Kann Ihre Frau auch sprechen?

Hier rede ich: Das Ehepaar Trump besucht im Rahmen des G-20-Gipfels die Elbphilharmonie in Hamburg. (Foto: Getty Images)

Findet es niemand seltsam, dass an offiziellen Zusammentreffen von Regierungschefs die Gattinnen, in wenigen Fällen auch Gatten, oft als Beigemüse fungieren? Immer schön adrett angezogen und artig lächelnd?

Besonders aufgefallen ist es mir am letztjährigen G-20-Gipfel in Hamburg. Während die Regierungschefs der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer über die globalen Herausforderungen unserer Zeit diskutierten, schipperten die Ehefrauen und ein paar wenige Ehemänner über die Elbe.

Ein Gipfel-Thema damals war die wirtschaftliche Stärkung von Frauen. Die Erwerbsbeteiligung von Frauen in den G-20-Ländern sollte beispielsweise gesteigert oder der Zugang für Frauen zu Kapital verbessert werden.

Kleiderständer auf Sightseeingtour?

Frauen fördern. Grossartig. Warum also beschränkt sich die Rolle der Präsidentengattinnen am G-20-Gipfel auf die eines Kleiderständers auf Sightseeingtour? Was soll das für eine Signalwirkung haben? Googeln Sie einmal «G-20 Brigitte Macron» oder «G-20 Melania Trump». Zig Seiten zum Aussehen und Styling der Damen. Sonst nichts. Dabei haben die meisten eine spannende Vita vorzuweisen und setzen sich für Projekte im Sozial- und Bildungsbereich ein.

Heute beginnt der G-7-Gipfel in Charlevoix, Kanada und das Thema Frauenförderung steht auch hier wieder auf der Agenda. Sogar ein Gender Equality Advisory Council wurde ins Leben gerufen. Ein Beirat bestehend aus zwanzig Frauen und einem Mann, der sicherstellen soll, dass die Themen «Gleichberechtigung» und «Stärkung von Frauen» in allen Bereichen des G-7-Gipfels integriert werden. Fun Fact: Eine der beiden Ratsvorsitzenden ist Melinda Gates.

Und was machen Frau Trump, Frau Trudeau und die restlichen «First Ladies und Gents» während des Gipfels? Gemäss der G-7-Medienstelle wurde auch für diesen Gipfel extra ein Rahmenprogramm zusammengestellt. Details dazu wollten sie im Vorfeld nicht verraten.

Referatsvorschläge für Frau Trump & Co.

Könnten die Damen und Herren nebst dem Sightseeing nicht auch Öffentlichkeitsarbeit in Form von Referaten leisten? Ich hätte ein paar Themenvorschläge:

  • «Meine Frau hat nicht nur zu Hause das Sagen» mit Philip May, Banker und «First Husband» in Grossbritannien und Nordirland und Joachim Sauer, Quantenchemiker und Physikochemiker und deutscher «First Husband».
  • «Ehetipps zum Thema ‹Binationales Zusammenleben›» mit Melania Trump, amerikanische First Lady. Bevor sie Millionärs- und Präsidentengattin wurde, hat die gebürtige Slowenin gemodelt.
  • «Pädagogik für den Hausgebrauch» mit Brigitte Macron, französische First Lady und ehemalige Lehrerin.

Spass beiseite. Der Veranstalter eines Politik-Gipfels und die teilnehmenden Länder könnten die mediale Präsenz der Ehegattinnen doch nutzen, um auf wichtige Themen wie etwa «Gleichberechtigung» oder «Stärkung von Frauen» aufmerksam zu machen?

Weitere Postings, die Sie interessieren könnten: «Das wünschen wir uns zum Frauentag» oder «Gleichberechtigung. Ja. Aber».

67 Kommentare zu «Kann Ihre Frau auch sprechen?»

  • Hans Hasler sagt:

    Also Frauen, die was zu sagen haben – Merkel z.B. – kommen schon zum Wort. Aber First Ladys/Gents sind nunmal wirklich Accessoires.
    Und irgendwie finde ich es kein Deut besser, wenn deren Rolle dann als „die sollen doch ein bisschen karikativ wirken“ beschrieben wird. So im Sinne von: Von einer Michelle kann man nicht viel erwarten – die soll doch etwas über Kochen und gesunde Ernährung sprechen. (aber bitte nicht als Biologin..).

