Papas unsichtbare Telefonnummer

Oder: Warum werden bei Notfällen immer und ausschliesslich die Mütter informiert?

Keine Schule oder Klinik ruft mich an…: Nur wenn Mama unerreichbar ist, klingelts bei Papa. Foto: iStock

Hiermit möchte ich Nils Pickert auf Knien um Entschuldigung bitten. Nils, ich war jung und naiv, bitte verzeih mir!

Es geht um meinen ersten Papablog, werte Leserschaft. Mit einer Replik an den Kollegen Pickert gab ich hier vor fünf Jahren mein Debüt. Er hatte berichtet, wie er als Vater mit Kind im Wartezimmer der Orthopädie angeraunt wurde: «Wo ist denn die Mutter?» Ich sah das Problem damals nicht. Väter sind in Wartezimmern doch so selbstverständlich wie klebrige Motorikschleifen.

Zur Hälfte stehe ich heute noch zum damals Geschriebenen. Ich fühle mich als Vater ernst genommen, wenn ich alleine mit dem Kind unterwegs bin. Nur zusammen mit meiner Frau erlebte ich einmal die klassische Autowerkstatt-Situation in umgekehrten Geschlechterrollen: Ich versuchte einer Ärztin die Motoren … äh Atemgeräusche zu erklären, die der Brecht nachts von sich gab. Die Ärztin schaute abwechselnd skeptisch zu mir und fragend zur Frau, als wollte sie ihre Bestätigung einholen. Meine Frau zuckte mit den Schultern. Sie wusste nicht Bescheid, denn wir haben getrennte Schlafzimmer. Das Kind schläft bei mir. Aber wer weiss, vielleicht hatte die Ärztin an dem Tag auch einfach einseitige Kopfschmerzen.

Ein Blick aufs Formular – alles klar

Institutionen und ihre Angestellten behandeln mich als Vater normalerweise fair und gleichberechtigt. Nicht aber meine Telefonnummer. Gebe ich sie im Zusammenhang mit dem Brecht als Kontaktmöglichkeit an, wird sie benutzt. Allerdings nur, solange sie alleine im System abgespeichert ist.

Bestimmt gibt es Formulare und Eingabemasken, auf denen man Telefonnummern nach Priorität angeben kann. In fünf Jahren mit Kind, ist mir diese Variante leider nie begegnet. Die Felder fragen immer nach der Nummer der Mutter und der Nummer des Vaters. Da weiss ich schon: Eigentlich brauche ich meine gar nicht hinzuschreiben. Sie würde nur dann gewählt, wenn Brechts Mutter nach 30 Anrufversuchen unerreichbar bliebe: «Grüessech Herr Tschannen, können Sie bitte Ihrer Frau sagen, sie soll das Telefon einschalten?»

Vor wenigen Wochen besuchte ich mit dem Brecht eine Spezialklinik. Die Ärztin erklärte mir die Resultate der Untersuchung und erläuterte das weitere Vorgehen: Jemand werde sich für eine zusätzliche Abklärung bei mir melden. Danach verschickte die Klinik einen Bericht an alle beteiligten Stellen. Obwohl ich beide Telefonnummern angegeben hatte, stand auf dem Dokument nur die Nummer meiner Frau. Kurz darauf erhielt sie einen Anruf: «Frau Tschannen, Sie wissen ja, worums geht …»

♪ Nähm si doch wenigstens d Vorwahl ♫

Auch Brechts Schule sagt offen, dass die Lehrpersonen in Notfällen immer zuerst die Mütter kontaktieren. Das entspreche der Realität, und in der Software liessen sich gar keine anderen Priorisierungen abbilden.

Was soll ich künftig tun? Im Feld für meine Nummer die 144 angeben? Wenn mich jemand anruft, dann ist es schliesslich so dringend, dass besser gleich der Krankenwagen kommt.

Oder muss ich meine Telefonnummer einfach interessanter gestalten? Vielleicht mit einer dieser Vanity-Nummern aus Buchstaben:

076 RUFEN SIE DOCH AUCH MAL MICH AN

079 ICH BIN SCHNELLER DA ALS DIE MUTTER

078 SITZE AUF DEM SOFA UND LANGWEILE MICH

Ach, ich bleibe einfach geduldig. Die Mutter von Maximilian-Jason hat nämlich fast die gleiche Handynummer wie ich. Nur zwei Ziffern sind vertauscht. Irgendwann wird sich jemand verwählen. Dann hole ich Maximilian-Jason ab, koche ihm sein Lieblingsessen und pflege ihn gesund.

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118 Kommentare zu «Papas unsichtbare Telefonnummer»

  • Aquila Chrysaetos sagt:

    Witzigerweise ist umgekehrt die Rechnung für die Tagesstruktur immer nur mit meinem Namen – dem des Vater – adressiert.

  • Hans Minder sagt:

    Folgende Beobachtungen in unserer Familie: meine Tochter (14) beantwortet jede Textnachricht spätestens innerhalb 7,5sek, es sei denn, wir erlauben ihr nicht, das Handy beim Nachtessen neben das Butterbrot zu legen. Meine Söhne (allesamt 12) hängen auch oft am Handy, jedoch um Geometry-Dash oder was auch immer zu spielen. Wenn ich einem von ihnen aus dem Spielwarengeschäft eine SMS schicke (um das ideale Geburtstagsgeschenk aufzustöbern), dann wird diese in der Regel NIE beantwortet (Anrufen gehört sich ja z.B. während des Tennisunterrichts etc. nicht). Um ehrlich zu sein, ich bin genauso unfähig zur Sofort-Kommunikation, wie meine Söhne. Meine Frau hingegen kommuniziert so zuverlässig, wie meine Tochter. Schulen/Ärzte rufen die Mütter an, weil es eben (zu) viele von meiner Sorte gibt!

  • Miguel de Antoni y Maura sagt:

    Die Lösung des Problems: schmieren, flirten, kompetenter wirken, kommunikativer auftreten usw. Das nennt sich Image stärken bzw. Branding. Hat bei uns gewirkt. Heute rufen die mich an und/oder schreiben mir E-Mails wegen jedem Seich (Kuchenbacken, Jekami-Veranstaltungen etc.). Echte Notfälle und Infos, die einen wichtigen Entscheid verlangen, sind zum Glück selten geworden. Also, wenn man in Zukunft möchte, dass man „top-of-mind“ und im „relevant set“ bleibt, dann muss mann eben etwas stärker „werben“ als frau. Wirkt aber nachhaltig. Ehrenwort.

    • Lichtblau sagt:

      Branding? Und flirten ? Aber sehr cooler Kommentar. Und stimmt, die Notfälle werden weniger. Bis dann in der Oberstufe die Lehrer-E-Mails eintreffen. Ich weiss noch, wie ich im Büro jeweils erschauerte, wenn ich Post vom superkorrekten Herrn S. erhielt (so gar kein Flirtmaterial). Auch wenn er nur von der (sehr überraschenden) Topnote in der Franzprüfung „berichten“ wollte …

  • Oliver van der Waerden sagt:

    Das sind aber mal Probleme! Mann, Mann, Mann, geht es uns gut in der Schweiz…

    • Andrej Emi Westermann sagt:

      Hoi Oli
      Die reiche Schweiz kriegt das in nicht in ihre Computer, dass auch Männer Frauenrollen übernehmen können. Sprich ambulante Entscheide betreffend Kindeswohl zu treffen. Peinlisch.
      Ich bin auch meines Sohnes Mami, wir geben drum auch als ihre Kontaktnummer oft meine an. Eben darum, ist aber rechtlich bedenklich. Dann klingelt es in der richtigen Zentrale und Mama ist gleich nebenan.
      Das sind gut versteckte, aber im Notfall dramatisch banale Systemfehler mit dem grössten „Upps-Potential“

  • Regula Jakob sagt:

    Mein Sohn hatte einen gravierenden Snowboard Unfall. Sehr schnell war ein Arzt, privat selber in den Ferien, vor Ort und höchst qualifizierte Skischullehrkräfte. Ich hielt mich im Hintergrund um die Arbeitenden nicht zu behindern, stets in Augenkontakt zu meinem Sohn. Irgenwann hat sich die Frage durch die Helfenden gezogen: “ wo ist eigentlich die Mutter?“ Es wurde weder nach Papa gefragt noch wurde honoriert, dass ich mich ruhig im Hintergrund gehalten habe. Mein Nicht-Hysterisches Verhalten wurde – in meiner Wahrnehmung – für desinteressiert gehalten.

