Wieso spricht niemand über Asexualität?

Asexuelle stossen oft auf Unverständnis und müssen sich rechtfertigen. Bild: Raisa Durandi

Asexuelle stossen oft auf Unverständnis und müssen sich rechtfertigen. Bild: Raisa Durandi

Von Asexualität spricht niemand. Wie kommt das? Und wäre es nicht wichtig, Asexualität genauso zu etablieren, wie es auch mit der Homosexualität endlich geschieht?

Asexualität ist in der Tat ein grosses Tabu. Das hat viele Gründe. Einerseits ist es nach wie vor ein wenig erforschtes Phänomen, welches auch innerhalb der wissenschaftlichen Kommune erst in den letzten Jahren zunehmend Aufmerksamkeit gefunden hat. Deswegen ist es schwierig, hier aufklärerische Arbeit zu leisten. Hinzu kommt, dass es dem hypersexualisierten Ethos unserer heutigen Gesellschaft widerspricht. In einer Sozialstruktur, in der Sex so glorifiziert wird, ist es vor allem für Betroffene schwierig, sich Gehör und Akzeptanz zu schaffen.

Die Definitionen dessen, was Asexualität genau beinhaltet, variieren. Grundsätzlich bezeichnet Asexualität die Abwesenheit sexueller Anziehung oder den Mangel an Verlangen nach Sex. Die Experten sind sich uneinig, ob es sich dabei um eine sexuelle Orientierung oder um eine Extremform der Lustlosigkeit handelt. Letzterem widerspricht jedoch, dass Betroffene nicht unter dem reduzierten sexuellen Verlangen leiden und es nicht als behandlungsbedürftiges Problem ansehen. Es ist eine distinkte Form der sexuellen Abstinenz, die im Unterschied zum bewussten Entscheid zur sexuellen Enthaltsamkeit ein intrinsischer Teil einer Person darstellt. Statistische Erhebungen zur Verbreitung sind sehr selten. In einer gross angelegten britischen Studie gaben jedoch rund 1 Prozent an, «sich noch nie von jemandem sexuell angezogen gefühlt zu haben». Ähnlich spärlich präsentieren sich Studien zu den möglichen Gründen. Dabei bedienen sich die zurzeit postulierten Theorien psychosozialer Erklärungsmodelle wie sexbezogene Scham oder Angst, früherer Missbrauch oder biologische Faktoren wie vorgeburtliche Hormonexposition. Meiner Meinung nach sind diese Hypothesen jedoch verfrüht und mit Vorsicht zu interpretieren.

Viele Asexuelle haben entgegen gängiger Meinung dennoch Sex; nicht aus Lustbefriedigung, sondern aus anderen Gründen. Aber mal ehrlich. Dies sieht bei Nicht-Asexuellen ja oft nicht anders aus. Sex, um Nähe und Intimität herzustellen, um dem Partner zu gefallen oder um sich fortzupflanzen, sind keine Seltenheit – so auch bei Asexuellen. Das Bedürfnis nach emotionaler Nähe und Bindung ist ebenso oft vorhanden, variiert aber auch innerhalb der asexuellen Kommune. Einige sind lieber alleine oder wollen nur daten, andere wiederum sehnen sich nach tiefen, dauerhaften Beziehungen – was leider oft nicht einfach zu finden ist, wenn der Sex fehlt. Nebst der Abklärung, dass es sich nicht doch um eine fehlinterpretierte Lustlosigkeit aufgrund einer Krankheit oder medikamentöser Nebenwirkungen handelt, steht für mich die Stärkung der Betroffenen im Vordergrund. Den Leidensdruck, welchen die Betroffenen aufgrund der Marginalisierung erleiden, schmälern und sie in ihrem Sein bestärken, denn Asexuelle stossen oft auf Unverständnis und müssen sich dafür rechtfertigen etwas «so Schönes und Natürliches» nicht zu wollen.

Sexualwissenschaftlerin Andrea Burri beantwortet freitags eine Leserfrage zum Thema Sexualität und Liebe. Diese wird vertraulich behandelt und ohne Namensnennung publiziert. Schreiben Sie uns auf sexologisch@tages-anzeiger.ch.

228 Kommentare zu «Wieso spricht niemand über Asexualität?»

  • Psystrat sagt:

    Habe neulich die Änderungen in der psychiatrischen Klassifikation zusammengefasst. Hierbei geht es ja sehr stark um Ursachen und Auswirkungen bestimmter Phänomene, im Lebensverlauf die empirisch überprüft werden. Dass die sexuelle Aversion aus den pathologischen Befindlichkeiten und Verhalten herausgenommen wurde, ist mir auch aufgefallen. Ursächlich wahrscheinlich organische, frühkindliche, soziale und/oder kulturelle Faktoren. Ein weites Feld für die Statistiker. https://psystrat.wordpress.com/2016/05/30/identification-of-psychiatric-needs/

  • Widerspenstige sagt:

    Ein Nachbar bezeichnet sich als asexuell, lebt introvertiert sein Singelleben und reagiert ziemlich krass, wenn er sich zB in seiner Nachtruhe gestört sieht. Zum Glück ist er selten da, weil es eine seiner Ferienwohnungen ist. Aber es gibt sie, diese Menschen.

  • Lichtblau sagt:

    Man spricht also sehr wohl über Asexualität – anders als im Blogtitel insinuiert. Es scheint geradezu ein Trendthema zu sein. Offenbar ein weisser Fleck auf der entsprechenden Landkarte?

    • Muttis Liebling sagt:

      Ich wäre für ein Preisausschreiben. Welches noch ist ein Tabuthema in 2016? Ich kenne welche, verrate die aber nicht. Kleiner Hinweis, keines kommt aus den Bereichen Sexualität, Familie oder Liebe.

  • Lichtblau sagt:

    Interessante Diskussion. Zur Ergänzung: watson.ch brachte kürzlich eine grössere Story zum Thema. Da erzählen sechs asexuelle Frauen ihre Geschichte – und viele viele Kommentatoren „bringen sich ein“.

  • Christoph Altrogge sagt:

    Ich habe kein Bedürfnis nach dem Zusammensein mit einer Frau. Es hat einfach keinen Reiz für mich. Wenn ich das bekannt gegeben habe, waren die Reaktionen darauf bereits unflätigste Beschimpfungen sowie Nötigungen, mich in Psychotherapie zu begeben.

  • Aven sagt:

    In den U.S.A. Ist die Asexualität schon seit einigen Jahren ein Thema. Man möge in YouTube mit dem Begriff Aven suchen und es finden sich einige Videos von Menschen welche sich dazu outen. Interessant fand ich zwei Dinge: Es gibt unter den Asexuellen verschiedene Strömungen oder „colours“ wie demi romantic etc. und dass die LGTBQ Gemeinde einiges Unverständnis den Asexuellen gegenüber hat. Zum Schluss die Frage die Asexuelle am meisten hassen: „…. aber mastubierst du?“

  • Zufferey Marcel sagt:

    Man kann sicher auch ohne Sex glücklich sein. Wer sexlos glücklich werden will, kann ja auf das bewährte Mittel der Sublimierung zurück greifen: Das funktioniert garantiert immer, ist aber nicht selten mit z. T. stark ausgeprägten (und für das Umfeld mitunter unerträglichen) Neurosen verbunden 😉

    Je länger ich über Sex nachdenke, ganz speziell heute, in gesetzterem Alter und vielen Erfahrungen also, desto rätselhafter wird er für mich. Auch ich gehöre, wie Lucrecia, zu den (wenigen?) Menschen, die ihre Sexualität bislang ganz und ohne jede Einschränkung ausleben konnten. Doch dazu gehören, nebst ganz viel Glück (und noch mehr glücklichen Zufällen), auch sehr viel Mut, Empathie und vor allem die Fähigkeit, sich selber kritisch zu reflektieren. Und natürlich viel, viel Geilheit 😉

    • Lucrecia sagt:

      Heute muss ich leider arbeiten und das schöne Wetter durchs Fenster bewundern. Ihre positive Worte bringen ein Lächeln auf mein Gesicht. Danke!

      Ihre schöne Liste kann man noch ergänzen:
      – Sich selber treu sein
      und…
      – Diskretion 🙂

      • Marcel Zufferey sagt:

        Danke Lucrecia. Das Reaultat unserer ‚Liste‘ ist eine sehr grosse Gelassenheit gegenüber sexuellen Dingen. Und ein Gefühl tiefster Zufriedenheit. Was will man mehr?

      • Adina sagt:

        @Herr Zufferey: „Was will man mehr?“
        Liebe, vielleicht?
        Es gibt Menschen, für welche Liebe und Sex unzertrennlich sind. Sie wollen nur dann Sex machen, wenn sie verliebt sind. Bzw. wenn sie nicht verliebt sind, haben sie auch kein Interesse an Sex.
        Vielleicht wäre das auch eine Erklärung warum manche Menschen, zumindest zeitweise, sich als asexuell bezeichenen?

      • Sportpapi sagt:

        @Adina: Das wäre ein Grund mehr, sich wieder mal zu verlieben. Denn auch das halte ich nicht nur für zufällig.

      • Christoph Bögli sagt:

        @Adina: Blöderweise ist „verliebt sein“ aber gerade etwas ganz anderes als „Liebe“. Welches der beiden ist es nun?

        Im übrigen zäumt der Ansatz das Pferd m.E. tendenziell falsch herum auf. Denn erfahrungsgemäss kann Verliebtheit gerade auch durch Sex entstehen – und daraus langfristig wiederum Liebe. Entsprechend fand ich es immer etwas seltsam, wenn manche Leute offenbar erwarten, dass da – Hollywood-Schnulze lässt grüssen – die grosse Liebe (auf den ersten Blick?) einfach so zuschlägt. Aber „Verliebtheit“ wie Liebe entstehen primär aus Gelegenheiten, die man auch aktiv schaffen kann – eben u.a. durch körperliche Nähe, die ein erstklassiger Auslöser für die biochemische Reaktion namens „Verliebtheit“ ist.

      • Adina sagt:

        Herr Bögli, in meiner Muttersprache gibt es sogar 2 verschiedene Worte für Verliebtheit bzw. Liebe. Das erste Wort übersetzt sich etwa durch „es hat gefunkt, die Chemie stimmt“ das zweite heisst etwa „wir sind jetzt zusammen, ich bleib bei Dir“ (das ist so, meine eigene Deutung dieser Wörter).
        Dass Liebe wenig mit Hollywood aber viel mit Chemie und auch Sucht zu tun hat, dass sie nicht nur romantisch sondern auch egoistisch ist, das wissen emotional erwachsene Menschen schon, denke ich.
        Mir hat einen Handschlag gereicht, als körperliche Annäherung, um zu wissen ich hab ihm gefunden. Liebe auf den ersten Blick, und diese Chemie stimmt heute noch.

  • Anh Toàn sagt:

    „Warum spricht niemand über Asexualität“

    Weil alle über Sex reden.

    (Selbst wenn sie über Asexulität reden, reden sie über Sex)

    • Anh Toàn sagt:

      Warum sollten Asexuelle über Sex reden? Interessiert die ja nicht.
      Warum sollten sexuell interessierte darüber reden, dass es manche nicht interessiert? Fussballfans reden ja auch nicht darüber, dass manche Fussball nicht interessiert, sie reden über Fussball.

    • Anh Toàn sagt:

      Asexuelle reden über Modelleisenbahnen oder Briefmarken. .Oder reden kaum, buchen Flüge hin und zurück, ohne den Flughafen zu verlassen, wegen dem Flugzeugtyp mit dem sie fliegen, und auf welchem Sitzplatz und was weiss ich. Oder sie reden über Gott, oder Kommunismus, das Vaterland (Wolllust wird Dölfi nicht angelastet), Geld, Essen.

      Sheldon Cooper (oder Spock) würden es als unlogisch bezeichnen, über Sex zu reden.

      • Muttis Liebling sagt:

        Logisch wäre eine Antwort auf die Frage ‚Warum spricht niemand über Asexualität‘ genau so immer unwahr (die Frage spricht Asexualität ja an, also wird darüber gesprochen), wie ‚Alle Aussagen sind gelogen‘.

        Ausserhalb der formalen Logik besteht der Trick, wie so häufig darin, einen Begriff ohne Begriffsbestimmung in den Text zu stellen. Man überlässt es dem Leser, sich seine individuelle Deutung zu finden und dadurch entstehen verschiedene Scheinprobleme.

        Für Asexuelle gibt es Sexualität nicht, deshalb können die Betroffenen darüber gar nicht sprechen. Wer reden ja auch nicht über das Fehlen von Marsstaub im Haushalt. Wenn die Asexuellen (falls es die überhaupt gibt) darüber nicht reden, können die anderen nichts darüber erfahren und auch nicht darüber reden.
        QED

  • Noemi sagt:

    Ergänzend habe ich zu sagen, dass auch ich mich sehr wohl ab und an nach einem bestimmten Mann sehnen kann und meinen Körper sehr gut spüre, mich sogar manchmal sexy fühle. Aber da diese Männer, mit denen ich gerne Sex hätte, meist nicht zu erreichen sind, kann ich mich problemlos arrangieren und ohne Sex leben. Traurig? Nein, wieso auch. Das Leben bietet mir so viel anderes.

    • Lucrecia sagt:

      Finde ich schon interessant, was Sie sagen. Sie haben also fantasien, aber nur mit Männern, wo Sie sicher sind, dass es nie Wirklichkeit wird. Als Nicht-Psychologe fragt man sich, ob nicht eine gewisse Angst vor der Nähe vorhanden ist?

      Ich bin ganz anders als Sie. Ich brauche Nähe. Kann mir nicht vorstellen, ohne zu leben und nicht darunter zu leiden. Und deshalb habe ich eine grosse Empathie für (meist) Männer, die darunter leiden, dass sie die nicht bekommen.

      • Noemi sagt:

        Angst vor körperlicher Nähe, ja vielleicht ist das auch teilweise so. Jedoch ohne traumatischer Vorgeschichte oder schlechter Erfahrung mit Männern. Eher keine Bereitschaft, mich auf Nähe einzulassen weil ich mich nicht sexuell angezogen fühle durch andere Männer als diejenigen in meinen Phantasien. Innige Nähe im Emotionalen Bereich habe und brauche ich jedoch sehr wohl, mit Männern und Frauen.
        Ich muss aber sagen, dass ich wohl nicht im klassischen Sinne einer asexuellen Person entspreche. Ich schliesse Sex keineswegs kategorisch aus, doch ich kann und werde wohl auch ohne ihn leben, jedoch ohne darüber erschüttert zu sein.

      • Christoph Bögli sagt:

        @Noemi: Das hört sich ein wenig an wie all die Männer (und Frauen?), die nur noch in ihrer Porno-Welt leben und deshalb mit realen Menschen nicht mehr (sexuell) interagieren können. Wenn man damit glücklich ist, meinetwegen, aber grundsätzlich hört es sich doch immer etwas bedenklich an, wenn jemand primär in Phantasien lebt und entsprechend von der Realität und richtigen Menschen entrückt ist..

  • Noemi sagt:

    Danke für diesen Artikel. Aber warum muss man immer alles kategorisieren?
    Ich, w, 30, würde mich nicht als asexuell bezeichnen, jedoch lebe ich gut und gerne ohne Sex und habe absolut kein zehrendes Bedürfnis danach, Sex in der Realität zu erleben. Phantasien und SB brauche ich allerdings schon. Für mich ist es vollkommen ok, keinen Partner und keinen Sex zu haben. Aber deswegen bin ich meiner Meinung nach kein asexuelles Wesen. Es geht einfach genauso gut ohne wie mit. Vielleicht finden das jetzt viele komisch oder krank, aber ich kann darüber nur schmunzeln.

