Die fatalen Fehler einer Schulreform

Dieser Beitrag ist der letzte Teil der Serie #Schulewohin. Der «Tages-Anzeiger» beleuchtete im Monat Mai die grössten Herausforderungen der Volksschule.

Ein Gastbeitrag von Karin Näf*

Mamablog

Frustration statt Lernerfolg: Französischunterricht an einer Schweizer Schule. Foto: Gaetan Bally (Keystone)

Die Schule ist im Wandel – und die massiven Bildungsreformen im Kanton Baselland stehen von links bis rechts in grosser Kritik. Denn die Umsetzung der Schulrefom bedeutet auch einen ideologischen Wechsel der Bildungsphilosophie. Weil so vieles so schlecht läuft, haben sich bei den Eltern ein grosses Unbehagen und ein Vertrauensverlust breitgemacht. Drei Beispiele:

Albtraum Zwangsverschiebungen

Fünf Gehminuten von der Sekundarschule Allschwil entfernt wohnen wir. Gleichwohl sollte unser Sohn nach Oberwil zwangsverschoben werden, damit die dortige Klasse randvoll aufgefüllt wird und damit Kosten gespart werden können. Dadurch wurde der Schulweg für den 11-Jährigen um ein Vielfaches länger. Der Baselbieter Bildungsdirektor Urs Wüthrich (SP) gewährte uns und anderen betroffenen Eltern schliesslich ein persönliches Gespräch – genutzt hat es aber nichts. Der Bildungsdirektor proklamierte zwar, wenn so etwas seinen Töchtern passieren würde, ginge er ebenfalls auf die Barrikaden. Verständlich, denn auf seiner eigenen Website propagiert er ein Dorf mit Post, Kirche, Schulen usw. – «alles in Fussgängernähe» als Lebensqualität. Doch in unserem Fall blieben Wüthrich und die Chefbeamten des Amts für Volksschulen trotz ihrer markigen Worte stur und beharrten auf der Zwangsverschiebung unseres Sohnes. Uns blieb nur noch der Weg vor das Gericht. Aus formaljuristischen Gründen erhielten wir recht. Einer der Richter bezeichnete solche Verschiebungen gar als «Unding».

Fatale Ausrichtung des Französisch-Lehrmittels

Nun sind vier Jahr vergangen. In diesem Sommer schliesst unser Sohn die Sekundarschule in unserer Gemeinde ab: In Französisch genoss er einen leichten, klaren Einstieg. Dem folgte ein systematischer grammatikalischer Aufbau mit einem roten Faden, der es ihm ermöglichte, schnelle Fortschritte mit einem alltagstauglichen Wortschatz zu erzielen. Ganz anders sieht es bei meiner Tochter aus. Sie besucht zurzeit die 5. Primarklasse. Sie hat Mühe mit dem neuen Fremdsprachenkonzept, weil eine klare Struktur ebenso fehlt wie ein Wortschatzaufbau. Dafür muss sie hochspezialisierte Wörter wie «Blutlache» oder «Spukhaus» lernen.

Ohne intensive Unterstützungsarbeit der Eltern sind zahlreiche Kinder in diesem kompetenzorientierten System überfordert und frustriert. Ein Französischunterricht nach dieser Durcheinander-Philosophie überzeugt mich nicht und führt oft statt zum Erfolg zu Tränen. Jene Schulkinder, die nicht auf die Unterstützung ihrer Eltern zählen können, bleiben auf der Strecke. Selbst die erfahrene Lehrerin teilte den Schülern mit, sie fände das neue obligatorische Lehrmittel «Mille feuilles» auch nicht gut.

Informatik-Ausbildung ohne Computer

Dass die Umsetzung der aktuellen Schulreformen teils penible Züge annimmt, zeigt auch folgendes Beispiel. Weil die Primarschule über zu wenig Computer verfügt, sind den Eltern kurzerhand schriftlich zwei Varianten vorgeschlagen worden: Man kann sein Kind für einen Computerkurs an der Sekundarschule anmelden oder die Eltern können den entsprechenden Stoff, der notabene gemäss Lehrplan obligatorisch ist, mittels Anleitung der Schule zu Hause ihrem Kind selber beibringen. Wenn bereits solche Sparmassnahmen anstehen, dann frage ich mich, ob wir in zehn Jahren auch den Physik- und Geografiestoff unseren Kindern selber beibringen müssen.

