Mama, wie hältst du's mit der Religion?

Spätestens, wenn Kinder alt genug sind, um Fragen zu stellen, sieht Mama sich mit der Gretchenfrage konfrontiert. Wobei die Kinder netterweise kein Bekenntnis zum Katechismus begehren, wie weiland Goethes Gretchen. In Verlegenheit bringen sie uns aber trotzdem, etwa so: «Mama, Asterix und Obelix sagen immer: Beim Teutates! Und die Römer sagen: Beim Jupiter! Und was sagen eigentlich wir? Und wo ist genau der Himmel? Hinter dem Weltall? Und wie kann Grossmami von dort auf uns runter schauen?»

gott

Und wo ist eigentlich die Frau? Michelangelos «Die Erschaffung Adams», 1510.

Ja, was sage ich als Vertreterin einer aufgeklärten, säkularen Gesellschaft, ohne Einbindung in eine Religionsgemeinschaft auf diese Fragen? Vielleicht: «Mein Gott, das weiss ich auch nicht!»

Angesichts des Nachwuchs, so zeigt ein Blick ins Umfeld, können tot geglaubte religiöse Wurzeln unvermittelt neue Blüten treiben: Paare, die sich noch nie über Religion unterhalten haben, streiten plötzlich darüber, ob ihr Kind getauft werden soll – und wenn ja, katholisch oder protestantisch. Mitunter führen die Diskussionen gar zu generationenübergreifenden Zerwürfnissen. So stimmte ein Freund jüngst etwas ratlos dem Wunsch seiner Frau nach einer traditionellen katholischen Taufe zu, worauf sein Vater, ein überzeugter Atheist, in Rage geriet und verlangte, man solle den Zweitnamen des Kindes, nach dem Grossvater benannt, gefälligst streichen.

Was auch immer wir glauben mögen, Kinder holen es aus uns heraus. Und verlangen mehr als spirituelle Unverbindlichkeit. Doch was, wenn der eigene Glaube vage ist, an keine verbürgten religiösen Riten gebunden? Die alte Mär vom bärtigen Gott im Himmel mit seinen Engelein wiederholen? Und wie bringt man das mit seinen eigenen, in meinem Fall vom Christentum distanzierten Auffassungen in Einklang?

Drum jetzt die Gretchenfrage an Sie, liebe Leserinnen und Leser: Wie halten Sie es mit den Kindern und der Religion? (mcb)

204 Kommentare zu «Mama, wie hältst du's mit der Religion?»

  • Friedrich sagt:

    99 Prozent der Religionen haben zu Gunsten ihrer selbst die wichtigsten Themen und Geheimnisse des Lebens nie ihren Anhängern erläutert und erklärt. Demnach möchten sie uns blind halten damit wir Gott nie persönlich kennenlernen und somit von Ihnen abhängig sind. Es ist eigentlich egal zu welcher Religion Du angehörst, zur spirituellen Erkenntis wird Dich keine führen. Trotzdem denke ich, können Dir die Religionen etwas geben. Ist es nicht wunderschön, meditativ in einem dieser Gotteshäuser zu sein? Oder sich in der Liebe und Vergebung zu üben? Und sind sie heute doch auch eher karitativ tätig. Aber eben, vieles muss man sich von sonst wo holen und sich irgend wie zusammenschustern… zum beispiel mit Osho!
    Aber eben, grundsätzlich ist jedes Glaubens- und Gesellschaftssystem zu meiden da es die individuelle Schönheit eines jeden Menschen zerstört. Und mit diesem Verlust der Liebe, können wir auch nicht mehr das Göttliche nachvollziehen. Seid offen mit den Kindern und zeigt ihnen die verschidenen Möglichkeiten. Der wohl grösste Fehler wäre, ihnen etwas zu lehren, von dem Du selbst keine Ahnung hast. Sei wenigstens so ehrlich und überlasse in dem Fall den spirituellen Weg Deinem Kind. Es wird selbst erkennen, was gut ist für ihn und was nicht. Denn sie sind intelligenter als man denkt. Sie sind unsere Zukunft.

  • Jo Mooth sagt:

    Ich sage Kindern, dass ich an keinen Gott glaube. Ich würde ihnen auch nie die Märchen vom Osterhasen, dem Weihnachtsmann oder Nikolaus als wahr übermitteln. Ich nehme Kinder zu ernst, um sie anlügen zu wollen. Erziehen würde ich ein Kind nicht religiös, sondern offen und frei. Wenn es später mal getauft werden oder einer Kirche beitreten möchte, würde ich das bedauern, aber akzeptieren.

  • RASCHA KOCHER sagt:

    ES könnte so einfach sein: Die liebende Mutter Erde als Pendant zur realen Mutter im Vergleich – zudem, dem Papa ähnlich – darf auch mal die Sonne herhalten (Licht, Kraft und Wärme). Alles andere eintspricht keiner Logik und kann in ideologischem Sinne missbraucht werden. Erklärungsbedarf kann gestillt werden via Mystical Forum auf Facebook. Weil, was den Spirit anbelangt – heikle Themen nicht umgangen werden dürfen bzw. – nicht nur auf ein vorgegebenes Raster beschränkt sein wollen.

  • Pippi Langstrumpf sagt:

    @Brunhild

    Sie müssen sich nicht entschuldigen, es wäre nicht ehrlich, wenn Sie das täten. Sie wollen mich in der Ecke der verblendeten Männerhasserinnen stehen haben; vielleicht fragen Sie sich mal, warum Ihnen das so wichtig ist…..

    „Warum haben Sie eigentlich den Eindruck, die Hausfrauen hätten sich aus dem Erwachsenenumfeld verabschiedet?“

    Weil ich das oft genug so beobachten konnte, auch die Gesprächsthemen auf dem Spielplatz sind mir noch in bester Erinnerung, alles drehte sich im Kreis. Es ist ein Biotop, wenn frau/man nur noch das kennt!

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Pippi Langstrumpf: ich dachte mit dem „Unterstellungsthema und dass ich da mal in mich gehen sollte“ seien wir durch,
      ich nehme einfach alle Ihre Posts zur Kenntnis, desweiteren habe ich Ihnen schon mehrmals zugesichert,
      dass ich längst nicht alle davon ablehne, sondern mir ein Teil davon zu negativ und einseitig rüberkommt.
      Sie wollen doch nicht abstreiten dass Sie es gerne sähen wenn gewisse Denkstrukturen abgeschafft wären?
      Deswegen sind Sie für mich noch lange keine verblendete Männerhasserin,
      aber jemand, die sich nicht für eine echte Wahlfreiheit einsetzt.
      Und, es landen längst nicht alle Hausfrauen in diesem Biotop das Sie da erlebt haben.
      Sie wissen ja auch nicht was diese Frauen nach der Spielplatzphase alles in Angriff genommen haben,
      so düster ist das Bild nun wirklich nicht… .

  • Stefan sagt:

    @Brunhild Steiner und Pippi: Doch die Frage war sehr wohl ernst gemeint. Und von wegen abschaffungswürdig. Ich wäre sofort bereit 50% zu arbeiten oder gar weniger. Aber ich sehe keinen Sinn darin Frauen zu verachten die eben einfach nur Hausfrau und Mutter sein wollen. Genauso finde ich es schwachsinnig Männer zu hinterfragen und zu erniedrigen die eben in dieser Frage etwas anders denken als gewisse Feministinnen unserer Tage.
    Aber das sit ein anderes Thema und gehört nicht in die Kreuz und Religionsfrage.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Stefan: mir scheint dieses Thema schafft es irgendwie immer über kurz oder länger in jedem Thread aufzutauchen, und, nur so zur Klärung und Sicherung meines Rufes, ich finde Sie überhaupt nicht abschaffungswürdig sondern sehr zu loben! Gilt übrigens auch für Ihre ausgewogene Sicht zum echten Threadthema. Wenn Se derselbe Stefan sind, der schon beim anderen Religionsthread geschrieben hat, dann verstehe ich nun Ihre Sichtweise nochmals besser. Danke für den Einblick.

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      1. Brunhild unterstellt mir Aussagen, die ich nie gemacht habe, als „abschaffungswürdig“ habe ich niemanden bezeichnet, würde ich auch nicht tun, um übrigen.

      Wenn ich sage, dass es nicht intelligent ist, nur Hausfrau zu sein, meine ich das auch so. Ich verachte niemanden, bin aber sicher, wenn sich die Betreffenden der Konsequenzen voll bewusst sind, entscheiden sie wahrscheinlich anders. Die Gründe, kurz zusammengefasst, sind folgende (ich habe sie hier auch schon mehrmals erwähnt):

      Wenn jemand mehrere Jahre aus dem Erwerbsleben ausgeschieden ist, gestaltet sich jede Rückkehr schwierig, je qualifizierter der Beruf, desto mehr. Heute werden 50 % der Ehen geschieden, wer gibt die Garantie, dass mir das nicht passiert, also ist es von Vorteil, finanziell nicht völlig abhängig zu sein, das gilt für beide Geschlechter. Das Scheidungsrecht geht seit einiger Zeit davon aus, dass grundsätzlich jeder Partner selbst für sein Auskommen sorgen kann. Frauen, die über lange Zeit aussschliesslich Hausfrauen waren, bekommen eine gewisse Übergangsfrist zugesprochen, aber dann ist fertig mit den Alimenten, auch wenn es dem Mann aus finanziellen Überlegungen grundsätzlich zugemutet werden könnte, weiter zu zahlen. Wenn es die Frau nicht schafft, sich selber zu versorgen, wird sie ein Sozialfall; Hausfrauenehe=russisch Roulette.

      Es gibt auch ganz persönliche Gründe, Erwerbs- und Hausarbeit zu teilen: Es ist enorm bereichernd, Kinder zu betreuen, für sie da zu sein, warum soll das nur einem vorbehalten sein? Es ist aber ebenso interessant, beruflich eine Herausforderung zu haben, ein Erwachsenenumfeld, wo anderes als Kinder und Küche wichtig ist. Eigenes Geld zu verdienen ist zudem sehr sehr gut für das Selbstwertgefühl. Die gegenseitige Wertschätzung ist in solchen Partnerschaften auch höher, das wird mir immer wieder bestätigt, wenn ich Bekannte darauf anspreche. Auch gewisse Untersuchungen, die bereits gemacht wurden, deuten in diese Richtung, die Scheidungen gehen zurück.

      Wenn ich also als Frau nicht gerade ein Vermögen im Rücken habe, das es mir erlaubt, ganz unabhängig zu disponieren, werde ich stets einen Fuss im Berufsleben behalten. Wenn in der Arbeitswelt zunehmend über Jahres- und sogar Lebensarbeitszeiten gesprochen wird, eröffnen sich zudem ganz neue Möglichkeiten, auch längere Pausen einzuplanen. Ich hätte es mir auch nicht vorstellen können, meine Kinder in eine Krippe zu geben, bevor sie ein Jahr alt waren, auch nicht für einen Tag pro Woche. Aber das ist individuell verschieden, zudem kommt es sehr auf die Krippe an.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Pippi Langstrumpf: nein, Sie haben nie „abschaffungswürdig“ geschrieben, das stimmt.
        Ich hätte vielleicht „abschaffungswürdige Denkstrukturen“ schreiben sollen.
        Aber, auf eine Art stellt es die Quintessenz Ihrer über die letzten Monate verteilten Spitzen gegen bestimmte männliche und frauliche Aussagen dar, und deshalb entschuldige ich mich nicht.
        „Es ist aber ebenso interessant, beruflich eine Herausforderung zu haben, ein Erwachsenenumfeld, wo anderes als Kinder und Küche wichtig ist.“
        Warum haben Sie eigentlich den Eindruck, die Hausfrauen hätten sich aus dem Erwachsenenumfeld verabschiedet? Ist Ihnen klar dass es unzählige Möglichkeiten von Ausserhaus-Nicht-Lohnarbeit gibt?
        „Hausfrauenehe=russisch Roulette.“ Sie dürfen das gerne so sehen wenn Sie möchten, meine Beschreibung der Hausfrauenehe ist das jedenfalls nicht. Und auch nicht meine Erfahrung.

  • max sagt:

    @gargamel

    Wo finde ich die Studie, wonach durch kriegerische Ereignisse im Irak 650’000 Menschen getötet wurden in 3 Jahren? Ich gehe davon, dass Ihre Zahl mindestens eine Null zuviel dahinter hat.

    Wenn Sie eine Zunahme von Krebsfällen verursacht durch abgereichtes Uran, dann sollten Sie einen biochemischen oder molekulargenetischen Vorgang beschreiben, der das begründet. Ich halte so etwas für puren Chabis.

    • Lehrzeit sagt:

      Die Studie wurde von der John-Hopkins University in Baltimore durchgeführt und vom „Lancet“ zuerst publiziert. Sie datiert aus dem Jahr 2006. Die extreme Steigerung von Krebsfällen in Gegenden in welchen Munition mit abgereichertem Uran verwendet wurde, war Objekt mehrerer Studien, nicht nur im Irak.
      Für Interessierte am Irakkrieg empfehle ich auf youtube die Suchbegriffe „Winter Soldiers“ einzugeben. Immerhin haben diese jungen Männer wirklich gesehen, was läuft. Und müssen auch damit leben.

  • Stefan sagt:

    Nun, was ist denn nicht Intelligent daran einfach nur Hausfrau zu sein und dafür zu sorgen, dass es den Kindern gut geht, dass sie sich geborgen und zuhause fühlen?

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Deine Frage ist nicht ernst gemeint oder?

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Pippi Langstrumpf: falls die Frage ernstgemeint ist, gehört Stefan zu jenen abschaffungswürdigen Männern, die diesen Schwachsinn von freiwillig Hausfrau sein und dabei noch glücklich, weil in der irrigen Annahme Mehrwert zu erleben, noch unterstützen! Ja, so wird das noch lange dauern wenn die Hausweiblein auf männliche Unterstützung hoffen können…, wird Sie wohl gar nicht erfreuen… .

        @Stefan: falls die Frage ernstgemeint war: ÜBERHAUPT NICHTS, bloss passt sie nicht allen Frauen ins Konzept, und von gewissen wird diese Haltung mit Vehemenz bekämpft- aber das ist Ihnen bestimmt nicht entgangen…;-)

  • Pippi Langstrumpf sagt:

    @gargamel

    – der islam ist in jeder ausprägung ein unterdrückungsinstrument und ein verstoss gegen die menschenrechte

    Ja, weil er jederzeit Argumente dafür liefert, kein Gläubiger macht sich schuldig, wenn er den Islam buchstabengetreu auslegt, weil schon der Begriff der „Auslegung“ nicht vorgesehen ist.

    – den irakern geht’s jetzt besser als unter saddam

    Ja, es geht ihnen besser, sie sind auf dem Weg, vorher waren sie Geiseln eines Wahnsinnigen

    – sie wissen, was für alle frauen der welt das richtige wäre

    Ja, aber nicht ich allein, sondern gemeinsam mit allen, die begriffen haben, dass Menschenrechte Frauenrechte sind, da hat es keinen Platz für Kulturrelativismus.

    • gargamel sagt:

      na dann… keine weiteren fragen

      oder doch, vielleicht noch die hier: sie sind’s doch auch, die’s einer frau übel nimmt, wenn sie beschliesst „nur hausfrau“ zu sein, oder?

      (aber noch ein hinweis: der islam ist eine religion, kein buch… nur so wegen auslegung und so…)

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Ich nehme es ihr nicht übel, ich finde es nur nicht sehr intelligent.

        ….und noch schnell den Klugscheisser rausgehängt betr. Islam=Religion, ts ts ts…. Die Gebrauchsanweisung für die Religion steht in einem Buch, dem Koran.

  • Jakob Bösch sagt:

    @Brunhild Steiner: “Dass Sie daraus eine Schädigung der moralisch-ethischen Urteilsfähigkeit im Heute herbeireden, finde ich schon allerhand”
    Es geht um israelische Kinder im Heute, welche die Abschlachtung der Bewohner von Jericho bei der Eroberung unter Josua MIT FRAUEN UND KINDERN befürworteten, mit Begründungen wie: “der eigene Glaube hätte sonst verunreinigt werden können”. Wenn diese Kinder aber um eine Eroberung einer anderen Stadt z.B. in China befragt wurden, verurteilten sie das Abschlachten von Frauen und Kindern. Da sehe ich tatsächlich eine Schädigung der moralisch ethischen Urteilsfähigkeit. Unterstützen Sie diese Einstellung? Auch wenn es um Palästinenser geht? Abschlachten von Frauen und Kindern? Finden Sie diese Einstellung der untersuchten israelischen Kinder “im Heute” ok?

    Finden Sie es auch ok. wenn Moses gebot, alle glaubensmässigen Mischehen bzw. Familien aufzulösen, schwangere Frauen zu eliminieren, damit der eine wahre Glaube, der heilige Samen und das heilige Blut bewahrt werde? Finden Sie es auch ok, wenn Moses wütend wurde, wenn seine Offiziere Frauen und Kinder anderer Völker verschonten? Wenn er nur erlaubte, die jungfräulichen Mädchen zu verschonen, welche die Soldaten dann für sich behalten und gebrauchen durften?
    Sie finden also, man soll den heutigen Kindern diese Geschichten so erzählen? Angefangen bei den Ägyptern, welche der liebe Gott persönlich im Meer ersäufte, weil die Gegenseite den RICHTIGEN GLAUBEN hatte, die Ägypter aber nicht?

    Wenn Sie das alles ok. finden, werte Brunhild Steiner, dann helfen Sie mir doch bitte, Sie zu verstehen, indem Sie mir ihre Argumenten darlegen. Ich sehe hier die Wurzeln eines Denkens, dass wir bei evangelikalen Christen, orthodoxen Juden und sowieso bei den Islamisten finden. Es geht immer darum, das Abschlachten der anderen zu rechtfertigen, weil man selber den richtigen Gott auf seiner Seiten hat, der solches befürwortet und meist sogar befiehlt.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Jakob Bösch: ich hätte Sie schon beim Unterthread gefunden,
      aber auch nett wenn wir auf der aktuellen Seite sind.
      Ich kopiere Ihnen hier nochmals meine Worte:
      „Ja,da ging es sehr konsequent zu und her, aber eben auch “her”!
      Die niedergemetzelten Völker haben sich da nicht zurückgehalten wenn sie denn konnten, oder?!
      Es hiess selber sterben oder sterben lassen.
      Zudem, bedenkt man die damalige Grösse dieses Volkes, verglichen zu den übermächtigen Feinden ringsherum,
      ohne konsequente Blutlinienreinhaltungsideologie- so furchtbar dies nun auch klingt für unsere heutigen Ohren-
      aber ohne dieses Vorgehen gäbe es heute im Nahen Osten auch keinen Konflikt,
      dann hätte dieses Volk nämlich schlicht nicht bis heute überlebt!“

      Und deshalb Herr Bösch, finde ich es nicht beunruhigend wenn die Nachkommen dieses Volkes, diese vergangenen Ereignisse nicht so hoch entsetzt zur Kenntnis nehmen, diesem radikalen Vorgehen nämlich verdanken sie überhaupt die Existenz. Die anderen Völker ringsumher waren übrigens nicht weniger zimperlich, bloss sind deren Schlachtstrategien heute nicht mehr so frei zugänglich zu lesen, und deswegen empört sich auch niemand.
      Dass heisst doch noch lange nicht, dass die Israeli heute dieselbe Strategie anpeilen! Wie schon gesagt, im israelischen Schulunterricht wird nicht zur Eliminierung des Feindes aufgerufen! In anderen hingegen schon, und dort wird sogar geübt.
      Der Kreis derjeniger, denen Sie Abschlachtrechtfertigung vorwerfen, wird ja von Post zu Post immer grösser, nun sind schon die evangelikalen Christen dabei? Wer erscheint als Nächstes? Wo bitte haben Sie in den letzen Jahren eine Predigt gehört, wo Abschlachten als heutige ok-Methode propagiert wurde?

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Jakob Bösch: noch die Antwort zu Ihrer anderen Frage, ja, ich finde man kann das durchaus den Kindern erzählen, es kommt immer auf das wie an. Und was ich schon zu den historischen Umständen geschrieben habe, kann man mit zunehmendem Bezug auf Detailfragen ebenfalls einfliessen lassen. Ich war jedenfalls sehr glücklich als ich erzählt bekam wie die Israeliten endlich der Sklaverei entkommen sind, aber es wäre wohl politisch und menschenrechtstechnisch besser gewesen, sie hätten sich weiterhin in Ägypten zu Tode schuften lassen?!
        Nein, ich habs hier auch schon mal erwähnt, da hat mir der Struwwelpeter und die Rapunzel definitiv erheblich mehr aufs Gemüt geschlagen und unruhige Nächte verursacht!

    • Lea sagt:

      @Jakob Bösch 7. April 2010 um 15:39:

      Herr Bösch, Ihr Beitrag beleidigt mich.
      Sie schreiben, Sie hätten die Wurzeln eines Denkens, das Genozid rechtfertige, darin gefunden, dass jemand in ihrem herzen die Kostbarkeit der Liebe zu Gott entdeckt habe.
      das alleine betrübt mich. ich rechtfertige Genozid nicht, noch verschönere ich solche Taten mit einem ideologischen Ueberbau.

      Weiter nennen sie Evangelikale Christen, Orthodoxe Juden und Islamisten in einem Zuge.
      Die zwei ersten haben sich dazu entschieden, ihr leben nach einer Lehre zu gestalten.

      Die letzteren sind eine Organisation, die eine Religion auf ihre Banner geschrieben haben, aber den weg des Terrors als Kampf gegen eine andere (die Euro-Amerikanische ‚westliche’) Kultur wählten.

      Ich habe mich entschieden, zu versuchen, mein Leben nach einer Lehre zu gestalten, von der ich aus meinem inneren überzeugt bin. Ich gehe nicht hin und metzle Leute ab und stifte auch andere nicht zu solchem an.

      Es ist allerdings auch so, dass ich mich gegen Leute wehre, die mir mein Recht auf meinen Glauben absprechen wollen. Gehen solche Leute sogar so weit, direkt mein Leben zu gefährden oder stellvertretend Unschuldige, die zufälligerweise am falschen Ort zur falschen Zeit sind, wegzubomben, dann geht die Abwehr leider wohl nur mit (Waffen-) Gewalt.

      Als 9/11 geschah, sagte ich als erste Reaktion “Let’s nuke those bastards“. Darauf sagte mir jemand „You can’t say that, we can’t do that“. Meine Antwort darauf: “And who is going to stop us? Nobody”. In der Perspektive sind die derzeitigen Aktionen der Amerikaner eher der Sachlage angepasst.

      • Stef sagt:

        Na hallo. Jetzt mal Stopp. Es gibt tief religiöse Muslime, sie werden teils auch Islamisten genannt, die nie irgend etwas mit gewalt am Hut haben, diese auch verurteilen, die das Leben und die Koran geschichtchen auseinander halten können. (Die anderen gibts selbstverständlich auch)
        Es gibt ortodoxe Juden, die Krawall machen, weil in Israel am Samstag Autos rum fahren oder weil Frauen vorne im Bus einsteigen.
        Es gibt Evangelikale, die Abtreibungsärzte erschiessen oder Schwulenkneipen angreifen.
        In allem drei Religionen haben Frauen herzlich wenig zusagen.
        Vergleiche mal Aleviten und die Chrischonagemeinde, welches sind die Steinzeitbüffel? Nur als anmerkung, die Aleviten haben die Friedenstaube als Symbol.
        Es kommt nicht auf die Religion an, die Ursprünge sind alle Gewalt strotzend, es gibt einige die was gutes draus machen, viele die nichts draus machen und einige die Scheisse draus machen.
        Ich finde die Arabischen Staaten auch jenseits, mit ihren idiotischen Regeln und ihrer Unterdrückung, aber glaubt einfach nicht, dass es bei uns wegen dem Christentum anders ist, die religiösen waren nicht die Sperrspitze der Redefreiheit, der Emanzipation und der Demokratie. In der Institution waren sie immer die mit den Streichhölzern. Ich komme aus einer Stadt, die weiss, warum sie die Bischöfe zum Teufel oder wenigstens nach Mariastein gejagt hat und die Jesuiten verboten hat.

      • Lea sagt:

        @Stef 7. April 2010 um 22:47: Islamismus nach Wikipedia: „Islamismus ist ein Sammelbegriff für unterschiedliche politische Ideologien“. Wir redeten hier von Glauben, nicht von Politik. Das ist ein grosser Unterschied. Tief religiöse Muslime als Islamisten zu bezeichnen ist somit falsch.

        Sie sind genau auf der anderen Seite des Argumentes, wenn Sie sagen , Sie seien froh, dass Jesuiten in ihrem Kaff verboten wurden. dazu hat niemand das Recht. Nur nehmen die von Ihnen anscheinend verteidigten Islamisten sich genau das Recht heraus.

        Naja: Als Therapie zu empfehlen: „http://www.youtube.com/watch?v=J4Ox3uAsZ7s“

      • Stef sagt:

        Was Islamisten genannt wird, ist so ne Sache, Wer entscheidet das? Wikipedia? Für mich persönlich ist das ein so gebräuchliches Wort wie Evangelikale, für mein Umfeld hat beides den selben Charme.
        Das mit den Jesuiten ist alt, war Teil der Demokratisierung useres Landes (der Schweiz). Die Freiheit musste der Kirche abgerungen werden. So hat Basel immer noch ein Mitsprache Recht bei der Wahl des Bischofs, was nicht Wunder wirkt, aber vielleicht solche Opus Dei Katastrophen wie Bischof Haas verhindert.
        Was sagst du zu der Homophobie von vielen Christen?
        Bezieht sich der KKK nicht auch auf die Bibel, ebenso viele Apartheit Befürworter?
        Ihr kommt mir vor, wie so Vegetarier Aktivisten, die mich mit den Bildern von Prominenten Vegis (Einstein, Gandhi,…) überzeugen wollten, Vegi zu werden (war ich eh schon lange) und dann beleidigt waren, als ich sie drauf hinwies, dass Hitler auch in die Reihe gehört.

      • Lea sagt:

        @Stef 8. April 2010 um 06:38: Man nennt das einen entgleisten Thread. Wenn die Argumente ausgehen, wird die Glaubwürdigkeit der Encyclopaedie angezweifelt. Sie wissen ganz genau, dass Politik und Glaube ein Unterschied sind. Sie, nicht Du by the way.

        In der Schweiz sind Jesuiten nicht verboten. also was chrüsimüsi sagen Sie denn da.
        Es gibt homophobe, schwule und lesbische Christen, also was soll die bescheuerte Frage.

        Das ist nur noch Argument um des Argumentierens willen. und mit kkk haben sie schon die reductio ad hitlerum gemacht.

        Akte geschlossen.

      • Stef sagt:

        Die Halleluia Brigaden Marschieren,… Ich duze alle, die Geschichte hat mehr Kanten als SIE sich vorstellen können. Wer Islamisten eine Organisation nennt hat wohl einiges nicht verstanden. Meine Fragen wurden nicht beantwortet, auch Küchenlatein hilft da nicht. Schönen Abend.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Jakob Bösch: weiss zwar nicht ob Sie überhaupt noch hier sind, aber das ist mir doch tatsächlich entgangen:
      „Angefangen bei den Ägyptern, welche der liebe Gott persönlich im Meer ersäufte, weil die Gegenseite den RICHTIGEN GLAUBEN hatte, die Ägypter aber nicht?“
      Wie kommen Sie denn auf eine solch abenteurliche, und vorallem grundfalsche Schlussfolgerung? Hat irgendwer die Ägypter gezwungen, den Israeliten nachzufahren, nachdem sie nach jahrelanger Knechtschaft, nach Abschlachten aller männlichen Kindern unter 2 Jahren, und nach 10 Plagen endlich gehen durften? Hat sie irgendwer gezwungen, sich diesem Risiko auszusetzen? Ja, ihr Pharao, aber sicher nicht Gott… .
      Und was denken Sie, hätten die guten Ägypter gemacht wenn sie nicht ersäuft worden wären, sondern die Israeliten eingeholt hätten? Ihnen Tee und Gebäck angeboten? Vielleicht noch die Füsse gewaschen?
      Also wenn Sie schon Bezug auf die alten Geschichten, in alten Geschichtsbüchern stehend, nehmen, dann bitte immer die ganze Story bringen und nicht bloss Ausschnitte davon.

  • Pippi Langstrumpf sagt:

    Was soll das Geschwafel von Kulturimperialismus? Die Menschenrechte sind unteilbar, auch wenn gewisse „Gutmenschen“ hemmungslos dem Kulturrelativismus huldigen. Lassen wir das Thema, es gehört eigentlich nicht hierher.

    • gargamel sagt:

      natürlich gehört’s hierher, hat ja mit religion direkt zu tun… aber ihre ungeduld weisst darauf hin, dass sie zumindest ahnen, dass sie sich auf dünnem eis bewegen. dazu passen die rechtsaussen-kampfbegriffe wie „gutmensch“ und „kulturrelativismus“. und datu passt auch, dass sie auf kein einziges meiner argumente eingehen sonden einfach nochmals ihren rundumschlag „der islam in seiner gesamtheit ist eine gegen die menschenrechte verstossende ideologie“ wiederholen. und das ist, excuse my french, einfach nur blödsinn.

      aber ja, lassen wir’s. die welt ist natürlich einfacher, wenn man sie mit scheuklappen durchschreitet…

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Nein, es ist nicht Religion, es ist Politik.

        Kulturrelativismus war noch nie ein Rechtsaussen-Begriff, wie kommen Sie auf sowas? Ich gebe zu, dass der Begriff „Gutmensch“ etwas abwertend ist, ich wollte Sie nicht abwerten, aber Ihre Argumente sind keine, bei Licht betrachtet. Ausserdem haben Sie zuerst auf mich gespielt, Sie brauchen mich nicht in die rechte Ecke zu stellen, nur weil ich Ihre Meinung nicht teile, das ist schlechter Stil. Ich gehöre dort sowenig hin wie Sie, aber es schüchtert mich auch nicht ein, wenn Sie mir diesen Vorwurf machen, er ist ganz einfach falsch!

        Dass ich mich auf dünnem Eis bewegen soll, ist Ihre subjektive Einschätzung….