    • Martin Frey sagt:

      Das verstehe ich nun nicht ganz, Frau Jakob.
      Ihr Sohn hat einen gravierenden Unfall, wird durch mehrere Personen sachgerecht betreut (die vielleicht auch anderes vorgehabt hätten, dies nur nebenbei), und Sie stören sich an irgendwie „nicht genderkonformer“ Kommunikation der Helfer? Im Ernst?
      Und was genau haben Sie als offenbar passive Zuschauerin der Ereignisse für sich selber erwartet? Einen Orden für nicht-hysterisches Verhalten?

      • Christoph Mathis sagt:

        Na, die Frage nach der Mutter war wohl ein Vorwurf. Egal, wie man sich verhält, man macht es falsch.

      • Martin Frey sagt:

        Waren Sie dabei, Herr Mathis, oder ist das jetzt reine Interpretationssache?
        Die Frage nach den Angehörigen bei verunfallten Kindern ist das Normalste der Welt. Dass sich eine beistehende Mutter für längere Zeit nicht als solche zu erkennen gibt, eher nicht. In solchen Momenten besteht iaR weder der Platz für Vorwürfe (ausser jemand verhält sich komplett falsch) noch political correctness.

  • R sagt:

    Kenne ich (Mutter) guuuut! Der Musiklehrerin schon x mal mitgeteilt, dass am Mittwoch (Tag der Klavierstunde) der Papa zu Hause ist. Sie schafft es trotzdem jedesmal bei kurzfristigen Absagen mch zu kontaktieren….

  • Esther sagt:

    Sehr lustig geschrieben, vielen Dank Herr Tschannen !

  • Sandra Tamer sagt:

    Den Grund kenne ich nicht, aber uns geht’s genauso: unsere 5jährige darf neu vom Hort selbst heimlaufen, haben wir schriftlich so hinterlegt. Gestern Abend ging das im Hort aber vergessen und man liess sie nicht heim, sondern wartete auf uns. Mein Mann war daheim und ich unterwegs und nicht erreichbar. Ab 18.00 wurden die Mitarbeiter im Hort nervös und riefen 3mal bei mir an, einmal auch mit Nachricht. Ich merkte es nicht (war ja unterwegs). Mein Mann erhielt keinerlei Info, obwohl ich nicht erreichbar war. Seine Nummer ist aber als Kontakt hinterlegt. Um 18.20 ging er unsere Tochter suchen und „fand“ sie im Hort. Vielleicht braucht er auch eine 079 HEUTE GRATIS GLACE Nummer.

    • Esther sagt:

      ihre 5jährige „darf“ selbst heimlaufen ???????? Das finde ich nun Sehr Sehr gefährlich. Niemals hätte ich mein Kind mit 5 Jahren alleine gelassen auf der Strasse. Warum geht der Vater es nicht holen ? Ich bin wirklich erschroken als ich das las.

      • Max Demian sagt:

        uii. Ich habe mich auch gleich erschrocken, ob ihrem Kommentar.

        Sie haben keine Ahnung über die Umgebung, das Kind oder dessen Fähigkeiten, fühlen sich aber bemüssigt sich zu erschrecken und dem auch noch Ausdruck zu verleihen?

      • Ella Anders sagt:

        Jedes normale 5jährige geht alleine vom Kindergarten nach Hause. Jedenfalls war das während Generationen so und es hat geklappt. Werden Sie Ihr Kind mit 31 auch noch abends heimbringen?

      • R sagt:

        Ensthaft?? (Fast) jede/r Kindergärtler*in meistert den Weg alleine….

      • Andreas Weibel sagt:

        Unsere Tochter geht auch alleine nach hause. Was soll daran gefährlich sein? So kompliziert ist es nicht, die wirklich wichtigen Verkehrsregeln zu lernen.

      • Esther sagt:

        bei uns ist ein 5 jähriges Kind verschwunden, einfach so, und dann gibt man sich erstaunt zu lesen dass man es begleiten sollte ? Vieles passiert heute leider.

      • Martin Frey sagt:

        @Esther
        Ja, derartige Dinge passieren, auch wenn sie selten sind, und hier für gewöhnlich bestritten werden. Aber ehrlicherweise muss man konstatieren, dass derartige Dinge kein heutiges, quasi neumodisches Phänomen darstellen wie Sie suggerieren, sondern wenn schon früher häufiger vorkamen, so zb in den 80er Jahren.
        Gute Instruktion und Schulung der Kinder ist die beste Prophylaxe, und funktionieren ziemlich gut. Aber sicher nicht das nicht-auf-die-Strasse lassen oder gar Einsperren zuhause. Das ist keine Option.

      • Sportpapi sagt:

        @Esther: Kindergartenkinder sollen nach einiger Zeit den Kindergartenweg alleine laufen können. Die (Schul-)Gemeinde hat für eine angemessene Sicherheit auf dem Weg zu sorgen.
        Und natürlich sollen Kindergartenkinder auch mal ohne Begleitung auf den Spielplatz dürfen. Denn ansonsten fehlt es massiv an Bewegungsumfang und Entwicklungsmöglichkeiten.

      • 4000 meters above sea level sagt:

        Unsere (Schul-)Gemeinde sagte: für den Schulweg sei sie nicht verantwortlich, sondern die Eltern. Also machten wir es, wie wir es für richtig empfanden: unsere Kinder konnten entscheiden, wie lange wir sie begleiten. Die Große wollte das bis zur Mitte der ersten Klasse, dann nicht mehr. Was die Schweizer Schulwegfetischisten dazu meinten war uns egal.
        Bezüglich „fehlen von Entwicklungsmöglichkeiten“: Generationen von Briten sind ohne gestörte Persönlichkeiten gross geworden, obwohl sie dort in den unteren Primarstufen immer von den Eltern zur Schule gebracht werden. Dort fragen die Behörden nach was los ist, wenn man es nicht macht.
        5-jährige ganz alleine in den Kindgsi ist in meiner Gemeinde in der Deutschschweiz übrigens die Ausnahme, die meisten werden noch gebracht/abgeholt.

      • Sportpapi sagt:

        @4000m: Sie können ja machen, was Sie wollen. Solange Sie im Gegenzug nicht wie Esther über Leute herziehen, die das anders siehen.
        „Generationen von Briten sind ohne gestörte Persönlichkeiten gross geworden“. Was noch zu beweisen wäre…
        Aber Generationen von Schweizern haben es auch ganz gut ohne Begleitung in die Schule geschafft. Das wäre unseren Eltern gar nie in den Sinn gekommen.
        Kürzlich habe ich sogar gesehen, wie ein Kindergärtner mit dem Kinderwagen gebracht wurde. Sein Bewegungsverhalten war entsprechend… Aber wie so oft – es ist eine grosse Bandbreite, was als normal gelten kann. Und vermutlich ohne Störungen verläuft.

      • 4000 meters above sea level sagt:

        @ Sportpapi: „Sie können ja machen, was Sie wollen.“ Danke, das nächste Mal frage ich natürlich zuerst um Erlaubnis.

        „Generationen von Briten sind ohne gestörte Persönlichkeiten gross geworden“. Was noch zu beweisen wäre…“ was meinen Sie denn damit?

        Kennen Sie Briten, kennen Sie das UK überhaupt jenseits des üblichen London-Trips?

        „Generationen von Schweizern…“ war wohl mal. Die Mehrheit der Eltern in unserer Durchschnittsgemeinde, welche im beschrieben Kindsgi ihre 1. Jahreskinder bringen/holen sind übrigens Schweizer.

  • De Bappe sagt:

    Ein Sturm im Wasserglas. Das System ist im Wandel und in 10 Jahren wird alles auch zu Tschannens Zufriedenheit funktionieren. Auch wenn sein Brecht dann ausser Kontrolle und Aufsicht der Eltern agieren wird.

    Und was die Ärztin betrifft, welche nach Tschannens Frau schielt. Das hat wohl eher mit Tschannens fehlendem Erklärungstalent zu tun.

    • Mein Erklärungstalent ist tatsächlich bescheiden. Meiner Frau – die das Kind in der Nacht nicht hört – bringt in so einem Fall aber die beste Rhetorik nichts.

