Wutanfälle sind so… gesund

Schreiende Kinder sind anstrengend. Die Geschichte eines Kekses zeigt, warum es dennoch wichtig ist, das Weinen auszuhalten.

Ob nun wegen eines falschen Bechers oder Pullis: Der Stress muss raus! Foto: iStock

Ich bin Anna. Ich bin sechs Jahre alt. Mein kleiner Bruder hielt meine Mama die ganze Nacht wach. Entsprechend ist die Stimmung zu Hause heute früh etwas gekippt. Meine Mama ist müde und gereizt. Doof. Ich soll mich für den Kindergarten anziehen, aber mein Lieblingsshirt ist in der Wäsche. Wie blöd ist das denn! Muss ich mir halt was anderes anziehen. Als ich mitten im Spiel bin, werde ich unterbrochen, weil meine Mama noch einen Arzttermin hat und heute alles etwas schneller gehen muss.

Ich komme als eine der Ersten im Kindergarten an, doch meine beste Freundin, Sophie, ist noch gar nicht da. Warten ist mühsam. Endlich! Hallo, Sophie! Aber was ist denn los, Sophie mag heute gar nicht mit mir spielen. Wieder mühsam. Irgendwann spielen wir dann doch zusammen, da zieht mich Sophie plötzlich an den Haaren. Und ich zieh natürlich zurück. Just da kommt die Erzieherin rein, und ich kriege richtig Ärger. Dabei hat Sophie doch mit allem begonnen! Wie unfair ist das denn! Jetzt packt noch Noah seine tolle Milchschnitte aus. Und ich? Ich hab nur so ein langweiliges Vollkornbrötchen dabei. Oh, Mann … Irgendwann werden alle Kinder abgeholt, nur mein Papa ist noch nicht da. Ich muss warten. Und warten. Wo ist er denn? Ich bin diejenige, die am längsten warten muss. Endlich! Papa ist da!

Nach dem Zmittag darf ich noch einen Keks essen. Da freu ich mich richtig drauf! Ich öffne die Keksdose. Es hat noch genau einen Keks drin. Und! Der! Ist! Zerbrochen!

Ich fange an zu weinen. Werfe mich zu Boden. Trommle mit meinen Ärmchen gegen das Parkett. Das Ganze dauert vielleicht 15 Minuten. Mein Papa steht fassungslos da und fragt sich: «All das nur wegen des zerbrochenen Kekses?»

Neue Kekspackung? Keine gute Idee!

In meiner vierjährigen Karriere als Mutter stand ich schon mehrfach in den Schuhen von Annas Vater. Leider waren in solchen Momenten oft Leute dabei, die mit mir ihre Beobachtungen wie z. B. «Na, die tanzt dir aber ganz schön auf der Nase rum» oder «Was für ein Drama wegen eines Kekses!» teilten. Was meinen Schweissperlen jeweils einen noch heftigeren Schub verpasste. Denn damals kannte ich Annas Keks-Gleichnis nicht und zweifelte an mir als Mutter. Seid bitte schlauer und lest weiter.

Das Keks-Gleichnis stammt aus «Auch kleine Kinder haben grossen Kummer» von Dr. Aletha J. Solter, der schweizerisch-amerikanischen Entwicklungspsychologin und Gründerin des Aware-Parenting-Instituts in Kalifornien. Solter untersuchte über 30 Jahre lang das kindliche Weinen und kam zum folgenden Schluss: Kinder weinen, um ihren Stress abzubauen. Tränen und Wutausbrüche sind Zeichen einer gesunden Entwicklung des Kindes. Weinen ist wichtig und heilsam, und wir Eltern sollten es auf keinen Fall unterbinden.

Annas Vater könnte sich zwar auf die Suche nach einer neuen Kekspackung machen. Das würde aber kaum helfen, denn sehr wahrscheinlich geht es Anna gar nicht um den Keks, sondern um den angesammelten Stress. Und dieser will raus. Der zerbrochene Keks ist die gepunktete Hose, ist der blaue Becher, ist das falsch geschnittene Brot. Es ist der berühmte Tropfen, der gelegentlich auch das Fass von uns Erwachsenen zum Überlaufen bringt.