    • Noemi sagt:

      War beinahe klar, dass dies kommen würde, lieber Herr Bögli. Ich spare ich mir längere Ausführungen weil ich kaum an ein wirkliches Interesse ihrerseits glaube. Es ist nicht so, dass ich permanent und ausschließlich in einer Phantasiewelt lebe. Zudem ist auch dort in meiner Phantasie Sex kaum ein Thema, un war es noch nie. Es gibt einfach so viel wichtigeres im Leben als Sex für mich. Sie dürfen sich über die Thematik gerne informieren. Auch asexuelle haben eine Libido und sie können durchaus Phantasien haben. Bei mir fehlt das Bedürfnis zur Umsetzung dieser Phantasien. Wären da nicht solche Vorurteile, würde es sich auch leichter damit leben lassen.

  • Eduardo sagt:

    Wo soll da das Problem sein? Als Asexueller bleibt man halt alleine, leidet nicht darunter und muss sich auch nicht rechtfertigen, denn anderen Menschen ist das Thema Asexualität im Grunde völlig egal, solange sie nicht mit einem asexuellen Menschen eine erotische Partnerschaft eingehen wollen

    Wirklich übel dran sind hingegen die vielen „Sexuellen“, die keine Partnerin/keinen Partner finden, weil sie zu unattraktiv, also zum Beispiel zu unschön, zu alt, zu arm, zu schüchtern sind; es gibt eine Menge Gründe dafür.

    Klar, dass sich damit kaum jemand beschäftigen will, denn dieses Thema ist viel zu unangenehm und hoffnungslos und eignet sich deshalb nicht für die behagliche psychologisch-ideologische Ausbeutung in den Feuilletons.

    • Christoph Altrogge sagt:

      „denn anderen Menschen ist das Thema Asexualität im Grunde völlig egal“
      Schön wäre es. Ich habe mal über einen langen Zeitraum Beleidigungen gesammelt, die ich mir anhören musste:
      Schwul sein
      Pädophil sein
      Impotenz
      Frauenhass
      Trauben zu hoch
      ob ich noch bei Mutti lebe
      Spekulationen über anatomische Gegebenheiten
      „Na, mein Kleiner, hat dir deine Mutti als Kind zu oft den Hintern versohlt, dass du heute Hass auf alle Frauen schiebst?
      „Weil Sie in der 7. Klasse bei der Nadine (Who the F… is Nadine?) nicht landen konnten, finden Sie heute alle Frauen Scheiße.“
      Sowie die schon erwähnte Aufforderung, mich in Psychotherapie zu begeben.

  • Patrick Bieri sagt:

    Was fehlt bloss diesen Nonnen und Mönchen? Eigentlich gar nichts, sie haben halt einfach die wahre Liebe gefunden und müssen deshalb nicht dem Ersatzprodukt nachrennen:

    • Anh Toàn sagt:

      Sex, Liebe – andere Baustelle, verstehen?

    • Alpöhi sagt:

      Bieri, ich hab auch meine grosse Liebe gefunden und wir haben viel Sex. Auch nach zwanzig Jahren noch.

      • Patrick Bieri sagt:

        Mir scheint, mit dieser Diskussion will man bloss die Pathologisierung von religiösen Menschen vorbereiten. Dann kann man (oder frau) alles in die Psychiatrie stecken, was mit Religion zu tun hat. Ein plumper Versuch, sowie der mit den Transgender-Kindern, die auf beide Toiletten wollen. Da geht es doch letzlich auch bloss darum, dass Männer, gespickt mit Drogen, auf die Frauentoilette dürfen und dann dort die Weibchen mit dem gesuchten Sex versorgen. Eigentlich schade, dass man nicht einfach neben dem WC noch eine Sexbos hinbaut. Doch dann würden die Frauen die da mit einem Mann reingehen natürlich das Gesicht verlieren…und das wollen sie ja nicht.

  • Sam Fuller sagt:

    @Lucrecia
    danke dir Lucrecia
    du hast mir viel gegeben. zwar nicht DIE Antwort 🙂
    aber deine eigene Geschichte, die inspiriert
    du lässt dich berühren durch Worte
    lebst Yoga (als Synonym für gesunde und schöne „Arbeit“*, die Körper und Geist niemals trennte)

    Umwege verbessern meine Ortskenntnisse
    🙂

    • Lucrecia sagt:

      Das freut mich.
      Ich stehe auch in einem ganz anderen Lebensabschnitt als Sie (Anfang 30) und unsere Bezieheung ist noch relativ jung. Was könnte ich denn sagen? Für mich, wie wahrscheinlich für Sie damals, ist die Freude an jedem Körperkontakt selbstverständlich. Das Nervenkitzel noch voll vorhanden. Ich habe das Gefühl, jeder Ratschlag wie „Haben Sie zusammen Spass, gehen Sie spazieren, Kaffee trinken, die Zeit fliessen lassen“ könnte deplaziert wirken, befürchte ich.
      Ausserdem steckt noch soviel mehr in ihrer Geschichte. So viele offenen Fragen, die man hier nicht vor den Augen aller andere besprechen mag. Ich wünsche, man könnte Privatnachrichten schicken. Kann man leider nicht.
      Und trotzdem ist es schön, hier Geheimnisse zu teilen und sich irgendwie verbunden zu fühlen.

  • Sam Fuller sagt:

    @Lucrecia
    was sie zur Sexualität schreiben habe ich unter dem Begriff „Intimität“ zusammengefasst. Menschen die in der Lage sind sich mit ihren Sinnen, ihren Gefühlen und Körper aufeinander einlassen. Diese Fähigkeit ist verkümmert, einige gesellschaftlichen und historische Gründe wurden in diesem Blog genannt. Ihre Frage aber was aber getan werden kann, wenn die Freude und Fähigkeit an der Intimität verloren geht, blieb weitgehend offen.
    Ob Asexualität eine quasi ein kultur-evolutionöre Antwort darauf ist? Für alle die den Wunsche hegen, eine gesunde und schöne Sexualität zu leben wohl nicht.
    Kognitiv angelegte Therapien vermögen in der Persönlichkeitsentwicklung etwas bewirken (heilen?), was aber (zu) wenig Einfluss auf die Intimität nimmt.

  • Lucrecia sagt:

    Seit ich auf diesem Forum bin, bekomme ich den Eindruck, dass viele Leute in unserer Gesellschaft nicht „eins“ mit ihrem Körper sind. Schon sehr jung habe ich die Chance gehabt, durch Yoga und ähnliche Praktiken meinen Körper ganz zu „bewohnen“. Ich denke, dass macht viel aus. In der westlichen Kultur wurde lange der Geist glorifiziert, der Körper tabuisiert bzw. nur als Werkzeug gebraucht. Das hat fatale Folgen gehabt. Als wäre der Körper nur der „Anhang“ vom Geist.
    Langsam frage ich mich auch, ob alle Sex so wie ich erleben, die ganze Kraft spüren, die er erzeugt, wie er belebt, verbindet, glücklich macht. Und wenn nicht, dann ist das sehr schade. Die Frage ist: Wie kann man erwirken, dass jemand, der diesen Zugang zum Körper verloren hat, ihn wieder findet?

    • Lucrecia sagt:

      Ich denke, die „Aufgabe“ eines Sex-Therapeuten soll sich nicht damit begnügen, zu sagen: „Wenn du Sex nicht geniesst, dann sollst du ihn auch nicht haben, das ist völlig okay.“ Sondern die Aufgabe wäre, wie kann ich dir helfen, damit du das Glück hast, das ganze Potential deines Körpers zu erleben? Es ist mir immer noch rätselhaft, wie man etwas nicht wollen kann, was das Schönste überhaupt ist, was man erleben kann. Die einzige Eklärung für mich ist: Die Person erlebt es gar nicht so. Irgendwas muss blockiert sein. Wie löse ich die Blockade auf?

      • Lucrecia sagt:

        Und JA: Niemand soll sich auf Sex einlassen, nur um einen anderen zu gefallen! Da ist man noch weniger „eins“ mit seinem Körper, wenn man ihn fast für eine Ware behandelt (tausche Körper gegen Liebe/Aufmerksamkeit).
        Genauso ist es eine Gewalttat gegen sich selbst, etwas zu essen, worauf man keine Lust hat und wenn man keinen Hunger hat, nur um jemandem eine Freude zu machen. Was in meinen Körper reinkommt tut mir nur gut, wenn ich voll und ganz offen und willig dazu bin.

      • Lucrecia sagt:

        Deshalb bin ich skeptisch, ob der Ansatz dieser Kolumne der richtige ist, und ob man überhaupt mit „Ratschlägen“ etwas bewirkt. Die Sexualität passiert zwar auch im Kopf, aber eben nur zu einem kleinen Teil. Macht es Sinn, Sex zu „intellektualisieren“? Darüber zu sprechen? Wäre es nicht viel zielführender, die Probleme zumindest parallel mit einem körperlichen Ansatz zu lösen?

      • Muttis Liebling sagt:

        Sexualität ist genauso wichtig wie Atmen. Deshalb sollte man an Sexualität auch genauso oft und so intensiv wie ans Atmen denken.

      • das heisst dann... sagt:

        …einfach machen in dem fall muttis liebling. ob zu zweit oder alleine oder in der gruppe, ohne nachzudenken, dich der lust hinzugeben sobald sie am horizont auftaucht. ohne schlechtes gewissen die nächste ruhige ecke aufsuche und sich hineinfallen lassen. das hast du wohl recht. genau wie atmen, so machts am meisten spass.

      • Lucrecia sagt:

        Ich wollte noch hinzufügen:
        Eine Frau, die zuviel schaut, ob sie dem Mann gefällt, hat schlechte Karten. Am Anfang einer Beziehung soll man niemals den Eindruck erwecken, dass man sich um ihn „bemüht“. Das kommt als „needy“ rüber. Eine solche Frau will höchstens ein Frosch heiraten, kein Prinz. (Und nein, er wird sich nicht im Laufe der Zeit verwandeln.)
        Männer (ausser den ganz schlechten darunter) haben lieber eine Frau, die weiss, was sie will und es auch sagt. Dann holen sie das Beste aus sich heraus. „Gute Mädchen“, die einem den Wunsch von der Lippen ablesen, werden eher ausgenutzt.

      • Eduardo sagt:

        „Es ist mir immer noch rätselhaft, wie man etwas nicht wollen kann, was das Schönste überhaupt ist, was man erleben kann.“

        Das habe ich mich bei einigen Frauen auch schon gefragt. Hatten sie keine Lust, oder wussten sie nicht, was sie verpassten?

        Aber vermutlich täuschte ich mich, und der potentielle Partner musste für sie in jeder Hinsicht perfekt sein, bevor sie sich für ihn gnädig zur Sexualität herabließen. Sozusagen nach den Mottos „Soll ich mich, soll ich meinen Luxuskörper einfach so an den Nächstbesten verschenken? Wer hat ihm erlaubt, sich in mich zu verlieben? Weiß er denn nicht, dass unter Brad Pitt bei mir gar nichts läuft?“

        Nun ja, inzwischen sind die meisten dieser einst begehrten Frauen über 50, und deshalb habe jetzt ICH ein für alle Mal keine Lust mehr.

      • Lucrecia sagt:

        Ja, Sie täuschen sich massiv. Und wie! 🙂

        Ich glaube, Sie haben nicht viel von mir verstanden und eher Ihre eigene Erfahrungen in mich projiziert. Ist auch okay, ich nehme es nicht persönlich.

        Ich hatte schon wahnsinnig schöne Erfahrungen mit Männern, die die meisten Frauen nie im Leben berücksichtigen würden.

        Mein Selbstvertrauen leite ich nicht davon ab, ob andere Frauen meinen Lover gerne hätten. Mir geht es einzig darum, wie ich mich mit ihm fühle, was ich mit ihm erlebe.

        Jetzt bin ich in festen Händen. Aber auch, wenn ich mit 50 oder 60 wieder Single sein sollte: Ich denke nicht, dass es ein Problem wäre. Es gibt so viele liebe Männer da draussen, die gerne nicht mehr alleine wären, Zärtlichkeit hätten, und nicht so oberflächlich sind, wie Sie es beschreiben.

      • Lucrecia sagt:

        Ich denke, es ist eine Frage der Priorität: Geht es mir an erster Stelle darum, dass andere mich beneiden? Oder geht es mir an erster Stelle darum, glücklich zu sein, egal, was andere denken? Für mich ist die antwort klar. Und war auch immer klar.

      • Zufferey Marcel sagt:

        @Eduardo: „Nun ja, inzwischen sind die meisten dieser einst begehrten Frauen über 50, und deshalb habe jetzt ICH ein für alle Mal keine Lust mehr.“

        Die Achzigerjahre waren diesbezüglich aber auch sehr speziell, weil es unsere Generation auch ist. Wir von der Generation Golf sind halt ein Sonderfall. Diese ganze (latente) Feindseligkeit, die zwischen den Geschlechtern unserer Generation vorherrscht, kennen jüngere Menschen gar nicht mehr. Doch von den hiesigen Frauen meiner Generation habe ich mich zum Glück frühzeitig verabschiedet- und bin in die weite Welt hinaus gereist.

        Aber spätestens im Altenheim werde ich ihnen wieder begegnen. Und davor graut es mir ein Wenig, ehrlich gestanden. Mal schauen, ob ich es auch dann wieder schaffe, ihnen davon zu laufen 😉

      • Ri Kauf sagt:

        Ich kenne einen Mann (40) der meint, Sex werde total überbewertet. Ein Sonnenuntergang in den Bergen wäre genau so beglückend….
        Es ist wie bei allem im Leben, es kommt nicht so sehr darauf an WAS sondern viel mehr WIE (hat man Sex etc.)

    • Alpöhi sagt:

      Zustimm. Wir sind vom ersten Herzschlag an sexuelle Wesen und das gehört somit zutiefst zu unserem Menschsein.

      Die Trennung von Körper und Geist und die Glorifizierung von Letzterem haben die Griechen verbrochen, Stichwort: „Platonische Liebe“. Über die (griechisch geprägte) Kirche kam das dann in die westliche Welt.

      Aber in anderen Kulturen gibt es diese Trennung nicht. In der deutschen Sprache eigentlich auch nicht – der Ausdruck „mit Leib und Seele (etwas tun)“ spricht Bände. Daraus kann, wer will, etwas lernen.