      Aber wie gesagt: Ich bewerte diesen Fall nicht sonderlich hoch. Auch den Sturm im Wasserglas will ich nicht abstreiten, mit dem Problem lässt sich tatsächlich leben. Es ist ein Ärgernis, aber keines, das uns vor ernsthafte Probleme stellt. Auf den Wandel freue ich mich trotzdem.

      • Reto Stadelman sagt:

        Aber Herr Tschannen! Jetzt müssen sie empört sein! Aufschreien und Anrufquoten fordern! So geschieht das aktuell ja bei jedem Seich wo Frauen tatsächlich oder auch nur gefühlt benachteiligt werden. Beispiel: SBB und die 1. Klasse (primär von Männern besetzt, was für eine Schande!). Ich fordere eine Empörungsquote in welcher Männer zu 50% vertreten sind!
        Aber jetzt mal Spass bei Seiten: Ich bin froh nehmen Sie das nicht so ernst. Ich sehe das nämlich genau so wie de Bappe.

  • Andreina Schaller sagt:

    Ich möchte da mal einen ähnlich gelagerten Fall zur Diskussion hinzufügen. Ich bin Arbeitgeberin in einem Betrieb mit ausschliesslich weiblichen Mitarbeiterinnen. Warum muss (und kann) eigentlich immer nur die Mutter zuhause bleiben wenn ein Kind krank ist, zum Arzt muss oder den ersten Kindsgi oder – Schultag hat? Immer muss ich die Ausfälle meiner Mitarbeiterinnen auf meine Schulter ( und mein Portemonnaie) nehmen. Der Vater kann unmöglich am Arbeitsplatz fehlen, hat Schichtdienst, kann nicht weg usw.. Ist die Arbeit meiner Mitarbeiterin weniger wichtig? Das ärgert mich immer öfter.

    • Melanie sagt:

      Sehr gute Frage? Ich stelle mir diese auch immer öfter und hoffe wirklich sehr, dass es in absehbarer Zeit so ist, dass beide Elternteile die Kinder bei Krankheit betreuen. Es kann doch nicht sein, dass die Arbeit des Vaters immer wichtiger ist als die der Mutter.

    • Thomas sagt:

      Bei uns ist das eher 50:50. Wir haben uns sogar schon Tage aufgeteilt, ich habe Nachmittags bis in die Nacht gearbeitet, während meine Frau morgens um 5:45 angefangen und bis Mittags gearbeitet hat.

    • Sportpapi sagt:

      @Andreina: Gute Frage. A) Die Kinder möchte im Krankheitsfall vielleicht lieber die Mutter? und B) Die Mütter wollen im Krankheitsfall da sein und C) Diese Mütter empfinden ihre Arbeit tatsächlich als weniger wichtig wie die ihre Partner und D) Der Vater kann unmöglich am Arbeitsplatz fehlen, die Mutter hingegen offenbar problemlos. Weil der Arbeitgeber wenn überhaupt, dann nur die Faust im Sack macht, statt das Thema mal anzusprechen und nach einer ausgewogenen Lösung zu verlangen.

      • Lisa sagt:

        zu D) Und wenn die Mutter entscheidet, dass sie diejenige ist – was soll die Arbeitgeberin denn dann machen? Druck auf die Mutter? Denn den Vater und dessen Arbeitergeber kennt sie ja nicht. Also mehr als einen Appell an die Mutter richten kann sie nicht – und muss diese schliesslich ziehen lassen. Eine ausgewogene Lösung sehe ich da nicht – ausser die Eltern sehen es selbst ein, dass da ein Systemfehler vorliegt.

      • 13 sagt:

        E) Der Vater will gar nicht/fühlt sich nicht in der Lage ein krankes Kind zu betreuen (gibt es häufiger als man denkt). F) Er hält seine Arbeitsstelle als wichtiger als die Kinderbetreuung und fühlt sich da unersetzlich (im Gegensatz zur Kinderbetreuung). G) Er hat Angst überhaupt nachzufragen wegen der Konsequenzen beim Vorgesetzten und Kollegen. Die Frau hat zwar exakt die Gleichen, aber sie fühlt sich verpflichtet, was man einerseits sagen kann, das sei ihre Schuld oder andererseits es bleibt ihr nichts anderes übrig. Beides ist wohl korrekt, letztlich muss aber jemand das Kind betreuen.

      • Tinu Künzi sagt:

        @Lisa: bei Männern haben die Arbeitgeber da keine Hemmungen. Als ich das erste mal bei meiner (schweizweit als progressiv geltenden) Arbeitgeberin beantragt habe, wegen dem kranken Kind daheim bleiben zu wollen, kam die (notabene weibliche) HR-Verantwortliche, meinte das ginge so nicht, und wollte von mir im Detail wissen, wie denn die Berufssituation meiner Frau aussähe. Ich habe mich dann durchgesetzt, und nach einigen malen wurde es dann geduldet. Ich will aber nicht wissen, was bei einem weniger progressiven Arbeitgeber da noch an Druck aufgesetzt wird.

      • Sportpapi sagt:

        @Lisa: Natürlich kann ein Arbeitgeber ein ernstes Gespräch mit der Mutter führen, wenn er den Verdacht hat, dass immer nur sie wegen dem kranken Kind fehlt.
        @13: Ja, alles auch richtig. Ändert nichts daran, dass es nicht so sein müsste. Bei uns bleibt zu Hause, wer nicht unterrichtet, sondern Büroarbeit macht. Und diese wird in der Regel nach Hause genommen.
        Und manchmal braucht es wirklich einen Kompromiss, wie der eine am Morgen, der andere am Nachmittag.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Ist bei uns auch so, dass geschaut wird, wer gerade besser freinehmen kann und wer Mutter, wer Vater ist, spielt dabei gar keine Rolle, mich stört nur (wieder einmal) die Einseitigkeit der aufgezählten Gründe. Auch einseitige Entscheide werden von beiden Partnern gefällt, zu Lasten der Arbeitgeberin der Frau und damit indirekt zu Lasten der Chancen der Frau in beruflicher Hinsicht.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Diese Rückmeldung nehme ich entgegen. Letztlich sind es wie immer zwei Partner, die miteinander die Rollen absprechen. Es wäre aber schon an der Mutter, eine angemessene Mitübernahme der Verantwortung einzufordern, denn ohne das ist es für die Männer sicherlich bequemer so.
        Und am Schluss sind es die Arbeitgeber, die schon mal rückfragen dürfen.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Ich bin ja ganz sicher niemand, der den Mund nicht aufkriegt, aber eher nein. Jeder sollte seinen Teil unaufgefordert übernehmen. Nur wenn einer das nicht tut, ist es sicher für den anderen empfehlenswert, was zu sagen, anstatt die Faust im Sack zu machen. Aber das Versäumnis liegt bei dem, der seinen Pflichten nicht nachgekommen ist.
        Ich fände es schrecklich, mit einem Mann verheiratet zu sein, der eine „Du musst mir halt sagen, was ich tun soll“-Mentalität an den Tag legt. Ich wollte ja schliesslich einen Mann und drei Kinder, nicht vier Kinder alleine. Das heisst natürlich nicht, dass er mal nicht von selber auf etwas kommt oder ich. Nur, dass das nicht gerade die Regel ist/sein sollte.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Kann man so sehen. Aber wenn die Frau das Problem jeweils gleich anpackt, dann wird sich der Mann vermutlich nicht aufdrängen…

      • 13 sagt:

        Hahaha, Du kannst es nicht lassen, oder? 😉 Aber da kontere ich gerne: Würde der Mann das Problem gleich anpacken und nicht zuerst abwarten, ob sie es tut, müsste es die Frau nicht tun. 😉

    • Theo Aebischer sagt:

      Weil es einfach nicht wahr ist. Vielleicht ist es früher so gewesen, aber heute definitiv nicht mehr. Ich habe grad letzte Woche in meinem kleinen Team auf 3 (!) Männer tageweise verzichten müssen, weil ihre Kinder krank gewesen ist. Selbst wenn das ein Ausnahmefall gewesen sein sollte, widerlegt es ganz klar die Behauptung einiger, die in regelmässigen Abständen in der Presse behaupten, es sei IMMER die Mutter dafür zuständig (meist mit einem dezidiert feministischen Unterton).

      • Fritz sagt:

        Kann diese Aussage gar nicht bestätigen. In unserem Betrieb mit 10 Männern und zwei Frauen fehlen die Väter oft wegen Krankheit der Kinder.

