Eine Tigerhai-Mama am Beckenrand

Mamas Geduldsprobe: Schwimmkurse werden so lange wiederholt, bis alle Tests bestanden sind. (Foto: iStock)

Meine Kinder sollen in den Schwimmkurs weil ich einfach glaube, dass ihnen Lehrer die verschiedenen Schwimmstile besser beibringen als ich selbst. Also stehe ich eines Tages in einer stickigen Schwimmhalle.

Eine motivierte Schwimmlehrerin erklärt den Seepferdli-Teilnehmenden, was sie ihnen in dieser Woche beibringen möchte. Unser Jüngster bewegt sich nach Crashkursen durch seine Geschwister bereits recht souverän im Wasser, sodass ich keine Schwierigkeiten sehe. Allerdings beobachte ich meinen schlotternden Sohn, der friert und wesentlich weniger motiviert wirkt als noch bei der Hinfahrt im Auto.

«As tröpfelet, äs tröpfelet, dä Müllermeischter chlöpfelet», singt die Schwimmlehrerin und bringt die Kinder dazu, den Kopf unter Wasser zu halten. Mein Sohn weigert sich – er kommt raus, um mir zu flüstern, dass er das Wasser zu kalt finde. Es gelingt mir, ihn unter Versprechung «weiterer toller Wasserspiele» wieder ins Becken zu schicken. Mein Kind wird aufgefordert, einen Ring von der Treppenstufe unter Wasser mit Tauchen raufzuholen. Den Ring angelt er sich tatsächlich – allerdings mit dem Fuss, sodass kein Tropfen Wasser sein Gesicht benetzt. Triumphierend hält er den Ring in meine Richtung. Ich lächle gequält.

Hysterische Mütter und verpatzte «Bauchpfeile»

Während sich die Lehrerin inbrünstig meinem Sohn widmet, der sich noch immer weigert, den Kopf länger als drei Sekunden unter Wasser zu halten, schaue ich zur Entspannung weg – und ins Schwimmbecken des 3. Grundlagenkurses. Ich traue meinen Augen nicht. Eine Mutter steht wie ein Feldweibel am Beckenrand und fordert ihr Kind hysterisch auf, der Fröschli-Lehrerin genauer zuzuschauen und pfuscht dieser laufend verbal ins Konzept mit individuellen Anweisungen für ihr Kind. Nach Kursende schnappt sich diese Mutter ihren Sohn, und ich höre: «Komm, Linus, das Seehund-Schwimmen in Rückenlage üben wir nochmals.» Ich verdrehe die Augen, was der Mutter nicht entgeht. Sie flüstert entschuldigend: «Es ist der zweite Versuch im Frosch, diesmal wollen wir es schaffen.»

Letzter Tag mit «Morgenstund hat Chlor im Mund». Mir schmerzen die Mundwinkel vom motivierenden Dauerlächeln mit dem Ziel, meinen Sohn bei Laune zu halten. Ich hoffe, dass er heute das – vor allem von mir – gewünschte Abzeichen bekommt. Ich möchte die Stunden mit stickiger Luft, dumpfem Dauerrauschen im Ohr und zu heissen Haartrocknern aufs Minimum beschränken. Doch ich ahne: So schön die «Seerose» meinem Sohn gelang, so wenig waren es zwei Meter Distanz unter Wasser beim «Bauchpfeil».

Seepferd zum Zweiten

Die Kinder sitzen schlotternd und erwartungsvoll im Kreis. Auf dem Schwimmbrett: Seepferd-Abzeichen für diejenigen, die bestanden haben – «Motivationsabzeichen» mit Sujets wie Seehund, Schwan oder Nilfperd für jene, welche noch etwas üben müssen. Ich bleibe tapfer in der Ferne und übe mich in Gelassenheit: Hey, es geht um einen Schwimmkurs für Fünfjährige! Mein Sohn greift zum Abzeichen und kommt in meine Richtung. Der Fall ist klar: Tränen suchen sich den Weg durch enttäuschte Gesichtszüge. Das Nilpferd vermag nicht zu trösten, denn so lieb es dreinschaut, es ist nun mal kein Seepferd!

Ich tröste meinen Sohn und sage ihm, dass er trotzdem mein Held sei: Er hätte bei kaltem Wasser jeweils gut zuhören können und alle Übungen fleissig mitgemacht.

