Wenn man die Ex des Sohnes vermisst

Man öffnet sein Herz und gewinnt eine temporäre Tochter – und plötzlich ist sie weg, ohne Vorwarnung, ohne Abschied. Foto: iStock

Die Kinder werden älter, und irgendwann verpaaren sie sich. Dann gewinnt man neue Kinder dazu. Sind die Herzen offen, dann mag man einander wirklich gern und nach einer Weile gehören die Schwiegerkinder zur Familie. Das ist eine grosse Bereicherung. Durch meine zwei Söhne wurden mir unbekannte junge Frauen zu Beinahe-Töchtern. Die «Neuzuzüger» in der Familie will ich möglichst herzlich und akzeptierend aufnehmen. Daran liegt mir viel, habe ich es in jungen Jahren doch anders erfahren.

Die neue Tochter kommt mit dem Sohn, sei es zur Weihnachtsfeier oder zum vierzehntäglichen Nachtessen, mit. Oft ist sie es, die noch ein wenig bleiben und quatschen möchte, wenn der Junge schon unruhig wird, immer wieder auf die Uhr sieht und langsam aber sicher aufbrechen will. Manchmal fragen mich die jungen Frauen um Rat oder erzählen mir von ihren Sorgen. Manchmal kann ich ihnen ein wenig Mutter sein, manchmal lächeln wir uns wissend zu und schütteln leicht den Kopf über die Macken des Sohnes. Manchmal verstehen wir uns einfach, vereint in Liebe um dieses junge Mannswunder oder im Rätseln, wie er das jetzt wohl wieder meint oder warum er so selbstbewusst sein Ding durchzieht, ohne zu zweifeln.

Plötzlich ist sie weg

Ich geniesse dieses Glück, weiterhin am Leben meiner Söhne teilzuhaben, auch durch und mit ihren Partnerinnen, die es irgendwie multiplizieren. Sie werden zu Familienmitgliedern, und ich baue eine Beziehung auf. Sie sollen sich wohlfühlen in meinem Haus.

In den jungen Zwanzigern sind Beziehungen aber nicht immer für das ganze Leben. Und so sind dann meine «Töchter» plötzlich wieder weg.

Zum Glück sind noch nicht so viele junge Frauen durch meine Familie gezogen. Schwer fällt mir das Loslassen allemal, denn ich habe jeweils keinen Trennungsvorlauf, keine Zeit, mich darauf einzustellen, dass sie gehen, keine Zeit des Abschiednehmens. Ich hatte ja auch keinen Streit, keine Beziehungsprobleme, keine negativen Gefühle.

Man versteht beide Seiten

Natürlich solidarisiere ich mich naturgemäss mit meinem Kind, meinem Sohn, aber ich habe mich zu diesem Zeitpunkt auch schon in die junge Frau eingefühlt. Ich kenne auch ihre Wünsche, eben auch die unerfüllten. Ob sie verstanden hat, dass auch mein schöner Sohn (Mutterstolz!) kein Prinz ist, der sie auf einem stolzen Schimmel abholen und durchs Leben verwöhnen wird?

Ob sie schon weiss, dass es im Leben nicht darum geht jemanden zu finden, der einen glücklich macht, sondern jemanden, mit dem man es schafft, zusammen glücklich zu sein – was erfordert, dass man sich selbst für sein Glück zuständig fühlt?

Ein kleiner Tod

Meine zwei Prinzen reiten keine Schimmel und haben noch andere Interessen, als ihre Freundinnen glücklich zu machen. Sie sind jung und unerfahren in Liebesdingen. Sie können sicher gut für sich selber schauen und sind auch alleine glücklich. Wie sie kommunizieren und wie sie lieben, weiss ich nicht, und bei unseren Essen wälzen wir meistens keine Beziehungsprobleme, ausser es ist eben gerade eine in die Brüche gegangen.