      • gargamel sagt:

        politik und religion sind im grossen rest der welt nicht so getrennt wie bei uns…

        meine argumente sind keine? das bedeutet also:

        – der islam ist in jeder ausprägung ein unterdrückungsinstrument und ein verstoss gegen die menschenrechte
        – den irakern geht’s jetzt besser als unter saddam
        – sie wissen, was für alle frauen der welt das richtige wäre

        und kulturrelativismus wurde von rechtsaussen mit dem beiklang „alles, was mit ‚das ist halt meine kultur‘ begründet wird, muss toleriert werden“ versehen…

        ich weiss, dass sie nicht aus der rechten ecke kommen… eigentlich. aber die unheilige allianz von svp und feminismus, die sich bei der minarett-initiative zeigte, lässt zumindest ein paar zweifel aufkommen…
        und noch was: für jemanden, der hier durchaus auszuteilen weiss, sind sie aber ziemlich empfindlich…

      • gargamel sagt:

        noch was zu den irakern, die’s jetzt so gut haben:
        Nach einer im Oktober 2006 veröffentlichten Studie wurden seit der Invasion der ausländischen Truppen im März 2003 über 650.000 Menschen getötet, was 2,5 % der irakischen Gesamtbevölkerung entspricht. Als Folge von Kriegsschrott (mit abgereichertem uran versehene munition) steigt besonders in den südlichen Provinzen die Anzahl der Krebsfälle. Nach Angaben der medizinischen Hochschule von Basra sind mindestens 45 Prozent aller Todesfälle in den südlichen Provinzen auf Krebs zurückzuführen. In den Provinzen Basra und Missan sei die Leukämierate bei Kindern im Vergleich zum Jahr 2005 um 22 Prozent gestiegen, manche Babys entwickelten die Krankheit schon vier Wochen nach der Geburt. Täglich kämen in den südlichen Provinzen mindestens drei verkrüppelte Kinder zur Welt, denen Organe oder Glieder fehlten.

  • Pippi Langstrumpf sagt:

    @gargamel, ich mache mir meine Meinung nicht entlang der Linie von Menschen, die mir sympathisch sind oder eben nicht. Ob Strasser diese oder eine andere Meinung hat, spielt für mich keine Rolle. Wir sollten weniger ideologieverblendet sein. Ich habe das Video gestern auf CNN gesehen, Sie wollen mir jetzt aber nicht unterschieben, dass ich so etwas billige? Soll ich jetzt ein Video erwähnen, bei dem Amerikaner geköpft werden? Was bezwecken Sie? Sauhunde bleiben Sauhunde, ob es die eigenen oder die fremden sind!

    • gargamel sagt:

      nö, mir ging’s nur darum klar zu machen, dass die welt nicht schwarz und weiss ist. ich habe mühe mit aussagen, die gleich einen ganzen kulturkreis unter pauschalen terrorverdacht stellen. ja, wir sollten weniger ideologieverblendet sein. ihre pauschalen aussagen über den islam sind allerdings durchaus nicht frei von ideologie.

      unsere westlich-aufgeklärte sicht auf die welt mag uns wie die einzige vernünftige erscheinen (wobei man auch darüber streiten könnte…), sie ist es aber für einen grossteil der menschheit nicht.

      ein beispiel: die chance, als iraker einen gewaltsamen tod zu sterben ist seit dem einmarsch der amerikaner etwa 50 mal höher als unter saddam. und damit will ich nicht das terrorregime von saddam verteidigen. aber ich verstehe jeden kleinen iraker, der die amis zum teufel wünscht…

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Und was wäre die Alternative gewesen? Wir können uns geschmäcklerisch über das Vorgehen der Amis äussern, ohne sie wäre der Menschenschlächter Sadam nach wie vor am Ruder. Den Islam sehe aus Sicht der Frauen, ich bin da klar Partei, und aus dieser Sicht ist alles besser als das, was der Islam bietet. Lesen Sie mal, was islamische Autorinnen so schreiben, Ayan Hirsi Ali, oder die ägyptische Ärztin und Schriftstellerin Nawal el Saadawi, um nur zwei Beispiele zu nennen.

      • gargamel sagt:

        der blutzoll der irakischen bevölkerung dürfte seit dem einmarsch der amis nicht kleiner geworden sein, im gegenteil. und vorher musste der kleine irakische händler nicht damut rechnen, auf dem marktplatz von einer bombe zerissen zu werden oder von amerikanischen kampfhubschraubern videogame-mässig zur strecke gebracht zu werden. auch keine schulbusse explodierten unter saddam. das leben für den mann von der strasse war auf jeden fall sicherer.
        die „befreiung“ durch die amis brachten chaos, islamistischen terror, besatzerwillkür und zerstörung. ist es an ihnen zu entscheiden, was für die iraker besser ist???
        ich bin auch kein grosser freund des islams (bin kein freund irgendeiner religion), aber erstens ist islam nicht gleich islam (die bandbreite reicht von den total durchgeknallten wahabiten zu den alawiten). sie möchten ja als dem christlichen kulturkreis entstammende auch nicht mit den white-supremacy-christen des bible-belt in denselben topf geworfen werden.
        und zweitens ist es eine form von kulturimperialismus und bevormundung anzunehmen, dass alle frauen unter dem islam leiden. und nein, ich rede hier nicht von einem islam talibanischer oder saudischer ausprägung.

  • Stefan sagt:

    Glauben oder nicht! Wer ist Gott? Was ist Religion? Mehr als ein Dutzend Fragen zu denen die meisten ein ganz unterschiedliches Bild haben.

    Ich selbst wurde christlich oder besser gesagt katholisch erzogen. Danach war ich einige Jahre evangelikaler überzeugter Christ der mit vehemenz den Glauben vertrat. Heute bin ich davon weg, habe aber natürlich immer noch ein tiefes biblisches wissen. Meinen Kindern, wenn ich denn mal welche habe, werde ich sagen: „Ich weiss nicht ob es wichtig ist an einen Gott zu glauben oder nicht, es ist deine Entscheidung. Viel wichtiger aber ist, dass Du an Dich selbst glaubst damit du dein Wissen und Talent geziehlt einsetzen kannst“

    Der Vatikan ist ein Instrumentarium der katholischen Kirche und hat grundsätzlich mal gar nichts mit Gauben oder gar Religion zu tun. Wer sich ein wenig in der Gescihte auskennt weiss, dass der damalige Keiser Roms die Kirche unterwandern liess um daraus seinen eignen Profit zu ziehen, nachdem er die Bewegung über eine lange Zeit vergeblich bekämpft hatte.
    Die Auswirkungen dessen gibt es noch heute in Form der Kirchensteuer.

    Viele der alt-Testamentlichen Geschichten gleichen tatsächlich einer Top-Vorlage für einen Horror oder Kriegsfilm. Was aber durchaus interessant ist, ist die Tatsache, dass die damaligen Plagen und der Auszug aus Ägypten durch Moses durchaus so geschehen sein könnten. Siehe Discovery Channel Dokumentation.
    Auch der „Bösgott“ ist nicht ganz von der Hand zu weisen zumal sich in der Bibel viele deckungsgleiche Szenarien finden wie im Koran. Es steht sogar in der Bibel geschrieben, dass Gott nicht einfach nur „lieb“ ist.

    Die Frage der Religion fängt aber schon vorher an. Wenn zwei Menschen zusammen kommen und heiraten tun sie das nicht selten auch in der Kirche, dies obschon sie mit dem Glauben oder der Religion eigentlich nichts am Hut haben. Ich würde das nicht mehr tun – sprich wer sich den kirchlichen Segen geben lässt verpflichtet sich schon beinahe und nach wie vor ein wenig dazu das Kind in einer religiösen Stossrichtung zu erziehen.

  • Pippi Langstrumpf sagt:

    @Lea

    Ich verstehe, was du sagen willst, ich weiss, dass man mit Verallgemeinerungen vorsichtig sein muss. Was ich vermisse bei den „gemässigten“ Moslems, ist einfach die klare Distanzierung zu den Ideen der Islamisten, da kommt nie etwas. Wie soll ich differenzieren, wenn das offenbar gar nicht gemeint und gewünscht ist?

    Nein, im Namen der Christen schlagen die Amerikaner ihre Kriege nicht, aber im Namen einer „freien“ Welt, wo Demokratie möglich ist. Möchtest du als islamische Frau in einem islamischen Land leben, kannst du dir vorstellen, auf so selbstverständliche Dinge wie Selbstbestimmung zu verzichten? Auch in USA ist sicher vieles verbesserungswürdig (das grösste Problem habe ich mit der Todesstrafe), ebenso im Westen überhaupt. Trotzdem möchte ich um keinen Preis tauschen. Lieber kein Leben als ein Fremdbestimmtes, ich würde keinen Tag so leben wollen. Wenn islamische Frauen, wie Ayan Hirsi Ali, die gebildet sind und beides kennen, Zeugnis ablegen, wird mir das immer wieder ganz krass bewusst.

    • Lea sagt:

      Nur kurz, da wir vom Thema abgleiten mit USA: die sagen, dass sie für eine freie Welt kämpfen. stimmt aber meiner Meinung seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr. im Irak geht es um strategische Positionen. es geht nicht mal ums Oel, denn dazu können Deals gemacht werden wie mit den Saudis. es ging nur indirekt um Oel, weil der Sadam auf Kuwait losging und da eben viel Oel liegt.
      Währe billiger als der Schlamassel im Irak, der immerhin etwa 50 Mio USD pro Tag kostet. In Afghanistan / Pakistan ging es um die Eliminierung der al qaida als direkte Bedrohung der USA.
      im Iran wird es um Nuklearwaffen gehen. Auch eine direkte Bedrohung der USA bzw Nato-Partner. Die Reichweite iranischer Raketen reicht bis etwa Wien – mit schlechter Zielgenauigkeit. Wäre die USA schön für freie Welt und Demokratie und Glück aller Bürger, würden die schon längst im Hinterhof Zentral- und Südamerika aufgeräumt haben.

      Was du zur Distanzierung der gemäßigten (oder Mainstream?) Moslems sagst, stimmt schon. Irritiert mich auch. Ich glaube man darf aber nicht vergessen, dass die islamische Welt sehr groß und kulturell äußerst divers ist.

      Ja, ich kann mir nicht vorstellen in einem arabischen Land zu leben. ich war allerdings auch noch nie in einem solchen Land. – Die Zeugnisse einer Ayan Hirsi Ali sprechen für sich.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Lea, das habe ich heute früh gelesen. Toll, diese Aussichten, mir löscht es einfach ab! Ich bin froh, dass die USA entschlossen und mit allen Mitteln den weltweiten islamischen Terror bekämpfen, unter welchem Motto, ist mir völlig egal.

        tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Man-sollte-Nicolas-Blancho-nicht-unterschaetzen/story/30833387

      • gargamel sagt:

        pippi, da dürften sie und strasser sich ja tatsächlich finden!

        und wenn sie das so radikal sehen, so sollten sie ja an diesem video ihre freude haben:
        abgeknallt wie im videospiel

  • Jakob Bösch sagt:

    @Brunhild Steiner: „Zu implizieren, dass die heutigen Israeli nun allesamt am liebsten die Nachbarn abschlachten“, wie Sie schreiben, finde ich nicht nur ein bisschen heikel, sondern absolut unzulässig. Aber dass israelische Schulkinder das Niedermetzeln von allen Bewohnern Jerichos inklusive Frauen und Kinder mehrheitlich gutheissen, während sie die gleichen Greuel in einem chinesischen Szenario klar verurteilen, zeigt, wie durch diese Bücher das moralisch-ethische Urteil durch diese „heiligen Bücher“ schwer geschädigt werden kann.
    Da kann ich Michèle Binswanger zu ihrer ehrlichen Unsicherheit nur gratulieren. Die wird zwar die Kinder nicht mit einer Pseudo-Gewissheit ausstatten, von Gott gegenüber allen anders Denkenden und Glaubenden auserwählt zu sein. Meiner Generation wurde noch ohne Skrupel beigebracht, Gott hätte durch und durch Partei für die Israeltiten genommen und die bösen Ägypter im Meer ersäuft. Und wenn Sie heutige Predigten lesen, wird dieses Bild erschreckend häufig weiter vertreten: Gott werde die bösen Menschen, die nicht den einzig richtigen Glauben hätten, „mit Ross und Reiten ins Meer“ werfen, wie die Israelitischen Frauen unter Mirjiam jubelnd gesungen haben.
    In einem anderen Beitrag wurde darauf hingewiesen, dass viele Christen Hitler unterstützt hätten. Wir sollten den Mut zur Frage haben, ob nicht dieses christliche Denken des von Gott gegenüber anderen Menschen auserwählt seins, das moralisch-ethische Urteil mancher solcher Christen anfällig gemacht hat für die mörderische Ideologie der Nazis. Aber bitte keine Generalisierungen. Es hat natürlich viele Christen gegeben, die aus ihrem Glauben heraus gerade die Kraft zum Widerstand gefunden haben.
    Um es noch einmal klar zu machen: Ich kann die „spirituelle Unverbindlichkeit“ und den „vagen Glauben“ einer Michèle Binswanger nur respektvoll und erleichtert zur Kenntnis nehmen gegenüber einer Gewissheit, die richtige Wahrheit, den richtigen Glauben und das Auserwähltheits-Ticket von Gott persönlich zu besitzen.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Jakob Bösch: „“Zu implizieren, dass die heutigen Israeli nun allesamt am liebsten die Nachbarn abschlachten”,
      wie Sie schreiben, finde ich nicht nur ein bisschen heikel, sondern absolut unzulässig.“

      Sie haben mich genau mit diesem (Ihrem!) Satz zu dieser Einschätzung Ihrer Haltung geführt:
      „…die zu verheerenden Ansichten bei heutigen israelischen Kindern (und Erwachsenen) führen,
      wie ich in meinem neuen Buch: Du sollst keine anderen Götter neben dir haben” ausgeführt habe.“

      Was genau haben denn Sie denn sonst mit diesen „verheerenden Ansichten“ gemeint? Angesichts vorherstehenden „Genozid-Anweisungen“…, wer impliziert denn da was???

      Und was erwarten Sie denn von diesen Kindern? Dass sie darüber hoch erbost sein sollten? Und sich somit eigentlich grad selber die Existenzberechtigung absprechen? Da war nun mal kein leeres Land, welches sich dieses Volk hätte nehmen können (leider), entweder schlachteten sie, oder sie wurden geschlachtet, so lief das nämlich vor ein paar tausend Jahren! Die Kriegstaktiken und Strafkataloge der umliegenden Völker hatten noch um einiges abscheulichere Details vorzuweisen.

      Dass Sie daraus eine Schädigung der moralisch-ethischen Urteilsfähigkeit im Heute herbeireden, finde ich schon allerhand.
      Und noch kurz zum Hitlerbeispiel (und gleich allen anderen Negativbeispielen mit dazu), es müsste zwischen Namenschrist und Herzchrist unterschieden werden, es waren die Namenschristen die ihn unterstützt haben, aus Angst ihre Posten oder das Leben zu verlieren. Und die Herzchristen, die sich dem widersetzten. Und beide wären nach erfolgreicher Abschliessung seiner Priorität Nummer 1 zum nächsten Ziel erklärt worden.

      • Jakob Bösch sagt:

        @Brunhild Steiner: „Dass Sie daraus eine Schädigung der moralisch-ethischen Urteilsfähigkeit im Heute herbeireden, finde ich schon allerhand“
        Es geht um israelische Kinder im Heute, welche die Abschlachtung der Bewohner von Jericho bei der Eroberung unter Josua MIT FRAUEN UND KINDERN befürworteten, mit Begründungen wie: „der eigene Glaube hätte sonst verunreinigt werden können“. Wenn diese Kinder aber um eine Eroberung einer anderen Stadt z.B. in China befragt wurden, verurteilten sie das Abschlachten von Frauen und Kindern. Da sehe ich tatsächlich eine Schädigung der moralisch ethischen Urteilsfähigkeit. Unterstützen Sie diese Einstellung? Auch wenn es um Palästinenser geht? Abschlachten von Frauen und Kindern? Finden Sie diese Einstellung der untersuchten israelischen Kinder „im Heute“ ok?

        Finden Sie es auch ok. wenn Moses gebot, alle glaubensmässigen Mischehen bzw. Familien aufzulösen, schwangere Frauen zu eliminieren, damit der eine wahre Glaube, der heilige Samen und das heilige Blut bewahrt werde? Finden Sie es auch ok, wenn Moses wütend wurde, wenn seine Offiziere Frauen und Kinder anderer Völker verschonten? Wenn er nur erlaubte, die jungfräulichen Mädchen zu verschonen, welche die Soldaten dann für sich behalten und gebrauchen durften?
        Sie finden also, man soll den heutigen Kindern diese Geschichten so erzählen? Angefangen bei den Ägyptern, welche der liebe Gott persönlich im Meer ersäufte, weil die Gegenseite den RICHTIGEN GLAUBEN hatte, die Ägypter aber nicht?

        Wenn Sie das alles ok. finden, werte Brunhild Steiner, dann helfen Sie mir doch bitte, Sie zu verstehen, indem Sie mir ihre Argumenten darlegen. Ich sehe hier die Wurzeln eines Denkens, dass wir bei evangelikalen Christen, orthodoxen Juden und sowieso bei den Islamisten finden. Es geht immer darum, das Abschlachten der anderen zu rechtfertigen, weil man selber den richtigen Gott auf seiner Seiten hat, der solches befürwortet und meist sogar befiehlt.

  • Jakob Bösch sagt:

    @Michèle Binswanger
    Nach meiner Erfahrung können die meisten Kinder sehr wohl mit der Unsicherheit der Eltern in religiösen Fragen umgehen, wenn die Eltern das selber können. Das heisst, wenn die Eltern klar wissen, dass sie nichts Sicheres wissen. Ich glaube auch nicht, dass es entscheidend ist, ob ein Kind als Baby getauft wird oder ob man ihm die Entscheidung für später selber überlässt, wenn man selber die entsprechende innere Freiheit hat.
    Bei unseren vier Kindern waren wir beide Eltern protestantisch. Wir wohnten aber neben einer katholischen Kirche, wo sich ein aufgeschlossener katholischer Priester und engagierte junge Jugendgruppenleiter fanden. Also haben wir unsere Kinder ökumenisch getauft und die Kinder erhielten Erstkommunion und ähnliches. Später, als wir in eine mehr protestantische Gegend gezogen waren, fanden sie, Konfirmation wäre auch nicht schlecht(schon wegen der Geschenke). Also liessen sie sich konfirmieren. Keines dieser Kinder fühlt sich da oder dort kirchlich gebunden. Und sie waren kritisch genug, sich nicht jeden biblischen Unsinn aufschwatzen zu lassen.
    Mein 12j. Stiefsohn besucht seit drei Jahren den schulischen Religionsunterricht. Er fand es unnötig, dass wir ihn dispensieren
    lassen, da die Stunden meist unterhaltsam seien und wohltuend druckfrei gegenüber den anderen Fächern.

    Wichtiger scheint mir, die Kinder auf jeden Fall daraufhin zu weisen, dass der „Auserwähltheitswahn“ zusammen mit dem Wahn die EINE WAHRHEIT zu besitzen, seit mehreren tausend Jahren zu gegenseitigem Abschlachten führt. Wie schon erwähnt wurde, ist die Geschichte von Abraham mit seinem beinahe geopferten Sohn vergleichsweise harmlos. Worüber sich wenige Menschen Gedanken machen, sind die vielfachen Genozid-Anweisungen in den Moses-Büchern, die zu verheerenden Ansichten bei heutigen israelischen Kindern (und Erwachsenen) führen, wie ich in meinem neuen Buch: Du sollst keine anderen Götter neben dir haben“ ausgeführt habe. Mir sind keine Schriften bekannt, die fanatischer als die Moses-Bücher den Wahn, des heiligen Blutes, des heiligen Samens und des einzig wahren Glaubens vertreten. Die Moses-Bücher stehen in ihrer rassistischen Ideologie der Nazi-Ideologie in nichts nach und die praktische Umsetzung, die Moses seiner Armee befahl unterscheidet sich nur in der Auswirkung bezüglich Anzahl der Opfer. Und da diese Bücher nicht nur für die Juden sondern auch für die Christen als heilig gelten, muss man sich kaum wundern, dass auch in vielen christlichen Gruppen, solches Denken immer wieder aufblüht.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Jakob Bösch: nun, ich habe Ihr Buch nicht gelesen. Aber ich glaube zu wissen, dass es wirklich nur sehr wenig,
      also wirklich ganz ganz wenig Christen (und die sollte man dann wohl sehr vorsichtig als solche bezeichnen) gibt,
      die die Schlachtanweisungen in den Mosebüchern und folgenden, auf die heutige Zeit umsetzen wollen.

      Ja,da ging es sehr konsequent zu und her, aber eben auch „her“!
      Die niedergemetzelten Völker haben sich da nicht zurückgehalten wenn sie denn konnten, oder?!
      Es hiess selber sterben oder sterben lassen.
      Zudem, bedenkt man die damalige Grösse dieses Volkes, verglichen zu den übermächtigen Feinden ringsherum,
      ohne konsequente Blutlinienreinhaltungsideologie- so furchtbar dies nun auch klingt für unsere heutigen Ohren-
      aber ohne dieses Vorgehen gäbe es heute im Nahen Osten auch keinen Konflikt,
      dann hätte dieses Volk nämlich schlicht nicht bis heute überlebt!
      Zu implizieren, dass die heutigen Israeli nun allesamt am liebsten die Nachbarn abschlachten gehen würden,
      finde ich ein bisschen heikel, in israelischen Schulen wird jedenfalls kein Hass gelehrt, in anderen hingegen schon.

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Die blutigsten Schlachten im Namen eines Gottes werden im 21. Jh. von den Moslems geschlagen, da können sie lange behaupten, dass sie friedlich sind, ihre Taten beweisen das Gegenteil, eine schreckliche Religion, die schon die Kinder zu Hass erzieht. Bei uns vehalten sie sich so lange friedlich, wie sie in der Minderheit sind, das ist nichts als Kalkül.

      • Lea sagt:

        @Pippi Langstrumpf 7. April 2010 um 00:28:

        Da wäre ich vorsichtig. so ist das Verhältnis von „Casualties“ wie es dann heißt im Irak Krieg 1:10. Pro gefallenen US Soldaten 10 auf der Gegenseite.
        In Afghanistan etwa gleich.

        die Gruppen nennen sich al-qaida und ähnlich und missbrauchen den Islam. ich würde daher nicht von „den Moslems“ reden. Genauso wie nicht gesagt werden kann, dass die Amerikaner ihre Kriege im Namen der Christen losschlagen.

        es sind solche Pauschalisierungen, die dann eben den Hass erst schüren.

        Sorry Pippi, ist nicht gegen sie gemeint, sondern was zum nachdenken. ok?

  • Brunhild Steiner sagt:

    @stef: ich habe überhaupt kein Problem mit überlegt agnostischer Sichtweise, allerdings ein sehr grosses wenn die Argumentation auf so einem Gemischtwarenladen aufbaut. Wer hat Ihnen bitte erzählt, dass Osterhase und geschenkelieferndes Christkind etwas mit dem Christentum zu tun hätte? Das ist nun wirklich kein Grund um den Glauben abzulehen, denn nicht wenige Christen lehnen dies genauso ab wie Sie … .
    Und die Blutrünstigkeit/Herrschaftsgläubigkeit, ich sehe da ganz viel anderes. Menschen die sich für ein einfaches Leben und Einsatz für den Nächsten entschieden haben, inklusive in Kauf nehmen dass die eigene Gesundheit dabei ruiniert wird.
    Sie werden bei allen „Transparenz-erklärungs-systemen“ auch schlimmes finden, und bei den irdischen Systemen noch mehr (wieviele Todesopfer hat der Kommunismus bis heute gefordert?). Wenn Sie den Blick aber öffnen, dann gäbe es auch sehr viel wertvolles zu entdecken.

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Stef scheint mir eher ein Atheist als ein Agnostiker zu sein.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Pippi Langstrumpf: ich hoffe er sieht es mir nach, ihn nicht gleich in jene Schublade versorgt zu haben,
        sondern die Türen des Schubladenkastens weit offen stehen gelassen zu haben…;-)

      • Lea sagt:

        @ Brunhild Steiner 6. April 2010 um 17:08:

        Ich finde, dass diese Überschattung von christlicher Tradition und kommerzialisierten heidnischen Bräuchen echt ein Problem sind. Sie versperren die Sicht auf die Aussagen der christlichen Lehre.

        Wenn ich einige Kommentare hier lese, habe ich auch die Vermutung, dass im Religionsunterricht dies nicht erfolgreich thematisiert wurde. So wird oft auf genau diese Vermischung z.b. der Auferstehungsgeschichte mit den Osterhasen hingewiesen und damit diese zentrale Aussage des Christentums wegen der Osterhasen-Konnotation abgelehnt.

        Nebenbei etwas, das mir nicht ganz klar ist: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Agnostiker und einem Atheisten?

    • Lea sagt:

      Ich finde, dass diese Überschattung von christlicher Tradition und kommerzialisierten heidnischen Bräuchen echt ein Problem sind. Sie versperren die sicht auf die Aussagen der christlichen Lehre.

      wenn ich einige Kommentare hier lese, habe ich auch die Vermutung, dass im Religionsunterricht dies nicht erfolgreich thematisiert wurde.

      Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Agnostiker und einem Atheisten?

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Der Atheist leugnet Gott, der Agnostiker ist der „Kann sein, kann nicht sein“, der Zweifler.

    • Stef sagt:

      Ja ich bin Atheist.
      Was vom Christentum hat denn keinen heidnischen Ursprung?
      Weihnachten? Sintflut? Jesus kann Zaubern?
      Du wirst all diese Elemente bei fast jeder Religion auf dieser schönen Welt finden.
      Ebenso wirst du ganz viele Menschen finden, die ihr Leben, ihre Freiheit, ihre Gesundheit für andere aufs Spiel setzten, Ethik hat nichts mit Religion zu tun, ist allerdings auch kein Widerspruch. Ich kenne einige tolle Leute, die Anhänger der Befreiungstheologie sind, Quäker haben auch schöne Elemente.
      Teile der Bibel finde ich wirklich schlimm, grad auch bei der Jesusgeschichte, da schickt einer seinen Sohn auf die Erde, damit er sich umbringen lässt und nacher kann der Vater deswegen den Mördern vergeben?
      Ich weiss, dass der Staatskommunismus unzählige Leute umbringen liess, ich weiss, dass die Katholische Kirche mit Hitler zusammen gespannt hat, ich weiss dass die SP Ausschaffungen mitträgt, ich weiss, dass Zwingli mich mitgeprägt hat. Ja und?
      Ich möchte, dass meine Kinder selbst denken, Autoritäten nicht aufs geratewohl aktzeptieren, ich hoffe, dass meine Kinder ihr Leben lang wissensdurstig bleiben. Wenn sie sich irgendeinmal für irgend eine Glauben entscheiden, dann ist das OK, aber jetzt sollen sie sich ihre eigenen Geschichten ausdenken.

      • Lea sagt:

        @Stef 6. April 2010 um 20:35:

        Meine Frage war eigentlich zum Unterschied von Atheist gegenüber Agnostiker. Der Unterschied ist mir nicht so klar und ich dachte, dass einige Leser hier etwas dazu sagen könnten.

        ich bin sicher nicht so überheblich, ein urteil über Atheismus zu machen. Sie haben vorher schon erwähnt, dass Sie Atheist sind.

        Sie stellen die Frage, was im Christentum nicht aus vorchristlichen Traditionen komme. nebenbei finde ich das Wort heidnisch – weil urteilend im Sinne von Christentum gegen alles andere – nicht gut.

        Da wir von Traditionen, die ins Christentum flossen reden, scheint der Begriff Vorchristlich im historischen Sinn angebracht.

        Meine Auffassung der christlichen Lehre ist so, dass sie als zentrale Aussage von einem liebenden Gott redet. Soweit ich andere Religionen kenne, gibt es diese Aussage dort nicht.

        Eine andere zentrale Aussage ist die Frage von Schuld und Sühne / Vergeltung.
        Andere und da eben vorchristliche Traditionen sprechen von einem bestrafenden Gott und wenn nicht gebotskonform gelebt werde, von ewiger Sühne.
        Daraus ergaben sich Unterdrückungsmechanismen und Opfer- bzw. Geldwirtschaft um die Stellvertreter – Pharisäer – günstig und milde zu stimmen.

        Die christliche Lehre des NEUEN TESTAMENTES sagt dazu, dass Jesus Christus ein für alle mal für alle Schulden / Sünden gestorben ist und Opfer- oder Sühnegaben für immer beendet sind.

        Auch dies ist meines Wissens in anderen Religionen so nicht vorhanden.

        Die katholische Kirche hat, um sich verbreiten zu können, regionale außer-christliche Gebräuche adoptiert um die missionierten zu einem Übertritt zu motivieren. So sehe ich es wie Weihnachtliches Schenken und vor allem die Fruchtbarkeitsriten um den Frühlingsanfang – Ostern – herum in die katholische Tradition fanden.

        Anders und sehr interessant sind Kreationsmythen und Mythen zur Entstehung der Menschen.
        Da ist es so, dass über die ganze Welt und in verschiedensten Kulturen, die nie miteinander Kontakt hatten, sehr übereinstimmende Mythen entstanden.

        Ich finde diese Übereinstimmungen frappant. Ich möchte fast sagen, dass die Wahrheit wohl sichtbarer wird, wenn in einer Synopsis die Schnittmenge aller Kreationsmythen ermittelt würde.

        Dies hier weiter zu erläutern, würde den Rahmen etwas überdehnen. Vielleicht in einem separaten Post.

        Es darf auch nicht vergessen werden, dass diese Überlieferungen allegorisch sind. Stellen sie sich nur vor, jemand hätte vor 2 – 3 Tausend Jahren von Big Bang, Multiversum, Rotlichtverschiebung, die in der theoretischen Astrophysik gesuchte Formel für Alles,
        von singulärem schwarzem Loch usw. geredet. Die hätten gesagt der spinnt.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Stef: Lea hat die wichtigste Ihrer Fragen auf den Punkt genau beantwortet, der alles entscheidende Unterschied des Christentums zu allen anderen Religions-oder Denksystemen ist das Konzept eines liebenden Gottes, einer Erlösung ohne eigene Leistung vorzuweisen, Vergebung.
        Das, Stef, finden Sie wirklich nirgendwo sonst. Dass Gott den Weg zum Menschen freimacht und nicht umgekehrt der Mensch sich über Opfer, Abbitte, Leistungen usw den Zugang erkaufen muss. Genau um das geht es übrigens bei Karfreitag/Ostern. Und diese Idee hat das Christentum nirgendwo abgekupfert, diese Idee ist derart jenseits von unserem Verständnis „wir müssten das selber in Ordnung bringen“, das eigentlich genau das fürs Christentum sprechen würde… .
        Ich rede hier von den Sachen die im Buch drin stehen, und nicht davon, was später alles draus verdreht wurde!
        Auch ich will dass unsere Kinder eigenständig denken und keine marionettenhaften Autoritätsgläubige werden, aber ich sehe da kein Widerspruch zu „aktiver Glaubenserziehung“, ich kann sie mit oder ohne vermasseln.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Lea: wow, ich finde die Antwort beeindruckend und wunderschönformuliert, danke!
        Der Unterschied Atheist/Agnostiker. Atheisten lehnen die Idee einer Gottesexistenz entschieden ab. Im Zusammenspiel mit politischen Systemen kann das sehr unangenehme Folgen für Andersdenkende haben. Agnostiker sagen in etwa: ich sehe keine Beweise für die Existenz, aber auch keine dagegen. Persönlich bin ich nicht davon überzeugt, aber ich weiss es nicht mit Sicherheit. Die Haltung ist mehr eine offene.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Das Christentum, wahrscheinlich auch die andern grossen Religionen, haben sich natürlich ganz frei bedient bei den alten heidnischen Glauben. Zum Beispiel die Dreieinigkeit Gottes – finden wir so auch bei der jüngfräulichen Göttin, der Muttergöttin und der weisen Alten, symbolisiert durch Sichelmond, Vollmond und Neumond, in den Farben weiss, rot und schwarz. Heike Göttner-Abendroth hat interessante Bücher dazu geschrieben, auch mein Lieblingsbuch „Das geheime Wissen der Frauen“, ein Lexikon, geschrieben und recherchiert von der Historikerin Barbara Walker befasst sich eingehend mit dieser Thematik.