      • Lucrecia sagt:

        In der arabischen Kultur hatten der Körper und das körperliche Vergnügen viel Platz. Bis die von der viktorianischen Moral geprägten Kolonen kamen. Dann übernahmen die islamische Gelehrten die Moral der Unterdrückung der Gelüste, weil sie sofort erkannten, dass sie so die Gesellschaft und die Frauen besser kontrollieren konnten.
        „So gibt es eine ganze Reihe historischer sexualhygienischer Ratgeber, die völlig sachlich Auskunft über den Zusammenhang zwischen Sex und Ernährung geben. Als der Westen im Laufe des 19. Jahrhunderts diese Ratgeber entdeckte, erregten sie dort als pornografische Werke großes Aufsehen.
        Kein Wunder. Gemessen an der viktorianischen Sexualmoral, die man den Völkern des 19. Jahrhunderts predigte, war das spektakulär.“

      • Lucrecia sagt:

        „Der Westen war zu dieser Zeit industriell und politisch mächtig genug geworden, um die eigenen Sexualitätsdiskurse in die islamische Welt und den Nahen Osten zu exportieren.
        In diese Zeit fällt auch eine der ersten bekannten Zensurmaßnahmen gegen erotische arabische Dichtung. Die Werke von Safijaddin al-Hilli, eines berühmten Poeten des 13. Jahrhunderts und Verfassers diverser frivoler Gedichte, sollten Ende des 19. Jahrhunderts in Damaskus neu aufgelegt werden.
        Die Gedichte mit erotischem Inhalt wanderten in die hinteren Teile des Buches, damit der Leser sie zur Not entfernen konnte. Als das Buch wenige Jahre später in Beirut nochmals gedruckt werden sollte, wurden die inzwischen umstrittenen Stellen gänzlich gelöscht.“

        Die Welt – Warum das Schwulsein schon immer zum Islam gehörte

    • Hans Hintermeier sagt:

      Sicher ist ein gutes Körpergefühl wichtig. Es war aber nie das Ziel des Yoga mit dem Körper eins zu werden. Es ging immer um eine Erfahrung der Transzendenz, also um eine Erfahrung der Seele selbst. Der älteste Yogatext meint dazu: tada drashtu svarupa’vastanam (auch die älteren Upanishaden sehen Yoga in diesem Sinne). Im jüngeren Tantra der rechten Hand ging es dann vor allem darum, den Körper (seine Energien) dazu zu benutzen, das materielle Bewusstsein zu transzendieren, indem es das Bewusstsein nach oben, weg vom Körper, zwingt. Von vollständig mit dem Körper verschmelzen steht nichts in den Yogatexten.

      • Hans Hintermeier sagt:

        Korrektur: es sollte heissen im linkshändigen Tantra „vamacara“.
        Im noch jüngeren Hatha-Yoga ging es darum, dass man mittels Atemübungen Kontrolle über die Pranas (Energien) gewinnt und nicht darum, mit dem Körper eins zu werden, denn hat man Kontrolle über die Pranas, folgt pratyahara, der Rückzug von den Sinnen/Körper und Konzentration des Geistes.

    • Eduardo sagt:

      Der falsche Ort für eine Antwort, aber egal. Weder bezog ich mich in meinem Beitrag vom 20. August 2016 um 18:31 Uhr auf Sie persönlich, noch sehe ich irgendeinen Anlass zu persönlichen Beleidigungen mir gegenüber. Wir beide wissen nämlich absolut nichts voneinander, und wären vermutlich erstaunt (positiv oder negativ, wer weiss), wenn wir uns nichtsahnend begegnen würden.

  • Ein Mann sagt:

    Ich bin „asexuell“ und fühle mich gar nicht tabuisiert, in Wahrheit ist Sex tabuisiert, trotz und gerade wegen der ständigen Betonung. Mir ist einfach der Aufwand zu gross für das Ergebnis.. bis man eine Frau ins Bett bekommt muss man sie entweder unter Alkohol setzen oder tagelang Honig schmieren und völlig selbstverständlich muss der Mann werben gehen, auch 2016. Dann noch das ganze Liebes-Zeug… nein danke, da gehe ich lieber auf Pornhub. Wenn die Leute nicht so verklemmt wären und einfach mal sagen würden/könnten: „Du gefällst mir, Lust auf Sex“? Dann wäre ich wohl nicht asexuell. Und nein Bordell geht nicht weil es soll dem Anderen ja auch Spass machen.

    • auch ein mann sagt:

      schon mal probiert die sache freundlich-dreist anzugehen? indirekte humoristische anspielungen bzgl sex mit viel selbstironie zeigen dir in sekundebruchteilen ob eine person interesse zeigt oder nicht. es gibt da tausende tipps..aber einer fällt mir immer wieder ein: if she plays with her hair, she’s probably keen!
      und dann? im gespräch mit anstand annähern und ‚dr chläpper‘ riskieren..und vorallem nie nach der telefonnummer fragen. schon alleine aus selbstschutz.. 😉

    • Eduardo sagt:

      Geben Sie unterschwellig zu erkennen, dass Sie sehr reich sind (das lässt sich gut inszenieren, zum Beispiel mit in dieses Spiel eingeweihten Freunden), dann wird schon etwas laufen, nicht die wahre Liebe, aber immerhin Bettfreude 😉

      Eine wahre Anekdoten dazu: Ein Mann bändelte in einem Restaurant mit einer Frau an, die allerdings keine Lust hatte, sich auf ihn einzulassen. Unter einem Vorwand brachte er sie dazu, seinen draußen parkierten Ferrari zu sehen. Plötzlich hatte sie es sich anders überlegt. Danach ließ allerdings ER sie abblitzen.

      Es war in meinem Bekanntenkreis verblüffend zu sehen, wie schnell und heftig vor allem bei Frauen ab 30 offenbar die Sexualität (oder zumindest ihre Simulation) erwachte, wenn ein finanziell potenter Mann (Manager oder Millionenerbe) erschien.

      • Ein Mann sagt:

        Früher habe ich mir diese Mühe gemacht, wie gesagt, das Interesse zu erkennen war nie schwierig, aber das ist ja noch nicht die Arbeit… heute ist es mir egal, bin nicht mehr die ganze Zeit scharf wie ein Windhund.. und wenn es sich trotzdem mal einstellt bin ich das 15 Minuten später wieder los, die Natur ist halt auch nur so schlau… =) Mach dir deswegen um mich keine Sorgen, da gibt es Anderes auf der Welt was mich 1000 mal mehr fertig macht und ich gar nichts gegen machen kann, wollte hier nur mal ein wenig Auskunft geben weil den meisten Menschen können sich ein Leben ohne Sex gar nicht vorstellen und denken diese wären gestört (siehe z.B. Lucrecia). Zum Abschied ein pun für dich: Früher war ich ein Mann, heute bin ich ein Mönnchen 😉

      • Ri Kauf sagt:

        …schon komisch. ein Ferrari und ähnliches Männerspielzeug würde mich NIE und NIMMER antörnen. Im Gegenteil. U.a. Unternehmungslust , gedankliche Beweglichkeit dann schon eher… aber das dauerthalt länger als ein abend….

  • Sam Fuller sagt:

    Sicher, das Zölibat ist nicht die einzig religiös konnontierte Asexualitiät.

    Die Aussage von Blogger Roody, dass Agape viel wertvoller sei und es eine Charakterfrage sei, sein Testosteron (resp. seinen Hormon)- Spiegel zu beherrschen, also die Behauptung Sexualität könne immer und problemlos abgeklemmt werden könne und dann zugunsten von einer körperlosen und bessern Liebe genutzt werden ist im Falle des Zölibates nicht nur falsch, sondern brandgefährlich.

    • Muttis Liebling sagt:

      Der Zölibat ist Ehelosigkeit, kein Verbot von Sexualität.

    • Roody sagt:

      Klar, Agape ist die höchste Stufe der Liebe, vielleicht ein erstrebenswertes Ideal, das nur wenige erreichen. Es steht Jedem frei zu tun und lassen was er will, solange er Niemandes Würde verletzt. Widersprüchlich ist dann auch die verbreitete Ansicht, dass uns Gott mit der Sexualität ein Geschenk gemacht hätte. Denn in der Bibel steht nirgendwo geschrieben, dass Gott Sexualität zwecks orgiastisches Vergnügen geschaffen hat. Pragmatisch genommen gibt’s Sex um die Arterhaltung zu sichern. Übrigens, alle Lebewesen sind mit sexuellen Organen ausgestattet. Kaum zu glauben, aber es waren bereits die Bakterien, die vor 3 Milliarden die Sexualität erfunden haben (F-Pili bei Escherichia Coli, +/-Geschlecht). Aus dem einzigen Grund der DNA Rekombination, damit die Art nicht im Inzest zugrunde geht

  • Sam Fuller sagt:

    Seine Persönlichkeitsstudien über pädaophilen und nichtpädophile Priester verorten deren emotionale und soziale Entwicklung auf dem Niveau eines vorpubertären Kindes.

  • Sam Fuller sagt:

    Diese Angabe enstammt von Martin P. Kafka (Harvard-Psychiater und ehemaliger kath. Priester) mit Hauptforschungsgebiet über die pädophile Priester.
    (Hypersexual Disorder: DSM-5 Current Status and Contemporary Controversies) ….und ja die Rate liegt deutlich höher als bei Nicht-Priestern.

  • Sam Fuller sagt:

    @Roody
    Die Hälfte aller Priester die ein Zölibatsgelübte abgegen halten dies nicht ein. Sechs Prozent aller Prieser sind pädophil, daraus entstehen jährlich tausende Missbrauchsfälle gegenüber Kinder.

    • Muttis Liebling sagt:

      Waren es nicht genau 6.157%? Alle Mönchszellen und Pfarrhäuser werden vom vatikanischen Geheimdienst abgehört, deshalb weiss man das so genau.

  • Sam Fuller sagt:

    @Roody
    gesetzlich verpflichtende Sexualität? Heute wird verschrummelt und gebumslet, wenn nicht droht Gefängnis. Petting vom Staat verordnet? Angaben in der Steuererklärung zur aktiven Sexualtät, falls zu passiv gibt es Strafsteuren?

    Witzbold!

  • Roody sagt:

    Mal ehrlich, das Postulat der (in der Schweiz und anderswo gesetzlich) verpflichtenden Sexualität ist doch längst hinfällig. Vergesst, was da in der Bibel steht oder im Gesetzbuch. Sind wir nicht mündige Bürger? Es ist nicht zu leugnen, dass unsere Gesellschaft einem enormen Sexualitätsdruck zur unlauteren Geschäftemacherei ausgesetzt ist. Sex ist trendy, wer nicht mitmacht wird diskriminiert, ausgegrenzt. Sexomanie in allen westlichen Ländern breitet sich aus wie ein Krebsgeschwür. Ein Psychologe sähe da vielleicht ein Warnruf unserer dekadenten Gesellschaft, eine Kompensation. Sex ist neben anderen Missbräuchen auch ein Mittel zur Unterdrückung. Echte Liebe, die Agape benötigt keinen Sex. Bewusste Asexualität ist eine enorm grosse Befreiung. Testosteronzwang weg bringt grosse Freiheit.

  • Sam Fuller sagt:

    Huch::: das war ein schöner Verschreiber: Ich schrieb „meine Partner“ leidet auch. Müsste heissen meine Partnerin, denn ich bin ein Mann.

    Kein Freuscher, denn ein bisschen schwul bin ich auch, also keine versteckten Bedürfnisse, die aus der Sprache herauspurzeln 🙂

    zum Schwulsein: In meiner Fantasie passt das, in der Realität nicht.
    Zur Asexualität: Ich begehre trotzdem Frauen optisch: sie sind so verdammt schön und anziehend und vielfältig und …

  • Sam Fuller sagt:

    Ich leide darunter und meine Bewältigungsstrategien sind nicht immer so harmlos, wie z.B. sich in Blogforen vertun. Der Selbstwert ist am Boden und meine Partner leidet auch: Intimität im umfassenden Sinn geht etwas verloren. Intimität verstehe ich als Summe von Geborgenheit, verspielt sein, alltägliche Berührungen inkl. rituelle Küsse, Sex und Lust, sogar mal Ekstase, Massage, kitzlen etc.

    Wie das längerfristig ohne Sex funktionieren kann, weiss ich nicht.

    Ich kann damit leben, bin zwar krisenerprobt aber trotzdem ein Weichei 🙂

  • Sam Fuller sagt:

    Zwei Kannibalen essen einen Clown: „sagt der Eine zum Anderen: Schmeckt irgendwie komisch!“ Das halte ich vom Begriff Asexualität.

    Axesexualität als sexuelle Präferenz wie Hetero-, Homo- und andere sex. Orientierunge von Menschen kann ich anhand meines Wissens aus Psychologie und Medizin eher nicht vorstellen, bin aber kein Profi.
    Asexualität als Störung, als Verlust sexueller Energie hingegen schon. Wir sind in einer erschöpften Gesellschaft, die Tendez zunm implodieren (Depression) und explodieren (Terror im grossem und kleinen) nimm zu.

    So gesehen betrachte ich Asexualität als Abbild unserer Gesellschaft und als Störung. Und einige beginnen das als normal zu deklinieren, ähnlich wie es übergewichtige (und untergewichte) Menschen es machen.
    Aber das ist jederman/frau sache.

    • Roody sagt:

      Vertiefen Sie sich doch bitte etwas in die seriöse Fachliteratur und nehmen Sie bitte Abstand von Boulevardheftchen, was dort drin steht ist alles dummer Quatsch. Klar, Asexualität ist kaum denkbar beim Jungblut mit noch hohem Östrogen- bzw. Testosteronspiegel; übrigens ein alter Zaubertrick der Natur. Dagegen ist Asexualität schon ein Thema bei reifen Menschen die zur Reflexion fähig sind.

      • Sam Fuller sagt:

        @Roody

        aber warum glauben sie mir nicht, ich habe das in der Bunte gelesen und in der Bibel gelesen. Muss schon schtimmen.
        Darum kann ich auch so richtig reflexiren über mich, die ist bei mir foll reiff wie Zwetsche

  • Sam Fuller sagt:

    Interessant ist zudem, dass in diese Zeit auch eine Sterilisation hinzukam. Ich hatte über Wochen danach Schmerzen.
    Nun müsste ich 50 mal ejakulieren, damit ich dann testen kann ob ich nun unfruchtbar bin. Hihihi, das wird Jahre dauern 🙂 und dann bin ich so alt dass…

    Und ja doch, ich bin gutsituiert, habe zwei kleine Kleinkinder, eine tolle Frau und einen angesehen Job. Aber in mir drin sieht es „echt scheisse“ aus. Qüalende Gedanken, Frust, Ungeduld, Sinnlosigkeit.

    Der Appetit aufs Leben ist mir vergangen, drum auch auf Sex.

    • Alpöhi sagt:

      @Sam: Der Prediger Salomo (Kohelet) sagt: Es ist alles eitel (belanglos / sinnlos) und Haschen nach Wind. Darum iss und trink mit Freuden und freu dich mit deinen Lieben und tu dir was Gutes.

      Kann sein, dass dann mit dem Aufschnaufen auch die Lust zurückkehrt.

    • Sam Fuller sagt:

      @Alpöhi

      absolut!

  • Sam Fuller sagt:

    Mein Leben hat sich so verändert, dass ich mich als asexuell bezeichnen müsste. Ich mache kaum mehr Selbstbefriedigung, schlafe kaum mehr mit meiner Frau und verspüre ganz selten Lust.

    Nichtsdestotrotz sehe ich das nicht als asexuell im „wertfreien“ Sinn sondern als Störung. Die Versunsicherung und Krisen die in meinem Leben eintraten führten m.E. zu dieser Lustlosigkeit.

