«Gut zu wissen, dass man nicht allein ist»

Happy Birthday, Mamablog! Wir freuen uns über Lob und Anregungen von Persönlichkeiten, die mit dem Mamablog in Verbindung stehen – und sagen Danke!

«Auf dass der Mamablog die nächsten 100 Jahre hilft, aufdeckt und Mut macht»: Steffi Buchli. (Foto: Mattis Kummer)

Der Soundtrack zum Mamablog ist für mich «You are not alone». Ich finde mich in den gesetzten Themen wieder. Es tut gut, zu wissen, dass andere Familien ähnliche Themen haben.

Familie, Kinder, Elternsein, Frausein, Frau-Mutter-Managerin-Sein… Der Stoff für Blogs zu diesen Themen wird uns nie ausgehen. Weil wir immer wieder zweifeln, weil wir immer wieder wie der Esel am Berg stehen, weil wir immer wieder «Leidensgenossen» suchen. Ich wünsche allen Autorinnen nur das Beste! Auf dass der Mamablog die nächsten 100 Jahre hilft, stützt, aufdeckt, ankreidet, Mut macht und Freude bereitet. Persönlich ist mir das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf sehr wichtig. Es stellt Mütter und Väter gleichsam immer wieder vor grosse Herausforderungen, weshalb es nicht genug Blog-Posts zu diesem Thema geben kann.

Steffi Buchli ist Programmchefin des TV-Senders MySports und arbeitete zuvor als Sportreporterin.

Markus Theunert

Was, der Mama-Papa-Blog ist schon 10 Jahre alt? Alles Gute zum Geburtstag – und die besten Wünsche für die anstehende Pubertät. Avantgarde seid ihr jetzt nicht mehr. Aber immer noch die wohl prominenteste Plattform für Elternthemen. Auch nach 10 Jahren gelingt es euch immer wieder, überraschende Fragen und heisse Eisen rund um Elternschaft aufzugreifen – zuweilen ganz praktisch und alltagsnah, zuweilen hochpolitisch und sehr grundsätzlich. Die rege Nutzung der Kommentarfunktion zeigt, dass ihr oft einen Nerv trefft.

Ich wünsche dem Mama-Papa-Blog, es möge weiterhin gelingen, Elternschaft nicht bloss als privates Unterfangen darzustellen, wie dies in der Schweizer Politik noch viel zu häufig getan wird. Ob Elternschaft gelingt, hängt ganz massgeblich von den Rahmenbedingungen ab, die für Eltern bereitgestellt werden. Und die sind in der Schweiz nach wie vor dürftig bis lausig. Ich wünsche dem Mama-Papa-Blog den Mut, dies immer wieder anzusprechen. Gern auch noch ein bisschen deutlicher. Frecher. Rebellischer. Ja, wilde Teenagerjahre, die wünsche ich euch!

Markus Theunert ist Psychologe und einer der bekanntesten Vertreter der Schweizer Männerbewegung.

Andrea Fischer-Schulthess

Der Mamablog ist auch nach 10 Jahren noch immer eine wichtige Navigationshilfe für Eltern. Damit die sich erkennen und weniger allein fühlen mit all den Nöten, Freuden und Peinlichkeiten, die mit dem ganz normalen Ausnahmezustand Familienleben einhergehen. Und das undogmatisch, persönlich und ehrlich. Denn genau diese ungeschönte, reflektierte und doch liebevolle Perspektive fehlt vielen Eltern leider noch immer im alltäglichen Gespräch mit anderen «Betroffenen».

Ich wünsche mir, dass der Blog da weiterhin Gegensteuer gibt, sich starkmacht dafür, dass Mütter und Väter und Paare und Alleinerziehende, Hausfrauen und Businessmütter, gleichgeschlechtliche Eltern, chaotische und strukturierte, gut schweizerische und gut andersnationale, magere und dralle und alle anderen fortgepflanzten Menschen nicht gegeneinander, sondern miteinander denken. Oder zumindest im friedlichen Nebeneinander.

Ich wünsche dem Mamablog alles Gute! Auf dass er weiterhin keine Berührungsängste hat, Tabus anspricht, unterhaltsam und doch scharfzüngig und schlau bleibt – oder auch einfach mal zum Brüllen lustig ist oder zum Heulen berührend. Cheers und Amen! In genau dieser Reihenfolge.

Andrea Fischer-Schulthess übernimmt ab Herbst 2019 die künstlerische Leitung des Theaterstudios Miller’s. Sie bloggte während vier Jahren für den Mamablog.