    • Vreni sagt:

      Weil Männer meistens einen besseren job haben, mehr verantwortung, und so nicht nach Hause gehen können. Die Mutter hat Auch ein anderes, innigeres Verhältnis zu dem Kind. Meistens.

      • 13 sagt:

        @ vreni
        Oder aber die Männer haben die besseren Jobs mit mehr Verantwortung weil die Mutter immer rennt/rennen muss. Und die engere Beziehung besteht weil die Mutter immer rennt/rennen muss…
        Ps: gerade höhere Jobs sind ja zeitlich eher flexibel und auch häufiger im Homeoffice machbar, womit es einfach wäre…

      • Peter S. Grat sagt:

        @ 13: home office und ein krankes Kind betreuen ist eigentlich ein Widerspruch und ein Beschiss am Arbeitgeber, nicht? Zumindest bei kleineren Kindern.

      • 13 sagt:

        @ P. Grat
        Falsch. Natürlich wird man nicht das ganze Pensum machen können, aber da man ja das Recht hätte ganz zu Hause zu bleiben (ohne Arbeit) ist jede Stunde, die man im HO schafft ein Geschenk an den Arbeitgeber. Zudem schlafen kranke Kinder oft und man kann die Arbeit auch noch abends machen, wenn der andere Elternteil da ist.

      • Peter S. Grat sagt:

        Ok, aber dann ist es kein Homeoffice, sondern ein Angehörigenbetreuungstag, an dem man nebenan noch etwas arbeiteit. Das als volle Arbeitszeit verrechnen zu lassen ist unfair allen anderen gegenüber.

      • 13 sagt:

        Das ist eben der Punkt: Man muss sich gar nichts anrechnen lassen, denn eigentlich wäre es einfach frei. Aber die paar Stunden, die man schafft, sind dann auch zu zählen. Dann heisst es eben nicht: der Arbeitnehmer hat heute 3 Stunden zu wenig gearbeitet, sondern 5 Stunden mehr, als er eigentlich gemusst hätte. Einen vollen Arbeitstag kann man nicht verlangen, aber eben mehr als Null.

      • Peter S. Grat sagt:

        Alles klar. Machen Sie sicher gut. Aber home office ist einfach was anderes, als zwischen Fieber messen und Tee kochen ein paar Mails zu schreiben.

        Home office mache ich auch, leider nur ab und zu. Es ist extrem effektiv und sicher ein Gewinn für mein Unternehmen, 8 Stunden ohne Unterbrechung zu arbeiten.
        Aber das ist was ganz anderes als das was Sie unter home office verstehen.

    • Synn sagt:

      Ich verstehe Sie vollkommen! Das ist genau einer der Gründe warum Frauen zum Teil zurückhaltender angestellt werden. Wir haben uns die Betreuung der Kinder im Krankheitsfall aufgeteilt. Nicht selten habe ich aber auch erlebt, dass wenn ich beiläufig erwähnte, dass ein Kind krank zuhause ist (von meinem Mann betreut und ich deshalb am Arbeitsplatz ) ich ständig gefragt wurde ob ich denn nicht nach Hause will oder früher gehen. Oft von Frauen leider.

    • Andrej Westermann sagt:

      Das ist gesetzlich geregelt, ich habe als Vater die Pflicht, da zu unterstützen. Das Recht der Mutter, sich von der Arbeit abzumelden, gilt auch für den Vater. Kann mein (ehemaliger, Sie machen das besser) Arbeitgeber ein Lied von Singen. Wurde nicht akzeptiert dass ich als Papa lieber die xte Bettgarnitur wechsle und nachts wasche weils im andern Haushalt schon keine frische mehr gibt bei drei Kids im Haus. Wir sind übrigens geschieden und teilen auch diese Aufwände modern. Wieder mal die fehlende Umsetzung im SAP 😉

  • Reto Gerber sagt:

    Bei uns werde meistens ich angerufen. Ich glaube, es liegt daran, dass die meisten Leute, die unsere beiden Telefonnummern auf einem Formular haben, uns eben doch zumindest vage kennen, und dann rufen sie denjenigen an, den sie tendenziell besser kennen, und das bin meistens ich. Bin nicht sicher, wie es ist, wenn jemand keinen von uns je gesehen hat und nur aufs Formular schaut, wir hatten da glaub nicht so viele Fälle. Wenn mir die Schule sagen würde, es werde immer zuerst die Mutter angerufen, würde ich mich schriftlich bei der Schulleitung beschweren – oder, wenn das nicht hilft, beim Schulamt. Ich weiss nicht, wo Sie wohnen, aber in den grösseren Städten sitzen da meist recht viele Super-Genderkonforme, die bei so was schnell anfangen zu rennen.

    • Reto Gerber sagt:

      PS Oder alternativ könnte ich jetzt natürlich auch die identitätspolitisch-korrekte Begründung herausholen, und es darauf beziehen, dass meine Frau einen ausländisch klingenden Vornamen hat, und dass sie ganz ganz bestimmt nur deswegen nicht angerufen wird.

  • Punix sagt:

    Das Problem kenne ich in der Form nicht. Wenn ich nicht zu erreichen war, wurde es bei meinem Mann probiert (Zürich…).
    Viel irritierender fand ich, dass Krippen-und Hortrechnungen immer nur an meinen Mann adressiert waren. Da ich die Post von meinem Mann nicht öffne und er Briefe gern liegen lässt, gab es die eine oder andere zu spät bezahlte Rechnung. Aber auch da tut sich was: neuerdings stehen wir beide drauf.

  • Emanuel Baeriswyl sagt:

    Ich erlebe das in meinem Alltag auch nicht so wie der Herr Tchannen. Aber das ist irgendwie meistens so zwischen mir und diesem Herrn… Wir, beide 70% arbeitstätig, haben beide Nummern an der Schule hinterlegt. Falls etwas ist, werde meistens ich angerufen. Wieso? Ich weiss es nicht genau, ich denke jedoch aus dem einfachen Grund, da ich die Anrufe viel eher entgegen nehme als meine Frau. Das bedeutet, die „Schule“ lernt, Papi ist eher zu erreichen, also macht es mehr Sinn ihn zuerst anzurufen. Wenn wir jetzt die grossen Daten nehmen und im Durchschnitt einfach die Mamis besser zu erreichen sind als die Papis macht das auch Sinn. Das zu pauschalisieren macht halt einen viel besseren Titel als zu sagen, dass es nur an dieser einen Schule so ist die Herr Tschannen kennt…

    • Den Titel „Papas unsichtbare Telefonnummer“ finden Sie pauschalisierend? Ok.

      Selbstverständlich erhebe ich nicht den Anspruch, für alle Eltern und alle Schulen zu sprechen. Aus einigen Kommentaren hier und zahlreichen Diskussionen glaube ich aber schon zu wissen, dass es noch andere Institutionen gibt, die den Mutti-Default stärker zelebrieren als ihre offensichtlich vorbildliche Schule.

    • Peter Bleiker sagt:

      Kann es nicht sein, dass einfach die erste Nummer in Reihenfolge von oben nach unten angerufen wird? Mag ja sein, dass die einen oder anderen seltsame Anrufvorlieben haben, aber oft sind einfache Erklärungen meist zutreffender.

  • Labskaus sagt:

    Das ist bei uns ganz genauso. Mein Mann bringt die Kleine zur Krippe, die direkt bei seinem Arbeitsort ist. Ich bringe sie nur, wenn er nicht kann. Die Betreuer(innen) kennen meinen Mann also besser und wissen, dass er in ein paar Minuten da wäre. Trotzdem wurde ich bis jetzt immer angerufen…
    Wir arbeiten beide 100%, also gibt es auch nicht die Überlegung, dass ich besser erreichbar wäre oder sowas.

  • caspara sagt:

    Gut beobachtet!!!

    Ich kämpfe mit diesem überhaupt nicht irrelevanten Problem schon seit der Scheidung -wohlgemerkt nach August 2014 und somit im Modus „geteilte Sorge“ 50:50.

    Sämtlich Formulare, halboffizielle und auch die offiziellen, sind auf eine Adresse und Telefonnummer ausgelegt. Wir wollen (und haben das Recht) beide informiert zu werden- unabhängig und direkt.

    In der Schule klappt es nun mit dem anrufen ziemlich gut, nachdem das Betreuungsmodell (tageweise aufteilung) mehrmals erklärt wurde. Elternbriefe etc gibt es aber immer nur einen, kopieren müssen wir sie selber.