  • Cassi sagt:

    Die Welt würde viel Geld sparen – oder Gelder für gemeinnützige Zwecke ausgeben können – wenn diese nicht-gewählten Partnerinnen gar nicht mitreisen würden.
    Accessoires sollen privat finanziert werden und nicht vom Steuerzahler.

    • Muttis Liebling sagt:

      Geld für gemeinnützige Zwecke ist noch mehr verschwendet, als für das diplomatische Protokoll. Die Partner fahren ja nicht mit, weil das Spass macht. Es ist ihre Protokollaufgabe, so wie es in den international verbindlichen diplomatischen Vorschriften niedergeschrieben ist.

      Sie glauben doch nicht im Ernst, das Frau Trump oder Herr Prof. Sauer freiwillig zu diesem Budenzauber anreist. Ehrenamtlich macht das niemand und das kann auch nie gefordert sein. Politiker- ist wie Fussballergattin ein Protokollberuf, kein Hobby oder Ehrenamt. Dient auch nicht einer Liebes- oder familiären Beziehung.

      • Sportpapi sagt:

        @ML: Ich wüsste nicht, dass diese Ehegattinnen irgendeinen verpflichtenden Vertrag unterschrieben hätten. Entsprechend unterstehen sie auch keinen Vorschriften. Nur Erwartungen gibt es.

      • Muttis Liebling sagt:

        @Sportpapi

        Es gibt diplomatische Protokolle, die unterschreibt ein jeder implizit, wenn er eine Tätigkeit annimmt, welche darunter fällt. Sei es durch Wahl oder Eheschliessung. Der vorherige Bundespräsident der BRD hat dafür sogar eine Lebensgefährtin verpflichtet, obwohl es auch eine Ehefrau gab. Die Ehefrau war nicht protokollfähig, scheiden ging trotzdem nicht.

        Auch Frau Dr. Merkel hat erst geheiratet, als das Amt einen Protokollpartner verpflichtend notwendig machte. Deswegen wohnen die beiden weder in der gleichen Wohnung, noch bei Protokollbesuchen in der gleichen Hotelsuite. Man sieht sich gelegentlich, aber eher im TV. Wie auch D. und M. Trump.

  • De Rainu sagt:

    Bravo Yolanda
    Goldrichtig deine Einstellung zum aufgeworfenen Thema.
    Plädiert mal jemand für intensiveres Engagement von Frauen (und wenigen Männern), die sich auf der Weltpolit-Bühne dieser Treffen mal einbringen könnten, wird dies von der Mehrheit der Leser verworfen.
    Dazu noch vielfach unqualifiziert.
    Ich bin sicher, würde man diesen Begleitungen ein Diskussionsforum anbieten, würde dies, zumindest von einigen First Ladies, rege benützt.
    De Rainu

  • Ursel sagt:

    Sorry, aber es ist „nur“ die Frau des gewählten Politikers. Die Frau eines Firmenchefs hat ja auch nicht in den Beruf ihres Gatten reinzureden.

    Mir ist beim letztjährigen Galatreffen nur aufgefallen, wie dieser unmögliche, manierenlose Trump sich vorgedrängt hat – wie immer!

  • Gerhard Engler sagt:

    Die Frau eines Politikers ist nicht gewählt und hat somit keinen Auftrag. Ich finde es auch sehr vernünftig, dass man vom Ehemann von Angela Merkel (Hr. Sauer) so wenig hört.

    • Tofa Tula sagt:

      Sie bringen es auf den Punkt. Ich habe auch nie Frau Doktor (die Ehefrau des Herrn Dr. Med) nach meinem Gesundheitszustand gefragt. Meistens heiraten Politiker, bevor sie ins hohe Amt gewaehlt werden.

  • D. Iplomat sagt:

    Liebe Frau Pantil, Danke für Ihren Beitrag aber er zeigt leider, dass Sie das internationale Politparkett möglicherweise nicht so gut kennen. Das ist vollkommen üblich, dass die Politiker ihre Besprechungen durchführen und die Partner, meist sind es die Frauen, anderweitig unterhalten werden müssen. Das ist weltweit dasselbe Vorgehen. Wir sollten hier jetzt nicht auch noch die Frauenquote einbringen, denn würden sich Frauen gleich engagieren wie die Männer, bräuchten sie keine Quote. Nicht falsch verstehen. Frauen sind richtig schlechte Netzwerker. Sie wollen dabei sein aber lädt man sie zu den Anlässen ein, sagen sie auffallend oft ab. Diese Frauen kommen nie weiter – die Männer schon, weil sie sich diese Zeit nehmen.

