Kannst aufatmen, Mama!

Der Alltag mit Kindern ist voller anstrengender Szenen. Dabei gibt es auch andere – wie die Hitliste unserer Autorin beweist.

«Da bist du ja!» Wenn Kinder aus dem Sichtfeld verschwinden, werden Eltern panisch. Foto: iStock

Das Kleinkind schläft nachmittags um fünf ein, und futsch ist der entspannte Abend. Die Windel ist voll, aber der Bus steht im Stau. Oder die Magen-Darm-Grippe schlägt zu (und dies ausgerechnet, nachdem die Bettwäsche erneuert wurde). Man braucht oft Energie wie drei Pferde und eine Eselsgeduld, um im Alltag mit Kindern nicht im Dreieck zu galoppieren. Umso heilsamer, sich auch einmal alltäglichen Momenten des Aufatmens zu widmen. Meine Favoriten – neben Treffsicherheit bei Magen-Darm – in sieben Szenen:

  1. Seit Tagen will Junior partout nur das langweiligste Pixie-Büchlein der Welt hören. (Kennen Sie «Conni backt Pizza»?) Bereits versuche ich es blind zu rezitieren, um zu verhindern, dass mir das Hirn einfriert, wenn Conni über fünf Seiten hinweg den Teig anrührt. Auch droht mein Verhältnis zur italienischen Nationalspeise ob der lähmenden Lektüre in Dauerschleife langsam Schaden zu nehmen. Da endlich landet das Büchlein in der Ecke, ein anderes wird angeschleppt. Sogar «Conni lernt backen» könnte mich nun versöhnlich stimmen. Zur Feier des Tages belege ich danach gleich selbst eine Pizza.
  2. Apropos Pizza: Die Tochter will eine Übernachtungsparty. In vier Monaten. Doch schon jetzt gibts kein anderes Thema mehr. Pizza steht auf dem Programm, Filme gucken und, natürlich, nie schlafen. «Lara lade ich ein. Und Sophia. Und die … und die … und, und, und …» Wir feilschen noch um die Obergrenze, und ich verkneife mir knapp den Wunsch, höhere Macht oder eine Grippe im Quartier mögen die Anzahl Gäste auf natürliche Art regulieren, da kommt die Tochter eines Tages heim und sagt: «Ich möchte lieber eine Party ohne Übernachtung.» Phew, doch höhere Macht!
  3. Auf dem Spielplatz, beim grossen Klettergerüst: Das Kind kraxelt von hier nach da, ruft von dort und von … äh, ja, wo ist es eigentlich? Hektisch suche ich das ganze Gerüst ab. Mist, das kann doch nicht … Ab weiteren 10 Sekunden ohne erlösende Sichtung verdreifacht sich mein Adrenalinwert. Nochmals 10 Sekunden, und ich halte nach wegfahrenden Kastenwagen Ausschau. Doch da, ach du mein Trost, sitzt es friedlich auf der Schaukel nebenan und ruft «Mama, hier bin ich!».
  4. Der Friede währt nicht lang. Ein anderes Kind will auch schaukeln, erfährt eine zu heftige Abwehr und läuft weinend zur Mutter. Während ich noch den pädagogisch korrekten Auftritt gegenüber dem eigenen Kind versuche, rüste ich mich für einen strafenden Blick der anderen Mutter und begebe mich schon mal in eine demütige Körperhaltung. Da lacht sie mich freundlich und schulterzuckend an. Uff, vielleicht der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.
  5. Je kleiner die Kinder, desto grösser die Bagage. Und umgekehrt. Will heissen: Inzwischen passierts, dass ich das Haus komplett unvorbereitet verlasse. Also ohne Apfelschnitze und Wasserflasche. Doch wehe, wenn sich auf dem Heimweg im überfüllten Bus ein akuter Anfall von Hunger ereignet und die Erkenntnis sackt: Nix dabei. Mit zunehmender Intensität des kindlichen Klagens grabe ich immer tiefer und verzweifelter in der Tasche, in der Hoffnung, noch etwas aus längst vergangenen Tagen zu finden. Siehe da: ganz unten eine Packung Crackers, voll verbröselt und abgelaufen vor vier Wochen. Aber was solls.
  6. Es kann ein morscher Holzstecken sein, das kaputte Plastikauto aus der Kinderüberraschung oder der Ballon aus dem Schuhgeschäft, mittlerweile ohne Luft: Herzensdinge der Kleinen, für Grosse aber Steine auf dem Weg hinaus aus dem zugemüllten Kinderzimmer. Wir haben ein zweistufiges Entsorgungssystem: Erst verschwinden die Steine des Anstosses in einem geheimen Schrank. Nach einer Weile kommen sie ganz weg. Wobei wir stets hoffen, der Kelch des kindlichen Elefantengedächtnisses möge dauerhaft an uns vorbeigehen. Allerdings wurde auch schon Wochen später genau dieses eine, spezielle … Unbezahlbar das Aufatmen, wenn genau dieses Ding wider Erwarten noch nicht bei Stufe zwei durch ist.
  7. Die Fast-Teenagerin stellt seit Tagen auf stur bei der Einhaltung sämtlicher Regeln. Die Eltern bleiben eisern. So ereignen sich filmreife Dramen beim Tischdecken, beim Zimmeraufräumen, beim Hausaufgabenmachen … you name it. Natürlich wird einmal mehr auch das Handy nicht zur vereinbarten Zeit weggelegt. Während wir sie, auch einmal mehr, genau dazu ermahnen und bereits in Deckung gehen, weil wir zu wissen glauben, was nun folgt – sagt sie ganz unaufgeregt «okay» und schaltet es aus. Hoppla.