        Auffallend, dass die katholische Kirche ausgerechnet die frühen „Frauenfarben“, die soviel Symbolik enthalten, für sich gewählt hat, es gibt sehr viele Bezüge zu den alten Religionen, die nicht männerzentriert waren.

      • Stefan sagt:

        @Stef: Ein Wort zum heidnischen Einfluss. Grundsätzlich kann ich Ihrem Ansatz so nicht ganz zustimmen. Das Christentum selbst, respektive die christliche Lehre enthält wohl wenig heidnische Elemente. Jedoch haben verschiedene Bewegungen, darunter allen voran die Katholische Kirche heidnische Bräuche aufgenommen und weitergelebt. Als Beispiel sei hier die Marienverehrung genannt welche auf eine osmanische Gottheit zurückgeht. etc. etc.

  • stef sagt:

    Für mich ist es ganz klar, wir ziehen die Kinder fern von Religionen auf, mit dem Zeux werden sie in der Gesellschaft sonst schon genug konfrontiert. Das Christentum ist mit seiner ganzen Blutrünstigkeit und Herrschaftsgläubigkeit konträr zu meiner Vorstellung von Ethik. Ich selbst bin konfessions offen erzogen worden, blieb von Christkind Geschichten verschont, wir haben uns gegenseitig Sachen geschenkt, auch das Osterzeux haben wir uns gegenseitig versteckt, wir brauchten keine langen Ohren dafür. An einen Gott konnte ich nie glauben, meine Partnerin auch nicht, warum sollen wir unsere Kinder dann religiös aufziehen? Und welche Religion?

  • maria sagt:

    meine eltern nahmen mich aus dem religionsunterricht, da sie der meinung waren, dass ich als kind noch zu jung bin um herauszufinden, ob gott was für mich. und ich bin ihnen unendlich dankbar dafür. ich werde es ihnen gleichtun.

  • Hermann sagt:

    Es gibt keinen Gott.
    Nirgendwo.
    Es gibt nur Leben. Werden und vergehen.

    Wer lesen kann, versteht. Wer sehen kann, entdeckt. Wer hören kann, empfindet.

    Zum Beispiel letzte Woche in der Zeitung. Der Generalvikar Bistum BS im Interview:

    «Die ganze Gesellschaft krankt an einer deregulierten Sexualität. Übergriffe oder Pädophilie gibt es allein in der Schweiz jedes Jahr tausendfach, zumeist im Familienumfeld.»
    Kommentar: Welche Wurzeln, welche Geschichte hat denn unsere Gesellschaft hier?
    2000 Jahre Christentum und davor einige weitere tausend Jahre patriarchalisch fundierte Kulte und Religionen.

    «Der Mensch als Sexobjekt ist längst massentauglich geworden. Das kommt nicht aus der Kirche. Die Kirche bleibt nur nicht davon verschont, weil auch sie aus Menschen besteht.»
    Kommentar: Massentaugliche Sexobjekte? Aus welcher Perspektive denn? Wer, was objektisiert sie, die Menschen?

    «Es ist wichtig, dass man endlich Tabus abbaut. Dass wir offen über die Folgen einer deregulierten, kommerzialisierten Sexualität sprechen, die wir täglich spüren. Was einem nur schon im Internet alles als Lustobjekt entgegenspringt!»
    Kommentar: Worüber will der Mann mit uns sprechen? Über Moral? Über Nacktheit? Über kopulierende Leute? Über schauspielernde Sexdarsteller? Oder gar über Fantasien? Über wessen Tabus? Meine? Seine?

    NB. Mir geht es hier und jetzt keinesfalls nur um die christliche Religion. Sondern um praktisch alle, die diesen universalen Anspruch haben. Eine etwas andere Geschichte mögen/können kleinräumig vorkommende Naturreligionen sein. Lokal verankert, auf Naturbeobachtungen basierend, sind sie zwar kaum «ehrlicher» als die grossen – weil es ja letztlich immer und überall nur um Beeinflussungen, Machtstreben und Machterhaltung geht – aber in der Regel auch weniger krass.

    Und dann noch etwas: Praktisch alle Gurus, Propheten und Verkünder sind Männer.

    • gargamel sagt:

      …alle, ausser uriella, dem einzig wahren sprachrohr (oder hörrohr? oder kanonenrohr? oder rohrspatz?) gottes!

      fiat lux! (oder fiat topolino??

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Ja, wenn es um Macht geht, waren die Männer schon immer fixer, sie wissen, dass die Macht der Ohnmacht vorzuziehen ist und haben damit auch kein Problem. Da können sich Frauen nur ein Beispiel nehmen.

  • Ich rate Eltern, die sich darüber streiten ob sie ihr Kind katholisch oder protestantisch taufen sollen, es protestantisch zu taufen. Bei den Protestanten ist das Risiko für Kinder vom Priester belästigt zu werden geringer. Zudem können Frauen bei den Protestanten Pfarrerin werden. Wer also ein Mädchen hat, sollte ihm diese Option offen halten. Ebenfalls für die Protestanten spricht, dass wir ihnen unseren Bundesstaat zu verdanken haben und die protestantischen Kirchgemeinden nicht von uralten Männern aus Rom, die ohnehin nichts mehr raffen, geführt werden.

    Wer sich selber keinem Glauben zuordnen kann sollte es seinem Kind sagen. Es ist keine Schande, wenn man an gängigen Dogmen zweifelt. Die Kinder sollen sich ihre Überzeugungen selber aneignen. Damit sie nicht irgendeinem Sektenspinner auf den Leim gehen, lohnt es sich, sie im kritischen und aufgeklärten Sinn zu erziehen. Es immer noch besser wenn man Dinge hinterfragt als wenn man einfach irgendetwas glaubt.

  • Gotti sagt:

    Im „Der Sündenfall – ein Glücksfall? von Meir Shalev deutet der Autor bekannte biblische Geschichten neu. Durch seinen Kommentar bekommt man eine ganz andere Sicht der alten Geschichten aus der Bibel. Ich selber mochte als Kind die biblischen Geschichten. Die Horrorerzählungen ebenso wie die Gleichnisse im Neuen Testament. Und ich gebs zu: Meinen Glauben habe ich meiner Lehrerin und Sonntagsschullehrerinnen zu verdanken.

  • Lea sagt:

    Interessante Diskussion. Einige sagen, Kindern soll Religion vorenthalten werden, um ihre freie Wahl nicht vorzuprogrammieren.

    die frage nach Gott – und alle endgültigen fragen ohne faktische antworten, glaube eben – kommt vom Kind aus ganz von selber. sie beobachten und fragen. das fängt meist mit einer Frage wie „Warum ist der Himmle blau“ an. Alle kenne das. man kann dann anfangen über die Atmosphäre und Sonnenlicht und Einstrahlwinkel und und und. Dazwischen fragt das Kind dann, aber warum ist die Sonne dort wo sie ist, warum entsteht blau wenn Sonnestrahl auf Atmosphäre trifft. irgendwann in der Diskussion gibt es keine Antwort. Und man spürt einfach, dass da noch was ist. Etwas das jenseits Intellekt, faktischem Wissen und kausalem Denken ist. Gerade beim kausalen Denken ist es zu Ende gedacht so, dass immer vor dem Urgrund – prima causa weiter ergründet werden kann. Usque ad eternam vel origo eternitatis.

    Kindern ist also dieser Aspekt der conditio Humana aus ihnen selber heraus bewusst.

    geht man nun hin und klemmt diese Neugier ab und klemmt man damit auch ab, dass Kinder sich wundern können,
    indem man glaube in die Kategorie Märchen verbannt, vermittelt man dem Kind, dass selbstständiges Denken, Fragen und neugierig Erkunden etwas falsches oder schlechtes sei, und, dass dieses Etwas – nennen wir es Gott- das vom Kind selber erspührt (aufgespürt?) wurde, nicht existent sei, oder etwas krankhaftes. Eigentlich sehr gefährlich.

    Weil:
    ein Kind hinterfragt die liebe zu den Eltern und der Eltern gegenüber dem Kind nicht. Das vorher gesagte löst dann einen Prozess der Hinterfragung dieser Liebe aus.

    Ich glaube, dem Kind bewusst zu machen, dass es Fragen gibt, zu denen keine faktische Antwort gesagt werden kann, ist das wichtigste. Auch wichtig, dass viele Organisationen der Macht diese letzten Fragen dazu missbrauchen, einen ihren Interessen gefügigen Verhaltenskodex aufzuzwingen. Und dies mit den alten bewährten Mitteln von Angst und Schrecken. Auch das sollte einem Kind vermittelt werden.

    Nebenbei: ich trenne Vatikan, Ecclesia Catholica und Glaube streng. Der Vatikan ist einer der oben erwähnten Organisationen der Macht.

    Zu Buddismus: Buddhismus sieht sich selber nicht als Religion. So eine Aussage des Dalai Lama zur Frage der Konversion von Christen zum Buddhismus.
    Buddhismus ist eher eine Philosophie, die fragen der Kosmologie ergründet und beschreibt. Sicher ist das verwandt zu Glauben.

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Auch wenn man den Gottesglauben, wie ihn die verschiedenen Glaubensrichtungen vertreten, ablehnt, kann man trotzdem von diesem „Etwas“ sprechen. Dieses „Etwas“ ist in jedem Blatt, jedem kleinsten Lebewesen, der Unterschied von „lebendig“ zu „tot“. Darüber kann man mit Kindern sehr gut sprechen, aber diese ganzen Horrorgeschichten des strafenden Gottes braucht es dazu nicht. Meine Kinder waren z.B. bei der Kremation ihrer Grosseltern dabei, wir warteten, und nahmen dann die Urnen in Empfang.

  • Pippi Langstrumpf sagt:

    Lea sagt:
    5. April 2010 um 18:59

    Seit wann nimmst du Trolls in Schutz, das ist ja ganz was Neues, Lea?

    • Lea sagt:

      Ich sehe Auguste nicht als Troll. Karl hat einen wohl seltsamen Einwurf zum Thema gemacht, aber ich bin so nett und schiebe das auf den Knorz mit der neuen Antwortfunktion ab.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Aber hallo, ich meinte doch Karl!

        Sicher nicht Auguste, Lea, hast du noch nicht gemerkt, dass der meine heimliche Liebe ist? 😉

      • Lea sagt:

        @Pippi 5. April 2010 um 19:36: Genau genommen können auch einige Augustianische Beiträge als Trollpost gesehen werden. Ich meine jene kryptischen Anspielungen. Schauen Sie sich einige alte Thomas Beiträge an. Manchmal nervig, so was.

  • Pippi Langstrumpf sagt:

    @Widerspenstige

    Eigentlich unglaublich, in der heutigen Zeit! Wenn ich so etwas lese, bin ich doppelt froh, dass es die Reformation gegeben hat, das hat den fundamentalistischen Christusglauben wohl schon etwas gemässigt. Ich sage das aber, ohne wirklich bewandert zu sein in Kirchen- und Glaubensgeschichte. Ich kann mir zwar vorstellen, dass es etwas gibt, jenseits unserer Wirklichkeit, aber ich kann das auch gut dort lassen. Vielleicht werde ich es einmal erfahren, tant mieux, wenn nicht, ist es auch egal, weil ich es nicht mehr realisiere.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Pippi Langstrumpf: nochmal kleines Ostermontaghallo, haben Sie meine 17:06 Antwort gesehen, oder hat der, der aus der Höhle gekrochen ist, Ihren Blick davon abgelenkt?…;-)

      @Widerspenstige: Sie haben Recht, da wurde leider eine riesen Chance verpasst, und die Enterbungsdrohung… so sollte es eben gerade nicht sein Himmel nochmal! Tut mir sehr leid für Sie, ich hoffe der weitere Verlauf wandte sich besserem zu und dass Sie Ihren Entschluss nie bereut haben…:-)

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Ja, ich habe Ihre Antwort gesehen. Auch Sie glauben, was Sie können. Das stört mich doch überhaupt nicht, wie gesagt, Glauben ist Privatsache, wenn wir das konsequent so handhaben würden, nicht nur im Christentum, hätten wir auf der Erde wahrscheinlich schon fast friedliche Zustände. Was die Geschichten im AT betrifft, habe ich schon eine etwas differenziertere Meinung. Wie wollen Sie z.B. Moses Bereitschaft (war es der, oder ein anderer?), seinen Sohn zu opfern, damit Gott zufrieden ist, kindgerecht aufbereiten? Das ist völlig unmöglich, das AT trieft von solchen Horrorgeschichten. Dazu haben die Frauen in der Bibel selten Namen, meistens sind sie das Weib oder die Hetäre oder die Tochter von irgendeinem Geschichtswürdigen. Sie sehen, ich werde mit diesem Werk meinen Frieden nicht machen. Das Perfideste ist, wenn du nicht glaubst, bist du des Todes, klare Erpressung.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Pippi Langstrumpf: hoff ich lande am richtigen Platz…
        also das war der Abraham, nicht der Mose, und die Geschichte finde ich gar nicht mal die Schlimmste denn immerhin hat die ein sehr gutes Ende genommen, da gibts ja ganz anderes.
        Vertrauen-Misstrauen, Ehrlichkeit-Hinterhältigkeit, Grosszügigkeit-Neid, Betrug, Verrat, Mord.
        Freundschaft, Treue und Hingabe-, einigen Horrorgeschichten kann vom Horror genommen werden
        wenn man genauer hinsieht.
        Und das Buch ist ja dick, man muss ja nicht gleich mit der Baalspriesterabschlachtung beginnen…;-)
        Seltene Namen, also mir fallen auf die Schnelle Eva, Sara, Lea, Rahel, Mirjam, Deborah, Esther, Hanna ein,
        so seltsam klingen die also nicht, einige davon könnte man beinahe modern nennen.
        Ne, also da hat mich Struwwelpeter und Rapunzel definitiv mehr geschädigt…

  • Widerspenstige sagt:

    @Brunhild Steiner
    ‚Mit Überbau und Ostergeschichte hätten Sie aber noch einen phänomenalen Aspekt bezüglich Frauenstellung, es waren die Frauen welche die erste Zeugen der Auferstehung waren (FRAUEN…:-) ),- die Männer haben ihnen nicht geglaubt. Und obwohl Frauen damals als Zeuginnen nicht viel galten, trotz kultureller männerlastigkeit, wurde dies so dokumentiert!!!

    Das finde ich u.a. einen der wichtigsten Argumente für den gebührenden und wohlverdienten Platz der Frau innerhalb der machtvollen Vatikan-Hierarchi, welches dokumentiert wurde – erstaunlicherweise zu jener Zeit von Männern notabene! – und darauf hinweist, wie wichtig Frauen vorallem während der Auferstehung Jesus für die Nachwelt waren.
    Auf dieser Tatsache kann aufgebaut werden und ebenfalls die Rolle von der ‚Muttergottes Maria‘ sowie ‚Maria Magdalena‘. Alles äusserst wichtige Frauenfiguren zur Zeit Jesus und bis zur Neuzeit.

    Ich klammere jetzt bewusst mal aus, ob an eine Auferstehung geglaubt wird oder nicht. Das scheint mir ein zu brisantes Thema zu sein und hängt mE.stark mit der eigenen Fähigkeit, Bildung, Erziehung zusammen, dies als Metapher zu sehen – es wurde sehr viel bildlich in der Bibel, im AT und NT, dargestellt, damit es die einfachen Leute irgendwie verstehen konnten. Ich glaube daran, dass eine überirdische Macht und Intelligenz vorhanden ist und uns Menschen erst richtig bewusst wird, wenn wir das materielle Denken losgelassen haben und in eine höhere Ebene eingetaucht sind.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Widerspenstige: Also mal herzlichen Dank für das Statement! Die Existenz des Vatikans betrachte ich mit widersprüchlichen Gefühlen, mir wird „Christentum“ manchmal zu stark mit „Vatikan“ gleichgesetzt.
      Und die Muttergottes beinahe als Mittel um die Frau in Schranken zu halten, immer ein hehres Wesen vor Augen dessen Heiligkeit ich sowieso nie erreichen werde, so in der Art irgendwie.

      „Ich klammere jetzt bewusst mal aus, ob an eine Auferstehung geglaubt wird oder nicht. Das scheint mir ein zu brisantes Thema zu sein und hängt mE.stark mit der eigenen Fähigkeit, Bildung, Erziehung zusammen, dies als Metapher zu sehen – es wurde sehr viel bildlich in der Bibel, im AT und NT, dargestellt, damit es die einfachen Leute irgendwie verstehen konnten.“
      Das ist jetzt wohl kein Kompliment für eine überzeugte Auferstehungsgläubige, oder? 😉

      • Widerspenstige sagt:

        Ich habe bewusst die Vatikan-Hierarchie in diesem Zusammenhang genannt, weil es gut passt in die zwiespältige Haltung uns Frauen gegenüber und weil das christliche Oberhaupt es leider in seiner mit Spannung erwarteten Osterbotschaft 2010 verpasst hat, die Missstände in den eigenen ‚heiligen Reihe‘ wegen dem Zölibat und dessen Folgen anzuprangern. Ich bin noch etwas benommen von der Unverfrorenheit und Ignoranz den Opfern der sexuellen Übergriffe gegenüber, sorry. Es soll nur die Wichtigkeit der weiblichen Wesen innerhalb der Auferstehungsgeschichte mehr hervorgehoben werden, weil immer und überall nur von den männlichen Wesen – auch dort! – geschrieben, gesprochen und nach ihrem Vorbild gelebt werden solle. Das kann mir nicht länger egal sein.

        Nein, liebe Brunhild Steiner, es soll nicht wertend sein und ich wollte die Auferstehungsgeschichte so neutral wie möglich kommunizieren, weil ich es eben als ganz brisantes und heftigst diskutiertes Thema aus meiner streng-katholischen Familiengeschichte kenne. So heftig und heiss wurde nirgendwo gestritten und mit Enterbung gedroht, weil ich mich erdreiste, einen Buddhisten zu heiraten. Also einen ‚Ungläubigen‘ in den Augen meiner Eltern.

  • Karl sagt:

    Sex ist für Männer ein animalisches Bedürfnis, grundsätzlich sind ihm die Folgen gleichgültig, außer er wird dazu erzogen. Für Frauen hat Sex lediglich den Zweck, Kinder zu empfangen; die Male, die sie Sex aus eigener Lust verlangt, sind verschwindend gering. Aber das Bedürfnis der Männer nutzt sie seit Jahrtausenden aus, um zu erreichen, was sie erreichen möchte (Primatenerbe: Weibl. Schimpansen bieten sich an, um an Freßbares zu gelangen). Das ist eigentlich traurig, aber kaum zu ändern. Frauen haben nur geringes, wenn überhaupt irgendein Verständnis dafür, daß Sex auch eine Art von „Kunst“ und ästhetisch sein kann.

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Unsäglich, was da noch so alles aus den Höhlen kriecht an einem gewöhnlichen Ostermontag…….

    • Lea sagt:

      genau Karlchen. Wenn mein Haushaltsgeld für den Monat schon Mitte des Monats aufgebraucht ist, gehe ich ohne Slip in den Supermarkt, damit meine Pheromone auch ganz sicher weit verstreut werden. so bin ich sicher, dass ein Primat mit Geld in der Tasche mir dann den Einkaufswagen bezahlt nachdem wir uns hinter den Bananenkisten schnell vergnügt haben.

      So bescheuert etwa ist das, was Sie sagten.

      zu Kunst und Ästhetik des Aktes: ein kurzer Slapstick von 4 Minuten: der durchschnittliche Mann.
      eine epische Oper über stunden: die nicht durchschnittliche Frau und ihre Träume.

      Allerdings: Wer zieht sich täglich eine Oper rein. Das wäre so Anstrengend wie Ihr seltsamer Diskussionsbeitrag.

      • Pat sagt:

        Solche Typen gibt es halt immer noch, superanachronistisch, klar, aber damit muss man wohl leben. Du hast ihm genau richtig zurückgegeben, Lea. Allerdings denke ich nicht, dass der Durchschnittsmann 4 Minuten brütet und die Durchschnittsfrau von Stunden träumt. Aber der Kern stimmt: die Dauern gehen auseinander, klar. Leider, und zwar zu beides Leidwesen.

        Und (wir) Ausnahmen bestätigen wohl die Regel.

    • Auguste sagt:

      hmm…, off-topic epitomised! congrats karl.

      • Lea sagt:

        Ach Auguste, spam doch nicht. es kann auch sein, dass sein post dank dieser neuen bescheuerten hierarchischen kommentar-antwort funktion oder wie man den stuss nenen soll, ganz einfach am falschen ort gelandet ist.

      • Auguste sagt:

        hmm…, bescheuert epitomised! congrats again, karl.

      • Lea sagt:

        Und weshalb antworten Sie mir und meinen karl? was soll den das? Reden Sie Klartext. Also langsam kommen mir Ihre Kommentare auch trollig vor. so von wegen off-topic: Look at yourself.

  • Pippi Langstrumpf sagt:

    Liebe Brunhilde, nein es waren nicht meine Eltern, die mir in dieser Hinsicht irgendetwas vorgelebt haben, ich bin mit einem kritischen Geist geboren worden, das bekommt man mit. Vorgelebt wurde mir eigentlich, dass Glauben etwas Privates ist, meine Mutter sprach mit uns ein Abendgebet, das war alles. Als ich im Kindergarten die Geschichte von Adam und Eva hörte und davon, wie die zwei aus dem Paradies verbannt wurden und dann Eva unter Schmerzen gebären musste und seither alle Frauen, war ich schockiert und empfand eine Wut auf diesen „Liebgott“ und fand, der Name „Bösgott“ würde viel besser passen. Die Kindergärtnerin war unfähig, schon klar, aber das ändert an meinem Widerwillen nichts, die Braven und Folgsamen werden belohnt, die andern werden zu Tode gequält (in der Hölle) weil sie nicht glauben, schrecklich. In die Sonntagsschule ging ich meiner Mutter zuliebe und der Nachbarin, die dort unterrichtete und eine Seele von Mensch war, ich habe ihr nie gesagt, dass ich nicht an Gott glaube, weil ich sie nicht verletzen wollte.

    Natürlich kann ich nicht an die Auferstehung glauben, dass es die Frauen waren, die diese Mär verbreiteten, ändert daran nichts, sie suchten wohl Trost nach dem schrecklichen Foltertod, den Jesus erleiden musste.

    Wenn ich sage, dass man Kinder nicht mit Religion belasten soll, heisst das nicht, dass man nicht sagen soll, wie man es damit hält. Aber die ganzen Geschichten in der Bibel, vor allem die des AT muss man Kindern nicht antun. Das können sie lesen, wenn sie alt genug sind dafür. Ich finde, in dieser Hinsicht haben sich meine Eltern genau richtig verhalten.

    Auch als nicht gläubiger Mensch gehe ich gerne in Kirchen, vor allem in fremden Städten. Und in der Musik gibt es für mich nichts schöneres als Bach, Bach und Händel sind die unerreichten Meister, auch heute noch.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Pippi Langstrumpf: vielen Dank für die ausführliche Antwort!
      Da ist wohl einiges nicht ganz glücklich gelaufen, und ich verstehe die Wut, die hatte und habe ich selber auch!
      Aber, der gute Adam ging da auch nicht schadlos draus weg, nun war fertig mit sich einfach so den Bauch füllen,
      im Schweisse seines Angesichts musste er auf dem Acker krüppeln.
      Aber ehrlich gesagt, ich finde diese Verse schon hochspannend, gerade auch in Bezug auf die ganze Frau/Mann-Geschichte. In kurzer Form wird da der Beginn der Ungleichheit in Bezug auf die Stellung beschrieben.
      Zur Rettung muss ich anfügen, dass es später aber auch Richterinnen & Prophetinnen gab, und dann Jesus ziemlich revolutionär mit den Stereotypen und dem Frauenrunterdrücken aufräumte…;-)

      Ich muss die Oster-Frauen ein bisschen verteidigen, die suchten keinen Trost, sondern sie packten mutig ihre noch vorhandene Kraft zusammen, machten sich auf den Weg um die übliche Einbalsamierung nachzuholen, chapeau!,
      und erschracken erst mal fürcherlich. Und als sie sich gefasst hatten und erkannten was geschehen ist,
      konnten sie sich mit den ungläubigen Männern rumschlagen… .

      Beim „mit der Religion belasten“, ginge es nur darum zu sagen wie man es damit hält (im Sinne von, welche Meinung man dazu hat) kommt man ja einigermassen ungeschoren davon. Aber wenn dieses „Religion-leben“ mehr umfasst als bloss ein Abend- oder Tischgebet, dann beeinflusse (oder belaste) ich natürlich unweigerlich. Die AT-Geschichten, klar, da wimmelt es ua von Mord und Totschlag, und doch, es lässt sich auch kindgerecht transportieren mit wichtigen Inhalten was die Grundthemen des Menschsein betrifft.
      Muss sagen, mir ist der Struwwelpeter und gewisse Märchen viel schlimmer eingefahren als AT-Geschichten.

  • Rudi sagt:

    Völlig deplatziert, alles.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Rudi: „Völlig deplatziert, alles.“
      und aufgrund welcher Weltanschauung kommen Sie zu dieser objektiven und genauen Analyse?
      Ein bisschen mehr Coming-out diesbezüglich würde uns helfen Sie besser zu verstehen.

  • Pippi Langstrumpf sagt:

    Der Mensch glaubt, was er kann. Ich konnte nie an einen Gott glauben, es war mir nicht möglich, wenn ich Bibelgeschichten hörte, erfasste mich ein Unbehagen, da wollte mich jemand für dumm verkaufen. Ausserdem fiel mir früh auf, wie sehr viele Leute, die ein Vorbild sein sollten, nichts als Heuchler waren. Was mich hingegen immer berührte, waren die Geschichten der Liebesbotschaft von Jesus, so grossartig! Ich bin auch heute noch, eigentlich zunehmend, beeindruckt, wie revolutionär das Wirken dieses Mannes aus Nazareth war, das bleibt es, auch wenn er für mich einfach ein aussergewöhnlicher Mensch war, ohne diesen ganzen Gottes Sohn-Überbau.

    Wir sollten unsere Kinder nicht belasten mit Religionen, welcher Art auch immer, das ist Gesinnungsterror. Es reicht, wenn sie als Jugendliche mit den verschiedenen Religionen bekannt gemacht werden. Auch dieses ganze KUW Zeugs ist unnötig, die meisten Kinder sehen das als weitere Pflicht, die es zu erfüllen gibt neben der Schule, damit sie konfirmiert werden und dabei Geschenke bekommen. Ich habe meine Kinder seinerzeit dispensieren lassen vom Religionsunterricht, sie empfanden es nicht als Verlust. Ich weiss noch, als mein älterer Sohn nach der Religionsstunde nach Hause kam und sich darüber nervte, dass die Lehrerin vom „Walfisch“ sprach, er konnte nicht begreifen, dass eine Lehrerin wider besseres Wissen den Wal als Fisch bezeichnete. Er las seit dem Kindergarten Bücher aus der „Was ist was“ Reihe, dort werden wissenschaftlicher Themen kindgerecht aufbereitet, deshalb wusste er, dass Wale Säugetiere sind. Natürlich hatte er dann bei der Walfischgeschichte protestiert, wurde aber nur heruntergeputzt, das spiele keine Rolle etc. Damit war für ihn das Thema Religion erledigt.

    Fragen der Kinder, ob man an Gott glaube, mit einer Gegenfrage zu begegnen, finde ich sehr zynisch. Kinder sind nicht blöd, sie fühlen sich dabei nicht ernstgenommen, auch wenn sie das erst im Nachhinein genau realisieren. Da kommt mir eine interessante Geschichte in den Sinn: Ich arbeitete als Direktionsassistentin bei einem Medizinprofessor, als ich an einem Samstag noch ein paar Arbeiten im Büro erledigte und meinen Sohn mitnahm. Er war damals 5 Jahre alt, mein Chef arbeitete auch, mein Sohn schaute ihm eine Weile zu, sie sprachen ein bisschen über verschiedene Sachen, mir fiel auf, wie ernsthaft mein Chef auf Fragen meines Sohnes einging; plötzlich fragte mein Sohn „sag mal, glaubst du eigentlich an Gott“? Es war mir etwas peinlich, dass er so direkt war, aber er bekam nach kurzem Zögern ein Antwort, sie lautete „nein, eigentlich nicht“, worauf mein Sohn sagte „du hast recht, ich auch nicht“. Es imponierte mir, dass hier nicht gelogen und laviert wurde, sondern der klaren Frage eines Kindes mit einer ebenso klaren Antwort begegnet wurde.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Pippi Langstrumpf: „Der Mensch glaubt, was er kann. Ich konnte nie an einen Gott glauben, es war mir nicht möglich, wenn ich Bibelgeschichten hörte, erfasste mich ein Unbehagen, da wollte mich jemand für dumm verkaufen.“
      Haben Sie dieses Unbehagen/Gespür ganz alleine entwickelt,
      oder wurde Ihnen dies möglicherweise schon von Ihren Eltern vorgelebt?

      „Ausserdem fiel mir früh auf, wie sehr viele Leute, die ein Vorbild sein sollten, nichts als Heuchler waren.“
      Da sprechen Sie einen sehr traurigen und wichtigen Punkt an! Es gibt aber dennoch auch ganz viele tolle Vorbilder, bloss nützt einem das natürlich nicht viel, wenn man denen nie begegnet… .

      „Was mich hingegen immer berührte, waren die Geschichten der Liebesbotschaft von Jesus, so grossartig! Ich bin auch heute noch, eigentlich zunehmend, beeindruckt, wie revolutionär das Wirken dieses Mannes aus Nazareth war, das bleibt es, auch wenn er für mich einfach ein aussergewöhnlicher Mensch war, ohne diesen ganzen Gottes Sohn-Überbau.“
      Mit Überbau und Ostergeschichte hätten Sie aber noch einen phänomenalen Aspekt bezüglich Frauenstellung, es waren die Frauen welche die erste Zeugen der Auferstehung waren (FRAUEN…:-) ),- die Männer haben ihnen nicht geglaubt. Und obwohl Frauen damals als Zeuginnen nicht viel galten, trotz kultureller männerlastigkeit, wurde dies so dokumentiert!!!

