Best of: «Zuerst sind die dran, die gearbeitet haben!»

Eine Busfahrt in der Stadt Zürich bringt den Glauben an eine mütterfreundliche Gesellschaft ins Wanken.

In dieser Woche publizieren wir Texte, die im vergangenen Jahr besonders zu reden gaben. Dieser Beitrag erschien erstmals am 4. November 2019. Wir wünschen einen guten Rutsch, die Redaktion.

In den Fahrzeugen der VBZ sind «alle Menschen willkommen», wie man unserer Autorin über die Hotline versicherte, «auch Mütter!». Foto: VBZ

Dieses Jahr habe ich mich zum ersten Mal in meinem Leben so richtig offiziell beschwert. Und zwar, indem ich den Kundendienst der Verkehrsbetriebe Zürich anrief. Meine Stimme zitternd vor Wut – und Unglauben. Und das kam so:

Es war ein Freitag, etwas nach 16 Uhr. An der Busstation Limmatplatz drängelten sich viele Leute, als endlich der 32er vorfuhr. Nachdem ich zusammen mit den meisten im Innern des Busses einen Platz ergattert hatte, wollten zum Schluss noch zwei Mütter mit ihren Kinderwagen einsteigen. Als die erste die Vorderräder des Zwillings-Buggys bereits im Bus hatte, schloss sich dessen Doppeltür unerwartet – und klemmte den Wagen mit den etwa dreijährigen Kindern drin ein. Ich dachte zuerst an ein Versehen und drückte auf den Knopf.

Dann aber meldete sich der Chauffeur über den Lautsprecher. «Die mit den Kinderwagen sollen bitte draussen bleiben. Jetzt sind zuerst die dran, die heute gearbeitet haben!» Bis auf einen murmelnden Opa neben mir («Ist doch wahr, wieso müssen die immer zu Stosszeiten auf den Bus?») ging ein ungläubiges Raunen und Kopfschütteln durch die Reihen. Aber dabei blieb es auch. Leider.

«Wollen Sie mich auch gleich noch fotografieren?»

Mein halbstarkes «Gahts no!?», und die scheue Frage meiner Nachbarin, ob sie jetzt das gerade richtig gehört habe, hinderte den Busfahrer nicht daran, die Türen vor den ungläubigen Gesichtern der beider Mütter verschlossen zu lassen. Losfahren konnte er dennoch nicht, etwas Technisches hinderte ihn daran. Irgendwann löste ich mich aus der Schockstarre und stieg aus dem immer noch stehenden Bus.

Den beiden Müttern, die mit ihren Kindern auf den nächsten Bus warteten, empfahl ich, sich zu beschweren, worauf diese abwinkten mit dem Satz: «Das ist nicht das erste Mal, und es bringt ja doch nichts.» In diesem Moment lief der Chauffeur an uns vorbei, und ich fragte ihn nach seinem Namen. Er hielt mir demonstrativ sein Namensschild unter die Nase und sagte mit aufmüpfigem Unterton: «Bitteschön! Wollen Sie mich auch gleich noch fotografieren?» Ich winkte dankend ab – und fuhr mit dem nächsten 32er nach Hause. Wo ich mich beim ZVV-Kundendienst telefonisch beschwerte. Und meiner Fassungslosigkeit Luft verschaffte.

Nölende Kinder im Stossverkehr

In den elf Jahren, in denen ich schon als Mutter mit dem ÖV durch Zürich fahre, musste ich immer wieder mal leer schlucken: die genervten Blicke, die ich in Bus und Tram nach strengem Arbeitstag im Stossverkehr mit meinem nölenden Krippenkind im Wägeli kassierte, die Momente, wenn Mitreisende beim Einsteigen ins hochflurige Tram angestrengt in die andere Richtung starrten oder gleich die anderen Eingänge benutzten. Möglichst weit weg von mir und dem Kinderwagen. Oder die Leute, die in den für Vehikel aller Art reservierten Plätze partout nicht zur Seite weichen, wenn ich mit meinem kam.

Auch charmant der Buschauffeur, der letzthin eine vom Rennen ganz verschwitzte Mutter zusammenstauchte, weil diese mit ihrem Wagen durch die hinterste Tür des abfahrenden Busses zustieg – aus berechtigter Angst, dieser könnte ihr vor der Nase abfahren. «Super Idee, mit Ihrem Wagen da hinten den Weg für alle zu versperren», schnauzte es da schnippisch vom Cockpit über den Lautsprecher durch die Ränge.

Der Platz für Mütter will erkämpft sein

Aber das alles ist Pipifax, liest man im 1979 erschienenen Buch «Mütterfeindlichkeit – Von der Schande, Kinder zu haben», was Müttern im Deutschland der Siebzigerjahre im ÖV so alles widerfahren ist. Zum Beispiel der Bericht von Karola M., die sich – im siebten Monat schwanger – in einer vollen U-Bahn wegen eines Schwindelanfalls dringend hinsetzen musste. Als sie einen älteren Mann bat, ihr seinen Platz zu überlassen, meinte dieser: «Wie komme ich denn dazu? Sie haben Ihr Vergnügen gehabt, nun sollen Sie auch die Last tragen.»

Okay, gehen wir mal vom Guten aus und hoffen, dass sich im Jahr 2019 keine Mutter mehr so etwas Unterirdisches anhören muss – nichtsdestotrotz scheint es offenbar immer noch Menschen zu geben, die tatsächlich das Gefühl haben, dass Mütter den ganzen Tag rumpläuschlen – weil, ein Kind, das ist doch keine Arbeit! – und dann am Feierabend nur darauf warten, sich freiwillig mit Anhang in stickige Busse und Trams zu pferchen. Einfach weil es so lässig ist, sich deplatziert zu fühlen.

Die nette Dame von der ZVV-Hotline hatte übrigens vollstes Verständnis für meinen Unmut und versicherte mir, dass der Chauffeur einen Rüffel bekommen würde. Und dann, als ob sie es nicht zum ersten Mal sagen musste: «In unseren Fahrzeugen sollen alle Menschen willkommen sein – auch Mütter!»

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84 Kommentare zu «Best of: «Zuerst sind die dran, die gearbeitet haben!»»