  • Robert Hasler sagt:

    Asexualität „ist eine distinkte Form der sexuellen Abstinenz, die im Unterschied zum bewussten Entscheid zur sexuellen Enthaltsamkeit ein intrinsischer Teil einer Person darstellt“? Meine Güte: Wenn jemand jetzt halt einfach keinen oder fast keinen Sex will? Ist das so schwer zu akzeptieren? Offenbar ein wirkliches Tabu, wenn das ganz grosse wissenschaftliche Geschütz aufgefahren werden muss. Jemand isst kein Fleisch, trinkt keinen Alkohol, spielt nicht Golf und hat keinen Sex. SO WHAT? Niemand hat ein Problem damit. Der Mensch hat ganz sicher weit weniger Probleme als andere.
    Sex wird WIRKLICH krass überbewertet.

  • Joe sagt:

    Gewiss ein Thema worüber man sprechen sollte. Bis dato habe ich allerdings noch keinen Menschen kennengelernt, welcher sich selber als Asexuell bezeichnen würde. Lediglich ich selber kam mit dem Thema in Berührung, da mich Sex bis heute nie wirklich interessiert hat. Um dazu zugehören habe ich das nachgeplappert was andere so von sich gegeben haben.

    Habe selbst mal ein kleines Experiment gemacht indem ich versucht habe eine Frau zu finden welche auf Sex verzichten würde.
    Das Ergebnis hätte einseitiger nicht sein können. Jede von Ihnen könnte sich nicht vorstellen eine Beziehung ohne zu führen und manch eine erklärte Sex zu einem essentiellen Grundpfeiler.

    Wo sind gleichgesinnte? Ich denke aber das wird auf ewig ein tabu Thema bleiben da man,sobald man offen ist, ausgegrenzt wird.

  • Peter Dietiker sagt:

    Sex wird in unserer Gesellschaft bei weitem überbewertet, finde ich. „Sex sells“, finde ich auch ein schlechtes Verkaufsargument. Wer sein Produkt mit solchem Dekor verkaufen will, der lenkt vom Produkt ab und hat vermutlich kein gutes Produkt. Das Sex gesund sein soll, dass kann man zu allen Tätigkeiten sagen, die den Menschen Freude machen (wenn’s denn so ist) und die mit etwas Bewegung zu tun haben. Tanzen ist genau so gesund wie Sex. Andererseits gibt es zahlreiche Frauen, die keine Gelegenheit auslassen, um zu demonstrieren, dass sie mit dieser furchtbaren Sache Sex aber wirklich überhaupt rein gar nichts am Hut haben. Auch das finde ich ziemlich befremdlich und deplaziert. Sex scheint wirklich ein Riesenproblem zu sein. Am besten bleibt man asexuell.

  • Paul Grütter sagt:

    Zitat: „Es ist eine distinkte Form der sexuellen Abstinenz, die im Unterschied zum bewussten Entscheid zur sexuellen Enthaltsamkeit ein intrinsischer Teil einer Person darstellt“.
    Es begann mit einem bewussten Entscheid zu einer provisorischen Zeit der sexuellen Enthaltsamkeit und verwandelte sich unbewusst in eine permanente Lustlosigkeit. Zu meinem eigenen Erstaunen entwickelte sich aber kein Leidensdruck, nein, im Gegenteil. Ich empfand es als Befreiung. Das erlöschen des Triebes gab mir auf einmal viel mehr Raum für andere Dinge. Zum Glück bin ich 30, ledig und ohne Nachwuchs. Das einzig Störende sind die dummen Fragen und sprüche aus dem Umfeld. Aber das ist ein kleiner Preis für die erlangte Freiheit, den ich gerne bezahle.

    • Lucrecia sagt:

      Sagt das Ihnen was?

      „most of the asexuals I’ve seen in my clinical practice like ‚control‘. Avoiding sex with someone can serve to maintain a distance and in turn, serve to defend against the certain vulnerability that comes with closeness.“

      Wenn man Sex braucht, braucht man einen anderen Menschen, man ist also teilweise unfrei und abhängig. Man muss die Gefühle und Empfindsamkeiten, Wünsche usw. einer anderen Person einbeziehen. Das macht das Leben komplizierter und weniger beherrschbar. Ist es das, was Sie meinen?

      • Lucrecia sagt:

        PS: Auch Männer!

      • Lucrecia sagt:

        Oh, das vorherige Kommentar ist irgendwie verlorengegangen. Ich meinte, es gibt Frauen, die nach einer Enttäuschung halt lieber alleine und ohne Lover bleiben, weil sie sich lieber nie mehr verletzlich fühlen wollen.
        Und eben: auch Männer.
        Ob das schon asexuell ist?

      • Lucrecia sagt:

        Magersüchtige fühlen sich auch (teilweise) vom Essen, vom Verlangen danach, von den Versuchungen, die andere Menschen empfinden, „befreit“. Dadurch stärker und „in control“.
        Und verzichten dabei gleichzeitig willentlich auf das Schöne am Essen (obwohl sie das gar nicht so empfinden), anfänglich aus Angst und Abscheu vor dem „Unschönen“ am Essen, dann einfach aus Gewohnheit und weil es sich „gut“ anfühlt, verzichten zu können.
        Auch da findet eine Abgrenzung von der „normalen“ Gesellschaft statt. Betroffene finden z.B. blöd, dass man sich immer zum Essen treffen soll, obwohl es viele andere Möglichkeiten gäbe.

        Interessant und den Vergleich stützend: Im zitierten Artikel steht, dass asexuelle auch eher weniger wiegen…

    • Muttis Liebling sagt:

      Es gab gerade eine Artikel im TA, da stand, Frauen sind irgendwann kinderlos, während Männer immer nur noch keine Kinder haben.

      Am Tage Ihres Todes wird man Ihnen das Prädikat ‚asexuell‘ verleihen können. Vorher nicht.

    • Noemi sagt:

      Lucretia: Ich kann nur für mich sprechen:

      – Heisst 0 Lust auch 0 Geniessen? Oder kann die Person trotzdem sexuelles Vergnügen empfinden und zum Orgasmus kommen, wenn sie entsprechend stimuliert wird?

      Ja, ist „technisch“ natürlich möglich.

      – Heisst Asexualität auch kein Onanieren? Oder nur 0 Lust auf eine gemeinsam erlebte Sexualität?

      a) nein b) ja

      – Wie stehen diese Personen zu Sex? Finden sie es widerlich oder haben sie einfach kein Interesse daran?

      Nein, nur kein Interesse daran.

  • Reincarnation of XY sagt:

    Definitiv falsch ist es, hinter sexueller Unlust stets asexuelle Orientierung zu sehen.
    Im Artikel wird das ja auch deutlich gemacht, aber in der Diskussion sieht man, wie gross die Gefahr ist, dass solche Schnellschlüsse gezogen werden.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Es gab eine Zeit, da war es „wissenschaftlich“, alles als Folge der Kindheit zu deuten. Heute wiederum geht der Trend dazu, alles als „angeborene Orientierung“ zu deuten. Nicht nur den klassischen Hetero und Homo, sondern auch den Bi, den A, den Pädo, den Objekto, den Zoo….
      In Wahrheit weiss man sehr wenig darüber warum wir so sind, wie wir sind. Und weil alles Komplex und Multikausal ist, und weil wir nicht wissen können, wie wir wären, wenn alles ganz anders gewesen wäre, Umfeld, Zeit, Erfahrungen etc. sollten wir auf Schnellschüsse besser verzichten.

    • Lucrecia sagt:

      Oben wird Asexualität indirekt so definiert, dass die Person niemals Lust auf jemanden hatte.

      Für mich interessante Fragen:
      – Heisst 0 Lust auch 0 Geniessen? Oder kann die Person trotzdem sexuelles Vergnügen empfinden und zum Orgasmus kommen, wenn sie entsprechend stimuliert wird?
      – Heisst Asexualität auch kein Onanieren? Oder nur 0 Lust auf eine gemeinsam erlebte Sexualität?
      – Wie stehen diese Personen zu Sex? Finden sie es widerlich oder haben sie einfach kein Interesse daran?

      Schade, dass man heute echt wenig bis nichts zum Thema lernt.

      • Muttis Liebling sagt:

        Asexualität bedeutet die Abwesenheit von Sexualität. Wer sexuell aktiv ist, ob durch Eingehen einer sexuellen, auch als solche nicht gewollten, Beziehung, oder Onanieren, ist nicht asexuell. Auch wer über Sexualität auch nur nachdenkt, ist nicht asexuell.

        In diesen Fällen müsste man von Dissexualität sprechen.

      • Lucrecia sagt:

        Danke ML
        Oben heisst es aber „Viele Asexuelle haben entgegen gängiger Meinung dennoch Sex“
        Jetzt bin ich verwirrt…

      • Lucrecia sagt:

        Auf der angelinkten Seite sieht man, dass es sehr viele verschiedene Formen der Asexualität gibt.

      • Gerda Schuurman sagt:

        @Lucrecia: Asexuell ist asexuell. D.h. die Sexualität ist für sie uninteressant, mit oder ohne Partner jeglicher Art und Weise.

      • Zufferey Marcel sagt:

        @Lucrecia: Die Charakteristika im verlinkten Artikel sind sehr interessant. Auch die Einleitung übrigens. Offensichtlich ist die Situation, ursächlich betrachtet, gar nicht so klar, wie es einige hier darstellen.

      • Muttis Liebling sagt:

        Die Situation ist klar, oder man muss sich sprachlich konkreter ausdrücken. A- bedeutet Negation, Dis- bedeutet Störung.

        Wenn sich Obdachlose gemeinsam saufend am Bahnhof treffen, sind die dissozial. Denn sie sind ja sogar sehr, aber gestört, sozial, weil sie sich bewusst treffen.

        Wer sich zu Hause einschliesst, Kontakte meidet und dabei ein Buch schreibt, welches den Nobelpreis bekommt, ist asozial. Er nimmt zwar am gesellschaftlichen Leben teil, sonst bekäme er nicht den Nobelpreis, benutzt dafür aber keine sozialen Techniken.

      • Sam Fuller sagt:

        @Muttis Liebling
        aber nicht doch! Dissexualtität ist doch etwas ganz anderes!!!

        -> Wiki: Der Begriff Dissexualität bezeichnet ein sozial dysfunktionales sexuelles Verhalten. Es sind damit Handlungen gemeint, die die Integrität und Individualität eines anderen Menschen durch einen sexuellen Übergriff direkt verletzen.

      • Muttis Liebling sagt:

        @Sam Fuller
        Dann liegt Wiki da falsch. dis- bedeutet nur gestört, nicht pathologisch gestört. Es macht keinen Sinn, Sprachregel ständig umzuinterpretieren, bis die keiner mehr versteht.

  • Zufferey Marcel sagt:

    Eine weitere Frage lässt der Beitrag offen: Warum wird / ist jemand asexuell? Das fände ich noch wichtig zu wissen: Werden diese Menschen sozusagen so geboren- oder ist das auf schlechte Erfahrungen bis hin zu sexuellem Missbrauch / Vergewaltigung zurück zu führen? Oder liegt eine sexuelle Disposition vor, die man nicht zu zeigen wagt, weil das Umfeld es nicht tolerieren würde?

    • Muttis Liebling sagt:

      Alles was es gibt, unterliegt Verteilungsfunktionen und die haben Ränder. Alles was mit Leben grundsätzlich vereinbar ist, wird es auch irgendwann und irgendwo geben. Der einzige Grund dafür ist die Allgegenwart statistischer Gesetze.

      Ich habe das hier schon einmal geschrieben. Von einer zukünftigen Theorie der Human (-medizin, -psychologie, …) erwarte ich die Eliminierung der Begriffe ‚Ursache‘ und ‚Norm‘.

      Krebs bekommt nicht vom Rauchen, sondern ist in der Tatsache begründet, dass viele adulte Zellen sich die Teilungsfähigkeit erhalten haben, jede Zellteilung aber ein generisches Risiko in sich trägt. Krebs ist ein unteilbar mit dem Leben verbundenes Phänomen und damit grundsätzlich nicht vermeidbar. Das gilt für alle hinreichend komplexen Phänomen.

      • Annalena sagt:

        Genau, Lungenkrebs hat mit Rauchen oder einer evtl. Asbestexposition nichts zu tun, ebenso steht das HI-Virus nicht mit Aids im Zusammenhang. Und die Erde ist eine Scheibe, der Osterhase hat mir das gesagt.
        Was hat das nur damit zu tun, dass es Paare mit Kindern gibt, wo ein Elternteil asexuell ist und damit Probleme bekommen kann, über die niemand redet?

      • Cartesia sagt:

        Danke.

    • Sam Fuller sagt:

      Der Beitrag von Frau Burri gibt schon Anhaltspunkte. Es spielt das ewige Lied vom Aufeinandertreffen von Natur und Kultur, sprich von genetischen und sozialen Einflüssen:
      Asexualität als sexuelle Orientierung mit biologischer Ausprägung, wird allenfalls bei/vor Auftritt noch duch soziale Faktoren beeinflusst. Da wären die genetischen Ursachen federführend: Die Gene wirken auf den Mensch, die Umwelt beeinflusst das noch etwas.

      Axexualtität als “ Extremform von Lustlosigkeit“:
      ausgelöst durch Umwelteinflüsse. Das könnte z.B. aufgrund von sexueller Ausbeutung entstehen. Schwere Traumatas führen zu biochemischen Veränderungen im Gehirn und es kommt zu fundamentalen Veränderungen im Denken, Fühlen und Handeln.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Zufferey Marcel

      dass Du diesen Punkt immer wieder ins Feld bringst spricht sehr für Dich, finde ich jedenfalls.
      Erstaunlich dass es die Fachfrau bisher fürs Thema eher irrelevant befunden hat.
      Und man auch sonst eher wenig darüber hört- obwohl nicht wenige Partnerschaften davon betroffen sein dürften.

      • Reincarnation of XY sagt:

        alles absolut richtig – aber die Frage, die sich auch hier stellt, wenn jemand Homo ist und das bis …. Jahre nicht merkt, ist das dann die gleiche Homosexualität, wie diejenige wo jemand das einfach schon seit Eintritt in die Pubertät klar und eindeutig merkt?
        Man sieht einfach, dass Sexualität – gleich wie das psychologische Gerüst – eines Menschen sehr komplex ist und vieles was IST multikausale Ursachen hat und selten objektiv geklärt werden kann, ob das Huhn vor dem Ei da war oder umgekehrt.
        Nie kann die Frage geklärt werden, wie wäre dieser Mensch geworden, wenn diese Umstände nie gewesen wären.

      • Zufferey Marcel sagt:

        Danke, Brunhild: Ich finde es schon noch wichtig, auch auf die Ursachen zu sprechen zu kommen. Wobei ML unten ja noch die (neue?) Unterscheidung zwischen Asexulität und Disexualität macht. Das kommt einer Antwort auf meine Frage schon näher.

      • Sam Fuller sagt:

        @Lucrecia
        ich glaube schon. Im Zusammenhang mit Sexualstörungen ist mir bekannt, dass bei in der Kindheit sexuell ausgebeutete Männer ein hypersexuelles Verhalten auftreten kann, oft mit motivationalen Machtaspekten: Unterwerfung, Dominanz, Prositution (ohne vorwiegend) monetäre Interessen) u.a. und das miteinander korreliert ( sexuelle Ausbetung im Kindesalter und gesteigerte Appetenz).

    • Noemi sagt:

      Bei mir jedenfalls nicht. Ich war schon immer so. Hatte nie das Bedürfnis danach. Habe es ein zweimal ausprobiert. War ok. Aber ich muss sagen, es gibt eine Phantasiewelt für mich, die mir mehr Befriedigung geben kann als Sex in der Realität.

