«Es gibt Worte, die sind nicht tolerierbar»

Kinderbuchautorin Gabriela Kasperski sagt, warum wir mit unseren Kindern über Rassismus und den Begriff «schwarzfahren» sprechen sollten.

«Man sollte ‹schwarz› als Wertung ersetzen»: Gabriela Kasperski. Foto: PD

Wie viele Kinderbücher mit dunkelhäutigen Heldinnen kennen Sie? Ronja Räubertochter, Momo, die rote Zora – alles starke Mädchen, doch alle sind sie weiss. Oder vielleicht ein Märchen, in dem eine dunkelhäutige Prinzessin oder Königin vorkommt? Ausser Pocahontas habe ich noch keines gefunden, das in unseren Breitengraden Bekanntheit erlangt hätte.

Geschichten oder Hörbücher hingegen, in denen dunkelhäutige Menschen stereotyp oder gar herablassend dargestellt werden, kenne ich haufenweise: Im Kasperli-Theater reden sie vom «Negermeitli Schuschu», bei «Pippi Langstrumpf» heisst es, Pippis Haut sei viel weicher als die der Bewohner vom Taka-Tuka-Land, Jim Knopf wird als «Neger-Baby» in einem Postpaket entdeckt.

Der Autorin und Schauspielerin Gabriela Kasperski erging es ähnlich, als sie eine Abenteuergeschichte für ihre Adoptivtocher aus Äthiopien suchte. So schrieb sie kurzerhand selber ein Kinderbuch. «Einfach Yeshi» ist kürzlich im Aris-Verlag erschienen. Eine rasante Abenteuergeschichte voller Action und Drama. Mich hat es zum Nachdenken angeregt und Fragen aufgeworfen, wie wir in unserer Gesellschaft, im Alltag, aber auch in Büchern mit den Themen Diversität, Anderssein oder Rassismus umgehen. Während eines Mittagessens unweit der multikulturellen Langstrasse in Zürich konnte ich der Autorin Gabriela Kasperski dazu ein paar Fragen stellen:

Frau Kasperski, ein Thema in «Einfach Yeshi» ist Rassismus, vor allem die subtile, ganz alltägliche Diskriminierung. Sie haben selbst eine Adoptivtochter aus Äthiopien – hat Ihre Tochter Rassismus erlebt?
Ja. Bereits im Kindergarten wurde sie in Auseinandersetzungen mit rassistischen Ausdrücken wie «Du Bruuni» beschimpft. Mein Eindruck war: Meine Tochter rempelt man schneller an, man sieht es ja nicht, und es merkt ja keiner. Es gab auch subtilere Formen. «Sie kann aber gut Deutsch, dafür dass sie…» – steht symptomatisch dafür. Oder: Woher kommst du eigentlich? Mit dem Unterton: Du gehörst nicht hierher.

Was für Reaktionen haben Sie erlebt, als Sie mit einem Baby oder später Kleinkind mit dunkler Hautfarbe unterwegs waren?
Zum Beispiel verkrampft wegschauen oder übertrieben normal tun. Der Triple-Take-Scanblick: Wie geht das in der Familie zu und her? Wer ist unfruchtbar, sie oder er? Und wenn unfruchtbar: «Von wem sind dann die weissen Söhne?» «Ui nei, Sie sind dänn muetig, das chönnt ich nöd», hörte ich auch immer wieder. Die schönste Reaktion stammt von einer dunkelhäutigen Zollbeamtin bei der Einreise nach Grossbritannien. Sie: «Where is she from?» Ich: «Ethiopia.» Sie: «God bless you!» Ich: (ohne Worte).

Yeshi zieht vom Land in die Stadt. Sie haben in der Stadt und auf dem Land gewohnt – gibt es da Unterschiede?
Wir haben in der Stadt ganz einfach mehr Möglichkeiten. Es gibt rein mathematisch schon viel mehr unterschiedliche Kinder und Eltern, mehr Schulen, ein breiteres Freizeitangebot, viele Kulturen.

Ist Ihnen in der Stadt also wohler?
Ich habe mehr Atem, mehr Raum und sehe mehr gelebte Diversität. Die neue Schule hat eine Nulltoleranz-Haltung gegenüber rassistischen Äusserungen. Da unterstützen sofort andere Kinder und Betreuende, wenn Rassismus geschieht.

Wie wichtig ist denn die Sprache? Es gibt ja immer noch Menschen, die finden, es sei doch kein Problem, «Negerlein» zu einem dunkelhäutigen Baby zu sagen, oder die Haare anfassen wollen.
Es gibt Worte, die sind nicht tolerierbar, unter keinen Umständen, Punkt. Ebenso: ein fremdes Kind anfassen – ohne sein Einverständnis. Egal welche Hautfarbe das Kind hat, das geht nicht.

Im Buch erlebt Yeshi eine Busfahrt, und plötzlich ist es allen peinlich, wenn die Kontrolleurin von «Schwarzfahren» spricht. Finden Sie es richtig, dass man sich für solche Aussagen schämt?
Ja! Ich will in meinem Buch ein Bewusstsein wecken für die fliessenden Grenzen. Beispielsweise hätte ich auf die vorangehende Frage auch sagen können: Gewisse Ausdrücke gehören auf die schwarze Liste. Der Ausdruck ist zwar gebräuchlich, für mich aber ein No-go geworden. Die Farbe Schwarz als Bezeichnung für die Hautfarbe ist erlaubt. Dennoch wird Schwarz häufig als düster, gefährlich oder verboten wahrgenommen. Daher sollte man «schwarz» als Wertung ersetzen.

Also «schwarzfahren» nicht mehr sagen – sondern?
«Ohne Billett Tram fahren» geht doch auch. Unsere Sprache ist vielfältig genug.

«Weiss» sagt man, sei klar, unschuldig, ehrlich. Wir müssen uns also mehr mit Sprache auseinandersetzen, bereits in der Erziehung. Wie geht das denn in Ihren Augen am besten?
Bilderbücher, Filme oder Bücher wählen, die Diversität als Grundlage haben. Wir reisen regelmässig nach London, da sehen die Büchertische für Kinder anders aus als bei uns. Aber auch hier gibt es immer mehr Möglichkeiten, viele meiner Lieblingsbuchhandlungen haben mittlerweile ein diverses Angebot. Man muss sich und andere einfach sensibilisieren, immer wieder, das mache ich täglich: reden, streiten, den Kontakt zum «anderen» suchen, Angst abbauen, neugierig sein, nachfragen.

Oder mit Kindern «Einfach Yeshi» lesen?
(lacht) Ja genau! Mit den Kindern «Einfach Yeshi» lesen und vor allem: darüber diskutieren!

Ist es denn nicht schon längst «normal», eine «andere» Hautfarbe zu haben oder aus einer anderen Kultur zu stammen? Wir sind doch eine multikulturelle Gesellschaft, und es sollte Chancengleichheit herrschen.
Unsere Gesellschaft ist multikulturell, unsere Umgangskultur ist es (noch) nicht. Das Abbild der Gesellschaft hinkt in seiner Darstellung in Büchern, in Lehrmitteln, in Filmen, im Freizeitangebot, in der Wahrnehmung und der Wertschätzung des Andersseins hinterher.

Was sagen Sie Ihrer Tochter, wenn sie Diskriminierung erlebt?
Sie hat ein ganzes Instrumentarium, das sie sich, mithilfe und allein, zugelegt hat und täglich weiterentwickelt. Unsere Tochter macht das grossartig. Ich bewundere sie für ihre Kraft, ihr Strahlen und ihre Liebe zum Leben.

Finden Sie die Schweiz lebt eine Vielfältigkeit und gibt allen Kindern die gleichen Chancen auf ein gutes Leben? A la: Man muss nur wollen, leisten, und dann kommt schon alles gut?
Ganz klar: nein. Unsere drei Kinder (zwei Kinder sind hellhäutig, eines dunkelhäutig) gingen zeitweise auf dieselbe Schule. Wie man ihnen begegnete, was man ihnen zutraute, war sehr unterschiedlich.

Trifft es Sie, wenn gewisse Politiker sich über Einwanderung und Diversität empören?
Natürlich. Wer so etwas schreibt, hält sich für etwas Besseres.

Yeshi möchte ins Flüchtlingsheim und andere Menschen aus Äthiopien erleben. Wie wichtig ist in Ihren Augen Identität und Zugehörigkeit für Kinder?
Wir setzen uns in unserer Familie täglich damit auseinander. Identitätsfindung ist ein lebenslanges Thema und Zugehörigkeit ein existenzielles Bedürfnis. Ein Kind hat bei der Buchvernissage von «Einfach Yeshi» auf meine Frage, warum Yeshi mitgehe mit der Flüchtlingsfamilie und von ihrer Mutter davonlaufe, die Antwort gegeben: «Wegen Äthiopien.» Das Kind meinte damit, Yeshi möchte Äthiopien besser kennen lernen, ihre Herkunft verstehen. Das hat mich sehr berührt und gezeigt, dass die Kinder diese Inhalte in Büchern zum Teil besser verstehen als die Erwachsenen.

Wie wäre die Welt für Yeshi oder für Ihre Tochter und andere Kinder aus anderen Kulturen in der Schweiz besser? Was könnten wir denn besser machen?
Sensibilisieren, offen sein, Themen anpacken, mutig sein. Das ist am Anfang anstrengend. Worte wie «schwarzfahren» aus dem Sprachschatz streichen. Ich als Autorin arbeite täglich daran, gelebte, alltägliche Diversität in meine Texte zu bringen.

Gabriela Kasperski: Einfach Yeshi, Aris-Verlag, 2019
Diverse Veranstaltungen zum Buch in Zürich: Zum Beispiel am Festival «Zürich liest» 

102 Kommentare zu ««Es gibt Worte, die sind nicht tolerierbar»»

  • Hans Meier sagt:

    Also wer hinter dem Begriff „Schwarzfahren“ (oder schwarz malen) an eine dunkelhäutige Person denkt, ist ja wohl selbst ein in Schablonen denkender, rassistischer Mensch. Muss die Nacht bald hell beleuchtet werden, weil sich Menschen vor der nächtlichen Dunkelheit fürchten, was irgendwie ja auch rassistisch ist. Die Autorin soll sich mal darüber informieren woher der Begriff schwarzfahren kommt. Derart ungebildete Menschen sollten gar nicht in diesem Blog zu Wort kommen.
    So ein beklopptes Thema.

