Warum Familien in die Stadt gehören

Kaum ist das Kind da, zieht es Eltern aufs Land. Unsere Autorin hat dafür gar kein Verständnis.

Kinder lernen Kinder kennen – wenn es in der Nachbarschaft welche hat. Foto: iStock

Sind die Kinder auf der Welt, ist da plötzlich dieser Hüslitraum. Das beobachte ich bei Bekannten. Immer öfter werde ich gefragt, ob wir uns mitten in der Stadt noch wohlfühlen. Traf ich Freunde und Bekannte früher unkompliziert und spontan auf ein Bier, weil sie wie ich im Zentrum wohnten, bewegen sie sich heute immer mehr in Aussenquartieren oder Vororten. Oft bewusst; nicht aus finanziellen Gründen. Einige – und das bewundere ich sehr – sind auch auf dem Selbsternährungstrip und verbringen ihre Freizeit mit Pflanzen, Gärtnern und Einmachen.

Dieser Traum nach einem eigenen Haus mit Garten, diese Sehnsucht nach mehr Platz, mehr Luft und mehr Grün, sie wird offenbar stärker, wenn man Kinder bekommt. Und in Zürich, wo ich wohne, lässt sich diese Sehnsucht bekanntlich nicht drei Velominuten vom Hauptbahnhof entfernt stillen.

Kinder können überall spielen

Als überzeugte Stadtbewohnerin kann ich dem Hüslitraum trotz Familie noch immer nichts abgewinnen. Weder habe ich Lust auf Ruhe und weniger Verkehr noch auf einen Garten, weil ich einen «braunen Daumen» habe und absolut unfähig bin, irgendetwas zum Wachsen zu bringen. Vielleicht will ich auch kein Haus, weil ich genau in einem solchen aufgewachsen bin: an einer Spielstrasse, mit Garten und in Waldnähe. Es war so idyllisch, dass ich fünf Wochen nach der Matura die Koffer packte. Diesen automatischen Anspruch auf mehr Raum, nur weil man Kinder hat, ich kann ihn nicht immer nachvollziehen. Zumal Kinder ja überall spielen können und nicht jedes ein eigenes Zimmer braucht. Kajütenbetten waren für mich als Kind jedenfalls der Hit.

Ja, vielleicht ist es etwas anstrengend, immer von zu Hause weggehen zu müssen, um an der Luft zu sein. Trotzdem habe ich das Privileg, zehn Gehminuten vom Hauptbahnhof und der Bahnhofstrasse entfernt zu wohnen, nie als grösser empfunden, als jetzt, da ich ein Kind habe. Ich bin weder auf Verkehrsmittel angewiesen noch auf Öffnungszeiten oder grosses Planen: Alles, was wir brauchen, ist zu Fuss zu erreichen.

Die Stadt braucht Kinder

Die Läden haben lange geöffnet, und wir besuchen viel öfter spontan Freunde, ein Konzert, eine Vernissage oder eine neue Bar. Einzig und allein deshalb, weil alles direkt vor der Tür liegt. Das Argument, man sei, wenn man nicht mehr in der Stadt wohne, mit der S-Bahn ja auch in 13 Minuten am Bahnhof, finde ich immer etwas zweifelhaft. Diese S-Bahn muss man erst mal erwischen, und dann ist man erst am Bahnhof. Und irgendwie muss man auch wieder heimkommen.

Ich vermute sogar, dass unsere Tochter in der Nachbarschaft mittlerweile mehr Kinder kennen gelernt hat, als wenn wir in ein Haus mit Garage und Gartenhag an einer Zufahrtsstrasse gezogen wären. Der enge, urbane Raum im Quartier wird zudem vielfältiger mit Kind: Brunnen werden zu kleinen Swimmingpools; Innenhöfe zu Spielzonen; der Park zum Garten. Fast täglich lerne ich neue Quartierbewohnerinnen und -bewohner kennen. Dafür nehme ich auch den Verkehr und die Tatsache in Kauf, dass das Kind wohl nie ganz allein zum Kindergarten laufen wird.

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121 Kommentare zu «Warum Familien in die Stadt gehören»

  • Charlotte sagt:

    Wir sind vor der Geburt unseres Kindes in einen sehr schönen Agglo-Ort am See gezogen (wegen des Sees und auch wegen der Stueren….)und waren dort glücklich. Nach der Geburt unseres Kindes sind wir 2 Jahre später wieder in die Stadt gezogen. EInerseits weil ich (ja, ich!) die Stadt vermisst habe und andererseits weil das Angebot für Kinder grösser und mit ÖV einfacher und flexibler zu erreichen ist. Wir wohnen in einer Mietwohnung in einem wunderschönen Quartier. Mehrere Spielplätze und der Wald wie auch die Museen und Restaurants sind in unter 15 Minuten zu Fuss zu erreichen. Wir werden uns vermutlich kein Eigentum an dieser lage leisten können, sind aber ALLE glücklich und zufrieden. Jedem das seine.

  • Werner Schüpfer sagt:

    Das alles und viel mehr gibt’s im Dorf auch. Solche Diskussionen zeigen die Grenzen des verdichteten Wohnens auf engstem Raum. Jetzt gibt es noch die Stadtflucht, bald folgt die Landflucht.

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Klar, Kinder spielen gerne am Trottoirrand und bis zum Auszug mit 18 im Kajütenbett im selben Zimmer wie das gegeggeschlechtliche Geschwister zu schlafen ist der Hit und ein Traum jedes Teenies. Privatsphäre wird ja total überbewertet. Haben Millionen Kinder in Drittweltländern ja auch nicht.

    Aber ja, Hauptsache Mami kann an Vernisagen und neue Bars besuchen…. Das können Millionen von Müttern in der dritten Welt übrigens auch nicht.

    DAS ist tatsächlich ein MAMAblog-Thema, denn um die Kinder geht es hier nicht einen Deut.

    • Poison Ivy sagt:

      Gut, das ist jetzt genauso simpel klischeehaft wie der obige Text, nur mit umgekehrten Vorzeichen. Auch in der Stadt gibt es 4 und 5 Zimmerwohnungen, Spielplätze und Stadtparks. Klar ist das anders, als wenn man auf einem Bauernhof aufwächst. Aber es kann ja nicht jeder der 8 Millionen Einwohner dieses Landes ein Haus auf dem Land mit Umschwung haben.
      Der Bezug zur dritten Welt ist etwas wirr, wenn man darüber diskutiert, ob man in der CH lieber in Zürich oder im Entlebuch lebt.

  • markus kohler sagt:

    Wenn die Mutter zufriedener ist geht es dem Kind auch besser. Mütter sollten deswegen ihre Bedürfnisse nicht wegen der Kinder aufgeben. Wenn Frau Schmid in der Stadt leben will, dann ist das ein völlig legitimer Anspruch. Störend wird es erst, wenn urbane Menschen glauben sie seien per se fortschrittlich und alle ausserhalb der Stadt lebten hinter dem Mond.