  • Ulrich Gassner sagt:

    Immer wieder faszinierend zu lesen, was die sexhabende wissenschaftliche Kommune zu solchen Themen meint.

    • Gerhard Engler sagt:

      Die ursprüngliche Frage war, wie Andere (Nichtbetroffene) über Asexualität sprechen (oder eben nicht). Die Frage richtete sich also an die „sexhabende Kommune“

    • Franz Vontobel sagt:

      Haha, die „wissenschaftlichen Kommune“ – über die bin ich auch gestolpert – Freie Liebe in der Oppenheimer-WG!

  • Reincarnation of XY sagt:

    das öffentliche Interesse besteht 1. in der Neugier auf alles ungewöhnliche, so wie man früher Geld bezahlte um die dicke Berta zu sehen

    2. etwas nobler: weil wir alles wissen und erforschen wollen, um den Menschen und letztlich uns selbst besser zu verstehen

    • Muttis Liebling sagt:

      Oder 3. Therapeut sucht Patienten.

      In der Wissenschaft ist es, wie mit dem Haushaltsgeld, oder dem Etat der Krankenkassen. Es gibt mehr Positionen, welche zur Disposition stehen könnten, als Geld dafür vorhanden ist. Man muss also Prioritäten setzen.

      Asexualität rangiert da m.E. weit hinter Haarausfall. Immer unter der Voraussetzung, wie oben genannt, dass nicht daran gelitten wird.

    • 13 sagt:

      Oder etwas zynischer: weil wir derart davon besessen sind, das „Normale“ möglichst eng zu definieren, dass wir es als unsere Aufgabe sehen, aus allem, das auch nur ein bisschen vom Mainstream abweicht, ein Syndrom zuzuordnen und es irgendwie zu benennen und erforschen, weil es ja soooo besonders ist. Dass man damit oftmals die Problematik noch verstärkt, wird dabei übersehen, Hauptsache die Stigmatisierung stimmt.

      Ich sehe es gleich wie ML. Gross zu forschen oder zu reden gibt es da nicht. Wenn schon, wäre es wichtiger zu schauen, wie Partner damit umgehen, wenn der andere viel weniger oder eben gar kein sexuelles Verlangen hat. Und das in einem dafür geeigneten Forum. Den Mamablog erachte ich auch noch nach ein paar Wochen für den komplett falschen Ort für die Diskussionen.

      • Ka sagt:

        @13, gebe Ihnen recht, auch das hier wiedermacht kein Thema für die mamablog- Leserschaft. Ich finde es schade, dass Frau Burri die Kritik nicht aufnimmt und endlich versucht, Themen die die Sexualität im Zusammenhang mit der Familie stehen, zu diskutieren. Muss ja nicht immer die Eltern betreffen, Kinder haben auch eine Sexualität.

      • Sam Fuller sagt:

        „Nichts ist praktischer als eine gute Theorie!“ (K. Levin).

        Mehr darüber zu wissen, kann doch genau dazu führen, dass die Betroffenen und Angehörige gute Wege finden, oder nicht?
        gemacht (im Sinne von Wissen gewinnen) und im wissenschaftlichen Diskurs. Normalität ist wissenschaftlich gesehen nicht so wichtig. Gesund oder ungesund, schädigend oder förderlich, sind eher Fragen die interessieren. (z.B. Pathogenese und Salutogenese). Ich finde es schön, dass Asexualität nun endlich als Phänomen erforscht und versuchtwird in seiner ganzen Breite zu verstehen.

      • Ka sagt:

        @Sam, wissen ist immer gut, dazu lesen wir Zeitung, Bücher etc. Aber dann kann dieses Thema auch unter die Rubrik „Wissen“. Hier im mamablog wäre es wünschenswert, wenn die Leserschaft zum Thema Familie Elternschaft, Kinder bedient würde. Da kann Sexualität sehr wohl dazu gehören, aber bitte im Zusammenhang mit Familie. Asexualität, und so wie wie die Frage am Anfang gestellt wird, nimmt keinen Bezug zu diesem Blog. Finde ich wirklich schade.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Ka
        @13

        ich schätz mal Frau B wurde an Land gezogen mit klarem Auftrag für Leserzahlen zu sorgen. Also entsprechend auch „sagenhaft neuen Erkenntnissen/Forschungsansätzen, oder Leserfragen die das dagewesene sprengen.

        Und solange die Leute entweder auf die Printausgabe oder hier reagieren, wird sich daran nichts ändern.

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/
        obs zwischen den verschiedenen Inhalten (den verschiedenen Bl0g-Abteilen) dermassen friedlich zu und her geht bei der Themenzuteilung wär dann noch ein anderer Aspekt, da besteht wohl ein ziemlicher Druck und weniger erfolgreiches wird rationalisiert.

      • 13 sagt:

        @ BS
        Ich weiss nicht, ob von „an Land gezogen“ wirklich die Rede sein kann. Frau Burri profitiert hier von den bereits bestehenden hohen Leserzahlen und macht sich damit einen Namen. Ich schätze mal, es war eher ein Versuch, auf die doch immer wieder auftretende Kritik, dass immer die gleichen Themen abgehandelt werden, zu reagieren und dazu noch die Lücke, die Andrea Fischer hinterlassen hat mit ihren immer etwas spezielleren Exkursen zu schliessen. Meine Meinung, dass dieser Versuch mit diesem Freitagsblog misslungen ist, bleibt. Ausser es würde, wie Ka sagt, endlich der Link zur Familie gemacht werden. Aber anscheinend bestehen da keine Ambitionen. Schade.

      • 13 sagt:

        @ SF
        Oder aber es ist wieder mal ein Beispiel von viel blabla, wenig sinnvolle Tipps. 😉 Ich bin nicht der Meinung, dass alles bis ins Letzte Detail erforscht werden muss, um damit umzugehen. Manches besteht einfach. Da wären Tipps praktischer. Insbesondere wenn, ich weiss, ich wiederhole mich, es hier nicht um Leser wissenschaftlicher Abhandlungen über die Sexualität geht, sondern das Publikum eher Leute sind, die einfach aus Interesse lesen und vielleicht der eine oder andere eher von Tipps profitiert hätte als davon zu sagen: Das gibt es im Fall.

      • Katharina sagt:

        naja. In der Print Version steht das ganze unter der Rubrik Wissen. Das läst vermuten, dass die Form der Texte darauf ausgerichtet sind. Aus mir nicht ersichtlichen Gründen wurde es dann diesem Format hier angegliedert.

        Aber selbst dann: Die angeblichen Fragesteller erscheinen fingiert. Weiter werden Kompetenzen vorgegeben, die die Authorin ganz einfach nicht hat. So würde ich niemals Rat geben über medizinische Themen (e.g. Urologie), wenn ich zwar klinische psychologie studiert hätte, und das Forschungsgebiet in Essenz nur die typischen Kleinststudien der Soziologie, angereichert mit angelerntem Halbwissen in statistischen Verfahren wären.

      • Katharina sagt:

        Ob es on topic oder nicht sei: MB hat sich gewandelt von einem Forum, wo grundsätzliche Fragen angesprochen wurden, zu einer Platform, wo alltägliches, auf eine bestimmte Stadt ausgerichtetes, angesprochen wird. Die Kommentierer tauschen dann persönliche Bezüge zu diesem engen Kontext untereinander aus. Im wesentlichen so banal wie die bio-degradable Windel von Pampers.

        ‚um Leser wissenschaftlicher Abhandlungen über die Sexualität geht‘ ist in dem Sinn eine evt richtige Vermutung über die Leserschaft, auch wenn dies eigentlich beleidigend denen gegenüber ist, die etwas mehr Tiefgang wünschten – gerade weil Sexualität zentral ist und eine rationale auseinandersetzung dazu wichtig wäre. Aber da sind Sie, 13, vielleicht allzu heteronormativ geprägt.

      • Adina sagt:

        @Katharina um 18:48
        Ja, total banal, but so what? Ist trotzdem immer wieder ziemlich unterhaltsam…
        „Sexualität ist zentral“ das sehe ich auch so.
        Aber damit es weniger banal ist, komm, falls Sie DIE Katharina sind (es kann ja durchaus hier im MB mehrere Katharinas geben) dann schreiben Sie bitte nochmal so ein kleines schönes Gedicht hier, wie der mit dem Mango und die Muschel. Das fand ich so schön, ich wünschte mir fast ich wäre lesbisch. Ohne Witz, so was schönes kann nur eine Frau! 🙂

  • Muttis Liebling sagt:

    Welchen Grund sollte es geben, über Asexualität zu reden oder gar zu forschen? Wenn die Betroffenen darunter nicht leiden, wie erwähnt, gibt es weder ein privates, noch ein öffentliches Interesse am Thema.

    • Markus sagt:

      Weil es vielleicht auch Betroffene gibt, die selber nicht asexuel sind, wie z.B. der Partner oder die Partnerin? Und für diese kann die Asexualität durchaus zu einem ethischen und psychischem Problem in der Beziehung werden.

      • Muttis Liebling sagt:

        In dem Fall klärt man das, oder versucht es zumindest, in einem Zweierdialog und nichts davon dringt nach draussen. So erscheint es, als ob nicht darüber gesprochen wird.

        Es gibt ja auch nicht wirklich etwas zu klären, nur die binäre Frage, kann man eine Beziehung, welche auf Sexualität angelegt ist, asexuell leben kann. Da gibt es ‚ja‘ oder ’nein‘ und die Sache ist durch.

      • Lucrecia sagt:

        Das Problem ist, viele leute (Frauen) sind unehrlich. Sie wollen den Beschützer und Familienvater, deshalb tun sie so, als wären sie „normal“, bis die Kinder da sind und er emotional und finanziell gefangen ist. Erst dann zeigen sie ihr wahres Gesicht und wollen irgendwann gar nicht mehr (und schieben ihm manchmal sogar die Schuld). Fazit: Ein Betrogener Partner, der dann auch der Böse ist, wenn er fremdgeht. Habe schon ein paar Mal mit solchen Männern gesprochen und der Leidensdruck ist massiv. Sie wollen ihre Kinder nicht verlieren und lieben die Frau trotz allem noch.

      • Lucrecia sagt:

        Heute wird ja meistens vor dem „Kauf“ getestet und niemand will da durchfallen. Viele machen dann nur etwas vor, sehen es als „Mittel zum Zweck“.

      • Zufferey Marcel sagt:

        @Lucrecia: Dem Verhalten solcher Frauen liegt eine ausgesprochen kalte Logik zugrunde. Ich weiss allerdings nicht, ob dieser Frauentypus wirklich so häufig ist, wie Sie antönen.

        Sie wollen den Beschützer und Familienvater, deshalb tun sie so, als wären sie „normal“, bis die Kinder da sind und er emotional und finanziell gefangen ist. Erst dann zeigen sie ihr wahres Gesicht und wollen irgendwann gar nicht mehr (und schieben ihm manchmal sogar die Schuld).

        Es soll auch Frauen geben, die das Fremdgehen ihres Partners stillschweigend dulden. Und deshalb ihre Ruhe haben. Vor dem Sex, der ihnen partout nichts sagt. Einen umgekehrten Fall kenne ich: Da ist der Mann froh, wenn sie sich ausserhalb holt, was er ihr nicht geben kann oder will.

      • Lucrecia sagt:

        Es gibt sogar Frauen, die hypersexual und heiss auftreten, megasexy gekleidet, jeden (und jede) verführen, und eigentlich Sex abscheulich oder erschreckend finden. (Ich glaube, man nennt es „Hysterie“.) Ich hatte eine solche Kollegin. Sehr charmant, kleidete sich immer auffällig, lächelte jeden an, war aber mit 24 noch Jungfrau und wollte nur mit den vielen Verehrern spielen, bis sie ihr irgendwann „zu fordernd“ wurden. Sie wollte nur Aufmerksamkeit, keinen Sex.

      • Lucrecia sagt:

        @Zuffrey
        Ja, zum Glück gibt es auch ehrliche und nicht possessive Leute. Welche Mehrheit und Minderheit sind, weiss ich nicht.
        Es gibt auch noch die Männer (und Frauen), die eigentlich Homo sind und jahrelang brauchen, um es sich selber zu gestehen. Habe mal Berichte dazu gelesen. Es braucht Mut und Zeit, sich als „anders“ zu akzeptieren und dazuzustehen.

      • 13 sagt:

        @ Lucrecia
        Ich glaube kaum, dass das Wegfallen der Lust nach einer Geburt unter Asexualität fällt. Oft spielen da Tausende von Faktoren mit. Und in den allermeisten Fällen ist es durchaus nicht so, dass diese Frauen schon vorher keine Lust hatten und den Partner nur anlocken wollen. Ein etwas komisches Frauenbild, das Sie hier zeichnen (und so wie den MB kenne einigen Kommentatoren sehr gelegen kommen wird).
        Und zu Ihrer Freundin: nur weil man gerne flirtet muss das doch nicht heissen, dass man mit jedem ins Bett will und wenn man es nicht tut asexuell ist. Es soll nun mal Menschen geben, die Sex nur in einer festen Beziehung wollen. Ich kenne einige, die bis Mitte 20 enthaltsam waren und heute, 10 Jahre später, ein aktives Sexualleben führen. Mit dem/der Richtigen.

      • Alpöhi sagt:

        Wenn ich Frau wäre und es beim ehelichen Sex immer nur „fast“ bekäme, würde ich mit der Zeit auch gefrustet und nicht mehr wollen. Mit Asexualität hat das relativ wenig zu tun.

      • Annalena sagt:

        Meine Güte, Lucretia, haben Sie ein sonderbares Frauenbild. Ich möchte Ihren Kommentar nicht lesen, wenn Ihre Freundin promiskuitiv lebte, anstatt keusch. Stammen Sie aus der Familie der Borgias oder heissen Sie Lucius? Anders kann ich mir Ihre Posts nicht erklären.

      • Lucrecia sagt:

        Ich verstehe die Kommentare, aber ihr kennt die nicht. Ich habe die am Anfang wirklich gemocht, habe sie erst nach einigen Wochen durchschaut.
        Die war wirklich krank. Sie erzählte auch ständig Bullshit, sie war immer irgendwie Opfer oder VIP. Sie hat die Männer auch in Irre geführt, weil sie (Geld-)Vorteile und Networking davon wollte. Hat sie auch offen gesagt. Nicht jeder tappte in die Falle, einige Männer (die Nicht-Verzweifelten) haben ihr sofort durchschaut. Ein Freund meines Mannes ist „Opfer“ geworden und er hat wirklich gelitten. Sie hat nicht nur geflirtet, sie ist eine Beziehung (bzw. mehrere gleichzeitig) eingegangen, hat Hoffnung gemacht, manipuliert. Er fühlte sich am Anfang mega gut und verstanden, sehr schnell aber wie der letzte Dreck (typisch Manipulator).

      • Lucrecia sagt:

        @Annalena
        Spekulieren Sie ruhig weiter.

        @13
        Ihr Bild von meinem Frauenbild 😉 ist offenbar ziemlich entfernt von der Realität.
        Ich spreche hier von Randphänomenen, nicht von Frauen im Allgemeinen. NB, ich habe das nicht erfunden. Ich habe schon früher Beiträge zum Thema Asexualität gelesen und dort hiess es, dass betroffene Frauen oft etwas vormachen, um überhaupt eine Beziehung zu haben. Ist auch nachvollziebar und verständlich. Finde ich zumindest.