Lesen Sie dazu auch den heutigen Artikel «Der Fall Baselbiet: Vom Pionier zum Querulanten».

*Karin Näf ist Mutter von drei schulpflichtigen Kindern (7, 12 und 15 Jahre alt). Die gelernte Grafikerin lebt in Allschwil und ist Mitglied der neu gegründeten Partei Grüne-Unabhängige.

53 Kommentare zu «Die fatalen Fehler einer Schulreform»

  • Carl Bock sagt:

    Wer sich über Zwangsverschiebungen beschwert bitte nicht vergessen: freie Schulwahl wurde in BL an der Urne mit HAUSHOHER Mehrheit abgelehnt! Beschweren also bitte nur die die damals „ja“ gestimmt haben.

    Selber fand ich das nein schade, denn ich finde auf dem Bildungssektor die Konkurrenz unterschiedlicher Konzepte wichtiger noch als die Konkurrenz in der Wirtschaft! Also kein „one size fits all“ incl. „Reformen“, sondern ein lebendiges Schul-Kulturleben: Lehrpersonen können Dinge probieren, andere davon lernen, usw. Leider gibt’s in der CH dafür kein Verständnis und keine Mehrheiten… 🙁

  • Daniel Vuilliomenet sagt:

    Die aktuellen Schulreformen versuchen alle, alten Wein in neue Schläuche zu verpacken. Das Dumme dabei ist, dass diese Schläuche zwar schön farbig aussehen, leider aber Löcher haben. So entsteht mit der Zeit ein richtiges Durcheinander, weil Stoffinhalte ungeordnet zusammenfliessen (Sammelfächer) oder mit modernen Lehrmitteln (Mille Feuilles, Mathbu.ch u. a.) im Modus „Konstruktivismus“ bereits als Sammelsurium präsentiert werden.
    Mit Bildungspolitikern zu reden ist etwa so effizient, wie auf der Toilette die Wand anzuschreien. Die einzig wirkliche Schulreform führt über „echte“ Lehrpersonen!

  • Claude sagt:

    Das ist ja das Tolle an unserem ungehemmten Feudalismus – vom Stimmbürger so gewollt notabene – jeder kann für sich die Schulbildung wählen, die er sich leisten kann. Da das Steuersubstrat für immer neue Geschenke an Bonzen und Abzocker verbraucht wird, bleibt für die Ätmsten in der Staatsschule nicht mehr viel übrig. Ich freue mich schon auf amerikanische Zustände mit 45 Schülern je Klasse. Also nur nicht verzweifeln, da gibt es noch jede Menge Sparpotential.

    • Marco Maurer sagt:

      bravo Claude, mit der bestehenden Rechtslastigen Mehrheit in der Bundesregierung und in den meisten Kantonen wird es genau so kommen.

  • Hanspeter Müller sagt:

    Das ist halt, wenn man immer wieder auf einen „schlanken Staat“ und eine „schlanke Verwaltung“ hin spart. Aus schlank wird dann irgendwann magersüchtig. Der Abbau des Sozialstaats und des Service publique trifft früher oder später jeden. In der Schule, im Spital, beim Strassenbau… In der Schule führt der Abbau zu unmotivierten Lehrern, fehlendem Material, grossen immer wieder neu zusammengewürfelten Klassen. Es hats jeder mit seinem Stimmzettel in der Hand. Im Herbst sind die nächsten Wahlen. Aber es wird sein wie immer. Hier schimpfen und dann die Faust im Sack machen statt wählen gehen.

    • Marco Maurer sagt:

      sehe ich genauso, wir sparen uns mager (Finanzikapitalismus oder besser Finanzdiktatur). Aber bei der Erbschaftssteuer nein stimmen, die Unternehmensteuerreform annehmen und dann meckern, wenn die Bildungsbudgets runtergeschraubt werden…..im Herbst lässt sich an dieser Politik was ändern, sehe aber wie Herr Müller eher die Faust im Sack. Amre kleine Schweiz.