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Keine Mutter/kein Vater zwängt sich einfach so freiwillig „zum Vergnügen“ und zum Ärgern der anderen Fahrgäste morgens/abends in einen bereits überfüllten ÖV. Es gibt nun mal Mütter, die auswärts erwerbstätig sind und morgens zuerst ihre Kinder in die Kita und abends dort wieder abholen und noch einkaufen müssen. Zudem haben Eltern so oder so wie alle anderen auch Termine, Verpflichtungen und Programm, so dass sich die Stosszeiten nicht immer vermeiden lasssen. JEDER, auch Eltern!, haben das Anrecht, den ÖV dann zu benützen, wann es ihnen am besten passt. Niemand soll und darf sich vorschreiben und diskriminieren lassen, wann er/sie mit oder ohne Kinder im Schlepptau Trams, Busse und Züge zu benützen hat. Bitte etwas mehr gegenseitige Toleranz, Verständnis und Akzeptanz, vielen Dank!

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Die teilweise sehr egoistischen und feindseligen Kommentar gegenüber Mütter mit Kleinkindern im ÖV sind eine Zumutung! Auch Mütter und Ihre Kinder haben wie alle anderen auch das Anrecht auf ÖV-Benützung – egal zu welcher Abend-, Stoss-, Tages- oder Randzeit dies nun mal ist. Traurig wie hier drinnen einmal mehr gegen Mütter und Kinder im öffentlichen Raum (ÖV, Restaurants,…) geschossen wird. Jeder Nörgler, jede Motzerin soll sich schämen und sich bewusst sein, dass auch sie mal klein und laut waren und nicht bereits als ruhige, brave, stille und wohl erzogene Erwachsene auf die Welt gekommen sind. Bitte etwas mehr Toleranz, Akzeptanz und Verständnis gegenüber mit Familien und Kindern in der Öffentlichkeit – danke :)!

  • Dieter Jann sagt:

    Könnte dieser Blog nicht völlig überzeichnet sein? Sie mit Kinderwagen in einen überfüllten Bus reinzudrängen, geht auch nicht. Man könnte die Überfüllung auch als Zeichen dafür nehmen, dass der nächste gleich kommt und dann halbleer ist. Rücksicht müsste gegenseitig sein. Aber nein, jeder und jede reklamiert sie für sich selbst.

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      Wer sagt denn, dass besagte Mutter die Letzte an der Haltestelle war? Viel eher war es doch so, dass die Mutter erst den aussteigenden Leuten Platz gemacht hat und sie anschliessend die Letzte war, die einsteigen wollte, weil sich alle anderen, auch jene welche nach ihr an der Haltestelle gewesen sind sich vorgedrängelt haben.

      Somit hätten jene auf den nächsten Bus warten müssen, welche auch zuletzt an der Haltestelle waren. Nur ist der nächste Bus ebenfalls voll und der übernächste auch. Jedenfalls war dort das so, wo ich vorher gewohnt habe.

      Stosszeiten von 6.30-9.30 von 11-14.30 und von 16-19h Da möchte ich Sie fragen, wann es denn Ihnen genehm ist, dass Mütter den ÖV nutzen?

  • Maru sagt:

    Wieso eigentlich explizit „mütterfreundliche“ Gesellschaft, anstatt allgemeinfreundliche?? Mütter in allen Ehren, aber sie sind nicht mehr und nicht weniger als jeder andere Zeitgenosse auch und schon gar nichts Besonderes, auch wenn manche von ihnen sich so sehen und sich fatalerweise auch anmassen, von der grossen weiten Welt als genau das wahrgenommen werden zu müssen.

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      Eben, Sie sagen es ja selbst: Mütter sind NICHT weniger, also haben diese dasselbe Recht darauf, im Bus mitzufahren wie alle anderen auch.

      • Maru sagt:

        Steht in meinem Kommentar irgendwo, dass ich Müttern das Recht abspreche, in einem Bus mitzufahren? RICHTIG LESEN, heissen die beiden Zauberworte, und es wäre nicht schlecht, würden Sie sich diese in Erinnerung rufen, bevor Sie in die Tasten greifen um Nonsens zu verfassen.

  • Cristina R sagt:

    Es war an einem Morgen des Jahres 2036, als Emma mit ihren 20 Jahren zum ersten Mal die Ausweiskontrolle am Stadelhofen überqueren konnte und somit in den Goldigen Ring Zürichs Zuritt bekamm. Es war ihr erster Arbeitstag und bis anhin lebten sie ausschliesslich in Wallisellen mit Ihrer Mutter und anderen Teilzeitarbeiter/-Innen im Silbernen Ring Zürichs. Die Grosseltern mussten kurz nach Beginn des Rentenalters nach Embrach in den entfernetsten Ring, (der Bronze Ring) ziehen mit den restlichen Nicht-Beiträger der Gesellschaft, wie Tante Silvia ‚die Arbeitslose‘, ihr Götti mit 30%igem Hörverlust oder Peter, der die allgemeine Krankenkasse nicht mehr bezahlen konnte. An dem Tag war Emma allerdings stolz, dass sie es endlich in den Ring der Zürcher Gesellschaftshelden geschafft hatte.

  • Martin Neumeier sagt:

    Nach einem Jahrzehnt in New York ist diese pathologische Zürcher Kinderfeindlichkeit wirklich unerträglich, mit all ihren imbezilen Argumenten und der Provenzialität (ein Kinderwagenticket, wtf?!) Habt ihr wirklich so wenig Liebe von Eurer eigenen Mutter bekommen, dass ihr es an den Mamis auslassen müsst? Und ja, es geht wirklich auch anders, man kann auch nach einem 16h Tag (und zwar nicht in einem Eurer dead-end Mittelstandsjob) freundlich einem Mami mit Kind helfen und ihr den Tag versüssen mit einem netten Wort. Werdet endlich erwachsenen und lernt etwas Anstand zu bewahren!

