Scheiss auf die Liste

Und nichts ist mehr, wie es war: Szene aus «The Letdown». (Foto: Netflix)

Vor der Geburt des Kindes hatten der Mann und ich eine Liste anfertigen wollen mit Dingen, die uns als Paar und Menschen am Herzen liegen und die wir vor dem Kind verteidigen wollen.

Parents first!

Die Liste zu schreiben blieb dann zwar leider ein Punkt auf einer anderen Liste mit weiteren To Do’s, die teilweise noch heute auf ihre Erledigung warten – Dentalhygienikerin! Dritte Säule? Krankenkassen vergleichen! –, dennoch fühlten der Mann und ich uns recht erhaben, wenn wir in Diskussionen über unsere nahende Elternzukunft lachend «Parents first» skandierten. Dabei erklärten wir gemeinsame Abendessen und Unternehmungen mit Freunden, ausgedehnte Gespräche über uns und die Welt und unser Bett zu Schutzzonen.

Wir waren uns einig: Wir werden Eltern, doch wir wollen dennoch eng verbunden bleiben miteinander, mit uns selber, mit unseren beruflichen Zielen. Nur so würden wir gute, zufriedene Eltern sein. Wir planten unseren beruflichen Wiedereinstieg nach der Geburt: Wir werden beide an vier Tagen die Woche Studium und Arbeit nachgehen, zwei Tage wird das Kind in der Krippe, einen Tag mit den Grosseltern und einen Tag mit jeweils einem von uns verbringen.

Nun ist das Kind sieben Monate alt, und seit bald zwei Monaten geht es in die Krippe. Als ich es gestern Abend abholte, nahm es zunächst kaum Notiz von mir – so beschäftigt war es mit diesem kleinen Spielzeugpferd am Boden. Ich beobachtete es einen Moment lang aus der Ferne, wie es immer wieder nach dem Pferd langte und lachte, und dachte mir: Verrückt, das Kind, es hat jetzt tatsächlich auch sein eigenes
kleines Leben ohne uns. Und es scheint ihm zu gefallen.

Wir Arschlöcher!

Auf dem Nachhauseweg fiel das Kind in der Babytrage innert Sekunden in einen komatösen Schlaf. Ab und an röchelte es ein bisschen, und zu Hause, da hustete es richtig, und ich dachte mir, verdammt, das ist ihm doch bestimmt alles viel zu viel, und jetzt ist es auch noch krank, und das alles nur, weil wir alles wollen: Kind und Karriere und überhaupt, wir Arschlöcher. So gingen sie tatsächlich, meine Gedanken, und als
der Mann kurz darauf mit den Einkäufen fürs Abendessen nach Hause kam, berief ich eine Krisensitzung ein.

Wer würde am nächsten Tag zu Hause bleiben, sollte das Kind krank und ein erneuter Tag ohne uns unzumutbar werden? Könnte der Mann besser auf seine am nächsten Tag anstehende Besprechung verzichten, oder war meine Lehrveranstaltung mit Präsenzpflicht wichtiger? Während wir das Kind mit
Hustenbalsam einschmierten, beschlossen wir, uns den Tag im Ernstfall zu teilen: Ich würde einen halben Vorlesungstag besuchen und der Mann wenigstens seine Besprechung wahrnehmen können.

Couchsurfer in der eigenen Wohnung

An diesem Abend, das ätherisch riechende Kind schlief nach kurzem Kampf, unterhielten wir uns über die Liste, die wir nie geschrieben und dennoch lebhaft vor Augen hatten. Bei gemeinsamen Abendessen und Unternehmungen mit Freunden waren wir oftmals so müde, dass wir am liebsten gleich mit dem Kind ins Bett gehen würden, und ausgedehnte Gespräche über uns und die Welt beschränkten sich meist auf Gespräche über uns und das Kind, die wir irgendwann gähnend vertagten, nachdem wir die anstehenden Aufgaben für den nächsten Tag geregelt hatten.

Danach schlurften wir in Richtung unserer Betten, ja, Plural, denn das Kind hat beschlossen, dass es nur noch auf rund 1,40 Metern des 1,60 Meter breiten Elternbetts schlafen kann – und wenn wir schon nicht verreisen, dann können wir wenigstens in unserer eigenen Wohnung couchsurfen.