    • 13 sagt:

      Formulare sind ja auf den Wohnsitz des Kindes ausgelegt, da gibt es nur einen.
      Die Schule ist aber tatsächlich nicht verpflichtet, alle Elternbriefe und Schreiben doppelt auszuteilen, Wo dauernd Ressourcen geschont werden sollen (aus finanziellen und ökologischen Gründen), dort kann das nicht sein, dass sie alles doppelt kopieren muss und gerade bei einer 50:50-Betreuung ist eine Kommunikation schlicht Voraussetzung.
      Auch wenn ich zugebe, dass das vieles sehr vereinfachen würden. Und mit elektronischen Verschicken (da wäre ein Name mehr im Verteiler völlig problemlos) noch mehr…

      • Angie sagt:

        Da bin ich mit 13 einig. Der administrative Aufwand einer Lehrperson ist eh schon riesig. Da möchte ich nicht noch jedes Mal überlegen, wie die private Situation Zuhause aussieht und die Infos doppelt drucken, falten, unterschreiben, ins Couvert stecken, adressieren. In der Regel sprechen die Eltern doch miteinander und etwas Eigenverantwortung ist ihnen durchaus zuzumuten.

      • Noah Lilienthal sagt:

        Es gibt ja kein Gesetz, das besagt, dass irgendein Formular auf den melderechtlichen Wohnsitz des Kindes ausgelegt sein muss. Und die allermeisten Formulare, die ich habe ausfüllen müssen, sind es auch nicht sondern haben nach den (beiden) Wohnsitzen der Eltern gefragt, was meist auch sinnvoller ist.

      • Noah Lilienthal sagt:

        Und sorry, bei so einem wichtigen und emotionalen Thema wie gleichberechtigter Elternschaft mit Ressourcenschonung wegen ein paar doppelten Zetteln zu argumentieren, finde ich schon recht bizarr. Denke wir Trennungseltern schonen die Umwelt schon um ein vielfaches mehr dadurch, dass wir uns keine teuren Flugreisen und täglichen Fleischkonsum mehr leisten können. Wenn Sie meinen, „Kommunikation“ für 50:50 sei Voraussetzung – gut, aber die Realtität ist komplizierter. Sagen Sie mir doch, welchem der beiden Elternteile die Obhut entzogen werden soll, weil er nicht verlässlich Zettel kopiert.

      • 13 sagt:

        @ Noah
        Ich kenne die Realität sehr gut und bin immer froh, wenn Schulen das anbieten. Ich kenne auch einige, die das tun. Aber erwarten würde ich es nie, denn ich kenne auch die knappen Schulbudgets. Bei den Formularen habe ich keine Ahnung, welche Sie meinen, dass man den Wohnsitz der Eltern angeben muss und nur einer vorgesehen ist. Können Sie oder caspara das präzisieren?

    • Andrej Westermann sagt:

      Für meine Elternbriefe liegen vorfrankierte Couverts bereit, die Lehrerin steckt meine Zusatzkopie (10 Rp) da rein beim Verteilen an die Kinder und ab die Post. Leerläufe wegen fehlender Umsetzung der Gesetze um die Chauvi-Kultur noch etwas zu erhalten kosten die Schule und uns mehr in 5 Minuten à 3 Personen. Aber ja, obwohl die entsprechenden Weisungen vorliegen, fühlte sich die Schulleitung (Aargauer Provinz) nicht zur Umsetzung bemüssigt und fand dann die Durchsetzung eine Zumutung. Eine Kopie mehr machen und Ablegen, wow, Riesenaufwand 😉
      Die Woche der Kinder startet bei mir und wenn ich die Absage der Schulreise nicht mitbekomme, ist halt mal etwas später das Essen auf dem Tisch. Drum zahlt die Schule knapp 2 Fränkli pro monatlichen Brief, der Schulleiter kostet mehr und ich auch.

      • 13 sagt:

        @ Andrej
        2 Fränkli pro Monat, gerechnet auf 450 SchülerInnen und aufs Jahr…..ja, mit zusätzlichen CHF 10’000 könnte man etwas schönes anfangen, vielleicht bekämen die Kinder dann endlich gute Stühle oder gar eigene Mathebücher….
        Dabei ist dann der Aufwand nicht einberechnet, denn die Schule hat, weil sich die Mutter beklagt, warum etwas verschickt wurde oder weil sie die Bestätigung einholen will, dass es verschickt wurde, wenn der Vater behauptet, nie informiert worden zu sein etc. Sie glauben echt nicht, was da manchmal los ist. Gerade in Trennung sind viele Menschen völlig irrational (und davon überzeugt, dass das nur auf den/die Ex zutrifft). Darum ja, ich finde es super, wenn die Schule das bietet, aber ich kann die Raushalt-Haltung sehr gut nachvollziehen…

      • Andrej Westermann sagt:

        @allsuchsillystandardbusinessjokes;) & einverstanden
        +/- 50% Scheidungsquote
        dürfen gerne im Klassenbetrieb verbraten sein, ebenfalls einverstanden diskussionslos
        geht glaub trotzdem nicht, per systemimmanente slow_mo pro Bruchteil Prozent Notfall in ebendiesem Notfall den Alltag anzunehmen als Risiko lapidarisieren
        gälled?
        Ist ja per Versicherungsmathematik sehr lustig mit dem Risikowertverhalten, abstrakt gesehen.

  • Reincarnation of XY sagt:

    Viele Menschen sind in ihrem Denken schlicht unflexibel. Das ist alles.
    Sie denken in festgeordneten Bahnen und sind offenbar nicht in der Lage, von diesen abzuweichen.
    Ich erlebe es jede Woche, wie Leute meinen (RL-)Namen ein L hinzufügen, das man unmöglich so hören kann. Aber weil in ihrer Region mein Name so geläufiger ist, werden sie ihn einfach so hören, so lesen und weiterhin so (falsch) schreiben und sagen.
    Mein Junge musste auch dafür kämpfen, dass die Leute ihm nicht ständig die italienische Version seines Namens sagen, statt der spanischen, nur weil diese in CH geläufiger ist. (man kann ein CH unmöglich als S gehört haben!)

    Viele sind einfach UNFÄHIG einen Gedanken, der für sie neu ist, aufzunehmen.

    • Röschu sagt:

      @RoXY
      Ich gehe davon aus, dass ihre Unterstellung sich auf fremde Menschen bezieht; oder zumindest nicht auf Menschen in ihrem näheren Umfeld, die viel mit Ihnen im Kontakt sind.
      .
      Weiter bin ich der Meinung, dass Sie diesen Menschen zu Unrecht Vorwürfe machen. Was für Sie als direkt Betroffener selbstverständlich ist, ist für diese Menschen eine Ausnahme und daher ungewohnt.
      .
      Woher sollen diese Menschen ihrer Meinung nach wissen, dass es sich genau in Ihrem Fall um eine Ausnahme handelt?

    • Reincarnation of XY sagt:

      Also – was lernen wir daraus?
      Den Menschen besser zuhören. Zum Beispiel, wenn sie ihren Namen sagen. Da fängt es an.
      Rückfragen, wenn man von dem Namen oder der Familienkonstellation überfordert ist, weil neu oder ungewohnt.
      Auch bei anderen Meinungen, nicht gleich ne Schublade öffnen, sondern nachfragen: „Verstehe, ich Sie richtig…“
      ACHTSAMKEIT nennt sich das.
      Lustigerweise sind es ja oft die Unachtsamsten, die sich am meisten empören, wenn sie missverstanden, bzw. nicht ernst genommen werden.

      Je mehr wir es selbst sind, je mehr schaffen wir dafür eine Atmosphäre. Sonst bleiben wir halt alle auf dem Niveau „was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht“. Unser Hirn ist nicht in der Lage, die neue Information aufzunehmen.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Röschu – ich habe beruflich täglich mit vielen Menschen zu tun. Telefonate, Mails, persönliche Gespräche. Intern und extern.

      Wenn man bei Namen einen Buchstaben hinzuerfindet oder aus einem CH ein S macht, dann hört man einfach nicht richtig zu, sondern denkt in seinen vorgefertigten Bahnen. Nüchterne Tatsache.

      Das beobachte ich bei vielen Menschen. Sie sind unachtsam, unfähig, ihre vorgefertigten Denk-Bahnen zu verlassen. Andere hingegen sind nämlich aufmerksam und machen das nicht.