    • Cristina R sagt:

      Genauso denke ich auch. Ich habe mehr als die Hälfte meines Lebens im Ausland gelebt und habe so ein Verhalten nur in Zürich erlebt. Jetzt noch näher da ich einen 2 jährigen Sohn habe. Ich sage mir selbst immer „Einfach nicht die eigenen Werte verlieren“

      • Amerigo sagt:

        Vielleicht verhält sich das „Mami mit Kind“ in andern Ländern eben auch anders als hier. Womöglich sogar mit einer etwas geringeren Anspruchsmentalität und ohne die mannigfaltigen Allüren, welche die eine oder andere hierzulande oft an den Tag legt, nebst der vollen Überzeugung, etwas ganz Besonderes zu sein und ihr sei der rote Teppich auszubreiten, sobald sie mit der einen Hand den Kinderwagen schiebend und mit der andern ihr Smartphone knetend, aufkreuzt.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Americo

        Was für eine Anspruchsmentalität? Die Mutter wollte einfach mit dem Bus fahren.

      • diva sagt:

        ich war vor weihnachten in london und teile die ansicht von amerigo. erstens: wird bei den bushaltestelle angestanden und der reihe nach eingestiegen. zweitens: egal ob tube oder bus, da sieht man keine monsterbuggies zur stosszeit. dafür sieht man vielmehr die beinahe auf schirmgrösse faltbaren und mit einer hand bedienbaren buggies, wie sie hie vor 30 jahren noch normal waren. man nimmt rücksicht und die ist in zürich -egal ob mit oder ohne kind – leider ausgestorben.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Diva

        Warum sollen Mütter ihren Kinder diese rückenschädigenden faltbaren Buggies zumuten, wenn es auch gesunde Varianten von Kinderwägen gibt? Ausserdem gibt es in der Schweiz auch Mütter, die mit ihrem Nachwuchs nicht nur shoppen gehen, sondern auch Offroad unterwegs sind.

  • Beat Hodel sagt:

    Ich bin zwar in einer anderen Schweizer Stadt wohnhaft, könnte aber auch als Mann ohne Kinder ein Lied von der Unfreundlichkeit der städtischen Busfahrer singen. Es scheint dies nunmal eine Gattung Mensch zu sein, welche durch ihr Dasein offenbar permanent gestresst ist und den resultierenden Frust an den Passagieren abreagieren muss. Türen zu früh schliessen, vor der Nase von Heraneilenden wegfahren, Menschen beschimpfen und zurechtweisen. Alles Standard.

    • Pretty Belinda sagt:

      Auf die Idee, dass der Frust der Busfahrer nicht zuletzt durch die zum Teil unsägliche Klientel ausgelöst werden könnte, kommen Sie wohl nicht, oder? Ich sitze auch hin und wieder mal in einem Bus und muss schon sagen, was sich dort mehr oder weniger niederlässt, ist wirklich unterste Schublade und ja, auch Mütter mit meist quengelndem Nachwuchs sind darunter. Ausserdem hat ein Busfahrer auch eine Verantwortung zu tragen und kann sich nicht dauernd fröhlich lächelnd mit den Fisimatenten unleidiger alter Leute, den Hirngespinsten schwangerer Frauen, den Begehrlichkeiten von Scheidungsvätern samt ihren Wochenendbesuch-Setzlingen, dem stinkenden Fastfood dümmlicher Teenies, abgeben, usw.. Dass muss nun einfach auch mal 1. zur Kenntnis genommen und 2. endlich einmal gesagt sein.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Pretty Belinda

        Dann möchte ich Sie sehen, wenn Sie derart von Verkaufspersonal angegangen werden, welches sich mit demselben Klientel herumschlagen muss, wie ein Busfahrer. Sind Sie dann auch so verständnisvoll?

        Irgendwie sehe ich den Grund nicht ein, warum jemand seinen Frust an Unbeteiligten rauslassen darf, aber wahrscheinlich getraut er sich das bei den Verursachern seines Frusts halt nicht.

        Unter welche Kategorie gehen Sie eigentlich? Unleidige alte Leute, Schwangere mit Hirngespinsten, Wochenend-Scheidungsmutter mit Setzlingen, dümmlicher Teenie mit Fastfood?

        Ich weiss ja nicht, wo Sie ÖV nutzen, aber ich habe bisher sehr selten solches Klientel angetroffen und ich bin vor meinem Umzug mangels Auto oft ÖV gefahren. Vielleicht liegts ja an Ihrer Wahrnehmung.

      • 13 sagt:

        Belinda,
        Wer einfach nur fahren will und nichts mit Menschen zu tun haben will, für den gibt es mehr als genug Stellen in der Transportbranche. Von Kurier bis zum LKW-Chauffeur ist da alles dabei. Wer Bus fährt (Personentransport), der hat nun mal einen Job mit Kundenkontakt und muss auch in der Lage sein, diesen entsprechend so auszuüben. Die Kunden können sich die wenigsten Menschen aussuchen, aber diese höflich und freundlich zu behandeln, auch wenn man einen schlechten Tag hat oder diese einen gerade nerven, ist nun mal part of the game. Und ansonsten ist man schlicht am falschen Ort. Das gilt im Übrigen auch für Sie, wenn Ihnen Ihre Mitmenschen derart zuwider sind.

  • Anh Toàn sagt:

    Kleine Kinder sind im ÖV verbotenen, sonst wären da Kindersitze, welche die notwendigen Sicherheitsstandards erfüllen. Ein Taxifahrer der Kleinkinder ohne Kindersitz transportiert, wird ja auch gebüsst, ein Busfahrer darf das nicht, er hat ja keinen Kindersitz dabei.

    • Anh Toàn sagt:

      Darum kostet der ÖV nichts für kleine Kinder, ob mit oder ohne Kinderwagen: Wer nichts bezahlt hat, kann im Schadenfall deutlich weniger Ansprüche geltend machen, immerhin ist man gratis mitgefahren, da kann man keine Ansprüche stellen.

      Jetzt frage ich mich, ob vielleicht tatsächlich ist, was ich eigentlich als Satire schreiben wollte:

      Wäre nicht besser, der Transport von kleinen Kindern würde im ÖV kosten? Die würden als Kunden betrachtet, Umsatzbringer statt als Verursacher von Umtrieben? Wirtschaftlich schwache Familien muss man ohnehin unterstützen, besser man gibt denen Geld, damit auch deren Kinder im ÖV so sicher sind, wie die der Richies im SUV-Panzer mit dem sichersten Kindersitz.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Guter Ansatz, aber geht dann die Diskussion nicht weiter damit, ob jemand mit Halbtax oder GA dieselbe Berechtigung auf einen Sitzplatz haben, wie solche die mit einem Einzelbillet den höchsten Tarif bezahlen? Somit hätten dann ja auch Behinderte, IV Rentner und AHV Bezüger infolge ermässigtem Fahrpreis weniger oder kein Recht auf einen Sitzplatz oder überhaupt eine Beförderung.