Nun, die Szenen 1 bis 6 haben sich tatsächlich ereignet. Auf die Realisierung von Szene 7 warten wir noch. Bis es so weit ist, üben wir das Aufschnaufen hier noch anhand der lebhaften Vorstellung davon.

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36 Kommentare zu «Kannst aufatmen, Mama!»

  • Claudia Miklic sagt:

    Mich hat der Text zum Schmunzeln gebracht, danke. Unglaublich allerdings, welche Kommentare zum Teil geschrieben werden… Manche nehmen echt alles zu ernst bzw. meinen, alles besser zu wissen oder zu können. Leute, entspannt euch!

  • Jänu sagt:

    Bin ich aber froh, ein Vollzeitpapi zu sein, der diese Probleme nicht hat. Scheint ein Geschlechterproblem zu sein.
    1. Das ist gar nichts. Gibt Schlimmeres als Pixie-Connie
    2. Übernachtungsparties: Augen und Ohren zu und durch. Ist nicht so schlimm.
    3. Klettergerüst: Entspann dich mal Mami. Macht der Kleine doch schon lange.
    4. Nein, das Mami ist nicht dafür da, Konflikte auf Kinderebene zu lösen.
    5. Akute Hungeranfälle gibt es nicht. Wie oft kommt so etwas vor? Nicht oft? Dann kann man das gut einmal aushalten. Oder hält frau die Blicke der anderen nicht aus?
    6. Mamis Aufräumzwang vielleicht therapeutisch begleiten? Trägt viel zur Entspannung bei. Holz und Steine sind nicht giftig.
    7. Erinner Dich dran, wie du warst in dem Alter.

  • Stefan W. sagt:

    Phase 8: Der Älteste fährt ohne viel Murren die Jüngeren in den Sport, dafür darf er am Wochenende das Auto haben. Der Mittlere hilft mir bei der Buchhaltung, weil er davon mehr versteht als ich. Er bezeichnet mich als Chaoten. Der Jüngste hat manchmal das Essen gekocht, wenn wir von der Arbeit nach Hause kommen (Ok, meistens ein Topf Teigwaren, aber immerhin!)