  • Hansueli Hof sagt:

    Es sind nicht die Worte, Frau Kaspersky, es ist unser allgemeiner Umgang mit Andersartigem und Andersartigen. Und der äussert sich, wie Sie sagen, nicht nur in Worten, sondern auch in Blicken, Haltungen etc. Was bei Kindergartenkindern noch akzeptabel bzw. unvermeidlich ist, geht daher bei Heranwachsenden und Erwachsenen nicht mehr. Punkt.

  • Barbara sagt:

    Das grösste Problem am Rassismus sind Überheblichkeit, mangelnde Selbstkritik und Banalisierung- man lese die Kommentare… es gibt noch viel zu tun!

    • Jan Holler sagt:

      Rassismus hat immer etwas mit einer pauschalen Verurteilung zu tun. Es hat auch immer etwas damit zu tun, dass man sich selbst erhöht, in dem man andere kleiner macht. Wenn ich Ihren Kommentar nun lese, dann erinnert mich das daran.
      Die Kritik in den Kommentaren ist sachlich und begründet. Wenn Sie damit nicht einverstanden sind, dann haben Sie hier den Freiraum, das auch auszudrücken. Sie haben es aber vorgezogen, andere persönlich zu verurteilen und ihnen Etiketten anzuheften. Auch ein Kriterium für eingangs Genanntes. Sie haben noch einiges zu tun!

  • S.G. sagt:

    Frau Kaperski, in meinen 30 bisherigen Lebensjahren habe ich den Begriff „Schwarzfahren“ noch nie mit möglichen rassistischen Gedanken assoziiert. Es ist ein Wort unserer Sprache, wie so viele andere auch. Wohin uns das Gezeter um Wörter bringt, die erst durch das zu lange Hintersinnen heutiger Wort-Schwarz-Allergiker zu rassistischen Ausdrücken degradiert wurden bringt, ist etwas, was wir gerade in der heutigen Zeit nicht brauchen können: Die Wortlosigkeit und die Verunsicherung, im normalen Umgang mit Schweizer*innen und/oder Personen von Ausserhalb noch unsere von Klein auf erlernte Sprache zu sprechen, ohne dabei links und rechts in Rassismusfallen zu treten.

  • Daniel Maier sagt:

    Mit solchen Diskussionen gehen wir vor die Hunde. Die Menschlichkeit den Bach runter und wir bemühen uns nur noch, artikularisch korrekt zu sein.
    .
    Gabriela Kasperski, wann waren sie zuletzt an einer Antikriegsdemo? Was tun sie gegen den Krieg, die Gleichberechtigung? Ich frage natürlich aus einem speziellen Grund……

  • Labskaus sagt:

    Es ist nunmal so, dass der Anteil von Schwarzen an der Gesamtbevölkerung in der Schweiz relativ klein ist (1.3% laut Schätzung von 2018) & auch erst in den letzten Jahren stärker zugenommen hat. Ein grosser Teil davon lebt wahrscheinlich in der Romandie. In Deutschland sieht es ähnlich aus. Warum also sollte es eine grosse Anzahl an deutschsprachigen Kinderbüchern mit einem schwarzen Kind als Hauptfigur geben? Es gibt eine Menge solcher Bücher auf Englisch & Französisch, weil diese Zielgruppe existiert.

    Die oben genannten Bücher stammen aus einer anderen Zeit. Mit der Veränderung der Gesellschaft wird sich auch das Angebot an Büchern etc. verändern. Selbst Disney hat inzwischen nicht mehr nur weisse Prinzessinnen.

    P.S.: Das Wort Schwarzfahren hat ja nun nix mit der Hautfarbe zu tun.

  • Jan Holler sagt:

    Worte alleine sind nicht rassistisch. Es ist die Intention dahinter, wie und weshalb sie verwendet werden. Es ist derjenige Mensch rassistischer, der hinter Worten immer Rassismus entdeckt, als der der diese Worte ohne rassistische Absicht verwendet.
    Hilflosigkeit im Umgang mit einer fremden Situationen ist ebenfalls nicht mit Rassismus gleich zu setzen. Neugierde ebenfalls nicht.
    Das Interview wird dem Thema Rassismus in der Sprache nicht gerecht. Es vermischt verschiedene Ebenen und reduziert Rassismus auf Begrifflichkeiten. Es wird auch der Sprache, dem Sprachgebrauch nicht gerecht. Die USA sind ein gutes Beispiel für das Scheitern der political correctness in der Sprache: Es lässt sich nicht verhindern, dass ein Begriff rassistisch aufgeladen wird.

  • Pirmin Meier sagt:

    Mein Vater und mein Grossvater haben zur Zeit des Ersten und des Zweiten Weltkrieges *schwarz gemetzget“, zur Zeit der Lebensmittelrationierung ein gewagtes Risiko in Absprache mit Kundenbedürfnissen. Aber ich wusste nicht, dass sie Rassisten waren. Ja, solche Psycho-Sorgen müsste man haben!

  • Marta Kley sagt:

    Also, äxgüsi, ich habe den Begriff „Schwarzfahren“, wie wohl andere auch, nie mit dunkelhäutigen Menschen in Verbindung gebracht. Es bedeutet für mich, heimlich im Dunkeln zu fahren. Wenn man so denkt wie Sie, müsste man das Wort schwarz völlig aus dem deutschen Vokabular streichen. Und wenn Sie Ihrer Tochter beibringen, sich bei „schwarz“ „braun“ oder „dunkel“ immer beleidigt zu fühlen, tun Sie ihr und uns sicher keinen Gefallen.
    Vierjährige Kinder denken übrigens immer laut über alles nach, was anders ist, zum Beispiel auch über meine weissen Haare.

  • Heinz Burkhardt sagt:

    “Es gibt Worte, die sind nicht tolerierbar, unter keinen Umständen, Punkt.“ Mit diesen Worten setzen Sie einen absoluten Massstab resp. Ihren persönlichen Anspruch, was recht ist und was nicht. Und Sie verlangen, dass sich alle daran halten, andernfalls wird man als rassistisch eingestuft.
    Sie bemängeln, dass in vielen Kinderbüchern die Heldinnen weiss sind. Was soll das? Ich nehme mal an, dass in afrikanischenGeschichten auch schwarze Protagonistinnen vorkommen. Letztlich führen Ihre Forderungen dazu, dass nur noch politisch korrekte Ausdrücke (wer bestimmt diese?) verwendet werden und für Hautfarbe oder für Herkunft nur noch ein Wort existiert, das alle Geschlechter absolut neutral umfasst.
    Sich politisch korrekt auszudrücken heisst noch lange nicht, tolerant und offen zu sein.

  • Lina More sagt:

    Zitat aus dem Artikel:
    „Was für Reaktionen haben Sie erlebt, als Sie mit einem Baby oder später Kleinkind mit dunkler Hautfarbe unterwegs waren?

    Zum Beispiel verkrampft wegschauen oder übertrieben normal tun. “

    Ich befürchte, wie auch immer man ihr mit ihrer Tochter begegnet, sie weiss es als Ausdruck von Vorurteilen und Rassismus zu deuten.

  • David Bühlmann sagt:

    Also ich bin der Meinung dass man alles übertreiben kann. Schwarzfahren? Rassistisch? Sie bezichtigen mich also des Rassismus wenn ich das Wort Schwarzfahren benutze? Ich bin Rassist weil ich meinem Kollegen sage: Du, ich bin heute schwarzgefahren und nicht erwischt worden….das ist einfach absurd. Das ist totalitäre Political Correctness. Letztlich ist Rassismus auch kein sprachliches Problem, sondern ein gesellschaftliches.

  • Hans-Peter Müller sagt:

    Was für eine Logik! Frau Kasperski sollte dringend ihre Rassismus-Neurose behandeln lassen. Es ist einfach nur peinlich.

  • 13 sagt:

    Herzlichen Dank für das Thema und auch das Buch. Das Sichtbarmachen, immer wieder darauf hinweisen, ist so wichtig. Auch wenn die meisten Menschen wohl naturgemäss in eine Abwehrhaltung gehen (künstliche Empörung, ich meine es nicht so, nur Interesse…) und dabei nicht merken, dass sie genau das Problem reproduzieren, wenn sie als Nicht-Betroffene über die Definition von Rassismus bestimmen wollen, anstatt einfach mal zuzuhören. Natürlich ist es immer sehr schwierig selber anzuerkennen, dass man selber ein Teil des rassistischen Systems ist. Wer jedoch bereit ist zu reflektieren und es bleibt die Hoffnung, dass es immer mehr werden, der hat zumindest inzwischen einige Möglichkeiten sich zu informieren. Exit Racism (Video und Buch) ist sehr empfehlenswert.

    • Anh Toàn sagt:

      Ja, es ist ein wichtiges Problem, und selbst wenn wir uns vehement gegen Rassismus einsetzen, müssen wir feststellen, dennoch selber nicht frei davon zu sein. Habe in SaiGon einen gefragt, wie es sei mit dunkler Hautfarbe in Vietnam, – die Vietnamesen sind sehr rassistisch -, und mich dann entschuldigt dafür, dass das erste, was ich wahrnehme an ihm, nicht sein breites Lachen, sondern seine Hautfarbe ist.

      Aber: Ich meine, es ist kontraproduktiv, wenn mit zumindest fragwürdigen Argumenten diskutiert wird. Klar sagt die Antwort auf „Wohin willst Du?“ mehr über den Gefragten, als „Woher kommst Du?“, aber damit ist sie halt auch oft zu persönlich. Auch die Frage nach dem Beruf dient der Schubladisierung der Person.

      • Anh Toàn sagt:

        Aber betreffend Rassismus bezogen auf Hautfarbe zitiere ich gerne Bob Marley, der Haile Selassie zitiert: „Bis die Hautfarbe eines Menschen nicht mehr Bedeutung hat, als die Farbe seiner Augen, ist überall Krieg. Aber heute ist Rassismus bezogen auf Hautfarbe am aussterben, aber Rassismus bezogen auf Religion, jetzt sind es die Muslime, nicht mehr die Juden, umso salonfähiger geworden.