  • Kurt Pohl sagt:

    Ich wohne selber im Kreis 5; Bin mit meinem Sohn zwangsläufig mehr als unzählige male ÖV und vor allem mit der Buslinie 32 gefahren (ja genau, es gibt auch Männer, die mit ihren Kleinkindern ganz viel ÖV fahren, ganz alleine ohne Frau). Mal mit grösserem, mal mit kleinerem Kinderwagen. Mal im übelstem Stossverkehr, mal ganz alleine. Ausser korrekten Buschauffeuren/-chauffeusen hatte ich immer das Glück, nie sowas wie hier beschreiben, erleben zu dürfen.

  • Svenja sagt:

    Weder die Eltern mit Kinderwagen noch die Hunde sind das Problem, sondern die Restlichen, die nicht aufschliessen, sondern sich um den Eingang drängeln.

    • Andrea Mordasini, Bern sagt:

      Danke, Svenja, Sie bringen es auf den Punkt! Das Problem ist meistens nicht, dass es im Tram/Bus überhaupt keinen Platz mehr hätte, sondern dass die Leute unüberlegt und verpeilt nicht aufschliessen bzw. in den speziell für Rollstühle und Kinderwagen gekennzeichneten und vorgesehenen „Nischen“ stehen (bleiben) und so den Platz blockieren. Normalerweise hätte es für das „Fussvolk“ noch genügend Platz in den Gängen, wo Kinderwagen und Rollstühle nun mal nicht ausweichen können. Aber eben, gesunder Menschenverstand, Rücksicht und „Hirn einschalten“ sind leider immer mehr Mangelware…

  • Elisabeth sagt:

    man kann sich natürlich geteilter Meinung sein, ob Mami mit Kinderwagen und Inhalt unbedingtes Recht auf Beförderung im ÖV haben.
    Dennoch möchte ich mal an jene Ego-Mamis appellieren, Ihren Baby-Rollsroyce nit auf den rollstuhlplätzen abzustellen oder noch schöner die Sitzplätze für die Behidnerten mit ihren Gofen zu besetzen. Schon oft fragte ich dann in die Runde nach einem Sitzplatz. Einge merken es, andere eben nicht.
    Höflichkeit ist eben die tugend der Könige, und wir könnten uns wie Könige benehmen; eben höflich.

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      Mit der Bezeichnung „Gofen“ bestätigen Sie schon Ihre eigene Unhöflichkeit. Warum sollte man da Ihnen Platz machen?

      • Christoph Schlegel sagt:

        Woher kommt genau das ‘von’ in ihren Namen? Eine Antwort ist nicht nötig, denn diese erübrigt sich wenn Mann ihre zahlreichen Kommentare liest. Trotz allem einen guten Rutsch ins neue Jahr und hoffe Sie gehen die Sache in 2020 etwas lockerer an.

      • Stefanie Furrer sagt:

        von allerhöchster Arroganz

      • Kia sagt:

        Gof ist im Kanton Appenzell ein Synonym für Kind und daher nicht immer abwertend gemeint.

  • Catsito sagt:

    Der ganze Artikel tönt für mich ein bisschen von armen Frauen für arme Frauen. Da kommt das Wort Vater oder Eltern nicht ein einziges mal vor, dafür „Mutter“ gleich 13 mal. Wenn ich mir den Standpunkt de Autorin vor Augen halte, denke ich muss der ganze Artikel mit vorsicht genossen werden.

  • Awa sagt:

    Unsere Tochter (5 1/2) ist im Rollstuhl und wir sind vor allem in Winterthur mit dem Bus unterwegs. Ich muss oft darum bitten, dass die Chauffeure die Rampe runter lassen und näher ran fahren. Beim Aussteigen fragen oftmals Passagiere, ob sie helfen können, wenn sie merken, dass ich alleine nicht raus komme, da der Chauffeur nicht reagiert. Ich bedanke mich immer, wenn ein Chauffeur aufmerksam ist, dann schaffe ich es alleine und die Tochter muss auch keine Angst haben und der Chauffeur freut sich über die Wertschätzung. Schlimm finde ich es im Zug, wenn die Abteile für Menschen mit verminderten Mobilität mit Gepäck und leeren Kinderwägen überstellt sind und niemand Anstalten macht, Platz zu machen. Ich wünsche mir da einfach mehr Mitdenken und Aufmerksamkeit im ÖV.

  • U.Bosshard sagt:

    Ich wohne in Fribourg und bin häufig mit dem Bus unterwegs. Zudem aber auch in Zürich mit meinem Enkel im Kinderwagen ebenfalls mit Bus und Tram. Meine Erfahrung: in Fribourg geben sich die Leute Mühe und machen auch bei vollem Bus ohne Missfallenskundgebung Platz für Kinderwagen, in Zürich dagegen häufig nur widerwillig oder nur auf ausdrückliche Aufforderung.

  • Ruedi sagt:

    Ich, m, 50ig, studiert, bereist, ohne Kinder, verheiratet, mit 30 internationalen Arbeitsjahren Erfahrung, seit über einem Jahr Investor, Hausmann und Supporter (der Frau im Top-Job), etc.
    … also ich würde hier den Ball flachen halten, Busfahrer müssen vorallem sicher fahren – für’s gender-politisch neutral-diplomatische Ideal-Verhalten könnten hier also auch mal Hausfrauen mit Kleinkindern getrost beide Augen zudrücken

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      Genau: Busfahrer haben sicher zu fahren, aber ansonsten haben sie nicht darüber zu bestimmen, wann wer mit dem Bus fährt, ausser natürlich, sie verbieten kinderlosen Mittfünfzigern die Fahrt. Das würde ich in Ordnung finden

      • Hanna sagt:

        Tamar von Siebenthal: Das Fahrpersonal hat die Befugnis, Passagiere von der Fahrt auszuschliessen, wenn das Fahrzeug überfüllt ist oder falls sich die Fahrgäste – hier nicht der Fall – nicht zu benehmen wissen. In erster Linie ist es so, wie Sie und Ruedi es erwähnen: Der Fahrer muss in erster Linie den Bus mitsamt den Fahrgästen sicher durch den Verkehr steuern, und das fordert nicht nur volle Konzentration, sondern auch fahrerisches Können. An dieser Stelle zolle ich allen Bus- und Tramwagenfahrern meinen vollen Respekt. Chappeau; ihr macht einen guten Job.