      „Wir sollten unsere Kinder nicht belasten mit Religionen, welcher Art auch immer, das ist Gesinnungsterror. …
      Fragen der Kinder, ob man an Gott glaube, mit einer Gegenfrage zu begegnen, finde ich sehr zynisch. Kinder sind nicht blöd, sie fühlen sich dabei nicht ernstgenommen, auch wenn sie das erst im Nachhinein genau realisieren.“
      Wenn ich nun meine Kinder nicht mit „Religion“ belasten sollte, wie kann ich dann auf diese Frage eine ehrliche und aufrichtige Antwort geben? Und wie ist es mir dann möglich mein Menschenrecht auf freie Religionsausübung auszuleben?
      Die Freiheit ist mir da enorm wichtig, wir dürfen unsere Kinder sehr wohl in unserer persönlichen Weltanschauung erziehen und anleiten, ABER, immer mit der inneren Bereitschaft sie auch einen anderen Weg gehen zu lassen, wenn sie das eines Tages so wollen, ohne Liebesentzug und Enterbungsdrohungen… .

  • maria weiss sagt:

    Ich stelle mir vor, dass es sehr interessant wäre, Religionswissenschaft zu studieren, um alle verstehen zu lernen. Daran glauben muss man deswegen noch lange nicht.

  • Roli sagt:

    Nun, ich will niemandem zu nahe treten, aber meine Erfahrung ist die, dass die allermeisten, die sich so gewiss geben, dass es keinen Gott gibt und die Bibel ein Märli-Buch ist und dergleichen, eigentlich fast gar nichts über diese Dinge wissen. Vielmehr haben sie sich der Kirche entfremdet, was als solches nicht so erstaunlich ist, da leider in vielen Landeskirchen der Auferstandene nicht mehr wirklich Platz hat. Und da liegt auch gleich der Punkt: Das echte Christentum ist eine Beziehung eines einzelnen Menschen zu Gott durch Jesus. Erst durch das Osterfest ist das möglich geworden. Somit lebt Jesus Christus oder wenn Ostern ein Märchen ist, dann müsste das Christentum schon längst aus und vergessen und sämtliche Kirchen geschlossen sein. Die Ostererfahrung ist jedoch möglich – probiert’s aus und ihr werdet sehen… Wenn nicht, dann wendet euch doch einfach vom Christentum ab. Das wäre dann das einzig konsequente.

    Und noch wegen der Entstehung der Bibel: Es gibt kaum ein historisches Buch, das derart gut dokumentiert ist wie die Bibel. Eigentlich ist es müssig, darüber nochmals zu schreiben, gibt es doch haufenweise Literatur in der christlichen Wissenschaft, die das zementiert. Man muss es halt einfach lesen. Wenn man aufgrund eigener Vorurteile, die womöglich von den Medien geschürt worden sind, die Bibel zu beurteilen meint, obwohl man sich gar nie vertieft mit ihr auseinandergesetzt hat, ist dies mit Verlaub eine ziemlich bescheidene intellektuelle Leistung. Etwa so, wie wenn man einen Film beurteilt ohne ihn gesehen zu haben. Also, let’s go, ein Abenteuer ruft!

  • Peter Walter Bäni sagt:

    Die Frage nach der Religion oder den Religionen hat seit je her die Menschen immer wieder bewegt. Jeder meint er habe den richtigen Gott.
    Religionen sind von Menschen gemacht worden, aus diesem Grunde sehen wir oder erleben es immer wieder wie dadurch der Mensch missbraucht worden ist! Dies hat sich bis heute nicht geändert und wird sich auch nicht ändern in der Zukunft.
    Warum weiss ich das?
    Haben Sie sich nicht auch schon gefragt, was ist die Wahrheit? Wo muss ich suchen, oder wo kann ich sie finden?
    Ganz einfach „Das Wort Gottes“, die Bibel ist die einzige Wahrheit an der wir unser Leben messen können.
    Wie gut wäre es, wenn der Mensch sich den Religionen entledigen könnte und so dem Wort Gottes mit seinem Leben dient.
    Der Glaube an Jesus Christus, der das Leben, der Weg und die Wahrheit ist macht uns frei von allen Religionen, Philosophien oder Menschenmeinungen.
    Was es dazu braucht um frei zu werden ist, eine klare Bekehrung.
    Was ist eine Bekehrung? Eine totale Umkehr vom alten sündigen Leben und seine Sünden Jesus Christus bekennen, damit er uns vergeben kann.
    Die Bibel sagt: „Tut Busse und bekehret euch und lasse sich ein jeder taufen auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes.“
    Das hat mich keine Religion gelernt, darum ist jeder aufgerufen freiwillig dem Wort Gottes zu glauben und Jesus Christus nachzufolgen. Denn es gibt eine ewige Hölle und einen ewigen Himmel und der Mensch hat Gelegenheit in seinem irdischen Leben zu entscheiden wohin er einmal kommen wird!
    Darum o` Mensch gedenke, dass du einmal sterben wirst!

  • Niculin sagt:

    Ich selbst bin erst 18, wurde von meinen Eltern (aus meiner Sicht) aber auf eine gute Weise erzogen.
    Mein Vater ist Atheist während meine Mutter an Gott glaubt (sie kommt aus einer ziemlich religiösen Familie), sich jedoch nicht mit einer unserer Kirchen identifizieren kann. Zuhause sprachen wir nicht selten über das Thema Gott, also auch als ich noch ganz klein war. Wir wurden alle nicht getauft und sprachen völlig offen. Anfangs habe ich nur die Meinung meines Vaters kopiert (wieso weis ich nicht genau, aber fand es damals cool mit der ganzen Klasse zu diskutieren). Später begann ich aber mein eigenes Bild von Gott zu Bilden (irgendwas zwischen Atheismus, Pantheismus und dem physikalischen Grundglauben, alles ist Energie!), Interessant finde ich aber das meine Geschwister (habe 3) alle anders dastehen. Besonders meine kleine Schwester, sie fand ihren Weg zum Glauben mit etwa 8 Jahren und entschied sich nach einem längeren Auswahlverfahren für die protestantische Kirche und liess sich auch taufen.
    Nun, was ich eigentlich sagen will ist folgendes. Aus meiner Sicht sollen Eltern ihre Kinder religionsfrei Erziehen. Kinder sollten die Möglichkeit erhalten alle zentralen Religionen kennen zu lernen und selbst zu entscheiden. Eltern sollten aber auch klar zu ihrem eigenen Glauben stehen und versuchen den Kindern zu erklären wieso sie diesen glauben haben.

    Und noch an einige die geschrieben haben, das Religion was Negatives ist. Religion ist etwas Mächtiges und hat genauso viel Potenzial zu Gutem wie zu Schlechtem. Aber ob die Welt ohne Religionen besser währe? Ich glaube nicht, denn der Mensch findet genug schnell einen Ersatz, sei es Rassendenken oder andere Ideologien.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Niculin: „Aus meiner Sicht sollen Eltern ihre Kinder religionsfrei Erziehen….
      Eltern sollten aber auch klar zu ihrem eigenen Glauben stehen und versuchen den Kindern zu erklären wieso sie diesen glauben haben.“
      Das geht dann aber nicht mehr so ganz auf mit dem religionsfrei… .
      Alle Eltern haben Weltanschauungen, ihre persönlichen Überzeugungen zu den Fragen des Lebens. Bei den einen eher losgelöst vom Alltag, bei anderen mittendrin in der Praxis, sozusagen „mit Hand und Fuss“. Und, jeder wird, gewollt oder ungewollt von irgendeiner „Idee“ geprägt; wenn die Eltern „nichts“ vermitteln, dann wird es eben „nichts“ sein, oder Kind/Jugendlicher füllt sich das mit von aussen vorgesetztem was ihm Sinn und Erfüllung verspricht. Kann gut rauskommen, oder schlecht. Umgekehrt geht natürlich auch, Kind sucht sich einen Ausweg zur daheim erzählten und/oder gelebten Religion. Entscheidend finde ich da vorallem, dass die Kinder zwar unsere Überzeugungen gelehrt bekommen inklusive Anleitung, aber, dass sie die Freiheit haben sich davon auch abwenden zu dürfen! Und zwar ohne Liebesentzug!

      „Und noch an einige die geschrieben haben, das Religion was Negatives ist. Religion ist etwas Mächtiges und hat genauso viel Potenzial zu Gutem wie zu Schlechtem. Aber ob die Welt ohne Religionen besser währe? Ich glaube nicht, denn der Mensch findet genug schnell einen Ersatz, sei es Rassendenken oder andere Ideologien.“ VIELEN DANK!!!

  • (mira-)moira sagt:

    seit meine töchter schulpflichtig sind, ist das ein dauerthema und nicht einfach zu lösen.
    zwar sind beide ungetauft, aber das besuchen des religionsunterrichts habe ich ihnen nicht verwehrt, um nicht alleine im klassenverband dazustehen, vorallem und weil ich ihnen die chance zur eigenen meinungs-und evt. glaubensbildung ermöglichen möchte.
    sie sind eigenständige wesen und sollen selbst ihren weg finden.
    ich würde aber einen allgemeinen ethikunterricht mehr als bevorzugen!
    zudem ist es unangenehm mitzubekommen wie sie in der schule, in der freizeit und im alltag beeinflusst werden von gläubigen. da dann nicht eisig dagegenzuhalten, braucht einiges an disziplin und toleranz.

    trotzdem bleibe ich mir treu. auch wenn an weihnachten mir meine grössere ganz enttäuscht und vorwurfsvoll sagte“wenigstens an weihnachten könntest du an gott glauben!“ ich blieb dabei, ihr nochmals zu erklären, dass ich nicht weiss ob es gott gibt. und dass mich die argumente der gläubigen nicht überzeugen. schon nur die frage welcher gott, ist der richtige, scheint unlösbar.

    natürlich feiern wir ostern und weihnachten und ich erkläre ihnen die christlichen hintergründe genauso wie die bräuche, die nicht selten einiges älter sind. ( oder warum gibts eier an ostern und immergrüne-bäume an weihnachten?)
    gerne hätten es beide gesehen wenn mein mann und ich in der kirche geheiratet hätten, aber sie waren beide empört, als sie bei der hochzeitsmesse meiner schwester den prediger sagen hörten, die ehe sei nur echt, weil vor gott geschlossen…
    sie fragten wütend warum unsere hochzeit jetzt unecht sein sollte, „ihr liebt euch doch!“ das erleichtert mich dann wieder im ungewissen ob der weg der richtige ist und ob ich es ihnen wirklich selbst überlassen „darf“ sich zurecht zu finden in der frage rund um religion& glauben.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @mira-(moira) „zudem ist es unangenehm mitzubekommen wie sie in der schule, in der freizeit und im alltag beeinflusst werden von gläubigen. da dann nicht eisig dagegenzuhalten, braucht einiges an disziplin und toleranz.“
      Leben Sie in einem derart frommen Biotop dass da offenbar so eisig entgegengehalten werden muss?
      Ich sehe den Gruppendruck eher auf anderen Gebieten, die richtigen Kleider tragen, die richtige Musik hören usw. und später dann wohl das richtige Handy, die Playstation, überall Konsumgüter die Kind oder Jugendlicher haben sollte um wer zu sein. Da erhoffe ich mir eigentlich gerade bei den sogenannt Frommen, dass dort dieser Druck nicht herrscht und alle wertgeschätzt sind aufgrund ihres Seins und nicht ihres Habens. Wenn das dann noch in der Berufswelt so funktionieren würde wärs bald nicht mehr auszuhalten vor gegenseitiger Annahme…;-)

      • (mira-)moira sagt:

        nein, wir leben nicht in einem frommen biotop, aber auf dem dorf und es gibt kaum ein haushalt mit kindern ohne bibelsprüche im bilderrahmen oder ähnlichem. zudem sind die zwei noch zu klein für den handy-markenkleider-gruppendruck. zum glück.aber abgesehen davon, schrieb ich ja :“da dann nicht eisig dagegenzuhalten, braucht einiges an disziplin und toleranz. will heissen, ich halte mich möglichst zurück, leugne aber meine agnostische haltung nicht.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @mira-(moira): ich verstehe immer noch nicht ganz, gegen was Sie entgegenhalten müssen. Die bildergerahmten Bibelsprüche sehen Sie ja nicht täglich, oder? Ich würde gerne verstehen, wo für Sie der Druck besteht, wo Sie finden dass Ihre Kinder mit Sachen beeinflusst werden welche Sie selber so nicht befürworten, und sich möglicherweise um „des lieben Friedens willen“ möglichst zurückhalten.
        Ich hoffe dass mein Post nun an den richtigen Platz kommt, nämlich nach Ihren Eintrag vom 5.4….

      • (mira-)moira sagt:

        nun zum beispiel wenn mein kind mir aus dem religionsunterricht nachhause kommt und mich darüber aufklärt, dass gott raucher nicht mag, weil die sich selbst töten. das ist schwere kost. oder wenn sie bibelsprüche im poesiealbum hat, oder texte aus der bibel wiederholt von lehrern und schülerInnen geschenkt bekommt. wenn jedes kinderlager, kinderprogramm, das per schule beworben wird, von der offiziellen oder den privaten kirchen stammt. oder wenn sie mir erklärt sie käme wahrscheinlich in die hölle, weil sie nicht getauft sei…hm. das finde ich gar nicht gut. und es braucht sehr viel fingerspitzengefühl, dem sachlich zu begegnen und das kind auch teilweise zu beruhigen.

  • Mephisto sagt:

    @marlis.steiner: Wieso erlauben sie sich für alle Katholiken zu sprechen? Es ist nur ihre eigene Meinung sich von diesem Bild provoziert zu fühlen? Ihre Reaktion bestärkt mich in meiner Entscheidung aus der kath. Kirche ausgetreten zu sein. Es zeigt sich nämlich dass nicht nur die Führungsriege und deren Vertreter total falsch liegen sondern auch sehr viele kath. Gläubige. In dem sie hier auf Opfer machen dass provoziert wurde ohne einen Kommentar zum gegebenen Thema, zeigen sie ihre Geisteshaltung. Peinlich…

    Zum Thema:
    Es ist sehr wichtig dass wir den Rattenfängern der Religion die Stirn bieten. Wie uns die Geschichte zeigt ist Religion leider etwas sehr Negatives. All die Dogmen und Zwänge beschneiden den selbstbewussten Menschen. Wir tun gut daran unsere Kinder religionsfrei zu erziehen. So machen wir aus ihren realistische, selbtbewusste Menschen mit einer eigenen Meinung.

  • annor sagt:

    Würde ein gleichwertiges Bild zu einer anderen Religion wie Islam publiziert? Nein? Weshalb dann nicht gleiches Verhalten gegenüber allen Religionen? Oder müssen die Christen jetzt auch mit Bomben drohen?

  • marlis.steiner sagt:

    Glaubenssachen

    Im Namen aller Katholiken protestiere ich gegen das schändliche Bild mit dem Kreuz. Zwei Symbole, das Kreuz und die Muttergottes sind die heiligsten unseres Glaubens. Wagen Sie das einmal mit anderen Religionen.

  • Ratschläge für die Kindererziehung

    Ganz kleine Kinder haben mit den sichtbaren und unsichtbaren Welten sehr feine Beziehungen. Sie besitzen tatsächlich eine Form von Sensibilität, die ihren Ursprung in einer weit entfernten Vergangenheit hat, in der die Menschen sich völlig bewusst waren, dem lebendigen Organismus der Natur anzugehören. Deswegen kommen den Kindern die Tiere, aber auch die Pflanzen, Steine und Gegenstände wie Wesen vor, die ihnen sehr nahe sind. Sie sprechen mit ihnen, es sind ihre Freunde. Manche Kinder treten sogar in Kontakt mit den Naturgeistern, sie sehen sie, lächeln ihnen zu, unterhalten sich mit ihnen, hören zu und antworten. Aufgrund des Verhaltens der Erwachsenen und der Erziehung, die sie bekommen, verlieren sie jedoch nach und nach diesen Kontakt. Die Eltern, Erzieher und alle, die sich um Kinder kümmern, sollten sich zum Wohl der Kinder aber auch für ihre eigene innere Entwicklung mit dieser Frage beschäftigen. Wenn sie die Kinder in deren ersten Jahren aufmerksam beobachten, werden sie im Buch ihrer Seele die wahren Geheimnisse des Lebens lesen können.

    Mit der Begründung, dass ihre Kinder nicht leiden sollen, unterstützen die Eltern oft deren schlechte Angewohnheiten. Sobald sie sehen, wie ihre Kinder sich ein wenig abmühen, um das zu erledigen, was von ihnen verlangt wurde, sind die Eltern beunruhigt und greifen ein, um ihnen diese Anstrengung zu ersparen. In Wirklichkeit haben die Kinder so große Energiereserven und sind so widerstandsfähig, dass sie diese kleinen Unannehmlichkeiten sehr schnell vergessen. Was ihnen bleibt, ist, dass es sich lohnt, sich anzustrengen, und das wird ihren Charakter formen. Darüber sollten die Eltern nachdenken. Wenn die Eltern immer da sind, um auf die Kinder aufzupassen, sich Sorgen zu machen und zu sagen: »Ach, der Arme, man darf ihn nicht überfordern, er darf nicht leiden«, und ihnen so die kleinsten Mühen ersparen, werden die Kinder faul, schwächlich, egoistisch und launisch. Wenn sie ihre Kinder wirklich lieben und sich um ihre gute Entwicklung sorgen, dann lassen sie diese sich ein bisschen abmühen. – Wohlgemerkt: ein bisschen. – Wenn es sein muss, sollen sie eben ein wenig mit ihren Kindern leiden, in dem Wissen, dass wirkliche Erziehung bedeutet, den Kindern den Sinn der Anstrengungen zu vermitteln.

    Schafft eine harmonische Atmosphäre um die Kinder

    „Um ein Kind zu erziehen, genügt es nicht, es in die Schule zu schicken – sei es auch die beste. Wenn die Eltern dem Kind zuhause ein Schauspiel von Auseinandersetzungen, Lügen und Unehrlichkeit bieten, wie wollen sie es da erziehen können? Man hat festgestellt, dass elterliche Auseinandersetzungen ein Baby krank machen und bei ihm nervöse Störungen hervorrufen können, selbst wenn es dem Streit nicht beiwohnte. Diese Auseinandersetzungen schaffen nämlich um das Kind eine disharmonische Atmosphäre, die es spürt, weil es noch eng mit den Eltern verbunden ist. Dem Säugling ist es zwar nicht bewusst, aber sein Ätherleib empfängt die Erschütterungen. Wenn man sieht, wie unmöglich sich manche Eltern verhalten, dann fragt man sich, ob sie ihre Kinder wirklich lieben. Sie selbst beteuern natürlich ihre Liebe zu ihren Kindern. Liebten sie sie aber wirklich, dann würden sie ihre Haltung ändern und wenigstens versuchen, diese oder jene Schwächen abzulegen, die sich sehr nachteilig auf ihre Kinder auswirken. Solange sie sich darum nicht bemühen, zeigen sie, dass sie ihre Kinder nicht wirklich lieben.“

    Seid ein Vorbild für die Kinder

    „In jeder Situation müssen die Eltern vor ihren Kindern einwandfrei sein und weder Schwächen noch Fehler zeigen. Wenn Erwachsene (Eltern, Erzieher) Schwächen zeigen, werden die Kinder dadurch verwirrt, weil sie sich an nichts mehr fest halten können. Instinktiv suchen die Kinder sich auf Menschen zu stützen, die Gerechtigkeit, Großmut und Kraft verkörpern. Sie tragen in sich ein instinktives Verlangen nach Gerechtigkeit und Wahrheit, und wenn sie sehen, wie Bezugspersonen verwerflich handeln, kommt etwas in ihnen in Unordnung. Das Kind, das sich klein und schwach fühlt, möchte gerne über sich eine unfehlbare schützende Autorität spüren. Es ist zwar unwissend, aber es weiß doch, dass es schwach ist; deswegen braucht es Schutz und schmiegt sich an die Mutter, um ihre Wärme zu fühlen. Und es sucht nicht nur einen physischen, sondern auch einen psychischen Halt. Deshalb fühlt sich ein Kind verloren und lehnt sich auf, wenn es merkt, dass Eltern, Verwandte oder Lehrer ihrer Aufgabe nicht gewachsen sind. Dies ist der Ursprung vieler Tragödien in den Familien und in der Gesellschaft.“

    Die kleinen Kinder haben einen angeborenen Sinn für das Wunderbare. Sie spüren, dass alles lebendig, intelligent ist: Die Steine, die Pflanzen, die Tiere sprechen zu ihnen und umgekehrt sprechen die Kinder auch mit ihnen. Leider verlieren sie einige Jahre später diesen Sinn für das Wunderbare, weil die Erwachsenen sich über sie lustig machen oder wenn sie sich nicht wirklich lustig machen, so färbt ihre grobe, materialistische Haltung doch letztendlich auf die Kinder ab. Und von da an kann man sagen, dass die Kinder wirklich das Wesentliche für den Rest ihrer Existenz verloren haben. Denn man muss sich nicht einbilden, es sei ein Beweis der Überlegenheit der Erwachsenen zu glauben, dass die Menschen die einzig wirklich lebendigen und intelligenten Geschöpfe in einem seelenlosen Universum sind, in dem es keine Sprache gibt. Die ganze Natur ist lebendig und intelligent, sie ist bevölkert von unzähligen lebendigen und intelligenten Geschöpfen. Einige sind sogar viel intelligenter als die Menschen. Und von dem Tag an, wo der Mensch beginnt, diese Intelligenz und dieses Leben zu leugnen, beginnen sich in ihm selbst Blindheit und Tod einzunisten.

    Achtet auf die Art und Weise, wie ihr zu den Kindern sprecht

    „Die meisten Erwachsenen achten nicht genug darauf, wie sie zu den Kindern sprechen. Manche hören nicht auf, ihre Kinder als Nieten, Faulpelze oder Idioten zu beschimpfen. Von diesen Worten beeinflusst und wie hypnotisiert, werden die Kinder nach einiger Zeit tatsächlich dumm und unfähig. Ihr solltet wissen, dass das Wort mächtig und wirksam ist, und dass das Gesagte Kinder sehr negativ beeinflussen, blockieren und ängstigen kann. Oft sind es die Erwachsenen – Eltern oder Erzieher -, die die Kinder verderben. Warum muss man ihnen mit dem Schwarzen Mann, dem Wolf, der Polizei oder anderen Schreckensgespenstern drohen, nur damit sie gehorsam, fleißig oder brav werden? Kinder können sich danach ihr Leben lang bedroht und in Gefahr fühlen und werden zu guten Kunden für die Psychoanalytiker. In ihrem Verhalten den Kindern gegenüber haben die Erwachsenen vieles richtig zu stellen.“

    Omraam Mikhael Aivanhov

  • Til sagt:

    Das ganze ist nicht einfach. Bei mir z.B. ist es so, dass mein Sohn (6) erklärt er glaube nicht an Gott, während meine Tochter (9) an Gott glaubt. Sie haben sich kürzlich drauf geeinigt, dass er auf jeden Fall unsichtbar ist.
    Ich selber mag nicht so recht meinen eigenen (Un)glauben aus Rücksicht aufs „Kindswohl“ verstecken. Ich kann mich auch noch recht gut erinnern, dass ich mit c. 8 Jahren ziemlich sicher war, dass es keinen Gott gibt. Da macht es dann wenig Sinn, wenn die Eltern irgendeiner Illusion von einer kindsgerechten Religion nachhängen, die sie selber nicht so recht vertreten.
    Jedenfalls sehe ich bei meinem Sohn, dass es für ihn die Nichtexistenz von Gott absolut kein Problem ist. Und für Philosophien über die Grenzen des Wissens und der Möglichkeit den Raum des Nichtwissens mit einer tröstlichen Gottheit zu besetzen ist er irgendwie dann doch noch zu klein. Also lasse ich ihn erst mal in seinem kindlichen Glauben, dass es keinen Gott gibt. Und seine Schwester darf gleichzeitig auch an Gott glauben.
    Vielleicht lernen die beiden so wenigstens das wirklich wichtige von Anfang an: dass Glauben etwas persönliches ist und man auch mit Andersgläubigen gut auskommen kann.

    • (mira-)moira sagt:

      Vielleicht lernen die beiden so wenigstens das wirklich wichtige von Anfang an: dass Glauben etwas persönliches ist und man auch mit Andersgläubigen gut auskommen kann.

      sehr zu hoffen!

  • Rose sagt:

    An etwas das man nicht wirklich kennt, kann und muss man auch nicht glauben.
    Tatsache ist, dass es Geschichts- und Theologie-Wissenschaftlern längst möglich gewesen wäre, auch anhand von vorhandenen sichtbaren Fakten (Archäologischen und Geschichtlichen) der unbedarften Menschheit die Beweise dafür zu liefern, dass die Bibel kein Märchenbuch ist, das der Phantasie einiger Menschen in verschiedensten Jahrtausenden entsprungen war. Nun geht es jedoch in der Bibel um Verheissungen, welche bis heute ihre Aktualität nicht verloren haben, weshalb sich auch die ganze Welt-Politik um Israel und die Juden dreht.
    Da soll noch einer sagen, die Bibel sei nicht wahr, nachdem er sie gründlich studiert hat.
    Doch wenn man dieses Buch philosophisch ergründen und erklären will, also nach rein menschlicher Verstandesfähigkeit, fehlt es an der für das richtige Verständnis göttlicher Offenbarung notwendigen Vernunft.
    Die Vernunft ist aber das, was den Menschen vom Tier unterscheided, und nicht der Verstand!
    Vernunft ist die von Gott dem Menschen durch sein Odem eingepflanzte Fähigkeit, durchs Wort, etwas von der Weisheit des göttlichen Heilsplanes zu vernehmen. Der Verstand ist die Fähigkeit, das Vernommene zu verstehen.
    Gott ist Geist! Geist stirbt nicht, – auch Irrgeist nicht. Irrgeist verschwindet nur durch Überzeugung von der Wahrheit.
    Der geistige Zeugungs- und Überzeugungssame ist das Wort Gottes. Wir sollen Frucht bringen.
    Jesus ist das ins Fleisch geborene Wort Gottes. Er ist der Erstling aller Kreatur, weil er der Erste ist unter den Menschen, in welchen das Ziel erreicht ist: Der Mensch, nach dem Bilde Gottes. Darum ist er der letzte Adam, der Erstling einer NEUEN KREATUR. In seinem Tod ist der alte Adam, sind wir mitgestorben und damit hat der Verkläger, der den alten Adam, uns alle ott Tag und Nacht wegen unserer Mangelhaftigkeit vor Gott verklagt, das Objekt der Anklage verloren!
    Es ist am Kreuz gerichtet worden, ein für allemal!
    John 16:1 Solches habe ich zu euch geredet, damit ihr keinen Anstoß nehmet.
    2 Sie werden euch aus der Synagoge ausschließen; es kommt sogar die Stunde, wo jeder, der euch tötet, meinen wird, Gott einen Dienst zu erweisen.
    3 Und solches werden sie euch tun, weil sie weder den Vater noch mich kennen.
    4 Ich aber habe euch solches gesagt, damit, wenn die Stunde kommt, ihr daran denket, daß ich es euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch nicht von Anfang an gesagt, weil ich bei euch war.
    5 Nun aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat, und niemand unter euch fragt mich: Wohin gehst du?
    6 Sondern weil ich euch solches gesagt habe, ist euer Herz voll Trauer.
    7 Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, daß ich hingehe; denn wenn ich nicht hingehe, so kommt der Beistand nicht zu euch. Wenn ich aber hingegangen bin, will ich ihn zu euch senden.
    8 Und wenn jener kommt, wird er die Welt überzeugen von Sünde und von Gerechtigkeit und von Gericht;
    9 von Sünde, weil sie nicht an mich glauben;
    10 von Gerechtigkeit aber, weil ich zum Vater gehe und ihr mich hinfort nicht mehr sehet;
    11 von Gericht, weil der Fürst dieser Welt gerichtet ist.
    12 Noch vieles hätte ich euch zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen.
    13 Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht von sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.
    14 Derselbe wird mich verherrlichen; denn von dem Meinigen wird er es nehmen und euch verkündigen.
    15 Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt, daß er es von dem Meinigen nehmen und euch verkündigen wird.

    Prophetische Schriften richtig verstehen lernen: Anmeldung unter rosejenni@gmx.ch

  • Brunhild Steiner sagt:

    @Lea R.: „Ich finde es gut, wenn man den Kindern keinen Glauben vorgibt. …
    Sie haben mir gesagt das Christchindli, den Osterhasen oder der Samichlaus wäre real.“
    Das hat nun aber nicht gerade viel mit den Grundüberzeugungen des aktiv, intensiv und begeistert gelebten Christseins zu tun, oder? Für unsere ganze Familie ist der Glaube etwas völlig natürliches, im Alltag integriertes. Mit den drei obengenannten Figuren hatte er nie zu tun, und wird er auch nie zu tun haben…!
    Die Kompetenz über Religion, über Spiritualität, Transzendenz etc. zu reflektieren und zu sprechen, die bringe ich Kindern, resp. den daraus wachsenden Erwachsenen nicht bei, indem ich dieses Gebiet möglichst grossräumig umfahre.

  • Lea R. sagt:

    Ich finde es gut, wenn man den Kindern keinen Glauben vorgibt. Meine Eltern haben mich nicht getauft und gesagt ich solle mir meine Meinung selber bilden, das könne ja auch später sein (wenn ich dann kein Kind mehr bin oder so). Ich bin nun noch immer Atheistin, ich glaube aber, das wäre auch so, wenn mich meine Eltern mit Religion erzogen hätten. Sie haben mir gesagt das Christchindli, den Osterhasen oder der Samichlaus wäre real. Das habe ich aber nie geglaubt. Als ich klein war habe ich immer mitgespielt um sie nicht zu entäuschen.
    Ich finde Glauben in der heutigen Zeit sowieso fragwürdig, jetzt wo wir eigentlich alle wissen (könnten) wie wir und das momentane Universum entstanden sind.

  • Rahel sagt:

    @ Hedwig

    Und dann versagst Du in irgendeinem, Dir sehr wichtigen Punkt und futsch ist der Glaube an Dich selber hat einen bösen Lackschaden! Was dann?