        Man solle bei den Asylbewerbern Christen gegenüber Muslimen bevorzugen, ist eine respektierte Meinung in der Schweiz.

      • 13 sagt:

        Ich bin im grossen und ganzen einverstanden.
        „Auch die Frage nach dem Beruf dient der Schubladisierung der Person.“
        Aber der Beruf ist selbst gewählt und dient damit eher dazu, eine Person kennenzulernen, als die Herkunft. Ich sage ja nicht, man sollte einen anspringen, wenn er nett fragt. Aber man wird so müde von dem ständigen im Kreis drehen und sich immer und immer wieder den gleichen Vorstellungen auszusetzen, wenn jemand von der Herkunft erfährt. Man mag halt einfach nicht immer, aber die Wahl gibt es nicht, wenn Nicht-Betroffene entscheiden, was wann geht und die Herrschaftsmacht darüber behalten wollen. Denn das ist der grosse Unterschied. Ein weisser Schweizer kann, aber muss sich nicht mit Rassismus beschäftigen. Das Mädchen hier hat die Wahl nicht.

      • 13 sagt:

        Das finde ich daher sehr schön:
        „Klar sagt die Antwort auf „Wohin willst Du?“ mehr über den Gefragten, als „Woher kommst Du?“,“
        Aber gerade auch das „Woher kommst Du?“ kann persönlich sein, wenn Rassismuserfahrungen bestehen.

    • Sportpapi sagt:

      @13: Im Raum steht also die Forderung, dass Minderheiten aufgrund ihrer Befindlichkeiten der Gesellschaft diktieren, was diese zu tun oder zu lassen hat.
      Als anständiger Mensch nehme ich ernst, wenn jemand mich um etwas bittet, z.B. um andere Bezeichnungen. Und ich halte mich daran, auch wenn ich nicht einsehe, warum jetzt das wichtig ist – dem anderen zu liebe.
      Aber wenn dieser Wunsch immer als Anklage daherkommt, Rassissmus! Sexismus!, usw., dann entstehen logischerweise auch Widerstände.
      Und natürlich können nicht nur „Betroffene“ Rassismus definieren, sonst würde sich das ja im Kreis drehen und jede Objektivität und Einordnung verlieren.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Schöner hättest Du die Problematik dahinter nicht darlegen können: Du möchtest gebeten werdest und Du entscheidest dann, ob Du der Bitte folgst oder nicht. Entweder weil Du sie einsiehst oder Du Dich als grosszügigen Menschen betrachtest, sofern die Bittsteller*innen ihr Anliegen freundlich und ohne Anklage vortragen. Die Bittsteller*innen haben aber keine Wahl. Sie müssen Deine aus Deiner Sicht nicht nur akzeptieren (geht doch nicht, dass man da etwas diktiert!), sondern darüber hinaus auch noch zufrieden damit sein und ja nicht murren (keine Anklage erheben!) und dass alles nur, weil sie einer diskriminierten Minderheit angehören. Dies obwohl es um sie geht. Nicht wirklich meine Vorstellung von einer gleichberechtigten Gesellschaft oder gar von Anstand.

      • 13 sagt:

        Wäre man ein wirklich anständiger Mensch würde man sagen: „Entschuldige bitte, ich wusste nicht, dass das Wort rassistisch/sexistisch/diskriminierend etc. aufgefasst wird, ich werde es selbstverständlich nicht mehr benutzen.“ Ohne darüber zu diskutieren, ob es rassistisch ist oder nicht, ohne mich zu rechtfertigen. Höchstens würde ich noch nachfragen, was denn eine gute Alternative wäre, wenn ich mit dem Thema nicht so vertraut bin. Und das ganz ohne schlechtes Gewissen, denn Irren ist menschlich. Anstand ist aber das, was man daraus macht, wenn man die Information erhält, dass etwas als störend empfunden wird. Wir können nichts dafür, als Weisse in eine Welt hineingeboren zu sein, wo wir Privilegien haben, aber wir wählen selber, was wir damit machen.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Nein, ich entscheide dann nicht, sondern ich folge der Bitte. Egal, ob das Gegenüber nun wirklich einer „diskriminierten Minderheit“ angehört oder nicht. Oder muss ich das erst überprüfen? Und wenn nicht, schlage ich das ab?
        Und ja, das Gegenüber darf murren, darf sich ärgern, darf Forderungen stellen, darf mich auch beschimpfen (z.B. als Rassist, weil ich farbig statt koloriert gesagt habe). Aber dann muss er sich nicht wundern, dass er vermutlich auch bei mir eine entsprechende Reaktion auslöst. Denn das ist ja dann wieder mein Recht, auch als Mitglied einer „privilegierten Gruppe“.

      • 13 sagt:

        Ok, Du entscheidest Dich, der Bitte zu folgen. Haarspalterei, wenn Du mich fragst.
        Den Zeiten Teil könntest Du auch umdrehen und sagen: Du kannst Dich schon auf deinen Standpunkt stellen, wie Rösch sagt, ist es ja ein freies Land. Du darfst Dich dann halt auch nicht wundern, wenn man Dich als sexistisch oder rassistisch oder was auch immer wahrnimmt und bezeichnet. Eine Beschimpfung ist das dann natürlich nicht.
        Oder aber wir akzeptieren, dass jeder gerne selber wählt, wie er bezeichnet werden will oder nicht. Du verständlicherweise nicht als Rassist, ein anderer nicht als N*** oder was auch immer. Ich nennen Dich ja auch hier Sportpapi oder SP als Abkürzung, weil Du es so wünschst, nicht weil ich den Namen für gut befunden habe. Ich habe dazu keine Meinung. Warum sollte ich?

      • Sportpapi sagt:

        @13: Das ist keine Haarspalterei, sondern der entscheidende Unterschied.
        Rassist oder Sexist ist zudem immer eine Beschimpfung, während das bei „schwarz“ zumindest diskutabel ist. Und ja, ich weiss dass man sich heute auf den Standpunkt stellt, man könne alles selber wählen, z.B. sein Geschlecht, unabhängig von der biologischen Realität. Aber der Meinung bin ich nicht. Wenn man mir also „Mann“, oder „Schweizer“, oder ähnlich sagt, so kann ich nicht einfach erklären, ich will jetzt aber Italiener geheissen werden. Bzw. erklären, aber nicht verlangen.

      • 13 sagt:

        Schwarz ist keine Beleidigung. Wie kommst Du darauf? Und das Geschlecht, wie die sexuelle Orientierung wählt man nicht. Es ist stattdessen möglich, dass die angebliche „Biologische Realität“ nicht mit dem tatsächlichen Geschlecht eines Menschen übereinstimmt. Wenn wir jedoch die Psyche auch zur Biologie zählen, dann merkt man, dass die Erklärung der „biologischen Realität“ absurd ist. Soll sich nun ein Transmensch deinem Weltbild anpassen und darunter leiden, damit dieses bleibt? Oder denkst Du wirklich, jemand sagt sich aus dem nichts heraus eines morgens: „Ach, mir geht es einfach zu gut, niemand diskriminiert mich, ich werde das jetzt mal ändern.“? Italiener nennen geht nicht, denn Italiener gibt es. Ansonsten sind wir beim Mazedonien-Problem. Aber ein Neues wählen. Klar.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Mein Weltbild? Dieses ist, im Gegensatz zu deinem, ziemlich liberal. Ich gehe von mündigen Menschen aus, die in einem gewissen Rahmen tun und lassen können, was sie wollen. Aber auch mit den Konsequenzen zu leben haben, solange auch die in einem gewissen Bereich bleiben.
        Und ja, ich kenne schon Menschen, die immer irgendwie den Ärger zu suchen scheinen.

  • w. Fassbind sagt:

    Dieser Sprachpurismus nommt immer absurdere Formen an, Bsp Frau Funiciello definiert Schraubenmutter als sexistisch!!! Und by the way: Die im Text erwähnten Beispiele sind nicht Worte, sondern Wörter. Ein kleiner Unterschied, man siehe im Duden nach.

    • Muttis Liebling sagt:

      Hinter dem Konzept politisch korrekter Sprache, auch z.B. dem Framing, steckt schlichte philologische, etymologische und auch neurophysiologische Nicht- Bildung. Die Verfechter wissen nicht, wie die deutsche Sprache, die eine von den meisten anderen abweichende logische Struktur hat, entstanden ist und sich bis zur heutigen Sprechweise entwickelt hat.

      Sie wissen nicht, wie Sprache neurophysiologisch verarbeitet und neurocognitiv perzipiert wird. Da ist nichts, was an solides Wissen erinnert. Die Damen und Herren fühlen Sprache, da verstehen ihnen nicht mehr möglich ist.

      Im Gegenzug kommen dann solche sprachlichen Monster wie Care- Arbeit heraus. Noch schlechter zu sprechen, ist praktisch unmöglich, aber nicht einmal zu bemerken, wie schlecht das ist, ist der Gipfel.

  • H. Müller sagt:

    Schwarzsee, Schwarzbubenland, Schwarzenburg, Schwarzwald, ins Schwarze treffen, Schwarzseher, Schwarzwurzel, Schwarzweißfoto, usw. Alles Begriffe, welche aus Sicht der unsäglichen politischen Korrektheit abgeschafft gehören müssten. Da ist viel Arbeit vorhanden für Leute, welche sonst keine anderen Probleme zu haben scheinen.

    • Röschu sagt:

      Schöne Beispiele, H. Müller, welche die ganze Absurdität dieser Diskussion aufzeigen.
      .
      Übrigens. Wäre „Schwarze zahlen schreiben“ dann weiterhin gestattet, weil dieser Ausdruck eher positiv konnotiert ist?

