Liebeserklärung an die Väter

Danke sehr! Am Sonntag ist Tag des Vaters und das finden wir gut so. (Foto: iStock)

Anstatt den Muttertag abzuschaffen, sollten wir den Vatertag aufwerten, schrieb meine Kollegin Nadia Meier kürzlich an dieser Stelle. «Die Väter unserer Kinder stehen deutlich häufiger am Herd und am Wickeltisch, als unsere eigenen Väter das taten. Das ist eine Entwicklung, die man feiern sollte.» Wo sie recht hat, hat sie recht.

Dass Väter für das Lebensglück ihres Kindes genauso wichtig und genauso verantwortlich sind wie Mütter, ist wohl logisch. Weshalb also sollten Kinder nicht auch am Vatertag diesen Sonntag selbst gemachte Gutscheine für drei Mal Abwasch verschenken (die blöderweise nie eingelöst werden) oder aus WC-Rollen Fantasiedinger basteln? Auch die Väter haben so was verdient.

Danke, liebe Väter…

Um Geschenke soll es dabei aber nicht unbedingt gehen – auch wenn im Netz Basteltipps für den Vatertag gerade sehr trenden. Vielmehr halte ich es für wichtig, diesen Sonntag unseren Vätern zu verstehen zu geben, wie unermesslich wichtig sie für unsere Familien und unsere Gesellschaft sind. Ihren unermüdlichen Einsatz und ihre Liebe für ihre Kinder, Frauen, Ex-Partner, Stief- und Pflegekinder soll hervorgehoben und gewürdigt werden. Deshalb danke, liebe Väter – für alles.

Zur Feier hier eine 10-Punkte-Liste, weshalb es euch Väter und den Vatertag braucht, was ich mir für euch und eure Familien wünsche, sowie neuere wissenschaftliche Erkenntnisse über euren Einfluss.

    1. Die allermeisten Väter gehen heute ganz selbstverständlich davon aus, dass sie an der Erziehung der Kinder beteiligt sind. Sie verbringen heute viermal mehr Zeit mit ihren Kindern, als das noch in den 60er-Jahren der Fall war.
    2. Viele von euch kämpfen um eine faire, alternierende Obhut nach der Scheidung oder Trennung. Ihr wollt nicht nur Zahlvater und Wochenend-Papa sein, sondern auch Verantwortung in Betreuungsfragen übernehmen. Ich sage: Väter, kämpft weiter dafür, ihr habt recht damit.
    3. Damit einher geht aber auch, schon von Geburt an eure Rechte einzufordern, Verantwortung in der Kinderbetreuung zu übernehmen und mit der Mutter des Kindes einen Weg zu finden zwischen Teilzeitarbeit, Betreuung und einem gemeinsamen Einkommen. Geht diesen Weg, dann ist das Erlangen von Punkt 2 eher möglich: Bleibt eine Mutter arbeitstätig, ist sie finanziell auch eher unabhängig – das wiederum entlastet euch Väter. Und zwar in jedem Fall, ob ihr als Paar zusammenbleibt oder nicht.
    4. Studien zeigen: Das Engagement eines Vaters hängt ebenso von der Bereitschaft der Partnerin ab, ihm mehr Autonomie zuzugestehen und die eigene Einflusskraft herunterzufahren (lesen Sie dazu das Posting über «Maternal Gatekeeping».)
    5. Männer erwirtschaften im Schnitt immer noch rund drei Viertel des Haushaltseinkommens. Tatsache ist: Auch die volle Lohntüte am Ende des Monats ist eine Form der Fürsorge.
    6. Für einen Vater gilt dasselbe wie für eine Mutter: Kein Vater muss perfekt sein. Es reicht, wenn er «gut genug» ist. Der eine ist ein toller Partner, der andere kocht, liest den Kindern vor, rauft oder tröstet. So lange er all das von Herzen tut, auf seine eigene Art, wird er «gut genug» sein – und für sein Kind der beste Vater.
    7. Seit ein paar Jahren weiss man: Väter prägen ihre Kinder nicht nur im selben Ausmass, wie Mütter es tun, ihr Einfluss ist für bestimmte Entwicklungen sogar noch wichtiger als derjenige der Mutter.
    8. Um noch eine weitere Studie zu zitieren: Schulkinder, die an beide Elternteile sicher gebunden sind, entwickeln eine höhere Sozialkompetenz und berichten von weniger Problemen im Alltag. Die gleichzeitige Bindung an Vater und Mutter wirkt als «Schutzfaktor» gegen Einsamkeit, Angstgefühle und Depression.
    9. Ihr Väter helft auch an den Fronten, an denen es unangenehm ist: Ihr übernehmt ab und zu die Rolle des Bad Cops, eure Kinder schämen sich als Teenies auch für euch und nicht nur für ihre Mütter. Wie wunderbar, wenn wir Mütter auch diese Dinge mit euch teilen – und möglichst oft mit euch bei einem Tee, Bier oder Glas Wein gemeinsam darüber lachen.
    10. Vaterliebe, das Gefühl von Zusammengehörigkeit und Verantwortung den Kindern, der Partnerin und der Familie gegenüber, Teamgeist, Ausdauer, Geduld. Zu so vielen Vätern passen diese Attribute! Danke dafür. Und nun einen frohen Vatertag euch allen.

Weitere Postings zum Thema: «Wie schwer ist Vatersein»?, «Papa, erklär mir die Welt!» und «Nachts sind alle Väter grau».