10 Wochen später. Der Kurs beginnt: Seepferd zum Zweiten. Bauchpfeil mit Beinmotor. Ich stehe am Beckenrand. Und zische meinem Kind möglichst unauffällig zu: «Mehr mit den Beinen!» Luftpumpe. Wow, die war schöööön, artikuliere ich tonlos und meine Mimik macht Dimitri Konkurrenz. Ich hätte der Schwimmlehrerin am liebsten im Wasser auf die Schulter getippt und sie gefragt, ob sie es gesehen habe. Seerose… Na ja. Die kriegte er schon besser hin. Der Kurs endet. Ich schnappe mir die neu gekaufte Badekappe und meinen Sohn und flüstere: «Komm, wir üben die Seerose nochmals. Ganz locker.» Und ich stürze mich, ganz Tigerhai-Mama, ins Kinderbecken.

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58 Kommentare zu «Eine Tigerhai-Mama am Beckenrand»

  • Nadja sagt:

    Ich musste aus gesundheitlichen Gründen den Schwimmunterricht in der zweiten Klasse abbrechen. Schwimmen und Tauchen konnte ich aber vor der Schulzeit schon (damals hat das Mami noch beigebracht). Auch heute bin ich immer noch eine sichere Schwimmerin und habe Freude am Wasser auch wenn kei Tropfen davon ins Ohr darf. Diese Freude und Sicherheit vermittle ich auch meinem Sohn (2.5 J.) sehr gerne. Wozu brauchts dafür ein Abzeichen? Man (über)lebt – aus Erfahrung – auch tiptop ohne.

  • Seestern sagt:

    Wozu?!? Wozu dieser Hype um die Schwimmabzeichen? Mein Sohn (8) hat vor mehr als einem Jahr während den Osterferien das erste (Seepferdchen?) Abzeichen gemacht, weils gerade so gäbig ging, der Kurs zu guten Zeiten in unmittelbarer Nähe war und seine Freundin auch teilnahm. Er war schon damals bei den Älteren. Während nach diesem Kurs alle schön brav weiter getrimmt wurden bis zum goldenen Seelöwen, hat mein Sohn nie mehr einen Schwimmkurs besucht. Er liebt das Wasser, ist in Seen, Flüssen und im Meer wie ein Fisch… man bringt ihn kaum ans Trockene, während einige seiner hochbekränzten Freunde ob ein bisschen kalten Wassers schon Schreikrämpfe kriegen. Stilgerechtes proforma Schwimmen lernt er jetzt gratis in der Schule… Anwenden wird er es im Alltag sicher genauso oft wie wir Alle.

    • Jänu sagt:

      Genau so haben wir es auch gehandhabt. Kein Stress, keine Tränen und nun zwei Kinder, die weder schlechter noch besser als andere schwimmen, aber sich sehr sehr gerne im Wasser tummeln. Sie haben alle Tests der Schule mit Leichtigkeit bestanden.

    • Danielle sagt:

      „Stilgerechtes proforma Schwimmen lernt er jetzt gratis in der Schule“ – weit gefehlt!
      Der Schwimmkurs durch die Schule dient in der Regel nicht dazu, Schwimmen zu lernen, sondern das bereits Erlernte zu vertiefen. Ein Schwimmlehrer mit einer Klasse von 20 Schülern hat einmal pro Woche eine Schulstunden (= 45 Min.) Zeit – umziehen und Haare föhnen nicht mitgerechnet – Schwimmunterricht abzuhalten. Das reicht nicht, um einer Horde von Nichtschwimmern das Schwimmen beizubringen. In der Klasse meiner Kinder (aktuell 12 + 8) wurde vorausgesetzt, dass man es zumindest schafft, nicht abzusaufen. Es gibt leider solche und solche Kinder und nicht alle sind Naturtalente wie ihr Sohn, der schon nach dem ersten Schwimmabzeichen anscheinend schwimmt wie ein Fisch…

  • C. Achermann sagt:

    Wieder mal ein top Mamablog! Ich habe mich köstlich amüsiert beim Lesen. Und glauben Sie mir: Ein Kamikaze-Schwimmer, der mit knapp vier mit einem sehr eigenwilligen Schwimmstil vom Dreimeter springt macht die Sache nicht besser. Nach einer Stunde Schwimmbad fühlte ich mich jeweils wie nach einem 10-Kilometerlauf.