Beim Gutenachtsagen meinte der Mann: Das ist ein bisschen wie früher, zu WG-Zeiten. So, als hätten wir was miteinander, von dem niemand wissen darf. Und für einen Moment fühlten wir uns so jung, frisch und verbunden wie lange nicht mehr – scheiss auf die Liste, jawoll.

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30 Kommentare zu «Scheiss auf die Liste»

  • Peter sagt:

    „…denn das Kind hat beschlossen, dass es nur noch auf rund 1,40 Metern des 1,60 Meter breiten Elternbetts schlafen kann…“

    Der satz sagt schon alles bezüglich wer über das Abhacken der Liste das Sagen haben werden.

    Hohlen Sie sich dringen die Entscheidungshoheit zurück, liebe Bloggerin!

  • Fischli sagt:

    Kita, Grosseltern, Kinderfrau, Ai Pair – warum zeugt man eigentlich Kinder, wenn man sie nicht selber betreuen will?

    • Aquila Chrysaetos sagt:

      Die Babyboomergeneration und vielleicht noch die davor waren die ersten, welche es sich leisten konnten die Mütter ganz zu Hause zu lassen. In dieser Zeit ging es der CH wirtschaftlich so gut, dass es auch der Hinterletzte (auch Fischli) noch schaffte, mit bloss einem Einkommen eine Familie zu ernähren. Noch bei der Generation meiner Grosseltern war es normal, dass beide zum Erwerbseinkommen beitragen mussten. Ihre Kinder wurden wiederum von deren Grosseltern, älteren Geschwister oder gar nicht betreut. Heute findet einfach wieder eine Normalisierung dahingehend statt, dass beide Eltern zumindest teilweise Arbeiten müssen. Ist doch besser, dass heute die Kinder in Krippen oder von Aupairs betreut werden als gar nicht oder von älteren, selber noch minderjährigen Kindern wie anno dazumals.

  • Schlumpfine sagt:

    Liebe Frau Krähenbühl
    Ihre Texte sind stets so erfrischend ehrlich und undogmatisch. Lassen Sie sich nicht unterkriegen und schreiben Sie weiter.

  • Sonusfaber sagt:

    Habe ich richtig verstanden – das Kind hat beschlossen, nur noch im Elternbett zu schafen, und ihr Eltern habt euch gefügt, seid damit einverstanden, es mit ihm nachtein, nachtaus zu teilen, solange das Kind es will? Und Sie, Frau Krähenbühl, studieren Psychologie? Naja …

    • tigercat sagt:

      Dafür geht das Kind bereits im zarten Alter von 5 Monaten in die Krippe – alle Achtung!

      • Glasmost sagt:

        @ tigercat und Sonusfaber: wir haben anfangs auch beides so gehandhabt wie die Autorin. Ein paar Jahre später erfreuen wir uns dafür an einem sozialen und selbstbewussten Girl, dem die Lehrperson attestiert, mit beiden Beinen im Leben zu stehen. Weder wir Eltern noch das Kind trug einen Schaden davon.
        Ich verstehe nicht, wie man ein 5-monatiges Kind nachts alleine in ein dunkles Zimmer sperren kann. Während jahrtausenden war es für Kleinkinder doch überlebenswichtig, dass sie v.a. auch nachts in der Nähe der Eltern waren. Ich denke, das ist ein sehr tiefes menschliches Bedürfnis. Und ein Kleinkind nicht alleine schlafen zu lassen beisst sich ja nicht mit einem allfälligen Krippenbesuch. Dort ist das Kind ja nicht alleine, es hat andere Kinder und Betreuerinnen.

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        Bei Naturvölkern wie den Aborigines ist oder war es teilweise üblich, dass ein Familien- oder Clanmitglied auf alle Kinder der Sippe aufpasste, damit sich tagsüber auch möglichst viele Mütter an der Nahrungssuche beteiligen konnten.
        Die heutigen Krippen sind das Pendant dazu. Ich sehe deshalb das Problem nicht ganz, wenn man zwecks Erwerbstätigkeit sein Kind tagsüber in eine Krippe bringt.

