Frauendomänen im Sport sollen denn die Männer vorstossen? Und warum? Und in welche Männerdomänen sind Frauen „selbstverständlich“ vorgestossen und heute ähnlich präsent wie die Männer?

  • Maike sagt:

    Nach wie vor leben wir in einem Patriarchat. Frauen dürfen in allem gerne so sein wie Männer – aber umgekehrt geht garnicht ! Oder ist es in unser Gesellschaft schon angekommen, das Männer sich die Fingernägel lackieren ??? Zuhause in den eigenen 4 Wänden geht bei Kindern alles – da können auch Jungs gerne mal den Rock der Schwester ausprobiren. Da setzten wie Eltern die Masstäbe. Draussen vor der Tür ist die Welt aber eine ganz andere. Billy Elliot lässt grüssen.
    Alles was wir machen können ist unsere Kinder in dem was sie tun, was sie sein wollen zu bestärken.
    Und um den Kritikern gleich den Wind aus den Kommentaren zu nehmen, alles im Rahmen unserer Gesellschaft natürlich. Ich werde sie zb. natürlich nicht bestärken, wenn sie anfangen, Dinge zu stehlen etc.

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      „Nach wie vor leben wir in einem Patriarchat“….

      Solange die sogenannten emanzipierten Frauen nur Rosinen picken wollen, wird das so bleiben. Quoten in Teppichetagen zu fordern wäre nur dann emanzipiert, wenn Mütter ihre Töchter ebenso dazu ermuntern würden Militärdienst zu leisten und Sanitär, Maurer, Maler und Spengler zu werden, aber eben: für emanzipierte Frauen sind Buben/Männer mehr und mehr zum minderwertigen Nebenprodukt verkommen. Für die schwere Drecksarbeit gut genug, aber ansonsten sollen sie den Rand halten und Busse tun, für die letzten 50’000 Jahre Unterdrückung der Frau.

      Oder aber sie müssen verweiblichen, wohingegen so ein Hausmann ja nicht lange attraktiv ist, entsorgt wird und dann ebenfalls den Mund zu halten hat.

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      Teil 2

      Emanzipation sieht bei ganz vielen emanzipierten Frauen so aus, dass Frauen die Wahl haben sollen, aber Männer wie bis anhin einfach nur TUN MÜSSEN.

      • tststs sagt:

        Das ist nicht Emanzipation, das ist dumm.

        Und nur weil jemand sich ein Schild umhängt, stimmt es nicht automatisch.

        Deshalb noch ein Aber:
        „für emanzipierte Frauen sind Buben/Männer mehr und mehr zum minderwertigen Nebenprodukt verkommen“
        Das stimmt doch nicht. Ob man andere Menschen minderwertig behandelt ist doch keine Frage von Emanzipation. Und wenn man nur ein Geschlecht schlecht behandelt, ist das Sexismus; und auch dieser kann sowohl von emanzipierten als auch unemanzipierten Menschen kommen.

      • Peter S. Grat sagt:

        @ Tamar

        Als Mann musste ich nichts tun müssen. Alles was ich gemacht habe (Familie, Beruf, Pensum, Hobby, Sport) war selbst bestimmt.

        Klar sollen Frauen die Wahl haben, was denn sonst? Aber die haben die Männer auch.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Peter S Grat

        Nein. Frauen wollen keine Häuser bauen, keine Heizungen montieren, keinen Militärdienst leisten, keinen Zivildienst leisten. Also müssen das Männer. Wenn nicht Sie, dann halt andere Männer. Frauen jedenfalls tun das nur in Ausnahmefällen. Zb pro 800 männliche Rekruten, 2!!!!!! Frauen Bei Maurern, Heizungsmonteuren ect ist die Frauenquote ähnlich hoch.

      • tststs sagt:

        Wollen Sie diese Rechnung wirklich machen, TvS?
        Okeeee.
        Sie haben die Wahl: 40 Kilo Ausrüstung durch den Dreck schleppen, oder einem 80-Kilöner den Dreck vom Füdli putzen.

        Beides ist Kacke und ob das eine oder das andere härter ist, liegt immer noch im Auge des Betrachters.

      • Peter S. Grat sagt:

        Werden denn Männer dazu gezwungen, Häuser zu bauen, Heizungen zu montieren? Werden Frauen dazu gezwungen, in die Pflege zu gehen? Sie tun gerade zu so, als ob Männer in der CH bezüglich berufswahl der Leibeigenschaft unterworfen wären.

        Zudem haben Sie meine Frage nicht beantwortet: warum sollen Frauen nicht wählen dürfen?

        Bezüglich Militär: wie hier schon mal vor kurzem länger und leider etwas unfruchtbar diskutiert wurde: ist halt ein Verfassungsauftrag und die Bundesverfassung steht (zum Glück) über persönlichen Empfindungen. Die Verfassung kann man/frau in der CH übrigens relativ einfach ändern – steht Ihnen ja auch frei. Für mich war mein Militärdienst immer auch ein Dienst an unserer Gesellschaft- von daher habe ich es gerne gemacht und es irgendwie auch als „Ehre“ betrachtet.

      • Sportpapi sagt:

        @Peter S. Grat: Ja, die unfruchtbare Diskussion hatten wir schon. Ist nun mal so, dass eine Diskriminierung auch in der Verfassung stehen kann. Und weil es auch gleicher Stufe wie das Diskriminierungsverbot ist, kann man nicht einmal dagegen vorgehen.
        Ich zahle übrigens auch gerne Steuern, weil dies immer auch ein Zeichen dafür ist, dass ich anständig verdient habe. Und weil ich den Gegenwert sehe, z.B. die tolle Schule in meiner Gemeinde.
        Aber wenn nur Männer Steuern zahlen müssten, oder von mir aus nur Blonde, oder nur Menschen über 1.80m, würde mich das auch ärgern. Und es wäre unzweifelhaft Diskriminierung, wie es der Militärdienst auch ist. Egal, ob man ihn gerne leistet oder nicht.

      • Peter S. Grat sagt:

        Klar kann man dagegen vorgehen. Was macht den die GSOA, die SP und die Grünen seit Jahren?

        Und nein, es ist keine Diskrimierung. Schlagen Sie den Begriff mal nach.

        Es ist und bleibt in der CH eine Bürgerpflicht.

        Ihr Beispiel mit den Steuern ist ziemlich schräg. Es ist im Gegenteil gerade ein Beispiel, dass der Staat nicht alle gleich behandelen kann – und trotzdem nicht diskriminierend ist.

      • Sportpapi sagt:

        @Peter Grat: Nach Wiki: „Diskriminierung bezeichnet eine Benachteiligung oder Herabwürdigung von Gruppen oder einzelnen Personen nach Maßgabe bestimmter Wertvorstellungen oder aufgrund unreflektierter, z. T. auch unbewusster Einstellungen, Vorurteile oder emotionaler Assoziationen.“
        Voila. Militärdienst nur für Männer ist nach dieser Definition unzweifelhaft Diskriminierung. Basierend auf veralteten Rollenbildern.
        „Was macht den die GSOA, die SP und die Grünen seit Jahren?“ Sich dafür einsetzen, dass auch Frauen Dienst leisten müssen? Eher nicht! Gerichtliche Beurteilungen kritisieren? Eher nicht.
        Was am Steuerbeispiel schräg sein soll, weiss ich nicht. Im Gegenteil.

      • Peter S. Grat sagt:

        Ich denke, Sie missverstehen die Definition gemäss Wiki etwas. Erstens machen Männer in der CH keinen Militärdienst aus weltanschaulichen Gründen oder um sie herabzuwürdigen, sondern weil sie gemäss Bundesgericht aus „physiologischen und biologischen Gründen“ besser geeignet sind. Und eine Benachteiligung vermag ich auch nicht erkennen. Für mich z.B. hatte der Militärdienst nur Vorteile.
        Die GSOA, SP und Grüne wollen die Wehrpflicht abschaffen. Bislang hatte sie keine Mehrheit, aber man kann was tun wenn man will.
        Steuern: ein Paradebeispiel für Ungleichbehandlung: Unternehmer können ihre Steuern dermassen optimieren, dass sie viel weniger Zahlen als jemand mit Lohnausweis. Reiche machen Steuerdeals. Unterschicht zahlt gar keine Steuern. Ungleichbehandlung? Ja. Diskrimierung? Nein.

      • Peter S. Grat sagt:

        Ungleichbehandlungen gibt es viele in der CH, aber es ist etwas schwierig, ein Staatswesen ohne zu organisieren, nicht? Aber das ist ja nicht dasselbe wie Diskriminierung. Ich denke, es lohnt sich, dass Sie die Definition nochmals in Ruhe reflektieren.
        Die letzten Diskriminierungen in der CH waren die administrativen Wegsperrungen, die Aktion Kinder der Landstrasse und der Umgang mit Verdingkindern. Da reden wir von Diskriminierung bestimmter Personengruppen aufgrund von Weltanschauung. Diese dunklen Zeiten sind gottlob vorbei, was den Betroffenen natürlich nicht nützt. Solches Leid mit dem Militärdienst in der Ch zu vergleichen ist fast etwas zynisch, nicht?
        Wenn schon wäre der Militärdienst diskriminierend, dass nicht alle zugelassen sind.

      • Peter S. Grat sagt:

        Ungleichbehandlungen gibt es sehr viele.

        Klar, das Scheidungsrecht. Aber auch das Steuerrecht (warum zahlen Basler, Genfer etc) bis zu doppelt so viel Steuern wie Zuger), OeV (Billetverbilligungen nur für bestimmte Personengruppen), Krankenkassenbeiträge, Bildungswesen (unterschiedliche kantonale Maturitätsquoten) etcetc.

        Aber das sind alles keine Diskriminierungen, gerade nicht nach der von Ihnen verwendeten Definition. Lesen Sie sie nochmals in Ruhe durch!

        Klar, es ist verlockend Diskriminierung zu schreien, wenn einem etwas nicht passt, z.B. weil der Sohn in der Schule nicht reüssiert.

        Das ist aber nicht zielführend und führt letztendlich das gesellschaftliche Leben ad absurdum.

    • Sportpapi sagt:

      @Maike: Warum Mädchen (oder Frauen) sich Nägel anmalen entgeht mir ganz. Warum soll ein Junge das tun? Warum soll ein Junge ein unpraktisches Prinzessinnenkostüm anziehen? Ich würde es schon bei meiner Tochter schlimm finden.
      Vielleicht ist es eben sinnvoll, wenn Mädchen sich so anziehen, dass sie sich auch bewegen, dass sie auch arbeiten können?

    • Thomas Baumann sagt:

      Hm, also werden nur Männer, aber keine Frauen vom Patriarchat (allenfalls) diskriminiert, wenn ich richtig verstanden habe. Denn Frauen dürfen ja alles (alle Rollen spielen), Männer hingegen nicht.