Weinen ist vollkommen in Ordnung

Was tun als Eltern in einer Zerbrochener-Keks-Situation? Anke Eyrich, Familientherapeutin und Aware-Parenting-Beraterin, schlägt vor, Kinder in ihrer Wut zu begleiten: «Den Wutanfall möglichst nicht stoppen wollen. Sondern dem Kind zeigen, dass es in Ordnung ist, wenn es weint, und dass es in seiner Wut und Not genauso geliebt wird.» Und es sei wichtig, dass Eltern dabei auch ihre eigenen Gefühle wahrnehmen. So würden Kinder und ihre Eltern gleichzeitig lernen, mit Stress umzugehen.

Das Weinen eines Kindes auszuhalten, ist nicht immer einfach. Unsere Impulse, das Kind abzulenken oder möglichst schnell «stillzukriegen», sind oft sehr stark. Vielleicht, weil viele von uns selbst als Kind vom Weinen abgelenkt wurden und Sätze wie «Nichts passiert!» oder «Indianer kennen keinen Schmerz» intus haben. Deshalb kommen hier ein paar Ideen in Bulletpoints, für Eltern mit wenig Zeit (gern geschehen!):

  • Tief in den Bauch atmen und die eigenen Gefühle wahrnehmen.
  • Unseren negativen Impulsen widerstehen. Z.B. oft gehörte Sprüche wie «Nichts passiert!» oder «Was für ein Drama» verkneifen.
  • Körperliche Nähe anbieten, sofern das Kind diese auch braucht.
  • Aufmerksamkeit und Präsenz zeigen, das Kind nicht alleine in seiner Not lassen.
  • Wenn es passt, empathisch auf das Kind einreden: «Ich verstehe dich. Das ist gut, dass du so weinen kannst. Ich bin bei dir. Ich höre dich. Deine Gefühle sind richtig. Und wichtig.»
  • Strafen und Belohnungen unterlassen.
  • Nach dem Wutanfall: Über unseren eigenen Umgang mit Wut und Stress reflektieren. Und zusammen mit unseren Kindern wachsen.

Dieser Text erschien zuerst auf Instagram bei @chezmamapoule

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28 Kommentare zu «Wutanfälle sind so… gesund»

  • Nami sagt:

    Der „Tyrann“ wird doch Kind das sofort mit einem neuen Keks ruhig gestellt wird, oder das Kind das eine Ohrfeige dafür kassiert.
    Das Kind im Beispiel bekommt ja nicht einfach das erwünschte (ganzer Keks) sondern was es braucht (Aufmerksamkeit und Trost) und lernt so Frust abzubauen.
    Mir leuchtet das sehr ein und ich wünschte ich könnte es aushalten, gehöre aber auch zu denen die nach 2-3 Minuten weinen und Geschrei findet jetzt hör uf, es macht mich richtig hässig

  • Momoftwo sagt:

    Was für ein toller Text. Traurig, dass manche den Text derart missverstehen und denken, mit Liebe und Verständnis würde man sich einen Tyrann heranziehen. Im Gegenteil: Das werden soziale und empathische Wesen. P.s. Habe zwei davon.

  • Hans Minder sagt:

    Oft frage ich mich, ob wir mit dieser „Optimalisierung der Erziehung“ der nächsten Generation einen Gefallen tun. Es ist, als würden wir mit antibakteriellen Wischtüchern alle Gegenstände vor der Berührung durch das Kind in einer selbstauferlegten Präventions-Manie desinfizieren, nur um später festzustellen, dass das Immunsystem des Kindes kein Training hat-oder sich aus Unterforderungsgründen selbst angreift & den Körper zu zerstören beginnt. Es ist wichtig dem Kind beizubringen, dass die Erziehung Fehler haben & vieles Falsch gehen wird, WAS GUT IST, und die Eltern trotzdem die Autoritätsperson bleiben. Andererseits brüten wir eine kommende & blamierende Generation die plädiert: „Ihr Eltern habt mir die Zukunft genommen, weil ihr die Erziehung nicht richtig angegangen seid!“

  • Reincarnation of XY sagt:

    viele Menschen können einfach nicht aus dem Schwarz-Weiss Schema herauskommen. Sie können nur: unterdrückende Erziehung vs. alles Supi-Dupi Toll.
    Jetzt sogar Wutanfälle. Die sind gesund. Wirklich? Hatten Sie schon einen Kollegen, der regelmässig ausrastet? Man spürt es förmlich selbst, wie ungesund Wutanfälle sind. Selbst für das Umfeld ist es ungesund.