      • Lucrecia sagt:

        Es sollte oben heissen „Viele *asexuelle Frauen“

        So ist das Missverständnis hoffentlich behoben.

      • Susi sagt:

        @Lucrecia: Was Sie beschreiben, ist eine (lehrbuchmässige) histrionisch-narzisstische Persönlichkeitsstörung. (Genau: „histrionisch“ wurde früher „hysterisch“ genannt.) Dramatisch-charismatisch-übersexualisiertes Auftreten, Manipulation, andere Menschen dienen als Publikum oder zu irgendeinem eigenen Vorteil. Empathie ist kaum vorhanden, Kritikfähigkeit noch weniger. Sie verstehen es sehr gut, andere (vor allem das andere Geschlecht) um den Finger zu wickeln, während ihre wahre Motivation der Gewinn von Anerkennung und Aufmerksamkeit ist. Sind immer auf der Jagd nach narzisstischer Zufuhr und fühlen sich leer, sobald diese ausbleibt. Es sind eig. arme Menschen, weitgehend beziehungslos. (Asexualität gehört aber nicht zu den Symptomen, das war bei Ihrer Bekannten wahrscheinlich Zufall.)

      • Lucrecia sagt:

        Danke Susi
        Eine andere Psychologin hat mir gesagt, dass es eventuell einen Zusammenhang gab. Ich lese auch hier (Major Theories of Personality Disorder, 2005, S. 141, auf Google Books): „the hysterical personnality often presents a combination of pseudo-hypersexuality and sexual inhibition“.
        Vielleicht war sie einfach über die eigene Sexualität nicht klar. Einmal hat sie plötzlich einfach ohne Kontext gesagt „Ich hasse Lesben.“ Und einmal hat sie verführerisch für mich getanzt, als sie bei mir war. Habe das damals als „Spiel“ eingestuft. Wer weiss.

      • Susi sagt:

        @Lucrecia: Ja, das stimmt, dass das meistens eine grosse Ambivalenz herrscht, darum sind diese Menschen oft so verwirrend für das Umfeld (mixed signals!). Ich meinte nur, dass Asexualität im Sinne, wie sie im Artikel beschrieben wird, nicht Teil dieser Störung ist, dahinter steckt wohl eine ganz andere Dynamik als bei den Histrionikern.
        Ihre Bekannte hat für Sie aufreizend getanzt? Haha, irgendwie ja noch cool, aber insgesamt tönt sie schon ziemlich gestört! 😀

      • Franz Vontobel sagt:

        Nicht schlecht, Susi: Eine parawissenschaftliche Ferndiagnose aufgrund eines offensichtlich feindselig gefärbten Hören-Sagen-Berichts!

        Wenn ich böse wäre, so würd‘ ich das „esoterischen Unfug höherer Stufe“ nennen… 😀

      • Susi sagt:

        Nö, Franz. Manchmal braucht es nicht mal einen Bericht, sondern nur einen Satz für eine Diagnose. („Ich höre Stimmen!“)
        😀

        P.S. Zufällig kenne ich mich mit NPSlern (inkl. Histrioniker- und/oder Borderliner-Komorbidität) besonders gut aus! It takes one to know one, weisch. 😉

      • Franz Vontobel sagt:

        Manchmal braucht es nicht mal einen Bericht, sondern nur einen Satz für eine Diagnose. („Ich höre Stimmen!“)

        Das stimmt natürlich. Und zusätzliche unwichtige Infos wie „im Nebenzimmer läuft das Radio“ stören dann ja nur bei der Diagnose… 😀

      • Lucrecia sagt:

        @Franz
        Ich bin fast enttäuscht. Ich habe Giftigeres von Ihnen erwartet. Ich hatte sogar meine Antwort parat. Und plötzlich diese Zurückhaltung!
        Was soll ich denn machen, wenn Sie nicht mal etwas voraussehbar sind?
        Bleibt mir nichts mehr übrig, als ein schönes Wochenende zu wünschen. Nächste Woche, schlagen Sie ruhig etwas härter! 😉

      • Lucrecia sagt:

        *berechenbar

      • Susi sagt:

        @Franz: „Und zusätzliche unwichtige Infos wie „im Nebenzimmer läuft das Radio“ stören dann ja nur bei der Diagnose…“

        Hahahaaa, der ist gut!! Sitze im Zug und kichere vor mich hin. (Diagnose?)
        😀 😀 😀

      • Muttis Liebling sagt:

        Der Satz
        Ich höre Stimmen!
        reicht für eine Diagnose nicht aus. Da gibt es immer noch zwei Möglichkeiten.

      • Susi sagt:

        @ML: Und was, wenn einer ein goldfarbenes, glänzendes Hemd trägt und sagt: „Zur Zeit brauche ich praktisch keinen Schlaf?“

      • Muttis Liebling sagt:

        @Susi, das bin ich, wenn ich mal wieder die Morgen- mit der Abendtablette verwechselt habe.

      • Susi sagt:

        Aber ML, die roten Pillen mit den blauen zu verwechseln kann längerfristig ungesund sein!
        😀

    • Michael sagt:

      Herrliches hausgemachtes Problem. Nur weil der Mensch – vermutlich – als einziges Wesen auf der Welt Sex machen kann weil er Lust darauf hat und nicht aus Fortpflanzungsgründen, wird daraus ein Problem gemacht, wenn er dazu eben keine Lust hat. Es geht sogar noch weiter, Ehepartner fühlen sich betrogen, wie man hier liest. Man hat also ein Anrecht auf Sex mit seinem Partner ? Nur weil es vielleicht 90% der Menschheit so machen, kann man daraus noch kein allgemein gültiges Verhalten daraus ableiten und jemanden verdammen, der es nicht so machen will.

      • Sam Fuller sagt:

        @Michael
        Die These vom „hausgemachten“ Problem teile ich nicht.
        Auch in der Tierwelt gibt es haufenweise Sex, der NICHT der Fortpflanzung dient: Schwuler Sex, Gruppensex, Eigensex und und und.
        Junge männliche Delfine masturbieren sich gegenseitig und scheinen viel Spass dabei zu haben. Ob auch sie dadurch eine Art Erwartungshaltung aufbauen und Entäuschungen durchleben, wenn sie ein gegenüber „verweigert“. Ziemlich sicher schon! Bilder von solchen Vorgänge weisen deutlich darauf hin: Sie versuchen den anderen Delfin zu zwingen, damit es zu sexuellen Kontakten kommt und reagieren frustriert, wenn dies nicht gelingt.

      • Michael sagt:

        @Sam – ich hab da immer so meine Problem, wenn man menschliche Kriterien auf Tiere anwenden will – die listige Schlange, der mörderische Hai, der brutale Bär. Das was Sie als – menschliche – Variante des Sexes ansprechen, hat letztendlich auch nur die Fortpflanzung als Ziel. Ist bloss nicht die 1:1 Variante der Menschen. So ist Gruppensex unter Tieren absolut üblich, weil dann die Trefferrate Mann:Frau wesentlich höher ist und so die Fortpflanzung gesichert ist. Ein weiterer der Hauptunterschiede ist doch, das nur ganz wenige Tiermütter auf den Schutz des männlichen Tieres angewiesen sind. Und ihnen ist es egal, wer sie schwängert – hauptsache schwanger !

    • Gerda Schuurman sagt:

      @Muttis Liebling: m.E. gibt es sehr wohl ein öffentliches Interesse um das Thema Asexualität zu erforschen. Denn die Asexualität ist ein ideales Mittel gegen die ausser Kontrolle geratene Vermehrung der Menschen. Zudem umweltfreundlich weil es der Kondom-Müll eindämmt.

      • Muttis Liebling sagt:

        Die Vermehrung der Menschheit ist nicht ausser Kontrolle geraten. Die beruht nur noch auf den Zunahme der Lebenserwartung, nicht mehr auf der Geburtlichkeit. 2065 findet dies ein natürliches Ende.

        Die kumulative Fertilität weltweit beträgt derzeit 2.5 und wird durch die Kindersterblichkeit mehr als ausgeglichen. Es wird nicht Zuviel geboren, sondern zu lange gelebt. Das schadet aber nicht, denn Ressourcen sind genug vorhanden. Es dürfen nur Minderheiten, wie z.B. die Schweizer, nicht 3x mehr davon wegfressen, als ihnen zusteht.

        Nicht Geburtlichkeit, sondern Wohlstand muss man verhindern, dann geht alles. 9-12 Milliarden Menschen könne zwar leben, aber nicht in Wohlstand.

      • Katharina sagt:

        passed, nicht past.

    • Eduardo sagt:

      Genauso ist es. Mehr ist zu diesem Thema eigentlich nicht zu sagen.

  • sabine sagt:

    Passend zum Thema (und zu anderen ähnlichen Themen)
    Der neue Opferautoritarismus: Der Wettbewerb um den Status des Meistdiskriminierten beherrscht den gesellschaftlichen Diskurs. Wie kommt es, dass sich in einer beispiellos egalitären Gesellschaft alle als Opfer fühlen?
    http://www.nzz.ch/feuilleton/zeitgeschehen/diskriminierung-und-viktimisierung-der-neue-opferautoritarismus-ld.110624
    „Rekapitulieren wir darum kurz: Diskriminiert fühlen sich in der verwöhnten Wohlstandswelt weiterhin die Frauen – und längst auch die Männer. Die Homosexuellen, die Bisexuellen, die Asexuellen, die Transsexuellen – und auch die Heterosexuellen. Die Ausländer – und die Inländer. Die Muslime, die Christen, die Agnostiker – und die Atheisten. Die Alten – und die Jungen. Die arbeitenden Mütter…“ etc

    • tina sagt:

      missstände gibt es eben auf vielen ebenen. man kann die verschiedenen problemfelder nicht miteinander vergleichen. weibliche, minderjährige flüchtlinge haben nunmal andere probleme als 40jährige geschiedene asexuelle schweizer männer der mittelklasse

      • sabine sagt:

        „Den Leidensdruck, welchen die Betroffenen aufgrund der Marginalisierung erleiden“
        Es ist offensichtlich: Hier versucht jemand aus der Therapie/Opfer-Industrie das Business warmzuhalten, indem noch irgendeine angeblich marginalisierte unterdrückte Opfergruppe entdeckt wird.

    • Zufferey Marcel sagt:

      Dieser Artikel ist etwas vom Besten, was ich je zum Thema Opferkult gelesen habe! Man darf natürlich nicht vergessen, dass es Opferrollen gibt, die ausgesprochen lukrativ sind- vor allem wenn damit die Schaffung von gut dotierten Stellen beim Staat verbunden sind! Hier besteht ein begründetes Interesse daran, den Opferstatus bestimmter Gruppen mit allen Mitteln aufrecht zu erhalten- sonst würde man ja noch seine Stelle verlieren…

    • Sam Fuller sagt:

      @Sabine
      den von ihnen gepostete Artikel hat für mich viel Wahres aber auch etwas verstörendes, weil die Referenzgrösse gegen den künstlichen „ich bin das wichtigste Opfer“ Clint Eastwood ist. Mitnichten kann er für mich für einen positiven Gegenentwurf stehen. Nicht das rabiate an ihm stört mich, doch sein Menschenbild trägt antihumanistiche Züge. Solche Aussagen macht er und scheint das tatsächlich ernst zu meinen: „Vielleicht brauchen manche Kulturen einen Diktator, damit das System funktioniert“

      • Alpöhi sagt:

        @Sam: Den Satz ganz für sich genommen, ist er eher richtig. Demokratie ist nicht per se gut und ein Diktator ist nicht per se schlecht. Ein Diktator, der das Beste für das Volk anstrebt, wäre für unsere tief gespaltenen politisch blockierten westlichen Länder nicht die schlechteste Lösung.

        Das Problem mit dem Diktator ist, dass er i.d.R., sobald an der Macht, von der Macht korrumpiert wird.

      • Sam Fuller sagt:

        …. „Vielleicht brauchen manche Kulturen einen Diktator, damit das System funktioniert“ von Dirty Harry / Walt Kowalski

        Welches System sollte dann wie wieder funktionieren? Solche Überlegungen tragen starke Züge des Sozialdarwinismus.

      • Sam Fuller sagt:

        Niemals Alphöhi. Never.

        Bevormundung ob durch göttlicher Art legitimiert oder diktaorischer Natur heisse ich nicht gut. Und die Geschichte gibt mir recht. Die Idee dass ein Übervater (sind ja immer Männer) mit alleiniger Macht für die Allgemeinheit etwas regeln könnten sind schwache und primitive Ideen, die stark schaden.

        Als Wichsvorlage gut. Mehr nicht.

      • Sam Fuller sagt:

        Ein Dikator wird nicht durch die Macht korrumpiert! Er ist per se korrupt und sucht dafür die Macht.
        Ein Vater der sein Kind züchtig, weil er ja nur gut meint?
        Humbug für den Robidog 🙁

      • Martin Frey sagt:

        Es gibt keine guten Diktatoren, Alpöhi, das ist in meinen Augen eine völlige Illusion. Selbst wenn es selbstredend beträchtliche Unterschiede gibt zwischen schlimmen Potentaten à la Assad und Regenten die einfach wenig demokratisch an die Macht kamen (wie zb. der König von Marokko).
        Aber Demokratien, selbst wenn sie fehlerhaft, korrupt und schwach imponieren, sind mit all ihren Fehlern Diktaturen immer vorzuziehen.
        Die Leute sehen das zwar oft anders und werden immer wieder (wie aktuell auf den Philippinen) von der Sehnsucht nach dem „starken aber gerechten“ Führer getrieben, aber das bittere Erwachen kommt immer, früher oder später.

      • Alpöhi sagt:

        Nennen Sie mir eine Firma, die demokratisch funktioniert, oder eine Familie. Ich kenne keine.

      • Gerda Schuurman sagt:

        @Sam Fuller: mag sein das der ehrenwerter Clint Eastwood leicht antihumanistisch angehaucht ist. Jedoch ist der durchgeschossene Humanismus manchmal tödlich für Flora, Fauna und Umwelt.

      • Martin Frey sagt:

        Ein Staat ist keine Familie und auch keine Firma. Deswegen sind gute Wirtschaftsführer auch nicht zwingend gute Politiker.

      • Franz Vontobel sagt:

        Immer wieder entlarvend, die dünn bis gar nicht verkleideten Sympathien unserer rechtskonservativen „Patrioten“ für autoritäre Systeme (angefangen beim Gröfaz aus Herrliberg und seiner Bewunderung für Nordkorea…) und ihre Verachtung der Demokratie – man sollte einfach dran denken, wenn sie sich mal wieder als die grossen Beschützer der Demokratie aufspielen…

      • Alpöhi sagt:

        VT, von was schreiben Sie? Ich kann den Zusammenhang gerade nicht erkennen.

        Ich sehe nur Ihre leicht überhöhte Sicht auf die Demokratie. Dabei sagt schon Churchill: „Demokratie ist die am wenigsten schlechte Staatsform.“ Also weit weg von „gut“. Warum das so ist, sehen Sie in einem x-beliebigen Wahlkampf.

        Unsere Demokratien sind vor Egoismus und Hedonismus tief gespalten. Sie sind de facto unregierbar geworden. Unsere Demokratie, also unsere Volksherrschaften, sind nicht in der Lage oder nicht willens, die anstehenden Probleme zu lösen. Was ist Ihr Rezept?