  • Maja Brunner sagt:

    Ich finde, dass man Kinder auch einfach Kinder sein lassen kann, ohne dauern dazwischen zu funken, sie zu beaufsichtigen oder meinen, ihnen alle Wünsche erfüllen zu müssen.

  • Stephan Herzog sagt:

    Ich habe sämtliche Phasen erlebt. Nun befinde ich mich mit zwei Jgendlichen in Phase sind oder gar eine noch nicht erwähnte Phase 8. Um ehrlich zu sein, bin ich doch irgendwie froh Kinder um zu haben, was und wie auch immer in den Phasen von 1 – 6 ich erlebt habe, aber im Nachinein waren es wunderschöne Zeiten, die ich nicht missen möchte. Schade für die Menschen, die keine Geduld haben und Stur ihren Alltag resp. auf sich bezogen leben.

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      Das sehe ich auch so. Die Freude die man mit Kindern hat, überwiegt bei weitem alles andere. Trotz Schreikind und Kind mit Hirnverletzung habe ich mir noch nie gewünscht, keine Kinder zu haben.

  • Angela Landolt sagt:

    Liebe Sophie, im Gegensatz zu Dir habe ich JEDE der oben beschriebenen Szenen erlebt. Dein Kind muss aus komplett anderem „Holz“ geschnitzt sein. Welch tiefenentspannte Mutter Du doch gewesen sein musst, beneidenswert! Offenbar hast Du alles richtig gemacht. Wie schön! Nur: wenn die eigenen Kinder anders ticken(und das nicht aus mangelnder Autorität der Eltern) und man dann in dieser deiner Art „beurteilt“ wird ist das weder aufbauend noch hilfreich. Mit Unzulänglichkeit der Erziehenden hat das Geschilderte nichts zu tun. Was man als Eltern in der Situation am wenigsten braucht sind Kommentare dieser Art. Zuhören,beipflichten,unterstützen- das ist es, was es braucht. Bestimmt niemanden,der einem subtil mangelnde Autorität vorhält.

    • astrid sagt:

      Liebe Angela
      Du hast es glaube verkehrt herum verstanden. Die Szenen 1 – 6 hat sie, wie fast alle unter uns, ERLEBT,
      nur die letzte fantasiert.

      • astrid sagt:

        oK, ich habs falsch verstanden, sorry 🙂

      • Brunhild Steiner sagt:

        @astrid

        Das war nicht an die Schreibende gerichtet, sondern an eine Kommentierende weiter unten. Ich hab auch erst leicht gestutzt, dann aber realisiert dass sie das „@Sophie“ gelassen hat.

  • 13 sagt:

    Ein schöner Text. Natürlich ist das Leben mit Kindern manchmal anstrengend, man verliert die Nerven und wünscht sich mal gedanklich weit weg. Aber gerade darum tut es gut, sich mal auf positive Erlebnisse zu besinnen. Aus ihnen Kraft zu schöpfen. Und wenn es nur so Kleinigkeiten sind, wie im Text beschrieben.

  • Sophie sagt:

    Nichts, aber gar nichts von all dem habe ich erlebt mit meinem Kind. Wie kommt es dass alles so kompliziert geworden ist und dass Kinder kleine Diktatoren sind? Und „Uebernachtungsparty“ ? Warum ? Ich habe das Gefühl Kinder sind zu viel mit anderen Kinder beschäftigt, unter denen sind schlecht erzogene oder solche wo nie jemand zuhause ist und die also ständig draussen sind.
    Normal ist dass das Kind eine oder zwei Stunden pro Tag mit anderen Kinder spielt oder redt, aber nicht den halben Tag und den halben Abend ! Dazu noch ein Handy ? Eine gesunde Lebensweise und eine natürliche Autorität, dies ist was fehlt. In einer Konferenz eines Familienberaters sagte der Artzt dass was ihm auffälle sei das die Eltern überhaupt keine Autorität mehr haben. Oder dann schreien sie.