  • KR sagt:

    Meine Grosse, damals sechs, hat zweimal das erste Abzeichen-Kürsli besucht. Sie liebt Wasser, hatte aber Mühe, den Kopf unter Wasser zu behalten. Die Schwimmlehrerin hat das herzlich wenig interessiert (Kommentar „das lernt sie dann schon“), ergo Kurs nicht bestanden. Zweiter Versuch, gleiches Szenario. Da haben wir sie bei einer Schwimmschule angemeldet, die mit einem anderen Konzept arbeitet. Resultat: Achtmal Kurs, gleiches Kursgeld – Kind kann tauchen, Brustschwimmen und Ruhehaltung in Rückenlage, hat total Freude am Schwimmen bekommen und ist im Schulschwimmen bei den Besten. Die anderen beiden Kinder werden wir ganz bestimmt nicht mehr bei der, excuse my French, Seepferdli-Geldmacherei anmelden…

  • Othmar Riesen sagt:

    Frau Fesseler-Besio: ich fand Ihren Kommentar sehr gut,verstand auch bestens Ihre Ironie. Das Problem ist, dass die meisten (Deutsch)Schweizer eher schwach im Schulfach „Humor“ waren, erst recht „Ironie“ – und daher Ihren Beitrag nicht kapierten.
    Beste Grüsse
    O.R.

    • Lace sagt:

      @Herr Riesen Der Beitarag ist ja echt zum totlachen! Ein Schweizer kann da halt nicht mithalten!Ha,ha,ha….

  • Papperlapapi sagt:

    Ich staune, wie dogmatisch hier die Kommentare heute ausfallen.
    Es gibt unterschiedliche Philosophien der Vereine und individuelle Unterschiede bei den Trainern. Es gibt individuelle Unterschiede bei den Kindern, es gibt verschiedene Prioritäten und Persönlichkeiten bei den Eltern. Darum gibt es nicht ein „richtig“ oder „falsch“. Der eine Sprössling möchte (in einem gewissen Alter) unbedingt, dass Papi am Beckenrand sitzt, dem anderen ist das total peinlich. Die eine Mutter findet es erstrebenswert, dass der Sohn später einmal Delfin in Perfektion schwimmen kann, während die andere die Kinder in den Kurs schleppt, um Badeunfällen vorzubeugen: es reicht ihr also, wenn das Kind nicht ertrinkt, der Stil ist ihr völlig egal.
    Ich finde den Blog amüsant und selbstironisch.

  • Claudia sagt:

    Dieser Blogbeitrag ist herrlich amüsant geschrieben! Und wie schön, dass es noch Personen gibt, die selbstironisch sein können und damit so viel Wahres auf grossartige Weise zu Papier bringen! Herzlichen Dank für diesen Beitrag!

  • Christina sagt:

    Liebe Frau Fesseler, ärgern Sie sich nicht. Wie Sie sehen können, kommentieren hier hauptsächlich Männer, denen offenbar die eigene Erfahrung mit privaten Schwimmkursen fehlt. Unsere Kinder mussten auch in einen privaten Kurs, weil unsere Schule keinen Schwimmunterricht anbot. Wenn man jeden Samstagmorgen vom Umland extra nach Oerlikon in den Kurs fährt, viel Geld und enorm viel Zeit und Nerven dafür aufwendet (Kind 1 hat Kurs von 9:30 bis 10:00, Kind 2 hat Kurs von 11:30 bis 12:00 und der 5-Jährige ist schon nach 20 Minuten blau gefroren…), dann hat man wenig Nerven für jegliche Art von Ineffizienzen. Der Schwimmkurs soll ausserdem dem Kind nicht in erster Linie Spass machen, sondern es vor dem Ertrinken retten.

    • Karl-Heinz Failenschmid sagt:

      Lassen sie mich folgendes anführen: 30 Minuten Schwimmkurs sind sinnlos, bei ca. 8 Kindern muss die Dauer mindestens 45 Minuten betragen, damit jedes Kind die entsprechende Zuwendung erfährt. Kinder frieren im Schwimmbad, wenn es keinen Spaß macht.
      Deshalb soll die Wassergewöhnung in spielerischer Form am Anfang stehen. Kinder, die von ihren Eltern
      instruktiv durchs Wasser geschoben werden, frieren.
      Kinder, die im brusttiefen Wasser nach Gegenständen tauchen dürfen, frieren nicht. Und meine persönliche Grundregel lautet: Kinder beim Schwimmunterricht nicht anfassen!

      • Christina sagt:

        Nein, Kinder frieren im Schwimmbad, wenn sie klein und mager sind und am Beckenrand sitzen, um auf Instruktionen zu warten oder wenn sie 2 Stunden im Schwimmbad verbringen müssen, bis dann endlich auch der ältere Bruder seinen Schwimmkurs hat. Im Freibad, wo sie rumrennen, die Rutschbahn hochklettern, sich in der Sonne aufwärmen und sich eingewickelt in ein Frottetuch bei einem Znüni stärken können, frieren sie hingegen nicht. Glauben Sie mir, wir haben das mehrer Jahre durchgemacht.

