«Spiel mir das Lied vom Trotz»

Was tun bei kleinkindlichen Trotz-Attacken beim Einkaufen? Unser Autor verrät seine Strategien – und gibt zu, dass sie nichts nützen.

Jetzt gehts los: «Näi!», tönt es aus dem Mündchen des Trotzköpfchens. Foto: iStock

Erst landet der Self-Scanner im Kopfsalat, dann kickt sie mich mehrmals genau dorthin, wo sie zur Hälfte herkommt. «Okay, aussteigen», japse ich und hebe die Kleine aus dem Kindersitz des Einkaufswagens. Auf Höhe Zwerg ist in diesem Laden ab sofort kein Artikel mehr sicher. Ich ahne schon jetzt, dass ich geschnetzelter aus dieser Geschichte rauskommen werde als das Poulet vor mir im Tiefkühler.

Klar, Kindchen findet es superuncool, dass ich alles, was es aus den Regalen fummelt, gleich wieder konfisziere. Bei den Chips hört der Spass dann definitiv auf. Sie hechtet mit einem lauten «Näääääi!» flach auf den Boden. High Noon in der Migros – ein unfaires Duell. Hier diese wehrlose Person, die doch nur tut, was sie tun muss. Da meine Tochter, zweieinhalb Jahre alt, Profi-Trotzerin. Sie ist Clint Eastwood, ich maximal Räuber Hotzenplotz.

«Zieh, Baby, schiess los»

Ich kneife die Augen zusammen, setze mein «Bitte-gehen-Sie-weiter-es-gibt-hier-überhaupt-nichts-zu-sehen»-Gesicht auf. Situation abchecken, Heckenschützen lokalisieren. Da, links bei den Gummischlangen wiehern sich zwei Muttis zu. Im Auge behalten, sie könnten gefährlich werden. Denn mischen sich Muttis in solche Duelle ein, findest du deine väterliche Erziehungskompetenz danach bei den Freilandeiern wieder.

Die Kleine macht keinen Mucks. «Zieh, Baby, schiess los», denke ich. Aber die Sirene startet erst so richtig, wenn ich mich nähere. «Näi!», tönt es aus dem Mündchen des Trotzköpfchens bei meinem Versüchlein, es wie ein umgekipptes Ständerlämpchen wieder auf die Beinchen zu stellen. «Näi-äi-äi!», grosses Tränen-Tremolo-Trotz-Theater, Marke extrastur. Und ich spüre nun förmlich, wie dieses zähflüssiggrüne Überforderungssekret aus meinen Ohren auf den Boden tröpfelt.

«FAK!», denke ich, «FAK!»

«Liegen lassen, sie steht schon wieder auf», wiehert jemand. Eine der Muttis galoppiert auf mich zu. «Liegen lassen?», muffe ich, «gerne, ich hol die Kleine dann gegen Abend bei Ihnen ab. Klugscheisserweg 1a, ja?» Mutti wiehert verdutzt: «Ihre Kundenkarte ist runtergefallen, habe ich gesagt.» «Wo, bei den Freilandeiern?» Liegen lassen funktioniert nie: x-mal den eigenen Abgang ankünden, x-mal verschwinden, x-mal zurückkehren – Situation dieselbe, Gesicht auch bei den Eiern.

«FAK!», denke ich, «FAK!» FAK, eine selbst entwickelte Gabi-artige Nothilfestrategie bei Trotzattacken. F, wie Füttern? «Näi!» A, wie Ablenken: «Hör mal, die Frau dort wiehert wie ein Pferd!»? «Näi!» Rotköpfig zünde ich Stufe K, wie Kiosk: Unter den Arm klemmen, bezahlen, verduften und hoffen, dass man nicht erkannt wird. Genauso wie damals zu Teenager-Zeiten am Kiosk, wenn man sich ein Magazin mit spärlich bekleideten Protagonistinnen organisiert hat.

Stufe K ist effizient, hat aber laute Nebenwirkungen – von der Kasse bis ins Parking. Der Kleinen ists egal. Kaum im Auto, schläft sie ein. Ich atme tief durch und nehme mir vor, beim nächsten Trotzflötenkonzert gelassener zu bleiben. Und ich weiss schon jetzt, dass es mir nicht gelingen wird – «Potz Pulverdampf und Pischtolerauch!»