    • 13 sagt:

      Also zusammenfassend: Sie sind ein kinderloser Hausmann völlig ohne Erfahrung im öV-Fahren mit Kindern, erst recht nicht als Mutter und ebenfalls ohne Kenntnisse und Erfahrung mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, wieder erst recht nicht als Frau? Ja, so ganz ohne Ahnung würde ich auch den Ball ganz flach halten…

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Hanna

        Hier wird aber nicht die Situation eines überfüllten Bus beschrieben, sondern dass Chauffeure, deren Fahrgäste übrigens seinen Lohn finanzieren, die Frechheit besitzt, bestimmte Fahrgäste aus der Fahrt auszuschliessen. Wie hätte es denn ausgesehen, wenn in der beschriebenen Szene der Busfahrer den im Bus sitzenden Rentner (der kaum erwerbstätig ist) und der sich noch erfrechte, dem Busfahrer zuzustimmen, aufgefordert hätte, den Bus zu verlassen, um Platz für Werktätige zu machen?

        Ich war schon selber in der Situation, dass ich nicht zusteigen konnte, weil die Kinderwagenplätze besetzt waren. Da musste ich halt auf den nächsten warten. Aber sicher nicht wegen ignoranten kinderwagenlosen Passagieren die den Kinderwagenplatz besetzten, oder frechen Busfahrern.

      • Ruedi sagt:

        Genau! Die Nummer 13 hat meinen Beitrag verstanden, gratuliere!
        Und jetzt gehts zur Kernaussage und einer kleinen „Berichtigung“ …
        das „Profil“ stimmt zwar relativ gut – bis darauf, dass ich, meine eigenen und andere (Paten)Kinder oft alleine, auch im ÖV, betreute. Sorry, aber das ist nicht der springende Punkt.

        Ich meine, wenn reflexartig schubladisiert wird und nur jenen Kompetenz, resp. eine Meinung zugestanden wird, die in der entsprechenden Schublade zuhause sind, dann könnten/dürften sich 99% der Mitmenschen über 99% der Themen nicht äussern.

  • Sonderegger sagt:

    Uii, nicht immer gleich beschweren sonder mit Kind lernen auch mal eine unangenehme Situation auszuhalten! Die Reaktion des ÖV-Piloten ist auch nur eine Momentaufnahme! Vielleicht hatte er einen schlechter Tag und ist der beste Vater, den man sich vorstellen kann!

  • Samuel Koch sagt:

    Also ich verstehe die Aufruhr echt nicht. Steht Mutti an einer Haltestelle und der Bus ist voll. Dann muss sie halt warten auf den nächsten. Oder anders planen. So einfach ist es. Und ein Ticket für Kinderwägen (Symbolisch CHF 20.- pro Jahr) wäre wirklich zu überprüfen.
    Zurück zum Thema. Wahrheit ist das nicht Mütter mit Kinderwagen ein privilegiertes Beförderungsrecht hätten.

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      Bei jedem Bus hat es einen Platz, der mit dem Kinderwagensymbol gekennzeichnet ist. Sollte dieser Platz schon von anderen Kinderwagen besetzt sein, muss man wohl oder übel tatsächlich auf den nächsten Bus warten. Ist dieser aber von Personen ohne Kinderwagen besetzt, haben diese in den Korridor auszuweichen. Und ja, ich habe mir dieses Recht seinerzeit herausgenommen und auch schon mal Hosen von Uneinsichtigen mit den schmutzigen Kinderwagenrädern gestreift.

      Mütter und Kinder sind keine Untermenschen, auch wenn Ihresgleichen das so sehen möchte.

      • Enrico sagt:

        @TvS
        Ist ihrem Geist zu zumuten, sich darüber Gedanken zu machen zu unterscheiden, zwischen hier müssen Kinderwagen hin und dieser Platz ist ausschließlich für Kinderwagen reserviert ? Zuviel für Sie ?

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Enrico

        Zuviel für Sie, dass mit Kinderwagen NUR dort zugestiegen werden kann, wo dieses Symbol ist? Anderstwo kann man mit KWs gar nicht zusteigen! Und doch; Passanten ohne Rollstuhl und Kinderwagen haben in den Korridor auszuweichen, um KWs Platz zu machen! Zuviel für Sie?

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Admins

        Der Kommentar von Enrico ist zu löschen. Ich lasse mivh nicht beleidigen!!!!!

      • Samuel Koch sagt:

        Wenn zu Stosszeit der Bus voll ist und nicht entsprechedn ausgewichen werden kann muss Frau mit Kind warten. Es geht in dieser Diskussion nur um die Stosszeiten in welchen die hiesigen Mütter meinen Sie hätten mehr rechte schnell nach Hause zu kommen als andere.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Samuel Koch

        Nein, Mütter haben und wollen nicht MEHR Rechte, sondern DIESELBEN!!! Und sowieso: wie viele Busse sollen Mütter denn vorbeiziehen lassen, wenn der Kinderwagenplatz von Passanten besetzt ist? Einen, Drei oder Zehn Busse?

        Auch ist es doch so, dass ganz viele Passagiere NACH den Müttern an der Haltestelle ankommen, aber sich dann am Kinderwagen vorbeidrängeln, obwohl nach Ihrer Logik dann die Mütter vor diesen ein Anrecht auf Mitfahrt hat.

        Warum verwehrt der Busfahrer denn nicht auch Rentner, Sozialhilfebezüger, IV Rentnern und AHV Bezüger den Zustieg? Warum sollen diese nicht arbeitenden Personen mehr Anrecht auf die Mitfahrt haben, als eine Mutter?