  • Hedwig sagt:

    Ich persönlich bin überzeugte Atheistin.
    Als ich in die Schule ging, hatten wir zum Glück nie grosse Ausübungen vom Runterbeten der Texten in der Bibel, etc. Später jedoch sollte ich in die Kirche gehen und dort zu Weihnachten mit der Schule singen gehen. Ich erzählte dies meinen Eltern, die sagten, dass sie dies nicht so toll fanden.
    Ich war dann an diesem Abend wo ich eigentlich hätte singen sollen mit meinen Eltern im Abendverkauf. Komischerweise probierte ich zum ersten Mal lieber Kleider an, als sonst was zu tun.

    Als ich älter war, fragte ich meine Grossmutter einmal, ob sie denn an Gott glaube. Sie antwortete, dass dies eigentlich keine Frage sei. Ich war, wie es 12jährige Kinder eben so sind, ganz erstaunt darüber und wollte mehr über ihre Aussage wissen. „Weisst du, es gibt keinen Gott oder so was in der Art. Für unsere Familie gab es dies nie. Wir hatten nicht immer ein rosiges Leben, aber sogar meine Grossmutter lehrte mich, dass der einzige richtige Glaube der Glaube an die eigene Kraft war.“ Ich, noch nicht ganz zufrieden, fragte weiter: „Und wo gehen dann die Toten hin?! Die müssen doch auch wieder ein zuhause haben?“ Etwas länger studierend sagte sie schliesslich, den Tränen nahe: „Ich habe mich das immer gefragt, als mein Vater gestorben ist. Ich kann es dir nicht sagen. Aber später wirst du lernen, dass der Mensch anscheinend aus 2 Seiten besteht, der Körper und die Seele. Der Körper, wissen wir, ist vergänglich. Vergleiche nur mal unsere Haut. Das ist ein Zeichen des biologischen Prozesses im Zusammenhang mit der Alterung. Jedoch die Seele – was das ist, bleibt offen. Und ich denke, dass die Seele irgendwie nicht sterben kann. Wie auch? Sie geht aber nach meiner Meinung nirgends hin, sie bleibt bei uns (auch wenn nicht sichtbar), bis wir sterben und so wird immer ein wenig der vorherigen Generation weitergegeben. Vielleicht ist der Ort, wo die Seele des Verstorbenen aufbewahrt wird das Herz. Ich fände dies eine schöne Vorstellung. Aber zu deiner anfänglichen Frage: Glaube an dich! Das ist der wahre, ursprüngliche Glaube!“

    So habe ich meinen Glauben gefunden.
    Und ich frage mich, warum ich eigentlich getauft wurde.
    Und morgen werde ich aus der Kirche austreten.

    Amen.

  • Heather sagt:

    Es gibt Situationen im Leben, wo man Halt braucht, den ein Mensch/Partner/Familie/Kinder einem nicht geben können. In einer solchen Situation ist es unblaublich beruhigend und tröstlich, wenn man sich auf Gott verlassen kann. Glaube macht stark und weshalb soll ich dies meinen Kindern vorenthalten? Vielleicht brauchen auch sie einmal Halt, den ich ihnen nicht geben kann? Ist es nicht traurig sich vorzustellen, dass nach dem Tod nichts mehr kommt? Ich glaube gern an Gott, es gibt mir Motivation und Kraft und das schadet doch weder meinem noch dem Lebensweg meiner Kinder…im Gegenteil. Ich drücke meinen Kindern nicht meinen Glauben auf. Wenn sie mal nicht mehr wollen, kann ich da nichts machen. Glauben kann man ja auch nicht erzwingen.

    Der Kommentar von Thomas Merz gefällt mir sehr gut, da kann ich mich nur anschliessen.

  • Marc Haller sagt:

    Meine Kinder gehen zwar in die freiwillige KUW aber ich habe ihnen gesagt, dass sie da nicht alles glauben sollen. Sie kennen auch meine Überzeugungen, dass es keinen Gott, kein Leben nach dem Tod und natürlich auch keine Hölle und keinen Himmel gibt. Sie können auch jederzeit ohne irgendwelche Konsequenzen meinerseits aus dem KUW Unterricht aussteigen.
    Ich selber bin zwar (noch) nicht bei den Freidenkern, will dort aber Mitglied werden.Ganz einfach darum, weil bei dieser Organisation zum Wohle einer aufgeklärten, frei denkenden und toleranten Gesellschaft, mein Mitgliederbeitrag viel besseraufgehoben ist, als bei irgend einer religiösen Glaubengemeinschaft.

  • Thomas Merz sagt:

    Den Rat, wie ihn Bernhard hier schreibt, höre ich immer wieder: „Lass doch die Kinder ihre Fragen selbst beantworten“ oder „Frag zurück!“ Gerade auch für Lehrpersonen oder Jugendleiter/-innen soll er gut sein. Dabei ist er einfach nur billig und dispensiert vom eigenen Nachdenken.

    Was ist denn das für eine Erwachsenengeneration, frage ich mich, die auf die zentralen Fragen des Lebens nur zurückfragen kann? Für mich zeigt das schlicht, dass die heutige Erwachsenengeneration peinlich versagt. Wir haben zwar tausende von Antworten auf alle unwichtigen Fragen. Wenn es aber um Grundfragen geht (wo liegt eigentlich der Sinn des Lebens, was ist unsere Aufgabe, unsere Berufung, woran können wir uns im Leben orientieren, welche Priorität haben Frieden, Gerechtigkeit, Solidarität usw.), da ist gähnende Leere.

    Wir haben unsern Kindern Antwort gegeben auf solche Fragen. Weil ein Kind auch ein Recht darauf hat, auf eine Frage eine Antwort zu erhalten!

    Wir sind in der katholischen Kirche beheimatet – und haben doch auch ehrlich mit unsern Kindern darüber gesprochen, wo wir auch mit der eigenen Kirche unsere Schwierigkeiten haben. Wir haben eine christliche Grundhaltung, die aber Wertschätzung für andere Religionen und für Andersdenkende beinhaltet. Unsere Kinder wissen, dass auch wir uns mit religiösen Fragen beschäftigen und immer wieder vorläufige Antworten haben – und dass wir uns durchaus auch kritisch mit unserem eigenen Glauben auseinandersetzen.

    Unsere Kinder entwickeln so durchaus eigenständige religiöse Haltungen – und zwar sehr unterschiedlich. Aber sie werden auf diesem Weg begleitet und nicht einfach allein gelassen.

    Viel wichtiger, als bloss zurückzufragen, ist deutlich zu machen, dass es verschiedene Menschen mit verschiedenen Glaubensrichtungen gibt und dass vollkommen verschiedene Wege trotzdem gut sein können.

  • Maria sagt:

    Ich habe meine Kinder ohne Gott oder so erzogen. Den Religionsunterricht haben sie als erweiterte Märlistunde erlebt und gewisse Pflichtübungen in der Kirche als etwas langweiliges Theater. Den Halt den sie brauchen finden sie bei sich selbst. Täglich versuche ich, mehr Verantwortung an sie weiterzugeben und ihnen die Leitplanken zu geben, damit sie damit umgehen und am Ende stolz auf sich sein können. Und sie entwickeln sich prächtig!

    Gottes Wort steht nicht in der Bibel, denn der Mensch hat das Wort erfunden, nicht Gott. Somit ist die Essenz des Gottesgedankens sowieso verfälscht. Die Bibel wurde von Schriftgelehrten geschrieben, ist sozusagen eine Sammlung von Gymnasiastenaufsätzen. Wer daran glaubt, macht sich lächerlich. Eine göttliche Kraft kann nur persönlich erfahren werden.

    Deshalb: Hände weg von den Missionaren. Die Schule ist sowiso verseucht von frömmlerischen Freikirchlern

    • Berg sagt:

      Die Diskussion, die hier geführt wird, ist spannend, leider aber auch etwas einseitig.

      Spannend, weil ich erstaunt bin, wieviele Eltern sich hier zum Thema äusseren. Einseitig, weil das Thema Religion, Religiosität und indirekt auch Kirche doch etwas verkürzt wahrgenommen und diskutiert werden. Ich vermisse in den meisten Beiträgen den erweiterten Horizont.

      Religiosität hat viel mit Heimat und Beheimatung zu tun. Es versteht sich von selbst, dass in religiösen Fragen heimatlose Eltern ihren Kindern nie Heimat vermitteln können, und dies auch nicht tun wollen. Das ist eine sehr stimmige und in sich konsequente Entscheidung. Ob in diesen Bereich aber auch eine Antimission gehört (Bibel ist ein Märchen, Religionsunti ist doch nur langweilig etc, wer glaubt macht sich lächerlich) empfinde ich als sehr fraglich. Wer sagt eigentlich, dass Ihr Kind -nur weil Sie Religion nicht interessant und lächerlich finden- Ihre Überzeugung/ bzw. Nichtüberzeugung teilen muss?

      In der Diskussion fehlt mir die gesellschaftliche Dimension der Religion, die in den allermeisten Fällen immer noch von den Kirchen mehr oder weniger erfolgreich verantwortet wird. Nennenswert finde ich diesen Umstand, weil an dieser gesellschaftlich relevanten Dimension der Religion auch konfessionslose Menschen teilnehmen.

      Nach wie vor wird eine unglaublich hohe Zahl an Kindern (kirchlich) getauft, oder von einem Ritualen eingesegnet. Eltern tun das freiwillig, ohne, dass die Kirchen oder sonst irgendwer mit Hölle und Teufel drohen. Taufen sind Familienrituale mit religiöser Dimension. Ich kenne wenige Beispiele, wo sie von Eltern nicht als Gewinn erlebt werden.

      Nach wie vor wird ein Grossteil der Verstorbenen kirchlich bestattet, auch wenn zu Lebzeiten das Verhältnis zur Kirche nicht immer ungetrübt war. Kirchen übernehmen hier einen gesellschaftlich akzeptierten Umgang mit dem im Leben Unverfügbaren. Kinder werden früher oder später mit dieser Dimension konfrontiert, spätestens wenn die eigenen Grosseltern beerdigt werden. Fragen stellen sich also früher oder später automatisch ein.

      Nach wie vor gehören 1/3 der Gesamtweltbevölkerung dem christlichen Glauben an. Information über den christlichen Glauben, die Bibel sind das Mindeste, was Sie Ihrem Kind auf seinen Lebensweg mitgeben können – und von mir aus Ihre kritische Sicht der Dinge. Wenn Sie ihm stattdessen sagen, Religionsunterricht sei eine Märlistunde, betrügen Sie Ihr Kind früher oder später um etwas, das nach wie vor weltweite Relevanz hat, auch wenn ich an der Stelle natürlich auch gestehen muss, dass viele Religionsstunden wie ein Märliunterricht daherspaziert kommen.

      Nach wie vor prägen christliche Feste den gesellschaftlich relevanten Jahreskreis. Interessanterweise werden die meisten dieser christlich geprägten Feste auch in konfessionslosen Familien gefeiert. Dass da Fragen aufkommen und Kinder informiert sein möchten, versteht sich von selbst. Auch hier: (Weiter)Bildung wäre doch die einzig adäquate Antwort auf den Gwunder Ihrer Kinder!

      Nach wie vor leisten Kirchen einen imposanten Beitrag in der weltweiten Entwicklungszusammenarbeit. Nur ein Beispiel gefällig? HEKS, eines der grossen Reformierten Hilfswerke der Schweiz, unterhält 290 SOZIALE, NACHHALTIGE und NICHT MISSIONARISCHE Hilfsprojekte in knapp 30 Ländern! Schon das wäre für mich ein Grund, ein Kind kirchlich zu sozialisieren und mit der gesellschaftlich relevanten Dimension der Religion bekannt und vertraut zu machen!

      Das sind nur einige wenige FACT’s, die aus meiner Sicht genug Grund sind, Ihr Kind mit der Religion und allem, was damit zusammenhängt, bewusst zu konfrontieren, auch dann wenn Sie in privater Hinsicht der Religion nichts abgewinnen können.
      Schliesslich – so glaube ich behaupten zu dürfen – besteht die Welt doch aus weit mehr als aus Ihren eigenen Glaubensüberzeugungen, egal ob die nun agnostisch, freikirchlich, landeskirchlich oder atheistisch geprägt sind.

  • Bernhard sagt:

    Ich habe, trotz atheistischer Geisteshaltung, die Erziehung unserer vier Kinder im christlichen Sinn, auch auf Grund des sozialen und gesellschaftlichen Umfeldes, vor allem aber aus liberalen Überlegungen heraus, ermöglicht!
    Der Gedanke dabei: die Kinder sollten, unbeeinflusst durch meine Ablehnung, ihren eigenen, persönlichen Weg hin – oder auch weg – zu/von der Existenz eines Schöpfers finden.
    Die Beantwortung kindlicher Fragen in der Art wie sie im obigen Artikel gestellt werden, lassen sich relativ einfach umgehen, indem man sie vom Fragestellenden selbst beantworten lässt. Mit zunehmendem Alter wenden sich die Kinder ohnehin – meist – anderen Themen zu und die diesbezügliche Fragerei hört, soweit ich mich erinnern kann, auf.
    Viele Jahre erhalten blieben hingegen die Versuche verschiedener Verantwortlicher, Kinder, später dann Jugendlicher, von klein auf christlich religiöses Gedankengut zu indoktrinieren.
    Was, nebenbei bemerkt, scheinbar von den meisten Weltreligionen so oder ähnlich gehandhabt wird.
    Trotz aller Beeinflussung stehen sie heute als Erwachsene, praktisch ohne mein Dazutun, Religion skeptisch bis ablehnend gegenüber.
    Aber obwohl sie die Haltung einnehmen die sie einnehmen denke ich angesichts der fast Rattenfänger artigen Versuche über die Jahre, die Kinder in Religiosität einzubinden, rückwirkend jedoch, sie, so ich die Gelegenheit zu ihrer Erziehung noch einmal hätte, deutlich weniger liberal, sondern von Anfang an kritisch und hinterfragend zu erziehen! Sie zu mehr Distanz zu ermutigen, möglicherweise sie von jeglichem Religionsunterricht fernzuhalten bis sie alt genug – 14 also – sind um eigene Entscheidungen zu treffen.

  • Roger sagt:

    @ Aldo

    Sie schreiben: „So im Sinne von “ohne Glauben ist mein Leben nichts wert”, resp. “Ohne Glauben hätte ich dies und das nicht geschafft”. Hier sage ich ganz klar: Glaube zuerst an dich selbst, und danach an etwas anderes!“

    Was wäre das für ein Glaube? Das wäre wahrliche ein Armutszeugnis. Der Glaube besteht doch gerade darin, dass man sich auf Gott verlässt und NICHT auf sich selbst.

    „Glauben heißt Vertrauen, und im Vertrauen bezeugt sich die Wirklichkeit dessen, worauf wir hoffen. Das, was wir jetzt noch nicht sehen: im Vertrauen beweist es sich selbst. “ Hebrärer 11,1

    Nicht dass man seine Verantwortung auf Gott abschiebt wohlverstanden. Im Gegenteil, man nimmt die Verantwortung an, dass man für seine Entscheidungen verantwortlich ist, also auch ob man sich für oder gegen Gott entscheidet.

    „Denn einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist: Jesus Christus.“ 1. Korinther 3,11

    Wer ist also mein Grund? Ich selbst?

  • Leo Nauber sagt:

    Wunderbar für den Islam, wie die Christen das Feld räumen, ihren Glauben, ihre Religion, die Lehre der Nächstenlieber verkümmern lassen. In 50, vielleicht 100 Jahren wird der Islam alles christliche missionieren der Vergangenheit geradezu federleicht übertreffen. Noch einige wenige Gottesstaaten, die unsere Rohstoffe beherrbergen (bewusst mit 2 r) müssen entstehen, dann wird es von dort losgehen auf die Sinn suchenden Kinder der heutigen Christen. Man denke weiter……
    Und es soll niemand daran zweifeln, wir werden in 15 Jahren mindestens 5 weitere islamische Gottesstaaten haben. Mit einer sehr grossen Anzahl Menschen pro Land.

  • john rambo sagt:

    zum thema religion:
    ich empfehle allen einen abstecher in den sekten-blog von herrn stamm. ebenfalls auf tagi online zu finden.

  • Kathrin sagt:

    Warum bloss hat der Mensch ein so grosses Problem damit, einfach mal „Ich weiss es nicht“ zu sagen und sich mit diesem Nicht-Wissen abzufinden?

    Religionen sind meines Erachtens Erklärungsversuche für Nicht-Erklärbares.

    Auch in der Erziehung sollten wir uns nicht dem Druck aussetzen, unseren Kindern alles erklären können zu müssen. Was ist denn falsch daran, einzugestehen, dass man etwas nicht weiss oder dem Kind zu sagen, dass man sich dieselbe Frage auch schon gestellt hat? Hier kann sich sogar eine Gelegenheit bieten, gemeinsam mit dem Kind zu reflektieren.

    „Ich weiss, dass ich nichts weiss.“ (Sokrates)

  • jazz sagt:

    lest mal nach was der Senator Pelagius dazu geässert hat.

  • Emanzo sagt:

    @ Ursula

    Pfadfinderln (das den Spiel- Bewegungs- und und fuer eigene (statt nur lohnsklavische) Beduerfnisse praktischen Lerntrieb befriedigt) kann auch in politisch und religioes neutralen Organisationen ausgelebt werden. Dafuer brauchts weder die Hitlerjugend, noch die Jungen Pioniere und ebensowenig die Jungwacht mit den entsprechenden Indoktrinationen. Auch die Junge Kirche hat ihre angenehmen gesellschaftlichen Seiten, aber fuer junge Maenner nur bis auf Guertelhoehe runter!

  • Emanzo sagt:

    @ rb:

    Der Grosse Fritz hat ja gesagt „Jeder soll nach seiner Fasson selig werden!“ und nicht „Keiner soll selig werden!“. Religion kann, vor allem fuer die Benachteiligten des Jammertals, durchaus Trost und Hilfe bringen. Allerdings ist in Theokratien (oder „Demokratien“ mit pseudoreligioeser Moralinseure in staatlichem Recht) der Schaden weit groesser als ihr Nutzen – bis hin zu blutigen Religionskriegen!

  • Ursula sagt:

    Ostern ist zwar vorbei und bis Pfingsten dauert’s ja noch etwas. Trotzdem noch einige Gedanken zum Thema. Als moderne katholische Mutter (vielleicht schliesst sich dies ja aus, aber im Zeitalter des Individualismus dürfen auch KatholikInnen selbständig denken) von zwei bald 9- und 11-jährigen Kindern schliesse ich mich grundsätzlich Giorgio und Yves an, die als Einzige etwas Relevantes zum Thema Kinder und Religion zu bemerken hatten.
    Erspart euch den Schlagabtausch, es geht nicht um uns Erwachsene, sondern wie und ob wir unsern Kinder Religion/Spiritualität vermitteln. Wer kirchlich nicht komplett abgenabelt ist, findet heute in unseren mehrheitlich doch sehr offenen Landeskirchen meist familienfreundliche Angebote, kindergerechte Gottesdienste, sympathisch geführte Lager, denen sogar Atheisten und ausgetretene Kirchenmitglieder (mein Mann) aufgrund der Möglichkeiten, mal in sich zu gehen, nicht zweckgebundenen Aktivitäten nachgehen zu können, einiges abgewinnen können.
    Ueber Auferstehung, Leben nach dem Tod etc. kann man mit Kindern wunderbar philosophieren, wobei auch hier grundsätzlich viele Antworten möglich sein können.
    Natürlich ist dies auch ohne kirchliche Bindung möglich, findet aber vielleicht dann eben doch nicht statt. Auch sind Rituale nicht so einfach nachzubilden. Wem’s aber gelingt, hat meine Bewunderung.

  • rb sagt:

    @Grimm
    Keiner braucht Gott, das ist schon so.
    Aber MIT Gott lebt, und vor allem, stirbt man als GANZER Mensch – ansonsten lebt und stirbt unbedeutende Materie weiter unter ihrem maximal möglichen Potential.
    Dies ist die Essenz welche ich meinen Kindern weitergeben möchte.
    Was Gott dabei dann ganz genau ist – ist individuell verschieden und nebensächlich. Wichtig sind einzig die Erfahrungen auf dem Weg zur eigenen Vorstellung, was denn noch mehr sein könnte als die Asche nach unserem Ableben. Da hat dann halt jede Kultur und jeder einzelen Mensch seine eigenen Bilder für die Dinge die sich nicht in Worte fassen lassen.
    Ich denke auch dass es für die Kids auch heute noch wichtig ist mit den Bildern und Erfahrungen vorangegangener Generationen eine Grundlage für eigenes, selbständiges und tolerantes Denken zu erlangen wie mit dem Nichtwissen am Ende jeglichen Denkens umzugehen ist. (Religionsunterricht).
    Unbestritten aber, und allen Religionen gemeinsam ist, dass selber gelebte Religiosität nicht nur Kraft und Halt gibt für das eigene Leben, sondern auch einen Rahmen für den tolerant, erfüllten Umgang mit anderen.
    Gerade was die sogenannte Wissenschaft betrifft, ist auch sie eine Religion, die dogmatischte von allen, welche, hat man sich wirklich mal mit ihr bis ins Detail befasst, zur gleichen Erkenntnis führt – just on a higher level- nämlich, dass wir in den essentiellen Dingen eigentlich nichts wissen und sich dann auch bei der Wissenschaft am Ende jeder Argumentationskette die Frage nach mehr Klärung – sprich Gott – stellt.
    Drum – wer sich noch nicht mit Religion befasst, hat weder die menschliche Natur und schon gar nicht die Wissenschaft in ihrer finalen Konsequenz begriffen, oder akzeptiert bewusst und kalt die unglaubliche Leer des absoluten Nicht Wissens am Ende jeglichen, auch wissenschaftlichen Denkens.

  • Hans P. Grimm sagt:

    Ich habe meinen beiden Jungs freigestellt, ob sie den Religionsunterricht besuchen, teils haben sie, teils nicht. Wir haben dann bei tagesaktuellen und historischen Infos über die Religionen diskutiert und sie haben selbst erkannt wie verlogen die Kirchen und Religionen sind.
    Sie sind zu starken Persönlichkeiten herangereift und werden darum ihr Leben gut meistern.
    Wer braucht schon Gott wenn er selbstbewusst ist!

  • Ralph Kocher sagt:

    @ Jan Euskirchen

    > Das Kreationistische ist nichts anderes als ein Kult…!

    Zugegeben: Was ALLE Kulte dieser Erde gemeinsam haben ist, dass das Erstreben nach „Göttlichem“ durch das Phänomen „Masse“ eine geistige Sucht entwickeln kann.

    Falls Sie sich meiner Postings bemühen: Ich wies hin auf die Physik naturbelassener Kräfte.
    Weil: Eigentlich hiess ES: „Bleibet der Erde untertan“ – und nicht umgedreht.
    Auch schrie dieser Mann am Kreuz zur Sonne mit den Worten „warum hast du mich verlassen!“

    Was bleibt? ES wird immer Interpretationen geben über die alles umspannende, wie faszinierende Matrix, in die wir uns begeben, falls wir uns für sie interessieren. ES hat mit Genuss zu tun! Wir dürfen.

    Kleine Rätsels Lösung: Falls ALLE Menschen dieser Erde NUR ihr eigentliches Existenzminimum für sich nachhaltig beanspruchen täten, wäre ALLEN eine Existenz gesichert. Soviel zur Verteilung der Ressourcen. Ginge ebenso als Message, sehr einfach einzustufen, ÜBER die Religion.

    Aber solches kann man auch OHNE (selbst) – Kinder lernen!

    Und wenn Kreationisten gar noch diese „unsere Schöpfung“ als schützenswert erachten würden, wären wir bereits nochmals EINEN SCHRITT weiter.

    >Ansonsten blüht wirklich – euch entsprechend bzw. nach uns – das (prägnant dunkle) Paradies.

    ABER OB DIES WOHL VERDIENT…?

  • Jan Euskirchen sagt:

    @ Andreas Koch

    Kaiser Konstantin liess sich erst auf dem Sterbebett taufen. War also Zeit seines Lebens kein Christ. Jedoch konnte durch sein Toleranzedikt das Christentum im römischen Reich praktiziert werden ohne dafür verfolgt zu werden. Erst unter dem nachfolgenden Kaiser Theodotian wurde das Christentum die römische Staatsreligion.

    Ich sprach von über eine Milliarde Katholiken. Sie dürfen dabei aber nicht vergessen, dass die anderen christlichen Konfessionen (Reformierte, Lutheraner, Freikirchler und viele andere) auch den christlichen Glauben praktizieren. Es ist jedoch ein immer stärkeres Zunehmen des Islams in unserer Welt zu beobachten, zumindest quantitativ. Andererseits ist zu beobachten, dass junge Muslime in Europa den Glauben nicht mehr so wie ihre Eltern praktizieren oder er gar keine Bedeutung mehr im Leben dieser jungen Leute spielt. Hingegen ist bei den Christen jüngst ein Trend zu beobachten, dass die jungen Menschen wieder das Religiöse suchen. Wir haben wieder mehr Kircheneintritte als Kirchenaustritte im Jahr 2008. Es scheint eine Trendwende im Religiösen erreicht zu sein!

    Ja gerne mal mehr bei einem Bier in Stäfa, warum nicht. Vor Samstag später nachmittag wird es aber nicht gehen.

  • Yves sagt:

    Ich halte es da wie der Friedrich Nietzsche…

    „Ich kenne den Atheismus durchaus nicht als Ergebnis, noch weniger als Ereignis: er versteht sich bei mir aus Instinkt. Ich bin zu neugierig, zu fragwürdig, zu übermüthig, um mir eine faustgrobe Antwort gefallen zu lassen. Gott ist eine faustgrobe Antwort, eine Undelicatesse gegen uns Denker –, im Grunde sogar bloß ein faustgrobes Verbot an uns: ihr sollt nicht denken!“

    War die Frage aber nicht, wie wir es mit den Kindern und der Religion halten?

    Meine Kinder besuchen den normalen Religionsunterricht. Der dient nämlich nicht mehr dazu, die Kinder auf den christlichen Kurs zu bringen, sondern entsprechendes Wissen über alle Religionen sich anzueignen. Wissen schützt vor Vorurteilen und kann aufzeigen, dass die jeweiligen Religionen auch sehr viele Gemeinsamkeiten haben. Kinder sind von Natur aus neugierig und sollten zu möglichst freiem Denken erzogen werden.

    Die Spiritualität ist für mich kein expliziter Bestandteil eines religiösen Kontextes, sondern vielmehr das Einen von Körper, Seele und Geist. Die Einen erreichen diesen Zustand mittels Meditation, Andere finden dieses Gleichgewicht durch die Nähe zu Gott. Alle Wege können und sollen doch unseren Kindern aufgezeigt und ermöglicht werden.

  • Markus sagt:

    eigentlich ist ja schon die hitze der diskussion beweis dafür, dass wir nichts beweisen können. trotzdem streben wir danach, fassbare beweise zu finden. unglaublich… die dimensionen, die forscher nicht mal erahnen können, mit neuen erkenntnissen alte thesen verwerfen, die endlosigkeit des universums und die immer noch unerklärliche perfektion der schöpfung zeigen, dass jemand uns da ein rätsel aufgegeben hat, das uns wohl mal erklärt wird, aber über jahrtausende nicht vollständig erforscht wurde und wird. glauben heisst es deshalb, weil man es mit tiefer erfüllung erfahren kann und es jeder der es noch nicht erfahren hat, abstreiten kann.

  • Andreas Koch sagt:

    @ Jan Euskirchen:

    Meines Wissens nach verdankt das Christentum seine Verbreitung der Tatsache, dass Konstantin bekehrt wurde. Damit konnte ein unglaublich mächtiger Apparat eine schnelle Penetration in Europa realisieren.

    1 Mrd Christen, 7 Mrd Nicht-Christen. Und dies in Zeiten des Internets. Und vor dem Hintergrund, dass die Internet- und Medien-Gewalt in den letzten Jahrzehnten in den Händen der „chstilichen Welt“ lag. Und dass im vergangenen Jahrzehnt die USA die Rolle Konstantins übernahmen….

    Vielleicht mehr bei einem Bier im Rössli in Stäfa?

  • Emanzo sagt:

    @ Jan Euskirchen:

    Zu AIDS ist zu bemerken, dass es nicht vom Himmel gefallen ist, sondern von US-Hinterladern zur Pandemie ausgeufert wurde und von den US-Besatzern, in deren Soeldnerhorden trotz massiver Fremdgefaehrdung in blutigen „Berufen“ auch HIV-Positive gefoerdert werden (O-Ton US-Kommandant in Kambodscha: „Ich kann meine „Positiven“ nicht mit einem Kondomgebot diskriminieren“) auch in bisher verschonte Laender weiterverbreitet wurde.

    Ob die in absichtlich durchseuchten Laendern dann gefoerderte, mit rechtsstaatlich bedenklichen Vollmachten ausgestattete Sanitaetspolizei zufaellig oder auch absichtlich zur „christlichsozialen“ Sittenpolizei mutiert, bleibe dahingestellt.

  • Jan Euskirchen sagt:

    @ Andreas Koch

    Ich wage sogar nicht nur zu behaupten, dass wissenschaftliche Genies wie Einstein religiös waren, sondern das jeder Mensch un-heilbar religiös ist (Feststellung des Soziologen Niklas Luhmann nota bene).

    Kurz noch etwas zu Einstein (den sie einfach als Atheisten abstempeln wollen, was aber nicht den Tatsachen entspricht. Betreiben Sie auch so Wissenschaft?)

    Im Herbst 1932 wurde Einsteins Glaubensbekenntnis aufgezeichnet, in dem er erklärte: „Das Schönste und Tiefste, was der Mensch erleben kann, ist das Gefühl des Geheimnisvollen. Es liegt der Religion sowie allem tieferen Streben in Kunst und Wissenschaft zugrunde. Wer dies nicht erlebt hat, erscheint mir, wenn nicht ein Toter, so doch wie ein Blinder. Zu empfinden, dass hinter dem Erlebbaren ein für unseren Geist Unerreichbares verborgen ist, dessen Schönheit und Erhabenheit uns nur mittelbar und in schwachem Widerschein erreicht, das ist Religiosität. In diesem Sinne bin ich religiös.(…).“

    Wir haben hier also ein Eingeständnis von Einstein selbst, dass er ein religiöser Mensch war, auch wenn er sich nicht mit den Dogmen der Religionen anfreunden konnte.

    Sie haben nicht verstanden, dass ich vom Geist philosopisch „vom Nous“ gesprochen habe. Ich glaube sie denken da auf einer ganz anderen Ebene als ich. Der Geist ist ein wesentlicher Begriff in der Philosophie. Und sie werden es ja wohl nicht wagen, sich mit allen Philosophen der Menschheitsgeschichte anzulegen und zu behaupten sie stehen da drüber.