36 Kommentare zu ««Spiel mir das Lied vom Trotz»»

  • Hans Minder sagt:

    Kinder stehen heutzutage überall im Zentrum. Die Lehrer machen den Clown (jedenfalls hier in den USA), Tanten/Onkel verwandeln sich beim Auftauchen meiner Kinder in süssigkeiten-spendende Komiker – und von Grosseltern mit ihren 1000 Gängen zum Kecksdose während des Besuchs meines Nachwuchs will ich gar nicht sprechen. ALLE rennen für die Kinder rum, egal ob totmüde/krank/mit Gicht und meine Kinder wachsen heute mit der Selbstverständlichkeit auf, dass JEDE SEKUNDE ihnen gewidmet sein soll und JEDE SEKUNDE, die sie für andere aufwenden müssen eine Tortur/Strafe/Folterung ist. Das Konzept, mal eine Stunde irgendwo auszuharren, wo das Kind nicht im Zentrum steht, kennen Kinder heute nicht mehr. Kein Wunder liegen sie dann im Migros auf dem Boden, denn ihnen gehört ja die Welt – ausnahmslos!

  • Rose Zschokke sagt:

    Ich frage das Kind in ernsthaftem Ton, ob ihm etwas weh tut. Das stoppt meistens vorerst das Geschrei, weil es antwortet (meistens mit nein). Dann kann ich ihm sagen, dass Weinen berechtigt ist, wenn man Schmerzen hat. Bis jetzt hat das immer funktioniert.
    PS ich bin kinderlos.

  • Oliver sagt:

    Naja
    Oftmals schreien Kinder, da ihnen anderweitig zu wenig aufmerksamkeit geschenkt wird. Und das ist meistens der Fall. Ich würde Wetten, und zwar mein Haus, dass das beim Autor auch der Fall ist.
    Hört einfach auf so zu tun, als das Ihr euch gut um die Kinder kümmert

  • Priska Schmidiger sagt:

    Mich reizt der Gedanke, ebenfalls auf den Boden zu hechten und neben dem Kind lauthals mitzuschreien. Je nach Situation könnte das Wunder wirken. Ein Versuch ist es wert. Falls es zu peinlich ist, könnte man es an einem Ort ausprobieren, wo einem niemanden kennt. Hei, das wäre ein Spass.
    Perfekte Eltern gibt es nicht. Der Druck, perfekte Eltern sein zu wollen, wie es die Gesellschaft als richtig meint, macht doch alles nur noch schlimmer und verkrampfter. Kinder spüren alles!
    Von Herzen perfekte Eltern versuchen zu sein, finde ich aber einen guten Weg.
    (Ich habe keine eigenen Kinder.)

  • Regula Habig sagt:

    Das Foto hat mich schon letzte Woche bei einem anderen Thema gestört. Ich würde nie zulassen, dass mein Kind so fotografiert wird und noch weniger, dass das Bild veröffentlicht wird. Wie oft wird das kleine Mädchen denn noch blossgestellt? Warum wird es nicht tröstend umarmt oder irgendwie zur Kenntnis genommen? Solche hilflose Wut fühlt sich überhaupt nicht toll an von innen, meint denn hier irgendjemand, es mache einem Kind Spass, in so einen Zustand zu kommen.

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Mein Grosser war bis fast jährig ein Schreikind. Täglich mehrmals über mehrere Stunden und hat sehr wenig geschlafen. Zwischen 1.5 und drei Jahren hatte er dann ein paar wirklich üble Schreianfälle in der Öffentlichkeit, welche jeweils über eine Stunde dauerten und in denen er nicht mehr ansprechbar ist.

    Der letzte Anfall war wenige Tage/Wochen vor der Geburt des Kleinen. Er hat mir da mit seinem Kopf einen derartigen Kinnhaken versetzt, dass mir schwarz vor den Augen wurde. Anstatt dumme Sprüche, dass dem Kind ordentlich Prügel verpasst gehört, hätte ich lieber Hilfe gehabt, mein Kind in den Kinderwagen zu packen und von dannen zu ziehen

    • Leonora sagt:

      Ich kann so mit Ihnen mitfühlen. Mein fast 3 jähriger Dohn macht gerafe eine ganz schlimme Trotzphase durch und ich kann die „Tipps“ der älteren Leute mittlerweile nicht mehr hören.

  • Aigner sagt:

    ……warum gibt es eigentlich ständig Personen die blöd glotzen müssen wenn Kinder trotzen? Das erzeugt nur noch mehr Stress für die Eltern!

    • Marusca sagt:

      @Aigner: Geht’s noch? Die andern haben doch wohl mindestens ebenso das Recht, dorthin zu schauen, wo sie wollen, wie der ungezogene Bengel, der sich herumkrakelend wie am Spiess auf dem Boden wälzt, oder?