      • Muttis Liebling sagt:

        Dass geht immer weiter vom Thema fort. Den Begriff der ‚Demokratie‘ legt Platon dem Sokrates in den Mund und das meint Herrschaft des Pöbels, wovor man warnen muss. Platon und Sokrates waren Aristokraten und denen ging Volksherrschaft so sehr am A.. vorbei, wie mir.

        Platon präferiert die intelligente Diktatur, was das Christentum mit der Papstfigur aufgegriffen hat. Das ist tatsächlich die stabilste Staatsform seit 2000 Jahren. Es gibt keinen Grund, von dem Gedanken abzuweichen, er sei denn, man will die Herrschaft, wie aktuell, an die Wirtschaft delegieren. Das ist aber auch nur ein nichtpersonaler Diktator.

      • Alpöhi sagt:

        ML, guter Punkt.
        Ich mag Sie, ganz asexuell, sozusagen 😉

    • Gerda Schuurman sagt:

      @sabine, in einer verwöhnte, beispiellos egalitäre Gesellschaft MUSS man sich als Opfer aufführen um etwas Aufmerksamkeit zu erlangen. Denn Aufmerksamkeit ist ein begehrtes Gut…

  • Lucrecia sagt:

    Ein wichtiger Punkt wurde hier ausgeblendet: Das Problem wurde erst sichtbar, seit 1) Frauen und Männer ja oder nein sagen dürfen, 2) die Gesellschaft keine „fertige“ Lösung mehr für solche Leute hat. M.a.W.: Seit die Religion so gut wie keine Rolle mehr spielt und der Sozialdruck für Ehe und Kinder stark nachgelassen hat.
    Früher war klar: Heiraten, Kinder zeugen, „eheliche Pflicht“, oder eben sein Leben Gott, den Kranken (Diakonissen), … widmen und Keuchheit praktizieren. Der Verzicht auf Sex war für Verheiratete gegen Gottes Willen (und Annulationsgrund), kam also nicht infrage, und für Unverheiratete (Frauen) das Richtige.

    • Lucrecia sagt:

      Im Wortlaut: (aus 1. Korinther 7, Neue Genfer Übersetzung)
      3 Der Mann darf sich seiner Frau nicht verweigern, und genauso wenig darf sich die Frau ihrem Mann verweigern.
      4 Nicht die Frau verfügt über ihren Körper, sondern der Mann, und ebenso verfügt nicht der Mann über seinen Körper, sondern die Frau.
      5 Keiner von euch darf sich seinem Ehepartner entziehen, es sei denn, ihr beschließt gemeinsam, eine Zeitlang auf den ehelichen Verkehr zu verzichten, um euch ganz auf das Gebet zu konzentrieren. Aber danach sollt ihr wieder zusammenkommen; (…)
      6 Versteht mich nicht falsch: Was ich hier über zeitweilige Enthaltsamkeit sage, ist ein Zugeständnis an euch und nicht etwa eine Vorschrift.

      Erst seit einigen Jahren ist gesetzlich anerkannt, dass man auch in der Ehe nein sagen darf…

      • Reincarnation of XY sagt:

        Und Alöphi – das von ihnen so umschwärmte Hohelied, wurde von einem Mann geschrieben, der sich nach Eigenangaben sozusagen ein eigenes Bordell mit über 1000 Frauen anschaffte.
        Er lebte also entgegen jeder christlich-ethischen Regel. Und dieser Mann wird nun zum Sexuallehrer für die Christen? Das ist typisch. Der erfahrene Sünder, weist den Schäfchen (welchen diese Erfahrungen verwehrt bleiben) den Weg.

        Sollten Sie sich nicht in erster Linie Jesus und seinem offiziellen Jünger Nr.1, Paulus, orientieren? Dieser empfahl nachdrücklich Zöllibat. Eheliche Vereinigung (auch ohne Kinderwunsch) gebot er, um „Hurerei“ zu vermeiden. Deshalb. Aber selbst dann ohne ausgelassene (heidnische) Leidenschaft.
        Aquin hat sich das zu Herzen genommen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Alpöhi – schade, dass sie nicht bereit sind, wirklich selbstkritisch nachzudenken.
        Was ihnen nicht gefällt stempeln sie als katholischen Irrtum ab, obwohl es auf Jesus und Paululs zurückgeht.
        Ich habe sie auf vieles hingewiesen, auf das sie nicht eingehen. Aber ich befürchte, sie haben es schnell überlesen, weil Sie gar nicht ernsthaft ihre Dogmatik in Frage stellen wollen.

    • Reincarnation of XY sagt:

      in „katholischen“ Zeiten hatten es asexuelle besser, denn sie hatten die moralisch richtige Sexualität.
      Sie konnten den ehrbaren und gesellschaftlich anerkannten Stand eines Priesters/Mönch/Nonne wählen. Und selbst die verheirateten konnten als einzige die katholische Norm erfüllen, Sex allein zur Vermehrung zu praktizieren, dazu noch ohne heidnische Leidenschaft (Aquin wäre begeistert gewesen).
      Heute hingegen ist ein loser, wer nicht möglichst täglich Sex hat. Heute wird in jeder Studie behauptet, dass nur der ein guter Mensch ist, der auch gehörig viel Sex hat.
      So hat halt jede Zeit ihre Dogmen, ihre „Beweise“ dafür und Gläubige, die all diese „Beweise“ dann auch noch glauben.

      • Muttis Liebling sagt:

        Zu katholischen Zeiten hat der Papst Alexander VI. (Rodrigo Borgia) eine Statue seiner Lieblings- Prostituierten anfertigen lassen, die bis heute in der Sixtinischen Kapelle steht. Schätzungsweise 80% der katholischen Pfarrer leben in einem auch sexuell aktiven Konkubinat mit ihrer Haushälterin und niemand nimmt daran Anstoss.

        Der Zölibat ist ein Eheverbot und soll verhindern, dass die Erbschaft des Priesters, Bischoffs usw. an einen legitimen Nachfahren und nicht an die Kirche fällt.

      • Reincarnation of XY sagt:

        ich habe von Aquin geredet und auf Paulus bezug genommen.
        Die Doppelmoral der Kirche ist etwas anderes.
        Die Moral hingegen ist eindeutig auf Asexuealität ausgelegt. Das sieht man bei Paulus und bei Aquin wurde es dann auf die Spitze getrieben.
        In der Doktrin wurde das bis heute nicht geändert.

      • Muttis Liebling sagt:

        Die moralischen Regeln der monotheistischen Religionen stammen aus der vorreligiösen Zeit ab der Sesshaftigkeit. Die Reglementierung der Sexualität beruht auf der Beobachtung, das Promiskuität mit höherer Sterblichkeit verbunden ist. So wie das beim Schweinefleisch auch der Fall ist.

        Die Kirchen nehmen später noch weitere Regeln ins Programm, um ihr Volk zu disziplinieren, Gebete, Lieder absingen, usw.. Das ist genau so sinnvoll, wie Soldaten im Gleichschritt marschieren lassen. Den Krieg gewinnt man damit nicht, es erhöht aber die Disziplin und schaltet den individuellen Verstand ab. Deshalb lehrt ein Papst die Regeln, befolgt sie aber nicht. So ist das auch vernünftig.

      • Alpöhi sagt:

        Gehen wir mal einen Schritt zurück, ins Judentum: Dort kann nur Priester werden, wer verheiratet ist, denn nur wer verheiratet ist, ist ein „vollständiger“ Mensch = Mann und Frau = Ebenbild Gottes.

        Zum Thema „Lust im Judentum“ lese man das Hohelied. Es spricht für sich selber.

      • Reincarnation of XY sagt:

        ML – jaaaa …. aber was war das Thema, ich habe Lucy geantwortet, achten sie mal auf den Kontext.
        Und nein, dass ein Papst etwas von seinen Untertanen erwartet und sie bestraft und selbst etwas anders lebt ist nicht „vernünftig“, es ist heuchlerisch. Im übrigen ist es geradezu liederlich, EINEN Papst als Beispiel für alle Päpste zu nehmen und dann ausgerechnet noch einen der sowieso ziemlich aus dem Rahmen viel.
        So machen es pseudo-Gelehrte, die Unwissenden einfach ihren Ramsch andrehen und es für Gelehrsamkeit verkaufen.

        Alpöhi – Paulus ist für einen Christen weitaus entscheidender als das „Hohelied“ von dem gleichen Verfasser (?), wie das absolut diesseitsbezogene Buch „Kohelet“.
        Sich einfach nach eigenem Gusto alles zurechtlegen…

      • Alpöhi sagt:

        Nein RoXY, „die Summe deines Wortes ist Wahrheit.“ Man kann sich nicht einfach den Paulus rauspicken und den Rest weglegen. (Gilt auch für die Kath. Kirche und die Reformierte, die der kath. die Leibfeindlichkeit nachmachte.) Das Hohelied ist ein Stück erotische Literatur und das in der Mitte der Bibel. Die Kirche hat es vergeistlicht und auf die Beziehung Gott-Kirche interpretiert – aber das steht dort nicht im Text.

        Kohelet ist trotz aller „Sinnlosigkeit“ ein sehr lebensbejahendes Buch: „Lass deine Kleider immer weiss (sauber) sein und lass deinem Haupte Salbe nicht mangeln, iss und trink mit dienen Lieben die du lieb hast (…)“

      • Alpöhi sagt:

        Kohelet lehrte mich, Belangloses belanglos sein zu lassen und mich aufs Wesentliche zu konzentrieren: Das Leben mit meinen Lieben.

        Auch Mamablog ist belanglos und Haschen nach Wind…

      • Alpöhi sagt:

        Und dann merke ich plötzlich, dass Kohelet und Hohelied zusammen sehr viel zu tun haben mit dem heutigen Thema. Paulus natürlich auch, aber der geht das Thema von der anderen Seite an. Sein Ziel ist nicht die Freude an der Körperlichkeit, sondern die Freude an der Geistlichkeit.

        Letzeres ist nicht per se schlecht. Kohelet sagt: „Alles hat seine Zeit“. Also beides, Körperlichkeit und Geistlichkeit.

        Und wer weiss, gehen dann Tore auf und man erlebt Transzendenz in der Körperlichkeit…

      • Muttis Liebling sagt:

        @RoXY, ich sehe einfach keinen Zusammenhang zwischen einer Religion und den konstruierten Regeln einer Kirche, welche sich über dieser Religion aufbaut.

        Der Zölibat und die Askese sind kirchenpolitische Normen, keine religiösen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        ML – zuerst müssten sie mal begründen, wieso kirchenpolitische Regeln etwas anderes sind, als Religion. Es ist ja beileibe nicht so, dass sämtliche Theologen als kühle Real-Politiker irgendwelche Regeln verfasst hätten. (Nicht wenige verfassten ihre Thesen aus tiefster religiöser Überzeugung.) Dann geht es um eine gewisse argumentative Redlichkeit. Alexander VI als Beispiel für die gesamte Kirchengeschichte zu nehmen…

      • Reincarnation of XY sagt:

        Alpöhi – diese „Summe“ ist ein theoretisches Konstrukt, das es gar nicht gibt.
        Ich könnte Ihnen X unvereinbare Widersprüche aufzeigen. Also mussten sich die Christen zu allen Zeiten eine Auslegeordnung zurechtlegen.
        Ich bin ein ziemlicher Fan von der Philosophie des Kohelet. Aber bei genauer Betrachtung steht diese Philosophie im krassen Gegensatz zu den Lehren Jesu und Paulus. Deshalb eignet es sich schlecht als Beispiel um die christliche Sexualmoral zu definieren. (Selbstredend, dass es in der Auslegeordnung unterhalb steht. Aber heutzutage findet diese Auslegeordnung einfach nach eigenem Gusto statt. Bzw. danach, was sich gemäss heutigen Zeitgeist gut verkaufen lässt.)

      • Alpöhi sagt:

        RoXY, Kohelet steht aber AUCH in der Bibel. Die Bibel lässt sich nicht einfach so festlegen wie Sie (oder ich) das möchten.

        Augustinus hatte offenkundig ein Frauenproblem. Das prägt die kath. Kirche bis heute. ML tönt etwas in die Richtung an.

        Um beim Thema zu bleiben: Nehmen wir übungshalber mal an, Paulus sei asexuell gewesen (was einiges erklären würde). Was für Implikationen (auch theologische) ergeben sich daraus?

      • Reincarnation of XY sagt:

        Alpöhi – meine weitere Antwort an Sie ist leider raufgerutscht.
        Doch nun hier: sie sagen, weder sie noch ich könnten die Auslegeordnung bestimmen. (und Augustin auch nicht)
        Ja, wer dann? Der Witz ist, es gibt keine Auslegeordnung. Es gibt zahlreiche Sachen, die sich fundamental widersprechen. Punkt.
        Und der Alpöhi und seine Kirche behaupten nun: unsere ist die richtige Auslegeordnung. Augustin lag falsch. Aber Augustin hat den Text wohl etwas ernster genommen als sie.
        Wenn sie nun selbst Paulus die Autorität aberkennen wollen, weil auch der „ein Problem“ hatte, dann müssten sie endlich so ehrlich sein und sagen: ich nehme einfach heraus was mir vernünftig erscheint, denn die Bibel ist beileibe nicht Gottes Wort. (Das wäre ehrlich und vernünftig)

      • Muttis Liebling sagt:

        @RoXY, Religion ist eine Ideologie, ein Überbaugebilde. Kirchen sind sozioökonomische Gebilde, so wie Olympia, das CH Gesundheitswesen oder jede noch so kleine oder grosse Firma. Völlig uninteressant.

        Alles was man sehen, anfassen oder somatisch spüren kann, ist völlig uninteressant. Der aktuelle Papst ist eine Fehlbesetzung, die Avignon- Päpste waren schlimmer, auch als Alexander VI.

        Das ist alles nicht wichtig. Wichtig ist nur die Ideologie. Da ist der Islam derzeit am stärksten und die Frage ist tatsächlich, ob das nicht die stärkste Religion ist. Zur Beantwortung muss man die Nebensächlichkeiten ausblenden, Frauen- oder Menschenrechte sind kein religiöses Thema.

        Das zentrale Thema von Religion heisst, ist Gott für die Menschen, oder die Menschen für Gott da.

      • Reincarnation of XY sagt:

        ML – das ist ihre – sehr eigenwillig selektive – Definition.
        So eigenwillig, wie ihre Erklärung wer denn nun gute und schlechte Päpste seien.
        Sie deuten jede Sache einfach so, dass es zu ihrem Weltbild passt, (welches selbstredend das einzig richtige ist.)
        Typisch dafür ist, dass sie sämtliche Widersprüche ihrer Theorien stets mit neuen Behauptungen übergehen. Das nun, erinnert mich sehr stark, an die nach ihnen benannte „stärkste Ideologie“, die auch in selbiger Art Argumentiert.
        Kein Wunder ist es ihnen sympathisch. Eine absolutistische Ideologie muss genau so verfahren. Jede Ideologie, die sich in eine vernünftige Diskussion einlässt, wird schwächer und irgendwann, von neuen Erkenntnissen überholt.

      • Muttis Liebling sagt:

        Wir entfernen uns jetzt sehr weit vom Thema. Ich versuche mal, den Zusammenhang herzustellen.

        Sexualität ist ein Primitivverhalten. Das kann jeder Hering, der in Abwesenheit eines Weibchens seine Samen über ein paar 100 Millionen Eiern verspritzt. Das ist zwischengeschlechtliche Interaktion, also Sexualität.