    • fufi sagt:

      Und, ich meine wenn schon denn schon, müsste sich auch eine gewisse Alice Schwarzer ein paar Gedanken zu ihrem Namen machen
      😉

    • Peter Schumacher sagt:

      Beispiele zur positiven Konnotation von schwarz fehlen leider. Bei den All Blacks, der neuseeländischen Rugby Nationalmannschaft beispielsweise ist Schwarz ungemein positiv wahrzunehmen (es ist gerade Rugby WM). Ebenfalls ist schwarzen Zahlen schreiben voll in Ordnung. Mir konnte man auch stets gerne Schwarzer Peter sagen, und ich bin immer noch ein bisschen stolz darauf. Und mit dem Nachnahmen waren zusätzliche Spottreime vorprogrammiert.
      Und dass Schwarzfahrer und schwarze Liste nicht tolerierbar sein sollen, nehme ich mit als weiteren humorvollen Beitrag in der aktuellen Diskussion zu allerhand Befindlichkeiten.

    • G Widmer sagt:

      Sehen Sie, main ähnlich geschriebener Kommentar wurde gelöscht.
      Ich bin aber ganz Ihrer Meinung.

  • Silvia sagt:

    Kinder kann man sagen alle Leute sind gleich geboren, nur die Erziehung ist verschieden in den verschiedenen Länder und Kontinente, daher gibt es manchmal Probleme um sich zu verständigen. Aber man darf die Leute bitten leisiger zu sprechen wenn sie schon seit einer Stunde auf dem Balkon sehr laut sprechen weil es ihnen so anerzogen wurde. Sie werden sofort sagen man sei Rassist aber egal : sie müssen lernen sich anzupassen. Realismus ist kein Rassismus.

  • Silvia sagt:

    Die deutsche Sprache verändert sich, sowie die anderen Sprachen. Man kann kaum mehr meinen dies oder das sei nicht „ech“ ! Dasselbe Problem in französisch wo man nun allersam tolerieren muss weil sich die sprache ganz normal verändert (sagt man uns). Was man unbedingt in deutsch abstellen sollte sind die ewigen grossschreiben. Vielmals schreibe ich alles klein wie in den anderen Sprachen. Heute, mit Intenet und dem Klavier kann man nicht weiterhin kompliziert schreiben.

  • Leo Schmidli sagt:

    Diese künstliche Empörung nervt!
    1. Wenn ich frage, wo jemand herkommt, dann ist das aus Interesse an der Person. Es ist ja auch kein Rassismus, wenn ich mich aufgrund des Dialekt dafür interessiere, aus welchem Tal im Berner Oberland jemand kommt.
    2. Der Begriff „schwarzfahren“ hat nichts mit der Hautfarbe zu tun!
    „Vielmehr stehe „schwarz“ in dem Fall für illegal. Für etwas, das im Dunkeln, im Verborgenen passiert.“ Eine andere Theorie ist, dass es aus dem jiddischen „shvarts“ = „arm“ stammt.
    3. Häufig ist im Umgang Vorsicht, weil man ja nie weiss, was heutzutage als Rassismus ausgelegt wird. Ich bin im Umgang mit Behinderten unbeholfen. Weil ich es nicht besser kann. Sagt aber nichts über meine Haltung aus.

    • 13 sagt:

      @ Leo
      Darf ich dann fragen, woher Sie kommen?

      • Röschu sagt:

        Natürlich dürfen Sie das jede und jeden fragen, 13. Wir leben (noch) in einem freien Land.
        .
        Genau darum geht es doch. Manche wollen mittlerweile sogar harmloseste/allernormalste Fragen verbieten im Namen Ihrer missionarisch ausgelebten Ersatzreligion namens „Political Correctness“.

      • Walter Boshalter sagt:

        @13
        Von Dr. Gantenbein. Der Jahresuntersuch war problemlos und ohne gröbere Indikationen.

      • 13 sagt:

        @ Leo/Röschu
        Ja, das tönt logisch. Nur, stellen Sie sich nur für einen kurzen Augenblick das folgende Gespräch vor:
        „Hallo, ich bin Leo.“
        „Hallo. Woher kommst Du?“
        „Aus Zürich“
        „Und ursprünglich?“
        „Wie meinst Du das?“
        „Na, Leo ist doch kein Zürcher Name. Und Deine Haare sind auch zu blond für einen Zürcher. Woher kommt denn Deine Familie?“
        „Ähm, also meine Eltern sind schon in Zürich geboren. Aber meine Grosseltern sind aus dem Berner Oberland.“
        „Wusste ich es doch. Aber Du sprichst ja super Zürideutsch für einen Berner.“
        „Aha.“
        „Wirklich, so vom Dialekt her, hätte ich Dir das nie gegeben. Ich war auch schon mal im Berner Oberland. Weiss leider nicht mehr wo. Kannst Du ein paar Orte aufsagen, dann fällt es mir wieder ein.“
        „Äh…Adelboden, Lenk, Frutigen.“

      • 13 sagt:

        „Ach ja, ich glaube Frutigen war es. Da gibt es doch dieses süsse kleine Hotel gleich in der Nähe des Bahnhofs.“
        „Kein Ahnung, ich war noch nie in Frutigen.“
        „Wirklich? Ich dachte, Du kennst das.“
        „Dann esst ihr sicher auch oft Berner Platte.“
        „Eigentlich nicht, ich bin Vegetarier.“
        „Was? Das ist aber auch merkwürdig, so vom Land…“
        „Hä? Aber ich komme doch aus….“
        „Du musst ja super Skifahren….“
        Lustig? Ja, so geschrieben schon! Auch noch lustig, wenn 99% aller Gespräche, die man führt, so sind? Eine Herkunft macht keinen Menschen aus und sagt genau gar nicht über ihn aus. Aber wer danach fragt, hat natürlich auch automatisch Vorstellung, die mit dieser zusammenhängt. Warum sollte man sonst fragen? Und genau da sind wir bei Vorurteilen…

      • 13 sagt:

        Ich hatte mal eine Freundin, die wurde in Südkorea geboren und gleich nach der Geburt von einem schwedischen Paar adoptiert. Wenn sie jemand fragte, woher sie kommt, sagt sie Schweden. Logisch. Sie hat immer in Schweden gelebt, schwedisch ist ihre Muttersprache, sie hat nur einen schwedischen Pass. Trotzdem genügt genau dies den meisten Menschen nicht, sondern sie fragen immer wieder nach und werden teilweise sogar richtig wütend bis hin zu aggressiv, wenn sie ihnen nicht ihre ganze Zeugungsgeschichte auf die Nase bindet. Und bezeichnen es dann als Neugier.
        Ich habe auch einen „Migrationshintergrund“. Man sieht und hört ihn mir nicht an und mein Vorname ist sehr neutral, der Nachname nicht. Ich war schon so oft froh darum, wenn Gespräche wie oben, sind einfach nicht nötig.

      • Sportpapi sagt:

        @13: “ Eine Herkunft macht keinen Menschen aus und sagt genau gar nicht über ihn aus.“
        Da bin ich anderer Meinung.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Ok und was genau weisst Du über mich, wenn Du erfährst, dass ich aus Südost-Europa stamme? Was sagt Dir das über mich?

      • Leo Schmidli sagt:

        @13: Warum man sonst fragen sollte? Hm, aus Interesse an der Person vielleicht!?
        Ich habe einmal den dunkelhäutigen neuen Partner einer Freundin gefragt, wo er herkommt. Er ist Deutscher, spricht fliessend Deutsch. Er hat geantwortet „Südafrika“. Ich wollte aber nur wissen, aus welcher Stadt in Deutschland er kommt.
        Und jetzt? Soll ich IHM Rassismus unterstellen bzw. dass er mich für einen Rassisten hält?

      • 13 sagt:

        @ Leo
        Dann auch an Sie? Was erfahren Sie denn aus der Antwort? Dass dieser Freund aus Südafrika kommt? Oder auch aus Hamburg?
        Übrigens, wenn meine Kinder das gefragt werden, sagt eines „aus Bern“ und das andere das unser ursprüngliches Heimatland. Ich glaube kaum, dass die eine oder andere Antwort wirklich etwas über sie aussagt. Richtig sind aber beide.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Dass du Wurzeln in Südost-Europa hast? Dass du allenfalls mehr oder weniger von der Kultur dort geprägt bist, vielleicht die Sprache sprichst? Dass du den Sozialismus kennengelernt hast, und das deine politische Ausrichtung prägt?
        Dass du vielleicht gerne dort in die Ferien gehst?
        Auf jeden Fall ist es ein Ausgangspunkt für ein Kennenlerngespräch.
        Was sagt es mir, dass du eine Frau bist? Juristin?, usw?

      • 13 sagt:

        @ SP
        Das sind alles Eventualitäten, die Du daraus schliessen kannst oder nicht. Ich kenne Schweizer, die mein Heimatland schon viel mehr bereist haben als ich und Leute, die aus dem gleichen Land kommen und SVP wählen. Vielleicht trifft nichts davon zu, vielleicht alles, dafür wären andere, spannendere Fragen wichtig.
        Dass ich eine Frau bin sagt auch wenig über mich aus. Ich glaube ja bekanntlich nicht an grosse Unterschiede zwischen Mann und Frau (also im Sinne biologischer Unterschiede, soziale natürlich schon). Juristin schon, denn selbstgewählt, weil es durchaus zu mir passt (ordnungsliebend, Bücherfreak, Kopfmensch, Akademikerin etc.).

    • Leo Schmidli sagt:

      Ein anderer Freund, Schweizer, ist halber Japaner und halber Argentinier. Spannende Kombination, bei der es mich interessiert, wie es dazu gekommen ist. Und er ist eben nicht nur bzw. ausschliesslich Schweizer. Er vergöttert Messi und liebt Sushi. Aber zuoberst thront der FCB.
      Wir haben eine immer stärkere Durchmischung in der Gesellschaft. Und unsere Wurzeln sind ein Teil von uns, egal, wo wir aufwachsen. Und werden entsprechend weiter gegeben.

  • Gabriella Voce sagt:

    Ich denke beim Wort Schwarzfahren und wenn ich von Schwarzen rede nicht in negativer Weise an eine Ethnie. Die sprachpolizeilichen Forderunen einiger verkappter Leute, die den Rassismus in sich permanent bekämpfen müssen, nerven.
    Wer schwarz als negativ konnotiert wahrnimmt hat ein rassistisches Framing, sogar wenn diese Person mit einer schwarzen Person zusammen lebt. Vielleicht ist das Zusammenleben mit einer schwarzen Person so ein Versuch, sich selbst permanent zu vergewissern, nicht rassistisch zu sein. Aus dem selben Grund sind auch viele linke Frauen / Feministinnen gegen ein Kopftuchverbot in der Schweiz – sie denken, so seien sie am wenigsten rassistisch, dabei ist genau das ihr rassistisches Framing.