    • Barbara sagt:

      Ja so sind die heutigen Eltern. Geben dem Kind, was es braucht – schrecklich!
      Ironie off

      • Sonusfaber sagt:

        Ich finde die Behauptung, dass „das Kind beschlossen hat …“, etwas komisch, jedenfalls nicht ganz fair gegenüber dem Kind, denn nicht es hat beschlossen, im Elternbett zu schlafen, sondern die Eltern selbst. Ferner: Dass das Kind sich ungerne von den Eltern trennt, ist sozusagen normal, und dass man ihm möglichst viel Nähe zugesteht, ist zu begrüssen. Dass die Eltern aber deswegen nur noch als solche fungieren, sich keine Intimität mehr gönnen (können) bis auf Weiteres, weil sie das Kind voll und ganz ins Zentrum ihres Lebens stellen, auf alles andere verzichtend, verstehe ich nicht. Es sei denn, beide haben keine Lust mehr aufeinander – was man bezweifeln darf. Das heisst: Meist trifft dies auf Mütter zu, weniger oft auf Väter, die aber trotzdem weichen müssen …

      • Barbara sagt:

        @sonusfaber:
        Richtig, korrekt formuliert wäre wahrscheinlich, „wir haben uns entschlossen, dem Kind das zu geben, was es ganz offensichtlich braucht“. Und ja; die Bedürfnisse der Eltern sind auch wichtig. Aber es geht hier um ein erst 7 Monate altes Kind, da müssen diese noch eine Weile fest hinten anstehen. Mit zunehmendem Alter des Kindes erhalten sie dann auch wieder mehr Raum. Und was die Intimität angeht: wenn alle Familienmitglieder im Familienbett, oder beim getrennten Schlafen oder wie auch immer gearteter unkonventioneller Schlaflösung mehr Erholung kriegen, bleibt eher etwas Energie übrig für zweisame Momente. Und praktischerweise ist bei uns das „Kinderzimmer“ nachts leer – Raumprobleme haben wir also nicht:-)

  • Paul Meier sagt:

    Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt…. Ich weiss nicht warum soviele Eltern soviel im Voraus planen. Es kommt eh anders! Wichtig ist doch einzig die Erkenntnis dass sich Dinge ändern werden und dass man zusammen Lösungen suchen muss. Dazu gehört, gemeinsam Entscheide fällen und sich gegenseitig unterstützen. Unsere Intuition ist ein guter Ratgeber! Und man muss die Leitplanken früh setzen. Das Kind entscheidet sich nicht, dass es nur bei den Eltern einschlafen kann. Es gehört von Anfang in sein eigenes Bettchen, dann erwartet es gar nichts anderes. Aber eben, es ist so jöööö herzig, man will es knuddeln. Und bald mal ist es 1, 2 oder 3 jährig und hat sich ans knuddeln gewöhnt!!

  • tina sagt:

    das foto finde ich super übrigens 🙂

  • tina sagt:

    ich hatte mal eine liste, was ich alles meinen kindern unbedingt sagen und beibringen will. leider habe ich sie vergessen, wie ich kürzlich meinen kindern gestehen musste. all die dinge, die ich so wichtig fand sind einfach vergessen gegangen, komplett. nicht so schlimm, in den letzten 2 jahrzehnten haben sich offensichtlich andere prioritäten herausgestellt. trotzdem würde ich zu gern wissen wollen, was ich so wichtig fand damals. das schöne an doofheit ist ja, dass es das leben viel leichter hat, einen positiv zu überraschen ;-). also das sagte ich kürzlich meinen kindern und fand es total wichtig. sie schüttelten nur irritiert den kopf. immerhin war ich bei der DH kürzlich

  • Brunhild Steiner sagt:

    Etwas stört mich sehr, dass „ohne uns unzumutbar“,
    das ist doch überhaupt nicht der Punkt!!!
    Sondern dass es absolut unzumutbar ist ein krankes Kind irgendwohin zu schleppen, schon der Weg zum Arzt ist bei einem „richtig kranken Kind“ eine ziemliche „Zumutung“, aber muss irgendwie gepackt werden.
    Plus die Zumutung/Mehrbelastung für alle anderen.

    Ja, es läuft wohl nicht so optimal mit den zur Verfügung stehenden Betreuungszugeständnissen im Kindeskrankheitsfall, besonders wenn es um wichtige Termine/Ausbildungen etc geht; aber Kinder werden nun mal gelegentlich bis oft krank.
    Und mich ärgert sehr was diesbezüglich den Ausserhausbetreuenden alles zugemutet wird!