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Samuel Koch teil 2

        Irgend wann ist einfach genug mit diesem Mütterbashing und Kinderhass. Ich hoffe doch schon, Sie denken im Alter an Ihre Ansichten und nehmen konsequenterweise keine Dienstleistungen in Anspruch und konsumieren auch keine Produkte, welche von den einstigen Kindern produziert werden, die Sie ja als Drittklassmenschen ansehen. Nicht einkaufen, keine ÖV nutzen, keine Pflege, nichts essen, nicht heizen usw usw usw

      • Enrico sagt:

        @TvonS
        Sie sind nur am beleidigen! Aber selber nichts einstecken.
        Und das Sie den Unterschied zwischen hier müssen, können die Kinderwagen hin und reserviert für Kinderwagen, nicht Unterscheiden können, sagt definitiv alles über Sie.
        übrigens war ich heute mit meinen Töchtern snöben. Also ohne Mutter. Zum Glück für mich sind wir getrennt und muss mir nicht mehr von morgens bis abends anhören, wie alles sein sollte. Jetzt können ich und die Kinder es einfach genießen.
        Ganz ohne Mutter, was Sie ja als nicht möglich erachten.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Enrico

        Blabla…. auch bei Ihnen war es Ihre Frau, welche die Scheidung eingereicht hat und nicht umgekehrt. Da muss man nicht fragen, wer froher ist; Sie, oder Ihre Frau.

        Natürlich dürfen beim Kinderwagensymbol Passagiere ohne Kinder stehen, wie auch Behinderten-Sitzplätze von nicht lädierten Klientel genutzt werden dürfen, ABER; diese Plätze sind bei BEDARF eben für jene freizugeben, für welche diese auch VORGESEHEN sind!

        Ist das IHREM Geiste zuzumuten, oder ist selbst das noch zuviel? Wie ist das eigentlich bei Ihnen? Sind Ihre Kinder schon alt genug , um auf sich selber aufzupassen, oder haben Sie nur begleitetes Besuchsrecht?

    • Andrea Mordasini, Bern sagt:

      Keine Mutter will ein „priviligeriertes Beförderungsrecht“ beanspruchen, bloss einfach das gleiche Recht auf uneingeschränkte ÖV-Benutzung wie kinderlose Passagiere auch. Das zu verstehen und nachvollziehen sollte doch eigentlich nicht so schwierig sein…?

  • Alexander Müller sagt:

    …sobald für die mittlerweile grotesk grossen kinderwagen auch ein ticket gelöst wird, können wir darüber reden ob mütter oder eher der nachwuchs keine passagiere 3. klasse sind – bis dahin –> hinten anstehen, es gibt leute die zahlen für den transport.

    • 13 sagt:

      Sobald die mittlerweile grotesken Anfeindungen von Eltern in der hiesigen geldorientierten Gesellschaft aufhören, können wir darüber reden, ob die Schweiz nicht in Bezug auf Familienfreundlichkeit weit hinten steht. Bis dahin muss die Kritik an der Kinderfeindlichkeit halt ertragen werden. Es gibt Leute, die zahlen für diese Einstellung einen hohen Preis.

    • Clara sagt:

      „die mittlerweile grotesk grossen kinderwagen“ Darin sehe ich das Problem auch. 2 solche „SUVs“ nebeneinander, ein grosser liegender Hund, und der Rollstuhlfahrer soll dann schauen wo er bleibt. Das habe ich auch schon erlebt! …angeschnauzt wurde dann der Rollstuhlfahrer von den Finder-SUVs-SchieberIn und dem Hundebesitzer.
      *facepalm

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      @ Alexander Müller

      So wie Sie schreiben sind Sie AHV Bezüger. Somit haben SIE hinten anzustehen, da Sie nur den redizierten Fahrpreis bezahlen und somit ein Mensch 4. Klasse sind.

      • AHV–Rentnerin sagt:

        AHV–Bezüger bezahlen den vollen Fahrpreis bei VBZ, SBB und ZVV! Falls nicht, wäre ich dankbar für den Hinweis, wo die Ermässigung zu beantragen ist.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ AHV Rentnerin

        Bis vor ein paar Jahren war das GA für AHV Rentner günstiger. Ist das nicht mehr so?

        Ausserdem sind die Fahrpreise für einige regionale ÖV Unternehmen, Bergbahnen usw ebenfalls günstiger für AHV Rentner, sofern sich das nicht geändert hat.

  • Pfeifer sagt:

    Wann werden die Schweizer endlich aufgeklärt, dass Mütter arbeiten und Muttersein ein legitimer Beruf ist?

    • Niklas Meier sagt:

      Wenn Mütter für ihren Beruf Sozialabgaben leisten? Frau sich darum bewerben muss und Steuern dafür bezahlt?

      • Astrid Meier sagt:

        Alles kein Problem, sobald der Beruf Mutter angemessen entlöhnt wird. Für Gratisarbeit, 365 Tage im Jahr, anfangs bis zu 20 Stunden am Tag, wird natürlich niemand Sozialabgaben leisten, und auch keine Steuern bezahlen.

      • Sportpapi sagt:

        @Astrid Meier: Lohn gibt es immer von den Auftraggebern. Hier also von der Mutter selber und vom Vater.
        Und irgendwie muss ja Geld fliessen, denn all diese Mütter, die nur „Gratisarbeit“ leisten, leben ja von etwas. Der Begriff ist also verfehlt.
        Die Frage ist eigentlich nur, wann und unter welchen Voraussetzungen eigentlich die Tätigkeit im eigenen Haushalt von Nutzen für die Gesellschaft ist, so dass die Gesellschaft einen Lohn oder zumindest einen Rentenanspruch spricht.

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Niemand sieht einer Mutter an, ob sie gearbeitet hat, oder Termine hat und selbst wenn nicht, muss sie darüber keine Rechenschaft ablegen.

    Die nächste Stufe wäre dann, Rentnern, Arbeitslosen und Sozempfängern vorzuschreiben, wann sie einkaufen gehen oder den ÖV nutzen dürfen.

    Sowieso müsste besagter Chaffeur am Wochenende auch jenen den Zutritt verweigern die frei haben, damit jene die am Wochenende arbeiten, genug Platz in den ÖV haben.