  • Yosh Eden sagt:

    Das ist eben genau falsch: die Bedürfnisse der skknder in den Mittelpunkt des Familienlebens zu stellen anstatt seine eigenen. Ich möchte gärtnern, wandern und Landleben geniessen. Die Kinder passen sich dem nicht nur an, sondern es ist auch noch viel lebensfreundlicher und bildender. Wenn man nur die vermeintlichen Bedürfnisse der Kids in den Mittelpunkt stellt und sich als Emtertainer betätigt, dann kommen genau diese ich-bezogenen Teenies raus, die ich dann beruflich begreuen muss … und diese dann mal mit ihrer tiefen Frustrationstoleranz konfrontieren, weil sie kaum je gelernt haben, dass ihre Bedürfnisse nicht die wichtigste sind (kleine Sonnenkönige, wie ein trefflicher Artikel einst hiess). Urabnes Leben ist super für Twens, aber irgendwann sollte man erwachsen werden …

    • tststs sagt:

      Ich bin total bei Ihnen, was den Punkt der Anpassung betrifft.
      Schade finde ich, dass Sie sich nicht vorstellen können, dass es auch üTwens gibt, die Erfüllung nicht bei Gärtnern&Wandern finden (resp.dies in einer Stadt machen)

      • Yosh eden sagt:

        Ok, gebe ihnen recht. Die Stadt bietet natürlich auch ein vielfältiges kulturelles Angebot, nicht nur dekadente Abschlepp-Clubs. Ich sehe in meinem berufl. Umfeld halt viele knapp 40jöhrige, die vehement ihren urbanen Lebensstil verteidigen und jeder der nicht im Hippster-Mainstream mitschwimmt (was nämlich alles andere als ‚individuell‘ ist, aber sie absolut zu sein glauben), ist quasi stockkonservativ und ein Relikt. Viele schwärmen in tieferen Gesprächen aber im Prinzip von der Natur, Bergen, Bio und vorallem individualist zu sein. Ich frage mich dann jeweils, wieso sie dann nicht ins Grüne ziehen, wo sie das ‚linke Ideal‘ wirklich leben könnten: die Natur um sich haben, beim Nachbar-Bauern Bio-Produkte direkt ab Hof zu kaufen (und so der Markwirtschaft gleich noch den Finger zeigen), d

      • Yosh eden sagt:

        den Kinder zeigen zu können woher Lebensmittel kommen, ein Baumhaus bauen, auf der Quartierstrasse Fussball spielen etc. Und vorallem dem Hippster-Korsett entfliehen und beginnen WIRKLICH Individualist zu werden. :-). Und ich kenne sogar alle meine Nachbarn :-).
        Aber in der Stadt kann man viele tolle Bedürfnisse decken, da geb ich recht. Wobei ich diese vom Land aus auch bewusst konsumieren gehen kann.
        Einfach ich für mich möchte unsere Kids nicht in der Stadt aufziehen müssen. Aber ja sicher; jedem das seine und ich würde niemanden verurteilen, der die Stadt bevorzugt

      • flori antha sagt:

        Eden: Mag ja alles sein, aber auf dem Land wohnen bedeutet letztlich eben auch Zerstörung der Natur: Zersiedelung, MIV, mehr Infrastruktur, mehr Heizenergie. Als naturverbundener Mensch kann man nur in der Stadt leben – die ja mittlerweile auch längst eine grössere Artenvielfalt als das Land aufweist – selbst bei Menschen, ich treffe doch nur selten Hipster an.

  • Matthias Hubacher sagt:

    Mag ja sein, bei uns ist das Gegenteil der Fall. Nach 30 Jahren in der Stadt sind wir letztes Jahr aufs Land gezogen, drei Generationen in ein Haus mit Garten, und wir haben diesen für uns grossen und keineswegs schmerzfreien Schritt noch keinen Tag bereut! Ein schöner Ort, eine liebenswürdige Nachbarschaft, Gschpänli für unsere Enkel… das alles gibt es auch auf dem Land. Nichts gegen die Stadt! Uns ist es sehr, sehr wohl am neuen Ort, eine halbe Stunde von Zürich HB entfernt.

    • Peter meier sagt:

      Der Hauptgrund weshalb Familien aufs Land sind die Kinder. Die Nähe zur Natur ist hier nicht der Hauptgrund, sondern den Kindern die Möglichkeit geben normal aufzuwachsen. Die Schulen in der Stadt tun das ihrige dazu, in gewissen Quartieren viel zu hohe Anteile an Zugewanderten. Das kann für Schweizer Kinder verheerend sein, da gibt es nicht viel zu lernen in Sachen Schulstoff und eine entsprechend schlechte Ausbildung später. Und ja ich gebe es zu wir haben uns auch nach diesen Kriterien unseren Wohnort ausgesucht, genauso wie die meisten Familien im Quartier. Und wir sind überzeugt das richtige getan zu haben.

  • tststs sagt:

    Könnten wir uns als erstes darauf einigen, dass es in dieser Frage kein „besser“ gibt, sondern nur ein „anderes“?

    Dann müssten wir bitte als nächstes darauf einigen, was sind wirkliche Unterschiede zwischen Stadt und Land, und was sind (vorgeschobenen) Pseudogründe.
    Sicherheit und Bewegungsradius sind zB Pseudogründe: Wer einen Gluggeren-Charakter hat, wird diesen auch aufs Land mitnehmen. Und dass Kinder in der Stadt einen grösseren Bewegungsradius haben, ist auch schon länger bekannt…

    Weshalb ich auch mit Kindern das Stadtleben vorziehen würde? Man geht aus der Tür und wird mit der Diversität der Menschen und deren Lebensentwürfe konfrontiert.

    • Flori Antha sagt:

      Das Besser oder Schlechter hängt von den Bewertungskriterien ab und die unterscheiden sich zwischen den Menschen.
      Wenn es allerdings um den Schutz der Natur geht, ist die Entscheidung eindeutig. Auf dem Land produzieren Menschen in der Regel ein Mehrfaches an Treibhausgasen im Vergleich zu einem Stadtbewohner.

      • Marcus Ballmer sagt:

        …was nachweislich falsch ist, Flori Antha. Landbewohner produzieren viel weniger Treibhausgase, als ein Stadtbewohner.

      • flori antha sagt:

        Ballmer: Das stimmt nur bei oberflächlicher Betrachtung. Wenn Sie den unterschiedlichen Wohlstand kontrollieren, dann hat ein Wohnstandort auf dem Land massive treibhausgasfördernde Wirkungen. Was eigentlich auch völlig naheliegend ist: auf dem Land wohnen bedeutet mehr MIV, höhere Heizenergieaufwendungen, höhere Infrastrukturaufwendungen.

  • Michelle Oclaire sagt:

    Ich bin selbst in der Stadt aufgewachsen und kenne auch heute etliche Familien, die nicht aufs Land geflüchtet sind. Denn die Lebensqualität in unseren Städten ist auch für Kinder sehr hoch. Allerdings kann man Zürich nicht mit New York, Paris oder anderen Grosstädten vergleichen, da alle Städte in der Schweiz noch immer etwas Ländliches an sich haben. Ist man doch zB in Zürich innert weniger min vom HB mit Tram, Bus, Zug, Auto oder sogar zu Fuss im Grünen oder am See. Also absolut kinder- bzw familienfreundlich.

  • Genevieve sagt:

    Ich gebe es zu… ich bin der besseren Schule wegen in den Speckgürtel gezogen. Mir fehlt das Urbane, das Ländliche ist unsagbar langweilig, deshalb wohnen wir auch in Stadtnähe, so dass wir innert 25 Min im Zentrum sind. Unser Leben spielt sich nach wie vor im urbanen Raum ab, da sich die Leute bei uns im Quartier in ihren EFHs verschanzen und ihre Kinder nicht mit anderem spielen lassen oder erst nach formeller schriftlicher Anmeldung Wochen zuvor wenn Mutti, Nanny oder Papi Zeit haben.

    • Ex-Expat sagt:

      Urban? In der CH? Waren haben ein tolles Land, aber die Schweiz ist eine grosse Agglo, vom Goms bis zu Zürich – da ist alles gleich „urban“

      Wenn Sie „urbanen Raum“ erleben wollen, dann müssen Sie nach London, Sydney oder eine amerikanische respektive asiatische Grossstadt ziehen.
      Zürich und Genf wären dort ein Stadtteil, Basel und Bern vielleicht nicht mal.

      Daher spielt es in der CH überhaupt keine Rolle wo man wohnt, eher wie. Und das stand bei Ihnen ja auch im Vordergrund mit dem Wunsch nach guten Schulen für Ihren Nachwuchs.

      • Muttis Liebling sagt:

        Der TA berichtete jüngst über koreanische Touristen, die Zürich als eine hübsche, dünn besiedelte Kleinstadt lobten. Richtige Städte gibt es in der Schweiz nicht. Nur Grossdörfer wie Zürich oder Bern.

      • Anh Toàn sagt:

        Bern ist ein grosses Dorf, oder mehrere zusammen gewachsene Dörfer, aber in Zürich (Downtown Switzerland) sehe ich die kleinste Grossstadt der Welt.