Wenn es dann aus ist, muss ich mich ziemlich schnell damit abfinden. Ich kann mich vielleicht nicht mal verabschieden. Jemand, der zwei, drei Jahre Teil meiner Gedanken und Gefühle war, ist plötzlich weg. Ein kleiner Tod. Ich sollte keine Trauer zeigen, keine Enttäuschung, denn mit mir hat das gar nichts zu tun. Ich tröste meinen Sohn, berate ihn, nehme ihn in meine Arme und hoffe, dass ich ein Ort der Zuflucht bin und der Liebe, die ihn nie verlässt, was auch immer er tut.

Auch die Neue wird nett sein, aber anders

Trotzdem kommt es vor, dass ich meine temporäre Tochter vermisse, weil sie so herzlich war, so intelligent, warm, hübsch, kommunikativ, so eigenständig, vielleicht auch, weil sie mich an mich erinnerte und doch viel mehr Selbstbewusstsein hatte, um ihren Weg zu gehen.

Nichts bleibt für immer, und es kommt eine neue nette, junge Frau daher, die anders, aber genauso liebenswert ist. Manchmal hängt noch der Schatten ihrer Vorgängerin über uns, aber das ist nur ein kleines Versehen, weil ich mich im Abschiednehmen schwertue.

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40 Kommentare zu «Wenn man die Ex des Sohnes vermisst»

  • Myriam sagt:

    Als mehrmalige Ex-Schwiegertochter-in-spe möchte ich hier gerne festhalten, dass es mich bei Beendigung einer Beziehung teilweise mehr schmerzte den Kontakt zu den Schwiegereltern-in-spe zu verlieren, als den zum Ex-Freund. Doch habe ich zu den einen auch nach Jahren noch Kontakt und auch umgekehrt pflegen der eine oder andere Ex-Freund noch Kontakt zum meinen Eltern. Es muss also nicht immer alles in Rauch aufgehen.

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Als ich mich von meinem Exmann getrennt habe, war das Zückerchen obendrauf, dass ich seine Mutter auch mit losgeworden bin. Meine jetztigen Schwiegereltern hingegen würde ich sehr vermissen.

  • Martin sagt:

    Das Problem kenne ich zum Glück nicht! Da ich keine Freundin habe, kann mich auch keine „Schwiegerfreundin“/ „Mutter“ hassen oder mögen. Ich kann mir aber vorstellen, dass es für den Sohn recht mühsam werden wird, wenn die Mutter dann immer wieder fragt, und das machen Mütter so, „willst Du nicht wieder mal mit xy was machen.“ So wird die Beziehung des Sohnes auch die Beziehung für die Eltern und sehr mühsam. Ist leider so.

  • Jürg Brechbühl sagt:

    Wären die Schwiegermütter der Masstab, so wäre ich in meinem Leben schon vier mal glücklich verheiratet worden. Leider sehen die jungen Kandidatinnen meine unbestreitbaren Vorzüge nicht in demselben strahlenden Licht wie ihre Mütter.

  • Mireille sagt:

    Ich musste grad ein paar Tränen verdrücken. Ich vermisse die Eltern meines Exfreundes auch nach 12 Jahre noch ein wenig. Die gemeinsamen Abendessen, Gespräche etc. Ich habe mich bei ihnen immer sehr wohl gefühlt. Der Kontakt hat aber gehalten, mindestens zu Weihnachten und Geburtstagen hören wir uns noch.

  • 13 sagt:

    Sehr schön geschrieben. Ich freue mich immer, wenn ich noch Familiensinn spüre, auch ausserhalb der engsten Familie. Mir scheint das immer mehr abhanden zu kommen. Und ich habe mich auch sehr gefreut, als ich meine Beinahe-Schwiegermutter ca. ein Jahr nach der Trennung ganz zufällig getroffen habe und sie mir gesagt hat, dass sie mich vermisst. Sie hatte drei Söhne, keiner in einer längeren Partnerschaft und sie hatte sich gefreut, eine Frau im Haus zu haben.
    Aber ich verstehe auch, wenn es auseinandergeht. Je nach Trennung würde ich mir von meinen Eltern auch einfach Loyalität wünschen und wäre verletzt, wenn sie meinen Ex weiter sehen würden. Und ehrlich gesagt würde ich mich bei einer Essenseinladung der Eltern meines Ex’s auch etwas unwohl fühlen.