  • Melanie sagt:

    Schade, dass Mille feuilles ständig so negativ dargestellt wird. Besonders Laien zerreissen sich immer wieder das Maul über die so schwierigen und alltagsuntauglichen Vokabeln. Dabei wird das Konzept von Mille feuilles grundlegend nicht verstanden. Ich erlebe als Französischlehrerin sehr motivierte Kinder, die es geniessen authentische, spannende und kindergerechte Aufgaben zu lösen und vor allem sehr viel selber kreieren zu dürfen. Die Idee ist nicht, dass man alles verstehen soll, sondern dass man sich mit authentischen Texten, Filmen, Liedern usw.. auseinandersetzt.

  • Lea sagt:

    Ich habe ähnliche erfahrungen gemacht. Als ich in die dritte Klasse kam, wurde die Dorfschule geschlossen und mein Schulweg verlängerte sich von 70m auf über 5km. Französisch lernte ich erst nach der Schule, da das verwendete Lehrmittel (On y va!) unbrauchbar war. Und in der Oberstufe hatten wir keinen Sport (zuwenig Turnhallen). Zur kompensation wurde vorgeschlagen, dass wir in der Damenrige (Buben im FC) mitmachen. Sportunterricht in der Natur wurde abgelehnt, da Duschen nicht vorhanden und Lehrkraft nur für schönwetter zu teuer/kompliziert.

  • Aargauer Lehrer sagt:

    Solche Sparmassnahmen werden auch im Aargau kommen: Wenn die Politiker die Klassengrössen hinaufsetzen, dann müssen die Schulen ihre Schüler hin und her schieben. Heute gibt es auch mal kleinere, teurere Klassen, dafür bleibt die Schule für alle im Dorf.

  • Hasler sagt:

    Die Sparpolitik in BL ist immer noch politisch gewollt und wurde deutlich vom Stimmbürger bestätigt. Wer etwas anderes will muss halt bei den nächsten Wahlen entsprechend abstimmen gehen.

  • Jan Holler sagt:

    Den Zusammenhang dieses Blogbeitrages mit dem Thema Schulreform erkenne ich nicht. Schulreformen gehen vom Regierungsrat aus (kantonale Angelegenheit). Standortfragen sind kein Thema irgendeiner Schulreform, sondern abhängig von Entscheiden der Schulkommissionen, die die Schulleitungen (Lehrer) umsetzen.
    Eine Reform kann auch nicht inhaltlich kritisiert werden, wenn die Umsetzung der Reform nicht gelingt, weil finanzielle Mittel fehlen. Da wäre die Politik für die Ausführung zu kritisieren.
    Zu „Mille feuilles“: Lehrmittel sind nur das eine. Die Lehrpersonen sorgen für den guten Umgang damit.

  • Heidi K. sagt:

    Ich bin sehr glücklich darüber, dass wir unsere Kinder in eine Privatschule schicken können. Auch dort ist nich alles Gold, was glänzt, aber wenigstens ist die Bildung zugänglich. Man muss sie sich nur nehmen. Die Öffentlichen bringen’s einfach nicht.

    • Hanspeter Niederer sagt:

      „Ich bin sehr glücklich darüber, dass wir unsere Kinder in eine Privatschule schicken können. Auch dort ist nich alles Gold, was glänzt, aber wenigstens ist die Bildung zugänglich“. Da haben Sie aber Marcel Ospel, Daniel Vasella und andere Geldsäcke mit Ihrer Arroganz glatt in den Schatten gestellt. Aber eigentlich hoffe ich immer noch, dass ich träume …

  • urs sagt:

    ich schlage vor, dass alle Elern eine persönlichen ‚ich bin gut, die Welt ist schlecht Blog aus persönlicher Betroffenheit schreiben. Der Titel muss überhaupt nichts mit dem Inhalt zu tun haben. Titel zur Auswah ‚Abzocker schädigen unser Schulsystem‘, ‚Finanzausgleich verhindert PISA-Fortschritt‘, ‚SVP hat was gegen meine Kinder‘, ‚Hindi wäre sinnvoller‘.

  • Hans Meser sagt:

    Die genannten Beispiele haben nichts mit einer Bildungsreform zu tun. Deren zwei sind einfache Sparmassnahmen und das Französisch-Lerhmittel ein pädagogisch/didaktischer vielleicht auch politischer Entscheid, dafür kenne ich die BS-Verhältnisse zu wenig. Quintessenz: Wo gespart wird, spürt man dies auch.