    • Valentina Lehmann sagt:

      @Diplomat: Es stimmt nicht, dass Frauen sich nicht engagieren. Im Gegenteil, viele Frauen sind oft engagierter als manche Männer, und zwar, weil diese Frauen aus Erfahrung wissen, dass ihnen nichts geschenkt wird. Sie wissen, dass sie auf nichts einen Anspruch haben, deswegen sind sie flexibler, wenn nicht alles glatt läuft. Dagegen habe ich viele Männer jammern und toben gesehen, wenn die Dinge nicht so liefen, wie sie das erwarteten. Aber warum verstecken Sie sich hinter einem Pseudonym? Weil Ihr Kommentar einfältig ist? Oder gedenken Sie des Desserts, das so hipp war in den 80er-Jahren? Ich kann mich erinnern, dass ich es als Kind jedes Mal, wenn es mir vorgesetzt wurde, geschmacklich fad und kleingeistig fand. Sie nicht?

    • christina sagt:

      Warum kommen die Partnerinnen und Partner überhaupt mit? Um den Stress der Protagonisten nach getaner Verhandlung abzubauen, oder was? Bis vor einigen Jahren war das in der schweizerischen Politik unüblich . Ich finde das viel passender.

      • Tofa Tula sagt:

        Geben Ihnen recht. Aber vielleicht hat es doch etwas an sich, dass viele Maenner ohne ihre Ehefrauen nicht viel taugen. Auch der Spruch, dass hinter jedem erfolgreichen Mann eine starke Frau steht, kommt ja nicht von ungefaehr.
        Der Kommentar wird wohl nicht durchkommen, kritische Meinungen werden von der doch ziemlich sensiblen Bloggerin rausgefiltert. Ihr gutes Recht. Verstaerkt Meinungsblasen.

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Hmm… wenn sich jemand dazu entschliesst, anstatt arbeiten zu gehen, von der Kreditkarte des Ehepartners zu leben, dann muss er/sie halt die Konsequenzen tragen, dass er als genau das angesehen werden, was sie sind: nämlich schmückendes Beiwerk. Es ist schon schlimm genug, dass die USA derart viel Macht hat und sich als Weltpolizei aufspielt. Da braucht es nicht noch eine mitredende Ehefrau.

    Ich halte nichts von Trump, aber meines Wissens wurde Melania nicht zwangsverheiratet. Wenn sie will, kann sie gehen.

    Wem die Rolle als Acessoire nicht gefällt, dem steht es frei, sich selber politisch zu engagieren. Dass es sich aber nicht unbedingt auszahlt, in einer demütigenden Ehe zu bleiben, um dereinst selber die Mationettenschnüre zu halten, sieht man bei Billys Hilli.

  • Lea sagt:

    Wenn mich mein Mann zu Kunden in Ausland begleitet, macht er auch sein eigenes (Touristen) Programm, beim essen ist er manchmal dabei, aber sich dabei in meine Arbeit einbringen wäre unpassend.
    @Yolanda Pantli: Wie ist es mit deinem Partner? Nutzt er die Gelegenheiten um deinen Kunden zu sagen, was er wichtig findet? Und du?

    • Lukas Müller sagt:

      Haha, ja genau, Ihr Mann begleitet Sie auf Geschäftsreisen. Das glaube ich Ihnen natürlich sofort. In 99% der Fälle geht der Mann auf Geschäftsreise und die Frau kommt mit.

  • Lukas Müller sagt:

    Na selbstverständlich muss das so sein, dass die Frau im Hintergrund bleibt. Gewählt wurde ja schliesslich der Präsident, und nicht seine Frau! Oder will man eine mittelalterliche Monarchie, wo der ganze Clan des Königs mitregiert? Und die Vorwürfe gegen Trump werden immer bizzarrer: Einerseits wird ihm vorgeworfen, dass sein Schwiegersohn ein Regierungsamt hat und sein Berater ist. Da wurde laut “Vetternwirtschaft“ geschrien. Und jetzt genau das Gegenteil- jetzt wird ihm vorgeworfen, dass seine Frau zuwenig Einfluss hat.

  • Tigifix sagt:

    Diese Frauen haben Ihr Rollen freiwillig gewählt, sie würden zu nichts gedrängt. Also hört auf zu jammern.