  • Peter Müller sagt:

    Die Fäkalsprache scheint sich auch in den „Qualitätsmedien“ langsam durchzusetzen. Ist der Artikel dermassen schlecht, dass man die Leser schon mit Kraftausdrücken im Titel ködern muss?

    • Jänu sagt:

      Der Artikel hat wirklich kaum Inhalt, unterscheidet sich aber in dieser Hinsicht kaum von den voran gegangenen. Da lässt jemand seinen Frust ungehemmt ab an uns Leser/innen ab.
      Willkommen in der Welt der Eltern. Wenn die Probleme mit einem Kind schon über den Kopf zu wachsen scheinen, dann wartet mal ab, was alles geschieht, wenn das zweite da ist. Dann hat man überhaupt keine Zeit mehr für sich. Dagegen ist der heutige Zustand mit nur einem Kind, das auch noch die Krippe besucht, geradezu paradiesisch.

    • Muttis Liebling sagt:

      Mit Anglizismen im Text und als Zwischenüberschrift kann ein Text sich nicht von der Sprache der Strasse abheben.

  • sottosopra sagt:

    Finde ich schön, wenn Menschen es schaffen, mit einer „Grund-Offenheit“ durch das Leben zu gehen und mit (bzw. dank) dieser Einstellung auch neue Situationen (wie das sich verändernde Paar- und Familienleben) meistern. Ich erkenne mich in vielen Punkten ihres Textes wieder und mittlerweile liebe ich den chaotisch/strukturierten Familienalltag, welcher mich in der Tat an das WG-Leben zurückerinnert. PS: wenn man sich den Einfkausstress einsparen will bieten die beiden Grossverteiler mit den orangefarbenen Logos effiziente Heimlieferservices an 😉

  • Peter sagt:

    Sie werden sehen: Das Gefühl mit der WG wird bleiben, jenes, dass sie etwas zusammen haben, eher nicht. Dafür haben sie dann zwei Kinder, Ihre Jobs laufen recht gut und alle ihre kinderlosen Freunde wollen es „dann“ machen wie Sie.

    Aber vielleicht sehen Sie es auch nicht. Auch damit wären Sie nicht alleine.

  • Marie Bornand sagt:

    Hallo ! Ich denke wann die beiden Eltern, gutverdienend, arbeiten, so ist es allen geholfen inklusive der Kinder, ein Au Pair Mädchen einzustellen. Ich kenne eine Lehrerin die hatte 15 Jahre lang ein Au Pair, weil beide arbeiteten. Das nimmt viel wen vom Druck und Stress und Müdigkeit, und für das Kind ist es viel besser als bei jedem Wetter und Unwetter schon frühmorgens aus dem Bett gerissen zu werden und hop auf die Strasse, in den Bus, den Verkehr, der Lärm, usw. Man kann eben im Leben nicht alles haben : die Butter und noch das Geld der Butter ! Warum also sich das Leben nicht besser organisieren und jemand zu Hause haben ?

    • Manuel W. sagt:

      Anstatt Au Pair gibt es auch die Option Kinderfrau, oder wenn man Glück hat, die Eltern. Für ein Au Pair braucht es ja ein Zimmer und auch eine gewisse Betreuung. Aber eine Kita ist schon ziemlich anstrengend für alle und das Kind viel häufiger krank, wie auch im Artikel angetönt.

      • Silvia sagt:

        Ich behaupte, dass dies für die meisten Familien finanziell nicht aufgeht. Man darf nicht vergessen, dass zum Bruttogehalt der Kinderfrau (z.B. 3800.- wie eine Verkäuferin in der Migros) noch die Arbeitgeberanteile dazukommen sowie die durch die Berufstätigkeit beider Elternteile zusätzlich entstehenden Kosten durch die Progression bei der Steuer. Die Familie muss monatlich also ca. 4200.- bezahlen können. Damit muss der Zusatzverdienst durch die zweite Person über ca. 4500.- (brutto) liegen. Und dann ist aber noch kein Franken übrig geblieben. Wenn also noch etwas übrig bleiben soll oder man die Kinderfrau fairerweise besser bezahlen möchte, muss man entsprechend mehr verdienen. Daher denke ich: Kinderfrauen sind nur für Gutverdienende.