    • tststs sagt:

      Hüstelhüstel, verwechseln die Kommentatoren Ex-Expat und ML u.U. die Wörter „urban“ und „Grossstadt“.

      Für mich ist Urbanität zentral. Die findet man ab und an auch auf einem Dorf. Aber in der Regel halt dann doch eben in der Stadt.

      Und übrigens: es gibt auch die umgekehrte Betrachungsweise: Nämlich diejenige, die London, LA und Tokio nicht als eine einzige Stadt, sondern als Zusammenschluss mehrerer Städte versteht. Insofern ist Zürich das Paradebeispiel einer Stadt.

      • Ex-Expat sagt:

        Nein – Urban heisst städtisch, dass kann man nicht in einem Dorf finden, sonst wäre es ja kein Dorf.

        Und Grossstädte haben wir in der Schweiz ja keine, da sind wir uns einig, nicht? Wir haben Städte mit gutem kulturellem Angebot (Zürich, Basel, Lausanne, Genf).

        In der Schweiz haben wir alle dasselbe Niveau von „Urbanität“. Die Menschen sind genau gleich, ob sie im Wallis oder in Zürich leben. In gut 2 Stunden sind sie von Visp in Zürich – das brauchen Sie auch in der Grossstadt London um von einem Ende zum anderen zu gelangen.

        Insofern ist es etwas lächerlich, wenn Schweizer Stadtbewohner sich gegenüber Landbewohner als „urbaner“ aufspielen. Sie leben bloss etwas zentraler, mehr nicht.

  • Seeländer sagt:

    Jaja, und auf dem Weg in die Schule schnell noch an der Langstrasse/Sihlquai vorbeischauen, oder auf die Schützenmatte zu Bern oder gleich an den Bahnhof Zoo?
    Ich kann in meinem Leben ziemlich froh sein, in einem 1000 Nasen Kuhdorf aufgewachsen zu sein wo am halbi zwölfi der letzte Zug hält. Bin ziemlich sicher, dass mein Lebensweg wohl steil nach unten gezeigt hätte, wenn ich mit 12,14,16 Jahren Zugang zu obengenannten städtischen Örtlichkeitenmgehabt hätte.
    Nie und nimmer möchte ich meine Kinder dem aussetzen!

    • tststs sagt:

      Ja glauben Sie ernsthaft, am Platzspitz traf man in den 90ern nur Stadtkinder?
      Wenn Ihr Leben mit einer anderen Adresse bergab gegangen, dann liegt es wohl eher weniger an der Adresse …

    • Yosh Eden sagt:

      Absolut. Darüber bin ich auch froh und dass wir noch keine 24h-Bespassungsgesellschaft hatten. Das Ausgangsverhalten war viel gesünder, weil man so am Sonntag irgendwann mal auch aufwachte und etwas unternehmen konnte, wenn man nicht erst in frühen Morgenstunden heimkam. Mit 18 zog ich zurück in die Stadt (Zürich, wo meine Eltern her kamen) und genoss das urbane Leben. Doch irgendwann wird man ja erwachsen und merkt, das Bespassung und Konsum nicht alles ist. Daher zurück aufs Land, wo man und Kids sich selber unterhalten müssen. Das fördert Kreativität/Fantasie, Vereinsleben, Sozialkontakte, Nachbarschaftsleben und und und. Und in der Schule ist CH-Deutsch sogar noch in der Mehrheit!

      • tststs sagt:

        Hihi, genau, das EFH mit 200qm2 Umschwung hat ja soooo überhaupt nichts mit Konsum zu tun…
        Bitte nicht falsch verstehen, jeder wie er will, aber bitte nicht so Pseudobegründungen, die eigentlich nur den Zweck haben, die alternative Weise schlechtzureden (oder die eigene Entscheidung schönzureden) vorschieben.

  • Michèle Pine sagt:

    „Die Stadt braucht Kinder“.
    Was für eine absolute Aussage!
    Doch weshalb bloss?
    Damit die Vernissagen, die langen Öffnungszeiten und die spontanen Treffen mit Ihren Freunden durch Kinder bereichert werden?
    Ooch, ja dann!
    Weiter so!
    Kinder „können ja überall spielen“.

  • Problemfan sagt:

    Wir sind als Banlieusards glücklich. Der dunkle Wald ist 10 Min zu Fuss und statt Angst vor Menschen haben wir Angst vor den Zecken, welche die Kinder von dort zurückbringen. Und ehrlich, die Stadt ist 10 Min ÖV weg, wenn ich 1x im Monat dort bin ist das viel. Ich vermisse sie nicht. Jedem das seine. Wer in gentrifizierten Hipsterquartieren über den Mietzins klagen will soll das tun.

    • Flori Antha sagt:

      Das Besser oder Schlechter hängt von den Bewertungskriterien ab und die unterscheiden sich zwischen den Menschen.
      Wenn es allerdings um den Schutz der Natur geht, ist die Entscheidung eindeutig. Auf dem Land produzieren Menschen in der Regel ein Mehrfaches an Treibhausgasen im Vergleich zu einem Stadtbewohner.

  • sonic sagt:

    Ich glaube, man kann nicht Stadt gegen Land ausspielen. Beides kann super sein, oder eben auch nicht. Wenn man auf dem Land an einer grossen Strasse wohnt, ist das oft schlechter als in einem ruhigen Quartier in der Stadt. Wir wohnen am Stadtrand (Zürich), grad beim Wald. Die Kinder (und davon hat es seeehr viele) haben Auslauf bis rauf auf den Üetliberg ohne je eine Strasse überqueren zu müssen und ich bin in 10 Min mit dem Velo oder noch schneller mit ÖV am HB oder bei der Arbeit, im Ausgang oder was auch immer.. Für uns ist das perfekt und wir erachten es als riesen Glück hier wohnen zu können. Als die Kinder klein waren, wohnten wir in der Inn

    • sonic sagt:

      2) Als die Kinder klein waren, wohnten wir in der Innenstadt. Für mich war es ein Riesenstress mit zwei kleinen Jungs über 7 Strassen zum nächsten Spielplatz. Ich selber bin auf dem Land aufgewachsen und möchte nie mehr da hin .

  • werner boss sagt:

    Zu den endlosen Koch- Trink und Heimataussaufsendungen fehlte natürlich auch in dieser Spalte noch die entsprechende Werbung für das Bier, ist doch klar! Ach es ging ja um die Kinder!…… Ja eben!!

  • Jo Mooth sagt:

    Es gibt auch in der Stadt Quartiere, wo es schwierig ist, gleichaltrige Kinder kennen zu lernen. Klar, in der Vorzeige-Genossenschaftssiedlung geht das gut, aber dort hat es längst nicht für alle Familien mit Kindern Platz. Umgekehrt gibt es auch in der Agglo oder in Dörfern viele Kinder, v.a. wenn immer mehr dort hin ziehen. Die Tendenz, die Stadt zum Dorf zu machen, überall Tempo 30, Spielstrassen und Kitas, hat ja auch nicht nur Freunde. Stadt ist nun mal auch Verkehr, Lärm, Abgase, Partyvolk und öde Bankenpalaste. Die können ja nun nicht alle aufs Dorf ziehen, nur damit es die Kinder in der Stadt schöner haben.

  • Röschu sagt:

    An alle Kommentierenden die den Egoismus(?) der Mutter anprangern:
    Ist es denn letztlich nicht besser für das Kind, wenn es spürt, dass seine Eltern zufrieden sind?

    • Michi sagt:

      Hätten Sie den gerne Eltern, die den Wohnsitz aufgrund ihrer Freizeitvorlieben wählen? Und Sie die ersten 7 Jahre ihres Lebens nicht unbegleitet vor die Tür können?