    Wut ist eine tiefgreifend menschliche Emotion. Aber wir müssen lernen sie in den Griff zu bekommen., sie positiv zu integrieren. Unterdrückung hilft nicht, das stimmt. Zulassen und Verständnis haben gehört dazu, aber eben auch aufzuzeigen, dass sie weder hilfreich und oftmals auch nicht angebracht ist.
    Unser Bub schrie jeweils die Wand an, die ihm und dem Bobbycar den Weg versperrte….

    • Anh Toàn sagt:

      „Unser Bub schrie jeweils die Wand an, die ihm und dem Bobbycar den Weg versperrte….“

      Und wie hat er gelernt, dass dies nichts bringt und welche, falls überhaupt welche, Beiträge Ihrerseits waren dabei nützlich? Autorität, also verbieten zu Schreien, ob an die Wand oder sonst wer und was? Mit Strafandrohung? Gern sogenannten Konsequenzen wie: „Nur Leute, welche ihre Emotionen kontrollieren können, bekommen Nachtisch!“

      „Laisser faire“ find ich blöd, „machen“ ist zu unbestimmt, lasst die Kinder selber lernen, die können das und machen uns ohnehin alles nach. Also sollten wir mehr an unserem als an deren Verhalten arbeiten, dann kommt das schon einigermassen.

      • Anh Toàn sagt:

        Übrigens, auch mit deutlich über 50 Jahren schreie ich noch immer eine Schraube an, deren Gewinde einfach nicht fassen will, da kommen die wüstesten Ausdrücke aus meinem Mund. Das lustigste Beispiel für Wutanfälle Erwachsener gegen Sachen ist, wie John Cleese in „Fawlty Towers“ sein Auto verhaut.

  • markus kohler sagt:

    Das Vorgehen widerspricht allen wissenschaftlichen Daten. Erfolgreich sind Menschen, die eine Frustrationstoleranz aufweisen, der Marshmallow Test ist in diesem Zusammenhang berühmt geworden. Bei jeder kleinsten Unzufriedenheit losschreien führt dagegen nur bei den Feminstinnen zu Karrierechancen, Anna soll sich doch jetzt schon bei der JUSO bewerben.

    • Anh Toàn sagt:

      Das Vorgehen, um bei seinen Kindern eine hohe Frustrationstoleranz zu erreichen, wäre demnach, die dauernd zu frustrieren? Also wenn die schon wegen einer, oder einer Ansammlung von Nichtigkeiten frustriert sind, ihnen zu sagen, was für Loser die doch sind, so frustriert zu sein und dass so wohl nie etwas aus denen werde?

      Kann ich die Frustration meines Kindes nicht tolerieren, wie sollte er dann seine Frustration tolerieren lernen? Wie lehren Sie Frustrationstoleranz Herr Kohler?

      • Anh Toàn sagt:

        verstehen Sie überhaupt, was tolerieren bedeutet? Toleranz bedeutet nicht, etwas gut oder toll zu finden. Im Gegenteil, man toleriert, was man bescheuert findet, wenn man tolerant ist. Tolerant sind Asterix und Obelix, die spinnen die Feministinnen, aber wenn die meinen, sollen die halt. Das ist Toleranz: Wenn der Kleine meint, er will toben, dann soll er halt. Aber in Ihrem Kommentar, sehr geehrter Herr Kohler, kann zumindest ich, – vielleicht finde ich es nur, weil ich es suche -, wenig Toleranz im Umgang mit Ihrer eigenen Frustration durch Feministinnen erkennen: Es geht ja hier nun mal nicht um Feministinnen und Linke und Juso, es geht um Kinder, eher kleine (6 Jahre im Beispiel). Vor allem darum, wie man mit seinen Frustrationen aus deren Umgang mit ihren Frustrationen, umgeht.