  • Katharina B. sagt:

    Hier werden HarmoS, Lehrplan 21 und die unsinnige Sparpolitik unserer Kantone auf Kosten der Kinder bunt durcheinander gewürfelt.
    Wenn die Kantone weiterhin keine Mittel für vernünftiges Lernen, akzeptable Klassengrössen, qualifiziertes Lehrpersonal etc. zur Verfügung stellen wollen, dann scheitert jede Bildung!

    • Sportpapi sagt:

      Hm. Andererseits steigen die Bildungskosten laufend an. Vielleicht haben wir doch ein Problem mit den Prioritäten?

  • Isabelle Sieber sagt:

    Die Zwangsverschiebungen beginnen in vielen Gemeinden, z.B. 3072, schon im Kindergarten: Trotz Harmos mit oblig. 2-jährigem Kiga werden viele Kinder aufgrund der Klassengrösse und wegen neu zuziehenden Kindern nach dem 1. Jahr in einen anderen Kiga umgeteilt – teils sogar anderes Schulhaus. Diese Kinder machen damit in den ersten 3 Jahren im Schulsystem 3 grosse Wechsel durch. Ist das im Sinne einer „harmonisierten“ Schule? Ist das im Sinne des Kiga-Lehrplanes? Wer nachdenkt u. -liest, merkt schnell: wohl kaum. Ein schlechter Schullaufbahn-Start ist vorprogrammiert. So gehts nicht!

  • ticki-tacka sagt:

    Mein 2. Vorschlag: Alle diese überkompetenten Eltern – die wohl auch das an der Urne gewählt haben, was dann jetzt eben gilt! – übernehmen den Unterricht jetzt privat selber ODER sie erscheinen morgens um 7.40 Uhr im Klassenzimmer und übernehmen den Unterricht! Dann können sie die Wörter, die das liebe Kind in der Schule lernen muss, selber vorgeben!

  • ticki-tacka sagt:

    Alle jammern übers Französisch, seit Jahrzehnten, keiner mag es, alle müssen es machen… –
    Ich bin dafür, dass wir das Wallis von der Schweiz abtrennen! – kein Französisch mehr für die
    armen Schüler, die deshalb blöde Wörter lernen müssen…Achtung: Der Beitrag enthält Ironie!

  • Linda sagt:

    2. Schaut mal nach Norwegen, wie hoch ist da die Abi Rate 80-90%, dem Land geht es gut. Kann mir doch keiner sagen, dass die CH-Kinder so viel dümmer sind. Ich bin nicht dafür, dass jedes Kind unbedingt ein Abi erzwingen muss, aber solche unterschiede sind schon krass und lassen sich nicht nur mit Intelligenz ja oder nein erklären. Unser Schul- und Sparsystem ist grauenhaft und es wird immer schlimmer. Milliarden von Geldern werden als Entwicklungshilfe ins Ausland verschoben, aber an der CH-Bildung muss natürlich gespart werden.

    • Rena Haug sagt:

      @Linda: Ihrer Aussage nach sind also Kinder, welche den Weg einer Berufsausbildung angehen, evtl. der Matura (heisst bei uns nicht Abi) vorziehen, dumm? Finde ich nun doch eine etwas spezielle Anschauung. Die Matura- oder von mir aus Abitur-Absolventen-Rate hat doch nicht die alleingültige Aussagekraft über die Qualität der Schule. Nun ja, jedem seine Sichtweise…

      • Linda sagt:

        @Haug: Sie verstehen meine Aussage nicht; und unterstellen Sie mir nicht welche Kinder ich dumm finde und welche nicht. Es geht einzig darum, dass der Staat sagen will, was die Kinder zu lernen haben. Das klar erwünscht ist, dass max. 20% der Kinder ins Gymi sollen. ect. und das aus Spargründen!!!! Also sicher auch Kinder, die mehr potenzial hätten, aus Kostengründen klein gehalten werden. PS: vielen Dank für den Hinweis Abi/Matura, das wusste ich bereits, hab mich aber für das „Abi“ als Schreibweise entschieden, um so 3 Zeichen einsparen zu können, ich merke Sie haben’s trotzdem verstanden.