      • tststs sagt:

        „Und Sie die ersten 7 Jahre ihres Lebens nicht unbegleitet vor die Tür können?“
        Wenn meinen Sie jetzt?
        Wer aufs Land zügelt, weil es in der Stadt zu gefährlich ist, der hat offensichtlich leichten Hang zum Helikoptern. Dies ist dann ein Charakterzug und wird bei einem allfälligen Umzug aufs Land mitgenommen…

      • Marcus Ballmer sagt:

        @tststs: „Und Sie die ersten 7 Jahre ihres Lebens nicht unbegleitet vor die Tür können?“ – das sind Realisten. Sie sind reden sich die Stadt schön.

  • Zuber Theo sagt:

    Da freut sich das Kind natürlich, dass es jeden Tag in der Stadt an ein tolles Konzert, eine hippe Vernissage oder (und das ist das grösste für das Kind) eine neue Bar besuchen darf. Und dass Mami ganz spontan Freunde und Bekannte ganz unkompliziert auf ein Bier treffen kann, findet das Kind sicherlich auch supi. Und dann die Super-Shopping-Öffnungszeiten.
    Hey, Kinder können ja überall spielen, und die Anstrengung, um an der Luft zu sein. Alles Total Easy. Hauptsache, Mami hat es schön und kann ihr gewohntes Leben weiterführen.

  • Romea Studer sagt:

    Die Erklärung, warum meiner Meinung nach Eltern die Stadt meiden, ist sehr simpel: eines der wichtigsten Bedürfnisse von Kindern ist Autonomie. Wie lange wird es dauern, bis der Autorin ihre Tochter alleine draussen spielen können wird? Alleine Freunde treffen, alleine Radfahren? Eben. Viel zu lange. Das Kind interessieren weder Vernissagen noch Ladenöffnungszeiten, es hat andere Bedürfnisse.

    • tststs sagt:

      Ja, weeeer wird wohl früher dem Kind Autonomie zugestehen. Diejenigen, die Stadt als kindertaugliches Terrain betrachten, oder diejenigen, die Ihre Kinder vor der Stadt beschützen müssen?

      • Romea Studer sagt:

        Darf deine 5 jährige in der Stadt alleine einkaufen gehen? Alleine in den Chindsgi gehen? Alleine mit einem Freund abmachen?
        Unser 2.5 jähriger spielt stundenlang alleine im Garten mit dem Nachbarsbuben. Natürlich schaue ich immer wieder nach aber sichtbar für die Kinder sind wir Eltern in diesem Moment nicht und das geniessen die Kinder sehr. Das musst du mir in der Stadt erst mal zeigen!

      • Anne sagt:

        @Romea Die Kinder gehen auch in der Stadt alleine in den Chindsgi.Mein Sohn ist 7 und bewegt sich selbständig im Quartier.Wahrscheinlich hätte er auf dem Land einiges etwas früher gemacht…Und jetzt?Die Kleinkindzeit geht schnell vorbei!…Unsere grosse Tochter ist schnell vom Ausgang Zuhause.Wir alle profitieren in der Stadt zu leben!Die Städte in der Schweiz sind Überschaubar.Wald,See,Natur auch immer in der Nähe!

  • Maike sagt:

    Megatypisches Beispiel, wo die Kinder die Leidenschaft der Eltern ausbaden müssen: spielen kann man überall. Ja klar, aber auf einer Wiese geht es eben besser als am Strassenrand. Meist auch wesentlich gefahrloser.
    Nicht jedes braucht ein eigenes Zimmer – super wenn die 12 jährige mit ihrem 8 jährigen Bruder ein Zimmer teilen muss. Weil man sich halt in der Stadt für das Geld nur eine kleine wohnung leisten kann.
    Und wenn sie Kajütbetten toll gefunden haben, ist das noch lange kein Grund, das Ihre Kinder genauso gedacht haben.
    Die Läden haben länger geöffnet, sie besuchen öfters Konzert, Vernisages oder Bars. Und wie profitieren ihre Kinder davon – ausser das die Alten endlich aus der Wohnung sind ?

    • Lace sagt:

      Meike,also bitte!Jede Schweizer Stadt ist voll von Grünflächen,Parks,Spielplätzen,Seen ,Flüsse!An grün mangelt es hier nicht!Die Wohnungen/Häuser sind schon viel teurer,wer es sich leisten kann bleibt in der Stadt,sag ich mal provokant!;-)

      • Anh Toàn sagt:

        @Lace: Das find ich nicht mal provokant, letztlich haben alle ein Budget und die einfachste Formel ist, je weiter vom Zentrum (viel mehr den Arbeitsplätzen, als Konsummöglichkeiten) desto mehr m2 gibt’s fürs Budget.

      • Anh Toàn sagt:

        Die Frage bleibt, wie viel das Pendeln kostet. Ob eine oder zwei oder sogar auch die Kinder wohin fahren müssen. Das unterschätzt man gerne. Und die Kosten dafür könnten deutlich steigen.

  • U. Thürig sagt:

    Liebe Frau Schmid
    Diesen Landeiern haben sie es aber gezeigt. Die mit ihren Häuslein und den grünen Gärtlein, mit ihren Kindern, welche in eigenen Zimmern hausen und mit ihren Fahrrädern in zeckenübersähten Wäldern Hütten bauen müssen. Wirklich, es freut mich so für sie, dass sie am Puls der Zeit wohnen können, in der Innenstadt von Zürich, dort wo Trends gesetzt werden, dort wo es ab geht…

    • Lichtblau sagt:

      Nun ja, man kann auch in der Innenstadt von Zürich leben und einen Garten (ich weiss, die totale Ausnahme!) sowie eine genügend grosse Wohnung haben. So sind wir aufgewachsen und halt eben auch unser Kind. Trotzdem könnte ich mir ein Leben auf dem Land gut vorstellen. Dann aber eher à la Gotthelf in einem Bauernhaus mit Tieren und Gemüse vor der Hütte — und dem entsprechenden Verzicht auf städtische Zerstreuungen und kurze Wege. Und dann gibt es noch das Häuschen oder die Blockwohnung in der Agglo: nochmal zwei völlig verschiedene Entwürfe. Ist doch toll, dass Auswahl besteht.

  • Simon Affentranger sagt:

    Hier eine wunderbare Passage dazu von Helen Klaar (Interview):
    „Vom Hausbauen würden Sie abraten?“
    „Natürlich. Nur weil es billiger ist, an die Peripherie zu ziehen, wo man Schnee schaufeln und Auto fahren muss, um ein Packerl Biskotten zu kaufen – das kann nicht gutgehen. Auch den Kindern gefällt das höchstens zehn Jahre lang. Aber den Traum vom Grünen kann man den Leuten leider schwer ausreden.“
    https://pagestrip.com/de/datumsdz/mV07Yy0j/republik/?page=10

    • Aquila Chrysaetos sagt:

      Weiss nicht ob das immer stimmt. Mir gefiel die Peripherie länger als 10 Jahre und ich bin meinen Eltern heute noch dankbar, dass wir von der Stadtwohnung in ein EFH in einem netten Vorort gezogen sind.

    • Anh Toàn sagt:

      „Auch den Kindern gefällt das höchstens zehn Jahre lang.“ Und wenn es denen nicht mehr reicht in der Provinz, sind die gross genug, selber die Distanzen zu überwinden, mit Fahrrad und ÖV:

      Ich werde es sehen, wir ziehen gerade um, an den Rand eines kleinen Städtchen, wo es alles gibt, was man täglich braucht (Alle Grossverteiler, Schulen, Badi) und gute ÖV Anbindung (15-20 Minuten) in die, für CH Verhältnisse, grosse Stadt.

  • Mireille sagt:

    Wir sind beide in der Stadt aufgewachsen, wir wohnen mit unseren Kindern immer noch in der Stadt in einem Familienquartier und arbeiten in der Stadt. Der kurze Arbeitsweg (= mehr Zeit für die Familie), die vielen Spielplätze ums Haus, der siedlungseigene Spielplatz, kurze Kindergarten- und Schulwege.. Ja, wir sind wirklich privilegiert. Wohneigentum in der Agglo stand auch mal zur Diskussion, jedoch wüsste ich nicht, wieso wir all diese Vorteile aufgeben sollen. Ich bin einfach nur dankbar, dass wir so leben dürfen.