    • Yosh Eden sagt:

      Wissen Sie eigentlich wie enorm gut es mir tut, ein tollwütig schreiendes Kind am Boden eines Grossisten zu sehen? Das ist dänk Balsam für meine geschundene Seele, quasi die beste Psychotherapiesitzung für meine posttraumatische Belastungsstörung, welche ich mir zuzog, weil sich meine Kinder an exakt gleicher Stelle auch manchmal schreiend auf dem Boden wälzen!
      Und das ganze gratis und ohne Termin in einer Praxis machen zu müssen. Das lass ich mir doch nicht entgehen! Zu sehen, dass Andere genau dasselbe durchmachen müssen, versöhnt mich mit dem Leben … und glaub auch mit Gott. Dass sich der betroffene Elternteil durch mein dezentes Glotzen (ja das geht!) gestresst und beschämt fühlt, gehört ja eben genau zu meiner Heilung dazu dänk!

  • Maike sagt:

    Herrlich zu lesen, das die Kinder aller Kommentatoren alle lieb und brav gewesen sind und nie getrotzt haben. Bestes Beispiel, das in der Erinnerung meist die guten Dinge und selten die schlechten Dinge überleben.
    Trotz zu Hause ist zudem nicht gleich Trotz beim Einkaufen. Der Einkaufstrotz ist wesentlich leichter zu handhaben – beim ersten Auftreten habe ich da entschieden gegengehalten und konnte es so auf ein Minimum reduzieren.
    Trotz zuhause ist wesentlich schwieriger. Dem zu begegnen hängt von dem Kind ab, da gibt es nur individuelle Rezepte.

    • 13 sagt:

      „Herrlich zu lesen, das die Kinder aller Kommentatoren alle lieb und brav gewesen sind und nie getrotzt haben.“
      Danke, ich habe das Gleiche gedacht. Wobei ich immer etwas schmunzeln muss, dass ausnahmslos alle Trotzgeschichten im Einkaufzentrum spielen. Ist das wegen des Angebotüberschusses von dem nur ein kleiner Teil genommen werden darf? Meine Kinder haben auch getrotzt, mal mehr, mal weniger, zu Hause und auswärts, dass aber ausgerechnet der Supermarkt ein solcher Brennpunkt war, mag ich mich irgendwie nicht erinnern. Eher noch der Spielplatz oder das Hallenbad, weil sie nicht heimwollten oder dann auf dem Heimweg wegen der berühmten plötzlich aufkommenden Schwäche, die die Kinder davon abhält, auch noch die letzten 20 Meter zu laufen.

      • Synn sagt:

        Solche Szenen im Laden gab es bei uns seltsamerweise auch nicht, bei beiden Kindern nicht. Seltsamerweise.m, weil beide durchaus sehr getrotzt haben, aber meistens in den eigenen vier Wänden. Wahrscheinlich hatten wir da einfach Glück.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Nein Synn, das ist nicht Glück.
        Es geht hier nicht darum, dass Kinder nie trotzen, sondern eben darum wo und wann und wie.

        Wenn Kinder intuitiv lernen, dass man zu Hause am meisten die Sau raus lassen kann, dass aber im öffentlichen Raum Zeit ist, Impulskontrolle zu üben, dann hat man vieles richtig gemacht.

        Und was die „Supermarktgeschichten“ betrifft: etwas trötzeln ist normal, und kommt mal vor.
        Aber diese Tobsuchtanfälle, die hier regelmässig glorifiziert werden, habe nicht nur bei unseren, sondern auch ganz allgemein praktisch nie gesehen.

      • 13 sagt:

        @ roxy
        Lernen ist das Zauberwort. Aber der Lernprozess dauert, bei den einen länger, bei anderen kürzer und ist bei manchen etwas explosiver, bei anderen weniger. Ob man das aber den Eltern zuschreiben kann, sowohl das ruhigere wie das explosivere Kind, steht in den Sternen 😉

  • Karl Geiser sagt:

    Vor einiger Zeit in einer Coop-Filiale: Mädchen, ca. 3einhalbjährig, liegt schrill schreiend und mit den Beinen wild strampelnd vor einem langen Regal auf dem Boden. Die Mutter liegt ausgestreckt neben dem Kind, redet in „gütigem“ Ton auf es ein und bittet es um eine Erklärung, warum es nicht mehr aufstehen will. Ich möchte eigentlich etwas aus dem Regal nehmen – das geht aber nicht, weil die beiden Personen davorliegen. Ich bleibe also stehen und warte. Die Mutter blickt zu mir hoch und fragt empört: „Was schauen Sie so blöd?“ Ich antworte: „Ich wundere mich nur über diese Szenerie …“ Die Mutter: „Das geht Sie nix an! Hauen Sie ab!“ – Diskussion beendet, ich gehe in Richtung Kasse, ohne meinen geplanten Einkauf.