    • Martin Frey sagt:

      @Christina
      „Wie Sie sehen können, kommentieren hier hauptsächlich Männer, denen offenbar die eigene Erfahrung mit privaten Schwimmkursen fehlt.“

      Schön, wenn Sie das zu wissen glauben. Ich kann nur für meinen Teil reden, aber seit dem ersten Lebensjahr unseres Nachwuchses bin ich der, der jede Woche in den Schwimmkurs mitfährt. Aufwand und Kosten nehme ich gerne auf mich. In der Zwischenzeit habe ich mehrere Schwimmschulen erlebt, und bin der festen Ueberzeugung, dass Sie bei Kleinkindern durch spielerisch-motivierendes Näherbringen (Sie würden sagen: Ineffizienzen) mehr erreichen als mit Druck und Tiger-Müttern, die vom Bassinrand mitschreien.
      Die Ziele der Schwimmkurse sind alters- und entwicklungsgerecht, das reicht von der Wassergewöhnung bis hin zu den 4 Schwimmstilen.

    • Roli sagt:

      Soso… wieder mal eine Verallgemeinerung:
      „… Wie Sie sehen können, kommentieren hier hauptsächlich Männer, denen offenbar die eigene Erfahrung mit privaten Schwimmkursen fehlt.“

      Ich habe viele Schwimmkurse meiner Jungs mit besucht… aber es wäre mir nie in den Sinn gekommen am Beckenrand zu stehen und zu motivieren.
      Die Kinder sind viel entspannter wenn nicht immer ein Elternteil nervig daneben steht.

    • Sportpapi sagt:

      Auch ich habe Schwimmkurse mit meinen Kindern besucht. Allerdings nicht so viele. Aber mehr als meine Frau.
      Oerlikon ist tatsächlich relativ kalt.
      Aber bezüglich Ineffizienzen: Bei diesem Zeitplan würde ich auch nur ein Kind anmelden, und mit dem anderen gleichzeitig selber üben.

  • Lace sagt:

    Es dauert eine Ewigkeit bis die Kinder hier Schwimmen lernen.Bei meiner Tochter hat es 1 Jahr gedsuert bis sie einigermassen Schwimmen konnte.Sie ging aber gerne hin.
    Mein Sohn hatte 5 Mal 30 Min. Privatunterricht und konnte Schwimmen….

    • Sportpapi sagt:

      Was meinen Sie mit Schwimmen können? Über Wasser halten haben meine Kinder schnell mal gelernt. Schwimmen über längere Distanz und in einem korrekten Stil harzte schon viel mehr…
      Für sie reichte es, im Sprungbecken zum Beckenrand. Für mich nicht…

      • Lace sagt:

        @SP Für uns war es wichtig,dass unsere Kinder sich über Wasser halten und ein paar Meter tauchen konnten.War mit meiner Tochter in Oerlikon und ja sie hat sehr gut schwimmen gelernt, dauerte aber eine Ewigkeit.Das wichtigste hat unser Sohn in einer Woche mit Privatlehrer gelernt.Wir wohnten damals am Meer.Dort können alle Kinder mit 3 schon gut schwimmen.
        ich finde die Kurse hier dauern einfach ewig lang…aber gut,hauptsache die Kinder lernen es!

    • Christina sagt:

      Was mich richtig geärgert hat, ist, dass sich der Inhalt der Schwimmabzeichen gegenüber früher geändert hat. Wir haben damals in den 80ern im Seepferdchen Brustschwimmen gelernt und konnten nach diesem Kurs einige Meter frei schwimmen. Die weiterführenden Abzeichen waren dann lediglich ein Nice-to-have, wenn man z.B. noch crawlen oder den Köpfler lernen wollte.
      Im heutigen System muss man aber bis zum letzten Kurs warten, bis man das Brustschwimmen lernt. Vielleicht schwimmen die Kinder am Ende schöner oder geschmeidiger, aber die zeitliche und finanzielle Investition, die wir als Eltern leisten mussten, damit unsere Kinder einigermassen sicher schwimmen konnten, war auf diese Weise immens.

      • Reincarnation of XY sagt:

        WEnn ich dem allem zuhöre, bin ich wirklich froh, dass wir diese Kurse nicht gemacht haben.
        Wir gingen einfach oft ins Hallenbad/Badi. So haben sich die Kinder ans Wasser gewöhnt, lernen tauchen und schwimmen und später in der Schule hatten sie dann noch offiziellen Schwimmunterricht mit einem richtigen Lehrer. Ich glaube kaum, dass sie heute wegen irgendwelchen Seepferdchen Tests besser schwimmen könnten.
        Natürlich sind sie noch keine Rettungsschwimmer, aber wenn sie das wollten, müssten sie jetzt, weiterführende Kurse besuchen. Aber für diese Basics (nach Sachen tauchen, toter Mann, Brustschwumm – braucht es nur interessierte Eltern und keine Kurse und keine Abzeichen.