  • Eva sagt:

    Es geht übrigens auch umgekehrt. Der Ex meiner einen Tochter, so ein lieber Kerl! Half gerne überall mit und wuchs mir und meinem Mann 10 Jahre lang ans Herz, gehörte einfach zur Familie. Dann die Trennung. Sie fand, sie brauche eine radikale Veränderung im Leben und er passe da nicht mehr rein. Schon war sie aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen.
    Nach ein paar Monaten der neue Partner. Der totale Kampfsportler! Nach einer einmaligen Einladung zum Essen, auswärts, war seine Meinung gemacht: Wir waren nicht sein Fall.
    In der Folge hatten wir also nicht nur einen von Herzen geliebten Schwiegersohn, sondern auch eine Tochter „verloren“, denn gemeinsam mit ihrem neuen Partner hat auch sie sich seither von uns abgewandt.

    • Michael sagt:

      Chapeau für Ihre Tochter. Nicht nur ein Lippenbekenntnis – sie brauche eine radikale Änderung – sondern sie setzt es auch um. Den Softie rausgekickt, ausgezogen und sich ein Kampfsportler an Land gezogen. Eigentlich sollten sie froh sein, eine so willensstarke Tocher zu haben. Und letztendlich – sie muss mit dem neuen Typen klarkommen, nicht Sie. Und halten Sie ruhig die Füsse still, irgendwann klopft Ihre Tochter wieder bei Ihnen an. Alles hat seine Zeit.

      • Eva sagt:

        *seufz*
        Ich bin Mutter von drei extrem willensstarken Kindern, oder eher jungen Erwachsenen, wovon Sie jetzt ein Beispiel kennen. Hélas, ich habe alles daran gesetzt, dass es so werde, damals. Den Preis bezahle ich jetzt, wo ich mit dem landesüblichen Grossmutter/Schwiegermutterleben so gar nicht zurechtkomme.
        Ich nehme Sie beim Wort: Alles hat seine Zeit. Danke!

    • Lucia sagt:

      Das tut mir sehr Leid, Ihre Situation. Ich selbst erlebte diese Situation gerade andersrum. Meine Mutter mochte meinen Ex-Freund, später dann Ex-Mann überhaupt nicht. Er sie aber schon. Auch keine schöne Situation, und dies 7 Jahre lang. Die Ehe ging dann aus anderen Gründen u.a. in die Brüche. Ich verstehe Sie daher total und hoffe, dass die Normalität eines Tages einkehrt.

  • Oliver van der Waerden sagt:

    Vielen Dank, das ist sehr schön geschrieben.

  • Frieda sagt:

    Ein Text, der mir aus dem Herzen spricht. Ich wünsche mir, dass die momentanen „Schwiegertöchter“ keine Ex werden. Das Verhältnis ist angenehm und herzlich. Ich habe gelernt, dass man sich in die Beziehung der Kinder nicht einmischen darf, so ist glaub ich, ist schon ein Grundstein zu einer guten Beziehung gelegt.
    Danke für Ihre Gedanken.

  • Brunhild Steiner sagt:

    Habe mir, obwohl noch nicht mal Partner da, dieses Szenario auch schon überlegt. Wenn ich unseren Kontakt gut erlebe- was um alles in der Welt sollte mich von einem persönlichen mich-verabschieden abhalten???
    Vermutlich werde ich ja in Besitz mindestens einer Telnr oder Adresse sein!
    Und was, wenn das beidseitige Bedürfnis gegeben ist, sollte uns davon abhalten weiterhin Kontakt zu halten?
    Das gehört in meine und der jeweiligen Ex-Partner Souveränität und niemand sonst hat über das „ob“ zu befinden!
    Dass ich bei diesbezüglichem Wunsch auf Gleichzeitigkeit verzichte, keine Infos liefere usw etc gehört ins ein-mal-eins des Anstandes; aber bestimmt nicht die Frage „ob ich das darf“.