Andrea Jansen

Der Mamablog – er hat mich inspiriert, enerviert, mir Halt gegeben und war mitunter Miterzeuger von meinem Baby «Any Working Mom». Als ich erstmals für den Mamablog schreiben durfte, war das wie ein Ritterschlag – aber auch ein Befreiungsschlag für mich, meine Zweifel an diesem System einmal laut kundzutun. Dieses Gefühl wollte ich wiederholen: Der Samen für die eigene Plattform war gesetzt.

Speziell erwähnen möchte ich auch die engagierten, unerbittlichen, teils allwissenden Kommentarschreiber beim Mamablog – der Unterhaltungsfaktor war oft hoch, und die Autorin erhielt ein Gratistraining im Sich-Abgrenzen. Lieber Sportpapi: Ich gratuliere zu deiner Ausdauer, auch wenn wir nie in die gleiche Richtung rennen werden!

Andrea Jansen ist Journalistin und Herausgeberin von «Mal ehrlich by Any Working Mom» und dreifache Mutter. (Foto: Martina Strul)

Sportpapi

Als junger Vater bin ich vor Jahren auf den Mamablog gestossen – und hängen geblieben. In den Kommentarspalten tobte der Geschlechterkampf, und mit einer Mischung von Debattierfreudigkeit und Widerspruchsgeist stürzte ich mich ins Getümmel. Und bald schon gehörte ich zur Stammbesetzung, die quasi täglich die Klingen kreuzte und sich dabei doch auch auf eine spezielle Art näherkam.

Als Anhänger der «ernsten Inhalte aus Politik, Wirtschaft und Kultur» war ich gleichzeitig fasziniert von diesem neuen Blog, der viel Raum für Interaktion bot, aber auch irritiert darüber, dass auf dem Portal einer grossen Zeitung plötzlich die Regeln des Journalismus wie Ausgewogenheit, Distanz, Objektivität nicht mehr galten, auch und gerade wenn über politische Themen geschrieben wurde. Nach wie vor würde ich mir wünschen, dass zumindest die Papablogger hier ein Gegengewicht setzen würden.

Die Stärke des Mamablogs war für mich immer, dass hier nicht nur kommentiert, sondern miteinander diskutiert werden konnte. Die Grundlage war die umgehende Freischaltung der Beiträge der (Stamm-)Kommentierer. Leider musste (?) das geändert werden. Ich bedanke mich beim Mamablog für viele anregende Diskussionen – und hoffe dennoch, mich bald von dieser Sucht befreien zu können…

Sportpapi gehört mit bislang 26’620 Kommentaren zu den aktivsten Kommentarschreibern des Mamablogs. 

Judith Wittwer

Der Mamablog wird 10, meine ältere Tochter auch. Beide begleiten sie mich in unterschiedlicher Intensität durchs Leben. Die Themen sind aber oft identisch: ein Baby, das nicht schlafen will; ein Kleinkind, das trötzelt; ein Kindergarten-Mädchen, das plötzlich selbstständig wird; eine Schülerin, die kritische Fragen zu stellen beginnt. Bald fängt die Pubertät an. Wie sie der Mamablog wohl erlebt? Ich bin gespannt.

Judith Wittwer ist Chefredaktorin des «Tages-Anzeigers».

 

Margrit Stamm

Als Wissenschaftlerin ist der Mamablog für mich so etwas wie Feldforschung. Er ist am Puls der Zeit und bringt aktuelle Themen. Dass diese Themen die Leserschaft ansprechen und viel auslösen, wird auch an den teils mehr als 100 Kommentaren ersichtlich. Und besonders positiv finde ich, dass auch Väter schreiben. Die Themen sind praxisnah und überaus aktuell. Die Texte sind sehr gut geschrieben und regen zum Nach- und Weiterdenken an.

Ich wünsche mir von den Macherinnen und Machern des Blogs, dass sie weiter so dranbleiben, auch kontroverse Themen aufgreifen und diese im Sowohl-als-auch-Modus diskutieren. Aber auch, dass die teils sehr wertvollen Kommentare stärker aufgegriffen und in neuen Blogs verarbeitet werden. Ich wünsche mir vom Mamablog zudem mehr Kritisches zum Phänomen des traditionellen Mutterbildes, das in den 1980er-Jahren stecken geblieben ist und von vielen jungen Müttern internalisiert wird. Aber auch mehr Themen zur Vorbereitung auf die Mutterschaft. Sie konzentrieren sich in den Ratgebern meistens auf die körperliche, aber kaum auf die psychische und rechtliche Vorbereitung und schon gar nicht auf den kritischen Umgang mit dem Mama-Mythos. 