        Asexualität ist ein Kulturprodukt. Asexualität können sich rein biologische Arten nicht leisten. Nur deswegen kann man bei höheren Tieren Sexualität von Fortpflanzung trennen. Eisbären oder Löwen haben auch eine Kultur. Sogar eine sehr hohe.

        Weil aber biologisch bedingt, hat Sexualität eine grosse Manipulationsmasse. Sexualität kann man nicht abstellen, es sei denn, man hat sie nicht, man ist asexuell.

      • Alpöhi sagt:

        RoXY, Sie missverstehen. Ob Sie einfach am griechischen Wahrheitsbegriff scheitern oder ob Sie die Bibel widerlegen wollen, weiss ich nicht, ist auch egal.

        Griechisches Denken ist: Wenn die These A zutrifft, dann ist die Antithese B falsch. Im günstigsten Fall (aber nicht immer) ergibt sich eine Synthese. Diese ist dann wieder richtig und das Gegenteil davon ist falsch. Schwarz-weiss.

        Im hebräisch-jüdischen Denken geht das nicht. In der hebräischen Schrift sind keine Vokale geschrieben. Die muss der Leser sich dazu denken. Das impliziert, dass auch andere Vokale möglich sind, wodurch sich ein anderes Textverständnis, ja ein anderer Text ergibt. Im Jüdischen gibt es daher nicht „die“ richtige Auslegung des Tenach (hebräische Bibel).

      • Muttis Liebling sagt:

        Nur ein bestimmter Grad der Sozialisation lässt zu, dass es Asexuelle, Autisten gibt, als Eisbär würden sie nicht überleben, schon weil sie sich nicht fortpflanzen.

        Homosexuelle überleben aber auch im Tierreich, weil sie eine Funktion haben. Sie schützen ihre heterosexuellen Familienangehörigen und machen das wesentlich konsequenter, als ihre rücksichtnehmend müssenden Angehörigen. So ein paar Prozent Homosexualität sind ein Evolutionsvorteil.

        In diesen Mechanismen steigt die Ideologie ein. Gut ist nicht gut, weil es gut ist, sondern warum es gut ist. Erkenntnisse könne das erkennen, aber nichts verbessern.

        Ich halte die katholische Ideologie für die stärkste, deshalb ist das meine Ideologie, aber rational sind Islam und Judentum stärker.

      • Alpöhi sagt:

        /2 Daraus folgt: Wer die hebräische Bibel liest, muss sich auf den Text einlassen. Muss dem Text nachspüren: Was ist gemeint? Was könnte auch noch gemeint sein? Das führt zu mehreren möglichen Lesarten, die gleichberechtigt nebeneinander stehen. Davon zeugen die talmudischen Diskussionen.

        Der hebräische Text lässt sich nicht festlegen.

        Erst, wenn er übersetzt wird ins Griechische (masoretischer Text) oder Lateinische (Setuaginta) oder Deutsche oder… müssen sich die Übersetzer auf eine Lesart festlegen, wegen der Vokale in diesen Schriften. Eine Übersetzung ist also immer eine (eine!) Auslegung des hebräischen Textes.

        Das Neue Testament ist anders: griechisch abgefasst und festgelegt. Und obendrein von der Textstruktur her dem Talmud viel näher verwandt als der hebräischen Bibel.

      • Alpöhi sagt:

        /3 Tatsächlich ist das ganze NT eine Auslegung des AT, und im Grunde widersprechen sich NT und AT nicht.

        Zurück zum Thema: Wer behauptet, das Christentum oder die Kirche sei asexuell, hat vermutlich ziemlich viel recht. Aber mit der Bibel lässt sich dies eben gerade nicht begründen.

      • Muttis Liebling sagt:

        Aber bitte Alpöhi
        das NT steht im krassen Widerspruch zum AT. Im AT gibt es weder Nächstenliebe, noch Barmherzigkeit. Das sind Erfindungen einer völlig anderen Zeit.

        AT ist Mesopotamien, Beginn des Neolithikums. Erst ab dem Beginn der Beginn der Sesshaftigkeit gab es Kriege und so sagt Gott im AT ‚gehet hin und tötet alle Menschen, auch die Frauen und die Kinder und macht keine Beute.‘

        Mit anderen Worten, zerstört Kultur. Krieg ist etwas anders, als Kultur zu zerstören. Krieg führt man für Beute, aber genau das verbietet das AT.

        Das ist die gemeinsame Wurzel von Judentum, Christen und Islam. Das NT ist eine Art zeitgemässer Korrektur, aber konträr zum AT.

      • Alpöhi sagt:

        ML, das mag ich nun nicht. Entweder irren Sie sich, oder Schlimmeres.

        „Liebe Gott und deinen Nächsten wie dich selbst“ ist ein Zitat aus der Torah aka Pentateuch. Und in Matthäus 25 zetert Jesus am Ende der Zeit über einen Teil der besonders Frommen: „Weich von mir, ihr Übeltäter, ich habe euch nie gekannt!“

        Quintessenz, ganz kurz: Es gibt beides, Barmherzigkeit und Strafe, sowohl in AT und NT.

        Forschen Sie mal wieder. Die Internet-Bibeln mit Volltextsuche sind dazu eine grosse Hilfe.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Lieber Alpöhi, anstatt auf meine Argumente einzugehen, führen Sie nun einfach ein komplett neues Argument ins Feld. Das ist schade, denn dadurch weichen Sie einer Konfrontation aus.
        Ich möchte nun aber trotzdem auf ihr Argument eingehen. Denn ich kann ihnen aufzeigen, dass ihr Argument nur eine Ausrede ist, es ist keine Antwort, auf die Widersprüche ihrer Theorie. Auch wenn dies in der Kürze, die dieses Format uns vorschreibt nicht ganz einfach ist.
        Sie reden nun plötzlich von der hebräischen Sprache, von griechischem Denken, um damit zu sagen, dass man das AT nicht mit griechischer Logik deuten könne. Dass man viel mehr den Sinn erspüren müsse etc.
        1. Nun, wenn es denn so wäre, was ändert das an meiner Frage, wer denn nun die Deutungshoheit hat?

      • Reincarnation of XY sagt:

        Selbst wenn man dieses „Erspüren“ ins Feld führt: warum ist ihr erspüren des Textes dann richtiger, als meines oder das von Augustin?
        Warum behaupten sie dann, die metaphorische Tradition der Kirchenväter über das Hohelied sei falsch? Denn genau dieses „Erspüren müssen“ könnten diese ja als Begründung nehmen, für ihre Deutung. Wenn sie ehrlich sind, müssten sie zugeben, dass mit diesem Argument schlichtweg jede Deutung legimitiert werden könnte.

      • Reincarnation of XY sagt:

        2. Sie selbst stellen sich auf den Standpunkt der christlichen Theologen, die sagen, das NT wäre die Auslegung des AT. Das NT ist griechisch. Und die Argumentation der Apostel ist nun eben genau in griechischer Logik. Das ist ja das besondere, dieser Versuch mit logischen Argumenten, das AT christlich zu deuten. Sie, als Gläubiger, folgen dieser Logik – aber nun, urplötzlich soll dies wieder der falsche Weg, um die Bibel zu deuten.
        Die Kirchenväter folgen mit ihrer metaphorisch-allegorischen Deutung nur dem Beispiel der Apostel, die zahlreiche AT-Geschichten vergeistigten. Bei all den brutalen Geschichten vergeistigen auch Sie. Denn diese widersprechen christlicher Moral und Ethik. (Eben gerade wie auch „Gottesmann“, der sich ein Privatbordell m ü 1000 Frauen zulegt.)

      • Reincarnation of XY sagt:

        3. Als Jünger Jesu sollten für Sie die Worte Jesu und Paulus ohne jedes Wenn und Aber bindender sein – hebräischen Erspüren hin oder her. In Kürze zusammengefasst haben diese gesagt: die Botschaft vom Reich Gottes und des baldigen Weltuntergangs ist zu wichtig, als dass man sich in salomonischer Musse am Leben erfreut. Dazu gäbe es viel zu sagen und zu belegen, aber dafür ist hier kein Platz. Ich zähle auf ihre Schriftkenntnisse und Aufrichtigkeit, dass Sie diesen Punkt selbst durchdenken.

      • Reincarnation of XY sagt:

        4. Sie weisen ML zurück, indem sie darauf verweisen, dass auch im AT Stellen von Barmherzigkeit gibt. Natürlich gibt es die, zahlreich sogar, aber in der Gesamtaussage hat hier ML Recht.
        Hätte Jesus zu Moses „wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein“ gesagt, wäre er als Häretiker gleich mitgesteinigt worden. Lesen sie wieder einmal Esra/Nehemia und sie werden feststellen, dass Jesu Feinde, die Pharisäer, nur in deren Fussstapfen gewandelt sind. Die Einhaltung des Gesetzes hatte höchste Priorität – nicht die Barmherzigkeit. Nicht jüdische Frauen, samt den gemeinsamen Kindern mit ihnen, mussten ausgestossen werden. Keine Rücksicht auf Tränen, keine barmherzigen Zweifel. Der Glaubensheld war der, der den ersten Stein warf. (Auch hier fehlt der Platz, um dies sehr umfangreich zu belegen.)

      • Reincarnation of XY sagt:

        Ich zähle auf ihre Aufrichtigkeit, dass sie Stellen unvoreingenommen selbst nachlesen.)

        Martin Buber, der jüdische Rabbiner sagte: Wer glaubt die Bibel sei Gottes Wort, nimmt die Bibel nicht ernst. Nimmt man die Texte ernst, erkennt man ihre Widersprüchlichkeit und all die vielen unhaltbaren Aussagen. Gerade dann kann man aber sehr viel daraus lernen.

        PS mir gefallen die salomonischen Bücher sehr gut – sie tun gut daran, diese ihrem Glauben beizuwürzen, aber es gibt keine „Summe“, denn dann müssten alle Teile richtig sein und zusammenpassen. Es gibt nur „Gutes, das man behalten kann“.
        Ich hoffe meine Worte regen sie zum Nachdenken an. Denn das glauben an eine Summe kann sehr gefährlich werden, ich habe viel Leid deswegen gesehen.

      • Alpöhi sagt:

        RoXY – ich weiche nicht aus, sondern weise darquf hin, dass Sie missverstehen. Viele Leute verweisen auf die Widersprüche in der Bibel, um das Buch als Ganzes in Bausch und Bogen zu verdammen. Aber wer das tut, hat nichts verstanden.

        Weder Sie noch ich besitzen die Deutungshoheit. Genau darum muss es auch darum gehen, die Gesamtheit, die grossen Linien der Bibel zu suchen. Paulus rauspicken funktioniert nicht.

        Paulus war ein unverheirateter Pharisäer und argumentiert durchs Band nach der talmudischen Tradition. Die Paulustexte haben mit dem griechischen nur die griechische Sprache gemein.

      • Alpöhi sagt:

        /2
        Die jüdische Kultur ist Meister der Dialektik. In der jüdischen Tradition gibt es niemals nur eine „richtige“ Auslegung. „Nur eine richtige“ entspringt dem griechischen, nicht dem biblischen Denken.

        Das kann man nachprüfen. Fragen Sie ihren Alttestamentler oder Lieblingsjuden.

        Daraus folgt: Die Deutung des Hoheliedes als Bild für die Beziehung zw. Gott und der Gemeinde ist eine mögliche Deutung, aber eben nur eine von mehreren möglichen Deutungen, die ebenso ihre Berechtigung haben. Ehrlicherweise müssen Sie zugeben, dass es im Text des Hoheliedes nicht um Gott und die Gemeinde geht, sondern um einen Mann und eine Frau, die sich gegenseitig anziehen.

      • Alpöhi sagt:

        Viele Geschichten und Prophetien in der Bibel haben eine geistliche und eine materielle Deutungsebene. Die Kirche hat eher die geistliche Deutungsebene „abonniert“. Die materielle Deutungsebene können Sie nicht selten im modernen Israel anschauen gehen. Israel ist „Bibel zum Anfassen“. Das fasziniert mich.

      • Alpöhi sagt:

        RoXY, vermutlich werden wir uns hier nicht einig werden wegen „unüberbrückbarer Differenzen“. Müssen wir ja auch nicht. Wenn wir überein kämen, die Sichtweise des jeweils Anderen als „auch eine Deutung“ stehen zu lassen, hätten wir schon viel gewonnen 😉 und ja, da muss ich mich auch an der Nase nehmen…

      • Reincarnation of XY sagt:

        Alpöhi -ich habe mich wohl übernommen, was dazu geführt hat, dass wir etwas aneinander vorbei reden
        1. Ich teile selbstverständlich NICHT die kirchliche Deutung des Hohelieds
        2. die Diskussion drehte sich um die christliche Sexualmoral
        3. ich halte ihnen vor, dass ihr Switch, NICHT mit der christlichen Theologie übereinstimmt
        4. ich halte ihnen vor, dass Sie den krassen Gegensatz zwischen AT und NT einfach nicht wahrhaben wollen
        Ich weiss der Platz ist zu klein, um das sauber darzulegen, aber machen sie sich bitte Gedanken darüber, was ich wirklich sage.
        Wie können sie nur behaupten ich verdamme „in Bausch und Bogen“, wenn ich schliesse mit „es gibt nur Gutes, das wir behalten können“. Es gibt nur nicht die „Summe“, das ist eine Illusion.

      • Alpöhi sagt:

        RoXY – ja, es geht um die christliche Sexualmoral (Pkt.2). Diese deutet das Hohelied um (Pkt.1), was Sie und ich und Andere nicht unbedingt sachgemäss finden. Was kümmert es mich, dass die kath. Theologie das anders sieht? Als Reformierter darf ich selber denken. Und bei Pkt.4 bin ich schlicht anderer Meinung, und bin damit nicht allein.

        Damit lasse ich es bewenden.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Alpöhi – schade, dass sie nicht bereit sind, wirklich selbstkritisch nachzudenken.
        Was ihnen nicht gefällt stempeln sie als katholischen Irrtum ab, obwohl es auf Jesus und Paululs zurückgeht.
        Ich habe sie auf vieles hingewiesen, auf das sie nicht eingehen. Aber ich befürchte, sie haben es schnell überlesen, weil Sie gar nicht ernsthaft ihre Dogmatik in Frage stellen wollen.

      • Alpöhi sagt:

        RoXY – schade, dass Sie erst zufrieden sind, wenn alle Ihrer Meinung sind.
        Kein Witz.

    • Michael sagt:

      Sorry – aber was hat Religion und deren Vorschriften hier zu suchen ? Meiner Ansicht nach hätten die 10 Gebote mehr als ausgreicht, um das Zusammenleben der Menschen die daran glauben zu regeln. Aber der ganze daraus abgeleitet Unsinn, die Frau sei dem Manne untertan, eheliche Pflichten etc. ist völliger Humbug. Betrachtet man es genau ist das einzig zur Erpressung der Bevölkerung geschaffen worden. Wer will schon gegen seinen Glauben argumentieren, wenn ihm gesagt wird, das Gott es will, das Du der Chef und nicht die Frau das sagen hat. Kommt das gleiche von einem König etc. hat man zumindest einen, den man mal fragen kann, warum das so sein soll. Das klappt bei Gott eben nicht.

      • Alpöhi sagt:

        Weil Asexualität viel mit Religion zu tun hat, welche die Asx. propagiert (oder auch nicht, je nach Religion).

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