      DAS ist eben das gleiche, wie wenn man sagt: rufen sie mich an, und wird der Frau angerufen.
      Es ist nicht bös oder politisch gemeint, sondern dasselbe Symptom, hinter dem mangelnde Achtsamkeit steht.

  • Sportpapi sagt:

    „Immer und ausschliesslich“. Naja. Ich kenne nicht eine Schule, in der das so rigide gelöst wird. Vielfach gibt es nach wie vor einen Telefonalarm, in der die Eltern frei sind, die passende Nummer einzutragen (was dann wohl zu 95 Prozent die Nummer der Mutter ist). Insofern ist doch schön, wenn die Schule schon zwei Nummern erfasst. Wie soll sie denn nun priorisieren? Hinterlegt ihr euren Wochenplan, damit man in der Schule weiss, ob man an diesem Tag Vater, Mutter, Grossvater oder sonst jemanden anrufen soll?
    Aber hier ein paar Vorschläge zur Lösung: Festnetznummer! (und dann aber auch da sein…). Notfallhandy (bei uns haben die Lehrer ja auch ein Klassenhandy, das sie weitergeben…). Umleitung der Anrufe, wenn besetzt. usw.

    • Ich möchte mir nicht extra eine weitere Telefonnummer anschaffen.

      Vielleicht zur Klärung: Ich erwarte gar nicht viel. Einfach mehr als der aktuelle Mütter-Default, den ich erlebe. Dass man den Vater als erste Priorität angeben kann, wenn das der eigenen Familiensituation besser entspricht. Dass eine Betreuungsperson, wenn sie die Mutter nicht erreicht, beim zweiten Versuch den Vater anruft, und es nicht 10 weitere Male bei der Mutter probiert. Dass eine Institution beide Nummern auf den Verteiler nimmt, wenn sie Informationen per SMS oder WhatsApp verschickt.

      Ein Wochenplan mit unterschiedlichen Erreichbarkeiten braucht es glaub ich nur bei regelmässigem Kontaktbedarf.

      • Sportpapi sagt:

        @Markus Tschannen: Niemand ist verpflichtet, zwei Nummern anzugeben. Oder man kann sie übers Kreuz angeben. Aber ja, wäre schön, wenn man noch die 1. Wahl angeben könnte. Scheint mir gerade aber nicht so relevant.
        Aber klar, wenn Nr1 nicht funktioniert, dann folgt umgehend Nr2. Kann mir gerade gar nicht vorstellen, dass dies anders läuft in der Realität. Aber offenbar gibt es das, warum auch immer.
        Ich nehmen an, du hast schon mal zurückgefragt und weisst mittlerweile, warum?
        Informationen per SMS oder Whatsup finde ich grundsätzlich nicht so toll. Ausserdem gibt es auch da Leute, die das nicht anschauen, weil zu viele unwichtige Meldungen kommen…
        Das mit der weiteren Telefonnummer war nicht ernst gemeint. Würde aber doch die Verantwortung den Eltern übertragen.

      • Klar kann man im Einzelfall nur eine Nummer angeben, oder sie vertauschen. Man kann auch im persönlichen Gespräch darum bitten, dass irgendwo ein handschriftlicher Vermerk über die Priorität vorgenommen wird, wenn es in der Software nicht abbildbar ist. Oder sagen, man möchte die Nachrichten künftig auch erhalten. (Übrigens meine Meinung: 1000x lieber WhatsApp als eine Telefonkette.)

        Ich würde mich halt freuen, wenn Institutionen, die mit Familien zu tun haben, per Default Mütter und Väter als gleichberechtigte und gleich-involvierte Elternteile betrachten.

    • 13 sagt:

      @ SP
      Das mit dem Wochenplan ist nicht ganz so verkehrt, schliesslich machen das viele Lehrpersonen, die mithelfen das Kind mittags an den richtigen Ort zu schicken. Aber M.Tsch. hat schon recht. Ich wurde mal vom Sekretariat des Gerichts mitten aus einer Verhandlung geholt, weil meine Sekretärin langsam in Panik verfiel, da die KITA innert 30 Min. 3x angerufen hatte. Mein Mann war aufgrund Schichtarbeit zu dem Zeitpunkt zu Hause, 5 Min. von der Kita entfernt, aber bei ihm wurde nicht mal versucht…ganz so egal empfinde ich das nicht, dass man nicht zuerst beide Handys probiert und dann ins Büro anruft.
      Festnetz ist lustig. Dann muss jemand zu Hause sein, bis die Kinder mit der 9. Klasse fertig sind? Alimentenzahler werden sich freuen….

      • Sportpapi sagt:

        @13: Und dann muss der Plan auch noch verbindlich sein, oder wöchentlich aktualisiert werden…
        Festnetz ist nicht so falsch. In unserem Fall würde man dort am ehesten die Person antreffen, die an diesem Tag eben „zu Hause“ ist. Und nein, das muss nicht bis ins Erwachsenenalter so bleiben. Irgendwann können die Kinder auch erklären, wen man an diesem Tag am besten anruft.
        Richtig ist, dass grundsätzlich zuerst die verfügbaren Nummern durchprobiert werden sollen, bevor man es penetrant bei einer versucht.

      • sonic sagt:

        Festnetz finde ich auch super. Vor allem weil die Kinder den Telfonalarm ja auch brauchen, um andere Kinder anzurufen. Ich mag nicht immer im Büro alle Anrufe meiner Kinder managen 🙂 Für Notfälle haben die Lehrerinnen bei uns eine separate Liste mit individueller Priorisierung. Ist ber von Lehrperson zu Lehrperson unterschiedlich..

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Nun, dass jemand zu Hause ist, trifft nicht auf alle zu, auch schon im Kindergarten nicht und ich würde es tatsächlich sehr schätzen, wenn die Schule aufhören würde, davon auszugehen….

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ja dann. In welcher Frist sind denn die Eltern dann im Notfall in der Schule?

      • Annatina Meier sagt:

        Ich frage mich, was habt ihr denn dauernd für Notfälle, wo man die Kinder holen muss? Aus der Schule? Ist mir und auch sonst niemandem in meiner Klasse jemals passiert…

      • 13 sagt:

        @ SP
        Ich bin ganz ehrlich erstaunt. Hast du bisher nicht propagiert, dass auch Frauen mehr arbeiten könnten, wenn sie nur wollen würden und gesagt, du könntest dir selber gut ein Modell mit zwei hochprozentig arbeitenden Elternteilen wünschen? Und du wirst doch einsehen, dass eine Stelle von zu Hause aus und auf dem Festnetz erreichbar als Regelfall schlicht unrealistisch ist….
        Wie schnell ist unterschiedlich. Bei uns sind es maximal 30-40 min. Das traue ich der Schule auch zu, dass sie so lange die Betreuung übernehmen. und im schlimmsten Notfall wird ja hoffentlich ein Krankenwagen gerufen, da halte ich das schnelle Eintreffen der Ärzte wichtiger als das der Eltern.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ich finde es persönlich sinnvoll, dass bei Kindergärtnern und allenfalls Unterstufenkindern möglichst ein Elternteil da ist. Für Morgen- und Mittagessen, für Aufgabenhilfe, für die freie Zeit.
        Von Müttern habe ich nie explizit gesprochen.
        Genauso finde ich es aber legitim, wenn beide Eltern andere Prioritäten haben, dass beide hochprozentig arbeiten. Das geht aber auch nicht, wenn sie ständig auf Abruf bereitstehen müssen, und bei Krankheit der Kinder zu Hause bleiben. Geeignete Lösung wäre eine Nanny. So oder so muss geregelt sein, wer bei Bedarf da sein kann innert vernünftiger Zeit. Oder eben bei Krankheitstagen.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Nein, von der Mutter hast Du nicht gesprochen, das habe ich auch nicht so verstanden. Es hüten aber nicht alle Nannys kranke Kinder und es bleiben auch nicht alle Kinder bei einer Nanny, wenn sie krank sind. Unabhängig der Arbeit will ich auch meinen Kindern stets die Möglichkeit bieten, bei Krankheit von einem Elternteil betreut zu werden. Das funktioniert durchaus. Ich weiss ja nicht, wie oft Deine Kinder krank sind, aber wir fehlen nie mehr als je 2-3 Tage pro Jahr, den Rest regeln wir irgendwie mit Schichtentausch, Nacharbeiten, Homeoffice oder wie auch immer. Der Tag hat 24 Stunden, dass jeder 8 davon arbeiten geht, wenn der andere da ist, klappt schon irgendwie. Klar, je nach Job. Aber das muss trotz aller Wirtschaftsfreundlichkeit einfach drin liegen!