    • Anh Toàn sagt:

      „Normal ist dass das Kind eine oder zwei Stunden pro Tag mit anderen Kinder spielt oder redt, …“

      Ist aber ziemlich schwierig, wenn das Kind Geschwister hat. Das ist heute zwar nicht mehr normal, aber ich halte das Aufziehen von Einzelkindern für keine artgerechte Haltung von Kindern.

      • Anh Toàn sagt:

        Was soll den das Kind sonst machen den ganzen Tag als mit anderen Kindern spielen oder reden, idealerweise draussen?

        Drinnen mit Mami spielen und reden, die den ganzen Tag zu Hause ist? Das ist gesunde Lebensweise, nicht zu viel draussen, nicht zu viel mit anderen Kindern umgehen, weil die anderen Kindern haben schlechte Eltern, die diese zu viel raus und mit anderen Kindern spielen lassen?

      • seidenspinner sagt:

        Tja, nicht jeder hat das Glück 2 oder mehr Kinder zu haben.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Sophie
      wir sind erst als unsre Jüngste (von dreien) drei war in eine grössere Familiensiedlung gezogen. Und es war fantastisch wie sich Kindergruppen gebildet haben und stundenlang draussen gespielt worden ist; klar gabs auch unschöne Szenen, aber es überwiegte der Vorteil. Und drinnen habe ich manchmal selber die Spielzeit mit Kameraden ausgedehnt; weil es mir in der Seele wehtat ihr selbstvergessenes-miteinander-in-einer-Sache-aufgehen abbrechen zu müssen.
      Zumindest für drinnen hat man es ja in der Hand wer unter welchen Bedingungen Einlass findet.

    • Lisa sagt:

      Sophie… spulen wir mal 50 Jahre zurück… Eltern waren damals noch wirklich autoritär unterwegs. Vater bei der Arbeit, Mutter war zuhause. Wir Kinder waren – sofern nicht gerade Schule oder Essen angesagt war – mit den anderen Kindern draussen unterwegs, irgendwo in der Nachbarschaft. Als ich im Teenager-Alter war und mal mit einer Freundin telefonisch (Telefon war normalerweise tabu) für später abmachte, meinte meine Mutter: „ihr habt euch doch schon heute in der Schule gesehen – irgendwann ist doch mal fertig geredet“. Das stundenlange spielen mit anderen Kindern oder das nie enden wollende Reden als Teenager war damals normal, und sollte es heute immer noch sein. Denn es ist das Bedürfnis der Kinder und Teenager (auch wenn es nicht das der Eltern ist…).

  • Sportpapi sagt:

    Bin ich froh, keine Mutter zu sein und diese Probleme nur beschränkt zu haben…
    Wobei – mit dem Geschlecht hat es wohl nichts zu tun.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Sportpapi
      nein, sondern mit der Arbeitsaufteilung; aber so dermassen exotisch-nur-auf-den-mehramtlichen-Familienbetreuer-gemünzt, sind die Beispiele ja wirklich nicht.

      • Sportpapi sagt:

        @BS: Ach, die Problemstellungen kenne ich durchaus auch. Aber ich frage mich manchmal schon, ob man sich das Leben nicht auch aktiv einfacher machen könnte. Niemand sagt z.B., dass man einer Übernachtungsparty mit vielen Kindern zustimmen soll, wenn das stresst.

      • Nina sagt:

        @Brunhild
        🙂
        Danke für Ihren trockenen und passenden Kommentar!

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Sportpapi

        Warum soll die eigene Bequemlichkeit nicht einmal zurückstehen, um einem Kind eine Geburtstagsfreude zu machen?

      • maia sagt:

        Ich glaube Väter gehen oft anders mit „Problemen“ um und ja, TvS Eltern sollen auch einmal zurückstehen – aber die Autorin beschreibt, dass sie eigentlich immer zurücksteht und die Kinder sagen, woh es durchgeht. Deshalb wird Punkt 7 auch nie so eintreffen wie beschrieben. Warum soll die Mutter bei Teenagern plötzlich Grenzen setzen können und warum sollen Teenagern sich daran halten, wenn dies vorher noch nie der Fall war?

