Der Superpapi-Test

Einmal pro Woche gemeinsam spielen reicht nicht für das Gütesiegel «Super-Papi». Gaëtan Bally (Keystone

Einmal pro Woche gemeinsam spielen reicht nicht für das Gütesiegel «Superpapi». Gaëtan Bally (Keystone

Natürlich bin ich als Mann, der seinen zwei Kindern gern beim Wachsen zusieht, dem zurzeit gern propagierten Vaterschaftsurlaub alles andere als abgeneigt. Bloss – so sei hier einfach mal zur Diskussion gestellt – gibt es nicht andere wichtige Momente im Leben des Nachwuchses, bei denen der Mann im Haus ebenso gefragt wäre, wie während der unvergesslichen Monate nach der Geburt? Braucht es die Väter nicht auch dann, wenn sich die rosa und hellblau eingefärbten Wölkchen verzogen haben?

Sind Sie selber ein Mann mit Kindern und halten sich für einen guten Vater? Dann machen Sie doch kurz diesen Test, und zählen Sie die Fragen, die Sie mit «Ja» beantworten können:

  1. Schneiden Sie Ihrem Kind regelmässig die Finger- und Fussnägel?
  2. Kämmen Sie morgens dessen Haare?
  3. Sind Sie mindestens vier Abende pro Woche anwesend, wenn das Kind zu Bett geht?
  4. Sind Sie viermal dabei, wenn das Kind aufsteht und frühstückt?
  5. Haben Sie schon mal das Erbrochene ihres Sohns/ihrer Tochter weggeputzt? Auch dann noch, wenn es mehr als nur ein Gutsch Muttermilch war?
  6. Haben Sie schon mal freigenommen am Q-Tag?
  7. Und wenn wir grad dabei sind: Bleiben Sie auch mal zu Hause, wenn Ihr Kind überraschend krank wird?
  8. Gehen Sie mit dem Kind zum Coiffeur?
  9. War Ihre Frau schon mal vier oder mehr Tage am Stück weg, und Sie haben die (Schwieger-)Mutter nicht zur Unterstützung bestellt?
  10. Dauerten Ihre längsten Ferien mit dem Nachwuchs allein mehr als zwei Tage?
  11. Kennen Sie die Kleider- und Schuhgrösse Ihres Kindes? Sind Sie sicher?
  12. Apropos: Legen Sie auch mal die Kleider parat am Morgen?
  13. Und: Waren Sie, wenn Sie eine Tochter haben, mit ihr schon mal ein Badekleid kaufen?
  14. Sind Sie der Elternteil, der das Kind bei Halloween und Kindergeburtstagen begleitet? (Hier zählt ein «Ja» doppelt!)

Und? Konnten Sie bei den 14 Fragen zehnmal oder öfters nicken? Dann gratuliere ich Ihnen von Herzen! Sie sind ein Superpapi! (Und Sie schreiben Letzteres sicher auch nicht auf ein T-Shirt, das Sie dem Kind dann anziehen.)

Ich selber? Nun ja, ich bin erst bei neunmal «Ja». Gelobe hier aber hoch und heilig, dass ich mich da noch bessern werde. Denn Kinder brauchen ihren Vater. Und zwar noch viel länger als nur zwei Wochen nach der Geburt.

Lesen Sie dazu auch «Weshalb Papi-Zeit sinnvoll ist» und «Warum Papi-Zeit nervt»: Pro und Kontra zum Vaterschaftsurlaub.