      • Sportpapi sagt:

        @Silvia: Das fängt das „gut“ aber schon ganz schön tief an. Kommt dazu, dass die Verkäuferin vielleicht auch nicht gar so darauf pocht, im Job zu verbleiben, wie vielleicht die gut qualifizierte, gut verdienende Facharbeiterin.

      • Manuel sagt:

        Silvia hat völlig recht, wenn man wenig verdient ist eine staatliche Kita finanziell attraktiver, weil sie subventioniert wird. Aber rein finanziell „lohnt“ es sich dann eh wenig zu arbeiten, allerdings gibt es ja noch andere Gründe für die Arbeit: Arbeit kann glücklich machen und mit der Zeit wird der Lohn hoffentlich zunehmen und wer längere Zeit nicht arbeitet, der oder die verliert an Wert auf dem Arbeitsmarkt und dazu kommt die geringere Abhängigkeit von einem Arbeitgeber.

    • 13 sagt:

      Au Pairs haben so ihre Vor- und Nachteile. Sicher ist es schön, wenn die Kinder zu hause betreut werden, jedoch ist die Zeit, in der ein Au pair betreuen darf, beschränkt. Max. 6 Stunden pro Tag wird ja oft knapp. Hinzu kommt, dass man Platz haben muss und auch an den Freitagen immer noch ein Teenager da ist, für den man auch noch schauen muss. Hinzu kommt, dass man halt als Arbeitgeber auch Pflichten hat, wie Kontrolle, was gemacht wurde, anlernen und auch Feedbacks. Dazu noch jedes Jahr die Suche nach jemand neuem. Für Lehrer*innen mit wenig Abwesenheitszeit, viel Homeoffice sowie vermutlich guten Nerven mag das gut sein, für andere je nachdem. Ob es für die Kinder das Beste ist, sich jedes Jahr neu auf jemanden einzustellen, lasse ich auch mal offen. Ich ziehe die Kita vor.

      • Leonie sagt:

        Danke für Ihren Hinweis, dass man Arbeitgeber ist, der auch Pflichten hat. Mir wird es manchmal schon zu viel mit der Putzfrau. Eigentlich wollte ich nur, dass meine Wohnung einmal die Woche geputzt wird. Als ich dann die Formulare der Ausgleichskasse bekam, wo ich mich als Arbeitgeber registrieren musste, wurde mir ganz anders. Ich wollte ja eigentlich mein gestresstes Leben vereinfachen und Verantwortung abgeben und nicht noch mehr Verantwortung übernehmen. Ich stelle mir das bei einem Au-Pair ganz ähnlich vor, bzw. noch extremer, weil die Person ja ein Familienmitglied wird. Mir reicht es schon mit meinen zwei eigenen Kindern und ich möchte mein Leben nicht noch komplizierter machen, weil ich noch auf eine weitere Person schauen muss bzw. die Verantwortung dafür übernehme.

    • Stephanie E sagt:

      Jetzt hab ich eine neue Redewendung gelernt: „on ne peut avoir le beurre et l‘argent du beurre“. Danke dafür!

    • Silvia sagt:

      Ein Au-Pair ist für ganztagsarbeitende Eltern keine Lösung. Die junge Person darf 1) nur halbtags beschäftigt werden und 2) nicht mehr als 30 Stunden pro Woche. Ausserdem muss während mindestens der Hälfte der Arbeitszeit ein Elternteil anwesend sein.
      Wir hatten es damals geprüft und festgestellt, dass es mit unserem Pensum (beide je 80%) sowie Arbeitstagen von 10 Stunden (8.2 h plus Arbeitsweg) keine Lösung ist. Wir kennen zwei Familien, die ein Au-Pair hatten, diese arbeiteten aber in einem geringeren Pensum bzw. die Eltern waren zudem noch selbständig und daher sehr flexibel.
      Ausserdem muss man bedenken, dass man ein weiteres „Kind“ (auch wenn die junge Person schon 18 ist) in die Familie aufnimmt, für das man die Verantwortung übernimmt.

    • Marie Bornand sagt:

      @Stephanie E. : ja, das sagt man so bei uns ! Eben, die Butter und noch dazu das Geld der Butter ! Finde dies sehr treffend !

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