      • Rena Haug sagt:

        @Linda: Wieso so gehässig? Ja, stellen Sie sich vor, ich verstehe es, ich habe nämlich die Matura absolviert und sogar bestens bestanden – ich bin somit nicht dumm! Ich hatte auch sogenanntes „Potential“ und man (be-)drängte mich bzw. meine Eltern zum gymnasialen Weg – würde ich heute übrigens nicht mehr machen! Nun – hinterher ist man immer schlauer.
        Übriens, ich unterstelle Ihnen gar nichts, ich habe nur gesagt: „Ihrer Aussage nach…“ Reine Interpretation Ihres Wortes – anscheinend falsch interpretiert, äxgüsi, kam bei mir nun mal so an, wenn ich’s so lese.

      • Rena Haug sagt:

        Zum Thema noch angehängt:
        Ich empfinde unser Schulsystem eben nicht gar so grauenhaft (meine beiden schulpflichtigen Kinder sind übrigens mitten drin, bin also ebenfalls voll damit konfrontiert). Klar, es gibt Verbesserungspotential – aber ganz ehrlich, wo gibt es das nicht.

    • Hans Meser sagt:

      Wir sind wohl einfach dümmer, als der Rest Europas… Oder unser Schulsystem ist massiv schlechter… Eine andere Erklärung kann es für die unterschiedliche hohen Zugangberechtigungs-Quoten zu Hochschulen nicht geben.

    • Nora R. sagt:

      Ich bin in der CH zur Schule gegangen und habe in Norwegen Abitur gemacht: Was ich dort im letzten Jahr lernen musste, war teilweise Unterrichtsstoff der 8./9. Klasse in der CH! Verglichen mit meinen Freunden in der CH hat ihr Abitur 1 Jahr länger gedauert und sie mussten viel mehr lernen als ich. Mit meinem Wissen aus Norwegen wäre ich nie fähig gewesen eine CH-Abiturprüfung zu bestehen. Ich habe in der Schweiz und in Norwegen studiert und habe zu keinem Zeitpunkt schlechtere Noten geschrieben als die Schweizer. Meine Norwegische Ausbildung war also absolut ausreichend.

    • Nora R. sagt:

      Übrigens: In Norwegen wird jeder der sich für eine Berufslehre entscheided auch zu diesen 80-90% gezählt. Denn die Berufsschule gilt als Weitergehende Schule. Die Übrigen 10-20% sind demnach Schüler die nach der obligatorischen Schulausbildung nicht weitergemacht haben. Das dürfte in der Schweiz etwa im gleichen Rahmen sein.

    • Sportpapi sagt:

      Ach, wir haben doch eine tolle Rate von erfolgreich abgeschlossenen, und vor allem zu guten Jobs führenden Berufsausbildungen. Da können viele Länder in Europa noch einiges lernen von uns. Und wir haben eine Matur, die uns den prüfungsfreien Zugang an die Unis gewährleistet. Wäre doch blöd, noch ein paar Jahre Schule zu machen, und dann doch nicht studieren zu dürfen…

  • Rosa Rettich sagt:

    Wenn eine Lehrerin die Kinder solche Wörter aus dem Mille Feuilles auswendig lernen lässt, hat sie die Idee von Mille Feuilles nicht begriffen und wahrscheinlich nicht einmal den zugehörigen Leitfaden (der übrigens auch die unterliegende Struktur erklären würde) für Lehrpersonen gelesen. Da kann das Lehrmittel nichts für, und Harmos sowieso nicht.

  • Linda sagt:

    Harmos oder nicht, die Sparpolitik in der Bildung unserer Kinder ist grauenhaft, vor allem wenn ich sehe für was sonst alles Geld grosszügig ausgegeben wird. Für unsere Kinder (SO) wurde der Zugang für Informatik-Klassen gesperrt, ebenso zur WMS, zu teuer heisst es. Sie sollen das KV machen, Punkt. Und weil das Gymi auch ganz schön teuer ist, sollen bitte höchstens 20% der CH-Kinder Abi machen, der Rest soll bitte eine Lehre machen. Akademiker/Aertzte, Informatiker ect. holt man sich dann eben im Ausland, ist billiger. Finde nur ich, dass da was gehörig schief läuft???