      • Sportpapi sagt:

        @13: Wir Eltern sind nie krank, und die Kinder fast nie. Entsprechend sind die Ausfälle minim und wie du beschreibst, kompensieren wir es in der eigentlichen Freizeit, in dem wir halt abends arbeiten, was noch zu tun ist.
        Konkret haben wir jetzt in 12 Jahren genau beide einen halben Tag wegen Krankheit eines Kindes verrechnet. Und selber habe ich seit 20 Jahren keinen Krankheitstag mehr eingezogen.
        Nur: So war das eigentlich nicht gedacht. Und: nicht alle Kinder (und Eltern) sind so gesund – da kenne ich ganz anderes, mit wöchentlichen Ausfällen. Und vor allem: Nicht alle Jobs sind so flexibel, dass man quasi örtlich und zeitlich ungebunden seine Aufgaben erledigen kann. Im Gegenteil.

  • 13 sagt:

    Beharrlichkeit, Herr Tschannen, ist das einzige, was hilft.
    Als eines meiner Kinder vor 3 Jahren in den Kindergarten kam, durften wir Prioritäten angeben. Ich gab den teilzeitarbeitenden Vater an. Die Kindergärtnerin fragte 3x Mal nach, ob das sicher so richtig sei und rief danach ein ganzes Jahr an mich an, auch wenn sie von mir stets die Antwort bekam, dass mein Mann sie gerne in 2 Min zurückrufen werde, ich sei nämlich bei der Arbeit. In der What’s App Gruppe waren wir die einzigen zu zweit, weil nur Vater geht ja irgendwie nicht. Im zweiten Jahr klappte es tatsächlich.
    3 Jahre später,nächstes Kind, gleicher Kindergarten: Aufgrund familiärem Systemwechsel gab ich meine Nummer als erste Priorität an…3 Tage später bekam mein Mann den Anruf, unser Kind fehle 😉

    • Röschu sagt:

      @13
      „…3 Tage später bekam mein Mann den Anruf, unser Kind fehle“
      Womit ja dann eigentlich erwiesen wäre, dass es in diesem Fall gar kein (bewusst oder unbewusst) diskriminierendes Verhalten gab (sondern schlicht Unfähigkeit des Kindergartens bzw. der Kindergärtnerin einfachste Anweisungen/Wünsche auszuführen).
      .
      PS. Aus Whats-App-Gruppen kann man mMn selbständig austreten…

    • 13 sagt:

      Eher ist doch erwiesen, dass der Lernprozess länger dauert, wenn er kann erfolgreich enden. Ich gehe ja eher davon aus, dass die Kindergärtnerin nicht wollte, dass ich schon wieder damit anfange 😉
      Ich habe die Gruppe dann einfach ignoriert, geht auch.

  • clara müller sagt:

    Ich erlebe das auch so wie Tschannen und finde es überhaupt nicht irrelevant. So lange Institutionen wie die Schule das klassische Rollenbild weiter zementieren, erschwert das die Gleichberechtigung. Zumal die Lösung in diesem banalen Fall sehr einfach ist: „Kontakt in Notfällen“ hinschreiben und dann Platz für mehrere Telefonnummern lassen. Und dann wird dann von oben abtelefoniert.

    • Sportpapi sagt:

      Die Schule zementiert doch nicht das klassische Rollenbild, sondern handelt aus Erfahrung. Habe kurz meine Frau gefragt, eine Primarlehrerin, von welchem Elternteil denn typischerweise die Meldungen an die Schule kommen, und von welchem Elternteil die Nummer stammt, wenn nur eine erfasst wird (Telefonalarm). In ihrem Fall zu 100% von den Müttern…

      • Reto Gerber sagt:

        Auch wenn ich das Problem selbst nicht so kenne, kann ich das Argument mit den zementierten Rollenbildern nachvollziehen. Wenn immer die Mutter kontaktiert wird, landen die Probleme immer bei ihr, sie muss sich erstinstanzlich um sie kümmern, bekommt aber auch einen Wissensvorsprung, und wird somit zum „Default Parent“. Schlecht vor allem auch für engagierte Väter. „Erfahrungen“ der Schule scheinen mir da ein schwacher Grund. Vermutlich leben Sie auf dem Land? Bei uns wären es definitiv keine 100% Mütter, ich kann mich auch nicht erinnern, dass irgendwo nur eine Nummer erfasst würde. Da wäre dann das System schon falsch. Sogar bei den altmodischen Telefonketten hat es die Möglichkeit gegeben, zwei Nummern zu hinterlegen.

      • Sportpapi sagt:

        @Reto Gerber: In erster Linie ist es doch so, dass vor allem bei der Suche nach Helfern für Schulanlässe/Elternrat etc. immer vor allem bei den Müttern gesucht wird. DAS scheint mir, wenn schon, wirklich ein Problem zu sein.
        Aber es ist ja auch nicht so, dass sich die Väter hier vordrängen würden.
        Andererseits hat mal eine Kindergärtnerin bei uns nach Begleitung ins Schwimmen gefragt. Nur Mütter, selbstverständlich, denn man müsse den Kindern auch beim Umziehen helfen in der gemischten Garderobe.
        Spätestens hier hört dann eigentlich der Spass auf.

  • Wun der Bär sagt:

    Brilliant, Vater Tschannen, genau so ist es! Ihre Blogbeiträge sind so akkurat, dass ich mir gerade bitzeli unsicher werde, ob Sie mich und meinen Sprössling heimlich beobachten. Können Sie bitte Ihr Stalkertum dementieren oder damit aufhören? Merci.

  • Lorena sagt:

    Skandal ! Da hat man wieder einmal etwas gefunden, über das sich der Gender-Polizist empört und die beleidigte Leberwurst spielen kann. Völlig banal zwar, aber es reicht für einen Text in der wichtigsten Tageszeitung des Landes. Es ist wirklich kaum zu fassen.

    • Das mit der wichtigsten Tageszeitung des Landes ist höchst subjektiv. Es ehrt mich natürlich, dass Sie mir als Tagi-Autor und Gender-Polizist diese Bedeutung zuschreiben, aber unterschätzen Sie mal nicht den Walliser Boten.

    • Martin Waldner sagt:

      Wenn ich mir anschaue, mit was für Problemen sich die Gender-Polizei an anderen Stellen befasst, halte ich dieses Problem noch für relativ relevant. Immerhin beeinträchtigt es das Leben von einzelnen Personen in praktischer und nicht nur in gefühlter Hinsicht.

      • Ich finde, man darf auch bei vordergründig gefühlten Beeinträchtigungen hinschauen, sich in die beeinträchtigte Person versetzen und schauen, was sich tun lässt, um die Situation zu verbessern.

  • Angie sagt:

    Als ich in der Schule arbeitete mussten beide Telefonnummern angegeben werden und ich nutzte auch beide. Hier liegt das Problem wohl an ihrer Schule. Mit welcher Begründung handhabt sie das so?

    • Bei der Schule herrscht glaub ich wirklich etwas Angst, den Papa bei der Arbeit zu stören. Auf jeden Fall gehen die Aussagen in die Richtung. Beim Spital weiss ich die Begründung nicht. Macht das System wohl automatisch so.

      Fairerweise muss man sagen, es ist ja auch kein einfach zu lösendes Problem für eine Schule. Wie haben Sie es gemacht? Konnten die Eltern eine Priorität angeben oder haben Sie einfach zufällig eine Nummer ausgewählt?

      • Angie sagt:

        Ich habe beim ersten Kontakt mit den Eltern nachgefragt. Und wenn A nicht erreichbar war bei B geklingelt. Und da hab ich auch schon mal jmd bei der Arbeit erwischt, was aber auch nie ein Problem war. Die Schule könnte ja einfach Tel. „Eltern“ schreiben. Und wenn die Eltern eine Priorität hätten könnten sie selber die Nr zB unterstreichen. So werde ich das machen, wenn Kind 1 in den Kindergarten kommt.