  • Tom Berge sagt:

    Der Begriff „schwarzfahren“ hat nichts mit einer Farbe zu tun. Auch dieser Ausdruck hat – wie viele andere – ihren Ursprung im Jiddischen. Aus dieser Sprache stammt das Wort „Shvarts“. Es bedeutet arm.

    • Martin Frey sagt:

      Es gibt wohl mehrere Thesen bezüglich Ursprung des Begriffes, aber die von Ihnen erwähnte ist sicher eine der gängigeren. So oder so stammen derartige Begriffe aus Zeiten, in denen es in Mitteleuropa schlicht keine dunkelhäutigen Menschen gab. Der Link dazu bei der Verwendung des Begriffs ist daher schon sehr gesucht.

    • Muttis Liebling sagt:

      Schwarz und Weiss sind keine Farben. Die beiden Kategorien werden seit spätestens der griechischen Mythologie als Metapher für die Zweiwertigkeit der Moral benutzt.

      Alle Götter bis zu Zeus haben keine Moral. Erst Apollon agiert moralisch zweiwertig. Das wird in einer Geschichte symbolisiert:

      Apollon schwängert die Menschenfrau Koronis und beauftragt einen Raben, deren Keuschheit zu überwachen. Die geht natürlich fremd und der Rabe meldet das dem Apollon. Der will den Raben erst töten, besänftigt sich aber und gibt dem Raben statt dessen sein ab da schwarzes Federkleid.

      Diese Szene nennt Homer das Entstehen der schwarzen Seite der Moral. Schwarz steht ab da für die Macht des an sich Guten, welches Apoll verkörpert, immer auch Schlechtes zu tun.

  • Muggli Peter sagt:

    In Spielfilmen nennen Farbige (um das Wort Schwarz zu vermeiden) Nichtfarbige „Weissbrot“. Ist auch in der Realität so. Kein Rassismus? Wie dem auch sei. Abhilfe schaffte das Verbot des Wortes „Schwarz“. Dann hätte das Kasperlitheater ein Ende.

    • 13 sagt:

      Das Wort Schwarz soll nicht abgeschafft werden, sondern es wäre gut, wenn man aufhören würde, es negativ zu gebrauchen (Schwarzarbeit, Schwarzmalerei etc.). Das Wort „Farbige“ ist erstens meistens eine schlechte Übersetzung und zweitens durchaus rassistisch, weil es eine Fremdbezeichnung ist. Schwarz oder People of Color wären die richtigen Bezeichnungen.
      Zudem braucht Rassismus ein Gefälle der Positionen. Gleich wie Schwarz ein Sammelbegriff für Menschen mit Diskriminierungserfahrungen ist, ist Weiss einer für Menschen in privilegierten Positionen. Daher nein, das ist kein Rassismus gegen Weisse, denn das ist so nicht möglich.

      https://www.amnesty.de/2017/3/1/glossar-fuer-diskriminierungssensible-sprache

      • Sportpapi sagt:

        Hm ja. So wie Sexismus von Frauen gegenüber Männern gar nicht möglich ist, weil Macht und Privilegien per Grundannahme immer einseitig bei den Männern (und zwar allen!) verortet wird, und Frauen (alle!) immer nur schwache, unterdrückte Opfer sind.
        So kommen wir keinen Schritt weiter!

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Diese Frage auch in der feministischen umstritten. Es bestehen dazu verschiedene Meinung. Ich persönlich gehe davon aus, dass es Sexismus gegen Männer gibt, dieser sich punktuell in gewissen, klar definieren Bereichen zeigt, wo Frauen bevorzugt werden. Ein Gefälle innerhalb einer Struktur ist aber natürlich auch da notwendig.
        Aber eben, solange privilegierte Gruppen nicht bereit sind, die Hoheitsgewalt über Begriffe, die nicht sie bezeichnen, sondern andere, nicht aus der Hand geben, kommen wir ohnehin nicht weiter. Dann ändern wir einfach eine Fremdbezeichnung in eine andere um (und sagen nicht mehr N***, sondern Farbige), womit sich für diejenigen, die damit gemeint sind, nicht allzu viel ändert.

      • 13 sagt:

        Ein ganz einfaches Beispiel:
        Du warst doch Lehrer. Nun hast Du einen Paul in der Klasse und dieser ist etwas kleiner als der Rest der Klasse. Und die anderen finden das halt süss und nennen ihn Paulinchen. Und Paul sagt, er wolle das nicht. Dann sagst Du auch, dass alle Kinder das Recht haben mitzureden, wie man Paul nennt und überhaupt kann er als Einzelperson (Minderheit) doch nicht einfach den anderen (Mehrheit/Klasse/Gesellschaft) diktieren, wie sie ihn nennen sollen, nur weil er etwas empfindlich ist? Und überhaupt, sie meinen das nicht böse und das sei doch das Wichtigste? Wirklich?

      • Sportpapi sagt:

        @13: Wenn ein Gefälle immer notwendig ist, dann sind die Definitionen und die Begriffe letztlich unbrauchbar, wie bereits angetönt.
        Und natürlich macht es auch wenig Sinn, wenn selbst ernannt Betroffene für sich entscheiden können, was rassistisch oder sexistisch oder sonst irgendwie übergriffig ist, weil ja in den Begriffen nicht nur Betroffene, sondern immer auch Täter/innen angesprochen sind. Und dabei ein meist ziemlich starker Vorwurf verbunden ist. Und diesen muss man sich nicht immer gefallen lassen, und es führt auch nicht zu Veränderung, wenn man immer auf Widerstand und Streit aus ist. Miteinander wäre sicherlich klüger.
        Gilt auch für die Geschlechterfrage, wo es unklug ist, wenn die Feministinnen für sich die Deutungshoheit reklamieren, was für alle richtig ist.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Zu deinem Beispiel: Paul heisst nun mal Paul, nicht Paulinchen. Und die Verkleinerungsform ist absichtlich, und mindestens potentiell abwertend (dass letztlich auch das Geschlecht verloren geht und man gleich an Kaninchen denkt, kommt noch dazu). Das Problem ist nur, dass die anderen Kindern das jetzt lustig finden, weil er immer so erbost reagiert. Und klar, als Lehrer stellt man das umgehend ab.
        Ändert aber meist gar nichts an der Konstellation. Vielleicht findet die Klasse jetzt etwas anderes, um ihn zu ärgern? Die Geschichte geht also tiefer, als um die Bezeichnung.
        Und wieder: Als erstes käme ein „Stopp. Mir gefällt diese Bezeichnung nicht, würdet ihr mich bitte bei meinem richtigen Namen rufen.“

      • Sportpapi sagt:

        @13: Das noch passendere Beispiel wäre allerdings: Paul fühlt sich etwas als Aussenseiter, wird ständig gehänselt. Nun entscheidet er sich, dass er künftig Peter genannt werden möchte.
        Ändert allerdings gar nichts an der Situation, im Gegenteil.
        Und noch etwas letztes: Wenn Paul nun seinerseits ausfällig wird, mit Beschimpfungen um sich wirft, allenfalls noch Schläge austeilt (gegen „mächtigere“ andere Jungs, die sich aber nicht wehren (dürfen)), dann gilt für ihn natürlich der gleiche Massstab, und auch er wird ermahnt. Und nicht etwa beide Augen zugedrückt, weil er doch so unterdrückt ist.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Ok und die Inuit heissen nun mal Inuit und nicht Eskimos. Und die Apachen Apachen und nicht Indianer. Und das nicht plötzlich oder künftig, sondern schon immer. Daher verhebt die Peter-Geschichte eben nicht. Begriffe werden nicht plötzlich rassistisch, sondern wir nehmen sie neu als das wahr. Und ja auch diese Wörter sind abwertend wegen der Bedeutung und dem Umstand, dass Kolonialmächte diese entschieden haben (würde Paul sich selber als Paulinchen bezeichnen, wäre es ja kein Problem). Und gerade, weil die Geschichte tiefer geht (Gefälle, sag ich doch), wäre es seitens der Lehrperson wichtig, es abzustellen. Auf ein Stopp muss eben gehört werden.

      • 13 sagt:

        Die Gesetze gelten ja ohnehin für alle. Ob ich jemanden verprügle, weil er „Scheiss-Ausländer“ zu mir sagt oder ihn verprügle, weil er mich Rassist nennt, ändert natürlich nichts an den Folgen. Das sagt doch niemand. Nur, dass Paul eben selber entscheidet, ob ihm der Name gefällt oder nicht und nicht diejenigen, die ihn letztlich anwenden, denn Paul ruft sich ja kaum selbst.

      • Röschu sagt:

        @13
        „Begriffe werden nicht plötzlich rassistisch, sondern wir nehmen sie neu als das wahr“
        Wer ist wir?
        Sie halten den Begriff „schwarzfahren“ offenbar für rassistisch. Ich – aus bereits ausgeführten Gründen – nicht.
        .
        PS. Noch ein Literaturtipp meinerseits zu diesem Themengebiet. Philip Roth – The Human Stain (dt. Der menschliche Makel). Wurde auch verfilmt, das Buch ist aber mMn deutlich besser als der Film.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ich weiss gerade nicht, ob deine Aussagen irgendwo in Widerspruch zu meinen stehen. Wobei „Apachen“ natürlich nicht für alle „Indianer“ steht. Aber „People of colour“ ist keine solche traditionelle Bezeichnung, oder?
        Und nein, die Gesetze gelten eben nicht für alle. So können etwa Männer nicht vergewaltigt werden. Und auf der tieferen Ebene: Rassismus und Sexismus etc. kann deiner Meinung nach nur von einer Seite kommen. Oder auf das Beispiel gemünzt: Wenn Paul seinen Kollegen den Mittelfinger zeigt, ist das nicht das Gleiche wie umgekehrt, schliesslich wird da ja ein Machtgefälle festgestellt (woher auch immer).
        Gleicher Massstab wäre richtig und wichtig. Wird aber nicht angewandt. Schlimmer noch: Offenbar nicht einmal von allen gefordert!