  • Reincarnation of XY sagt:

    Schöner Text. In unserer nahen Verwandtschaft gab es einen netten Fast-Schwiegersohn der schon zur Familie gehört hat. Mal schauen wie das wird mit ihm, denn alle hatten wirklich eine gute Beziehung zu ihm.

    Irgendwie schön, wenn diese Bereicherung bleibend ist. Aber das geht wohl nur wenn das Paar im Guten auseinander ging.

  • Sommer sagt:

    Was mich an diesen doch etwas kitschigen Texten immer so stört ist die alternativlose Lebensauffassung. Die tollen Prinzensöhne bringen tolle Märchenfreundinnen nach Hause und irgendwann gibt es dann einen Enkelsohn und eine Enketochter – in dieser Reihenfolge. Plus ein Einfamilienhaus, ein Hund und ein Kombiwagen. Was wenn der Sohn einen Mann nach Hause bringt? Was wenn er etwas kompliziert ist und Mühe hat, eine Beziehung einzugehen. Es gibt so viele Komplikationen, die bei der Familienauffassung der Autorin nicht zu existieren scheinen. Es gibt eine Welt hinter jedem Horizont.

    • Jasi sagt:

      Wieso soll die Autorin über etwas schreiben, das sie nicht betrifft?

      • Andrea sagt:

        Die Autorin hat auch noch eine Tochter mit Downsyndrom. Sie kennt sie also sehr wohl, die vielen Komplikationen.

      • Andrea sagt:

        ….das galt als Antwort an Sommer, habe mich vertippt…

      • Myriam sagt:

        Wenn Sie die Artikel der Autorin regelmässig verfolgen würden, wüssten Sie, dass neben den beiden Traumprinzen auch noch eine „kleine“ Prinzessin existiert, deren Lebensweg nicht so geradlinig verläuft. Für manche Familien eine zu grosse Verantwortung/Belastung, die das Glück aller trüben kann. Doch auch mit diesen Erfahrungen – Freuden, aber auch Ängsten – geht die Autorin an die Öffentlichkeit. Chapeau, liebe Ingrid!

    • Ingrid Eva Luedtke sagt:

      Liebe oder lieber Sommer,
      Ich denke, als Mutter einer Tochter mit Down Syndrom und Patchworkmutter mit insgesamt acht Kindern kenne ich schon noch ein paar spezielle Familienvarianten, also mehrere Welten hinter verschiedenen Horizonten. Der Blog beleuchtet einen Aspekt.

  • Carolina sagt:

    Was für ein schöner Text! Ich habe das gerade zum zweiten Mal erlebt, allerdings mit Ex-Freunden meiner Töchter. Beide sind mir sehr ans Herz gewachsen, auch wenn ich anfangs beim einen Paar über eine frühe Bindung nicht allzu erfreut war. Bei beiden Töchtern hat, das muss ich ehrlicherweise gestehen, ihr Umgang mit den Freunden auch dazu geführt, dass ich sie etwas weniger verklärt und realistischer sehen muss -und eben durchaus auch ihren Anteil an den Trennungen sehe. Beide Männer haben sich verabschiedet und melden sich manchmal per whatsapp. Was das Mutterherz beruhigt: meine Töchter scheinen einen ‘guten Geschmack in Männern’ zu haben, die bisherigen waren jedenfalls sehr sympathisch und nicht irgendwie durchgeknallt.

  • M. Schuster sagt:

    Tja, so verschieden koennen Muetter sein. Als meine damalige grosse Liebe mich nach Strich und Faden betrogen und fallengelassen hat, hat das meine Mutter nicht im Geringsten davon abgehalten, sie ab und zu auf ein Schwaetzchen zu uns nach Hause einzuladen. Da kann ich beinahe schon froh sein, dass es bei uns zu Hause keine richtigen Weihnachtsfeiern und auch keine feinen Nachtessen im Familienkreis gab.