  • Reincarnation of XY sagt:

    Nein, das ist dummes Zeug. Der Präsident oder die Präsidentin wurde gewählt und nicht die Partnerin oder der Partner. Also haben die Null Verpflichtung zu reden oder zu politisieren.
    Wenn die US-First Lady traditionsgemäss eine Rolle inne hat, dann ist das US-Tradition und ist nicht im geringsten für uns relevant. Diese Tradition lehnt sich an monarchische Verhältnisse, Amerika war ja mal Teil des UK. Statt King und Queen, hatte man nach der Loslösung Mr. Präsident und First Lady. In CH und in Europa im Allgemeinen hatte noch nie jemand das Gefühl, dass der Partner eines gewählten Regierungsvertreters auch nur in der geringsten Art politisch aktiv sein sollte. Aber für HomestoryleserInnen wäre es natürlich attraktiv.

    • k. miller sagt:

      Richtig RoXY. Es ist auch eine neuere Erscheinung, dass die Partner bei jedem Hafechäs dabei sind. Kann mich auch nicht erinnern, dass vor 25 Jahren in Europa von „First Ladys“ die Rede war – hier stülpt man (mal wieder) US-Traditionen über alles. Die Damen (und Herren) sind die Partner – nicht mehr und nicht weniger. Haben aber keine politische oder sonstwie geartete Funktion oder Verpflichtung. Und da jetzt aus Gründen der „Gleichberechtigung“ oder „Frauenquote“ etwas konstruieren zu wollen, ist einfach lächerlich. Obwohl ich – als Frau – sehr für diese Themen bin – aber sicher nicht in diesem Zusammenhang.

      • tina sagt:

        kann mir eigentlich egal sein, wessen ehepartner im ausland wieviel zusagen haben, aber ich bin trotzdem fast vom stuhl gekippt, als ich mal las, was für ein budget (!!!!!) brigitte macron hat. ich würde mir als wähler echt verarscht vorkommen. ich kann mich nicht erinnern, dass brigitte macron bei den wahlen politisch miteinbezogen wurde. gewählt wurde macron. frau macron kriegt ein offizielles budget.

  • Philipp M. Rittermann sagt:

    frauen dürfen unter sich sprechen. und in der öffentlichkeit bloss, wenn sie dazu aufgefordert werden. „leitplanken“ sind sinnvoll um unbedachte aussagen möglichst zu vermeiden.

  • Tina sagt:

    Liebe Frau Pantli

    Ich vermute mal, dass die erwähnten EhepartnerInnen die „ich halte meinem Partner/Partnerin den Rücken frei“-Rolle innehaben. Denn wohl nur so konnte der jeweils andere Part seine/ihre Position erlangen (oder kann man sich vorstellen, dass ein Herr Trudeau zu Hause noch die Wäsche macht, Kuchen für den Schulanlass bäckt oder den Geburtstag der Grosstante im Kopf hat während er 120 Stunden die Woche Politik und Karriere macht?).
    Das heisst dann aber im Umkehrschluss, dass die PartnerInnen eben auch einen fulltime Job haben und somit wenig Zeit, sich noch mit „Öffentlichkeitsarbeit in Form von Referaten “ zu beschäftigen. Scheint mir irgendwie logisch.

    • Yolanda Pantli sagt:

      Hallo Tina,

      Wenn Sie in Charlevoix Zeit haben die Sehenswürdigkeiten zu besuchen, gibt es bestimmt auch ein kleines Zeitfenster für etwas Karitatives? Wenn sie schon mal dort sind….? Wäre doch nur pos. PR fürs Land – sofern richtig inszeniert/organisiert. Was meinst Du? Richtig ausspannen können sie ja dort sowieso nicht mit all der Presse. lg Yolanda

      • Tina sagt:

        Ich glaube, wir unterschätzen den Job des Rückenfreihaltens. Weil dieser bedingt ja auch, dass man ständig den Kopf voll hat von Stundenplänen, ToDo-Listen, Geburtstagen, Kleidergrössen, Sockenmuster, Klempnerterminen, neues Jahresabo für die Tocher kaufen (ou ja, neues Passföteli auch noch), Sohn braucht noch Abschlussgeschenk für Religionslehrerin, Ehemann muss dringend noch Steuererklärung unterschreiben wenn er mal zu Hause ist, und die Geburtstagskarte für seine Mutter, und genau, Oma Trudeau müssen wir ja auch noch mal besuchen und, und, und.
        Da würde ich als Präsidentengattin doch lieber eine ruhige Bootsfahrt auf der Elbe machen als eine Entzugsklinik eröffen, wo ich mich, wenn ich mich nicht ganz lächerlich machen möchte, über das Thema informieren müsste.