      • 13 sagt:

        „Aber „People of colour“ ist keine solche traditionelle Bezeichnung, oder?“ Es ist ein Ausdruck, der aus der Emanzipation kommt. Daher gleich wichtig. Ich habe natürlich auch nicht gesagt, dass alle Menschen, die Indianer genannt wurden/werden, Apachen sind, nur ein Beispiel genannt.
        Vergewaltigung von Männern gibt es in der CH (noch) nicht, das stimmt. Es gibt aber den sexuellen Missbrauch, der zur gleichen Strafe führen kann (= gleiche Folge). Das wird zurecht sich ändern. Und vermutlich dann im höheren Masse bejaht werden, da sich Männer biologisch bedingt eher wehren können und den Frauen das ja ständig zum Vorwurf gemacht wird. Eine Anpassung hier wollen ja v.a. die Männer nicht. Und wenn Pauls Mittelfinger eine Reaktion auf stete Beleidigungen ist, ist das so zu werten.

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Und wenn Pauls Mittelfinger eine Reaktion auf stete Beleidigungen ist, ist das so zu werten.“ Ah, willkommen. Sage ich ja jeweils, dass es nicht nur Täter/Opfer gibt, sondern die Umstände zu bewerten sind.
        „Eine Anpassung hier wollen ja v.a. die Männer nicht.“ Wollen sie nicht?
        Der Punkt ist, dass Männer auf keinen Fall Gefahr laufen wollen, nach einer schönen Nacht plötzlich aus heiterem Himmel als Vergewaltiger dazustehen. Ein deutliches „nein, das will ich nicht“ und weggehen würde dazu aber natürlich reichen. Problematisch sind aber all die Grauzonen.
        Und gell, sich körperlich wehren können ist gut. Und schon ist Mann auch noch ein Gewalttäter, der seine überlegene Kraft einsetzt?

    • Martin Frey sagt:

      @13
      Farbig und „coloured“ ist eigentlich ein Synonym, 13.
      „Zudem braucht Rassismus ein Gefälle der Positionen. Gleich wie Schwarz ein Sammelbegriff für Menschen mit Diskriminierungserfahrungen ist, ist Weiss einer für Menschen in privilegierten Positionen.“
      Da bin ich sogar dezidiert anderer Ansicht, bei der ersten wie auch zweiten Aussage. Bsp. gibt es viele (Jagd auf Albinos in Uganda, weisse Farmer in Simbabwe, Ausschreitungen schwarzer Amerikaner gegen Lädelibesitzer aus SE Asien), in denen weder die Täter weiss sind noch es um Gefälle geht.
      „Daher nein, das ist kein Rassismus gegen Weisse, denn das ist so nicht möglich.„
      Eine unmögliche Aussage. Wie wenn es unmöglich wäre, dass eine Frau ihren Ehemann umbringt, und dafür rechtskräftig verurteilt werden kann.

      • 13 sagt:

        @ Martin
        „Farbig und „coloured“ ist eigentlich ein Synonym, 13.“ Das stimmt schlicht nicht. „Farbig“ und People of Color ist nicht das Gleiche. Lies mal den Link von AI. Ich habe mich wirklich intensiv in das Thema eingelesen, mit Menschen gesprochen, Veranstaltungen besucht und alle PoC würden dir das Gleiche sagen.
        Und Du hast offenbar eben nicht verstanden, dass in diesem Zusammenhang „weiss“ und „schwarz“ nicht zwangsläufig auf die Hauptfarbe hinweist, sondern eben ein Konstrukt sind. Die Albinos ist Uganda als Beispiel werden durchaus und ganz extrem diskriminiert. Wie kannst Du da sagen, es gäbe kein Gefälle?
        Auch die letzte Aussage: Das genannte Beispiel (wenn in amerikanischen Filmen das Wort „Weissbrot“ fällt) ist kein Rassismus.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        Farbig ist die Übersetzung von „coloured“. Da kannst du gerne jeden Linguisten fragen, oder zb Pons online konsultieren. Der Begriff PoC ist wiederum ein Konstrukt (um diesen inflationären Begriff, der selber in einem gewissen Jargon ein Konstrukt darstellt) zu verwenden.
        Was irgendwelche akademische Aktivistengruppen daraus machen, interessiert mich ehrlich gesagt wenig. Dito AI, eine im Vergleich zu früheren Zeiten nicht mehr über allen Zweifeln erhabene Organisation.
        Die Aussage, dass Weisse keine Opfer von Rassismus werden können, und dieser Status quasi definitionsgemäss Menschen anderer Hautfarbe vorbehalten ist, ist per se als zutiefst rassistisch zu werten.

      • 13 sagt:

        @ Martin
        Mein englisch ist gut genug, herzlichen Dank, und auch mein Wissen darum, was der Unterschied zwischen Fremd- und Selbstbezeichnungen ist. Wenn es Dich nicht interessiert, dann ist das eben so. Wie oben beschrieben, hast Du ja das Privileg zu wählen, ob es Dich interessiert oder nicht.
        Den letzten Teil kannst/willst Du wohl nicht verstehen: Ich habe nicht gesagt, dass Menschen mit weisser Hautfarbe keinen Rassismus erleben können. Das würde ja auch heissen, dass hierzulande Italiener, Romas, Osteuropäer etc. keinen Rassismus erleben, was falsch wäre. Ich sage, dass es ein Gefälle braucht. Und wenn wir die amerikanische Gesellschaft kennen, dann ist das „Weissbrot“ in einem amerikanischen Film vielleicht störend, aber nicht rassistisch.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        „ Ich habe nicht gesagt, dass Menschen mit weisser Hautfarbe keinen Rassismus erleben können.“
        Schön das zu hören, man hätte Deine Ursprungsaussage aber genau so verstehen können. Notabene gibt es nicht wenige in der „Szene“ die genau das behaupten. Womit sich für mich jede Person delegitimiert, eine auch nur irgendwie geartete Deutungshoheit in Sachen Rassismus (was sie ja tun) beanspruchen zu können.
        Weisst du, ich habe eine Zeitlang in den USA mehrheitlich unter Schwarzen gelebt, „Weissbrot“ und andere Abwertungen miterlebt. Naja, du findest nichts daran, ich schon. Es gibt dort sehr viel Rassismus und Ausgrenzung, nicht nur gegenüber Weissen sondern zb auch gegenüber Afrikanern (paradoxerweise). Das erwähne ich darum, um aufzuzeigen, dass deine Gefällethese mE Humbug ist.

      • 13 sagt:

        @ Martin
        Ja, Du hättest es falsch verstehen können, weil du dich geweigert hat, meinen ganzen Satz (Gleich wie Schwarz ein Sammelbegriff für Menschen mit Diskriminierungserfahrungen ist, ist Weiss einer für Menschen in privilegierten Positionen.) und den Link zu lesen. Du hast also Rassismus erlebt? Auch wenn ich das aufgrund deiner Aussagen kaum glauben kann: Wie äusserte sich dieser? Weniger Lohn? Weniger Jobchancen? Weniger Chance, eine Wohnung zu bekommen? Schlechtere Behandlung im Spital? Höheres Risiko, Opfer eines (Hass)verbrechens zu werden? Oder dann von der Polizei nicht ernstgenommen zu werden? Und letztlich: Warum hast Du dort gelebt? Es geht nicht um ein paar dumme Sprüche, es geht um ein System, das reproduziert wird und Folgen hat.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        Leider kam ein längerer Text nicht durch die Zensur, daher nur noch kurz: Ich glaube, wenn du aus irgendwelchen Gründen immer nach einem „System“ suchen möchtest und ein solches finden willst (eine irgendwie höhere Agenda) dann findest du das auch. Das ist aber ein klassischer Wahrnehmungsbias, wie bei anderen Themen auch.
        Ein Bsp., nachgerade ein Klassiker: man verweigerte mir den Einlass an einer öffentlichen Party mit der Begründung „only for blacks“. Gefälle?
        Deine Bsp. sind natürlich so gewählt, dass ich sie als in der Schweiz lebender, arbeitstätiger Mann nicht erlebe.
        Weshalb ich dort gelebt habe? Ich habe da gearbeitet.
        Wenn es einen übergreifenden Konsens in einer Sprachregion gibt, wie etwas oder jemand zu bezeichnen ist, dann richte ich mich iaR danach.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        Was ich jedoch nicht tue: meine Verhalten, meine Sprache nach einer kleinen, schrillen Gruppe von Aktivisten auszurichten, die ihre Befindlichkeit zum Mass aller Dinge machen und nicht selten irgendetwas abarbeiten müssen.
        Der Rest ist in meinen Augen Anstand, und hat mit Respekt und Kinderstube zu tun, wie dass man zb einem Gegenüber nicht in die Haare fasst.
        In meinen Augen entsteht Rassismus wie auch sonstig falsches Verhalten nicht primär durch Worte sondern durch Verhalten, sprich wie du Worte verwendest. Man kann noch so politisch korrekt formulieren und sich gleichzeitig trotzdem verletzend oder gar menschenverachtend ausdrücken oder verhalten.
        Der Krieg gegen Worte schiesst mE am Thema vorbei, ist aber denkbar gut geeignet, Leute zu verprellen.
        Ist das das Ziel?

      • Martin Frey sagt:

        @13
        Wegen deinem Satz habe ich extra noch den Link angeklickt. Denn eigentlich war dein Satz unmissverständlich im Sinne, wie ich es verstanden habe. Ausser du klickst dieses Glossar an welches AI einfach von irgendwelchen Aktivisten übernommen hat. Ohne dieses seltsame und nicht selten widersprüchliche Verständnis von Begrifflichkeiten inklusive der höchst unglücklichen Neudefinition der Farben Schwarz und Weiss (ML würde sagen, das sind gar keine Farben) welche ich weder nachvollziehen kann noch umsetzen werde (zu welchen Missverständnissen das führen kann, hat man ja gesehen). Ein anschauliches Bsp dafür, was ich meinte.
        Nochmals, ist es das Ziel, dass wir sprachlich immer mehr auseinander driften, und uns irgendwann nur noch in der eigenen Blase verständigen können?