      • tststs sagt:

        Sorry, Th. Baumann, muss mich einmischen:
        Genau, das Patriarchat diskriminiert Menschen, weil es Männer und Frauen in Rollen zwingt. Frauen haben sich z.T. emanzipiert und bestimmen ihre Rolle jetzt selber (und da darf auch die Rolle der Hausfrau und Mutter gewählt werden!). Viele Männer haben diesen Schritt vergessen mitzumachen und sind jetzt immer noch in der fremdauferlegten Rolle des Ernährers (um es mal plakativ runterzubrechen) gefangen.

      • Thomas Baumann sagt:

        Klar, das Patriarchat diskriminiert – weil es existiert. Hätten wir stattdessen ein Matriarchat, dann würde sämtliche Diskriminierung auf sein Konto gehen.
        Einmischung ist immer erwünscht. Also kein Sorry notwendig.
        Und meine Frage hat sich mittlerweile beantwortet. Maike meinte es offenbar tatsächlich so.
        Die Rolle des Ernährers kann durch Rollenmuster, aber „dank“ des neuen Unterhaltsrechts auch durch die Kindsmutter fremdbestimmt werden. Dies noch zur Präzisierung.

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Egal wie man es nennt, aber in der Gesellschaft gibt es immer Erwartungshaltungen, um mal nicht von Rollen zu sprechen. Diese sind in der Regel Abbild der gelebten Realität, und diese wiederum kann ja durchaus einen biologischen Hintergrund haben.
        Die heute gelebten Rollen sind ja nicht das Resultat einer männlichen Verschwörung, und irgendwo in einem stillen Kämmerlein völlig willkürlich festgelegt worden.
        Bleibt noch die Frage, wie viel Zwang denn hinter diesen Rollen steckt. Und da wundere ich mich regelmässig, wie Frauen, die alles durchschauen, und vorgeben, entschlossen ihren Weg zu geben, ständig diesen Rollen die Schuld geben, warum sie doch nicht können, was sie angeblich wollen.
        Männer klagen nicht über ihre Rolle, sondern die fehlende Wertschätzung.

  • Susanne hofer sagt:

    Vielen Dank für diesen Blog. Es tut gut, jemanden zu hören, dem es nicht nur darum gehen muss, die eigene Männlichkeitsfassade zu verteidigen.
    Und es ist wichtig, diesen männlichen, weiblichen, kindlichen Menschen zuzuhören. Für uns alle.

  • beat graf sagt:

    Meine Frau arbeitet in einem Kinderhort von Babys bis anfangs Kindergarten… Die Kleinen können spielen womit sie wollen und mit wem sie wollen. Mädchen kleiden und verkleiden sich gerne als Fee oder eben als Prinzessin mit entsprechender Schminke und Jungs gehen lieber auf die vorhandene Burg und spielen Ritter… Auch beim gemeinsamen Malen und Zeichen sind bei Jungs eher Autos auf dem Blatt und bei Mädchen „Personen“… Liegt halt doch in uns drin „Frau und Mann“. Psychologen und „Kinderkenner“ hin oder her.

    • tststs sagt:

      Nehmen Sie einen Transformer und malen Sie in bunt und mit Glitzerfarbe an und einen anderen lassen sie so, wie er ist (einen gelben Bumbelbee oder einen rot/blauen Optimusprime, jenachdem ob wir im YB- oder im Basel-Land sind). Die allerallerallermeisten Babies werden nach dem glitzerden greifen, unabhängig vom Geschlecht. Und wenn einer noch ein rosa Blicklicht hat, dann ist die Wahl in 99.99% der Fälle klar.

      Und ja, selbstverständlich wird es immer „Auto-Zeichnungen“ und „Menschen-Zeichnungen“ geben, ist aber eher eine Charakter, denn eine Geschlechterfrage.

      • Reincarnation of XY sagt:

        stimmt auch wieder nicht tsts

        es gab breit angelegte Studien mit Babys –
        männliche Babys hatten stärkeres Interesse an Bildern mit Dingen, weibliche stärkeres Interesse an Bilder mit Gesichtern.

        Ebenfalls zeigte eine Studie, dass sowohl weibliche, wie männliche Babys einem weiblichen Gesicht mehr Beachtung schenkten.
        Es gibt also eine Reaktion auf das Geschlecht,
        bevor es überhaupt ein Bewusstsein von Geschlecht vorhanden ist, geschweige denn eine kulturelle Konditionierung.

        Die heutigen Gender-Theoretiker reden stets so, als sei der Mensch Kultur allein. Aber mit Verlaub: wir Menschen sind nicht nur Kultur, wir sind auch Tiere.

    • Vierauge sagt:

      darum ging es eher nicht in dem Blog. Es kann gut sein, dass die meisten Jungs lieber dies und die meisten Mädchen lieber das spielen. Aber dann gibt es auch recht viele Billy Elliots oder Mädchen wie meine Schwester, die (bereits vor Jahrzehnten) mit Puppen und Glitzer überhaupt nichts anfangen konnte und dann halt vom Opa lieber kein Geschenk zum Geburtstag wollte.
      Hört bitte endlich auf, alles zu generalisieren: „alle Jungs sind so“ und „alle Mädchen tun dies“ – das stimmt schon im Ansatz nicht.

      • Sportpapi sagt:

        Eigentlich war da „lieber“ und „eher“ auf die Aussage, Unterschiede gibt es nicht oder sind nur anerzogen.
        Generalisieren ist in beide Richtungen falsch. Aber Unterschiede auf statistischer Ebene sind offensichtlich.

  • rahel tanner sagt:

    Mich interessiert, woher die Annahme kommt, dass Jungs in der Schule nicht stillsitzen und zuhören können, dass ihnen die stille Arbeit an Schulaufgaben nicht liege. Jahrhunderte lang taten dies ausschliesslich Jungs bzw. Männer. Noch bis vor 20 Jahren hat niemand daran gezweifelt, dass Jungs in der Schule stillsitzen können. Erst als die Mädchen in den Schulen leistungsmässig stark aufholten, fing man an, den alten – im Übrigen von Männern erfundenen – Unterrichtsstil als zu „Mädchenfreundlich“ bzw. „Jungsfeindlich“ zu bezeichnen. Wann genau wurde Stillstitzen zur explizit weiblichen Fähigkeit?

    • Peter S. Grat sagt:

      Sie bringen es auf den Punkt. Ich vermag keine Benachteiligung von Buben erkennen. Es ist ja jedem selber freigestellt, in der Schule mitzumachen und aufzupassen.
      Und wie Sie schreiben ist es ja nicht Gott gegeben, dass Jungs nicht mal stillsitzen und den Schnabel halten können.
      Die Frauen holen halt einfach auf und auf dem Arbeitsmarkt gibt es so zusätzliche Konkurrenz. Viele Jobs waren bis vor kurzem bekannterweise Männern vorbehalten.

      • tststs sagt:

        Dochdoch, man könnte eben Benachteiligung dahingehend sehen, dass Buben nicht mit dem nötigen Rüstzeug versehen werden (aka Erziehung) um dann in der Schule zu reüssieren.

        (

      • Peter S. Grat sagt:

        @ tststs: wenn dem so wäre, dann wäre es ein Problem der Eltern.

        Ich habe Mühe mit der Vorstellung, dass wenn das Söhnchen in der Schule nicht reüssiert, die Gesellschaft Schuld daran sein soll.

        In der Schweiz herrscht Chancengleichheit. Wenn man/frau sich anstrengt und die endogenen Voraussetzungen mitbringt steht einem grundsätzlich alles offen.

      • tststs sagt:

        Oje, so verkürzt ist die Kette natürlich schepps.

        Natürlich liegt die Wurzel des Übels im Elternhaus. Und wer hat die Eltern zu den Eltern geformt, die sie geworden sind? Halt eben auch die Gesellschaft.
        Aber ja, ich bin total bei Ihnen; wer über die Benachteiligung der Jungs in der Schule spricht, sollte nicht mit dem Finger auf die (weibliche) Schule zeigen, sondern sich selber fragen, welchen Anteil man dazu beigetragen hat!

      • Thomas Baumann sagt:

        @Peter S. Grat: Dann gehe ich richtig in der Annahme, dass es auch keine Frauenquoten und Lohngleichheits-„Polizei“ braucht? Also zu hundert Prozent das liberale Credo, dass jeder und jede für seinen/ihren eigenen Erfolg selbst verantwortlich ist.

      • tststs sagt:

        @Th. Baumann: Muss mich nochmals einmischen. Sowohl Herr Grat als auch ich vertreten eben die These, dass man massiv von Aussen mitgeformt wird (also nicht nur seines eigenen Glückes Schmid ist).
        Wir sind uns nur nicht ganz einig, wer wie viel Einfluss hat…

      • Sportpapi sagt:

        Hm ja. Jeder ist seines eigenen Glückes Schmid. Und es ist auch nicht relevant, wenn die Vertreter eines Geschlechts deutlich weniger erfolgreich abschneiden, da sind keinerlei Massnahmen erforderlich. Sollen sich halt mal etwas anstrengen.
        Sehr einverstanden!

      • Thomas Baumann sagt:

        @tststs: Glauben Sie, dass Sie meine Frage stellvertretend für Herrn Grat beantworten können?
        Meine Position, wenn Sie’s wissen sollen: Männer sollen sich nicht über „Diskriminierung“ in der Schule und Frauen nicht über „Diskriminierung“ im Erwerbsleben beschweren. Ich lehne den Opferdiskurs prinzipiell ab – Ärmel hochkrempeln statt flennen.

      • Peter S. Grat sagt:

        @ Sportpapi: „sehr einverstanden“ – dass wir mal einer Meinung sind freut mich sehr. Denn wenn man genügend lang darüber nachdenkt, dann ist es eigentlich klar, dass es wohl kaum an der Volksschule an sich liegen kann, dass mehr Frauen (momentan) die Matura machen.
        In meiner Master-Klasse in einem nicht technischen Gebiet an einer Fachhochschule waren übrigens die Männer in der Mehrzahl.

      • Peter S. Grat sagt:

        @tststs und Baumann:

        Klar kann man mal Pech haben mit einer Lehrperson. Aber grundsätzlich scheint mir der Anteil der Eltern am Bildungserfolg der Kinder grösser zu sein als gemeinhin angenommen wird. Aber es ist sicher einfacher, alles auf die Volksschule abzuschieben, weil der Sohn nicht still sitzen kann und die Matheaufgabe nicht checkt (warum es das Mädchen neben an wohl kann?).
        Und ja, man kann sehr viel Pech im Leben haben, aber grundsätzlich ist man „seines Glückes eigener Schmid“.
        Ja, von mir aus bräuchte es keine Quoten etc, wenn dafür das Geflenne über die Benachteiligung der Männer aufhört.
        Am Rande: ein liberaler Staat schliesst gute Sozialwerke für Bedürftige nicht aus (falls mich jetzt jemand in die neoliberale Schublade stecken will).