  • Labskaus sagt:

    Wir sind eh grad kurz nach der Geburt unserer Tochter umgezogen, wegen der Arbeit und nicht ihretwegen. Wir sind von einer Mietwohnung in der Agglo ins Eigenheim ins Dorf. Wie schon vielfach angemerkt, geht es halt darum, dass man sich in der Stadt kein Eigenheim leisten kann. Wir geniessen es, dass wir jetzt machen können, was wir wollen. Keine nervigen Nachbarn, die meckern, wenn man um 22.05 über den Flur geht oder wenn man am Sonntag ein paar Löcher in die Wand bohrt 🙂 unsere Tochter geht jeden Tag auf die Suche nach all den Nachbarskatzen und wenn sie Lust auf Baden hat, wird schnell der Gartenschlauch rausgeholt und das Planschbecken gefüllt. In der Innenstadt sind wir in 15 Minuten (ÖV oder Auto), der Bauernladen hat 24/7 alles was man braucht. Nein, wir wollen nicht wieder zurück

  • Lala sagt:

    Hier wird wieder mal die „Aglo“ mit dem „Land/Dorf“ verwechselt, dass mag heutzutage zwar von der Distanz her keinen grossen Unterschied mehr machen, aber in einem (funktionierenden) Dorf findet man nun mal Läden, Vereine, Restaurants und allg. etwas Infrastruktur während es in der Aglo oft nur einen Bahnhof gibt da alles stark nach der Stadt ausgerichtet ist.

    Ich bin „vom Land“ in ein kleines Städtchen gezogen. Kann ich nur empfehlen, der Wald und Fluss sind keine 10 Minuten zu Fuss entfernt und gleichzeitig ist am Abend ein bisschen was Los, es gibt bei Bedarf auch eine Kunstszene, Kino u.s.w..
    Will man richtig Rambazamba sind die Bahnverbindungen nach Basel/Zürich ebenfalls ausgezeichnet und die Züge fahren die ganze Nacht und die Mieten sind auch erträglich.

    • Lichtblau sagt:

      Obwohl wir immer in Zürich gewohnt haben, kenne ich auch das Konzept „kleines Städtli“: Je nach Lage (am See oder Fluss) ist das gerade für Kinder sehr schön. Nur: Auch im Städtli meiner Vorfahren hat mittlerweile die Gentrifizierung Einzug gehalten, die kleinen Läden wurden innert kurzer Zeit von allseits bekannten „Filialen“ übernommen. Für uns Kinder war das Städtli damals noch das in den meisten Ferien besuchte Paradies mit vielen Spielkameraden. Heute gibt es dort deutlich weniger Kinder.

  • Katharina sagt:

    Wir leben in einem 1000-Seelen Dorf. Als unsere Tochter klein war, wollte sie hier nie weg, die schlimmste Beleidigung für ein anderes Kind war „Stadtkind“. Ganze Tage ohne Aufsicht am Bach, im Wald, nur zum Essen kamen die Kinder heim. Das war unglaublich schön für sie und sie schwärmt noch heute als Erwachsene von ihrer freien Kindheit. Ab Pubertät dann wollte sie nur noch weg, und mit 19 zog sie zum Studieren nach Zürich. Dort lebt sie jetzt und fühlt sich wohl. Aber sollte sie mal Kinder haben, würde sie sich eine ähnliche Kindheit für die wünschen wie sie gehabt hat. So ändern sich die Ansichten……

  • Lisa sagt:

    Vielleicht muss man auch etwas unterscheiden zwischen „Haus im Grünen auf dem Dorf“ und „Haus im Grünen in der Agglo“. Letzteres ist zwar näher an der Stadt dran, ist aber nicht richtig Dorf und nicht richtig Stadt. Irgendsowas halbherziges. Dann lieber richtig in der Stadt oder richtig auf dem Land. Wobei es für Menschen, die selbst in der Stadt aufgewachsen sind, schon ein Kulturschock sein kann wenn man sich plötzlich auf dem Dorf wiederfindet. Was in den Ferien so schön und idyllisch war, entpuppt sich schnell mal als eintönig, wenn man den Trubel der Stadt gewöhnt ist. Viel wichtiger aber ist, dass man in der direkten Nachbarschaft Familien mit Kindern hat – egal ob in der Stadt oder auf dem Land. Was nützt das hübsche Haus im Grünen, wenn das Kind fussläufig keine Gspänli findet.

  • Elias Truttmann sagt:

    Das ist alles gut und recht, wenn Mama (und Papa?) lieber in der Stadt wohnen wollen. Die Kinder dafür vorschieben muss man aber eindeutig nicht. Die Frage ist nicht ob „die Stadt Kinder braucht“, sondern brauchen Kinder die Stadt? Da kann man geteilter Meinung sein, sehr viele Eltern neigen offenbar immer noch zu einem „Nein“.

  • tommaso sagt:

    Wir sind beide auf dem Land aufgewachsen und, kaum flügge, in die Stadt gezogen. Dort sind wir geblieben, eigene Familie inklusive, und möchten nie mehr etwas anderes. Die Menschheit sollte in Städten leben und das Land der Natur und den Bauern überlassen. Ok, die eine oder andere Velo- oder Wandertour darf schon sein…

  • Franco Benedetto sagt:

    Wir sind zugewandert aus Venezuela. Wir finden die Politiker machen sehr vieles gut. Kein Vergleich mit Venezuela. Die Menschen küssen sich 3 mal auf die Wange. Wir wissen gar nicht warum…man spührt keine menschliche Wärme im Volk. Eigentlich sollten die Kinder die Hauptdarsteller einer Zivilisation sein. Sind die aber nicht! Die Hauptdarsteller sind die die Handys, die Autos, die Zigaretten, die Sexualität, die Mountenbiks…sogar die Hunde sind die grösseren Hauptdarsteller als die Kinder. Es ist Sommerzeit….wir sehen keine alten Leute mit ihren Enkeln. Alle fühlen sich gestört wenn ein Kind irgendwo schreit oder weint. Mein Mädchen spielte auf dem Golfplatz. Ein alter Sack drohte mit der Polizei sollten wir nicht abhauen (wörtlich). Was für eine kranke verachtende Gesellschaft!!

  • 13 sagt:

    Was heisst hier „Traum vom Grünen“‚ Die meisten Stadtliebhaber, die ich kenne, sind aus reinem Pragmatismus aufs Land gezogen. Wir auch. Meine 4jährige war gestern Nachmittag den ganzen Tag draussen, nicht im Garten, richtig draussen, mit ihren Geschwistern. In der Innenstadt wäre so etwas schon verkehrstechnisch undenkbar. Also müsste man eh in die Agglomeration. Da kommt dann die finanzielle Frage: Miete ich für 3’000 eine alte 4-Zimmerwohnung in der Agglomeration, wo ich dann 20 Min mit dem Bus in die Innenstadt brauche oder ziehe ich aufs Land, bekomme ein EFH für 2’000 und brauche dafür 30 Min mit dem Zug in die Stadt? Wohl eher das zweite. V.a. da das eigene Zimmer irgendwann eben doch zum Bedürfnis wird.

    • 13 sagt:

      Womit man aber vielleicht aufhören könnte, ist Entscheidungen fürs ganze Leben zu treffen. Sie sind kurz nach der Matur weggezogen? Super. Warum auch nicht? Die Bedürfnisse einer 20jährigen unterscheiden sich ja logischerweise von denjenigen einer 6jährigen, da genossen Sie vielleicht das Landleben.
      Als Kinderlose liebte ich die Stadt, heute sind wir auswärts wohl, weil es gerade das Beste für unsere Kinder ist. Aber mir ist eigentlich jetzt schon klar, dass wenn die Kinder ausgeflogen sind, wir kein EFH mit Garten brauchen/haben wollen, sondern eine pflegeleichte Wohnung, möglichst wieder zentraler. Wir leben über 80 Jahre. Das muss doch nicht zwangsläufig immer am gleichen Ort sein.