    Überhaupt halte ich es grössenwahnsinnig von Ihnen zu behaupten, der Mensch habe Gott erfunden. Gott ist keine Projektion des menschlichen Geistes. Vielleicht in dem Sinne, dass der Mensch sich selbst oft Götzen macht, die er anbetet. Insofern könnte ich Feuerbachs Projektionstheorie noch zustimmen. Jedoch die Gottesfrage so einfach zu klären, das wäre ja nicht einmal wissenschaftlich seriös, wie Sie ja selbst schon festgestellt haben in der Evidenzfrage. Es gibt genügend vernünftige Gründe und auch von Menschen erlebte Tatsachen, an einen Gott zu glauben. Letztlich natürlich (das wird für Sie nicht nachvollziehbar sein) die Selbstoffenbarung Gottes als höchste göttliche Offenbarung in der Menschheitsgeschichte durch JESUS CHRISTUS. Wenn es wahr ist, dass der am Kreuz Hingerichtete nach drei Tagen zum Leben wieder erstand, dann zeigt sich ja wohl gerade hier Gottes Kraft, die fähig ist, Leben zu erzeugen. Sie können das natürlich als Unwahrheit leugnen. Bleibt jedoch die Frage, wieso sich nach diesem Ereignis Tausende Menschen zu Christen taufen liessen. Wieso wurde aus einem strengem Christenverfolger Paulus ein Christ, der ganz Europa das Christentum brachte. Steckt nicht vielleicht Gott selbst dahinter, dass das Christentum so einen grossen Erfolg hatte? Unserer Religion wurde schon oft das Aus prophezeit. Wir haben 2000 Jahre überlebt. Wir haben über eine Milliarde gläubiger Katholiken in der Welt. Wir sind keine Fundamentalisten, sondern wir versuchen aus dem Geist Jesu Christi zu leben und so wollen wir diese Welt besser gestalten. Eine Welt, in der Gottes Liebe zu allen Menschen, sichtbar werden soll. Ich denke, Sie kennen auch Beispiele von Menschen, die so etwas vorgelebt haben. Ich kann Ihnen grossartige Menschen nennen, die Wunderbares leisten in dieser Welt, die Unvorstellbares auf die Beine gestellt haben durch ihre Projekte. Zahlreiche Menschen profitieren davon. Ich kann Ihnen auch von zahlreichen genialen AIDS-Projekten in Afrika berichten. Und auch wenn der Papst Kondome verbietet moralisch, weil er der Meinung ist, sie würden zu mehr Untreue führen (was ja auch nicht immer falsch ist! Siehe die vielen Seitensprünge zur Fasnachtszeit bei uns). So gibt es aber auch Christen, die in Afrika Kondome verteilen, da sie verhindern wollen, dass sich die Menschen mit dem Aids Virus anstecken. Der Papst ist zwar das Oberhaupt der Kirche, aber er ist nicht die Kirche. Die Kirche handelt oft anders in der Geschichte und nicht immer war der Ungehorsam falsch, wenn ich damit meinem Gewissen gefolgt bin. Denn auch ein Papst kann irren. Er irrt nur nicht nach katholischer Auffassung, wenn er ex cathedra ein Glaubensdogma verkündet. Dies ist bisher einmal geschehen in der Geschichte des Christentums. Also ich bleibe dabei und es ist nicht ketzerisch zu behaupten, dass auch ein Papst einmal irren kann. Ich hoffe, dass versöhnt sie ein wenig mehr mit der Kirche wieder. Die Kirchentür steht zeit ihres Lebens offen, um wieder in sie einzutreten. Ich hoffe, Sie finden einmal durch diese Tür hindurch und erkennen einen tieferen Sinn für ihr Leben dahinter.

  • Emanzo sagt:

    „Die Christen werden zur Minderheit. Sie werden zunehmend als verrückte und sektiererische Freaks abgestempelt und in einen Topf mit Scientologen und Mormonen geworfen.“

    @ Pankraz Gantenbein:

    Selber Schuld!

    Bei den Papisten wurde (und wird!) auf die Beduerfnisse des Mannes wenigstens inoffiziell Ruecksicht genommen und die Gynokratie im Familienbereich wird mit der (massiv angegriffenen aber ebenso verteidigten) Androkratie im Klerus ausgeglichen: die Paepstin wird auch in den naechsten 2000 Jahren Illusion der GynokratInnen bleiben. Aber vielleicht wird der Allzweckhaushaelterin des Priesters bei der Kuendigung von der staatlichen Raubjuxtiz bald mal nicht nur das halbe Pfarrhaus, sondern auch die halbe Kirche zugesprochen!

    Die Ketzer und ganz extrem die Bigotten aber haben den Mann zum rechtlosen Wehr-, Haus- und Zahlsklaven erniedrigt, wobei er immer mehr nicht nur dann in diese Rolle gedraengt wird wenn er heiratet, sondern schon wenn er konkubiert (und dann von der Raubjuxtiz eine einfache Gesellschaft herbeifantasiert wird) oder gar nur zeugt oder angeblich zeugt. Die Steinigung oder Auspeitschung von vertragsbruechigen Ehefrauen ist nur in der Methode, aber nicht im Prinzip verwerflicher!

    Einzige Rettung der Menschheit ist (einmal mehr) die strickte Saeckularisierung mit strickter Trennung von Staat und Kirche sowie Opferschutz und nur sittenpolizeilich anmassender religioeser Moralinsaeure, sowie Wiederherstellung von Vertragstreue, Freiheit, Gleichheit, Garantie von Besitzstand und Eigentum fuer alle. Sowohl Mann und Frau sollen frei bleiben, die Vertraege einzugehen, die sie wollen. Eine Frau soll GeneralIn, ProfessorIn und EhegattIn werden duerfen, aber ohne Frauenbonusse oder Sonderrechte zum Vertragsbruch mit Vergoldung statt Entschaedigungspflicht.

  • Andreas Koch sagt:

    @ Jan Euskirchen

    Ewig gestrig, Herr Euskirchen, ist die Unterstellung, wissenschaftliche Genies wie Einstein seien religiöse Menschen gewesen.

    „I received your letter of June 10th. I have never talked to a Jesuit priest in my life and I am astonished by the audacity to tell such lies about me. From the viewpoint of a Jesuit priest I am, of course, and have always been an atheist“. Albert Einstein, letter to Guy H. Raner Jr, July 2, 1945, responding to a rumor that a Jesuit priest had caused Einstein to convert from atheism.

    Einstein und andere verstanden unter Religion ihre eigene Ohnmacht gegenüber und gleichzeitige Bewunderung der Komplexität des Universums bzw. Lebens und natürlich vor der zentralen philosophischen Frage: Warum ist nicht nichts?

    Ich sehe das grundlegende Problem darin, dass an Evolution Wissenschaft betrieben werden kann. Schöpfung muss ich als gegeben hinnehmen bzw. glauben. Es gibt keine Methode, Gottes Inexistenz zu beweisen. Ebenso gibt es keine Methode, seine (oder etwa ihre?) Existenz zu beweisen.

    Ist die Frage, ob es Gott gibt denn relevant? Was soll sich an unserem Leben denn ändern, gesetz dem Fall, es gäbe ihn, oder sie, oder es? Sind religiöse Menschen moralischere Zeitgenossen als Atheisten? Wohl kaum. Und warum berichten Fachleute aus Sterbe-Hospizen und Palliativ-Zentren, dass erstaunlicherweise Gläubige sich schwerer tun, dieses hiesige Leben loszulassen als Atheisten?

    Evolution ist ungerichtet. Sie kann aus anthropogener Sicht sehr wohl rückschrittlich sein. Der „Baum des Lebens hin zum Menschen“ ist ein Wunschbild bzw. eine Verzerrung der Tatsachen.

    Es gibt kein Leben vs. Geist. „Geist“ ist Konsequenz des Lebens. Diese Dualitätsprinzip hat uns nun schon genügend Probleme verursacht. Nehmen wir doch endlich Abschied von dieser Utopie.

    Warum sollen die für uns unbeantwortbaren Fragen einen göttlichen Grund haben? Muss, weil wir uns etwas so sehr wünschen es denn auch so sein?

    Wissenschafter sind keine Heilsverprecher. Das macht sie so uncool und unsexy.

    Warum zeigt sich dieser Gott (oder diese Göttin) uns denn nicht? Wenn jemand über eine derart immense Schöpfungskraft verfügt, die Grundlagen für die Entstehung des Universums zu legen, dann sollte es auch drinliegen, dass der diesen „umherirrenden Zigeunern am Rande des Universums“ (Monod) einen Wink mit dem Zaunpfahl schenkt.

    Nur der Mitmensch kann mir Halt in diesem Leben geben.

    Andreas Koch, Biotechnologe, Hombi

  • @Pankraz Gantenbein
    Wie soll man heute so auf die moralethischen Fragestellungen antworten? […] Haben die Atheisten wirklich eine gute alternative Antwort?

    Atheisten haben in der Regel eher keine „Antworten“ anzubieten, schon gar keine ewig gültigen. Sie machen – wie es Michael Schmidt Salomon in seinem Manifest des Evolutionären Humanismus so treffend formuliert, eher Angebote. Kein unverbindliches Geschwurbel, aber eben auch keine Dogmen, die einem das eigene Denken abnehmen. Es mag beschwerlicher sein, eigene Moralvorstellungen zu entwickeln und diese zu festigen als pfannenfertig servierte Gebote zu übernehmen. Sie kommen aber ohne Drohung mit der ewigen Verdammnis aus – ich sehe da eigentlich nur Positives.

    @Jan Euskirchen
    In der heutigen modernen Theologie besteht nicht mehr die die exklusive Alternative “Schöpfung oder Evolution”, sondern es gibt nur noch das komplementäre Miteinander “Schöpfung und Evolution”.

    Wenn diese „Evolution“, gemäss klassisch theologischer Vorstellung von einem omnipotenten Gott gesteuert sein soll, dann sprechen wir eben nicht von Evolution im naturwissenschaftlichen Sinn. Evolution ist nicht zielgerichtet, das ist ein fundamentales Prinzip. Die Interaktion von Individuen mit der Umwelt „entscheidet“ über die Generationen übergreifende Entwicklung, nicht ein vorher festgelegter Zielzustand.

    Wessen Modell nicht ohne omnipotenten Gott auskommt, bleibt Kreationist. Das sei ihm gegönnt, aber der Fachbegriff der Evolution kann nicht einfach so umgedeutet werden, um etwas moderner, offener oder was auch immer zu wirken. Wer nach einem „Warum“ sucht, fühlt sich offenbar gekränkt. Für den Naturwissenschafter ist die „Grundlosigkeit“ hingegen kein Übel, so zufällig das eigene leben auch ist, gerade das Wisen, dass es einmalig und zeitgebunden ist, macht es doch überaus lebenswert. Der Sinn kommt durchs Leben leben. Dafür braucht’s keine ausserirdischen Sinnstifter.

    Wer hingegen eine Gottesgestalt nur als Urheber des Universums, allenfalls noch des Lebens auf diesem Planeten sieht, aber davon ausgeht, dass jede weitere Entwicklung im Sinn einer darwinischen Evolution ungesteuert ablief, kann Schöpferglaube und Evolution einigermassen in Einklang bringen. Nur: Das entspricht aber natürlich in keiner Form dem Schöpfergott der Buchreligionen. Ein katholischer Theologe, der sich die Welt so deutet, kann sich eigentlich kaum mehr Christ nennen.

  • Thomas Läubli sagt:

    Religion ist Ersatzethik. Sie liefert Grundsätze, Regeln und vorgefertigte Antworten auf Fragen, die eigentlich der Reflexion der Heranwachsenden überlassen werden sollten. Die 10 Gebote können nicht absolut verstanden werden: «Du sollst nicht töten» versagt bei Hitler, «Du sollst Vater und Mutter ehren», wenn die Eltern Folterer sind, «Du sollst nicht stehlen» in einer diktatorischen Plutokratie etc. Die historischen Hygiene-Gesetze zu Schweinefleisch, Schalentieren, Analverkehr etc. stammen aus einer Zeit, in der deren Missachtung zu tödlichen Krankheiten oder Hungersnot führte. Trotzdem werden sie heute aus irrationalen Gründen immer noch hochgehalten. Statt Kindern Vor- und Nachteile und Folgen einer Handlung zu erklären, werden religiöse Grundsätze und Regeln absolut verstanden und verunmöglichen eine Auseinandersetzung mit der Realität. Wird Kindern Religion unkritisch aufgepfropft, macht man sie zu Sklaven ihres Über-Ichs und entmenschlicht sie damit.

    Das menschliche Bedürfnis nach dem Mystischen, Spirituellen und Übersinnlichen kann in spielerischer Weise in der Kunst ausgelebt werden. Musik, Poesie und Malerei sind Gebiete, welche diese geheimnisvollen Dinge thematisieren, ohne ihnen mit einer inhaltlichen Konkretisierung Gewalt anzutun. In einer säkularen Gesellschaft sollen die Künste gefördert werden, nicht die Religionen. Das heisst auch, dass unbegriffliche Erfahrungen durch eigene Kreativität verarbeitet werden können, indem Kinder ein Musikinstrument lernen, mit Buntstiften hantieren oder eigene Geschichten schreiben und man ihnen Raum für Experimente lässt, sowie – altersgerecht – in Kunst und Literatur (wozu durchaus eine Geschichte aus der „heilige Schrift“ zählen kann) einführt. Und wieviel sinnvoller ist es, ein Gedicht auswendig zu lernen als eine Sure oder ein Psalm!

  • Jan Euskirchen sagt:

    In der heutigen modernen Theologie besteht nicht mehr die die exklusive Alternative „Schöpfung oder Evolution“, sondern es gibt nur noch das komplementäre Miteinander „Schöpfung und Evolution“. Das ist leider bei vielen modernen Naturwissenschaftlern bis heute nicht durchgedrungen, somit seid ihr die ewig Gestrigen (Entschuldigung für diese Wortwahl, ist natürlich nicht so gemeint…).

    Schon Max Planck hielt 1937 einen Vortrag über Religion und Naturwissenschaft und fasste zusammen: „Wohin und wie weit wir also blicken mögen, zwischen Religion und Naturwissenschaft finden wir nirgends einen Widerspruch, wohl aber gerade in den entscheidenden Punkten volle Übereinstimmung. Sie schliessen sich nicht aus, wie manche heutzutage glauben, sondern sie ergänzen und bedingen einander“.
    Einstein 1941: „Naturwissenschaft ohne Religion ist lahm, Religion ohne Naturwissenschaft ist blind.“

    Der Glaube bekennt, dass Gott die Welt im Uranfang geschaffen hat, die Naturwissenschaft erklärt, wie sich die vorfindliche Welt entwickelt. Evolution ist eine sich zeitlich fortschreitende Entwicklung der Welt vom Einfachen zum Komplexen mit der Entfaltung einer reichsten Vielfalt von Formen. Evolution ist die Entwicklung vom ungeordneten Chaos zum geordneten System hochgradig differenzierter Einheiten. In der Evolution gibt es drei Sprünge: Den Sprung zur Materie, den Sprung zum Leben und den Sprung zum Geist (kosmische, biologische und anthropologische Evolution).
    Auch für die Naturwissenschaftler bleibt nach der Evolutionstheorie eine letzte Frage nach dem Warum und Woher. Warum gibt es überhaupt etwas und warum gibt es nicht nichts? (Heidegger). Woher kommt die Wirklichkeit des Universums? Auf diese Urfragen des menschlichen Geistes, die alles empirische Wissen übersteigen, kann die an empirische Grenzen gebundene Naturwissenschaft nicht mehr antworten. Hier antwortet der Glaube der Religionen: Das letzte Warum und Woher des Universums hat einen göttlichen Grund. Gott hat die Evolution geistig geplant und in Gang gesetzt. Der Schöpfergott ist also der energetische Urgrund und der kraftmässige Beweggrund der Evolution.
    Und nun liebe Theologen, mit dieser Theorie bleibt auch die Schöpfungstheologie intakt. Ich hoffe, verehrter Herr Papst Benedikt, auch Ihnen kommt dies zu Ohren.
    Jan Euskirchen, katholischer Theologe aus Stäfa.

  • Religion ist Übung, wie Sprache, Musik, oder jede Kunst. Wer seine Kinder tauft und in einer religiösen Tradition aufwachsen lässt, gibt ihnen die Möglichkeit die Religionsmuskeln zu trainieren. Vielleicht werden sie wieder Analphabeten werden, vielleicht werden sie eine andere spirituelle Tradition auswählen, aber ihnen die Möglichkeit nehmen den Religionsmuskel zu trainieren, über Ethik, Zufall, Sinn, Leben und Sterben nachzudenken ist ähnlich verwerflich, wie Eltern, die mit ihrem Kind nicht sprechen, in der Hoffnung, das Kind werde dereinst von selbst in einer „Ursprache“ sich äussern.

  • Pankraz Gantenbein sagt:

    Die Christen werden zur Minderheit. Sie werden zunehmend als verrückte und sektiererische Freaks abgestempelt und in einen Topf mit Scientologen und Mormonen geworfen.
    Die Evolutionslehre ist wirklich eine bestechend gute wissenschaftliche Theorie, warum und wie wir uns auf dieser Erde entwickelt haben und für vieles andere mehr. Doch Sie kann nicht erklären, wie in einer möglichen Ursuppe aus Wasser, Aminosäuren, Nukleotiden, Lipiden(alles komplizierte Moleküle als vorhanden vorausgesetzt) und einem Blitz vielleicht unter Einwirkung lebensfeindlicher UV-Strahlung ein so kompliziertes Gebilde wie eine Bakterie entstanden sein soll mit all den bekannten biochemisch ablaufenden Prozessen, welche die Voraussetzung für die Energiegewinnung ist.
    Ich habe meine Zweifel…

    Heute kratzt man einfach ein bisschen an der spirituellen Oberfläche und sucht sich die Rosinen aus den Weltreligionen zusammen, um sich seinen eigenen unverbindlichen Glauben zu basteln, welchen man sich jederzeit wieder zurechtbiegen kann.
    Wie soll man heute so auf die moralethischen Fragestellungen antworten? Wie soll man Kinder erziehen und mit der ganzen Thematik der Islamisierung/Minarettinitiative umgehen? Wie soll man Hinterbliebenen Trost spenden(jüngstes Beispiel das Erdbeben in den Abruzzen)? Haben die Atheisten wirklich eine gute alternative Antwort?

    Die meisten haben kaum mehr eine Ahnung, warum wir überhaupt Weihnachten, Ostern und Pfingsten feiern. Der Entscheid, an Jesus Christus zu glauben, ist weder politischer, kultureller oder philosophischer Natur. Er ist eine Herzensangelegenheit, in der man mit Gott in eine ganz persönliche Beziehung treten kann. Jedes Individuum ist dazu befähigt. Hier geht es nicht um Ideologie oder Indoktrination, sondern wie sich die lebensbejahende Liebe Gottes in der Person seines Sohnes Jesus Christus offenbart. Die Entscheidung dazu muss jeder für sich allein in seinem Herzen treffen, ob er dazu bereit ist oder nicht. Bereit dazu, ein neues Leben anzufangen und die Vergebung seiner Schuld und Sünde in Anspruch zu nehmen, was durch den Opfertod Christi möglich wurde. Er ist für Sie am Kreuz gestorben und am dritten Tage auferstanden, damit Sie das ewige Leben in Gottes Gegenwart empfangen dürfen. Ein grosses Stück Himmel ist bereits auf Erden Wirklichkeit geworden.

  • Kathrin Ammann sagt:

    Gute Frage! Eigentlich wollten mein Partner und ich die Kinder weder taufen lassen noch konfessionell erziehen – obwohl wir beide noch Mitglieder der reformierten Landeskirche sind. Vergangene Woche kam mir dann an einer Buchvernissage mit Klara Obermüller das Buch „Ansichten vom Göttlichen. 22 Jugendliche.“ von Oliver Demont (glaube Salis-Verlag oder so ähnlich) in die Hände, darin sind 22 Jugendliche – weder speziell religiös oder bei einer Freikirche – enthalten, bzw. porträtiert. Sie werden befragt zu Gottesbild, Schicksal, Zufall, Gerechtigkeit, Weltentstehung etc. Mich hat erstaunt, dass zwar sehr viele junge Menschen durchaus religiös sind und über ein Gottesbild verfügen, ihren Glauben allerdings unabhängig der „religiösen Dusche“ im Elternhaus angeeignet haben. Wir fragen uns also ernsthaft, unsere Kinder trotzdem in den Religionsunterricht zu schicken, damit sie wenigstens einwenig Wissen auf dem Gebiet des Religiösen erhalten (wenn denn der Unterricht auch gut ist). Ebenfalls im Buch enthalten ist ein Jugendlicher, der weder getauft wurde noch Religionsunterricht besuchte, heute aber – ohne Einfluss der Eltern anscheinend – „zu Gott gefunden hat“. Ich glaube mit Ideologie oder Ablehnung kommt man beim Thema Religion und Kinder/Jugend wenig weit, weil sich der Glaube so oder so einfach eigenständig in einem jungen Menschen entwickelt, in welcher Ausprägung auch immer. Was uns einfach immer wichtig sein wird: Unsere Kinder sollen ihre Religion in einem freien Umfeld entfalten können, ohne Druckversuche oder Ideologien.

  • Egon Stein sagt:

    Die naturhistorische Evolution ist das Mutationsergebnis unserer tierischen Ursprungs-Existenz (die Kaulquappe)wie auch der Mensch in gleicher Weise das Zufallsergebnis eines Lusterlebnisses ist. Eine
    kommunikative Vernetzung mit dem lebensfeindlichen Universum gehört ins Reich der Mythen. Ebenso
    die glaubensgeschichtliche (Glauben=Ersatzwissen) These von der Schöpfung die voraussetzen würde,
    dass plötzlich alles existieren würde, aber ohne Dynamik,das heisst,ohne Biologie. Die Schöpfungstheorie
    als psychologische Lebenskrücke f ü r Menschen die nicht w i s s e n wollen, bleibt aus d i e s e m und
    aus ökonomischen Gründen, gegen besseres Wissen, unausrottbar. Nicht die Erkenntnisse der Evolution
    sind die Ursache von Kriegen, sondern die bestialische Machtbesessenheit durch missionarischem Glaubenseifer. Die biologische Irrationalität menschlicher Individuen mit mutativer Besessenheit, bezwingt die Disziplin „Toleranz“ die so zum Opfer fehlender Entbestialisierung der menschlichen Individuen wird. Egon Stein,Hauptstrasse 45, 6045 CH Meggen,egon-stein@sunrise.ch,www.egonn.de,www.niest.de

  • Markus sagt:

    @HIA

    Und das unterscheidet sich von einer Diskussion im „meatspace“ wie?

    Wer will, kann von seinem Gegenüber etwas lernen (man muss sich deswegen ja nicht gerade seine Meinung zu eigen machen.) Und wer nicht will, legt sich, während der „Opponent“ argumentiert, bereits das Gegenargument zurecht.

  • Heinz I. Ackermann sagt:

    Alle jene, die zum Thema geschrieben haben, wissen es. Jeder auf seine Art. Alle sind von ihren Aussagen und Ideen überzeugt. So gesehen sind Blogs sehr uninteressant. Interessant höchstens für jene, die wissen wollen, was einige Menschen von einer Sache halten. Blogs dienen nicht dazu, einander zuzuhören, einander entgegenzugehen, von einander zu lernen. Nein, es sind „Statements“, Kleckse, sonst nichts weiter.

  • Misicuni sagt:

    Das ist bei uns ein sehr heikles Thema, vielleicht v.a. von meiner Seite aus. Wir haben einen bald 1-jährigen Sohn. Ich selber glaube an eine „höhere Instanz“, egal wie diese heissen mag und welche Riten mit ihr verbunden sind. Mein Mann hingegen zählt sich zu den Adventisten und geht relativ oft in die Kirche, befolgt aber keinerlei strenge Regeln.
    Ich will meinem Sohn keineswegs den Zugang zu Religion und Glauben verwehren, aber hier in Südamerika sind diese Religionsgemeinschaften dermassen auf Vormarsch und am Hirn-Wäschen, dass einem angst und bange wird. In diesem Alter ist das ja noch nicht so ein Problem, aber mit den Jahren, wenn mein Mann unseren Sohn vielleicht jedesmal in die Kirche mitnehmen will, wird der Junge automatisch indoktriniert. Ich selber halte es in solchen Gottesdiensten einfach nicht aus, wenn das Volk in Glaubens- und Hingabetränen ausbricht und nicht merkt, wie es abgezockt wird und versteckten politischen Einfluss aus dem hohen Norden „geniesst“. Denn da läuft doch alles übers Geld, frei nach dem Motto: wer mehr zahlt, kommt schneller in den Himmel.
    Wie soll ich da meinem Sohn Neutralität, Toleranz und eine gesunde Distanz vermitteln?

  • Andreas Koch sagt:

    @ Kocher und Büchi.
    Danke. Und weil Karfreitag ist:
    Ich bin im Alter von 21 Jahren während des 2. Semster des Biotechnologie-Studiums an der ETH aus der Kirche ausgetreten. Die katholische Kirche hat eingestanden, dass die Evolutionslehre mehr als nur eine Hypothese ist. Damit ist mindestens auf katholisch-kirchlich-intellektueller Ebene das infantile Bild, es gäbe einen sich um das Schicksal des Menschen kümmernden Gott beerdigt. Der Mensch ist wie jede andere Spezies vor und nach ihm ein Zufallsprodukt der Evolution.
    Interessant ist nun noch die letzte Bastion der Kirche: Man weicht noch nicht von der Doktrin ab, der Evolution eine Richtung – natürlich hin zum Menschen – zu attestieren. Dies läuft natürlich parallel mit dem Eingeständnis, die Wirkungsweise der Evolution nicht verstanden zu haben oder sie in ihrer Gesamtheit nicht zur Kenntnis nehmen zu wollen. Der Streit darum, ob Jesus nun auf dem Wasser gehen konnte oder Maria ohne Koitus den Jesus empfing spielt sich einfach auf einem anderen Niveau ab. Ohne Niveau bleibt aber die Leugnung von Fakten. Aber die Geschichte ist ja alt (siehe Giordano Bruno, Galileo Galilei etc.).
    Da Gott durch den Menschen gemacht wurde und nicht umgekehrt und da der Mensch „jeté dans le monde“ ist, bleibt die Frage, wie denn die ofensichtlich evolutiv (wie denn sonst) angelegten Bedürfnisse nach einer Spiritualität bei einem modernen, aufgeklärten und deshalb atheistischen Menschen bedient werden können (die Frage, warum der Mensch offensichtlich ein spirituelles Wesen ist, ist natürlich eine hoch interessante wissenschaftlich anzugehende Frage). Ich für meinen Teil verspür(t)e „spirituelle Befriedigung“, Glücksgefühl oder viel besser SINN in folgenden Momenten: Geburt meines Sohnes, viele Momente mit der Familie in den vergangenen Jahren, schöne Momente in angeregter Diskussion mit Freunden bei gutem Essen und Wein, die Auseinandersetzung mit Wissenschaft, das Lernen, der Lauf oder der Schwumm im See früh am Morgen, die Musik, die Musik, die Musik, die sogar Hühnerhaut verursachen kann, das Beobachten, dass einem Menschen Gerechtigkeit widerfährt, dass er fair behandelt wird, etc.
    Ich komme zum Schluss:
    Der moderne Mensch (ich zähle mich halt einfach mal dazu) erfährt Sinn durch die Gemeinschaft und Auseinandersetzung mit anderen Menschen, durch Kultur (v.a. Musik) und durch den stillen Aufenthalt in der „Natur“. Was zum Henker brauchts denn mehr?

  • Emanzo sagt:

    @ Tom:

    Kirchen werden in Theokratien staatlich gefoerdert: Steuerhoheit, Freistellunspflicht des Leer- oder Lohnsklavenhalters fuer religioesen Unterricht, (Abgesehen von der Steuerpflicht) gratis Unterricht und seelische Betreuung und Beeinflussung fuer die Schaefchen, gratis geistige Spielplaetze gesellschaftliches Netzwerk auch fuer religionsfremde (zB gynokratische) Zwecke, religioese Moralinsaeure in staatlichem „Recht“ (zB Scheidungsunrecht; selektive Toleranz von Kinderbeschneidungen und Tierquaelereien).

    Kleinsekten haben in saeckularen Staaten dieselben Rechte und Pflichten wie alle Grosssekten, d.h. rein zivil- bzw. vereinsrechtliche. Aber niemals hoheits-, verwaltungs- oder gar strafrechtliche.

    In Theokratien versuchen die staatlich als „Kirchen“ gefoerderten Grosssekten oft, die Kleinen mit Missbrauch der staatlichen Politterrorjuxtiz – bis hin zu Politterrorkerker und Kindeswegnahme in die Verdingkindsklaverei – zu eliminieren. Besonders brutal verfolgt werden Sekten, welche die sexuellen Beduerfnisse des Mannes nicht auf eine Ehefrau monopolisieren und daneben verteufeln.

  • Ralph Kocher sagt:

    @ Peter Büchi > ES hiess, „es ist“!
    Die Definition zum Masculinen „er ist“ wurde bewusst so gedreht. Mit „ES“ kann kein Bildnis herhalten, aber mit „er ist“ – leider schon. Frauen könnten wiederum „Göttin“ zu „sie ist“ deklinieren. Kann es sein, dass das was ihr mit „Jesus“ meint, eine naturgegebene physikalische Begebenheit ist?
    Mit „Anbetung“ täte sich meinem Kind das „Substanzielle“ entrücken. Sie (die Substanz) wäre dann quasi Menschwerdung und würde somit klar für’s Bildliche herzuhalten genötigt. Die KRAFT, echt – bleibt elementar. Das grosse Ganze – annähend zumindest individuell definierbar. Und ganz ohne Gruppenzwang!

  • Tom sagt:

    Ganz plakativ gefragt: wo ist der Unterschied zwischen einer Sekte und der christlichen Kirche? Mich interessiert, wo man die Grenze zieht.

    Einschränkungen der Religionsfreiheit religiöser Randgruppen, etwa durch Kritik ihrer Praktiken. Einschränkungen der Meinungsfreiheit von Gruppenmitgliedern. Sexuelle Ausbeutung oder Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen. Personenkulte um die Anführer der betreffenden Gruppe.

    Alles Sekten-Attribute und doch alles schon in unseren lieben Kirchen da gewesen… Warum ereifert sich niemand darüber, warum schickt man seine Kinder in den Unterricht (!) einer solchen Institution, liebe Eltern?

  • Peter Büchi sagt:

    @Andreas: Die Übersetzung der ältesten, schriftlich überlieferten Definition von „Gott“ lautet: „Der ist“. Mehr ist nicht nötig, denn ein Bildnis von Gott sollen wir uns ja nicht machen, aber in Jesus haben wir ja eine adäquate Verkörperung.