      • 13 sagt:

        @ MF
        Meine Beispiele waren natürlich für die Zeit dort, nicht in der Schweiz. Dass man als weisser Arzt mit dem Namen Martin Frey in der CH keinem Rassismus erlebt, ist wohl klar.
        Weisst du, das mit der Party haben wir auch erlebt. In Bern. Und es war ärgerlich und unbegreiflich, für sich alleine jedoch nicht so schlimm. Zusammen mit der Tatsache, dass mein Mann nur Tage zu vor nachmittags um 14.00 Uhr auf offener Strasse verhaftet wurde, weil er seinen Ausweis vergessen hatte und einen schwarzen Rucksack trug oder dass nur wenige Tage danach gleich 3 Vermieter behaupteten, Wohnungen seien schon vermietet, was nachweislich nicht stimmte, wird es zu einem. Die Party war ärgerlich, aber du bekamst da einen Job und vermutlich noch besser bezahlt. Hohes Jammerniveau und so.

      • 13 sagt:

        Du magst auch das Glossar irgendwelchen Aktivisten zuschreiben. Wie gesagt entspricht es für mich dem was ich bei der sehr fundierten Auseinandersetzung mit dem Thema gelernt habe. Aber wir sind damit wieder gleich weit. Du hast die Wahl, es zu berücksichtigen oder nicht. Eine schwarze Person hat keine Wahl, ob es von dir so oder so bezeichnet wird.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        Du willst mir sagen, du wolltest in Bern an eine Party und wurdest nicht eingelassen weil du weiss bist?
        Ich habe dir bis jetzt immer alles aufs Wort geglaubt, aber da habe ich jetzt Mühe… 😉 Nicht eingelassen zu werden ist notabene das eine, die Begründung das andere.
        Jede/r macht so seine Erfahrungen im Leben, aber die meisten Menschen haben eine Wahl. Auch wenn ich mich (und dich) zu den Privilegierten zähle, aber eine Wahl hat man meist schon. Das es Ungerechtigkeiten gibt die es auszumerzen gibt, bestreite ich nicht. Darauf sollten wir uns konzentrieren.
        In Zumas Südafrika reichen einem Zulu offiziell ein Bruchteil der Punkte wie für einen Weissen, um für ein Medizinstudium zugelassen zu werden. Wer ist hier nun Weiss, wer Schwarz? Und wo genau besteht das Gefälle?

      • Martin Frey sagt:

        @13
        Nebenbei, in wollte nicht jammern. Was ich sagen wollte: es tut allen gut, einmal einer Minderheit anzugehören. Genau wie auch mal im In- und Ausland Patient zu sein, oder mit der Justiz zu tun zu haben 😉

      • Sportpapi sagt:

        Ah, warum versuche ich nur um Worte zu ringen, wenn Martin Frey das schon so gut auf den Punkt bringt?
        Es dient einfach nicht der Verständigung, dem Miteinander, wenn man sich ständig abgrenzt, alles immer in Kategorien von Täter/Opfer, privilegiert/diskriminiert, etc. einteilt, und dabei die ganz grossen Schubladen braucht.
        Die beschriebenen Diskriminierungen, z.B. bei der Wohnungssuche, sind nicht in Ordnung. Aber auch nicht, wenn ein Mann aufgrund seines Geschlechts nicht an eine Party eingelassen wird, oder gar eine Stelle nicht bekommt. Dann wird er nicht als Mensch, als Individuum betrachtet, sondern wegen irgendwelchen Merkmalen benachteiligt. Und das ist immer nicht in Ordnung, egal ob andere Menschen mit diesem Merkmal sich auch schon falsch verhalten haben.

      • 13 sagt:

        @ MF
        Das ist ein Missverständnis:
        Wir wurden aufgrund der Nationalität (da noch nicht eingebürgert) nicht an eine Party gelassen. Die Begründung war, wie ich von einem Mitarbeiter erfuhr, dass die Securitas klare Richtlinien betreffend Höchstzahlen haben für Personen aus „bestimmten Ländern“ und nicht mehr als diese reinlassen. Das ist rund 12 Jahre her. Ob das heute noch so ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich gehe mal davon aus, dass inzwischen eher die Definition der „bestimmten Länder“ angepasst wurde, nicht jedoch die Regeln.

        Und Südafrika? Ernsthaft? Das ist Dein Beispiel für angebliche Diskriminierung weisser Minderheiten?

      • 13 sagt:

        @ SP
        So zu tun, als gäbe es keine Farben oder Diskriminierung dient aber auch nicht der Verständigung. Im Gegenteil. Wenn ein Mann aufgrund einer Frauenquote eine Stelle nicht bekommt, dann eben darum, weil offensichtlich eine Struktur vorlag, die eine Frauenquote erst notwendig machte. Ich sage ja nicht, dass das für diesen Mann ganz toll ist, ist es aber vermutlich auch nicht für die x Frauen, die bisher abgelehnt wurden, weshalb der Männeranteil so hoch ist. Und im Übrigen auch für die nicht, die sie aufgrund eines „Schwangerschaftsrisikos“ immer noch nicht bekommt, was dann gerade Du völlig ok findest. Vergeben und vergessen bei solchen Strukturen ist natürlich nicht so leicht, wie sich das manche vorstellen. Und es ist auch kein Zufall auf welcher Seite diese stehen.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        Jetzt muss ich dich aber mal ganz ernsthaft fragen, was deine Antworten auf meine Beispiele sollen? Ich habe nun zig Beispiele von relevanten, indiskutablen Diskriminierungen aufgezählt wo all deine grossen Rassismus- und Gefälletheorien nicht spielen, und das einzige, was dir dazu einfällt, sind flapsige Bemerkungen à la „ernsthaft/angebliche Diskriminierung/Jammern usw“? Merkst du nicht, dass du dasselbe Spiel spielst wie die Leute, die jemandem der sich beschwert weil er zb mit dem N- Wort betitelt wird, auslachen und sagen „ernsthaft? Verträgst du das nicht? Ist doch nur Spass/es gibt schlimmeres“ und dergleichen?
        Merkst du nicht, wie festgefahren (ideologisiert?) das wirkt?
        Aus vielen Diskussionen mit Dir weiss ich eigentlich, dass das nicht dein üblicher Stil ist.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        Was mir ebenfalls spontan durch den Kopf geht ob deiner Ausführungen: Du willst uns weismachen, Herkunft, wie auch andere prägende Umstände spielen absolut gar keine Rolle? 🙂
        Wir sind alle ein Produkt der Summe unserer Erfahrungen, wie ich zu sagen pflege. Dagegen kommt niemand an, auch du nicht. Egal ob es um sozialistische Hirnwäsche, rassistische Anfeindungen, Diskriminierung aufgrund Geschlecht, Herkunft oder Rasse geht. Aufgrund des Berufs, deines Aussehens, ob du mal Opfer einer Gewalttat wurdest, oder ganz allgemein, ob Dir Unrecht widerfahren ist. Intelligente Menschen können das zwar eventuell (jedoch nicht sicher!) besser einordnen, geprägt sind sie trotzdem. Und sie werden ein Stück weit ihr Handeln danach ausrichten.

      • Sportpapi sagt:

        @13: “ Die Begründung war, wie ich von einem Mitarbeiter erfuhr, dass die Securitas klare Richtlinien betreffend Höchstzahlen haben für Personen aus „bestimmten Ländern“ und nicht mehr als diese reinlassen.“
        Willkommen in unserer Welt. Das geht Männern immer wieder so. Und ist nicht ok.
        „Ich sage ja nicht, dass das für diesen Mann ganz toll ist.“ Nein, es ist klar Diskriminierung. Nicht nicht so toll, sondern Verfassungswidrig. Obwohl es tatsächlich ja Texte gibt, die besagen, dass positive Diskriminierung (deren Kehrseite immer negative ist!) zulässig sein soll, um gewisse gewünschte Verteilungen zu erhalten. Quoten also. Ich halte solche Ideen für Grundfalsch. Nicht weil ich irgendwie Privilegien verteidigen möchte. Sondern weil es keine Sippenhaftung geben sollte.

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Ist es aber vermutlich auch nicht für die x Frauen, die bisher abgelehnt wurden.“ Nein, Diskriminierung ist für jede Person unrecht. Aber es ist auch nicht so, dass eine Unterverteilung von Frauen zwingend darauf zurückzuführen ist, dass mehr Frauen in der Vergangenheit abgelehnt worden sind. Das ist in allen Beispielen, die ich im Kopf habe, nicht so. Sondern es gibt weniger Bewerberinnen.
        Und nein, ich finde Diskriminierung aufgrund des für die Firmen wohl gut bezifferbaren Schwangerschaftsrisikos nicht gut. Aber ich verstehe Firmen, die so, ökonomisch, handeln. Dagegen kommst du mit Verboten nicht an, sondern müsstest Lösungen aufzeigen. Wie ich es mehrfach schon versucht habe.

      • 13 sagt:

        @ Martin
        Es war weder flapsig noch spöttisch. Es war ein Ausdruck reiner Fassungslosigkeit, wie jemand derart geschichtsblind argumentieren kann. Du hast teilweise recht. Die Herkunft eines Menschen sagt wenig über ihn aus. Die Erfahrungen, die er gemacht hat, hingegen eben schon. Das bestreite ich nicht. Umso wichtiger, dass diese Erfahrungen auch in Betracht gezogen werden und nicht so getan, also könnte man einen Sachverhalt in einem völlig luftleerem Raum prüfen. Ja, in einer perfekten Welt wäre dein Nicht-Reinlassen diskriminierend und rassistisch. Ich wünschte wirklich, wir würden in dieser leben. Aber das tun wir nicht und damit sind die Vorkommnisse in einem Kontext zu stellen. Und die Folgen dieser abzuschätzen. Und diese machen gerade in diesen Tagen Angst….

      • 13 sagt:

        @ SP
        Du kommst also zum Türsteher und der sagt: „Sorry, Du kommst nicht rein, weil Du ein Mann bist“? Ich war ja wirklich eine Zeitlang eine sehr aktive Partygängerin, fast immer in gemischten Gruppen unterwegs und das noch nie gehört oder erlebt. Aber ok, wenn Du meinst.