      • mila sagt:

        Sie denken aber nicht wirklich, dass präsidiale Gattinnen/Gatten ihren eigenen Haushalt schmeissen, oder…?

      • Yolanda Pantli sagt:

        Die Damen im Artikel haben höchstwahrscheinlich Hilfe in Form von Nannies, Köchen, Assistenten etc., sprich müsssen nicht alles alleine stemmen.

    • 13 sagt:

      Ich glaube ehrlich gesagt kaum, dass eine/r dieser Ehegatten/Ehegattinnen zu Hause wäscht oder Kuchen bäckt. Das werden wohl eher Angestellte erledigen. Dass mit dem „Rücken freihalten“ stimmt wohl eher dahingehend, dass sie die Öffentlichkeit mit Mode und Ausflügen und ja auch teilweise mit Charity beschäftigen und diese etwas weniger gut auf die Inhalte dieser G-Treffen schaut. Auch das ist Politik.

      • Tina sagt:

        Wer sagt denn, dass dies so ist? Ich glaube kaum, dass Bundesrat Maurer zu Hause eine Nannie und eine Köchin hat. Und wieso sollte eine Frau Macron oder eine Frau Blair plötzlich vom Staat diverse Hausangestellte bezahlt bekommen? Ich glaube, wir stellen uns das Leben dieser Präsidentengattinen viel zu glamourös vor. Ich bin sicher, die meisten kochen auch nur mit Wasser (es sei denn natürlich, sie hatten vorher schon Personal).
        Und ich glaube auch, dass es, um einen Job als Präsident eines grösseren Landes zu bekommen, fast zwingend nötig ist, dass man einen Gegenpart hat, der/die bereit ist, auf eigene Karriere zu verzichten, um den Partner zu unterstützen. Das sind dann vielleicht auch Personen, die ganz froh sind, nicht selber im Rampenlicht zu stehen.

      • 13 sagt:

        @ Tina
        Ich kenne einige Leute mit Kaderpositionen und guten Löhnen, die noch weit unter denjenigen eines Präsidenten sind, unsere Bundesräte verdienen ja verhältnismässig sehr wenig, also eher Ärzte, Anwälte, Professoren, Manager, die nie ihre Wäsche selber machen oder Kuchen backen. Das Kochen ist ja oftmals noch so etwas wie Psychohygiene oder Hobby, das machen viele gerne, aber siehst Du Melania Trump wirklich putzend auf den Knien? Nun, ich kann es mir nicht vorstellen. Ansonsten sind wir uns einig. Wir haben z. Bsp. einen Botschafter in der Familie und ja, das Leben seiner Frau ist ein spezielles Leben mit vielen Aufgaben, auch wenn sie nicht Botschafterin ist. Das ist nicht jedem gegeben, man muss der Typ dafür sein.

  • Röschu sagt:

    Irgendwie recht witzig, dass das Gremium, welches die Gleichstellung überwachen soll aus zwanzig Frauen und einem (Quoten?-)Mann besteht. Und sowas will dann ernst genommen werden…

  • Widerspenstige sagt:

    Die sind noch nicht im 21. Jh. angekommen und spielen immer noch irgendeine Rolle nach einem Protokoll aus dem letzten Jh. statt gemeinsam die Probleme der Zeit anzugehen. Wie ML sagt, Statisten in irgendeinem Theater und die Weltbevölkerung schaut mehr oder weniger (ent-)begeistert zu. Diese nehmen sich nicht als Ganzes wahr und lassen die Statisten einfach machen. Wer aufbegehrt (Gipfeltreffen in Hamburg), wird mundtot gemacht.

    So geht das.

    Also was sollen da die begleitenden Damen mehr sein als Begleitung des Statisten um ihm zu Diensten zu sein, damit er schön präsentieren kann. Wie im richtigen Leben auch der Normalbürger, wo vorwiegend von Mama die Kleider zurecht gelegt, die Sandwiches gepackt werden für die Welt ausserhalb der vier Wände. Rollenspiele eben.

    • Muttis Liebling sagt:

      Die Politikergattin muss vor allem zur Krawatte passen. Wer auch nur eine rudimentäre Form von Ehe oder Familie führt, ist kein Politiker, auch kein guter Politik- Darsteller. Deshalb gibt es ein neues Literatur- Genre: Die Biographie des enttäuschten Politiker- Sohnes.