    Das Ganze war einfach eine Machtdemonstration eines frustrietrten Chaffeurs, der meint, König zu sein. Als betroffene Mutter hätte ich diesen bei der zuständigen Stelle gemeldet. Mit Uhrzeit, Haltestelle und Liniennummer lässt sich der fehlbare Chauffeur eruiren und massregeln.

  • Stefan W. sagt:

    Der Tagi ist in gewisser Weise gerecht: Mal klagt jemand darüber, als Kinderlose diskriminiert zu werden, mal jemand, wegen Kindern diskriminiert zu werden. Scheint so, als sei die Kinderfreundlichkeit in der Schweiz im Sinn eines guten Kompromisses geregelt: Alle sind gleichermassen unzufrieden.
    Besonders gut finde ich in diesem Artikel die Klage über Leute, die „angestrengt in die andere Richtung schauen“. Würden Sie das nicht tun, wäre die Klage vermutlich, dass sie „stumm das jammernde Kind anstarren“. Würden Sie etwas sagen, dann wäre das eine Einmischung. Nun, irgendwo müssen die Mitreisenden halt nun mal hinschauen, liebe Bloggerin. Und nicht alles, was andere tun oder nicht tun, tun sie wegen Ihnen oder ihres Kindes. Manchmal ist ein Räuspern einfach nur ein Räuspern

    • Enrico sagt:

      In diesen Jahren der Frauen und ihrer Unterdrückung auf auf allen Ebenen wird jedes Verhalten, egal wie Sie machen, als ich habe soeben eine Diskriminierung erlebt, verstanden.
      Deshalb sagt der Volksmund ja auch, dass Frauen emotional gesteuert sind. Das Gegenteil von reflektier fähig, rational gesteuert.

  • Christoph sagt:

    Mir ist in der Vorweihnachtszeit in Amsterdam ähnliches passiert als ich mit dem Kinderwagen wieder aus dem Tram geschickt wurde. Bisher aus unerklärlichen Gründen, da ich kein niederländisch verstehe.
    Gerade die Plätze im ÖV die für Rollstühle und Kinderwagen reserviert sind, sollte man auch dafür freigeben ist meine Meinung.

    • Rolf sagt:

      reservation im ZVv, VBZ? wo wo wo? wie schon Enrico korrekt ausführt, die Plätze sind nicht reserviert, sie sind nur bezeichnet als Plätze wo Rollstühle und Kinderwagen platziert werden sollen um sicher zu reisen und auch ein und aussteigen gut zu ermöglichen. Es gibt, bei der ZVV keine Reservation, somit auch keine reservierten Plätze. Wenn der Bus 80 nun mal voll ist dann stehen die Leute auch an diesen bezeichneten Orten, und steigen sicher nicht aus um einem zusteigewilligen Platz zu machen. Egal ob Student, KiWa oder nicht. Der wartet auf den nächste Bus, wie alle anderen auch. ganz normal gilt auch für Mütter… und Väter mit KiWa

      • Andrea Mordasini, Bern sagt:

        Das Problem ist, wie ich bereits weiter oben geschrieben habe, nicht, dass es in der Regel gar keinen Platz mehr hätte im scheinbar überfüllten Bus/Tram, sondern dass die „Ego-Fahrgäste“ die speziell für Rollstühle und Kinderwagen vorgesehene und gekennzeichnete Fläche blockieren statt in die Zwischengänge auszuweichen, wos noch Platz hätte. Diese Alternative haben Rollstuhlfahrer und KinderwagenschieberInnen nun mal nicht!

  • Benjamin Margot sagt:

    In den USA wäre so etwas nie vorgekommen. Dort wird automatisch Rücksicht genommen auf Mütter, Familien mit Kinderwagen etc. Es wird einem geholfen beim Ein- und Aussteigen. Alles kein Thema. Aber zurück in der Schweiz, hat jeder das grösste Ego und jeder meint, mit einem GA ist der ÖV gekauft inkl Sitzplatz. Mütter leisten sehr viel für die Gesellschaft. Leider unbezahlt, deshalb ohne Wert… wir müssen weg von der Denkweise des Homo Oeconomicus, dass man alles über Geld regeln kann. Wir müssen wieder den Mensch in Zentrum stellen, Verantwortung für das Handeln übernehmen und nicht daran glauben, dass der moderne Ablasshandel alles regelt.

    • Rita sagt:

      Liebe Mütter
      Ich helfe euch immer gerne mit dem Kinderwagen. Ich steige aber auch tendenziell eher hinten ein, wenn ich Kinderwägen sehe, aber nur damit vorne Platz für euch ist (nicht weil ich möglichst weit entfernt sitzen will, wie im Artikel beschrieben). Es tut mir leid, dass es solche Asis gibt!

    • Karl sagt:

      Ausser es sind Kinder aus Südamerika. Die werden in Lager geschickt.

    • Stefan W. sagt:

      USA: Land der Extreme. Mal wird man rücksichtsvoll behandelt, mal wird man erschossen.

  • Tofa Tula sagt:

    Es gibt Muetter und Muetter. Solche die ihr Kleinkind (sagen wir mal so bis 2 1/2 Jahre) tragen, und andere die es im Kinderwaegelchen herumkutschieren. Situationsbedingt werden diese wohl anders wahrgenommen und behandelt. Dass unsere Gesellschaft kinderfeindlich ad extremis ist, vereinfacht die Angelegenheit auch nicht. Generell habe ich den Eindruck, dass mittlerweile viele Muetter ziemlich bis extrem gestresst sind und es ihnen an der noetigen Souveraenitaet mangelt. Vermutlich haben sie das bereits von den eigenen Muettern uebernommen, leider. Studium ja, dann noch Kinder auf die man selber aufpassen sollte? Wo leben wir denn?

  • Maura Hanley sagt:

    Diese Tiraden habe ich ebenfalls anhören müssen (1978-1985). Das Tram in BS konnte ich mit Kinderwagen nur mit Mithilfe eines starken Mitfahrers bewältigen. Dann, alle 3 Kinder (eines im Huckepack, eines im Kinderwagen und eines im Snuggli, alle 3 kamen je nach 1 Jahr auf die Welt). Wir wohnten in der Stadt, Spaziergang übers ländliche Bruderholz etc. Ja, sexbesessen, warten, bis die Arbeitenden…, wieso soll ich helfen? uvm. Nein, ein Auto hatten wir nicht. Verstehe jedoch die jungen Mütter, die SUV fahren (:

  • Anna Haller sagt:

    Haben Sie sich nun beim Kundendienst des ZVV oder bei jenem der VBZ beschwert? Der Artikel ist in jeder Hinsicht verstörend bzw. verwirrend.