      • Peter S. Grat sagt:

        @ Baumann, tststs und Sportpapi:

        Vielleicht das einzig gute am „Lockdown“:

        Dass jetzt vielleicht den einen oder anderen Eltern klar wird, dass an den schulischen Leistungsproblemen ihrer Kinder nicht die Lehrperson schuld ist.

      • Sportpapi sagt:

        @Peter S. Grat: Ich bin da ganz bei Thomas Baumann. „Ich lehne den Opferdiskurs prinzipiell ab – Ärmel hochkrempeln statt flennen.“
        Aber ich sehe eigentlich kein Geflenne über Benachteiligungen von Männern. Die entsprechenden Anführungen (der belegten, gesetztlich vorgesehenen Diskriminierungen) kommt in der Regel erst als Reaktion auf die täglichen Berichte über angebliche Diskriminierungen von Frauen. Und da geht es fast immer darum, Gründe anzuführen, warum Frauen die genau gleichen Chancen wie Männer nicht wahrnehmen können.
        Gut, wenn wir das mal lassen könnten.

      • Peter S. Grat sagt:

        @ SP „Ich lehne den Opferdiskurs prinzipiell ab – Ärmel hochkrempeln statt flennen.“

        Sehr gut! Dann lassen Sie doch den ewigen Diskrimierungs-Opferdiskurs hier im Blog bezüglich Militärdienst.
        Engagieren Sie sich politisch, starten Sie eine Initiative.

      • Sportpapi sagt:

        @Peter S. Grat: „Dann lassen Sie doch den ewigen Diskrimierungs-Opferdiskurs hier im Blog bezüglich Militärdienst.“
        Von Opfer ist nicht die Rede, von Geflenne schon gar nicht. In der Regel weise ich nur bei den täglichen Berichten über angebliche Benachteiligungen von Frauen darauf hin, dass die Schweiz als Land gerichtlich, schwarz auf weiss einzig Diskriminierung von Männern vorsieht. In mehreren Punkten, wobei das Militär vermutlich der grösste ist. Und in keinem einzigen Fall eine Diskriminierung von Frauen. Oder wissen Sie etwas?
        Und nein, obwohl ich politisch aktiv bin, werde ich deswegen keine Initiative lancieren. Sondern nur klar und deutlich meine Meinung sagen, und bei Bedarf entsprechend abstimmen.

      • Peter S. Grat sagt:

        Ich finde nicht, dass Frauen in der CH diskriminiert werden. Genauso wenig wie Männer übrigens.

        Sie schreiben, Männer werden verschiedenen Bereichen diskriminiert in der CH. Wo denn? (Achtung: benachteiligt ist nicht dasselbe wie diskriminiert!).

        Bezüglich Militärdienst hält das BG ja fest, dass dieser rechtens ist, da Männer „biologisch und physiologisch“ besser geeignet sind als Frauen. Gestützt wird das BG vom EGMR. Dieser hält Militärdienst nur für Männer für rechtens. Etwas was übrigens von unseren Wehrpflichtgegnern häufig einfach ausgeblendet wird. Wenn schon müssten die Frauen protestieren, dass diese Bürgerpflicht auf sie nicht angewendet wird.

        Also alles im grünen Bereich, man kann da ganz entspannt sein. Wir sind in-line mit unserer Verfassung, dem EGMR und der EMRK.

      • Peter S. Grat sagt:

        Nochmals: man(n) kann ganz entspannt sein.

        Alles in Ordnung mit der Dienstpflicht in der CH und alles in-line mit EGMR, EMRK, BG und unserer Verfassung.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Sehr gut beobachtet.
      Jahrtausendelang war denken, schreiben und studieren eine Männerdomäne.
      Mönche schrieben studenlang Bücher ab, verzierten sie. Philosophen führten Gespräche, diskutierten etc.
      Und nun soll Lesen und Reden plötzlich etwas weibliches sein?

    • Sportpapi sagt:

      @Rahel Tanner: Stillsitzen war schon immer eine weibliche Fähgkeit, und ist es noch heute. Und Bewegungsdrang im Gegensatz dazu männlich.
      Und natürlich hatten die Jungs schon immer Mühe mit Stillsitzen – dafür kam dann umso mehr der Rohrstock zum Einsatz.
      Aber früher gab es Leistungen, und Bewertungen dazu (Noten), und es gab Deutsch und Mathe, und irgendwann in der Oberstufe noch französisch. Und heute? Wie wäre es denn, wenn es eine Note für Sprache gäbe, dafür drei für mathematische Bereiche?

      • tststs sagt:

        „Stillsitzen war schon immer eine weibliche Fähgkeit, und ist es noch heute. Und Bewegungsdrang im Gegensatz dazu männlich.“

        Ernsthaft jetzt, SP? Wie kommen Sie in gottesnamen auf diese Idee?

        „Und heute? Wie wäre es denn, wenn es eine Note für Sprache gäbe, dafür drei für mathematische Bereiche?“ Sie können ruhig die Noten der MINT-Fächer vergleichen; und dann werden Sie bald feststellen, dass die Mädchen auch dort aufgeholt, wenn nicht schon überholt haben.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Ich weiss nicht: Loriots Sketch „ich will einfach nur hier sitzen“ trifft so typisch den Mann.

        Und sind es nicht die Frauen, die eher tanzen wollen, während die Männer sich gerne zieren und lieber „einfach nur hier sitzen wollen“?
        Wenn Männer soviel Yoga, Pilates, Gruppenfitness etc. machen würden, hätten wohl nicht so viele ab 40 eine Wampe.

        Und was „still sein“ betrifft….. äh ja, wer nochmals genau gilt als das „geschwätzige Geschlecht“?

        Und heute gibt es auch Noten und es wird auch Leistung beurteilt. Keiner kommt ins Gymi ohne entsprechende Noten/Leistung bei der Prüfung.

        Und was das früher betrifft:
        Es gab wohl noch nie wenig schlecht ausgebildete Männer in CH wie heute.

      • rahel tanner sagt:

        Nur dass früher die Frauen bewegt die Feld-und Hausarbeit machten, während die Männer still in der Studierstube sassen. Diese Argumentation hält der Realität leider nicht statt, Herr Sportpapi. Jeder Mensch hat ein ausgeprägtes Bewegungszentrum in Gehirn, von daher ist Bewegungsdrang eine menschliche Eigenschaft. Und Stillsitzen wird eben in einigen gesellschaftlichen Zusammenhängen von den Menschen verlangt, egal ob Mann oder Frau.

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Alle mir bekannten Bewegungsstudien (z.B. mit Actigraphen) zeigen, dass sich Jungs viel mehr bewegen als Mädchen. Auch heute noch. Und dass sie in den Schulen vielfach nicht stillsitzen können, zeigt nicht nur meine eigene Erfahrung. ADHS kommt dann noch dazu.
        @RoXY: Bei 40+ haben Sie wohl recht. Davor nicht.
        @Rahel Tanner: „Nur dass früher die Frauen bewegt die Feld-und Hausarbeit machten, während die Männer still in der Studierstube sassen.“ Wo soll das bitte gewesen sein? Aber ja, solche Kulturen gibt es wohl.s

      • Reincarnation of XY sagt:

        Könnte es auch sein. Dass die Jungs schlechtere Noten haben, weil sie viel mehr gamen als Mädchen?

        Spricht wieder für die Verschiedenheit der Geschlechter. Denn glaubt mir, meine Jungs gamen weder wegen der Werbung (nie gesehen) noch aus Gruppendruck. -Welche Gruppe? Im übrigen gamt jeder seine eigenen Spiele. Geht also überhaupt nicht darum, dass sie nur spielen, damit sie IN sind.
        Scheint aber ein typisches Jungending zu sein.

        Ein Junge ist ja ein hervorragender Schüler. Der andere hat noch viel aufholbedarf. Würde er aber die Zeit die er beim Gamen vertrödelt mit lernen verbringen, könnte er glatt aufs Gymnasium.

      • Sportpapi sagt:

        @RoXY: Könnte sein. Aber wie Sie richtig sehen: Woher kommt das?
        Ausserdem glaube ich nicht (weiss es aber nicht), ob die Bildschirmzeit von Mädchen und Jungs wirklich unterschiedlich ist. Das was in der Zeit passiert aber wohl schon.

      • Peter S. Grat sagt:

        @ Roxy

        Wenn Kinder (von mir aus Jungs) so viel gamen, dass die schulischen Leistungen darunter leiden, dann hat die Erziehung versagt, nicht?

      • Reincarnation of XY sagt:

        Herr Grat – wegen Leuten wie Ihnen, werden die Menschen zu Heuchlern. Aber ich kann ganz gut dazu stehen, dass sowohl ich, wie auch meine Kinder nicht vollkommen sind.

        Ich würde sagen, die Erziehung hat versagt, wenn Kinder seelisch verkümmern.
        Gute Noten sind ein sehr relativer Wert. Heute fragt kein Mensch mehr, was für Noten ich in der Schule hatte.

        Und zu meinem Jungen: ich arbeite eng mit Lehrern und involvierten Fachleute zusammen. Wir sind uns einig, dass er derzeit das ihm mögliche Maximum rausholt, aber längst nicht sein volles Potential ausschöpft. Wir versuchen gemeinsam ihm auf diesem Weg zu helfen und freuen uns über seine grossen Fortschritte.

      • Reincarnation of XY sagt:

        SP – ich wollte damit nur sagen, dass es viele verschiedene Aspekte gibt und deshalb einfache Schuldzuweisungen etwas fragwürdig sind.

        Was ich denke ist folgendes:
        1. Studien zeigen: das weibliche Geschlecht ist die stabile Mitte
        das männliche Geschlecht hatte auch schon früher eine weit grössere Anzahl Standardabweichung gegen unten

        2. Der akademische Weg, wird zwar von Akademikern zum einzigen Weg hochstilisiert. Er ist es aber nicht. Nicht nur berühmte Schulabbrecher-Genies, sondern auch unzählige Kleinunternehmer ohne Mittelschulabschluss beweisen, dass akademisches Wissen oft überbewertet wird. (Und in diesem erfolgreichen Segment sind Männer in der Überzahl)

      • Peter S. Grat sagt:

        „wegen Leuten wie Ihnen, werden die Menschen zu Heuchlern. „

        Verstehe ich nicht. War eine ernsthafte Frage und nicht unbedingt auf Sie bezogen.