      Willy Brandt und Helmut Kohl haben im Kanzleramt gewohnt. Dahin kam oder da arbeitete auch die Geliebte, da hatte man den Weinkeller. Die Ehefrau wurde nur zu Fototerminen mitgenommen und da musste eben das Arrangement Krawatte – Kleid stimmen.

      Diese Familie T. ist insofern ausgesprochen ermunternd, weil sie gar nicht erst den Eindruck erwecken zu versuchen, da wäre irgend etwas dran an der Politiker- Familien- Schnulze. Er ist kein Politiker und sie keine Politikerfrau. Beide spielen nicht einmal Familie.

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      Die Präsidentengattinnen haben weder ein politisches Amt, noch wurden sie gewählt, also haben sie keine politische Funktion. Sollte ihnen das Leben als Anhängsel nicht behagen, steht es ihnen frei, arbeiten zu gehen und/oder in die Politik einzusteigen.

  • Martin Frey sagt:

    Was für eine seltsame Vorstellung. Auch wenn es sich nicht bei allen Ehefrauen und Ehemännern um „trophy wifes (and husbands)“ handelt. Deren Job ist es nicht, zu reden, schon gar nicht in der Öffentlichkeit und an einem G7-Gipfel. Ihre öffentliche Rolle definiert sich über die des Partners/der Partnerin. Zudem haben die meisten von ihnen schon viel „gearbeitet“/auf sich genommen um in diese Rolle zu gelangen, also werden die sich sagen „hey was soll ich mich anstrengen, lasst uns das Leben geniessen“.
    Was Sie verkennen, alles über Charity Eröffnungen u.ä hinaus ist gar nicht gefragt sondern würde nur zu Irritationen führen.
    Altbackenes Rollenverständnis? Ja, vielleicht. Aber so dreht sich die G7 Welt nun mal. Die Leute haben sich ihre Rollen mit ihren Partnern ausgesucht.

    • Brunhild Steiner sagt:


      und wenn sie damit nicht zufrieden sind könnten sie eine Art „first wifes/husbands-club“ gründen um gemeinsam für Veränderungen zum Besseren einzustehen und eine neue Rolle zu definieren; wenn dann mal bloss nicht noch alles auseinanderfällt… 😉

    • mila sagt:

      Zu welchen Komplikationen es führen könnte, wenn auch die Partner (eigene) politische Ambitionen haben, war zuletzt in House of Cards zu sehen… Spass beiseite, selbst eine patente Präsidentengattin wie Michelle schaffte es kaum, eine Präsenz über Fragen des Bio-Gartenanbaus und gesunder Ernährung hinaus zu entwickeln. Das ist institutionell gewollt, und sagt nichts über das Potential der jeweiligen Gattin/des jeweiligen Gatten aus.

      • Martin Frey sagt:

        @mila
        „Das ist institutionell gewollt, und sagt nichts über das Potential der jeweiligen Gattin/des jeweiligen Gatten aus.“
        Absolut. Wobei das Potential sehr unterschiedlich gelagert sein dürfte. 🙂
        Der Punkt ist zudem, wenn diese Partner nicht die Partner der Staatschefs wären, würde ihnen auch niemand zuhören. Insofern können sie mit jedem etwas politischerem Statement nur verlieren. Das wusste auch Michelle Obama.

      • Muttis Liebling sagt:

        Frau O. hat alle Grenzen überschritten und eine Rede an die Lage der Nation gehalten. Das war sicher das Schlimmste, was in der schlimmen Präsidentschaft des Herrn O. inszeniert wurde. Wäre die Dame patent, hätte sie sich 8 Jahre lang jeder politischen Äusserung enthalten. Frau T. macht das deutlich besser.

      • Widerspenstige sagt:

        Das war das Beste was Michelle Obama während ihrer Rolle als First Lady getan hat. Sie wird in bester Erinnerung bleiben nicht nur für aufmerksame Frauen. Nebst natürlich Hillary Clinton, welche während ihrer First Lady Rolle mit der Gesundheitspolitik im Lande beauftragt wurde und auch sonst nicht nur im Hintergrund tätig war als wichtigste Beraterin für ihren Bill in seinem Präsidentenamt. Ein bisschen mehr Zuspruch/Erwähnung für die guten Taten von First Ladies wäre mehr als angebracht.