      • verwundert sagt:

        @Christina: Crawl- und Rückenschwimmen sind genauso sicher wie Brustschwimmen, aber koordinativ deutlich einfacher zu erlernen. Der Mensch ist ein Wechselgänger, eine Gleichschlagbewegung wie z.B. beim Brustschwimmen erfordert eine deutlich höhere koordinative Fähigkeit, sprich in den meisten Fällen auch ein höheres Alter (ist also entwicklungsbedingt). Hauptsache ist doch, dass das sich Kind über Wasser halten kann und weiss wie es sich kurz ausruhen kann (nämlich auf dem Rücken liegend), wenn es mal nicht mehr genug Energie hat für den Weg bis ans Land.

      • Christina sagt:

        @verwundert
        Wäre mir auch recht gewesen. Aber leider konnten meine Kinder nach dem Seepferdchen auch keine 5 Meter Crawl- und Rückenschwimmen. Dafür nach etlichen Kursen „einen Purzelbaum oder eine Vorwärtsrolle vom Bassinrand ins tiefe Wasser machen“ oder den „Scheibenwischer“… Meine Kinder sind nicht als Hobby in den Schwimmkurs gegangen sondern weil sie schwimmen lernen mussten. Und da fand ich das System gegenüber früher äusserst ineffizient

      • Martin Frey sagt:

        Ihre Aussage zeigt eigentlich nur, dass Sie Christina, relativ wenig von den Bewegungsabläufen beim Schwimmen und den davon abhängigen Entwicklungsstufen haben. Es ist wie ‚verwundert‘ sagt: korrektes Brustschwimmen ist eigentlich der komplexere Vorgang als zb. Crawl, und die Kinder werden daher erst später daran hingeführt.
        Es hat alles so seinen Sinn. Daher gibt es auch Profis, die Kinder korrekt Schwimmen lernen. Für Hundeschwumm u.ä braucht es die nicht.
        Ob es Schwimmschulen für Kinder braucht, müssen alle Eltern selber entscheiden. Wer aber will, dass Kinder zum frühest möglichen Zeitpunkt korrekt schwimmen lernen (und nicht nur sich über Wasser halten können) ist dazu gut beraten.
        Ist alles eine Frage der Prioritäten.

      • Markus sagt:

        @Christina: Gemäss Testanforderungen „Seepferdchen“ ist dies auch keine Anforderung auf dieser Stufe: http://old.swimsports.ch/pdf/Seepferd.pdf ! Vielleicht sollte man sich halt zuerst informieren.

      • Christina sagt:

        @Markus
        Ich habe extra geschrieben „nach etlichen Kursen“ und nicht „nach dem Seepferdchen“ und es war auch ein ganz klein wenig ironisch gemeint, aber das ist Ihnen vielleicht entgangen. Aber um noch konkret auf Ihren Vorwurf einzugehen: doch, ich konnte damals die Inhalte der Grundlagentests (GLT) praktisch auswendig, weil ich jedesmal beim Hinblättern der 160 Franken (exklusive Hallenbadeintritt) geschaut habe, ob die Kinder in diesem Kurs nun endlich richtig schwimmen lernen.

      • Sportpapi sagt:

        @Christina: Da frage ich mich allerdings ernsthaft, warum Sie die Kinder zu Kursen angemeldet haben, die nicht diesem Ziel entsprechen. Wassergewöhnung und vorbereitende Übungen kommen ja von selber, wenn man nur oft genug im Wasser ist. Und man muss nicht durch all diese Kurse durch.
        Übrigens stimmt es, dass man in der Schweiz der Meinung ist, Kraul sei einfacher als Brust. In Deutschland ist das noch anders. Allerdings lernt man dort vor allem den Kopf aus dem Wasser halten, was für den Stil auch nicht zielführend ist.

      • Christina sagt:

        @Sportpapi
        Die Kinder sollten möglichst schnell schwimmen lernen (wegen Badeunfällen) und mir waren keine anderen Kurse bekannt. Wir haben dann zwar zweimal Einzellektionen probiert, in der Hoffnung, dass die Kinder möglichst schnell, ohne das ganze offizielle Programm, schwimmen lernen, aber die beiden Trainer haben mit den Kindern exakt das gleiche Programm durchgezogen wie im Kurs, so dass wir dann halt doch wieder den Kurs gebucht haben, weil viel billiger. Und ja, Oerlikon ist wirklich sehr kalt, aber es war für uns das am nächsten gelegene Hallenbad, das ohne Auto erreichbar war. Die Kurszeiten waren manchmal auch besser, je nachdem, in welchem Kurs wieder ein Platz frei war, aber es musste tatsächlich oft eines der Kinder relativ lange warten und schlottern (bzw. lange duschen).