        Aber Sie erscheinen mir ein Erziehungsexperte zu sein („Augenhöhe“), deshalb würde mich Ihre Meinung zu meiner Frage wirklich interessieren.

      • Peter S. Grat sagt:

        Zudem, es geht ja nicht um Noten, oder ob jemand brilliant ist.

        Die Frage war, welcher Anteil trägt die Erziehung dazu bei, wenn die schulischen Leistungen unter dem vielen Gamen leiden. Da würde mich Ihre Meinung interessieren.

      • Peter S. Grat sagt:

        @ Roxy, ich verstehe nicht ganz warum meine Frage heuchlerisch ist. Die war eigentlich ernsthaft gemeint.

        Nochmals: was läuft falsch in der Erziehung, wenn die schulischen Leistungen wegen dem Gamen leiden? Immerhin ist bei Ihnen schon die Hilfe von Fachleuten nötig. Vielleicht kann ich was für meine Kinder lernen (die sich im Moment noch nicht für Computerspiele interessieren).

        Das kann man doch hier auf Augenhöhe diskutieren, ohne sich Beleidigungen an den Kopf zu werfen?

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        Roxy: ich kann Ihre harsche Reaktion nicht nachvollziehen (bin manchmal erstaunt, was es durch den Filter schafft…).

        Die Frage von Grat ist mehr als berechtigt.

        Wenn ein Kind so viel am gamen ist, dass es in der Schule nicht mehr stimmt (könnte glatt aufs Gymi ….) und die Hilfe von Fachleuten nötig ist, dann würde ich mir als Vater Gedanken machen, was ich hätte besser machen können in der Erziehung.

        Zudem macht man es sich mit diesen „könnte, hätte, würde“ als Eltern immer sehr einfach. Er „könnte aufs Gymi, wenn…“. Kann er aber nicht und man kann sich auch nichts davon kaufen vom „könnte“. Wenn es einem als Eltern egal ist welche Karriere das Kind macht, dann kann man auf solche Allgemeinplätze auch verzichten.

        „Don’t shoot the messenger“ empfehle ich Ihnen.

      • Sportpapi sagt:

        @RoXY: Ja, einfache Erklärungen greifen vielfach zu kurz.
        Aber klar ist, dass die Jungs da teilweise Mühe haben. Aus verschiedenen Gründen.

      • Peter S. Grat sagt:

        @ SP: klar greifen einfache Erklärungen zu kurz. Aber man kann doch die Rolle der Eltern oder der Erziehung nicht einfach negieren. Gerade bei schulischen Problemen. Oder doch? Bei meinen Kindern sind solche Probleme zum Glück bislang noch nicht aufgetreten. Falls doch, würde ich sicher auch uns als Eltern Hintersinnen und überlegen was wir anders machen könnten.

        Das in erster Linie die Gesellschaft schuld sein könnte, wie hier kolportiert wird, ist unglaubwürdig.

        Abgesehen davon sind ja einige Kinder einfach nicht gut in der Schule, das ist ja nicht dasselbe wie schulische Probleme. Muss man halt auch akzeptieren können, dass der Sohn kein zweiter Vater wird.

  • Reincarnation of XY sagt:

    Mit der Grundaussage gehe ich einig: wir sollten Jungs auch erlauben, ihre fürsorglichen Seiten zu zeigen und wenn sie Prinzessin sein wollen, ebenfalls.
    Ebenfalls wahr ist, dass sich unsere Gesellschaft schneller ändert denn je. Muskelkraft ist je länger je weniger eine Eigenschaft, welche uns einen evolutionäre Vorteile bringt, Maschinen werden bald alles besser können als wir, außer Sozialkompetenz, der Umgang mit Menschen.
    Sprachliche und emotionale Stärken sind also gefragt. Wir können noch so sehr den alten Zeiten nachtrauern, sie werden nicht zurückkommen.

    Individuum geht vor Geschlecht, ja.
    Geschlechtsneutralität hingegen ist ein Irrweg. Es ist sehr wichtig, dass wir auch unsere geschlechtliche Identität finden.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Unsere eigene „Geschlechterrolle“ (die uns prägt oder verbiegt, je nach dem) wird als erstes von unseren Eltern geprägt. Sodann vom sozialen Umfeld, der Gesellschaft. Später dann auch vom Partner, der Partnerin, die wir haben.

      Niemand kann von dem vollständig entrinnen. Das wäre auch nicht sinnvoll, da wir ja unseren Platz als Teil der Gesellschaft finden müssen. Wir können diese Einflüsse nur reflektieren. Ich denke, das sollten wir den Kindern beibringen.
      „Wer bin ich, was prägt mich, was will ich wirklich, was tue ich nur wegen den anderen… “
      Das nun wiederum ist völlig geschlechtsneutral.

    • tststs sagt:

      Geschlechtsneutralität meint in der Regel immer nur das Gender, nicht das biologische.

      Wenn das biologische gemeint ist, dann geht es eher um die Frage,wo es überhaupt eine Rolle spielen soll. (Beim Arzt z.B. sonnenklar, da brauche ich für meine Vagina einen Frauenarzt; aber z.B. bei der Toilette: ist es wirklich wichtig, ob neben mir ein Schnäbi oder eine Mumu am stinklen ist? Oder kommt mein Brief etwas nicht an, wenn ich die Anrede „Herr/Frau“ vergesse)
      Also so verstehe ich die Diskussion zumindest.

      Alles andere wäre ja nur über flächendeckende Hormontherapie realisierbar… 😉

      • Reincarnation of XY sagt:

        tststs – es spricht alles dafür den Menschen ganzheitlich zu sehen. Unser Körper hat sehr wohl einen Einfluss auf unsere Psyche und auf unser Selbstverständnis.
        Alles ist sehr komplex, aber so zu tun, als wäre unsere körperliche Identität ohne Belang für unsere emotionale und geistige Identität ist falsch.

        Vieles was heute gesagt, getan und propagiert wird, halte ich deshalb für unausgegoren, z.T. widersprüchlich. Wie so oft, schüttet der Mensch das Kind mit dem Bad aus, wenn er neue Erkenntnisse macht, anstatt diese sorgfältig in das vorhandene Wissen einzubetten.

      • tststs sagt:

        Total bei Ihnen. Ja, der Körper hat einen Einfluss. Aber einen individuellen, nicht einen durschnittlichdemgeschlechtentsprechenden.

        Ein ganz plumpes Beispiel (das so nicht stimmt, aber es taugt zur Veranschaulichung):
        Zu viel Testosteron macht aggressiv. „Zu viel“ ist aber ein Prozentsatz keine absolute Zahl.
        Männer sind nicht aggressiver, weil ihr Testosteron höher ist (in absoluten Zahlen) als bei Frauen. Jeder Mensch reagiert bei zu viel Testosteron.
        Und jetzt kommt die Kultur ins Spiel: je nach dem wie man sozialisiert wurde, geht man anders damit um. Deshalb bedienen sich Frauen und Männer klischeemässig unterschiedlicher Mittel der Aggressionsbewältigung, resp. ohne Klischee: nicht jeder aggressive Mann schlägt zu.

      • Reincarnation of XY sagt:

        tststs – nein, es ist viel komplexer

        Es gibt unzählige Studien, wie Sie diejenige mit dem Seilziehen zitierten, die beweisen, dass es signifikante Unterschiede -kulturunabhängig- im Verhalten von Männern und Frauen gibt

        Zum Nachdenken: unsere Geschlechter haben sich im Laufe von Jahrmillionen entwickelt, unsere Erlebenswelten sind in vielerlei Hinsicht verschieden: körperlich – die Rolle in der Fortpflanzung und dann eben auch: die Rolle in der Gesellschaft –
        das kann man nicht so schnell, schnell mit etwas Umerziehung ändern

        Vieles ist nur eine kurze gesellschaftliche Mode-Prägung (Farbvorlieben etc.), anderes ist weit tiefer verwurzelt.
        Fazit: Es gilt nicht „entweder oder“, sondern „sowohl als auch“

      • tststs sagt:

        Oder um es ganz plakativ zu machen:
        Ich weiss, was meine PMS-Hormone mit mir anstellen.
        Ich weiss aber auch, was ein leerer Magen mit mir anstellt!

        Natürlich bin ich Sklavin meines Körpers, aber MEINES Körpers, nicht des FRAUEN-Körpers…

      • Reincarnation of XY sagt:

        Und wussten sie, dass eine Abgabe von zusätzlichem Testosteron Fairness und Kooperation steigert?
        https://www.nzz.ch/mythos_vom_grossen_t-1.6268940

        Unsere Theorien basieren meist, auf längst überholtem Halbwissen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Natürlich bin ich Sklavin meines Körpers, aber MEINES Körpers, nicht des FRAUEN-Körpers…

        dies ist wieder so eine entweder-oder Argumentation.
        Im Sinne von „da wir gleich sind (wenn wir hungrig sind), können wir nicht verschieden sein.“

        Sie spielen unsere Gleichheit – wir sind beides Menschen und gehören derselben Spezies an – gegen die grundlegende Verschiedenheit aus.

        Aber viel richtiger ist der Grundsatz „sowohl als auch“
        Wir (Männer und Frauen) sind sowohl gleich, wie auch verschieden.
        Das gilt vor allem als Gruppe, weniger als Individuen.
        ich bin ihnen vielleicht ähnlicher als manchem Geschlechtsgenossen, aber eine Männergruppe und eine Frauengruppe unterscheiden sich ganz spezifisch – das ist sowohl augenscheinlich, wie auch messbar

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Dieses vollständige Verleugnen jeglicher messbarer, relevanter Geschlechtsunterschiede ausserhalb der eigentlichen Geschlechtsteile widerspricht jeder Erfahrung.
        Selbstverständlich gibt es biologische Ursachen für Verhalten und Geschlechtsunterschiede. Und Hormone spielen dabei eine gewisse Rolle, unter anderem.
        Als einzelner Mensch kann ich ja tun und lassen, was ich Lust habe. Es ist aber auch nicht falsch zu verstehen, was denn gewisse Vorliebe beeinflusst. Ich bin vieles, und nicht zuletzt ein Mann mit der entsprechenden Genetik und der entsprechenden Biologie.

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Bube bleibt Bube und Mädchen bleibt Mädchen…. in den meisten Fällen.

    Selbst wenn Buben mit Puppen und Mädchen mit Autos spielen, werden sie sich dereinst selber als hetero fühlen…. wenn man sie denn lässt.

    Dieses Gendergeschwurbel dient mehr und mehr der Selbstdarstellung der Eltern, aber sicher nicht dem Wohle der Kinder. Offenbar opfert man die eigenen Kinder, nur um sich im Umfeld und bei ebenso verdrehten „Freunden“ als tolerant darstellen zu können.