      • Ursel sagt:

        Muttis Liebling@: Frau T. macht das nur deshalb „besser“, weil sie nichts zu sagen hat oder nichts zu sagen wseiss! Frau O. wusste immer das Rechte zu sagen, aber leider auch ein paarmal im falschen Moment!

  • Dwerk sagt:

    Gattinnen und Gatten von PolitikerInnen sollten schweigen. Sie wurden nicht gewählt und haben weder Mandat noch demokratische Legitimation

    • Anh Toàn sagt:

      Gattinnen und Gatten von Regierungschef sollten etwas eigenes zu tun haben, anstatt Sightsseeeing zu machen oder Vorträge zu halten, die sich niemand anhören würde, wenn sie nicht der Ehepartner eines Regierungschefs wären.

      Entschuldigung Frau Trump, aber kaum jemand würde sich mehr dafür interessieren, was sie zu sagen haben, wären Sie nicht die Frau des Präsidenten, als was ich zu sagen habe.

    • Sportpapi sagt:

      Sie sollten sprechen und ihre Meinung äussern, wie alle anderen auch. Nur sollten sie dafür kein grosses Podium erhalten.
      Warum kommen die eigentlich in den Medien?

  • Papperlapapi sagt:

    Die Partnerinnnen und Partner der PolitikerInnen wurden in kein Amt gewählt und haben keine offizielle Funktion. Sie sind „Beigemüse“. Die Mitreise und das Sightseeing sei Ihnen gegönnt, aber in ihrer „NIcht-Funktion“ ist es richtig, dass sie im Hintergrund bleiben.

  • Muttis Liebling sagt:

    Politiker und deren Gattinnen sind Schauspieler, welche Politik spielen. Manche können das so gut, dass man sie glatt für echte Politiker halten könnte, die meisten machen das aber nur in Form einer Dorfposse. Der Herr M. aus Frankreich ist der typische begnadete Schauspieler, ohne jedes politische Format mit der zum schwatzhaften Nichtpolitiker passend ausgewählten Gattin. Das ideale Faschings- Prinzenpaar. Politisch völlig harmlos.

    Eines sind sie alle nicht, Darsteller ihrer selbst. Deswegen ist jede Assoziation mit menschlichen Eigenschaften völlig abwegig. Keiner käme auf die Idee, den Darsteller von Hamlet für Hamlet zu halten und so ist der Darsteller der politischen Rolle Trump auch nicht der Mensch Trump.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Muttis Liebling

      bei den verschiedenen Hamletaufführungen gibt es jeweilen Bühnenregisseure welche die Fäden in der Hand halten und mal mehr/mal weniger vom Originalskript abweichen.
      Wen verorten Sie als „Fäden-in-den-Händen-haltend“ bei den rollenübernehmenden Dorfpossenpolitiker?

      • Muttis Liebling sagt:

        Im Neoliberalismus führt die globalisierte Wirtschaft Regie. Allerdings hat die Regie eine neue Generation Schauspieler geschaffen, welche sie aus der Schicht der Wirtschaftsführer rekrutiert. Der Franzose M. ist im Hauptberuf Investmentbanker, neben seiner schauspielerisch gelungenen Darstellung des Präsidenten.

        T. aus den USA ist noch etwas direkter, eben gleich Immobilien- Milliardär. Wäre er Russe, nennte man ihn Oligarch. Das ist das Modell der nahen Zukunft. Lobbyismus ist politisch zu träge, man macht den Lobbyisten gleich zum Politiker. Deutschland und die Schweiz hängen da noch hinterher. Zu demokratieverseucht, aber das gibt sich.

  • Sportpapi sagt:

    Eigentlich ist ja eher fragwürdig, warum diese Gattinnen und Gatten bei solchen „Gipfeln“ überhaupt präsent sein sollen.
    Und ja, dann werden halt ihre Kleider beschrieben. Offenbar gibt es Leute, die sich dafür interessieren. Für mich unverständlich.
    So oder so – die Ehegatten sind nicht wegen ihren Leistungen da, sondern weil sie entsprechend geheiratet haben. Das ist ja wie die Fr. Doctor früher, die nur in den seltensten Fällen selber studiert hatte.