  • Jennifer sagt:

    Während meiner Schwangerschaft ist es mir häufig in der SBB passiert (ich habe zwischen Zürich und Bern gependelt), dass in den überfüllten Zügen niemand aufgestanden ist. Nur, wenn ich jemanden direkt angesprochen habe, wurde mir Platz gemacht. Es war allen ziemlich egal, dass ich hochschwanger auf der Treppe sitzen musste.
    In Zürich ist es mir passiert, als ich bei strömenden Regen an der Station Paradeplatz eine Frau um Hilfe mit dem Kinderwagen gebeten habe, dass die mich konsterniert angeschaut hat und mit dem Kommentar „gahts no“ ins Tram gestiegen ist. Da sind mir zum ersten Mal die Tränen gekommen und ich habe von dem Moment an nie mehr jemanden um Hilfe gebeten und alte Trams vorbeifahren lassen.

  • werner Boss sagt:

    Es scheint da nicht darum zu gehen, wer gearbeitet hat und wer nicht. Denn schliesslich hat eine Mutter mit Kinderwagen schon mal sicher gearbeitet. Es geht , ob in Zürich oder anders wo, immer häufiger um die primitive Macht des Stärkeren!

  • Michael Hofmann sagt:

    Ich wohnte in Bern und benutze nur den ÖV. Dies 10 Jahre lang mit einem Rücken erkrankten und operiertem grossen Schäferhund. Mein grosser Schäferhund hatte das Hunde GA. Ich musste mir immer schnell einen geschützten Platz sichern damit mein lädierter und grosser Hund geschützt liegen konnte ohne getreten zu werden. Meistens schaffte ich das. Aber sehr oft wenn mein Hund gelegen ist, versuchte eine Mutter mit Kinderwagen und Kita-Stress meinen Hund wegzumoben beim einsteigen mit den Worten entschuldigung! … Als wäre es selbstverständlich das der erwischte Platz für meinen Hund ihr gehöre und mein grosser Hund im viel zu schmalen Korridor liegen soll. Die Mutter hat für ihr Kind kein Ticket aber mein Hund benötigt den halben Ticketpreis. Mein Mitleid mit Müttern im ÖV ist darum minim.

    • Maike sagt:

      Gutes Beispiel für – ich zuerst ! Wie wäre es mal mit einem Miteinander statt Gegeneinander ? Und wenn Sie Mal ganz viel weiter denken, kann in dem Kinderwagen genau die Person liegen, die ihnen später im Altenheim einmal das Essen anreicht…

      • Michael Hofmann sagt:

        Der Korridor ist zu eng für den grossen Hund im Bus und aufmerksame Menschen sehen das auch. Es hat sonst keinen Platz mehr für ihn und sehr viele Leute sind dicht aneinander gepresst am Stehen. Er hat ein Billett und ich Termin. Die Frau hat kein Billett für das Kind im Wagen und zwängt sich einfach fordernd an den Platz meines Hundes. Da diskutiere ich keine Sekunde. Soll den nächsten Bus nehmen. In Stosszeiten in Bern fahren die alle paar Sekunden. Solche Frauen sind nur zum abgewöhnen Und Ihre Antwort übrigens auch.

      • Enrico sagt:

        @Hofmann
        Sehen Sie.
        Die Mutter drängelt und stösst beiseite, aber SIE hätten kommunizieren müssen.
        Frauen first Welt von heute.

    • Rita sagt:

      Michael, statt einfach davon auszugehen, dass jeder weiss, dass ihr Hund einen kranken Rücken hat und deshalb dort liegen muss, können Sie ja einfach kommunizieren. Die Kinderwägen gehören nämlich aus Sicherheitsgründen (idealerweise in Fahrtrichtung stehend) auch dorthin

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Michael Hofmann

        Ein Kind unter 6 Jahren benötigt kein Billet und der Kinderwagen auch nicht. Trotzdem ist der Platz, auf dem Ihr Hund liegt für KINDERWAGEN reserviert und nicht für Hunde. Es steht Ihnen frei, auf den nächsten Bus zu warten. Dass Ihr Hund lädiert ist, ist schade, entschuldigt aber nicht Ihre Frechheit. Anstatt frech zu werden, hätten Sie ganz einfach auf Ihren kranken Hund hinweisen können. Fahren Sie mit Ihrem Hund ganz einfach ausserhalb der Stosszeiten, so wie Sie es von Müttern verlangen.

        Nicht Mütter sind zum abgewöhnen, sondern Hundehalter wie Sie. Ich halte selber Hunde, aber genau solche Hundehalter wie Sie fördern den Hundehass.

    • 13 sagt:

      @ Michael
      Das ist natürlich falsch. In den Bernmobil-Bussen hat es ein Zeichen mit einem Kinderwagen drauf. Ein Zeichen für verletzte Hunde gibt es nicht. Das heisst auch, dass nicht die Mutter den Platz ihres Hundes wegnimmt, sondern Ihr Hund denjenigen für Kinderwagen. Dieser gehört nämlich tatsächlich ihr. V.a. da man ja vermutlich nicht sieht, dass der Hund ein Rückenleiden hat, ist es schwer verständlich, warum der da liegen muss. Würden Sie etwas sagen, würden Sie auch Verständnis erfahren. Mit dem Ton aber eher weniger.

      • Christoph Schlegel sagt:

        @TvS: Herr Hoffman hat zwar nicht unbedingt recht, aber liegt auch im Gegensatz zu ihnen nicht ganz Falsch. Wegen den Kommentar von Herrn Hoffmann gleich schwere Kanonen wie “Hundehasser” aufzufahren zeigt eher Ihre Einseitigkeit und Kompromisslosigkeit. Schade, aber gerade als Mutter hatte ich von Ihnen mehr Verständnis erwartet. Aber 2020 ist gerade erst ein Tag alt und es besteht vielleicht Hoffnung das sie ihre Einstellung dieses Jahr öfters mal kritisch hinterfragen.

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