    Meine Mutter schickte mich als Kind in die Sonntagsschule der reformierten Landeskirche, später habe ich selbst Sonntagsschule gegeben und Lager geleitet. Kritische Fragen von Kindern bin ich also gewohnt. Ausserdem habe ich in jüngeren Jahren bei mancher Freikirche reingeschaut und musste mich gezwungenermassen auch mit Sekten auseinandersetzen. Ich studiere seit vielen Jahren verschiedene Übersetzungen der Bibel und habe mich sowohl intensiv mit der Häresie der Katholischen Kirche, als auch mit anderen Religionen und ihrer (Be-)Gründer befasst.
    Ich fühle mich bestens gerüstet für die Fragen meiner beiden kleinen Kinder und käme nur noch dann in Erklärungsnot, und das seit 20 Jahren, wenn ich erklären muss, was denn nun der Osterhase mit Ostern zu tun hat ;-))

  • Ralph Kocher sagt:

    Irgendwie (hier aber eher für grössere Kinder) steht ein Pierre Teilhard de Chardin als interessantes Beispiel (via Wikipedia z.B.): Er versuchte diametral stehende Erkenntnis-Theorien zu vereinen. Er büxte Evolutionäres wie Religiöses zusammen. Er liess also nicht das eine das andere ausschliessen. Er integrierte – sämtliche metaphysische Ansichten hatten Platz. Bei ihm war Religion ein Teil des Evolutionären. Oder zumindest ein Faktum zum.
    Jetzt könnten wir noch einen nä Abschnitt wagen: Weswegen muss man individuelle Erkenntnis – in gleichgeschalteter Form von Religion – anderen aufzwingen?

  • Ralph Kocher sagt:

    @ Andreas Koch >
    …nicht in der Form hierzulande, wie es „ihn“ nur in der Form von einem „Götzenbild mit 4 Buchstaben“ gibt.
    Wenigstens aber bleibt „Gott“ eine dynamische Materie, welche wir quasi als „das Schicksal“ physisch erfahren können (je nach Umgang mit). Es gilt nur eigentlich, den Geist (hiermit meine ich das ICH, andere nennen es die Seele) – je nach der persönlich erfahrenen metaphysischen Erkenntnis – darauf auszurichten.
    Definieren würde ich ES aber quasi als „das Naturbestimmende“ (da braucht’s auch nicht unbedingt das Universum). Ausser man sagt, dass dieses „Grosse Ganze“ schon immer überall – und dies seit eh und jeh, wie auch schon immer und ewig – und dann auch unendlich lange noch – existiert hat / existiert / existieren tut.
    Sowas mögen meine Kinder eher noch plastisch nachvollziehen. Da brauchts auch keinen die bewaltete Landschaft zerbauenden Sakralbau. Ich vergleiche immer den Wald als „Kirchenschiff“.
    MfG.

  • David sagt:

    Ich bin ungetauft, Religion gab es bei uns so nicht, aber wir haben Erklärungen erhalten zu allen Fragen, die wir hatten. In der Primarschule hab ich den reformierten Religionsunterricht besucht um zu erfahren, worum es da bei den Christen geht – schliesslich sei mein Umfeld christlich, als sollte ich das kennen, hat’s geheissen.
    Von daher werd ich es mit meinen Kids genau so machen. Fragen beantworten, nichts einfach so einführen und ungefragt als Tatsache hinstellen. Und ab 18 können sie sich ja dann selber entscheiden.

  • Andreas Koch sagt:

    Kann mir mal jemand „Gott“ definieren, bitte?

  • Bastian sagt:

    Ich war schon früh als Kind mit der ref. Religion konfrontiert. Meine Eltern sprachen häufig über Gott mir mir, als ich noch Klein war. Auch besuchte ich den ref. Religionsunterricht. Nun bin ich Mitte 20, lebe als Mann mit einem Mann in einer Beziehung, bin aus der Kirche ausgetreten und kann mich heute so gar nicht mehr mit den Machtansprüchen anfreunden. Was kirchliche Institutionen im humanen Bereich auf freiwilliger Basis leisten, gebührt sicherlich Respekt. Doch fördert genau auch dieselbe Kirche mit ihren sehr konservativen Aussagen Intoleranz, Ausgrenzung und Hass – und da fühle ich mich als liebender Mensch in meinem Innersten angegriffen und bedroht.

    Und so haben wir nun den Salat. Als Kind wurde mir «eingepflanzt», an Kirche und Gott zu glauben. Und ich habe bis heute teilweise noch ein schlechtes Gewissen, weil mein Leben nicht zwangsläufig in das häusliche Leben passt, dass die Kirche gerne von mir hätte. Und das kann belastend sein. Sicherlich wollten meine Eltern mir nie Kummer mit meinem Glauben machen, aber genau das ist mit der frühen Religionsposition passiert. Eltern können nie wissen, wie das Leben ihrer Kinder in 20 Jahren aussieht, wie sie leben, wo sie leben.

    Und so finde ich es nicht richtig, wenn Kindern mit einem zu engen religiösen Strickmuster vielleicht später einmal Last aufgelegt wird. Der Glaube an etwas, mag vielleicht über schwere Zeiten hinweg tröstend sein – aber Religion darf nie und nimmer ausschliessen, Intolerant sein oder Hass fördern. Wenn Gott so handelte, wäre dann Gott würdig, von irgendjemandem angebetet zu werden? Wäre Gott dann nicht ein Scheusal, ein Dämon oder noch etwas Schlimmeres? Gibt es irgendeinen Grund, warum irgendjemand glauben könnte, dass diese Hassfördernde, verwirrte und bizarre Verständnis je «Wort Gottes» genannt werden könnte? Die Unfähigkeit oder der Unwillen, gewisse Bibel-Zitate als das zu sehen, was sie so offenkundig sagen, ist ein kräftiges Zeugnis für die entstellenden Linsen, durch die viele Menschen die Bibel lesen.

    Und darum würde ich meinem Kind versuchen aufzuzeigen, welche Chancen und welche Gefahren unsere Religionen haben – so neutral wie nur möglich. Die kleinen Knirpse sind ja alles „Gottes Geschöpfe“ und so bin ich überzeugt, dass sie die richtige Entscheidung treffen – auch ohne bewusste Beeinflussung ihrer Eltern.

  • Andreas Koch sagt:

    Für kleine Kinder empfehle ich unterstützend das Buch von Michael Schmidt-Salomon „Wo bitte gehts zu Gott, fragt das kleine Ferkel“.
    Für Adolszente (und Erwachsene) ist das Manifest des evolutionären Humanismus (Giordano Bruno Stiftung) eine gute Grundlage für ein Gespräch zu diesem Thema.
    Selbstverständlich wird unser Sohn (11) in seiner Schule schon heute mit Kindern aus religiösen Familien konfrontiert. Leider geht die Volksschule des Kt. ZH mit dieser Frage ungeschickt und rückschrittlich um (im Gegensatz zur Bündner Ethik Initiative) und schliesst die Kinder nichtreligiöser Familien de facto aus (möchte sie aber an der Teilnahme des Faches „Religion und Kultur“ zwingen).
    Da sich die Erzieher der Kinder bis hin zum Genozid um diese Fragen streiten kann man nicht anders, als eben auf diesen Umstand hinweisen: Wissen und Glauben sind total inkompatibel.

  • Jacqueline sagt:

    Ich bin alleinerziehende Mutter und darf daher über sämtliche Erziehungsfragen entscheiden (Vater hat sich abgesetzt). Selbst wurde ich katholisch (nur von der Schule) erzogen, da meine Eltern nie wirklich mit Religionen verbunden waren. Persönlich bin ich dann später im Erwachsenenalter aus der Kirche ausgetreten. Meinem Sohn habe ich es freigestellt dem Religionsunterricht beizuwohnen, er hat das 1 Jahr lang gemacht, war jedoch nicht wirklich von den Erklärungen überzeugt. Was ich meinem Sohn vorallem mitgebe ist das Interesse und vorallem auch die Verantwortung an der Umwelt, d.h. Natur wie auch alle anderen Lebewesen. Da ich von der Wiedergeburt überzeugt bin, fällt es mir auch leicht, vieles zu erklären wo Religionen anstehen. Feiertage wie Ostern und Weihnachten werden bei uns zuhause auch mit den üblichen Ritualen gefeiert. In der Schule wird dies auch so gehandhabt. Gefährlich finde ich persönlich an den Religionen, dass viele Menschen die Verantwortung einfach abgeben, da wird dann Manipulation leicht gemacht. Was mit stört an Religionen ist vorallem die „Angstmacherei“. Wenn das, dann…….Für mich ist der Sinn des Lebens eine Vervollkommnung der Seele und das Schicksal liegt in der eigenen Hand.

  • Elisabeth sagt:

    Ich bin nicht praktizierende Katholikin und meine Kinder sind, weil wir auf Zypern wohnen und mein Mann Zypriote ist, griechisch orthodox getauft, d.h. wir sind alle Christen. Meine Kinder und ich unterhalten uns viel ueber Gott und ueber Religion. Wir glauben daran, dass man andere Menschen so behandeln sollte, wie man selber behandelt werden moechten. Ich habe sie gelernt, mit Gott zu sprechen, vor dem Einschlafen Gott fuer den Tag zu danken. Aber ich erlaube ihnen auch, an Gott zu zweifeln, gewisse Dinge zu hinterfragen und nicht einfach wie die Schafe den anderen nachzulaufen. Ich finde es schoen, wenn man beten kann, wenn man jemandem dafuer danken kann, dass wir ein gutes und gesundes Leben haben, ob das nun Gott ist oder nicht, das weiss ich nicht.

  • Die „Gretchenfrage“ der Bloggerin ist etwas in den Hintergrund geraten:
    Was auch immer wir glauben mögen, Kinder holen es aus uns heraus. Und verlangen mehr als spirituelle Unverbindlichkeit. Doch was, wenn der eigene Glaube vage ist, an keine verbürgten religiösen Riten gebunden? Die alte Mär vom bärtigen Gott im Himmel mit seinen Engelein wiederholen?

    Die alte Mär vom bärtigen Gott muss man Kindern natürlich genauso wenig vorenthalten wie Märchen von bösen alten Hexen, die nur darauf warten, Kinder in den Backofen zu schubsen.

    Aber derlei Geschichten können ergänzt werden durch Angebote für Kinder, welche die Welt ohne Hokus-Pokus erklären. Die gibt es sehr wohl – und sie können für Kinder unterhaltsam und aufbauend daherkommen, wie beispielsweise Michael Schmidt-Salomons Bildband Susi Neunmalklug erklärt die Evolution.

    (Ein Werbefilmchen zum Buch gibt’s hier.)

  • Emanzo sagt:

    @ Markus:

    Stimmt, die aggresiven Atheisten sind genauso unanagenehm wie die aggressiv missionierenden Christlichsozialen.

    @ Maria:

    Da bist Du aber eine grosse Ausnahme. Die meisten Kinder erdulden den Religionsunterricht ebenso passiv wie die nicht von Natur aus sexgeilen Verdingmaedchen die Schaendung durch von den Schwatzbudern nur in der Schweiz mitprivilegierten nicht mehr als drei Jahr aelteren Herrenreiterssoehne der „Besitzer“.

    Der Grosse Fritz hat nicht nur die braven Beamten anstelle der groben Staatsbuettel erfunden, sondern auch die Religionen auf den passenden Punkt gebracht: „Jeder soll nach seiner Fasson selig werden!“

    Die Religion schafft geistig anregende gesellschaftliche Netzwerke, die dann in Theokratien auch fuer weltliche (zB gynokratische) Interessenpolitik missbraucht werden. Weitgehend entschaerft wird diese Gefahr, wenn den Kirchen jede staatlich Gewalt abgenommen und gegen Verletzungen von staatlichem Recht (z.B. durch Beschneidung von Kindern oder Tierquaelerei) konsequent durchgegriffen wird. Ein seltenes Muster von gelungener Trennung von Staat und Religionen sind budistisch betreute statt beherrschte Gebiete. Der Staat verbittet sich wenn noetig nachdruecklich jeden Uebergriff der Religion in die staatliche saeckulaere Macht, mischt sich andererseits auch nicht in die Religion und ihre Rituale ein, solange damit nicht staatliches Recht verletzt wird.

    Nur im Tibet hat das nicht funktioniert. Im Tibet entstand mangels saeckularer staatlicher Gewalt eine Theokratie mit grausamsten Koerperstrafen gegen Ungleubige. Da der Budismus jedes Leben heiligt, wuden die Todesstrafen so ausgestaltet, dass das „Juxtiz“opfer „nur“ schwer verletzt wurde, und erst nach Stunden wenn nicht gar Tagen eines „natuerlichen“ Todes verreckte. Intressant ist der Umgang der christlichen Theokratien mit dem Tibetproblem. In einem ersten Schritt spielt die Solidaritaet der Theokratien gegen die saeckulare Staatsverwaltung. Und in einem zweiten Schritt wird dann versucht, die Budisten zum Christentum umzupolen. Dies durch Befreiung vom Karma. Das Karma (jede gute oder boese Tat faellt frueher oder spaeter automatisch auf den Taeter zurueck) wiederum war der Hauptgarant, dass das Leben in saeckularen Staaten mit freier (weder unterdrueckter noch mit Staatsmacht ausgestatteter) budistischer Religion vor der Durchseuchung mit christlichsozialer Missionierung sehr angenehm war.

  • Ich finde es erstaunlich, dass es hier Eltern gibt die ihre zehnjährige Kinder als zu jung halten, um mit ihnen Gespräche über Gott und Religion zu führen.
    Ich habe mich im Alter von acht Jahren geweigert, weiterhin den schulischen Religionsunterricht zu besuchen, weil ich die Erzählungen der Religionslehrerin als seltsam, verworren und nicht schlüssig empfand. Mir auf meine vielen offenen Fragen eine befriedigende Antwort zu geben, war sie nicht in der Lage, sie reagierte entweder überfordert, abblockend oder aggressiv. Bald brachte ich sie mit meinem hinterfragenden Verhalten und meinen immer erneuten Ideen, weshalb dies und das nicht so gewesen sein konnte, wie sie es uns in einer herunterleiernden, unoriginellen Art weismachen wollte, derart in Verlegenheit, dass sie meine Mutter anrief um ihr mitzuteilen, was für ein gestörtes Kind sie da grosszog.
    Dies bedeutete das vorläufige Ende meiner Beziehung mit jeglichen biblischen Individuen, sträubte sich meine Mutter doch nicht gross gegen meine Entscheidung, die wöchentliche Bibelstunde von nun an gegen weltlichere Tätigkeiten zu tauschen. Ganz schuldlos an diesem ganzen Vorkommnis waren meine Eltern wohl kaum – denn ich kam definitiv nicht in den Genuss dessen, was man als „christliche Erziehung“ bezeichnet. Obwohl mein Vater den grössten Teil seiner ersten zwanzig Lebensjahre in einem katholischen Kloster verbracht hatte, entschlossen sich er und meine protestantische Mutter dazu uns eine Erziehung zukommen zu lassen, die in erster Linie auf humanen Grundwerten basierte und weniger auf kirchlichen.
    In erster Linie jedoch versuchten uns unsere Eltern den Wert eines wissbegierigen, jedoch stets kritisch hinterfragenden, nicht leicht gläubigen und vor allem frei denkenden Wesens zu vermitteln, vielleicht zu frei denkend – denn Glaube ist Halt.
    Und so kam es einige Male vor, dass ich diese christlichen Familien beneidete, bei denen alle Dinge ihren Platz hatten und bei denen alles so viel klarer und definierter zu sein schien, als dies bei uns der Fall war. Denn wissen-wollen bedeutet Chaos, bedeutet, dass man sich seine Antworten suchen muss – in einem unendlichen Universum der Möglichkeiten. Wenn ich mich heute vergleiche mit Freunden, die gläubig sind, dann spüre ich einfach oftmals eine Ruhe und Sicherheit, die sie im Innern tragen. Die Sicherheit, zu wissen – zu glauben.
    Natürlich könnte man sagen dass gläubige Menschen es sich einfach machen, dass sie nicht hinterfragen und von Anderen (für christliche Menschen von Gott) gemachte Gegebenheiten als die ihre Wahrheit annehmen.
    Und dennoch empfinde ich auch heute noch beim zusammen sein mit gläubigen Menschen manchmal etwas, was man wohl am ehesten mit einer Art Sehnsucht umschreiben könnte; denn ich denke, wurde der Samen des Glaubens nicht schon als Kind bei einem gepflanzt, ist der Garten später bereits schon so voll mit vielem anderen (Unkraut, würde der Papst wohl sagen…), dass man nur noch schwer ein Plätzchen findet, wo ein starker Baum des bedingungslosen Glaubens gedeihen könnte.
    Man hört immer mal wieder diese Geschichten von Menschen, bei denen ein überirdisches Erlebnis sie mit einem Schlag zu Gott hinauf katapultierte – aber ich denke, dass es im Normalfall tatsächlich in den Händen der Eltern liegt, zu was für einer Art Gott Verständnis ihre Kinder einmal gelangen werden.

  • Markus sagt:

    @Logine
    >sondern gerade auch und besonders die “geistige” Nahrung, d.h. Ideen und Inhalte, unter die Lupe zu nehmen, denn dagegen können sie sich schlecht wie der Suppenkaspar wehren und rufen: “Nein, diese Lehre ess’ ich nicht!”

    Richtig, bloss gibt es eine Entwicklungsphase des Kindes wo es Religion oder etwas äquivalentes braucht. Keine Sorge, es wird sich in offenem Umfeld von selbst wieder von Indoktrination losmachen.

    Ich finde in diesem Zusammenhang die aggressiven Atheisten (Sehr guter Kommentar übrigens heute genau zu diesem Thema in „Leser schreiben“) geauso bedenklich wie die fundamentalistischen Religiösen. Beide lassen das Gegenüber nicht frei, sondern missionieren ihr Welbild.

  • Ralph Kocher sagt:

    @Logine: Du bist weitsichtig und unbeschränkt!
    Hingegen schmerzen mich die Erziehungsziele des „Raphi“. Die Sicht auf eine Ideologie wie „Jesus Christus“ geht einer Entwicklung abhold, der Fokus bleibt somit eher (allzu) starr ausgerichtet.
    Sogar Hr. Bush wollte seines Vaters Erzfeinde töten, weil sie nicht (s)einem kreationistischen Reglement entsprachen.
    Was spricht denn gegen ein Heliozentrisches Weltbild, welches das Licht als Mitte deklariert? Da fällt es doch leicht, die Sonne als Zentrum anzunehmen. Soviel zur Logik der meisten Völker dieser Erde. Interessant ist aber ebenfalls der Blick von oben auf ein sich drehendes Kreuz. Gebildet im Kreis steht der Punkt.
    Ansprechen will ich somit, dass eine Bibellehre den meisten Naturreligionen angelehnt ist.
    „Flor“ vergleicht hier geforscht weise.
    Wird ein Kind getrimmt auf „überall lauert das Böse“ – empfindet es schlussendlich schizophren.
    Und sowas gehört meines Erachtens in die Reihe MASSIVER MISSBRAUCH bis zu SEELISCH/GEISTIGER VERGEWALTIGUNG. Um es mal beim Wort zu nennen!
    Bleiben wir beim Wort:
    Am Anfang hiess es, war das Wort.
    Bereits hier zwingt man uns, die Ideologie als Einzig wahrzunehmen.
    Ich übersetze es meinen Kindern so: Am Anfang war das „ES“.
    Also keine Göttin und kein Gott.
    Quasi aber als das Sächliche, das im Neugeborenen Kinde innewohnt.
    Verglichen mit: „Das Reine“.
    Ich interpretiere hier natürlich NUR meine Sichtweise.
    Nirgends abgekupfert und keiner Ideologie verpflichtet.
    Und auch niemand soll dieses „ES“ annehmen müssen.

    Andere übersetzen dieses „ES“ mit LOGOS.
    Was für mich wieder logisch klingt.
    Hier schramme ich bewusst progressivere Schriften.
    Denn zu einem grossen Teil, wie beschrieben steht, wollte man dieses „ES“ versuchen, in ein Korsett zu zwängen. Oder zumindest (anders ausgedrückt) in eine Schreibform bringen.
    Was aber wiederum jeweils verfälscht werden konnte durch all die Übersetzungsvarianten.
    Eigentlich ist nicht diese Bibel an und für sich selber schuld, sondern das, was man aus ihr gemacht hat.

    Die geistige Welt entspricht immer der eigenen Wahrnehmung selbst!
    Und diese jeweils bleibt persönlich gemünzt.
    Ein Tor, welcher das Seine dem anderen aufbürden will. Aber immer war es einfacher, Fertigprodukte unreflektiert zu konsumieren, als selber sich risikoreich in die Selbsterkenntnis zu begeben. Hiefür empfehlenswert zu erforschen bleibt via WIKIPEDIA die GNOSEOLOGIE zu erforschen. Auf Deutsch übersetzt: Die Erkenntnistheorie.
    Eine Bibel könnte man quasi auch als eine Theorie zur Erkenntnis bezeichnen.
    Nur: Wie den Kindern weitergeben?
    Kinder kopieren alles. Aber insgeheim mit Logik reflektierend.
    Ausser man zwingt sie, den Jesus Christus anzunehmen – ansonsten sie der Teufel hole.
    Lasst dem Nachwuchs seinen Freiraum!
    Denn schon die Behörde zwingt sie in ein Raster.
    Sonst wachsen sie noch als Neurotiker heran. Mit ausgewiesenem POS.
    Philosophie soll nie einengend wirken.
    Denn sie ist des Rätsels Lösung!
    Kinder lieben die Natur und was ihr innewohnt.
    Und „Gott“ bleibt für sie ein Götzenbild mit 4 Buchstaben.
    Mein ES existiert nicht in Schriftform.
    ES bleibt das UR des SEINS.
    Bücher brauchts darüber nicht.
    Wenn man ES weiss spürt man ES.
    Und meine Kinder lieben ES, weil ES riecht, schmeckt, spürend wirkt, tönt, kurz: Sichtbar ist.
    WAS stösst sich an den Naturreligionen?
    Die Angst der Konkurrenz?
    Die Sonne bleibt ewig.
    Die Ideologie gesellschaftskonform.

  • Logine sagt:

    Eigentlich ist es ja bezeichnend. Für mich ist Erwachsenwerden = Verantwortung übernehmen. Für mich, und andere. Besonders gegenüber Schutzbefohlenen, d.h. Kindern. Wir sind doch sonst auch so wählerisch, wollen überall eine genau Angabe, was denn in den Produkten steckt. Es wäre eigentlich logisch, nicht nur die „feste“ Nahrung, die wir den Kindern vorsetzen, sondern gerade auch und besonders die „geistige“ Nahrung, d.h. Ideen und Inhalte, unter die Lupe zu nehmen, denn dagegen können sie sich schlecht wie der Suppenkaspar wehren und rufen: „Nein, diese Lehre ess‘ ich nicht!“

  • Lutz Seifert sagt:

    Es ist schon interessant, wie stark dass Glaube und Kirche miteinander vermischt werden, obwohl diese beiden Gebiete nicht viel miteinander zu tun haben (nur leicht übertrieben;) ).

    Kinder sollen lernen, dass es Sachen gibt, welche nicht erklärbar und schlussendlich auch weder beweisbar und widerlegbar, d.h. Glauben sind. Dies ist der philosophische Aspekt, und sehr schwer zu vermitteln, deshalb solche Bilder wie „die Grossmami ist im Himmel“.

    Was „einfacher“ ist zu vermitteln, sind schlussendlich die kulturellen Aspekte. Und unter dieses Thema fallen auch die Auseinandersetzung mit den positiven und negativen Aspekten der (menschlichen, nicht göttlichen) Geschichte der Kirche.

  • dani sagt:

    leider hat religion für mich (!) einen immer noch viel zu großen Stellenwert und eine viel zu große Einflußnahme in unserer Gesellschaft und dem Staat.
    Ich bin der Meinung, wir wären ohne Religion wesentlich besser dran, es gäbe weniger zu diskutieren, zu streiten, zu töten, etc.
    Aber wie es scheint, braucht der Mensch irgendwas, an das er glauben kann und wenn nötig, das auch anderen gewaltsam aufzwingen oder quälen kann.

    Ich bin christlich erzogen worden, getauft, habe konfirmiert und habe schon Menschen den „heiligen Geist empfangen“ sehen, dennoch kam und komme ich mit vielen Ansichten der Kirche – in der ich jahrelang aktiv war – einfach nicht zurecht (ich habe jahrelang mit Pfarrern diskutiert…) und habe auch nicht vor, meiner Tochter die Entscheidung abzunehmen, wohin sie sich wenden will.
    Glücklicherweise habe ich noch etwas Zeit bis die Fragen kommen werden…sie ist ja erst zwei und ich möchte nicht gleich radikal ablehnend an die Sache rangehen.
    Und darum ich bin sehr froh, diesen Artikel und die vielen nützlichen und vor allem interessanten Kommentare gefunden zu haben. Vielen Dank!

  • claudia sagt:

    @flor und jochen baumann: vielen dank für eure beiträge. sie bestärken mich in meiner entscheidung, meinem sohn keine kirche „aufzuzwingen“. man kann ein kind religiös erziehen, und es glaubt, was man ihm erzählt, bis es selbst zu denken und hinterfragen anfängt.

    „christliche“ feste (die ja wie flor richtig bemerkt oft heidnischen ursprungs sind) feiern werden wir trotzdem – als familienfeste, besondere tage, worauf man sich freuen kann. sich mit den kindern freuen, ihnen liebe, wärme und menschliche werte zu vermitteln finde ich viel wichtiger als sie betreffend glauben „zu lenken“.

    irgendwann setzt sich jeder mensch mit der frage des glaubens auseinander, sei es früher oder später; die frage nach herkunft und sinn des lebens soll diskutiert werden – es wird für jeden menschen verschiedene antworten geben, je nach alter und lebenssituation.

  • Truni sagt:

    @ Logine: Ich verstehe diese Sichtweise. Es wirkt komplett absurd, Aussagen, die nur in einem Buch (Bibel) stehen, einfach persönlich zu nehmen und sie zu glauben und zu leben – und sogar motiviert weiterzusagen und andere zu diesem Glauben einzuladen. Der Schlüssel liegt nicht daran, dass dies komplett andere Menschen sind, die das glauben (ich zähle mich dazu), sondern in der persönlichen Erfahrung mit Gott: man hat sein Leben ihm zur Verfügung gestellt und dann beginnt etwas ganz Neues. Und dieses Neue lohnt sich aus meiner Sicht – egal was wir als Gesellschaft davon halten.

    Und diese Art von Glauben ist es auch wert, dass ich ihn meinen Kindern vermittle – ich möchte ihnen diese Erfahrungen mit Gott keinesfalls vorenthalten, das finde ich verantwortungslos, wenn sie dazu nicht die Möglichkeit haben. Also nicht aus einem Zwang heraus, sondern aus Begeisterung möchte ich meinen Glauben auch der nächsten Generation weiter geben.

  • Raphi sagt:

    @ Logine: Ich glaube deine Ausführungen und deine Religionskritik gehört mehr in Hugo Stamms Blog. Es wäre schade wenn auch hier wieder eine sinnlos-hitzige Debatte über Sinn oder Unsinn des Glaubens geführt würde.

    Ich persönlich habe noch keine Kinder, doch meine jetzige Verlobte und ich werden ihnen ganz natürlich unseren Glauben an Jesus Christus vorleben und sie miteinbeziehen. Dafür oder dagegen entscheiden werden sie sich so oder so im Laufe ihres Lebens.

  • Logine sagt:

    Es erstaunt doch sehr, dass heute, im Jahre 2009, einer Figur wie Jesus gehuldigt wird, dessen Existenz nicht einmal durch glaubwürdige ausserchristliche Zeugnisse belegt ist. Nicht nur, eine ganze Glaubenslehre samt Organisation und Hierarchie wird darauf gebaut, missioniert was das Zeug hält und sogar politisch Einfluss genommen.

    Persönlich finde ich es absolut ok, dass der Einzelne für sich geglaubt, was er für richtig hält, solange seine Überzeugungen keinen Schaden anrichten und kein Leid verursachen.

    Die Konflikte beginnen ja erst, wenn mehr als 2 Leute zusammenkommen und befinden, dass ihre Sicht der Dinge die einzig richtige ist und der Rest der Gesellschaft, ja der Menschheit, sich gefälligst auch an die Gebote zu halten haben, die irgendein „Wesen“ ausgerechnet für unsere unter Milliarden von Lebensformen erlassen haben soll, und und das seine „Schöpfung“ auf einem unter Milliarden von Staubkörnern durchs Universum rasen lässt, nur, um unseren Planeten in einigen Mia Jahren wieder verschwinden zu lassen. Und da erzähle noch einer von „Sinn“, „Plan“, „Intelligenz“. 🙂

  • Emanzo sagt:

    Aus Kindessicht sind oft praktische Umstaende weit wichtiger als ideologische. Der Prepunterricht stoert, weil er in die schulfreie Zeit faellt, der Konfunterricht ist beliebt,wenn dadurch einmal woechentlich zwei Stunden frueher der Leersklaverei entflohen werden kann.

    In nicht saeckularen Staaten mit religioeser Moralinseure auch in staatlichem Recht ist die korrekte Wahrnehmung der Elternverantwortung bis zum 16. Altersjahr (der gesetzlichen Religionsmuendigkeit) eine Quadratur des Kreises. Man kann es fast nur falsch machen.

    Wenn eine (noch) mitherrschende Grosskirche ihrem eigenen „zoelibataeren“ Kader bis zu drei Kindesalimente aus der mit Zwangsabgaben gefuellten Schatulle spendiert, den Laien aber die Befriedigung eines Grundbeduerfnisses nur in den Rahmen einer bis zum Tod des Partners unaufloeslichen Ehe beschraenkt, von der auf Wunsch der Frau auch noch das Bett abgetrennt werden kann, ueberzeugt sie aus natuerlicher Sicht je laenger je weniger. Ihre Absplitterungen sind kaum toleranter, wobei dort die Gynokratie immer mehr auch in deren Klerus ausufert.

    Auch in diesem Bereich muessten die Politiker zuerst ihre Hausaufgaben machen, statt mit immer undurchringlicherem Nebel ihre katastrofalen Fehler zu kaschieren: Strickte Trennung von Staat und Kirche mit Entzug aller hoheitlichen Rechte, insbesondere auch von Steuerhoheiten. Strickte durchsetzung der saeckularen Ehe- und Scheidungsfreiheit ohne Rassenschranken, nicht nur theoretisch in der Verfassung, sondern auch faktisch in allen staatlichen Vorschriften und vor der Juxtiz. In staatlichem Recht hat weder die Steinigung fremdgehender Ehefrauen, noch die faktische Behinerung und Verhinderung der Ehe- und Scheidungsfreiheit etwas verloren.

    Bis Politiker und Richter ihren primitivsten Pflichten nachgekommen sind, bleibt jedem ihnen Unterworfenen nur, den immensen Schaden fuer die aktuelle eigene Familie moeglichst zu begrenzen und sich das Leben dadurch nicht ganz vergaellen zu lassen.