    Mit diesem Geschwurbel werden Kinder vor allem verunsichert, indem man sie, nachdem sie sich schon für die Jeans entschieden haben, ihnen zuredet, sie könnten auch das rosa Kleidchen, die rote Hose oder die Sandaletten anziehen.

    Einem Heterokind wird eingeredet, dass es gerne auch Homo oder Transgender sein darf

    • maja sagt:

      Ich finde Ihren Kommentar ziemliches Geschwurbel. Sie schlussfolgern da wild, dass die Kleidung und/oder die Spielsachen die sexuelle Orientierung bestimmen. Was für ein Unsinn!
      Lasst die Kinder (und die Erwachsenen!) doch anziehen, worin sie sich wohlfühlen und spielen was sie mögen. Jeder Mensch ist einzigartig und braucht keine Schublade, in die er/sie/* gesteckt wird.

    • tststs sagt:

      „…indem man sie, nachdem sie sich schon für die Jeans entschieden haben, ihnen zuredet, sie könnten auch das rosa Kleidchen, die rote Hose oder die Sandaletten anziehen.“
      Das nennt man schlicht: das Kind verarschen. (Ohgott, das gibt’s in soooo vielen Bereichen; erkennt man meistens am Satz „Wotsch nöd liäber…“)
      Darum geht es hier aber nicht.
      Es geht darum, dass im Kleiderschrank eines Mädchens selbstverständlich rosa Kleidchen und Jeans hängen und im Schrank des Jungen nur die Jeans.

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Im Kleiderschrank hängen meistens Kleider, die die Kinder mitausgesucht haben.
        Ginge es nach mir, würden bei allen Kindern nur robuste Hosen hängen, und würden auch erwachsene Frauen nicht ihre Zeit mit Nägeln lackieren und Kosmetik verplämpern. Solange die Frauen heute wie eh und je so viel Wert auf Ihr Äusseres legen, wie soll man dann den Mädchen etwas anderes beibringen?

      • tststs sagt:

        Bis zu dem Zeitpunkt, da die Kinder mitbestimmen können, ist der Zug längstens abgefahren.
        Oder wie sollte ein Kind, dass Jahrelang einen Kleidungsstil vorgesetzt bekam, plötzlich auf neue Ideen kommen, resp. wo die Idee hernehmen? Der Mensch ist und bleibt ein Gewohnheitstier. Und was Mami und Papi in die Wiege legen, kann Hänschen nicht entrinnen; erst der Hand kann es später kritisch hinterfragen!

        Und einmal mehr merke ich, was Sie läss und was Sie doof finden. Und ich stelle mir gerade vor, ob sich einer Ihrer Jungs getrauen würde zu sagen, dass er gerne Maskenbildner oder Styilst werden möchte. (Bitte nicht falsch verstehen, ich will da nicht den Teufel an die Wand malen)

        Ja, selbstverständlich würde er sich getrauen, aber er weiss jetzt schon, was Papi davon hält…

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Sie malen aber gerade den Teufel an die Wand…
        Ja, ich halte wenig davon, wenn Frauen heute nur noch mit einer Maske im Gesicht auf die Strasse gehen. Ich halte wenig davon, wenn Frauen einerseits darauf bestehen, nicht auf ihr Äusserliches reduziert zu werden, und gleichzeitig täglich Stunden vor dem Spiegel verbringen. Und ihr ganzes Leben darum dreht, irgendwelchen angesagten Influencerinnen nachzueifern und dämliche Selfies zu schiessen.
        Sie haben recht – da habe ich wohl einen Einfluss auf meine Jungs. Hoffentlich!

      • Reincarnation of XY sagt:

        tststs – SP hat kein Flair für Mode, Schminken und solches Zeug, wahrscheinlich sein Frau auch nicht. Also haben das seine Jungs mit grosser Wahrscheinlichkeit auch nicht.
        Aber falls doch, es wäre aber für die Tschannen-Tochter wahrscheinlich gleich schwierig, wenn sie Model werden wollte und an GNTM gefallen haben würden.
        Moralisch und Ideologisch aufgeladene Eltern vermitteln ihren Kindern meist ein gedankliches Korsett, hüben wie drüben.

        Und ganz so unselbständig und fremdgesteuert wie Sie den Menschen sehen, ist der Mensch nun auch wieder nicht.
        Mein Sohn wollte Prinzessin sein, Schminken und – yeah – Meerjungfrauflossen, obwohl wir ihm einen Bubennamen gaben, ihn Bub nennen und ich ihm das nicht vorgelebt habe.

      • Sportpapi sagt:

        @RoXY: „Moralisch und Ideologisch aufgeladene Eltern“. Ich würde das natürlich freundlicher formulieren. Ja, natürlich wollen wir unseren Kindern Vorbilder sein und etwas vorleben. Und natürlich möchten wir ihnen gewisse Werte vermitteln. Was sie daraus machen, ist dann wieder eine ganz andere Sache.
        Sie sind ja auch nicht nur Beobachter der Entwicklung Ihrer Kinder, oder?

      • Reincarnation of XY sagt:

        SP – es ging mir nur darum zu zeigen, dass nicht jeder Junge das unterdrückte Bedürfnis hat, als Prinzessin zu brillieren. Und dass in ihrer Familie nicht notwendig eine Unterdrückung stattfindet, und wenn man dies Ihnen unterstellt, dass man dann den gleichen Massstab auch bei Familien, welche das Gegenteil glorifizieren wie Sie, anwenden muss.

        Sie haben natürlich recht: wir sitzen alle im gleichen Boot. Wir sind alle (offiziell) dagegen, dass man Kinder indoktriniert, halten unser Tun für richtig, das der Gegenseite jedoch oftmals für ein typisches Beispiel von Indoktrinierung.

        Wie können wir nun also Objektivität in dieser Sache gewinnen? Indem wir denselben Massstab für alle anwenden.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Inwieweit lasse ich meinen Kindern Freiraum sich selbst zu entfalten.
        Es ist ja augenfällig: Gender-Theoretiker beklatschen Jungs die Prinzessinen spielen wollen, aber tun das Mädchen, dann ist das alleine wegen gesellschaftlicher Konditionierung. Damit offenbaren sie, dass ihr Wertekompass ein ebenso enges moralisches Korsett trägt, wie das, das sie zu bekämpfen meinen.
        Und wenn die Konservativen behaupten: Im Fussball gibt es keine Homosexuellen (weil sich nie jemand auch nur Ansatzweise outen) dann offenbaren sie damit nur, dass ihr Korsett so eng geschnürt ist, dass überhaupt keine Freiheit besteht, zu denken, zu fühlen und zu sagen, was einen wirklich bewegt.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Was ich sagen will ist folgendes:
        ganz egal was unser persönliches Gusto ist –
        je enger wir das Korsett schnüren, um so deutlicher wird, dass wir moralisch und ideologisch aufgeladen sind.

        Wir sollten unsere persönlichen Vorlieben und Anschauungen relativieren und dem Kind Freiheit geben, sich so zu entwickeln, wie es ihm gefällt.
        Wenn es Freude an Mode hat, ist an sich nichts schlimmes. Erst wenn es eine sklavische Ersatzreligion wird. Aber das könnte auch mit Sport so sein. Egal was.

        Wir sollten dem Kind innere Stärke vermitteln, nicht einen äusseren Regelkatalog.
        Verstehen Sie, was ich meine?

      • Sportpapi sagt:

        @RoXY: Aber es ist eben klar und offensichtlich, was die Eltern interessiert, was die Eltern vorleben, was die Eltern an Meinungen haben. Also was sollen wir so tun, als ob das nicht der Fall wäre.
        Auf der anderen Seite können unser Kinder in einem sehr grossen Bereich tun und lassen, was sie wollen. Es ist ja ihr Leben. Und sie bekommen unsere Unterstützung auch dort, wo wir nicht begeistert sind, und das allenfalls auch deutlich erklären.
        Übrigens kenne ich auch keine „Konservative“, die überzeugt sind, dass es im Fussball keine Homosexuellen gibt. Und im Frauenfussball schon gar nicht.
        Aber dass der „Blick“ mir jetzt alle die geouteten Frauen im Sport vorführt, finde ich dann doch eher unnötig.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Das will ich Ihnen gerne glauben, SP.

        Was die Konservativen betrifft: bis etwa vor 2-3 Jahren, wurde das von Fussballfunktionären öffentlich so gesagt. Erst jetzt, nach einigen wenigen Outings (nach Karriereende!) – reden alle so reden wie Sie.
        Das ist eben typisch für die Konservativen. Erst ist man jahrzentelang dagegen, oft sogar mit Gewalt und dann, wenn etwas unaufhaltbar gesellschaftskonform wird, waren alle plötzlich schon immer so tolerant.
        Die Kirche tut heute so, als wären Toleranz und Menschenrechte ihre Hausdomäne und Erfindung, dabei hat sie Jahrhundertelang gegen Aufklärung und Humanismus (mit Gewaltanwendung) gekämpft.

        Hier braucht es mehr Ehrlichkeit.
        Ich bin selbst konservativ geprägt. Meine heutigen STandpunkte hatte ich beileibe nicht seit jeher.

      • Sportpapi sagt:

        @RoXY: Es sagt ja auch keine von den Fussballfunktionärinnen, dass es im Frauenfussball (oder Unihockey) sehr viele homosexuelle Frauen gibt. Auch wenn es gerade in Mode ist.
        Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass im Fussball (oder im Boxen) besonders viele homosexuelle Männer sind. Im Ballet schon eher. Und bei den Frauen umgekehrt. Ich glaube, dass die sexuelle Orientierung bezüglich der Sportartenpräferenzen eine Rolle spielen. Ja, da bin ich sehr konservativ, aber ich lasse mich gerne mit Zahlen und Fakten belehren.

  • Sportpapi sagt:

    Nach wie vor nervt mich dieses Titelbild des Buches. Der Mann wurde als solidarischer Vater mit Rock berühmt und baute darauf seine Karriere auf. Und der Junge?
    Zum anderen: Offenbar will Pickert auf jegliche Rollenbilder verzichten. Das bleibt aber natürlich auf halbem Weg stehen, wenn man nur auf die Kategorien männlich/weiblich verzichtet. Wir alle brauchen doch nicht nur Vorbilder, sondern auch Orientierung.
    Ausserderm ist es ja auch nicht so, dass die Frauen/Mütter sich nicht stark über ihr Geschlecht definieren. Sie kleiden sich, schminken sich, wollen als Frauen eine starke Rolle einnehmen und keineswegs mit Männern verwechselt werden – nur die Kinder sollen das dann nicht? Auch die Frauenförderung basiert ja stark darauf, weibliche Besonderheiten zu berücksichtigen.