  • kerstin sagt:

    endlich jemand, der die „andere“ seite thematisiert. sehr gelungen und einfühlsam. und ich kann den schmerz verstehen und nachvollziehen. ich bin eine von diesen „temporären, selbstbewussten“ töchtern. habe meinen freund nach 13 jahren verlassen und damit auch meine neue familie. und ja, es ist wie ein kleiner tod, für beide seiten. so wie sie geschrieben haben: die schwiegereltern haben keine zeit zum abschiednehmen, ihnen wird auf einmal der boden unter den füßen weggerissen, obwohl sie nichts dafür können.. und egal wer folgen wird, ein klein wenig wehmut wird wohl immer bleiben. danke für diese schönen zeilen.

  • Stefan W. sagt:

    Meine erste Freundin wurde meiner Mutter zu einer „Vizetochter“. Und sie ist es auch heute noch, mehr als 20 Jahre nach dem Ende unserer knapp 5 Jahre anhaltenden Beziehung. Warum auch nicht? Am Anfang versuchten wir, nicht unbedingt gleichzeitig bei meiner Mutter zu sein, aber nach dem Ende des Trennungsschmerzes, und mit neuen Beziehungen war auch das immer weniger ein Problem.

    Deshalb möchte ich Sie ermutigen: Wenn Sie ein sehr gutes Verhältnis zu so einer „fast-Tochter“ hatten, gehen Sie doch auf sie zu. Sagen Sie ihr, dass mit dem Ende der Beziehung nicht unbedingt auch die Freundschaft enden muss.

  • plop sagt:

    Im besten Falle, Frau Liedtke, bleiben Sie den „Töchtern“ auch für immer in guter Erinnerung. Ich hatte zwei solcher Mütter, starke Frauen welche mich positiv beeinflusst haben. Mit einer kreuzen sich die Wege noch ab und zu, das ist schön.

  • Sportpapi sagt:

    Sehr schöner Text, sehr nachvollziehbar. Wobei ich noch nicht weiss, ob ich von allen Freundinnen, die unsere Söhne dereinst nach Hause bringe, gleich begeistert sein werde.

    • Nina sagt:

      Sind das nicht Sie, der mal von einer Frau angezwinkert wurde die einen Kinderwagen schob und mit der Sie mal was hatten? Oder war das dieser Hotel Papa?

      So gesehen haben Sie viele Optionen für die Abschiede der Freundinnen ihrer Kinder. Business as usual.

      • Sportpapi sagt:

        Nein, Nina. Das war ein Scherzkecks, der meinen Namen gekapert hatte.
        Sonst noch Probleme?

      • Hotel Papa sagt:

        Danke für die Schubladisierung als „dieser“.

        Offenbar macht mann sich in Ihren Kreisen schon unmöglich, wenn mann sich mit Kampf-Feminismus nicht solidarisiert.

  • Moppel sagt:

    Kaufen sie sich einen hund, der bleibt länger

    • Christine Kaufmann sagt:

      Nichts schreiben wäre oftmals viel klüger… Sie haben wohl gar nichts verstanden.

      • Michael sagt:

        Sorry liebe Christine, aber wir Männer sind halt pragmatische Wesen. Warum soll das Problem sein, sich nicht mehr mit der Ex des Sohnes zu treffen, wenn man sie nett fand ?? Die Mutter muss dem Sohn nur klar machen, das es nicht in ihrer Absicht liegt, die beiden wieder zusammenzubringen. Ihr macht aus kleinen Dingen echt immer riesen Probleme….

    • Anne sagt:

      Zum Glück denken nicht alle so!
      Ein sehr schöner Text!