  • Flor sagt:

    @ Roli:
    Da würde mich doch interessieren, wie sehr Sie sich mit dem Hintergrund z.B. der Feste Weihnachten und Ostern auseinandergesetzt haben. Ist Weihnachten nicht das heidnische Lichterfest, um die „Rückkehr“ der Sonne und das Längerwerden der Tage zu feiern? Und sind Osterhasen und Ostereier nicht Sinnbilder für Fruchtbarkeit, die aus dem heidnischen Glauben von der christlichen Kirche übernommen wurden? Wichtiger aber als den „tatsächlichen“ Sinn der religiösen Feste scheint mir das Ritual des Festes an sich: Was ist denn für Kinder schöner als Eier bemalen und versteckte Schoggihasen zu suchen? So habe ich jedenfalls Ostern in Erinnerung!

  • philip sagt:

    @ andreas k.

    du hast recht: kindern könnte man so manches aufbinden, ob es mit der realität zu tun hat oder nicht. das zeigt unsere verantwortung als eltern auf. es erstaunt deshalb auch nicht, dass kinder – wie in praktisch allen beiträgen zu lesen – doch ganz ähnlich denken / glauben wie die eltern. ob atheist oder christ…
    das spannende am kinderglauben an den gott der bibel ist, dass es sich über die jahre vertiefen kann. ganz im gegensatz zum glauben an die zahnfee. früher oder später wird dieser glaube ent – täuscht. was auch gut ist, denn woran das kind glaubte, entsprach nicht der wahrheit. das heisst, ein glaube ist nur so stark wie das, woran ich glaube. auch wenn der winter vorbei ist, kommt mir dazu folgende analogie in den sinn: starker glaube an dünnes eis hält dich nicht lange, aber selbst ein schwacher glaube an dickes eis trägt dich. es kommt vielmehr auf das eis, sprich meinen gott an, als auf mich selber.
    @ ralph k: „united we stand, divided we fall“, eine einsicht vieler weiser menschen, ob philosophen (aesop) oder kriegsherren, welche sich dies zu nutze machten. irritierend ist auch für mich die konsequenz: eine schweiz ohne gemeinsame ethische und moralische grundlage wird an sicherheit für den einzelnen menschen verlieren.

  • Jochen Baumann sagt:

    Meine Eltern kommen aus einer katholischen und reformierten Kirche. Um ‚den anderen‘ nicht überzeugen zu müssen, wurde ich nicht getauft und bin konfessionslos. Zuhause hatte ich keine religiöse Erziehung, wurde aber auch nicht zum Atheisten erzogen. Die Idee war, dass ich später für mich selbst entscheiden könne. Meine Mutter verneint einen Gott bis heute nicht, wohingegen mein Vater überzeugter Atheist geworden ist.
    Als ich damals in der Schule war, ‚durfte‘ ich den Religionsunterricht besuchen, fragte mich aber ungefähr mit 13, was das für olle Geschichten sind, die mir da erzählt werden. Ich bat meine Mutter, den Unterricht nicht mehr besuchen zu müssen, als konfessionsloser war das kein Problem. Heute bin ich 21 und würde mich als überzeugten Atheisten bezeichnen. Trotzdem bin ich der Meinung, dass wer glauben will, glauben soll. Solange ich mich dadurch nicht unwohl fühlen muss. Ich denke, dass Religion an sich nicht so differenziert ausgelegt werden sollte, darum trete ich voll und ganz für Religionsfreiheit ein – Darunter fällt in meinem Fall wohl auch der Atheismus.

    PS: Bin weder Vater noch Mutter, trotzdem lese ich den Blog hin und wieder. Nennt ihn doch Erziehungsblog.

  • Roli sagt:

    Also wenn Eltern schon unsicher sind, an was sie glauben, dann ist es wohl höchste Zeit, sich mit den Religionen auseinanderzusetzen, aus meiner Sicht insbesondere mit der Person Jesu Christi. Denn schliesslich informiert sich ein kritischer Mensch, wenn er irgendwo ein Defizit hat. Sich als aufgeklärt zu halten und einfach zu bequem zu sein, wenn auch nur den Kindern zuliebe sich mit dem Hintergrund von Weihnachten, Ostern und Pfingsten auseinanderzusetzen, ist wohl nicht gerade ein Zeichen von Tiefgang und echtem Fragen.
    Ich kann es sowieso nicht nachvollziehen, wie man Jahr für Jahr obige Feste feiern kann und nie danach fragt, was sie eigentlich bedeuten – ohne zwingend auch daran glauben zu müssen, notabene. Mir kommt das unglaublich banal vor. Der kindliche Glaube scheint da dem abgeklärten erwachsenen „Glauben“ doch einiges überlegen zu sein.

  • Heller Kim sagt:

    Meine Erfahrung ist, das es sehr leicht ist Kids, Gott nahe zu bringen, solange man die Kirche auslässt. Sobald man die Kirche und verschiedene Konfessionen oder Religionen mit ins Spiel bringt ist es mit dem verstehen vorbei.
    Was mir einmal mehr bestätigt das es keine Kirche braucht um Gott zu finden..
    Schliesslich gibt es einen Gott, also wozu tausend verschiedene Glaubensrichtungen etc. Muss wohl mit Macht und Geld im Zusammenhang stehen..

    • Gianin May sagt:

      Veilleicht auch nur damit, dass der Mensch Gemeinschaft braucht und wenn diese noch dieselben Ansichten vertritt umso besser.

  • @philipp: Es ist erstaunlich, wie Kinder mühelos an Gott glauben, dies aber je älter wir werden in unserer Gesellschaft offenbar verlernt wird.
    Kinder glauben zu Beginn auch mühelos an die Zahnfee, den Samichlaus oder den schwarzen Mann. Und würde man es ihnen mit einem netten Bilderbuch schmackhaft machen, würden sie auch ans fliegende Spaghetti-Monster glauben.
    Derlei kindlicher Glaube hält aber natürlich nicht lange – und die allermeisten Eltern freuen sich, diesen gesunden Reifeprozess beobachten und begleiten zu können. Es gibt keinen guten Grund, ihn aufzuhalten.

  • Flor sagt:

    Meine Eltern (mein Vater Atheist, meine Mutter Anhängerin von Naturreligionen) haben es mir als Kind überlassen, an was ich glauben möchte. Sie haben mir ganz klar gesagt, dass sie nicht an Gott glauben, aber das es jedem selber überlassen sei. Der Osterhase ist trotzdem zu uns gekommen, das Christchindli nicht. Einen Christbaum gab es trotzdem und der den durfte ich selber schmücken helfen. Ich wurde vom Religionsunterricht dispensiert, besuchte aber freiwillig den Kindergottestdienst. So lange, bis ich selber entscheiden konnte, ob ich zur Kommunion wollte oder nicht. Ich wollte nicht. Heute bin ich in keiner Kirche und auch froh, nie getauft worden zu sein. Mit meinem Partner (auf dem Papier römisch-orthodox) werden sicher einmal dieselben Fragen auftauchen, wenn wir Kinder haben. Ich möchte es gerne so handhaben, wie einst meine Eltern: Offenheit und Freiwilligkeit über gesellschaftliche Zwänge und Normen (getauft werden etc.) stellen!

  • Ralph Kocher sagt:

    Der Satz „nur eine Gesellschaft kann sich entwickeln, wenn sie EINEN Gott hat“ wirkt irritierend. Meine Kinder meinen höchstens, dass wenigstens dieser eine Gott (wenn schon) ALLE diese Religionen dieser Erde erschaffen haben müsste. Ich versuche dann zu vermitteln, dass alle Völker, Natives wie Lebensgemeinschaften, dasselbe ahnen bzw. leben möchten bzw. auch dürfen. Nur dass Jeweilige den anderen das Ihrige nicht goutieren wollen.
    Für mich entspricht dies eigentlich einem ganz klaren Negativismus. Denn: Irgendwo gibt es diesen Part, dass alle Menschen dieser Erde deswegen immer je eine andere Sprache sprechen, damit sie blind wie sie sind – sich nie verständigen werden können.
    Während die Kinder mit Gesten durch Hände wie Füsse übernational kommunizieren – schaffen Erwachsene wie Gebildete es also leider seltener, VERSTEHEN ZU WOLLEN…!

  • philip sagt:

    Es ist erstaunlich, wie Kinder mühelos an Gott glauben, dies aber je älter wir werden in unserer Gesellschaft offenbar verlernt wird.
    Meine Beobachtung ist die, dass dort, wo der Glaube (an was auch immer) nicht von ganzem Herzen gelebt wird, auch den Kindern nur unbefriedigende Antworten gegeben werden können. Kinder WOLLEN von uns lernen. Es ist eine Überforderung, gerade im Bereich der grundlegendsten Fragen des Lebens dem Kinde zu sagen: Das musst du selber herausfinden. Als Kind orientiert es sich stark an der Umwelt. Und orientiert sich oft an der Orientierungslosigkeit. Getarnt ist die Orientierungslosigkeit oft als „Jeder kann doch glauben, was er will“ oder unter dem Deckmantel der Toleranz.
    Ich bin überzeugt, dass sowohl ein Kind sich nur dann gesund entwickeln kann wie auch eine Gesellschaft, wenn schlussendlich einen (gemeinsamen) Gott hat. So liebenswert die multi-religiöse Gesellschaft scheint, es ist kein Fundament für eine Gesellschaft. Die fundamentalistischen moslemischen Staaten zeigen, wie stark eine gemeinsame Vision sein kann. Und das lernen die Kinder von früh auf.
    Meine Frau und ich sind uns der Macht der Erziehung voll bewusst. Umso schöner ist es, dass wir den christlichen Glauben als lebendig und beziehungsförderlich erleben und dies selbstverständlich auch mit unseren Kindern teilen. Das Danke sagen für das Essen und Abends für den Tag im Gebet ist selbstverständlich und bewirkt in den Kindern eine Dankbarkeit, auch wenn es uns finanziell ganz gut geht, und wir vermitteln könnten, es sei halt der harten Arbeit der Eltern zu verdanken. Der Glaube an Jesus befreit mich davon, mit Leistung um Anerkennung zu kämpfen. Die Kinder haben hautnah miterlebt, wie ich eine Führungsaufgabe innerhalb von 4 Monaten wegen grossen Spannungen mit den Mitarbeitern aufgegeben habe, ohne im Geringsten daran zu verzweifeln. Da ich recht ehrgeizig bin, staune ich selber darüber. Deshalb teilen wir unsere Hochs und Tiefs mit den Kindern. Und versagen in der Erziehung wohl genauso oft wie andere Eltern. Aber durch das „Sorry“ sagen und um Vergebung bitten, gibt uns die Bibel einen herrlichen Weg aus der Verbitterung. Die Kinder danken das mit ihrem Lachen jeden Tag.
    Für mich gibt es keinen lebensbejahenderen, befreienderen Glauben als den christlichen. Und das hat mit christlichen Gemeinschaften – ob katholisch, reformiert oder freikirchlich – nichts zu tun. Denn ich glaube an Gott, nicht an andere Christen…

  • Kurt Schafli sagt:

    Kinder und Religion

    Unsere 3 sind alle schon ausgeflogen und haben eigene Familien. Jedes ist auf seine Art damit
    umgegangen, doch Keines, auch nicht wir Eltern, kamen/kommen an der Realitaet vorbei. Wenn
    man die Herkunftsfragen stellt, dann bleibt ja nur „Zufall und Zeit“ oder „Intelligente Planung“ und
    wenn man die Welt beobachtet, dann ist IP doch sinnvoller. Alles hat einen Sinn und einen Zweck,
    also muss es einen Sinngeber geben. Zudem ist die Wirkung immer kleiner als die Ursache.
    So macht das Biblische Schoepfungsweltbild fuer uns mehr Sinn, als das saekulaere. Da Gott
    aber Liebe ist, kann er niemand zwingen dies anzunehmen. Er wartet auf freiwillige Anbetung.
    Dazu sind Kinder nicht zu klein! Unsere 4-jaehrige Enkelin begann eines Tages am Tisch einfach
    zu beten. Sie dankte fuer den schoenen Tag, dass sie mit einem andern Kind spielen durfte
    und dass sie ein zu Hause haben darf. Das hat unsere Herzen erfreut und uns gezeigt, dass
    wir eben so wie es Jesus sagte, wie die Kinder sein sollen, dankbar und vertrauend, auch wenn
    wir nicht alles verstehen. Mit Gottes Segen! Kurt Schafli, WY

  • Ralph Kocher sagt:

    Letzhin kam der Jüngste (6 Jahre) vom Kindsgi zurück und brabbelte urplötzlich Sachen wie „von dem Gott im Himmel“ und quasi, dass die Erde flach sei. Ich musste mich bei der Schulleitung beschweren. Fakt war eine Aushilfs-Deutschlehrerin, die konsequent eine sektiererische Ideologie indoktrinierend als Materie behandelte. Weil: da gibt es (leider) in unserem Quartier ebendiese Freikirchler, welch‘ ihre Kinder diametral zur Aufklärung anleiten. Diese auch benehmen sich dann vollends ‚abgeschottet‘, als wie sie zu einer besseren Spezie gehören täten. Hiefür fand ich wirklich nur noch das Wort „Düüfelzüügs“, und verstand urplötzlich, was mein Grossvater auch immer damit meinte.
    Denn diese vorab Genannten finden, dass unsere Siedlung zu 95% „vom Bösen“ verunreinigt sei. Leider vorallem immer unsere Muslime hier werfen sie ins Kreuzfeuer.

    Neue Zeile: SPIRIT übersetze ich meinen Kiddies folgend: Das Eigentliche bliebe die Natur. Seit immer und ewig und unendlich lange noch. Sie sei der Chef von allem. Und sie kommuniziere auch. Mit den Tieren, mit den Pflanzen. Wenn mich das Kind fragt, wer dies alles erfunden, antworte ich mit „das ES“. Die Tiere zum Beispiel leben dieses ES wie die Pflanzen dieses ES spüren können, vermittle ich jederzeit. Was denn das ES eigentlich sei, kommt jeweils wiederum die Frage. Eben dieser SPIRIT, entgegne ich. Und wie es dann mit dem Tod so sei – als nächste Frage. Dann entgegne ich, das Schicksal sei wirklich beeinflussbar. Sprich: Dieses ES eben liesse sich beeinflussen, positiv wie negativ. Negieren wir ES, wehrt ‚es‘ sich – z.B. gegen uns. Ob der Baum lebt? Er gibt uns die Hand, seinen Ast. Er fühlt. Man kann ihn sogar küssen. Der Wasserkreislauf? Ähnelt dem Blutkreislauf.
    Worin dieses ES dann schwimme – es sei die Luft – sie bliebe praktisch die Matrix.
    Der Wald: Verbildlicht unseren Sinneshäärchen.
    Und dann eine Erd‘ – ohne das Mensch? Sicher Möglich! Aber: Das Mensch ohne diese eine Erde? Klar unmöglich!
    Die rettende Marsbesiedlung? Zu kostspielig! Wir haben die Ressourcen nicht!

    Dann riechen sie wieder an der Blume, meine beiden Söhne. Echt nett, dieses Es, meinen sie. Der Ältere wie der Jüngere begreifen ES – jeweils dem Alter entsprechend.
    ES ‚lebt‘ in existentieller Form. Nicht in Form einer schriftlich entworfenen Doktrin. Soviel zur aufklärerischen Vernunft, welche ich plastisch vermittele. Nur leider im Spannungsfeld zwischen rationalistisch-metaphysischer wie politisch-sozialer Deutung.

    Was quasi wieder übersetzt hiesse: Religionsersatz.

  • claudia sagt:

    @christian: es stimmt, wenn ich ehrlich bin, möchte ich nicht, dass mein sohn sich einer glaubensgemeinschaft anschliesst. ich habe in der eigenene familie genug beispiele dafür, wie unglücklich (frei-) „kirche“ machen kann…

    wahrscheinlich brauche ich noch mehr zeit, um mich resp. meine familie zu „emanzipieren“ – den grösstenteil meines lebens gehörte die kirche einfach dazu, eine tradition sozusagen. und ich steh sonst auf traditionen. aber in diesem bereich musste ich die tradition brechen, um ehrlich zu sein – wenn ich nicht (mehr?) glaube, habe ich in der kirche auch nichts verloren. aber eben, unsere kultur und geschichte sind so stark mit der religion verknüpft, dass man seinen kindern ja religion trotzdem näher bringen muss, damit sie die welt verstehen können. ob sie dann auch glauben oder nicht, ist dann letztendlich ihre sache.

  • Simon sagt:

    Mit 6 und 4 Jahren sind meine Kinder überhaupt nicht zu klein, um sich mit Gott zu befassen. Ich staune, was sie für Schlussfolgerungen ziehen, und wie für sie Gott absolut real ist und wie sie ihn im alltäglichen Leben ganz natürlich erfahren. Jesus ist ihr Freund und Held und sie kommen so bestens mit den Hoffnungen, Enttäuschungen und Wundern im Leben zurecht. Vertrauen ist für sie, weil sie noch Kinder sind sowieso eine Grundeinstellung. Wenn sie dieses Vertrauen und die Kraft, die ihnen dieser Glaube gibt unbeschadet ins Erwachsenenleben mitnehmen können, dann ist das ein Schatz fürs Leben.

    Was wir Eltern eher mühsam lernen mussten, völlig unverkrampften Glauben an Gott, der es durch alle Umstände hindurch gut mit uns meint, ist für sie völlig selbstverständlich.

  • Aldo sagt:

    Es geht glaube ich weniger darum, ohne Gott aufzuwachsen, sondern viel mehr darum die Kinder auch für dieses Thema „fit“ zu machen.
    In unserer Umwelt ist Religion immer ein Thema, Bsp. Minarett-Initiative oder wenn der Papst in den Nachrichten gezeigt wird, die ganze Juden- und Holocaust Geschichte, Religionskriege, etc.

    Das sind ja Themen, mit denen werden auch unsere Kinder konfrontiert werden. Wissen Sie zumindest im Ansatz etwas darüber, fällt es ihnen vielleicht auch leichter, sich ein eigenes Urteil zu bilden.

    Ich persönlich habe nichts dagegen, wenn jemand glaubt. Kritisch wird es für mich an dem Punkt, wo der jeweilige Glaube als „einzige Wahrheit“ verbreitet wird, resp. man sich selber dafür aufgibt. So im Sinne von „ohne Glauben ist mein Leben nichts wert“, resp. „Ohne Glauben hätte ich dies und das nicht geschafft“.

    Hier sage ich ganz klar: Glaube zuerst an dich selbst, und danach an etwas anderes!

  • Cristian sagt:

    Ich, gläubiger Christ, habe zwar noch keine Kinder. Ich weiss aber bereits jetzt, dass meine Ehefrau und ich unsere Kinder „christlich“ erziehen werden. d.h. dass wir ihnen schon als Kleinkind über Gott, die Bibel und Jesus erzählen werden.

    Aus meiner Sicht ist das ganz normal. Ich bin ein überzeugter und gläubiger Christ und glaube was in Der Bibel steht. Aus diesem Grund, werde ich meine Kinder wie obenerwähnt erziehen.

    Ich stelle mir aber folgende Frage. Wenn es Menschen gibt, welche „wissen“ oder zu wissen glauben, dass man ohne Gott sowieso besser lebt; WIESO möchte man den eigenen Kindern die Möglichkeit geben andere Religionen oder Glaubensrichtungen kennenzulernen? Wieso übermittelt man ihnen nicht, die eigene Gedanken? Schlussendlich wünschen doch alle Eltern nur das Beste für die eigenen Kinder. Und ohne Gott lebt man doch sowieso besser… oder nicht?

  • Logine sagt:

    Bin dafür, die Taufe von Unmündigen zu verbieten, Schliesslich haben wir auch sonst Schutzalter festgelegt, damit die Kids physisch und psychisch so unversehrt wie möglich heranwachsen.
    Durch die „Beichte“ wird ihnen die „Erbsünde“ aufoktroyiert, Konzepte wie Schuld und Sühne, die sie voll überfordern. Bei der Erstkommunion schliesslich werden knapp 10jährige vor der ganzen versammelten Kirchgemeinde ihr offizielles Glaubensbekenntnis ablegen: http://www.padre.at/credo.htm. Sie tun es in einem Alter, in dem sie keinen Schimmer davon haben können, wozu sie sich bekennen. Und wie im katholischen Religionsunterricht der Glaube „zeitgenössisch und aufgeklärt“ weitergeben wird, davon würde ich mich doch lieber mal selbst überzeugen und die „religiöse“ Erziehung nicht blind einer Organisation, die doch einige Leichen im Keller hat, delegieren. Für mich gilt in diesen wie auch in anderen Fragen des Lebens: no bullshit. Kinder haben ein feines Gespür für die Widersinne, unausgesprochenen Dogmen und tiefsteckenden Tabus, die wir ihnen bewusst oder unbewusst mitgeben.

  • Barbara sagt:

    Mich würde interessieren, ob ihr euren Kindern erklärt, warum Ostern, Weihnachten, Pfingsten etc gefeiert wird. Da gibt es ja ganz viele Traditionen, die vom Ursprung „ablenken“… Ich habe eine einjährige Tochter und frage mich manchmal, wie schwierig es sein könnte, wenn man bei all diesen Traditionen dann einfach nicht mitmacht als Familie.

  • claudia sagt:

    mein sohn ist erst 8 monate alt – religion dürfte also noch eine weile nicht wirklich ein thema für ihn sein. andereseits ist ja unsere ganze (kultur)geschichte mit religion „durchtränkt“, so dass es sicher viele gelegenheiten geben wird, wo wir etwas erklären müssen.

  • Aldo sagt:

    War selber auch mal katholisch (inkl. Ministrantentum) und bin dann aber zur Kirche ausgetreten da ich mich nicht mehr damit identifizieren konnte.

    Aktuell sind wir beide konfessionslos, unsere Kinder sind nicht getauft und haben bis jetzt keine religiösen Erfahrungen.
    Mein Ziel ist es eigentlich auch, wie schon erwähnt, den Kinder die Religionen zu erklären, das heisst für mich, auch mal in eine Kirche zu gehen, eine Moschee, etc. wenn das überhaupt möglich ist.

    In der Schule haben sie schon nicht mehr Religionsunterricht wie wir das gekannt haben (Katholisch oder Reformiert) sondern es ist so eine Art Sammelsurium wo jede „wichtige“ Religion (Christentum, Judentum, Islam, etc.) thematisiert wird.
    Ich finde das eigentlich noch einen guten Weg, die Kinder an die Materie heranzuführen ohne sie schon christlich „vorzubelasten“.

    Unsere Kinder sind allerdings auch noch zu klein (<10 J) um sich wirklich mit diesem Thema auseinander zu setzen.
    Wenn fragen kommen, versuchen wir die so neutral wie möglich zu beantworten, allerdings merken wir auch dass es für tiefgründige Gespräche noch zu früh ist.

    Auf der anderen Seite haben wir auch schon die Erfahrung gemacht, dass ein Spielkamerade zum Ältesten gesagt hat, „wenn du nicht artig bist kommst Du in die Hölle“.
    Wir haben im dann aufgetragen den entsprechenden Knaben zu fragen ob er denn Wisse was das bedeute. Natürlich, und aufgrund des Alters verständlich, hat er darauf keine Antwort bekommen.

    Diese Art von religiöser Erziehung wie oben beschrieben finde ich allerdings bedenklich, da dem Kind etwas indoktriniert wird was es gar (noch) nicht versteht.

  • Ich selbst interessiere mich sehr für Religion, bin aber überhaupt nicht religös. Fragen meiner Tochter (6), ob es denn Gott oder Jesus gäbe beantworte ich so ehrlich wie möglich: Dass ich es nämlich nicht weiss und sie für sich selbst entscheiden darf, ob sie an ihn glaubt. Bis anhin hat sie mich noch nicht gefragt, was ich denn glaube, da muss ich mir noch eine gute Antwort zurecht legen. Sie und ihre jüngeren Geschwister sind jedoch getauft und werden den protestantischen Religionsunterricht besuchen. Nur weil ich nicht mit der Kirche einig bin will ich ihnen die religiöse Erziehung nicht vorenthalten. Wenn sie sich dann nicht konfirmieren lassen wollen ist das kein Problem.

  • Beat Hess sagt:

    @claudia: „Religionen erklären“ – ich weiss nicht, mir wurden die Religionen auch schon erklärt (in der Schule), aber das heisst noch lange nicht, dass ich nun eine Ahnung von dem hätte, was sie für das Leben ihrer Anhänger bedeuten. Schwimmen oder Skifahren kann man auch nicht erklären, das muss man schon selber versuchen…

    Wie alt ist denn Dein Sohn? Kann er wirklich schon bestimmen, mit welchen Themen er sich befassen will? Meiner wird bald 10, aber leider kann ich keine Ratschläge geben, sondern suche selber nach solchen (oder zumindest Meinungen und Erfahrungen zum Thema).

    @rana: „Ich diskutiere dann mit ihnen über Weltvorstellungen wie die Welt wohl mit oder ohne Gott aussehe und was wohl der Realität entsprechen könnte.“ Mein Problem ist eben, dass ich nicht an Gott glaube und deshalb sehe, dass die Welt mit oder ohne ihn gleich aussehen würde (bzw. so aussieht, wie sie es halt eben tut). Müsste man eher fragen, wie die Welt wohl mit oder ohne R e l i g i o n e n aussehe? Obwohl eine Welt ohne Religion wohl eine Utopie wäre.

  • claudia sagt:

    eine schwierige frage… mein mann und ich sind beide in keiner kirche (mehr), obwohl wir beide religiös aufgewachsen sind. doch konnten wir irgendwann mit den „geschichten“, die einem im gottesdienst erzählt wurden nichts mehr anfangen, d.h. wir konnten sie nicht mehr glauben. soweit so gut, für uns haben wir einen entscheid gefällt. doch was machen wir mit dem sohn. ich dachte zuerst, ich würde vielleicht doch noch reformiert bleiben, um meinen sohn taufen zu lassen, habe mich aber dagegen entschieden. die idee ist, ihm die verschiedenen religionen zu erklären – und er kann selbst entscheiden, ob er sich einer kirche anschliessen will. ob er sich dann überhaupt mit dem thema befassen will…? ich weiss es nicht – hat jemand schon ältere kinder und dies ähnlich gehandhabt? was war „das resultat“?

  • rana sagt:

    Ich bin sehr religiös aufgewachsen, konnte mich aber noch nie mit blossem ‚glauben‘ zufrieden geben, sondern wollte ‚wissen‘. Darum stellte ich viele Fragen, die v.a. meine Grosseltern überforderten und so versuchten sie – nicht böswillig – meine Neigung zum Fragen zu unterbinden. Meinen Kindern bringe ich Geschichte bei und selbstständiges kritisches Denken. Was sie daraus machen, ist ihre Sache. Auch bei ihnen kommen Fragen zur Religion, aber z.B. über den Islam kann ich bei weitem nicht so viel erzählen, wie übers Christentum. Ich diskutiere dann mit ihnen über Weltvorstellungen wie die Welt wohl mit oder ohne Gott aussehe und was wohl der Realität entsprechen könnte. Wir reden auch darüber, was unter Realität überhaupt zu verstehen sein kann. Ob sie glauben wollen, habe nicht ich zu entscheiden. Niemals würde ich jedoch meine Kinder religiös erziehen, im Sinne von ihnen Glauben abverlangen!

  • Matthias Czerny sagt:

    Liebe Frau Binswanger! Ich habe zwar keine eigenen Kinder, jedoch bin ich privat und beruflich häufig mit Kindern und Heranwachsenden beschäftigt. In Bezug auf mein religiöses Bekkentnis halte ich es so einfach wie möglich. Wenn Kinder mich darauf ansprechen, dann sage ich, dass ich Christ bin. Je nach Alter, Reifegrad und Situation ergeben sich daraus mehr oder weniger tiefe Gespräche, in denen ich manchmal Gelegenheit habe, mein Verständnis vom Wesen und vor allem von der Liebe Gottes, die in Jesus Christus sichtbar geworden ist, tiefer zu erklären. Das schliesst ein, dass mich nicht klüger stelle, als ich bin. Eigenes Unverständnis oder eigene Unsicherheiten zuzugeben halte ich für richtig.

  • Manfred sagt:

    Toll das Thema. Aussprechen, nicht tabuisieren!

    Das gehört bei uns zu hause zu meinen Pflichten. Ich habe mit unserem Sohn (13) eine „Sprechstunde“ eingerichtet während der „über Gott und die Welt“ gesprochen werden kann. Thema wird jeweils vom Junior vorgegeben. Ort: Sein Bett. Zeit: Abends, Lichter gelöscht, indirektes Licht durch die offene Gangtüre. Das ergibt eine gelöste Stimmung und lässt Diskussionen über sämtliche Themen zu. Aktuell gehören nebst Sexualität auch detaillierte Fragen zu Gott dazu. Ich versuche alle Fragen zu beantworten und immer Pro und Contra aufzuzeigen. Es geht nicht an, Gläubige, Atheisten oder Agnostiker mies zu machen oder gegeneinander auszuspielen. Ich versuche ihm eine Basis zu vermitteln damit er sich selbst eine Meinung bilden kann. Und ich sehe, selbst mit seinen jungen 13 Jahren kommen da ganz gescheite Schlüsse.

    Wenn die Eltern diese Themen nicht aufgreifen, macht dies der Pausenhof. Was wollen Sie? Saubere Informationen oder schlüpfrige Kommentare über Andersartige oder Andersdenkende? Wagen Sie auch zu sagen, dass Sie nicht alles glauben (können). Ihr Kind wird die richtigen Schlüsse ziehen können.

  • Beat Hess sagt:

    Wieso heisst dieser Blog eigentlich Mama- und nicht Eltern-Blog? Es werden ja trotzdem Leser und Leserinnen angesprochen. Der Beitrag spricht mir aus dem Herzen: Selber ist mir der Glaube so ziemlich abhanden gekommen, ich tendiere eher zu den Freidenkern. Hingegen bin ich katholisch aufgewachsen und die Kirche hat mir bis etwa 20 viel gegeben. Mein Sohn steht nun vor der Erstkommunion.

    Einerseits möchte ich ihm kein Theater vorspielen und irgendwelche Inhalte vermitteln zu versuchen, welche mir selber fremd sind, andererseits finde ich aber, dass er ein Recht darauf hat, den Zugang zur Kirche zu bekommen und später selber zu entscheiden, was er damit machen will. „Später“ deshalb, weil er heute wohl noch kaum dazu in der Lage wäre. Mein Ausweg aus dem Dilemma besteht darin, die religiöse Erziehung dem katholischen Unterricht zu überlassen und höchstens für Fragen zur Verfügung zu stehen – die Katechetinnen machen das sehr gut.

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