    • Sportpapi sagt:

      „Ich folge dieser Analyse, dass es schlechter um unsere Jungs bestellt ist als noch vor zwanzig Jahren, ziehe daraus aber andere Schlüsse.“
      Die Schlüsse fehlen aber: Dass die Jungs heute die Bildungsverlierer sind, ist nun mal Tatsache. Und es wird nicht besser, wenn man sie nun vermehrt ihre weibliche Seite ausleben lässt, und sie im Jugendalter händchenhaltend über den Platz laufen. Hier wären schon konkrete Massnahmen angebracht. Frauenförderung beschränkt sich ja auch nicht darauf zu sagen, ihr könnt alles werden, was immer ihr wollt…
      Wie also soll konkret der Missstand behoben werden? Indem die Jungs sich wie Mädchen verhalten?

      • tststs sagt:

        „Dass die Jungs heute die Bildungsverlierer sind, ist nun mal Tatsache. Und es wird nicht besser, wenn man sie nun vermehrt ihre weibliche Seite ausleben lässt, und sie im Jugendalter händchenhaltend über den Platz laufen.“

        Es gibt halt nun mal einfach zwei Möglichkeiten:
        Entweder es liegt daran, dass die Jungs genetisch unterlegen sind oder es liegt an ihrer Sozialisierung (natürlich meine ich nicht ein komplettes Entweder-Oder, aber: was ist der dominierende Faktor.)
        Sind Sie wirklich der Meinung, es liegt an den Genen? Dann ziehen Sie (!) Ihre Schlüsse und machen den Jungs und Männern in dieser Welt klar, was ihre Rolle und Schicksal ist.
        Oder Sie gestehen sich ein: es muss was mit der Erziehung zu tun haben!

      • tststs sagt:

        „Sind Sie wirklich der Meinung, es liegt an den Genen? Dann ziehen Sie (!) Ihre Schlüsse und machen den Jungs und Männern in dieser Welt klar, was ihre Rolle und Schicksal ist.“

        Sorry, ich muss die Populismuskeule schwingen: Sie wissen genauso gut wie ich, dass die Schule von Männer für Jungs entworfen wurde. Und auch wenn sich vieles getan hat (aka „Verweiblichung“), ist der Grundsatz gleich geblieben (Ordnung, Disziplin, Leistung). Und wenn jetzt die Weibchen kommen und in einem „männlichen“ System besser sind, was sagt das über die Männchen aus?

      • Reincarnation of XY sagt:

        Sind Jungs wirklich die Bildungsverlierer?
        Momentan ist es nach wie vor so, dass Männer mehr verdienen und häufiger Führungspersonen und Nobelpreisträger sind.
        Bessere Noten in der Schule sind noch lange kein Garant, dass später im Leben damit grössere Erfolge einhergehen.
        Nicht vergessen: Die Männer welche unsere Welt verändert haben, waren z.T. Schulabbrecher.

        Ich persönlich konnte bei meinen Jungs keine Benachteiligung in der Schule feststellen. Im Gegenteil, ich finde auf sie wird heute besser eingegangen, als zu unserer Zeit, auf uns eingegangen wurde.

      • Reincarnation of XY sagt:

        tststs – in breit angelegten Studien zur Intelligenz zeigt sich, dass Frauen – vereinfacht gesprochen – die stabile Mitte bilden. Unter Männern gibt es mehr Ausreisser noch oben und mehr Ausreisser nach unten.
        So macht es Sinn, dass Mädchen durchschnittlich besser abschneiden.
        Zu behaupten die „männlichen“ Probleme seien der heutigen „Verweiblichung“ geschuldet, ist sehr kurzsichtig. Denn bereits in alten Zeiten, gab es eine breite Masse von „Problem-Männern“ mit hoher Sterblichkeitsrate (dass sich für viele Kulturen Polygamie fast schon aufdrängte, trotz hoher Sterblichkeit der Frauen bei Geburt!).

        Gesellschaftskritik ist richtig, aber meist findet sie in einem viel zu kurzen Horizont statt. Hüben, wie drüben.

      • tststs sagt:

        @RoXY: Wieder mal auf ganzer Linie bei Ihnen.
        Zu Ihrem 1. Post: Ja, dies ist so. Die Frage ist aber: Wie lange noch? Ich bin da zuversichtlich…
        Zu Ihrem 2. Post: Hier werden wir uns ewig im Kreis drehen: Wurden die Ausreisser nicht erfasst/erkannt oder gibt es sie nicht.

        Und selbstverständlich sind die hier angesprochenen „Probleme der Jungs/Männer“ dem Patriarchat und nicht dessen Aufweichung geschuldet 😉
        Das Patriarchat hat einigen Männern (und wenigen Frauen genutzt), der überwältigende Anteil von MENSCHEN hat darunter gelitten!

      • tststs sagt:

        „Zu Ihrem 2. Post: Hier werden wir uns ewig im Kreis drehen: Wurden die Ausreisser nicht erfasst/erkannt oder gibt es sie nicht.“
        Noch eine Anmerkung dazu, was ich genau meine: z.B. zeigen Frauen persönlich eine bessere Leistung, wenn sie sich in der Gruppe beweisen müssen, als wenn sie alleine getestet werden (Seilzieh-Experiment).

      • Sportpapi sagt:

        @tststs und Roxy: Es könnte ja einfach sein, dass die heutige Schule nicht das bewertet, was für den (wirtschaftlichen) Erfolg im Leben wesentlich ist? Denn offenbar sind die Männer trotz schlechterer Schulbildung (im Schnitt) letztlich doch erfolgreicher.
        Könnte ja sein, dass Sprach- und Kommunikationsfertigkeiten letztlich über ein gewisses Grundniveau hinaus doch nicht die Bedeutung haben, die ihnen die Schule zuweist? Ebenso die viel gerühmte Kooperation? Und dass am Schluss auch Risikobereitschaft und Ambitionen relevanter sind als Fleiss und Pflichterfüllung?
        Aber eben – Männer sind nicht nur an der Spitze von Politik und Wirtschaft massiv übervertreten, sondern auch ganz unten, im Elend.

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Welches Patriarchat? Und wie kommt dieses hier wieder ins Spiel?

      • Reincarnation of XY sagt:

        SP – die Schule sollte mMn Allgemeinwissen/Bildung vermitteln, dass möglichst alle Menschen befähigt werden, glückliche Individuen zu sein, welche ihren Platz in der Gesellschaft finden.
        Die Schule könnte vieles besser machen, klar.

        Aber es ging ja darum, ob die Schule Buben benachteiligt und ob die „feminisierte“ Schule für ein männliches Prekariat verantwortlich ist.
        Ein Blick in die Geschichte zeigt: es gab wohl in CH noch nie so wenige bildungsferne, perspektivenlose Problem-Männer, wie heute.
        Also ist es unsinnig auf die Verlierer von heute zu zeigen und zu sagen, sie seien Opfer des heutigen Systems.
        Das ist eine Analyse aus der Froschperspektive.
        Dieser Fehler wird ständig gemacht, hüben wie drüben. Situation anschauen, vorwschnell Schuldige identifizieren.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Ich gebe ihnen ein weiteres Beispiel.
        Noch nie gab es sowenig Arme wie heute (Prozentual gesehen).
        7% der Menschheit lebt unter der Armutsgrenze.
        Das ist furchtbar und das sind 7% zu viel und es ist richtig, dass wir uns Gedanken machen, wie wir dieses Unrecht ausmerzen können.
        ABER vorschnell zu sagen, das heutige liberale Wirtschaftssystem oder die Globalisierung wären die Schuldigen ist ein fataler Irrtum.
        Denn um das Heute richtig zu verstehen, müssen wir zuerst einmal wissen, wie es Gestern war. Und da war es viel schlimmer!
        Vor 200 Jahren lebten über 90% unter der Armutsgrenze. Das war über Jahrtausende die Norm. Wissenschaftlicher Fortschritt und liberale Wirtschaft schuf nicht die Armen, sondern sie vermindert stetig ihre Anzahl.

      • Reincarnation of XY sagt:

        … Aber das sieht nur der, welcher sich die Mühe macht die geschichtliche Entwicklung aus der Vogelperspektive zu betrachten.
        Wer nur auf den Jetzt-Zustand sieht und bei jedem wahrgenommenen Missstand, sofort Schuldige im „Jetzt“ identifizieren will, läuft Gefahr, dass er sogar die beschuldigt, welche zur Lösung des Problems beitragen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        tststs – es gibt Studien welche global erfasst wurden mit über 100k Teilnehmern. Diese haben Evidenz.
        Es geht auch nicht um eine Wertung oder um ein „wer ist besser“. Das ist Kindergarten. Es geht nur darum besser zu verstehen und dann die besseren Schlüsse zu ziehen. (Ihr Beispiel zeigt zB, dass Frauen und Männer verschieden sind und verschieden auf gewisse Anreize reagieren. Das hat Ursachen, die tiefer gehen, als die gängigen Gender-Erklärungen behaupten.
        Wir müssen unser genetisches, psychologisches und geistiges Erbe stets im Blick auf die letzten 2 Mio Jahre betrachten.
        Der Mensch ist Evolution. In uns wirken auch archaische Triebe, die schon vor der Kultur da waren. …

      • tststs sagt:

        „Es geht nur darum besser zu verstehen und dann die besseren Schlüsse zu ziehen“
        Aber genau das mein ich doch. Die RICHTIGEN Schlüsse ziehen (und ich sage nicht, dass meine die richtigen sind). Und so lassen sich die Ausreisser nach oben bei den Männern eben auch mehrere Schlüsse ziehen:
        1. Nur Männer erreichen IQs über 180
        2. Frauen wagen nicht, ihre beste Performance zu zeigen.
        Könnte beides möglich sein; ,mit ziemlicher Sicherheit liegt die Lösung auch aus einer Mischung aus diesen und noch anderen Gründen.

        „Der Mensch ist Evolution. In uns wirken auch archaische Triebe, die schon vor der Kultur da waren“ Und jetzt nennen Sie mir bitte einen einzigen, der nur bei einem Geschlecht vorkommt. Die Triebe sind Natur, deren Abfuhr in der Zwischenzeit Kultur.

      • Sportpapi sagt:

        @RoXY: „Aber es ging ja darum, ob die Schule Buben benachteiligt und ob die „feminisierte“ Schule für ein männliches Prekariat verantwortlich ist.“
        Eigentlich nein. Es ging nur darum, ob die Schule heute die Jungs benachteiligt. Ob sie das tut, ist wohl eine politische Frage. Dass aber die Jungs schlechter abschneiden, in Gymnasien deutlich unter- und in den unteren Schulstufen und vor allem Sonderschulen deutlich übervertreten sind, ist nun mal Tatsache.
        Egal, was die Geschichte dazu sagt, und ob es früher besser oder schlimmer war.
        Und der Frage, ob denn die Schule wirklich die „Kompetenzen“ vermittelt und hoch bewertet, die für das Leben wichtig sind, haben Sie im Raum stehen gelassen. Sind das wirklich mehrere Fremdsprachen auf guten Niveau?