        Da wir Vertragsfreiheit haben und Private nur sehr eingeschränkt an die Grundrechte gebunden sind, sind deine Beispiele höchstens dann verfassungswidrig, wenn es um Stellen beim Staat geht. Aber auch hier gibt es Gründe für die Einschränkung der Grundrechte. Ansonsten dürften wir z. Bsp. 12jährigen das Autofahren nicht verbieten, da es eigentlich eine Altersdiskriminierung darstellt. Wo eine solche Einschränkung gerechtfertigt ist und wo nicht, ist eine politische Frage und da scheiden sich dann die Geister.

      • Martin Frey sagt:

        13
        „ Es war ein Ausdruck reiner Fassungslosigkeit, wie jemand derart geschichtsblind argumentieren kann.“
        Und wo Bitteschön machst du bei mir Geschichtsblindheit fest? Bei einem meiner zig Beispiele auf die du nicht eingegangen bist? Am Umstand, dass ich für mich in Anspruch nehmen möchte, so behandelt zu werden wie ich andere behandle? Das kannst du gerne näher erläutern.
        Türsteher sind ein Sonderfall, sie haben klare Order, Präferenzen, Vorgaben. Eine Gruppe attraktiver junger Frauen kommt immer rein, meist noch an der Schlange vorbei, manchmal ohne zu bezahlen… 😉 gerecht? Für eine Gruppe fremdländischer Männer gilt das kaum je. Aber auch dafür gibt es Gründe, auch Türsteher und Clubbesitzer sind ein Produkt der Summe ihrer Erfahrungen.
        Andererseits: was schlägst du vor?

      • Martin Frey sagt:

        @13
        „ Die Herkunft eines Menschen sagt wenig über ihn aus. Die Erfahrungen, die er gemacht hat, hingegen eben schon.“
        Das kannst du gar nicht trennen, das zu glauben wäre eine völlige Illusion. Die soziokulturellen Prägungen fangen bei Geburt an und durchziehen das ganze Leben. Ich kenne Türken, die sassen als Kind auf der Schoss der Grossmutter die ihnen sagte, dass sie nie vergessen dürften, dass es gar keine Kurden gäbe, dass das ein Wort für Banditen sei, und ähnliche Dinge. So ist auch der Umstand zu erklären dass junge Muslima sich freiwillig verhüllen, Freiheiten aufgeben die ihnen zustehen, und dabei noch stolz beteuern das alles entspreche ihrem freien Willen. Freie Wahl? Die Herkunft, das Umfeld macht so viel aus. Die Frauen können nicht anders, sie kennen nichts anderes.

      • Röschu sagt:

        @13
        „Du kommst also zum Türsteher und der sagt: „Sorry, Du kommst nicht rein, weil Du ein Mann bist“? Ich war ja wirklich eine Zeitlang eine sehr aktive Partygängerin, fast immer in gemischten Gruppen unterwegs und das noch nie gehört oder erlebt“
        Doch, das habe ich selbst auch x-mal erlebt. Als Mann/Männergruppe wirst du abgewiesen, da die Clubs wohl der Meinung sind ein „Männerüberschuss“ bringe ihnen Attraktivitätsnachteile. Offizielle Begründung: „Club ist leider bereits voll“. Nebenan wird währenddessen eine Gruppe Frauen unbehelligt eingelassen…
        .
        Beim Einlass gemischter Gruppen gibt es diese Problematik aus logischen Gründen nicht/weniger.

      • 13 sagt:

        @ Martin
        Doch, auf das südafrikanisches Beispiel bin ich mit meiner spontanen und ehrlichen Reaktion durchaus eigegangen. Wir alle kennen die Geschichte da (und dass wir sie kennen, ist schon ein Zeichen dafür, wie extrem sie war) und dass Du da ein Beispiel angeblicher weisser Diskriminierung bringst, ist für mich schlicht unbegreiflich. Was soll ich denn da noch sagen?
        Das mit dem Türsteher kenne ich so wie Du schreibst aus amerikanischen Filmen. Selber nicht. Zumindest in Bern werden keine Frauengruppen vorgelassen, zahlen tut auch jede*r und bis auf ein Verweigern des Eintritts wegen der Nationalität/Hauptfarbe oder (verständlicherweise) zu hohem Alkoholpegels, kenne ich keine Ablehnung. Für andere Orte kann ich nicht sprechen. Das habe ich gesagt.

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Ich war ja wirklich eine Zeitlang eine sehr aktive Partygängerin, fast immer in gemischten Gruppen unterwegs und das noch nie gehört oder erlebt.“
        Hm ja. Vermutlich, weil du einfach privilegiert bist? 🙂
        Da brauche ich nun wirklich kein aktiver Partygänger zu sein, um diese Vorgänge zu kennen.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        Das wird ja immer abstruser. Verstehe ich dich richtig, du rechtfertigst eine Ungerechtigkeit mit einer anderen Ungerechtigkeit, die an deinen Vorfahren verübt wurden? Diskriminierung durch eine frühere Diskriminierung? Das ist Rachejustiz, 13 (obwohl das weder mit Justiz noch Gerechtigkeit das geringste zu tun hat). Wo endet das? Darf man jemanden verletzen, gar töten, nur weil der Grossvater durch den anderen Stamm getötet wurde? Wieso erinnert mich das fatal an die vergangenheitsbezogene Unversöhnlichkeit woran der gesamte Westbalkan (Amselfeld und so…) wie auch andere Weltgegenden kranken?
        Du magst dich mit Rassismus vertieft auseinander gesetzt haben, aber lass Dir gesagt sein, Afrika ist einiges komplexer, vieles halt nicht nur Schwarz und Weiss (pun intended).

      • Martin Frey sagt:

        @13
        Noch eine Ergänzung zu Südafrika, dann können wir dieses faszinierende Land wieder verlassen und zum Thema zurückkehren. Ein Xhosa muss auch mehr leisten als ein Zulu, um an ein Medizinstudium vorgelassen zu werden, wenn auch nicht soviel wie ein Weisser. Die Xhosa übrigens, die die eigentlichen Ureinwohner, die San, verdrängten. Aber er ist halt kein Zulu.
        Dass es für rassistische Ausschreitungen keine Weissen braucht, ist an der Tagesordnung, aber für unsere Presse wie auch die Aktivisten naturgemäss weniger interessant. Nur ein Bsp dazu:
        https://www.nzz.ch/amp/wirtschaft/suedafrika-macht-sich-in-afrika-unbeliebt-ld.1507124
        Hast du übrigens gewusst, dass Mauretanien, immerhin das Land mit dem höchsten Sklavenanteil der Welt, offiziell in Schwarz und Weiss eingeteilt wird?

      • Martin Frey sagt:

        @13
        Was ich mit meinen Ausführungen eigentlich sagen will: Ab- und Ausgrenzung, Stammesdenken, Schmähen usw. ist leider auch Teil unserer aller menschlichen Natur. Man sieht das ja teils schon im Schulalter. Um andere Leute auszugrenzen, und letztendlich zu verfolgen braucht es wenig, die Vorwände sind oft nichtig und gesucht. Es braucht dafür weder Gefälle noch irgendwelche ominösen Strukturen. Die Hutus haben ihre Progrome wie Jagdausflüge geplant, wie man heute weiss. Ein „Gaudi“ mit Festessen danach. Das einzige Gefälle, das ich erkennen kann, ist die Möglichkeit, damit durchzukommen, sowie das damit verbundene Allmachtsgefühl. Wenn mal das Gegenüber entmenschlicht ist, wird es einfach. Und das ist auch der Grund, weshalb ich mit Ideologien soviel Mühe habe, aller Couleur.

  • Luigi Rotta sagt:

    Bei „Schwarzfahren“ habe ich nie an fremdländische Menschen gedacht, sondern immer ans Dunkle, Versteckte.

    Das ist jetzt wirklich nur noch „Empörungsjournalismus“.

    Wird als nächstes die braune und die schwarze Farbe aus den Farbstiftkästen entfernt? Oder müssen wir ein neues Wort für „Schwarz“ erfinden?

    • Martin Frey sagt:

      Ich frage mich als nächstes, was machen wir mit der Roten Liste der IUCN, oder der Gelben Liste der Pharma? Müssen wir die Weissfleckenkrankheit nun auch umbenennen?

  • Muttis Liebling sagt:

    Es gibt Worte, die nicht tolerierbar sind, aber ganz wenige. ‚Neger‘ gehört nicht dazu. Sonst müsste man die Pendants ‚Weisser‘ oder ‚Farbiger‘ auch sanktionieren.

    Nicht tolerierbar sind grammatikalisch und/ oder semantisch falsche Wörter wie ‚Studierende‘ oder ‚Lehrperson‘, ‚Arbeitgeber/- nehmer‘. Die moderne Sprache, die überwiegend von Ungebildeten kreiert und fortgeschrieben wird ist voll von Fehlworten. Nur weil die selbst ernannten ‚Sprachkritiker‘ ohne sprachliche Ausbildung mit Begriffen, die aus Latein und Altgriechisch stammen nicht umgehen können, weil sie die falsch verstehen, z.B. ‚Neger‘ oder ‚Invalider‘, sind die Wörter deshalb nicht schlechter und schon gar rassistisch.

    • 13 sagt:

      Neben allem anderen, was Sie wieder einmal von sich geben, ist eigentlich nur eine Folgerung spannend:
      N*** darf man nach Ihnen sagen. Das entscheiden Sie als weisser Preusse. Aber als „rassistisch“ bezeichnen darf man das nicht. Die gleichen Menschen, die sich das Recht nehmen, andere N*** zu nennen, obwohl diese ihnen klar sagen, dass sie das nicht wollen, sind zu tiefst empört und fühlen sich angegriffen, wenn sie als „Rassisten“ bezeichnet werden. N*** gehört damit zu den erlaubten Wörter, „Rassist“ hingegen nicht. Man muss sich nicht einmal näher mit der Sprache auseinandersetzen, um den kolonialistischen Ursprung dieser Haltung zu erkennen.

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