      • flori antha sagt:

        @Toàn: natürlich gehört zum Erlernen von Frustrationstoleranz, dass man frustriert wird – was sonst.
        Aber wie Reincarnation of XY oben so schön sagt: es gibt einen Mittelweg zwischen völlig autoritärer und völliger Laisser Faire Erziehung. Der macht übrigens auch die Kinder glücklicher. Die sind nämlich klug genug, um zu merken, dass die Erwachsenen ab und zu etwas besser einschätzen können. Das melden sie den Erwachsenen auch zurück.

      • Anh Toàn sagt:

        „…natürlich gehört zum Erlernen von Frustrationstoleranz, dass man frustriert wird – was sonst.“

        Ja und zum Leben gehört, dass man gelegentlich frustriert wird. Sie wissen doch: „Shit happens“. Niemand muss jemanden vorsätzlich frustrieren, damit dieser Frustrationstoleranz lernen kann.

    • 13 sagt:

      Nun, wenn die JUSO weiterhin erfolgreich schreit, dass wird es in Zukunft tatsächlich vermehrt möglich sein, auf eine feministische Art und Weise Karriere zu machen. Ich freue mich schon darauf. Und Frauen, wie Anna, die auch mal protestieren, wenn es zuviel wird, sind herzlich willkommen.

      • flori antha sagt:

        @Toàn: ist es für Sie eine vorsätzliche Frustration, wenn man einem Kind beibringt, dass ein Wutanfall nicht die sinnvollste Reaktion ist?

      • Anh Toàn sagt:

        Wie bringen Sie einem Kind, das einen Wutanfall hat, bei, dass dies nicht die sinnvollste Reaktion ist? Wie einem Erwachsenen? Wie lehren Sie das?

        Indem Sie kritisieren, den Wutanfall, also indem Sie noch mehr negative Emotionen hervorrufen, indem Sie dem Kind klar machen, dass es, nicht die Umstände, daneben ist?

        Als der Kleine tobte, erkundigte sich ein Passant freundlich, was denn los sei: Habe gesagt, er musste die Erfahrung machen, dass man nicht alle (Spiezeug-)Autos, die man will, haben kann, und mit solchen Härten des Lebens muss man zuerst einmal fertig werden. Und das habe ich in keiner Weise ironisch gemeint, das ist hart für einen kleinen Jungen.

        Frustrationstoleranz lehren, geht mit Frustration anderer tolerieren. Vormachen, vorleben, Vorbild sein.

  • flori antha sagt:

    Mir kommt das etwas widersprüchlich vor: die Eltern werden zu rigoroser Selbstkontrolle angehalten, die Kinder sollen keinerlei Unterstützung beim Entwickeln von Selbstkontrolle erhalten. In meinem Umfeld sind solche Kinder auch später noch die typischen Quengelkinder, aber von wenigen Fällen lässt sich wohl kaum generalisieren.

  • Jennifer sagt:

    Tief in den Bauch atmen und die eigenen Gefühle, d.h. Emotionen wahrnehmen wäre immer gut. Auch wenn es die Partnerin ist, die tobt, oder der Kollege. Eine Neigung zu Wut“anfällen“ resp. Wutausbrüchen ist auch eine Frage des Temperaments. Manche sind heftiger veranlagt als andere. Ein Wutausbruch ist Ausdruck grosser Ohnmacht. Heilsam ist, wenn das jeweilige Publikum dabeibleibt und das Gewitter abziehen lässt. Bestätigend zu sagen, die „Gefühle“ wären gut, ist Unsinn. Die wenigsten Menschen sind in der Lage, mit Emotionen anderer umzugehen. Eine Volkskrankheit. Deshalb verdienen Psychotherapeuten soviel, weil sie (nur im besten Fall) tun, was eigentlich jeder könnte: zuhören, ohne zu urteilen und mit Patentrezepten aufzuwarten. Wenn das keine Liebe ist. Sonst gibt es Psychopharmaka…

  • Hans Hugentobler sagt:

    Man könnte auch schreiben, wie schaue ich, dass mein Kind mit Bestimmtheit ein Tyrann wird. Ja, ja, ich war auch mal ein Kind. Danke für die Erinnerung.