  • Berg sagt:

    Geschlechterfalle? Ich glaube eher, wir haben bald ein Problem mit idenditätslosen Kindern in der Neutralitätsfalle.

  • Martin Frey sagt:

    Nachdem man sich zwei Wochen lang DER Herausforderung unserer Generation widmete, die im Schluss gipfelte, dass man Party machen kann wenn man sich selber gesund fühlt, kommen wir wieder offenbar zu den Belanglosigkeiten der Vor-Covid 19-Aera zurück. Mit der Konsequenz, dass Journie Journie derselben Redaktion interviewt um dessen Buch zu promoten.
    Dabei gäbe es durchaus noch viel zu diskutieren, so hier eine kritische Stimme die grundlegende, überfällige Manöverkritik übt:
    https://www.mittellaendische.ch/2020/04/07/covid-19-eine-zwischenbilanz-oder-eine-analyse-der-moral-der-medizinischen-fakten-sowie-der-aktuellen-und-zukünftigen-politischen-entscheidungen/
    Man muss nicht mit jeder einzelnen Aussage übereinstimmen, aber unter dem Strich legt der Mann den Finger auf den Punkt.

    • Martin Frey sagt:

      „Ich bin ein Mann und alles was ich tue, ist männlich“.
      Ich frage mich, woher der Autor das weiss, um dies mit dieser Überzeugung von sich zu geben. Wie wenn nicht jeder Mensch weibliche und männliche Züge in sich hätte, so gut wie auch weibliche und männliche Geschlechtshormone. Welche Seite nun bewegt ihn zu seinen Verhaltensweisen? Sein äusseres Genitale etwa? Was gilt denn nun, wenn man gleichzeitig behauptet, Geschlechter seien Konstrukte, anerzogen, frei wählbar? Weiter oben im selben Text distanziert sich derselbe NP nämlich vom „genitalen Geschlecht“. Was überhaupt ist männlich, und weiblich, beim Verhalten des NP, aber auch sonst? Leider bleibt diese Frage unbeantwortet.
      Nebenbei, mit geschlechtsneutralen Namen tut man Kindern keinen Gefallen. Aber das ist ja egal…

      • Röschu sagt:

        „…mit geschlechtsneutralen Namen tut man Kindern keinen Gefallen..“
        Pickert geht es ja auch nicht um seine Kinder, sondern nur um sich selbst und seine Weltanschauung.

      • Muttis Liebling sagt:

        Biologisch ist das Geschlecht eine chromosomale Eigenschaft. Die ist so fix unabänderlich wie die Erdumlaufbahn.

        Darüber variiert Geschlechtsphänomenologie, die inneren und äusseren Geschlechtsorgane, der Hormonmix. Daran meint man das Geschlecht erkennen zu können und in 99.8% der Fälle stimmt das, aber es ist eben ein phänomenologisches Stimmen. Wirklich sehen kann man das Geschlecht nur im Mikroskop.

        Soziale Wesen wie der Mensch oder Pinguine haben darüber hinaus noch eine Projektion ins Sozialverhalten, welche man ‚Gender‘ nennt. Gender verhält sich zu Geschlecht wie Gerechtigkeit zu Recht. Recht und Geschlecht gibt es objektiv, Gerechtigkeit und Gender nur gefühlt. Die können, müssen aber nicht kommunizieren. Bio- Männer können Gender- Frauen sein.

      • Martin Frey sagt:

        @Röschu
        Das wollte ich damit ausdrücken, denn darin liegt ja die eigentliche Tragik.

      • tststs sagt:

        „Nebenbei, mit geschlechtsneutralen Namen tut man Kindern keinen Gefallen. Aber das ist ja egal…“

        Geeeenau, weil man einem Namen ja das Geschlecht ansieht.
        Wir haben mal gelernt, gewisse Namen mit einem Geschlecht zu identifizieren, dies ist nicht „naturgegeben“.
        Fragen Sie mal Männer und Frauen mit dem Namen Andrea 😉

      • tststs sagt:

        @MF: Ihr zweiter Kommentar beschreibt das Dilemma Sex-Gender (biol.Geschlecht – soz. Geschlecht) sehr gut.
        Und es ist einmal mehr erstaunlich: Für das, dass Sie es als Belanglosigkeit abtun, widmen Sie ziemlich viel Kraft diesen Gedanken 😉

        Und noch ein wenig Lehrertum:
        „„Ich bin ein Mann und alles was ich tue, ist männlich“.
        Ich frage mich, woher der Autor das weiss, um dies mit dieser Überzeugung von sich zu geben.“
        Männlich/Weiblich sind eigentlich (!) biologische Kategorien. Und deshalb hat er recht: Er ist männlich und sein Tun ist es somit auch.

      • Martin Frey sagt:

        @tststs
        „Männlich/Weiblich sind eigentlich (!) biologische Kategorien. Und deshalb hat er recht: Er ist männlich und sein Tun ist es somit auch.“
        Und das von Ihnen, tststs? 😉 Sagten Sie doch immer, das gibt es nicht (oder so ähnlich).
        Nein, im Ernst, woher will er das wissen, oder woher wollen Sie das wissen?

      • tststs sagt:

        @MF: Jetzt bin ich für 2 Minuten wirklichwirklich beleidigt. Und dann ein wenig enttäuscht. Ich habe wirklich gedacht, Sie gehören zu denjenigen, die mich verstanden haben (nämlich dass man durchaus die biologischen Unterschiede anerkennt und für die Abschaffung der Gender sein kann). Aber ja, schön dass ich mich aus der Schublade befreien konnte 😉

        Und nun zu den Fragen:
        1) Ich glaube, der Autor kennt sein Geschlecht schon, oder?
        2) Ich vertraue auf die Richtigkeit der Informationen.

      • Martin Frey sagt:

        @tststs
        jetzt könnte ich etwas eingeschnappt sein, haben Sie sich mit der Metaebene meiner Fragen gar nicht auseinandergesetzt 😉
        Dazu nur kurz:
        1) Ich glaube, der Autor kennt sein Geschlecht schon, oder?
        Weshalb? Er spricht von dem, was er tut (Zitat!), nicht von seinem Genitale. Womit wir direkt bei ihrem Genderding wären…. 🙂
        2) Ich vertraue auf die Richtigkeit der Informationen.
        Sie vertrauen auf Behauptungen, auf Selbstwahrnehmungen. Das ist ok, aber nicht ganz mein Ding.
        Ich könnte jetzt einfach mal das Gegenteil behaupten, und mal mutmassen, dass Tenor seiner Beiträge sowie demonstratives Verhalten in der Oeffentlichkeit wie auch Erziehungsfragen Ausdruck eben seiner weiblichen Seite wären… 😉

      • tststs sagt:

        @MF??
        „Ich bin ein Mann.“
        Was, wenn nicht das Gential, ist da gemeint?

        Und vielleicht blamiere ich mich jetzt total, weil ich den Gag-Zug verpasst habe; aber der Autor muss mir doch kein Dick-Pic schicken, damit ich mich auf die Angabe „Herr“ verlassen darf…

      • Martin Frey sagt:

        Das ist doch die Pointe, tststs, oder eben, unfreiwillige Ironie. Zumindest in meinen Augen.
        Er beschreibt sein VERHALTEN ja ziemlich apodiktisch als männlich (weshalb?) ohne dies weiter zu begründen und dies allein darum, weil er ein Mann sei (biologisch). Was ich ihm zwar gerne glaube, aber gemäss seiner eigenen Lesart Unsinn ist.
        Ich hoffe, ich habe es nun besser erläutert. Sonst ist es Zeit für Feierabend…. 🙂

    • Sportpapi sagt:

      @Martin Frey: „Der Mann“ schreibt viel Interessantes, auch wenn er etwas zu blauäufig beschreibt, was in Asien doch alles besser gemacht wurde.
      Aber im Moment haben offenbar viele Ärzte das Bedürfnis zu erklären und anzuklagen. Auch die diversen anerkannten Ärzte, die alle Massnahmen für völlig übertrieben halten und Corona mit einer Griffe vergleichen, beziehen sich übrigens auf hochstehende Fachpublikationen.
      Da hilft es nichts, „die Leute an der Front“ zu fragen, und dann Zustände zu beschreiben, die so eben wirklich fast nirgends stattgefunden haben. Zum Glück.
      Das wesentliche, wieder einmal: “ 8. Was können wir aktuell tun? Die Frage nach den besten Lösungsansätzen kann ich auch nicht beantworten.“
      Sehr bescheiden! Also was bringt das alles, momentan?

      • Sportpapi sagt:

        Griff? Grippe natürlich.
        Aber ein weiteres Mal: Es kommt die Zeit für Manöverkritik. Aber im Moment geht es darum, das Problem heute in den Griff zu bekommen, und täglich einschneidende Entscheidungen zu treffen. Da benötigen wir Ärzte und Fachleute, die beraten, die forschen, die empfehlen. Und die sich abstimmen, die gemeinsam nach besten Wegen suchen.
        Ärzte, die heute alles genau wissen, was früher hätte anders gemacht werden sollen, bringen momentan gerade gar nichts. Und glaubwürdig sind sie sowieso nur, wenn sie entsprechende Forderungen tatsächlich auch schon zeitnah formuliert hatten. Kritik ist immer einfacher als selber Verantwortung tragen, und im Nachhinein ist es einfach, alles besser zu wissen.

      • Martin Frey sagt:

        @SP
        „Auch die diversen anerkannten Ärzte, die alle Massnahmen für völlig übertrieben halten und Corona mit einer Griffe vergleichen, beziehen sich übrigens auf hochstehende Fachpublikationen“
        Nein, tun sie nicht, die gibt es nicht. Zumindest unter den ernstzunehmenden, die etwas von der Materie verstehen.
        Und die Fachpublikationen können Sie mir gerne nennen.

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        Schliesse mich Ihnen gerne an, MF.

        Niemand, der eine Ahnung hat vergleicht SARS-CoV-2 noch mit einer Grippe.

        Die Mortalität ist rund 10 x höher als bei einer Grippe. Ueberall auf der Welt. Schon in China war die publizierte Mortalität immer um 2% bis 4%.

        Diese vermeintlich hochstehenden Publikationen würde ich auch gerne mal lesen.

        Klar, es gibt unterschiedliche Meinungen auch unter den Ärzten. Nicht jeder Arzt ist aber ein Fachmann bezüglich Covid-19. Man muss sich mal von der Vorstellung lösen, dass ein „Arzt“ überall in der Medizin noch ein Experte ist. Das ist er in der Regel nur noch für sein Fachgebiet, weil das Wissen in den letzten 30 Jahren extrem in die Breite ging. Und Sorry, wenn es für Mediziner schon schwierig ist, können Laien nicht wirklich mitreden.