      • JuliaP. sagt:

        Genau…und weils das beste für die Kinder ist, find ichs eben auch das beste für uns. Weil die da wo wir wohnen ab ca 3 Jahren allein durch die Gegend ziehen können, und ich nicht (mehr) mehrere Stunden pro Tag an einem Sandkasten in der Stadt hocke. Ich „nuusche“ lieber im Haus herum und treff die Kinder ab und zu an, als dass wir, wie früher in der Stadt, fast an jedem Tag irgendwelche Ausflüge machen.

  • Stefan W. sagt:

    Eigentlich wäre es ja ganz einfach: Jeder soll nach seiner Façon glücklich werden. Ob man mit Kindern in seinem Wohnumfeld zufrieden ist, hängt ja nicht nur von Stadt oder Land ab, sondern auch von Spielmöglichkeiten, Nachbarn und der Anwesenheit von Familien mit etwa gleichaltrigen Kindern in der Nähe. Als Paar wohnten wir in einem Mehrfamilienhaus mit lärmempfindlichen Nachbarn an einer relativ vielbefahrenen Strasse in der Stadt, was kein Problem war, es war dafür verkehrsgünstig. Mit Kind wurde beides zum Problem und wir fanden ein Haus in einem Dorf in einer Quartierstrasse mit mehreren jungen Familien, was super war: Die Kinder konnten einfach raus, irgendwer passte immer auf. Jetzt mit Teenie-Kindern wäre man manchmal lieber wieder etwas zentraler. Fazit: Alles hat seine Zeit.

  • Lina Peeterbach sagt:

    Also vielleicht habe ich ja komische Kinder, aber meine spielen lieber im Garten, als mich auf Vernissagen, an Konzerte und in Bars zu begleiten?!

  • Lina Peeterbach sagt:

    Ich denke bei vielen Familien geht es auch ums Geld: die Mieten im städtischen Raum für familientaugliche Wohnungen sind so hoch, dass sich viele Eltern eben überlegen, ob es nicht mehr Sinn macht, das viele Geld in etwas Eigenes zu stecken – zumal im aktuellen Zinsumfeld. Wohneigentum hingegen ist im Innenstadtbereich absolut unerschwinglich, also geht man eben aufs Land.
    Rein aus Sicht der Kinder spielt es wahrscheinlich gar keine so grosse Rolle. Sie arrangieren sich einfach mit der Situation wie sie ist. Und Pech oder Glück kann man überall haben: nette oder doofe Nachbarn, viele oder weniger Kinder im Quartier etc.

    • Wähler sagt:

      Absolut richtig. Und wenn Sie in der Stadt bleiben möchten, müssen Sie auch unbedingt das richtige Quartier für die Kinder wählen, und die sind meisstens teurer. Im falschen Quartier können Sie ihre Kinder in keinem Fall allein nach draussen lasses, und schon gar nicht unbeaufsichtigt Freundschaften schliessen.

    • Wähler sagt:

      Absolut richtig. Und wenn Sie in der Stadt bleiben möchten, müssen Sie auch unbedingt das richtige Wohnquartier für die Kinder wählen, und die sind meisstens teurer. Im falschen Quartier können Sie ihre Kinder in keinem Fall allein nach draussen lassen, und schon gar nicht unbeaufsichtigt Freundschaften schliessen lassen.

  • Peter Vogel sagt:

    Auch wenn viele sagen, dass es nicht aus finanziellen Gründen passiert glaube ich dennoch, dass dies der Fall ist.
    Wo findet man denn in der Stadt noch eine 4-Zimmerwohnung für unter 2000.-

  • Piotr Treichel sagt:

    Jeder, der auf dem Lande oder auf dem Dorf aufgewachsen ist, der hat für sein ganzes Leben „Sonne“ getankt. Wer nicht versteht, dass es für Kinder das Größte ist, auf Bäume zu klettern, mit dem Fahrrad durch den Wald zu fahren, in Scheunen zu spielen und zu wissen, wann die Bäume blühen und die Felder welche Früchte tragen, der hat Einiges verpasst.-Nun gut, man kann in der Stadt auch auf Friedhöfen spielen.

    • Lisa sagt:

      Ich bin ein Grossstadtkind, fuhr mit dem Velo zum Baggersee (mitten in der Stadt!), hab im Wald Hütten und im nahen Bach Staudämme gebaut. Wir hatten einen Kirschbaum im Garten und einen Hasenstall in der Nachbarschaft. Und mein Schulweg führte mich tatsächlich über den Friedhof. Nur weil man ein Stadtkind ist, lebt man nicht zwingend in einer grauer Umgebung. Nun gut, man kann im Dorf auch… nein, ich sags jetzt nicht… Sondern: Hauptsache, Kinder fühlen sich wohl. Egal wo.

      • Lichtblau sagt:

        Ganz ähnlich habe ich meine Kindheit in Erinnerung. Spielen im sicheren Hinterhof oder auf den Spielplätzen am See, schwimmen in der wenige Schritte entfernten Badi Utoquai, einkaufen in den zahlreichen Quartierläden und der Wald war auch nur einen Katzensprung entfernt. Und erst die Exkursionen über die Dächer der „Blockrandbauten“: Fast wie im Kinderbuch „Die Turnachkinder“ — nur viel später.

  • Peter Ringger sagt:

    Ich beobachte in meinem Umkreis, das viele auf dem Land aufgewachsene Kinder als Erwachsene in die Stadt ziehen und umgekehrt. Viele wollen, was sie als Kind nicht hatten. Ich bin da keine Ausnahme und fühle mich auf dem Land jetzt sehr wohl. Ich wohne direkt neben dem Schulhaus und dem Kindergarten und kann beobachten, das hier Elterntaxis die absolute Ausnahme sind, gut für die Umwelt. Land und Stadt zu vergleichen ist wie die Sache mit den Äpfeln und den Birnen. Es ist eben nicht besser, einfach anders und passt dann je nach eigenem Bedürfnis. Das Argument mit dem Reiseweg stimmt jedoch nur, wenn man mitten in der City wohnt. In den Aussenquartieren der Städte ist meist auch nicht viel los und mit dem und die Reise ins Zentrum kann fast so lange oder sogar länger dauern wie vom Dorf.

  • Cédric Ruckstuhl sagt:

    Naja, sobald man Kinder hat stellt sich dann eben schnell die Frage, ob man sie in die schon weitgehend kulturbereicherte städtische oder nicht lieber in die ländliche Schule schicken will. Die meisten Eltern entscheiden dann nicht im Sinne der ideologischen Kriterien des herrschenden Mainstreams, sondern möchten für ihre Kinder etwas Besseres.

  • Beni sagt:

    Die Stadtregierung tut ja auch nichts, um Familien in der (Innen-)Stadt zu halten: Kein Freiraum, motorisierter Verkehr ohne Ende durch die ganze Nacht – gerade auch in den „Fussgängerzonen“, klägliche Spielplätze übersäht mit Scherben & Zigistummel und
    7x24h Party, Party, Party. Vor dem Zürifäscht gab es bei uns vor dem Schlafzimmerfenster jeden Abend Theater bis 23:00, danach Grillspass bis in die Nacht. Dann kam das Zürifäst, heute Nacht Filmdreh (01:00-03:00), bald Streetparade und Dörflifäscht und dazu (illegaler) Lieferwagenverkehr nonstop. Ich bin sehr lärmresistent, aber irgendwo gibt es Grenzen. Die Stadtregierung muss jetzt entscheiden, ob Zürich ein Wohnort für Menschen mit Familien sein soll oder eine nonstop-Festhütte für Agglotouristen. Uns reichts.

    • Peter Vogel sagt:

      Kein Ahnung wo in Züri du wohnst aber in 99% der Stadt ist das nicht der Fall. Das Problem sind die völlig überteuerten Wohnungen.