  • Karl-Heinz sagt:

    Mütter bzw. Eltern haben im Schwimmkurs nichts verloren und stören nur. Kinder sind sehr feinfühlig auf verkrampfte Elternteile am Beckenrand. Kinder abgeben und dann zum Abholen wiederkommen, bitte nur so. Der Helikopter soll bitte außerhalb des Bades parken.

    • Amélie M. sagt:

      Das ist nicht erlaubt.

      • Danielle sagt:

        Aber sicher ist das erlaubt. In der Schwimmschule meiner Kinder war die Anwesenheit der Eltern / des Elternteils am Beckenrand bzw. im Becken nur einmal pro Kurs erwünscht – am Besuchstag! Alle anderen Kurstermine hatte man entweder draussen hinter der Scheibe zu warten (auch da konnte man zusehen – allerdings angezogen) oder aber sich in einem anderen Becken zu vergnügen!

    • Melanie sagt:

      Also erstens, muss man am Anfang und am Ende zwingend anwesend sein, weil die Schwimmlehrerin die Kinder sonst nicht gehen lassen kann, wenn sie niemand in Empfang nimmt. Es lohnt sich also nicht wirklich rauszugehen.
      Und zweitens, ich würde nochsogerne selber schwimmen gehen, aber meine Kinder wünschen dass ich am Rand sitze und ihnen zu schaue! Ich bin deshalb keine Helikoptermutter!

  • Michael sagt:

    Und ich dachte schon, das es ein einmaliges Erlebnis ist, wenn Eltern – hier speziell die Väter – beim Fussballtrainig ihrer Sprösslinge zuschauen und dem Trainer – ungebeteten – Assistenz leisten. Die absolute Steigerung ist dann, wenn es zum Spiel kommt und durch verbale Übergriffe die Kompetenz des Trainers in Frage gestellt wird, weil der Filius nicht so eingesetzt wird, wie der Vater es für richtig hält. Weil fast jeder Vater seinen Sohn offensichtlich für CR7 den zweiten hält….
    Wenn ich die Verantwortung für die Ausbildung meines Sprösslings an eine Fachperson abgebe – dann aber bitte auch mit voller Konsequenz, so wie es @Markus beschrieben hat.

  • Fesseler-Besio Nadine sagt:

    Liebe Kommentarschreibende – Danke für Ihre Aufmerksamkeit. Schade, wenn es mir nicht gelungen ist, Ihnen die Selbstironie meines Blogs zu vermitteln. Ein Blog ist eine Kurzform, die vieles ausblendet: Ja, ich habe in dieser Woche im Badi-Bistro Kaffee getrunken. Ich hatte noch drei andere Kinder dabei, auf die ich während dem Schwimmkurs aufpasste – chancenlos also, am Bassinrand ausschliesslich eine „erbärmliche“ Figur zu machen. (Obschon: Meine Wohlfühlfigur legte ich tatsächlich jeweils mit dem Anziehen des Bikinis ab…) Mein Jüngster wünschte meine Anwesenheit in diesem Kurs, er fühlte sich wohler. Mein Sohn, im Nahkampf im Pool geübt, lange unter Wasser zu sein, wünschte, in den Kurs zu gehen. Ich bin ansonsten keine Tigermom – die schreiben nicht ironisch über ihre Eigenschaft.

    • Markus sagt:

      Ironie in schriftlicher Form ist eine der schwierigsten Arbeiten überhaupt. Es ist Ihnen leider tatsächlich nicht gelungen.

    • Sportpapi sagt:

      Danke fürs Reagieren. Ich konnte den inneren Zwiespalt gut nachvollziehen. Man möchte ja, dass das Kind sich im Kurs wohlfühlt, mitmacht und etwas lernt. Wenn das nicht klappt, muss man das erst mal mitbekommen, und der Sache dann auch auf den Grund gehen.
      Und dann entscheiden, ob und wie man sich engagiert. Oder ob man das Projekt einfach absagt. Oder gar Kurs um Kurs bezahlt, ohne Fortschritte.
      Persönlich würde ich auch eher beim Kind bleiben und ihm die Atmosphäre schaffen, die es braucht, um einen Schritt vorwärts zu machen.
      Aber natürlich ist das sehr vom Kind abhängig, und deshalb sind Verallgemeinerungen („Eltern schaden im Training“) grundsätzlich falsch.

