Corona-Tagebuch

No Kita, more Fun

Auch wenn sich Baby und Deadlines des Chefs schlecht vertragen, muss unser Papablogger derzeit überraschend viel lachen.
Homeoffice mit Baby: Der Lockdown stellt das Leben aller Eltern auf den Kopf. Illustration: Benjamin Hermann

Homeoffice mit Baby: Wer soll da schon konzentriert arbeiten können? Illustration: Benjamin Hermann

Mittwoch, 8. April

Letztes Mal habe ich an dieser Stelle geschrieben, wie schwierig es ist, momentan bei der Kinderbetreuung auf die Grosseltern zu verzichten. Doch zur wirklichen Herausforderung wurde es für meine Frau und mich erst, als wir uns auch dazu entschlossen, unseren Sohn vorerst nicht mehr in die Kita zu bringen. Denn Eltern, die nicht zwingend darauf angewiesen sind, werden von den Behörden gebeten, ihre Kinder freiwillig selbst zu betreuen.

Das ist gut drei Wochen her. Seither kümmern wir uns rund um die Uhr um den Kleinen. Windeln wechseln, füttern, spielen, Windeln wechseln, in den Schlaf wiegen, Windeln wechseln. Ich will mich nicht beklagen, ich mache das alles gern (schon schräg, was ein eigenes Kind auslöst). Wäre da nicht diese nervige kleine Sache neben dem ganzen Familienbetrieb: der Job. Ich arbeite momentan im Homeoffice, meine Frau ebenfalls. Gleichzeitig die Bedürfnisse des Babys und des Chefs zu befriedigen, ist alles andere als einfach.

Die Bedürfnisse des Babys und des Chefs gleichzeitig befriedigen? Schwierig!

Und dann ist da noch die finanzielle Belastung. Obwohl wir unseren Sohn aktuell nicht in die Krippe bringen, zahlen wir weiter unseren monatlichen Beitrag für seine Aufenthalte. Viel Geld für eine junge Familie. Diese Sorge sind wir nun glücklicherweise los: Die Stadt Zürich hat entschieden, alle Kita-Kosten für Eltern wie uns rückwirkend seit dem Lockdown zu übernehmen. Eine willkommene Entlastung.

Ausserdem pendeln wir uns auch zu Hause immer besser ein. Nach ein paar Anlaufschwierigkeiten finden meine Frau und ich jetzt die richtige Aufteilung – zumindest meistens. Wenn beide eine Videositzung haben und der Kleine weint? Für diese Situation gibt es wohl keine passende Lösung (für Inputs bin ich immer dankbar). Das Baby im Arm zu halten, während man nur kurz eine E-Mail beantwortet? Fast unmöglich. Es drückt die Tasten auf dem Laptop oder reisst die Kopfhörer runter. Ein kurzes Telefonat mit dem Chef? Sie können es sich vorstellen. Wir mussten in letzter Zeit oft herzhaft lachen, weil unser Sohn unfreiwillig komische Situationen kreierte. Wir sind jetzt vielleicht weniger produktiv, dafür aber glücklicher.

Corona-TagebuchDurch Homeschooling und Homeoffice sind sich Eltern und Kinder zurzeit so nahe wie nie. Im Mamablog berichten wir von Montag bis Freitag um 17 Uhr vom ganz normalen Wahnsinn aus dem Lockdown: von Kindern, Schule, Arbeit, Patchwork, Beziehungen, Social Distancing und kleinen Errungenschaften im neuen Alltag. Wie es in Yannick Wigets vier Wänden weitergeht, erfahren Sie nächsten Mittwoch.