  • Fritz Bünzli sagt:

    Viel Vergnügen an diejenigen Eltern, die mit Teenagerkindern auf dem Land leben: Monatliche Taxidienste an den Wochenenden (in Abwechslung mit anderen Eltern), damit die Kinder nach dem Ausgang sicher nach Hause kommen 😉

    • Fritz Bünzli sagt:

      Viel Vergnügen auch an die Kinder, die sich (später dann) die immer gemütliche Heimfahrt im Nachtbus gönnen dürfen.
      In unserem Fall bietet die Stadt: Zahlreiche städtische Parkanlagen, viele kulturelle Angebote (für Gross und Klein), flächendeckende und bezahlbare Betreuungsangebote für Kinder im Vorschul- und im Schulalter, verkehrsberuhigte Quartierstrassen, ausgezeichnetes ÖV-Angebot und ein international bekannter Fussballverein 😉

      • Problemfan sagt:

        Zurück ins Banlieu meiner Jugend dauerte es, auf dem Velo das wir dem Städter klauten, 25 Minuten. Wir waren dann allerdings so nett es vor dem Polizeiposten abzustellen und danach noch 15 Minuten zu Fuss zu gehen. Gut, damals gab es auch noch keine Nachtbusse, aber die Eltern bemühen? No Way!

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      Auch auf dem Land fahren reguläre Taxis.

      • Lala sagt:

        Wow, da hat aber jemand Ahnung.

        „Landkinder“ lernen meist schnell Roller + Autofahren. Wir haben uns damals im Freundeskreis einfach abgewechselt.
        Es fahren übrigens auch Nachttaxis von den etwas wichtigeren Bahnhöfen in die umliegenden Gemeinden und die haben herzlich wenig mit dem Nachtbus zu tun und auch den überlebt man übrigens Problemlos.

    • Röschu sagt:

      @Fritz Bünzli
      Naja, es geht auch anders, wenn die Eltern denn genügend Vertrauen in ihre Kinder haben.
      .
      Ich bin auf dem Land aufgewachsen, war regelmässig Abends/Nachts in der Stadt unterwegs und habe kein einziges Mal ein „Elterntaxi“ in Anspruch genommen. Und dies obwohl damals das ÖV-Angebot noch keineswegs so gut ausgebaut war, wie es dies heute ist.
      .
      Das Motto „Nach Hause kommt man immer irgendwie“ hat sich bis heute bewährt.

    • Eveline sagt:

      Ich war ein Teenager auf dem Land – dort gibt es Nachtbusse 😉 Man hat halt nicht alle 5 Minuten einen Bus, aber auf ein Elterntaxi waren wir definitiv nie angewiesen.
      Und bevor jemand sagt, es sei unsicher: Es ist ein Nachtbus. Mit einem Chauffeur. Und anderen Passagieren.

    • 13 sagt:

      Hmmm, Teenager 1x im Monat irgendwo abholen vs. 2-3 Jahre täglich in den Kindergarten und Schule begleiten (im Elterntaxis oder zu Fuss), weil sie über 7 grössere Strasse müssen….lasst uns mal rechnen…

      • sonic sagt:

        @13: naja die meisten Kinder in der Stadt gehen alleine und zu Fuss in den Kindsgi. Und die, welche begleitet werden, würden das oft auch auf dem Lande..

    • Martin Frey sagt:

      @Bünzli
      Ich fahre jeden Tag auf meiner Fahrt aus meiner eher ländlichen, kleinen Agglo-Gemeinde an einem Schulhaus einer grösseren Stadt vorbei. Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so viele Elterntaxis gesehen wie dort sich jeden Morgen aufreihen. Nur so.

    • Fritz Bünzli sagt:

      Nach Hause kommt man immer, ich hatte es aber lieber, wenn ich kurz zu Fuss oder mit dem Velo, zu meiner gewünschten Zeit nach Hause konnte und nicht auf Eltern, Taxi, Bus oder Zug angewiesen war.

      Gefährliche Schulwege kenne ich eher aus ländlichen Gemeinden, in denen jede Familie zwei bis drei Autos besitzt und Tempo 30-Zonen als Bedrohung der eigenen Freiheit betrachtet werden. Die Stadt in der ich lebe bietet Velofahrenden und Fussgängern (Erw. und Kindern) idR eine grosse Auswahl an verkehrsberuhigten Strassen.

      Die Sichtweisen, wie man Städte oder Dörfer wahrnimmt, unterscheidet sich sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen je nach Persönlichkeit.

  • Sportpapi sagt:

    Die Stadt Zürich erlebt ja gerade eine regelrechte Bevölkerungsexlosion, gerade was Schulkinder anbelangt. Offenbar ist das wieder in.
    Ändert nichts daran, dass nicht wirklich überzeugende Argumente angeführt wurden, warum man mit Kindern in der Stadt leben sollte. In jeder Wohnsiedlung auf dem Land ist es genauso. Und etwas Felder und Wälder in erreichbarer Distanz ist ja auch nicht schlecht.
    Aber es geht ja offensichtlich auch nicht um die Kinder, denn deren Bedürfnisse wie z.B. ein eigenes Zimmer, früher oder später, werden sowieso nicht als wichtig eingestuft.

  • Thuerig sagt:

    Ich stimme ihnen in vielem zu. Kinder brauchen vor allem Kinder, und die lernen sie in einem verdichteten Quartier besser kennen. Dass Kinder in der Stadt jedoch nicht alleine in die Schule gehen können, stimmt zum Glück weitgehend nicht, auch nicht in der Stadt Zürich.

    • Maike sagt:

      Man könnte auch noch weitergehen und behaupten, andere Kinder pysisch kennen zu lernen, in Feld Wald und Wiese rumzutoben, Baumhäuser zu bauen, unbekannte dinge zu entdecken – ist dank Intrernet und sozialen Medien ein Auslaufmodell.
      Wenn ich Tausende von Followern habe, habe ich doch Freunde ohne ende, Mind Machines als App fördert meine Entdeckerlust usw. – was brauche ich da noch die reale Umwelt ? Ist zudem doch alles viel viel ungefährlicher !

  • Philipp sagt:

    Endlich schreibt jemand einmal die Vorteile der Stadtmit Kinder auf!
    Uns geht es in Bern mit unseren Kindern genauso. Einige Bekannte wollen ins Grüne und wohnen nun soweit weg, das spontane Treffen unmöglich sind. Andere Bekannte trifft man spontan im Quartier, geht auf den Spielplatz oder ins Museum, super. In ubserem Innenhof mit 8 Häusern und 40 Parteien gibt es über 16 Kinder, das Spielen mit den anderen ist für unsere Kinder toll.

    • Thomas sagt:

      Das gibt es auf dem Land auch, dass man in der Siedlung einen Gemeinschaftsspielplatz hat. Das Mittelland ist eine einzige Agglomeration. Ländliche Gegenden gibt es in Tourismusfreien Gebieten, also nicht in der Schweiz.
      Wir waren in der Situation, dass wir keine bezahlbare Familienwohnung in der Stadt gefunden haben.

  • Silvia sagt:

    Viele Menschen, die sich in den 1970er Jahren auf dem Land niedergelassen hatten, kehrten in die Stadt zurück! Das gleiche passiert heute. Es ist naiv sich vorzustellen, dass es uns auf dem Land besser geht, wenn wir in der Stadt arbeiten. Es gibt die hin-und herfahrt man geht früh weg und kommt spät zurück. Kinder sind alleine. Hinzu kommt die Realität von 50% Scheidungen. Meistens kann sich keiner der Ehepartner leisten, das Haus zu behalten. Also verkaufen sie und gehen zurück in die Stadt. Landgebiete sind gut für diejenige die dort geboren sind und arbeiten. Nicht für Stadtbewohner. Es ist so ein „Ideal“ welches aber in der Realität keines ist.

    • Thomas sagt:

      Die Schweiz ist eine einzige Agglomeration. Wenn man in einer Stunde von Zürich nach Bern fahren kann, dann das näher, als Seebach mit Wollishofen.