  • mila sagt:

    Ich erinnere mich gut an meinen letzten Abend bei meinen Ex-Schwiegereltern. Es war ein schöner Abend, wir haben viel gelacht. Im Grunde ein Abend wie jeder andere. Nichts deutete auf einen Abschied für immer hin. Nichts darauf, dass mein geschiedener Mann und ich gerade unsere gemeinsame Wohnung ausgeräumt und geputzt hatten. Die neue Frau meines Mannes wünschte nachfolgend keinen Kontakt, daran habe ich mich schweren Herzens gehalten. Auch für die ‚zugewonnenen‘ Kinder ist ein Abschied traurig, nach (fünfzehn) gemeinsamen Jahren; ich denke noch oft an diese zwei wunderbaren Menschen. Danke deshalb für diesen Text, auch wenn er mich gerade zum Weinen gebracht hat.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @mila
      ganz direkt und unverblümt: die neue Frau des Mannes (und er selbst übrigens auch nicht!) hat da Null Mitspracherecht, was ist denn das für eine seltsame Idee? Das betrifft einzig und ausschliesslich Sie und die „Ex-Schwiegereltern“ und diese alleine bestimmen ob Kontakt gehalten wird oder nicht! Das „wie“ (nicht gleichzeitig etc) ist eine andere Geschichte, aber das „ob“ ganz sicher nicht!!! Macht mich grad ein bisschen hässig, gehts der eigentlich noch gut? Das ist im Paket „ich habe Partnerschaft mit einem Mann der schon früher Partnerschaften hatte“ simpel und einfach miteingschlossen!

    • mila sagt:

      Ich verstehe Ihre Empörung, Brunhild, aber Sie kennen nicht die ganze Geschichte. Ich habe nicht nur diese beiden Menschen verloren, sondern auch meinen ehemals besten Freund. Den wichtigsten Menschen, den es einmal für mich gab, der mich am Besten von allen kannte (so gut man einen anderen Menschen kennen kann). Und es liegen gute Gründe vor, weshalb ich sein neues Glück nicht stören wollte. Gründe, die ich mir selbst zuzuschreiben habe. Deshalb ist die Wehmut bisweilen noch da, aber auch gute Hoffnung. Und Freude, für ihn und seine Familie. So wie auch ich meine Freude, mit meiner Familie, habe. Wir haben alle einiges verloren – und viel gewonnen. In meinem Fall unerwartet viel.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @mila
        stimmt, ich kenne nicht die ganze Geschichte, aber da sehe ich wirklich „rot“, denn das eine ist die Geschichte und meinetwegen „Schuldfrage“; das andere aber ist das autonome-Kontakt-pflegen; und da haben mMn Eltern das Recht diesen zu Expartnern zu halten wenn sie das wünschen. Vorgaben der eigenen Kinder sind da wirklich deplatziert.
        Und falls es aufgrund der Geschichte dieses Expartner tatsächlich eine „objektive, über das Mass des Üblichen hinausgehende Zumutung“ für das eigene Kind wäre; und dies die Eltern partout nicht sehen wollen würden- dann ist der Kontakt des Expartner wohl noch das kleinere Problem und eher die eigenen Eltern eines, wo man sich vielleicht fragen müsste wieviel Kontakt man selbst noch pflegen möchte… .

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/
        oder noch besser, Vorgaben der neuen Partner dieser eigenen Kinder, nein, das geht einfach entschieden zu weit, Geschichte hin oder her.

      • mila sagt:

        Natürlich gibt es Vor-Geschichten, mit denen man als zweiter, dritter, x-ter Partner zu leben hat. Manche können (ua kulturbedingt) nur damit leben, wenn der alte Partner vollends von der Bildfläche verschwindet. Würde ich mit so einem Menschen leben wollen? Nein. Aber ich kann Platz machen, wenn es besagte gute Gründe gibt.

        Will sagen: theoretisch gesprochen haben Sie recht. Lebenspraktisch ergeben sich jedoch (wie) immer wieder Situationen, wo die beste Theorie allerhöchsten in Grautönen anwendbar ist – wenn überhaupt. Würde ich weiter ausführen, würden Sie es verstehen, da bin ich mir sicher. Aber ich mag soviel Persönliches nicht offenlegen.

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