    • Yolanda Pantli sagt:

      Warum die Damen an den G20-Gipfel eingeladen wurden, hat das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung in Berlin übrigens wie folgt beantwortet: “Dies war auch bei vergangenen G7-/G8- und G20-Gipfel so.“ Kanada ist mir noch eine Antwort schuldig…

      • Martin Frey sagt:

        Das ist ein bisschen wie mit den Spielerfrauen, gerne auch WAGs genannt, Frau Pantli. Die werden ebenfalls überall hin und somit auch nach Russland eingeladen, deren Rolle ist eine ähnliche wie die der G7 Partner. Die grossen Turniere/Meetings ist ihre Bühne, mehr aber als sich zu präsentieren wird zumindest in der Öffentlichkeit auch nicht von ihnen erwartet. Und wahrscheinlich ist das auch besser so. 😉
        Nebenbei, ich bezweifle auch etwas, ob Sie von Russland eine Antwort erhalten würden…

    • Muttis Liebling sagt:

      Frau Merkel hat Prof. Sauer geheirate, weil Prof. Sauer das passende politische Pendant zu Frau Bundeskanzler ist. Das war eine politisch kluge Entscheidung, welche aber nur unter der Voraussetzung der Bundeskanzlerschaft zu verstehen ist. Die Umweltministerin hätte keinen Grund gehabt, zu heiraten, den Sauer nicht und den Herrn Merkel davor auch nicht.

      So ist auch Frau M. aus Frankreich nur als Frau des Präsidenten zu verstehen. In dieser Rolle ist sie die passende Besetzung. Herr M. hat damit eine gewisse prognostische Begabung und ein vorausschauendes Denken bewiesen. Das ist ja auch schon etwas, wenn auch nichts politisches.

    • Yolanda Pantli sagt:

      und zum Thema „werden halt ihre Kleider beschrieben..“: die medien könnten ja ab und zu noch einen aufwertenden Nebensatz einklinken? Beispielsweise “Akie Abe, die sich in Japan für die LGBT-Community stark macht, trägt einen hellblauen Hosenanzug mit maritimen Muster.“

      • Martin Frey sagt:

        Haha, ist das Ihr Ernst, Frau Pantli?
        Ich höre schon „ Melania Trump, die letzthin einen kleinen Baum im Schweisse ihres Angesichts pflanzen half und so zur Bekämpfung der Erderwärmung beiträgt, trägt heute ein Kostüm von XY zu High Heels…“
        Das wäre ungefähr so peinlich bemüht wie eine der berühmtesten Fremdschamszenen der Filmgeschichte:
        https://youtu.be/vk_M8V3hCWA

      • Yolanda Pantli sagt:

        Hallo Herr Frey,

        Zugegeben, funktioniert nicht bei jeder GattIn resp. bei jedem Charity-Einsatz :).

        Liebe Grüsse

        yp

      • Widerspenstige sagt:

        Ich würde den Nebensatz zum Hauptsatz machen, wenn schon, denn schon, Frau Pantli, oder die Bekleidung ganz weglassen für guten Journalismus. Die Boulevardblätter tun dann das Übrige mit Frisur, Kleidung, Mimik etc. und machen dann ihrem Image alle Ehre damit.

        Aber ich plädiere immer noch für ein Gruppenbild mit mehr Damen neben den Anzugträgern, erst dann ist es mit der GleichWERTigkeit gut bestellt.

      • Sportpapi sagt:

        @Yolanda Pantli: Ich frage noch einmal: Warum gibt es Leute, die sich für die Kleidung von Promis und vor allem deren Gattinnen interessieren? Und: Interessieren die sich dann überhaupt für Politik?
        Und: Warum sollten politische Aussagen von Gatten und Gattinnen besonders interessant sein, so dass sie News-Charakter haben, wenn sie nicht selber politisch aktiv sind?
        Und zuletzt: Glauben Sie denn, diese Gattinnen dürften ehrlich ihre Meinung sagen, ohne dass dies auf ihre Partner zurückfällt?

    • k. miller sagt:

      Die Frauen (resp. Männer) wurden nicht gewählt, insofern finde ich es – aus Mediensicht – verständlich, wenn sie auf „Beigemüse“ reduziert werden. Wenn sich die Frauen (resp. Männer) in einem Bereich hervortun – ich denke z. B. an Bundespräsidentengattinen wie Elly Heuss-Knapp (Müttergenesungswerk) oder Mildred Scheel (Krebshilfe) – dann wurde/wird auch entsprechend über sie berichtet. Es liegt an den Frauen (resp. Männern) selbst, wie sie sich in der Öffentlichkeit präsentieren. Wobei ich den Hintergrundjob (Rücken freihalten) schon ausreichend finde, denn das ist auch kein Zuckerschlecken.

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