      • Maike sagt:

        Man rechne liebe Silvia – wer in den 70igern auf’s Land gezogen sind, sind jetzt sicher oberhalb von 60 Jahren. Und da legt man Wert darauf, das man vermehr Dinge ohne ein auto erledigen kann, auf kurze Wege zum Einkaufen und zum Arzt.
        Deswegen zieht es Ältere wieder zurück in die stadt. Nicht wegen der neuen tollen Clubs…

      • Silvia sagt:

        Maike : ich spreche von solchen die innerthalb von ein paar Jahren wieder zurückgekommen sind, nicht von denen die im Alter wiedergekommen sind.

    • Sev Schneider sagt:

      Warum soll das Land nicht gut für Stadtmenschen sein? Irgendwie werde ich aus Ihrem Gedankengang nicht schlau. Man kann auch auf dem Land leben und dort arbeiten (mache ich so, als gebürtiger Stadtzürcher), so ganz ohne Pendelstress. Mit irgendwelchen Idealen von Kuhglocken und blühenden Wiesen hat das reichlich wenig zu tun. Ich mag einfach nicht so viele status- und konsumorientierte Menschen um mich herum haben 😉

  • Martin Frey sagt:

    Ich habs extra gezählt: sagenhafte zwanzig Mal kommt der Begriff „ich“ in diesem ziemlich kurzen Text vor, vier Mal der Begriff „wir“. Und genau ein Mal, im letzten Abschnitt, wird auf das Kind Bezug genommen.
    Ja, ich habe jahrzehntelang in der Stadt gewohnt, bin dann wie viele in die Agglo gezogen weil es schlicht keinen angemessenen, stemmbaren Wohnraum für die werdende Familie gab. Wir haben es nie bereut.
    Klar, die Bedürfnisse verändern sich im Verlaufe des Lebens. Aber bei allen Bedürfnissen für Bars, kulturelle Anlässe usw. sollte man nicht die Bedürfnisse anderer vergessen.
    „Zumal Kinder ja überall spielen können und nicht jedes ein eigenes Zimmer braucht.“
    Diese Aussage ist typisch, aber schon fast menschenverachtend. Selbst wenn weltweit Mio. Kinder so aufwachsen.

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      Meine Gedanken. In diesem Beitrag geht es ausschliesslich um die Egobedürfnisse der Eltern. Kinder kommen unter ferner liefen.

    • Cybot sagt:

      Na ja, in die Agglo ziehen ist nicht das gleiche wie aufs Land ziehen. Die Agglo ist kein Dorf, sondern eher Teil der städtischen Welt. Für uns ist das übrigens auch der ideale Kompromiss. Gartenpflege ist auch nicht meins, man ist schnell in der Stadt (den Zug zu erwischen ist wirklich kein Problem, wenn man 6 pro Stunde hat, in der Stosszeit noch mehr), aber ebenso schnell im Grünen oder im Wald. 10 min vom HB kann halt einfach nicht jeder wohnen, nicht nur wegen der Preise.

      • Martin Frey sagt:

        Das Gros der Schweizer wohnt in der Agglo. Nicht in der Innercity, und auch nicht auf der Göscheneralp. Das sollte man nicht vergessen.
        Wobei Agglo auch nicht gleich Agglo ist, genauso wenig wie Stadt gleich Stadt. Auch da differenziert der Beitrag zuwenig.

    • Carolina sagt:

      Menschenverachtend ist schon etwas anderes, Martin! Der Begriff ist für mich genauso weit hergeholt wie der Inhalt des Artikels. Warum soll es bezüglich Wohnens mit Kindern etwas besseres bzw schlechteres geben? Es ist höchstens anders und es erschliesst sich mir überhaupt nicht, warum eines dem anderen vorzuziehen ist. Es gibt soviele unterschiedliche Gründe und persönliche Präferenzen, warum Menschen wohnen, wo und wie sie wohnen – glücklich (oder unglücklich) ist letztlich eine Frage der Einstellung.

      • Martin Frey sagt:

        @Carolina
        Ich finde es schon ein Stück weit menschenverachtend, wenn man einem Kind kein eigenes Zimmer zugestehen möchte (für mich ein Grundbedürfnis, sofern es die Möglichkeiten zulassen) nur um selber nicht auf Bars und Vernissagen in Gehdistanz zu verzichten. Nur soviel: kenne das selber leider nur zu gut.
        Ich finde es auch nicht kindsgerecht zu sagen, Kinder können überall spielen. Denn es gibt Orte die geeigneter sind als andere. Dass es weltweit Kinder gibt die auf Müllhalden spielen ist hierzulande ein schlechtes Argument.
        Kinder kommen mit vielem zurecht, aber die Haltung hinter diesen Worten hat mich gelinde gesagt etwas erschüttert.
        Obwohl ich mir die zugegebenermassen drastische Aussage der „Menschenverachtung“ länger überlegt habe, ganz falsch finde ich es nicht.

      • Carolina sagt:

        Sorry, Martin, aber auch wenn ich in der Schweiz lebe und meine Kinder hier grossziehe: ein Grundbedürfnis auf eigenes Zimmer besteht für mich nicht. Und die etwas simple Kausalkette ‚kleinere Wohnung – kein eigenes Zimmer für jedes Kind – dafür können Mami und Papi ständig in der Bar hocken‘ ist ja nun wirklich genau das: simpel.
        Dass Kinder auf Müllhalden spielen müssen in anderen Ländern kommt ganz sicher nicht von mir – das ‚Argument‘ halte ich für absurd. Aber ich habe schon das Gefühl, dass Eltern vor lauter Wohlstand bei uns schon sehr schnell von anderen abgeurteilt werden, weil sie sich angeblich selbstverwirklichen, obwohl sie ja – wie hier angeführt – aufs Land/in die Agglo zügeln könnten. Für die Kinder sind andere Dinge in der Regel wichtiger!

      • Martin Frey sagt:

        Das sehe ich etwas anders, Carolina.
        Kinder haben soweit es uns möglich ist einen Anspruch auf Intimität und Privatsphäre, genauso wie wir Erwachsenen auch. Umso älter die Kinder werden, umso wichtiger ist dies. Sie legen sich ja auch nicht mit der Nachbarin ins selbe Zimmer schlafen, nur weil es praktischer oder günstiger kommt… 😉
        Der Anspruch auf Privatsphäre (oder eigenes Zimmer) ist natürlich nicht absolut. Es gibt auch in der CH Leute die zu sechst in einer Dreizimmerwohnung hausen. Meist aber aus der Not geboren, was ich verstehen und akzeptieren kann. Wenn es aber nur dem Eigeninteresse der Mutter dient, und diese für ihre Bequemlichkeit mit einem Achselzucken dem Kind dieses prinzipielle Anrecht auf Intimität und Privatsphäre nimmt, dann habe ich Mühe.

    • tststs sagt:

      „Ich habs extra gezählt: …““n diesem Beitrag geht es ausschliesslich um die Egobedürfnisse der Eltern. …“
      Ja, und das ist ein Problem?
      Wenn Liebe, Obdach und Nahrung geregelt sind, spielt es für ein Kind nun wirklich keine Rolle, wo es ist. (Kinder sind da halt schon es bitzeli flexibler als wir).

      • Martin Frey sagt:

        @tststs
        „Wenn Liebe, Obdach und Nahrung geregelt sind, spielt es für ein Kind nun wirklich keine Rolle, wo es ist.“
        Das sagen Sie. Und das sagen Leute für gewöhnlich, die sich wenig mit kindlichen Bedürfnissen auseinander setzen.
        Natürlich sind Kinder anpassungsfähig, und können sich oft mit Situationen arrangieren wenn sie selber keine Wahl haben, oder wenn sie nichts anderes kennen. Situation, die wir selber nie akzeptieren würden.
        Was aber nicht heisst, dass seine Bedürfnisse berücksichtigt sind. Kindliche Bedürfnisse sind schon etwas mehr als nur Nahrung und Obdach, meinen Sie nicht? Zumindest in einem Land wie in der Schweiz sollten Eltern darüber hinaus sich ein paar Gedanken machen. Weil sie es können. Es gelten hier etwas andere Massstäbe als in den Slums von Mumbai.

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