      • Sportpapi sagt:

        @Tamar: Einmal? Wie immer gilt es abzuwägen, was man leisten kann und will. Und was sinnvoll und angemessen ist.
        Aber es scheint, als ob gerade die Mütter immer mehr Aufwand um ihre Kinder betreiben, und gleichzeitig immer häufiger darüber klagen, dass sie das an ihre Grenzen bringt.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ maia

        Wo steht die Mutter denn zurück? Weil sie dem Kind immer dasselbe Pixiebüchlein vorlesen muss? Ja ist denn die Gutenachtgeschichte für das Kind, oder für die Mutter? Ist die Kinderparty für das Kind, oder für die Mutter? Wo bitte steht die Mutter denn zurück?

        Die Mutter beschreibt doch einfach Alltagssituationen mit Kindern, die sich manchmal ganz von selbst zur Zufriedenheit der Eltern einpendeln, aber manchmal muss man halt auch in den sauren Apfel beissen und zum 89. Mal dieselbe Geschichte vorlesen. Wenn einem die 10 Minuten täglich reuen, lässt man das mit Kindern bleiben. Puppen kann man bequem in die Ecke stellen und man muss mit ihnen keine Zeit und Geduld opfern.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ maia

        Mir jedenfalls gefällt es, wie die Autorin das handhabt.

        Nicht wie im Mittelalter Jasager dressieren, sondern Kinder in ihr Leben begleiten, so dass sie eigenständige Persönlichkeiten sein können.

    • Blüemlisalp sagt:

      Klar, wenn man sich nicht gross um die Kinder kümmert und Zeit mit Ihnen verbringt, dann hat man diese Probleme wirklich nur beschränkt. Das haben Sie richtig erkannt – auch dass es mit dem Geschlecht nichts zu tun hat.
      Jede(r) der sich jedoch eingehend mit seinen Kindern beschäftigt kennt wohl diese oder ähnliche Situationen.
      Ihr kleiner Seitenhieb gegen Mütter finde ich etwas komisch – wo liegt denn das/Ihr Problem?

      • Sportpapi sagt:

        @Blüemlisalp: Ich sagte ja, die Situationen sind mir bekannt. Der Unterschied zwischen uns ist, dass meine „Seitenhiebe“ etwas mit dem vorgelegten Text zu tun haben, während Sie einfach wild spekulieren, um meine Stellungnahme abzuwerten.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Sportpapi

        Zitat-und es scheint, dass gerade Mütter immer mehr Aufwand um ihre Kinder betreiben und gleichzeitig darüber klagen, dass es sie an ihre Grenzen bringt-Zitat Ende

        An die Grenzen kommen Eltern (meist Mütter) vor Allem, weil sie vom zweiten Elternteil nicht unterstützt werden. Die Scheidungsrate liegt nicht umsonst derart hoch.

      • Sportpapi sagt:

        @Tamar: Das ist jetzt etwas weit hergeholt. Zumal die Statistik zeigt, dass die Väter insgesamt mindestens gleich viel arbeiten als die Frauen, und also keineswegs auf der faulen Haut liegen.
        Ausserdem: Die Scheidungsrate ist gestiegen, weil die Männer zu Hause weniger helfen als früher? Oder gibt es vielleicht doch andere Gründe?

      • Anh Toàn sagt:

        „An die Grenzen kommen Eltern (meist Mütter) vor Allem, weil sie vom zweiten Elternteil nicht unterstützt werden.“

        Also Die Mutter ist (meist) der Cheffe der Eltern, während die Väter häufig ungenügend unterstützen. Solange die Väter unterstützen, also sich hinter der Mutter einreihen, gibt es keine Scheidungen.