      • tststs sagt:

        Total bei Ihnen SP: Was da schon alles kritisiert und interpretiert wird! Wir sind noch mittendrin, eine verlässliche Analyse ist überhaupt noch gar nicht möglich…

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Ich beziehe mich auf Bodo Schiffmann, Sucharit Bhakdi, Wolfgang Wodarg und andere.
        Und nein, ich nenne genausowenig die jeweils zitierte Fachliteratur, noch kann ich die Aussagen im Detail überprüfen, noch kann ich beurteilen, welcher Arzt jetzt „ernstzunehmend“ ist bzw. von der Sache etwas versteht.
        Ich weiss nur, dass die Fachleute durchaus widersprüchliche Ansichten haben, was denn nun zu tun ist. Und dass ich mich in der Situation lieber an das BAG halte, als an irgendwelche einzelnen Ärzte mit abweichenden Meinungen.
        Wobei ich mich hier ja sowieso an nichts halten kann, denn Empfehlungen gibt Vogt ja gar nicht ab. Er weiss nur, was in Asien alles top, in Europa alles falsch gemacht wurde.
        Ernsthaft? Und die politische und wirtschaftliche Stimmung ist egal?

      • Sportpapi sagt:

        @Aquila Chrysaetos: Wir Laien wollen auch nicht unbedingt mitreden. Aber selbst wir Laien sehen, dass die Fachleute im Dunkeln tappen. Und selbst wir Laien sehen, dass es aktuell der Situation in keinerlei Hinsicht hilft, Fehler der Vergangenheit zu kritisieren, wo doch Lösungen für die Gegenwart dringend gefordert werden.
        Und auch wir Laien sehen, dass es hier auch um Wirtschaft und Politik geht, um das „Machbare“, und nicht ausschliesslich um Medizin. Wer übernimmt denn Verantwortung heute?

      • Martin Frey sagt:

        Du meine Güte, SP. Da haben Sie ja ein schönes Kabinett des Schreckens aufgeführt, über deren Motive, sich so ins Rampenlicht zu drängen, man nur mutmassen kann.
        Zu Wogard hülle ich mich in Schweigen, und Schiffmann versteht bestenfalls etwas von Schwindel. Und die 4 Videos auf dem genau 2 Wochen (!) aktiven Youtubechannel des seit über acht Jahren emeritierten Bhakdi, der als einziger ggf. noch halbwegs die Kompetenz hätte mitzureden, wurde schon in der Laienpresse auf ihre Widersprüchlichkeit und Inkohärenz getestet.
        Alle in der letzten Zeit vermeintlich simpel tönenden Behauptungen wurden widerlegt. Nicht alles, was simpel tönt, ist auch plausibel, SP. Und der Fake News und Selbstdarsteller gibt es viele.
        Das Problem ist auch beim BAG, dass Fachkompetenz dort Mangelware ist.

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Etwas anderes: Letzte Woche haben Sie doch verlangt, dass man den Ärzten die „nicht dringend angezeigten medizinischen Eingriffe und Therapien“ wieder erlauben sollte. Orsola Vettori schlägt gar Alarm, weil das Arbeitsverbot zu finanziellen Problemen führt (wie in allen anderen betroffenen Branchen). Wie verträgt sich das mit Ihrem sonst vertretenen Nullrisiko-Ansatz?
        Und wie kommt es eigentlich, dass das Militär nach heutiger Mitteilung in 50 Spitälern präsent ist, weitere sind in Abklärung, während das Fachpersonal daneben in Kurzarbeit ist?

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: „Da haben Sie ja ein schönes Kabinett des Schreckens aufgeführt, über deren Motive, sich so ins Rampenlicht zu drängen, man nur mutmassen kann.“
        Absolut einverstanden.
        Aber was sagt mir denn, dass der mir völlig unbekannte Paul Robert Vogt dazu mehr zu sagen hat? Ist er als Herzchirurg vom Fach? Ist er irgendwo in der Verantwortung? Oder ist er einfach ein „Chinakenner“, vor allem einseitig die asiatische Vorgehensweise lobt und die europäische tadelt?
        Noch einmal: Ich finde seinen Text interessant. Ich lese aber nichts darüber, was denn nun heute zu tun wäre. Und das ist es, was mich vorwiegend interessiert. Kritisieren ist einfach, hinstehen und Verantwortung übernehmen ungleich schwieriger.

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: „Das Problem ist auch beim BAG, dass Fachkompetenz dort Mangelware ist.“
        Auch das kann ich nicht beurteilen. Sie? Richtig ist aber, dass offenbar eine grosse Mehrheit der Bevölkerung grosses Vertrauen hat in den Bundesrat und das BAG, die getroffenen Entscheidungen der letzten Wochen meist durchaus nachvollziehbar waren, und es Kritiken in beide Richtungen gibt. Wobei es aktuell weder für die politisch geforderte schnelle Rückkehr zur Normalität, noch für die von einzelnen Ärzten geforderte Verschärfung der Ausgangssperre eine Zustimmung der Bevölkerung gibt.
        Also: Was würden Sie denn heute besser machen als das BAG?

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        @SP und MF:

        Das BAG macht es nicht schlecht, respektive gut. Die Situation ist ja nicht ganz einfach. Whs hätte man die Grenze zu Italien früher schliessen müssen (was zunächst angeblich nicht ging, dann aber doch). Aber ansonsten? Wenn man zugegeben hätte, dass Maskenpflicht was bringt, dann hätte es einen total Run darauf gegen und in den Spitälern wäre noch mehr geklaut worden. Es gab ja schlicht keine Masken.
        Warum Militär und gleichzeitig Kurzarbeit? Weil unsere Spitäler Wirtschaftsunternehmen sind, allen voran die Privatspitäler, aber auch die öffentlichen. Die haben alle CFOs die rechnen können und müssen! Wenn die Zahlen nicht stimmen, gehen sie ein. Das ist unser DRG-System, dem das Volk 2006 zugestimmt hat.

  • David Grunder sagt:

    Das Thema wird zu Unrecht so was von hochstilisiert. Habe auch 3 Kinder. Schlussendlich wird das soziale Umfeld ausserhalb der Familie viel prägender sein. Es ist zwar nett nach Feierabend ein bischen Prinzessin mit seinem Sohn zu spielen, dient wohl aber eher dem Autor als dem Sohn. Der kann sich dann bei seinen Prinzessinnen-Kollegen und Kolleginnen damit brüsten. Oder ein Buch darüber schreiben….

    • Maike sagt:

      Genau ! Und nicht nur das soziale Umfeld wird für eine Geschlechterrolle sorgen. Da hilft der Körper nämlich gewaltig mit – wenn Jungs einen Bart bekommen, Frauen aber nicht. Oder wenn Frauen einen Busen bekommen, Jungs aber nicht.
      Da bin ich auf die geschlechtsneutralen Erziehungstips des Herrn P. gespannt.

      • tststs sagt:

        Ich sag’s jetzt mal so:
        Wenn ich einen Sohn habe, der halt dann eher zu Flaum als zu einem Vollbart tendiert, oder wenn ich ein Mädchen habe, dessen Busen kaum bis zum A-Körbchen wächst, dann sind mir Ansichten und Tipps eines Herrn P. doch einiges lieber 😉

        Oder in aller Deutlichkeit und ohne Smiley: Wenn es um das Körperbewusstsein geht, sollte da tatsächlich ein Unterschied in der Erziehung gemacht werden? Ehrlich? Welchen den gerne?

    • tststs sagt:

      Sie haben recht. Ein Junge mag zuhause einen Rock tragen, aber in der Schule traut er sich dies nicht.
      ABER: dieser Mann wird irgendwann das Dorf verlassen (bitte entschuldigt das Klischee-Sprech) und dann in der grossen Stadt, in einem anderen sozialen Umfeld sich getrauen, sich selbst zu sein und Röcke zu tragen. Und er wird Fotos davon seinen Eltern senden.
      Derjengen, der es auch zuhause nicht durfte, wird vielleicht irgendwann das Dorf verlassen; und vielleicht nie mehr zurückblicken. Vielleicht wird er auch bleiben und ganz glücklich werden; vielleicht wird er bleiben und Suizid begehen.

      Muss alles nicht. Aber ist es nicht Aufgabe der Eltern ein möglichst breites Spektrum an „dürfen und können“ zur Verfügung zu stellen?

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Es ist auch Aufgabe der Eltern, die Kinder auf das Leben vorzubereiten. Sie sollen also möglichst viel dürfen und können, aber auch wissen, dass es dabei auch Grenzen gibt. Oder wie viele Männer können denn heute im Rock zur Arbeit? Mal ganz unabhängig von der Frage: Warum sollten sie?

      • tststs sagt:

        „Warum sollten sie?“

        Ich halte Sie nach wie vor für einen super, weil engagierten Papi, SP.
        Aber ich hoffehoffehoffe, dass Sie Ihre Kinder nie mit dieser Frage konfrontieren werden!
        Entweder Sie besitzen Anstand, Respekt und Intellegenz und können die Frage selber beantworten oder nicht.

      • tststs sagt:

        Und übrigens, vorgestern ist einer vor einem Milliardenpublikum im Rock aufgetreten. Einen fancy Hut hatte er auch noch an.

        Er heisst Franziskus.

      • Reincarnation of XY sagt:

        SP – die Frage ist eher, wieviele das wollen.
        die, die das wollen, sind sehr wenige. Und die können das auch.

        Ich meine, je freier Frauen wurden in dem was sie anziehen können, desto weniger Röcke trugen sie. Ich glaube kaum, dass Männer immer mehr Röcke tragen würden.

        Wir können auch nicht wissen, wieviele Männer nur deshalb Frauenkleider tragen, weil der Tabubruch ihnen einen Kick gibt und nicht, weil dies ihr ureigenstes Bedürfnis ist.

        Warum Menschen gewisse Dinge tun oder nicht tun, kann unterschiedlichste Gründe haben. Es sind beileibe nicht immer die Vordergründigsten.

      • tststs sagt:

        Ach come on, im Endeffekt ist es eine Stellvertreter Diskussion. Sie können den Rock durch beliebige andere Dinge ersetzen…

      • Sportpapi sagt:

        @RoXY: Eben. Kaum ein Mann will Röcke tragen, ausser zum auffallen.
        @tststs: Wieder einmal verstehe ich kein Wort. Aber richtig, es gab mal den Protest der Chauffeure, die in Röcken zur Arbeit gingen. Weil es ihnen verboten war, in kurzen Hosen zu arbeiten, während ein Rock erlaubt war.

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