    • Anh Toàn sagt:

      Dann war es auch nicht schlimm für Sie, auf Ihren Einkauf zu verzichten, viel weniger schlimm für Sie als für das kleine Mädchen. Aber mich würde interessieren, was Sie gemacht hätten an Stelle der Mutter. Ich mache ziemlich genau, was die Mutter gemacht hat, das musste ich bisher nicht oft machen, und Leute wie Sie, die sich daran stören, sind mir dabei egal, ich bin ein alter Vater, ich kümmere mich kaum mehr darum, was andere, insbesondere solche die mir piepsegal sind, von mir halten.

      • Maru sagt:

        Habe ich Sie jetzt richtig verstanden? Sie sind tatsächlich der Meinung, dass sich Herr Geiser falsch verhalten hat, nicht die, sich unter jeder Kritik verhaltende, Mutter und deren verbale Respektlosigkeit? Nicht, dass man gewisse Aussagen von Ihnen nicht gewohnt wäre, bei denen man sich die Augen reibt, aber die hier ist jetzt wirklich so grotesk, dass sie allem die Krone aufsetzt und definitiv erkennen lässt, dass der „alte Vater“ noch Ihre kleinste Baustelle ist…

      • Anh Toàn sagt:

        Was hat denn die Frau Schlimmes gesagt? Es gehe ihn nichts an, damit hat sie ja recht. Und er hat gesagt, er sei nur interessiert am zuschauen, etwas härter formuliert am gaffen, nicht erwähnt hat er gemäss seiner Schilderung, dass er etwas aus dem Regal möchte. Vielleicht gab’s früher zu oft auf die Mütze, wenn er etwas zu bestimmt verlangte. Und jetzt gibt er gleich auf und dreht ab statt seinen Einkauf zu erledigen. Ist sein Problem, diese Mutter oder ich in dieser Situation, haben grad ein anderes.

        P.s. Ich bin solange freundlich, bis man mich beleidigt, so wie „mit diesem Vater kein Wunder“.

      • Anh Toàn sagt:

        @Maru: Erzählen Sie mir Ihr Rezept für solche Situationen, dann probiere ich es vielleicht aus. Und wenn Ihr Rezept gut ist, werde ich das schon merken und dann müssten Sie sich in Zukunft etwas weniger wundern über mich.

    • Maike sagt:

      ein leichter und ein schwerer Fehler lieber Herr Geiser. Der leichte, das Sie geantwortet haben, das sie sich wundern.
      Da wäre besser gewesen, freundlich zu sagen, das sie an das Regal wollten, um etwas zu kaufen.
      Der schwere Fehler, das Sie der rüden Aufforderung der Mutter nachgekommen sind. Mutter mit Kind haben auf dem Boden eines Supermarktes garnichts verloren.
      Ich hätte den Marktleiter ranzitiert, um diese Situation aufzulösen. Auf alle Fälle wäre ich nicht ohne meinen Einkauf gegangen.

  • Reincarnation of XY sagt:

    Solche Szenen habe ich nie erlebt. Und meine Kinder sind ausgesprochen eigenständige Persönlichkeiten, die prinzipiell nichts tun, was sie nicht überzeugt.
    Natürlich sind wir unterschiedlich. Dennoch frage ich mich, ob alles immer so „gottgegeben“ ist, bloss weil es sehr viele erleben.
    Früher fand man es auch normal, dass Kinder mobben, einfach weil sie das schon immer gemacht haben und man sah dem Treiben zu und fand „das gehört sich einfach so“. Dabei hat das sehr viel zu tun, mit den gesellschaftlichen Strukturen, den Werten, welche sie von der Gesellschaft unbewusst übernommen haben.

  • Estée sagt:

    Spiel mir das Lied vom Trotz
    Super geschrieben! Muss eine süsse, Kleine sein.
    Danke!

  • Silvia sagt:

    Ich habe das nie gekannt mir meinem Kind : das trotzen beim Einkaufen. Ueberaupt machte ich die Einkäufe meistens wenn sie Mittagsschlaf hatte und sie wusste ich gehe in dieser Zeit manchmal schnell in die Migros oder Coop. Aber heute ist es ja Mode dass die Kinder keinen Mittagsschlaf mehr machen. Eine Mutter sagte mir (mit 2 kleinen Kinder) „sie wollen eben nicht“ ! Ja dann…. wenn die Kinder befehlen.