  • 13 sagt:

    Ein sehr schöner Text. Ein Punkt fehlt mir noch. Viele Eltern bagatellisieren es nicht nur mit „nichts passiert“, sondern gehen noch einen Schritt weiter und machen sich darüber lustig, dass das Kind angeblich so ein Theater macht, nur wegen eines Kekses. Während all die Momente, in der das Kind kooperiert hat und eben nicht wegen den Lieblings-T-Shirts oder des Spiels oder des Vollkornbrötchens getobt hat, einfach übersehen und als normal angesehen werden. Dabei muss man, wenn man alles zusammennimmt und Anna erst nach dem Mittagessen wegen des Keks einen Anfall bekommt, sagen, dass sie für eine 6-jährige eine hohe Frustrationstoleranz hat.

  • tststs sagt:

    Und fast noch wichtiger: Nehmt euch die Kinder zum Vorbild! Lasst es raus! Privat und öffentlich.
    Die Alternative sind Magengeschwüre…

  • tststs sagt:

    Ganz wichtig: Anna hätte einen super Tag haben können und trotzdem ob dem zerbrochenen Keks weinen müssen…

  • Anh Toàn sagt:

    Mein Vater hat auch mal gemeint, der Kleine würde mir später mal auf der Nase rumtanzen, wenn ich jetzt nicht autoritärer sei. Habe ihm geantwortet, dass ich nicht weiss, wie das rauskommt, aber dass ich und er wissen, dass ich auch ihm auf der Nase rumgetanzt sei.

    Kleine Kinder sind grenzenlos, in Begeisterung („geussen“) genauso wie in Wut. Ihre Stimmungen ändern auch in kurzer Zeit. So ein kindlicher Tobsuchtsanfall geht schneller vorbei als eine Erkältung, also ist es nicht wert, sich deswegen aufzuregen, auch nicht über die Zaungäste, die sich deswegen aufregen. Ich sag‘ dann jeweils, der ist nicht so sehr wütend wie es aussieht, der ist halt klein und lebt noch,(….seine Emotionen aus).

  • Sina sagt:

    Und wenn man ein autistisches Kind hat, dann gehen diese Wutanfälle nie vorbei, und man muss einen Teflonmantel gegen unqualifizierte Kommentare von aussen aufbauen und akzeptieren lernen, dass ein zerbrochener Keks für manche Menschen einfach mehr ist, als er ertragen kann.

    • Sonja sagt:

      Danke Sina! Ihr Kommentar tut mir gerade jetzt sehr gut, weil ich spüre, dass da noch andere sind, die unsere Situation kennen & verstehen… Alles Gute Ihnen

      • m.m. sagt:

        Liebe Sina, liebe Sonja
        Als erwachsene Autistin erstmals herzlichen Dank, dass ihr akzeptiert, dass eure Kinder anders reagieren und ihr nicht versucht, sie umzuformen. Zweitens: Autisten stressen machmal Dinge, die andere nicht wahrnehmen, und umgekehrt (auf autismuskultur de hat es viele gute Beispiele dazu). Vielleicht ist also auch bei deinem Kind, Sina, der zerbrochene Keks nur der letzte Tropfen.
        Drittens möchte ich euch erzählen, wie ich meine Wutanfälle regulieren konnte, aber das braucht einen eigenen Kommentar.

      • m.m sagt:

        Drittens, wie versprochen, wie ich meine Wutanfälle regulieren konnte. Vielleicht gibt es euch ja eine Idee für eure Kinder.
        Der Wunsch, meine Wut zu kontrollieren, kam von mir selbst, das mag ein entscheidender Punkt sein (oder auch nicht).
        Nach jahrelangen vergeblichen Versuchen bekam ich den Rat, auf Taten statt Gefühle zu fokussieren. Damit sind wir wieder ziemlich nahe bei einer Kernaussage dieses Artikels: Wut gehört zum Leben wie andere Emotionen, man kann sie nicht abschalten. Man kann aber lernen, sie gesellschaftskonform rauszulassen. Meine Favoriten sind das Austoben im Kopf oder auf Papier.
        Ich weiss, dass das keine bahnbrechenden Strategien sind. Ich wollte einfach erzählen, dass sie bei mir trotz Autismus funktioniert haben, und euch damit etwas Zuversicht geben.

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