      • Markus sagt:

        @sportpapi: als jahrelanger J+S Leiter und Vater von 2 Kinder (ebenfalls privater Schwimmuntericht) kann ich Ihnen sagen, dass der Spruch „Eltern schaden im Training“ keine Verallgemeinerung und grundsätzlich richtig ist. Wenn sich ein Kind im Kurs nicht wohl fühlt merkt dies ein Leiter und sucht das Gespräch mit den Eltern. Wenn dies der Fall ist, ist der Grund entweder der, dass die Kinder eigentlich (noch) gar nicht kommen wollen (noch zu jung und keine Freude am Sport), sondern nur auf Druck von Eltern dort sind. Weil der der Sohn der besten Freundin hat es ja auch mit fünf gelernt und unsere Kind ist mindestens genauso begabt! Oder das Kind nervt sich über Mama oder Papa die immer daneben stehen und alles kommentieren.

      • Sportpapi sagt:

        @Markus: Als jahrelanger J+S-Leiter und -Experte sowie Sportlehrer kann ich Ihnen sagen, dass die Verallgemeinerung nicht zulässig ist.
        Auch im Vereinstraining bleiben die Eltern häufig, bis sie sehen, dass sich das Kind wohlfühlt. Und auch dort ist es wichtig, dass sich die Eltern interessieren, und nicht einfach weglaufen.
        Und ja, den Schwimmkurs besuchen die meisten Kinder auf Druck der Eltern, nicht aus eigenem Antrieb. Das ist noch einmal etwas anderes. Zudem ist das Umfeld Wasser auch etwas speziell.
        Ausserdem hilft es auch, die geübten Elemente in der Woche zum nächsten Kurstermin noch einmal zu üben. Auch dafür sollte man etwa wissen, wo das Kind steht.

    • Aquila Chrysaetos sagt:

      Liebe Autorin
      Die Selbstironie ihres Blogs kommt doch gut rüber! Ich fand ihn lustig und gut geschrieben. Nur nicht von den Steifen-Oberlippen-Fraktion der Blog-Aktivisten irritieren lassen.

    • Denise Moore sagt:

      Das Problem, Frau Fessler, ist nicht Ihr Artikel, sondern unsere Gesellschaft. Es kann doch nicht sein, dass man einen Kurs besuchen und bezahlen muss, um sein Kind ans Wasser zu gewöhnen und dann doch daneben zu sitzen. Ausser Sie haben selbst Angst vor dem Wasser, dann muss Sie das halt bezahlen. Sonst können Sie Ihr Kind auch selbst ans Wasser gewöhnen. Seien Sie selbstbewusst! Sie sind dafür qualifiziert genug, um diese Aufgabe zu übernehmen.

  • Niklas Meier sagt:

    Wären Sie nicht da mit gegangen hätte sich ihr Sohn auf die Lehrerin und das Schwimmen konzentriert. Uhh, kalt. Na und? Die Lehrerin kümmert sich darum und schaut mit ihm weiter. Sie bieten ihrem Sohn aber die Option sich bei Mami zu beschweren und sich von ihr motivieren zu lassen, sich doch noch zu bequemen weiterzumachen. Er bekommt also Aufmerksamkeit fürs Weitermachen. Dabei sollte ER aufmerksam sein was da im Becken abgeht.
    Sie schaden ihm nur.

  • Dani sagt:

    super Artikel. Ich gratuliere zu ihrer Ehrlichkeit. Am Beckenrand zuschauen ist kaum das Problem. Für das Kind ist es sicher förderlich, wenn sich die Mutter für seine Leistungen interessiert und es unterstützt. In welcher Intensität und Form das können Sie sicher am besten Beurteilen.

    • Markus sagt:

      Quatsch, es ist nicht förderlich und stresst das Kind und ermöglicht erst das jammern über das kalte Wasser. Ich stehe ja auch nicht in der Schulstube während des Unterrichts. Oder steht ihr Chef immer neben Ihnen im Büro?
      Dies hat nichts mit Desinteresse zu tun, ich kann ja nach dem Unterricht mit dem Kind reden. Es reicht völlig, wenn ich dann – wenn vom Kind gewünscht – beim Test zuschaue.