        Ja, genau so ist das mit Eltern: Die Mutter hat die Kompetenzkompetenz, sie bestimmt, wie der Vater zu unterstützen hat: Hat er dann eigene Meinung, was wie gehen soll, unterstützt er ja nicht die Mutter, und dann gibt es Scheidung, und da ist der Vater dann schuld.

        P.S. Es gibt mehr Scheidungen als früher, weil sich breitere Kreise eine solche leisten können.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Anh Toan

        Hmm… wenn die Mutter am Wochenende mit den Kindern also etwas unternimmt, während der Göttergatte findet, man könnte die Blagen auch vor dem TV parken und die Mutter findet das auf Dauer inakzeptabel, ist das natürlich der Fehler der Mutter. Wenn Papi am Wochende lieber mit seinen Kumpels lieber Töff fährt, antatt sich um den Nachwuchs zu kümmern und die Mutter hat ein Problem damit, ist sie natürlich die Böse.

        Ja, wenn man als Eltern nicht zusammenstehen möchte, dann wird halt geschieden. Papi tut dann das, was er schon immer getan hat: er nutzt die Arbeitsfreie Zeit für sich und wenn er Lust hat, kümmert er sich alle zwei Wochen um seine „Erzeugnisse“ , oder jeden Monat, oder zwei Mal pro Jahr…

      • Sportpapi sagt:

        @Tamar: Sie sollten einmal mehr nicht von Ihrer speziellen Lebenserfahrung auf die Allgemeinheit schliessen.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Sportpapi

        Trifft nicht nur auf meinen eigenen Ex zu, sondern bis auf einen in meinem ganzen weiten Bekanntenkreis. Wenn sogar „Väter“ selber erzählen, dass sie ihre Kinder nicht jedes zweite Wochende „nehmen können“, da sie ja schliesslich noch Hobbies und Freunde haben, ja dann…. Es sind bei Scheidungen praktisch immer die Mütter, denen die freien Wochenenden durch die Väter topediert werden.

        Das Echo in meinem weitesten Bekanntenkreis ist, dass es mehrheitlich die Mütter sind, welche auf die Bedürfnisse ihrer Kinder Rücksicht nehmen, während es mehrheitlich Väter sind, welche auch nach der Familiengründung ihr Singleleben weiter führen und die Familie nach Gusto drumherum organisieren, anstatt anderstrum. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Sportpapi Teil 2

        Dann gibts natürlich auch viele Elternpaare, wo sich beide in angemessener Weise um Familie und Partner kümmern, aber bei denen ist wohl auch die Scheidungsrate kleiner.

        Meine eigenen Erfahrungen und auch jene im Bekanntenkreis sind, dass wenn jemand sich nicht an Abmachungen (Kinderbetreuung, Reduzierung des Arbeitspensum, allgemeine Vorstellung von Freizeit mit Kindern usw) hält, die vorgängig getroffen wurden, es leider mehrheitlich Väter sind, die sich nicht daran halten, sobald dann Kinder da sind.

        87% der Scheidungen werden von Frauen eingereicht und das bestimmt nicht immer darum, weil man die Männer übers Näscht abschrissen will und Frau mit einem neuen Lover auf Kosten des Ex in Luxus leben will.

      • Sportpapi sagt:

        @Tamar: In meinem Bekanntenkreis sieht es natürlich anders aus. Da waren alle Väter am Wochenende im VaKi-Turnen, und auch sonst haben sie viel mit den Kindern unternommen.
        Ob und wer sich nicht an Abmachungen hält, kann ich nicht beurteilen.
        Dass 87% der Scheidungen von Frauen eingereicht werden, stimmt so sicherlich nicht. Aber wenn, dann vor allem, weil Väter sich eine Scheidung gar nicht leisten können. Weil sie dann nämlich häufig den Alltagskontakt zu ihren Kindern verlieren, aber weiterhin die Familie finanziell tragen müssen.

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