  • Daniel sagt:

    Bei uns gibt’s diese Probleme nicht. Weder im Kindsgi noch in der Schule. Auch nicht beim Kinderarzt oder im KiSpi Zürich (wo wir leider aus Gründen des öfteren hin müssen)
    Daher finde ich den Titel: „Warum werden bei Notfällen immer und ausschliesslich die Mütter informiert?“ ziemlich daneben. In meiner Lebensrealität als Vater und Hausmann funktioniert die Kommunikation prima. Dasselbe gilt übrigens für die Mehrheit der Vollzeit-Papas in meinem Bekanntenkreis.
    Schimpfen Sie also gern über Ihre Schule, aber bitte unterstellen Sie nicht, dasselbe würde auch für alle anderen Schulen, Ärzte oder Krankenhäuser gelten.
    Danke.

    • Fair. Wenn Sie andere Erfahrungen machen, dann freut mich das für Sie. Ganz ehrlich. Vielleicht hatte ich auch einfach Pech.

      Würde gerne mehr darüber erfahren, warum Sie die Probleme nicht haben. Wie läuft es denn bei Ihnen, wenn die Schule, oder das KiSpi Sie anrufen will. Konnten Sie dort vermerken, wer zu kontaktieren ist, oder wählen die intuitiv die richtige Nummer?

      • Daniel sagt:

        Ich glaube wir haben einfach das Glück in einer kleineren Stadt zu leben (Vorort Zürich) in der die Dinge noch persönlicher gehandhabt werden. Besser kann ichs auch nicht erklären.
        Ich kenne die Kinder Gärtnerin seit Jahren persönlich, genauso wie die Klassenlehrerin. Ja, vor zwei Jahren, als sich die berufliche Situation bei meiner Partnerin und mir geändert hat, gab es ein paar mal falsche Anrufe. Das hat sich aber schnell gelegt. Jeder weiss einfach, wer bei uns nun mehrheitlich zuhause ist.
        Im KiSpi würde das Ganze so weit ich weiss mit einem Textmarker gelöst, der die jeweils zu priorisierende Nummer markiert.

      • Daniel sagt:

        Sorry! Die Autokorrekrur auf meinem Telefon meint es oft nicht gut mit mir 🙁

        Kindergärtnerin (statt Kinder Gärtnerin)
        &
        Im KiSpi wurde (statt würde)

    • Martin Frey sagt:

      Danke Ihnen, Daniel, für dieses ins richtige Licht-Rücken.
      Ja, wie oft bei den „genderbewegten“ Themen stelle ich auch hier fest, dass anscheinend meine Lebensrealität eine andere ist. Oder meine Wahrnehmung sowie die meines Umfeldes ist eine andere.
      Aber wie MT weiter unter schön sagt: „Ihr Vorschlag ist pragmatisch, aber ich hätte das Problem längerfristig schon gerne auf gesellschaftlicher Ebene gelöst.“
      Sprich: Wenn man auf einer Mission ist, dann verändert es eben auch die eigene Wahrnehmung.
      Aber weshalb soll man die Schule oder eine Klinik orientieren, wenn man dafür medienwirksam in einen gesellschaftlichen Feldzug ziehen kann? 😉

      • Herr Frey, ein Problem konkret vor Ort lösen und sich gesellschaftlichen Wandel herbeisehnen sind zwei Dinge, die sich nicht ausschliessen.

        Das heutige Thema ist nicht das dringendste der Welt und auch nicht das dringendste in meiner Welt. Aber man darf über die Akzeptanz von Männern in Betreuungsrollen diskutieren, auch wenn Ihre Lebensrealität eine andere ist.

        Feldzug finde ich ein etwas wirrer Begriff. Ich behaupte mal, dass ich in meinem Beitrag differenziert geblieben bin. Immerhin stelle ich da auch fest, dass ich mich im persönlichen Kontakt als Vater immer ernst genommen fühle.

        Nehmen Sie es locker. Es kommt bestimmt wieder einmal ein Thema, das auch für Sie interessant ist.

      • Martin Frey sagt:

        @Tschannen
        „Nehmen Sie es locker. Es kommt bestimmt wieder einmal ein Thema, das auch für Sie interessant ist.“
        Ich nehme es locker, auch wenn ich selber das Problem so nicht zu erkennen vermag. Aber andere Erfahrungen und Wahrnehmungen finde ich per se spannend, sonst würde ich hier gar nicht mitdiskutieren. Und ob Sie es glauben oder nicht, aber ich mag Sie und Ihren Stil sehr. 🙂 Ohne mich deswegen grad offiziell zur Groupie-Fraktion zu zählen. 😉

      • Danke für die netten Worte, Herr Frey. Groupies werden ja auch überschätzt. Ist oft ganz schön mühsam, das ständige Gekreische rund um den Mamablog-Tourbus.

  • Niklas Meier sagt:

    So lange in der Mehrheit der Fälle die Mütter die sind die auch sofort anrennen, wird man auch die Mütter anrufen. Effizienz.
    Schreiben Sie doch einfach die Nummern vertauscht? Oder schreiben Sie dazu, man möge wirklich doch bitte Sie anrufen..
    Probleme gibt es…

    • Herr Meier, es ist immer wieder knuffig, wenn Menschen sich Aufwand machen, nur um anderen die Probleme abzusprechen.

      Ihr Vorschlag ist pragmatisch, aber ich hätte das Problem längerfristig schon gerne auf gesellschaftlicher Ebene gelöst.

      • Sportpapi sagt:

        @Markus Tschannen: Wie sollte denn das Problem gelöst werden, dass grundsätzlich immer gleich die richtige Person erreicht wird?

      • Es muss nicht einmal immer die richtige Person sein. Ich erwarte einfach etwas mehr Flexibilität in den Systemen. Ich weiss, man hört das nicht gerne, aber es geht halt schon auch etwas ums Prinzip. Wenn ich mit dem Kind Ärztinnen und Ärzte besuche, dann muss es doch möglich sein, dass meine Nummer auf der anschliessenden Korreponzenz steht und nicht nur die der Mutter. Ich war ja dort und hatte mit den Menschen Kontakt.

      • Sportpapi sagt:

        @Markus Tschannen: Wenn Sie die Anmeldung beim Arzt ausfüllen, sind Sie bei den Stammdaten im System verzeichnet. Oder soll der Arzt jedes Mal noch vermerken, wer nun die Begleitperson beim letzten Besuch war?

      • Zumindest die Inhalte für den Bericht liefert die Person, mit der ich im Krankenhaus eine Stunde rede. Keine Ahnung, ob es zuviel verlangt ist, das System so auszugestalten, dass ich auch für die weitere Behandlung im Loop bin.

        Ja, ich gebe die Stammdaten bei der Anmeldung an. Warum es aber ok sein soll, meine Nummer dann einfach zu streichen und nur die der Mutter in der weiteren Korrespondenz weiterzuführen, sehe ich beim besten Willen nicht ein.

      • Martin Frey sagt:

        @Sportpapi
        An vielen Orten, so auch dort wo ich arbeite, weiss man iaR schon, wen man bei Bedarf idealerweise zu kontaktieren hat. Zumindest bei den Leuten, die regelmässig Konsultationen haben. Ich gehe eigentlich davon aus, dass das in Schulen auch so der Fall ist.
        Das Vorgehen in solchen Fällen unterliegt meist ja nicht irgendeiner politischen oder gesellschaftlichen Agenda, sondern einer pragmatischen Logik. Sprich, ua. der Wahrscheinlichkeit. Es ist eher seltsam, von etwas anderem auszugehen.

      • 13 sagt:

        Zumindest in der Kinderklinik des Inselspitals habe ich genau dieser Erfahrung gemacht, die SP schreibt. Mein Mann trat mit unserem Kind ein. Er wurde vermerkt. Obwohl das Spital später auch meine Nummer aufnahm wurde er stets als erstes kontaktiert. Da wir während des Spitalaufenthaltes wirklich zwischen Spital zu Hause und Arbeit jonglierten und uns stets abwechselten, war für uns klar, dass das Spital nicht wissen konnte, wer gerade beim Kind ist, da übernachtet etc. ABER erwischte man ihn nicht, wurde gleich ich angerufen, nicht zuerst er 17 Mal auf verschiedenen Nummern. So sollte es sein.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        Hätte mich auch überrascht, wenn es anders gewesen, respektive anders gehandhabt worden wäre.
        Diese deine Erfahrung mit der Kinderklinik der Insel ist für mich die Norm. Ich verstehe wirklich nicht, was die Leute anscheinend immer für seltsame Erfahrungen machen.

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