    • 13 sagt:

      Also, Ihr Kind hat beim Einkaufen nie getrotzt, weil Sie es nie mitgenommen haben, sondern alleine zu Hause gelassen? Aha, ähhm, logisch. Und wissen Sie was? Wer Kinder stets hinter dem eigenen Gartenhaag lässt, dessen Kind wird sich in der Öffentlichkeit nie daneben benehmen. Ist zwar kein Erfolg der Eltern, aber die logische Folge, ja.
      Mittagsschlaf ist ausser Mode? Ja, ich erinnere mich an den Schlafzwang in der Kita/Kindergarten (nicht in der CH, anderes System). Obwohl ich gerne ging, war das furchtbar. 2 Stunden mit geschlossenen Augen still liegen und so tun, als würde man schlafen, weil man ansonsten dafür bestraft wird, dass man nicht schläft, was absurd ist. Ok, ja, das ist heute nicht weniger in Mode. Gott sei Dank.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Ja Frau Silvia, wir wissen langsam, wie perfekt Sie und Ihre Kinder sind. Dass Sie Ihre Kinder ständig alleine zuhause gelassen haben und der Gefahr aussetzten, dass das Kind aus einem Traum erwacht und niemand da ist, macht Sie zur Super-Mom ever.

        Wann haben Sie Ihre Kinder eigentlich das erste Mal aus dem Zwinger gelassen? Mit 18, oder erst mit 20, da es früher ja Mode war, dass man erst mit 20 volljährig wurde?

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Silvia

        Ich wundere mich immer wieder über Eltern mit pflegeleichten Kindern, welche tatsächlich meinen, das wäre ihr Verdienst oder über solche, welche bei ihren Kindern starken Zwang ausüben und diese angstvollen Situationen aussetzen (zB alleine zuhause lassen) denken, dass andere Eltern Lieblosigkeit, Vernachlässigung und Ignoranz gegenüber den Kindern für erstrebenswert halten

    • Leonora sagt:

      Sie haben Ihre Kinder alleine Daheim gelassen und finden das noch lobenswert? Dass die Kinder wach geworden wären und sich verletzen hätten können ist ja schon eine schlimme Option aber was wäre erst passiert wenn Ihnen etwas zugestossen wäre?!

  • Anh Toàn sagt:

    Mein Kind trotzt nie, er entwickelt Persönlichkeit.

    Und ja, meistens gelingt es mir, gelassen zu bleiben, nicht das Spiel er gegen mich zu spielen (wie es hier beschrieben wird als Western Duell) sondern zu warten, bis wir uns wieder als Team gefunden haben. (Auch ein team braucht eine Führung, einen Captain, Teamleader, im DR steht „fehlt die Führung, übernimmt der Fähigste die Führung oder so“, ohne Führung kein Team). Wenn Kinder nicht wollen sich führen lassen, funktioniert häufig warten, die wollen nämlich nur gerade jetzt nicht: Unserer kann sich hartnäckig weigern etwas zu tun, z.B. sich anziehen (lassen), lasse ich davon ab, „verkauft“ er mir genau was er vorher um keinen Preis wollte, als seine Idee. Es braucht Geduld und Vertrauen.

    • Anh Toàn sagt:

      Ich erreiche, wieder ein Team zu sein mit ihm, indem ich ihm die Führung überlasse (innerhalb von Grenzen, ich lass‘ ihn nicht mit dem „Tschallpi-Velo“ auf die Autobahn): Er trotzt, setzt sich auf den Boden, bin ich solidarisch und setzte ich mich auch auf den Boden, spiele sein Spiel. So kann ich ihn abholen. Gelingt mir dies nicht, liegt es an mir, an meiner Stimmung, meiner fehlenden Geduld.

      Segeln ist eine gute Schule: Man nimmt die Kräfte die gegen einen Sinn und versucht die so umzulenken, dass sie einem ans Ziel bringen: Sind die Kräfte zu stark, muss man nachgeben, sonst geht nur etwas kaputt und es geht abwärts, hoffentlich nur bezogen auf Wind und Wellen. Man muss suchen, wie viel geht, wenn gerade nichts geht, muss man Schaden begrenzen und warten, bis wieder etwas geht.

      • sonic sagt:

        Meine Kinder haben auch nie solche Szenen hingelegt. Ich bin aber ehrlich gesagt nicht sicher, dass das meinen überragenden Erzihungsfähigkeiten zu verdanken ist :-). Eltern tendieren dazu, alle positiven Eigenschaften ihrer Sprösslinge sich selber zuzuschreiben. Die Negativen kommen von aussen..

  • Muttis Liebling sagt:

    Früh übt sich, was ein guter Trotzkist werden will.

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