  • Markus sagt:

    OMG, hat es in diesem Bad kein Kaffee-Bistro? Ich habe meine Kinder jeweils abgegeben und bin schurstracks ins Bistro und haben die 45 Minuten Ruhe bei Kaffee und Zeitung genossen oder bin selber im grossen Becken meine Längen geschwommen. Ich bin ja im Schulzimmer auch nicht dabei, ergo muss ich es auch nicht im Schwimmunterricht sein.
    Das Gleiche gilt auch für den Skiunterricht. Sehe nicht ein, warum ich hätte der Gruppe hätte nachfahren sollen – schein heute bei vielen Standart zu sein.
    Ein Kind scheint heute nicht mehr einfach nur ein Kind zu sein, sondern für viele ein Projekt.

    • Christoph Bögli sagt:

      Das ist definitiv ein guter Punkt. Zumal die Anwesenheit der Eltern da auch fast immer kontraproduktiv ist. Wenn die Mutter nicht dort sitzen würde, dann könnte in diesem Fall etwa der Kleine auch nirgends über das ach so kalte Wasser jammern und eine Show abziehen, sondern würde sich wohl gezwungenermassen engagierter in die Aufgabe stürzen..

  • Chris sagt:

    Tränen gelacht, danke!
    Bin ich froh, dass die Stadt Zürich den Schülern schwimmen beibringt. Und das vorher üben, damit das Kind auch besteht, habe ich gelassen.

    In mir fehlt der Tiger 😉

  • Röschu sagt:

    Was ich nicht verstehe: Die Zeit, welche die Kinder in Schwimmkursen (oder auch Trainings für andere Sportarten) verbringen, ist doch der ideale Zeitpunkt für die Eltern mal etwas ohne Kinder zu tun – und sei es auch bloss in Ruhe einen Kaffee trinken zu gehen. Viele Eltern bleiben aber als Beobachter bei den Kindern, beschweren sich dann aber irgendwann, dass Sie NIE Zeit nur für sich allein hätten?
    .
    Als langjähriger Fussball-Junioren-Trainer bin ich der festen Überzeugung, dass die dauernde Anwesenheit der Eltern weder für diese selbst, noch für den Betreuer/Trainer und schon gar nicht für das Kind gut ist.

    • Vierauge sagt:

      das dachte ich beim Lesen auch.
      Als unsere Jungs mit Eishockey anfingen, hat der Trainer allen Eltern erklärt, dass die Kids während der Stunde Training bzw. 3 Stunden Match ihnen gehören und dass es ihnen dabei gut gehen wird. Wir sollten Abstand halten, die Kids anfeuern, aber nicht mit ihnen reden. Das hat immer sehr gut funktioniert. Und bei (echten) Problemen hatten die Trainer und Betreuer immer ein offenes Ohr.

  • Jänu sagt:

    Augenrollen geht aber auch nicht. Diese nonverbale Kommunikation des Mundwinkelverziehens und des Augenrollens und des Stirnerunzelns zeigt überdeutlich die Verachtung, die Missbilligung und ist eigentlich auch feige.
    Wie man sich und die Kinder als Eltern diesen Kursen aussetzen kann, ist mir immer ein Rätsel geblieben.

  • Max Demian sagt:

    Es fängt damit an, dass die Helikoptereltern am Beckenrand zuschauen.

  • Martin Frey sagt:

    Das tönt alles wenig positiv. Obwohl ich selber Fan bin von solchen Schwimmkursen, va wenn man dranbleibt, und der Spass nicht zu kurz kommt. Übermotivierte Tiger-Moms jedoch sind da das pure Gift.
    Erstens, suchen Sie sich eine gute Schwimmschule mit warmem Wasserbecken. Das gibt es, die Unterschiede sind teils gross.
    Zweitens, halten Sie sich zurück. Alles, was im Wasser passiert ist nicht Ihre Show. Und falls Sie das nicht akzeptieren können, schicken Sie Ihr Kind nicht hin.
    Spielerische Motivation und Freude wirken in dem Alter besser als Druck und Drill. Und abgesehen vom erbärmlichen Bild am Bassinrand tragen Sie garantiert nur zur Verwirrung bei.
    Geben Sie den Abzeichen nicht die Bedeutung, die Kinder machen das schon genug. Swiss Swimming versucht eher davon wegzukommen.

    • Sportpapi sagt:

      Nicht die Abzeichen sind wichtig, sondern die Kompetenzen, die erreicht wurden. Diese werden durch das Bestehen des Kurses bzw. das Abzeichen dargestellt.
      Ich bin froh, dass Swiss Swiming dabei hart bleibt, und nicht aus pädagogischen Überlegungen einfach Abzeichen verteilt, wie das andernorts üblich ist. Und auch ohne sichtbares Abzeichen wird es, wie in allen Sicherheitssportarten, immer eine Rückmeldung zur erreichten Ausbildungsetappe geben müssen. Und wenn es nur das Erreichen eines Minimalstandards (oder verpassen!) ist.

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