Margrit Stamm ist Erziehungswissenschafterin, Professorin, Buchautorin und Direktorin des Forschungsinstituts Swiss Education.

Helena Trachsel

Ich bin eine begeisterte Leserin des Mamablogs. Ich wünschte mir, den hätte es zu meiner aktiven Mutterzeit schon gegeben. Denn wir wissen aus der Pionierstudie «Warum Eltern Ratgeber lesen» von Christian Zeller, wie eng deren Entwicklung seit der Epoche der Aufklärung mit der modernen Kleinfamilie verwoben ist. Zeller arbeitet heraus, wie sich Eltern durch das Lesen von Ratgebern von der Prägung durch die eigenen Eltern distanzieren und so die Familienerziehung sensibler und kindbezogener gestalten.

Der Mamablog bearbeitet genau diese Entwicklung: Väter und Mütter lesen den Mamablog, um ihre Kindererziehung sensibler, kindgerechter und zeitgemässer zu gestalten. Die Artikel sorgen für Inspiration, Witz und Leichtigkeit im Alltag mit Kindern. Indem der Blog die Herausforderungen an den pädagogischen Zeitgeist so treffend auf den Punkt bringt, kann er Erziehende entlasten.

Ich wünsche uns Lesenden und Erziehenden weiterhin diesen topaktuellen Blog zu wichtigen aufkommenden Themen wie die verschiedenen Familienmodelle, die unbezahlte Betreuungsarbeit oder die Thematik der inkludierenden Sprache für alle Menschen.

Helena Trachsel ist Leiterin der Fachstelle für Gleichstellung.

Marius Tschirky

Ich lese den Mamablog täglich, weil er mich als Kindermusiker und Pädagoge interessiert. Meist wirft der Blog ungeschönt die echten Sorgen, Themen, Tatsachen und Fragen zum Thema «Kinder und Familie haben» auf – und gibt oft unerwartete, kreative Antworten darauf. Oder man merkt beim Lesen: «Ich bin nicht allein.» Und wenn ein solcher Blog dann noch unterhaltend und gut gemacht ist … Bingo!

Ich wünsche dem Mamablog, dass er mutig, unverwundbar und unverwüstlich bleibt und weiterhin auch Themen bespricht, die aus dem ganz normalen Alltagswahnsinn der Familien entspringen, dass er weiterhin nicht belehrend sein will, wahres Wissen und echte Erfahrungen auf unterhaltsame Weise transportiert und mit uns teilt.

Marius Tschirky ist Mitglied der Band «Marius und die Jagdkapelle» und Pädagoge.

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4 Kommentare zu ««Gut zu wissen, dass man nicht allein ist»»

  • Zwillingspapa sagt:

    Happy Birthday Mama-Papa-Blog.
    Lese ihn seit Anfang an und finde den Blog sehr spanned.

  • Enrico sagt:

    Freue mich mich auf die nächsten 10 Jahre Mamablog. Wenn sich die Mamas beginnen der Gleichstellung zu stellen und aufhören sich auf ihr in den achtziger Jahren stehengebliebenen Rollenbild zu zementieren.
    Also ihr Redaktorinnen, prost auf eure Selbstreflektionsfähigkeiten!

  • Maike sagt:

    Traut sich die Frau Buchli mit dieser Riesenbrille ernsthaft auf die Strasse ? Es gib sonne und solche Mode und die Brillenindustrie hat sich einen Hype verordnet, indem es generell Riesengestelle als den letzten Modeschrei kreiert hat um ihren Umsatz anzukurbeln. Ich warte auf den Tag, wenn sie wieder kleine Brillen bevorzugen – dann rennt wieder jeder zu seinem Optiker auf das die Kasse klingelt.
    Ach so. Vom Mamablog überblicke ich aktiv nur die letzten drei Jahre. Und das was so als ehemaliger Blog noch mit aufgeführt wird. Weiter so ! Kommt gut.

    • D.R. sagt:

      Ui nei, was ist den das für ein absurder Brillenkommentar??? Frau Bucheli, sie sehen super aus. Intelligent und modern… hip!
      @mamablog: Danke! Eine wundrvolle Sache. Freu mich auf die nächsten 10 Jahre.

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