  • Markus Heinzer sagt:

    Das hat nichts mit Harmos zu tun, wenn der Kanton kein Geld hat für Computer oder die Kinder in andere Gemeinden verschoben werden müssen. Da müsste man einmal die grosszügigen Steuerrabatte und -senkungen der letzten Jahre hinterfragen. So werden die öffentlichen Einrichtungen kaputtgespart, eine gute Schule kann es ohne genügende Mittel nicht geben. Und ein Lehrer sollte die Freiheit haben, ein ihm passendes Lehrmittel anzuschaffen, und nicht nur das vorgeschriebene.

  • ka sagt:

    zeugt nicht gerade von ihrer politischen Kompetenz, wenn sie die Hintergründe nicht korrekt recherchiert haben, Frau Näf. Politischer Übertitel und dann persönliches Gejammer. Schulzuteilungen sind, wenn sie nicht so kommen wie erwartet immer ein Schock, nachher ist aber meisten alles halb so schlimm, die Kinder passen sich gut ein und ev. haben sie sogar noch bessere Lehrer, ist sowieso viel wichtiger als das Schulhaus. Zum Französisch; ich hatte auch meine liebe Mühe mit dem neuen Buch, aber eigentlich spielt es eh keine Rolle, weil Französisch lernen sie sowieso erst in der Oberstufe.

  • fabian sagt:

    Dazu der aktuelle Tagi-Artikel:
    ‚Der Fall Baselbiet: Vom Pionier zum Querulanten‘
    http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Der-Fall-Baselbiet-Vom-Pionier-zum-Querulanten/story/30596782

  • Martin Tanner sagt:

    „Sie können Kommentare zu diesem Eintrag über den RSS-2.0-Feed verfolgen. Sie können einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback von Ihrer Website hierher setzen“ Aha?
    Und für Eltern, die nicht wissen, was ein RSS-2.0-Feed ist, können entweder ihre Sprösslinge fragen, welche das theoretisch in der Schule lernen oder sich zu einem entsprechenden Kursus an der Primarschule anmelden.

  • Martin sagt:

    Entschuldigen Sie Frau Näf, aber ich sehe keinen Zusammenhang zwischen Harmos und den drei genannten Beispielen. Punkt 1 ist Spardruck in der Schule. Ihr Kanton hat (vielleicht auch von Ihnen?) gewählte bürgerliche Regierung und Parlament, welche bei der Schule massiv sparen wollen. Wenn man das will, muss man solche Dinge in Kauf nehmen. Dasselbe gilt für den Mangel an Computern in Beispiel 3 (ausser Sie möchten sagen, dass Sie Informatikausbildung unnötig finden?). Bei Beispiel 2 geht es um die Qualität des Lehrmittels (das ich nicht kenne), nicht um Harmos.

  • tststs sagt:

    Kann mich nur meinen Vorkommentierern anschliessen: Am Thema (Harmos) vorbei… 🙁

  • Gerhard Engler sagt:

    Ihre drei Beispiele haben aber alle nichts mit Harmos zu tun. Ich habe ähnliches selber als Schüler vor 35 Jahren erlebt und auch bei meinen eigenen Kindern vor 10 Jahren. Damals gab es noch kein Harmos.

  • Andreas Müller sagt:

    Na wenigstens lernt die Tochter Französische Wörter. Mein Französischlehrer in der Sek lernte uns Städte zu konjugieren. Solothurn: Ich turne ein Solo, du turnst ein Solo, er turnt ein Solo… Bellinzona: ich belle on Zona, du bellst in Zona… mag ja lustig sein, in Paris ist es relativ wenig hilfreich. Französisch konnte ich nach der Sek keinen Satz stammeln. Meine Sprachpraxis habe ich dann später in Frankreich durch französische Rap Musik, im französischen Kino und bei meiner bilingualen Freundin erworben.

  • René Hofstetter sagt:

    Ohne für oder gegen Harmos zu argumentieren: Was hat das alles mit Harmos zu tun? Harmos soll „nur“ die Lerninhalte zeitlich koordinieren.
    Für die Schulzuteilungen sind die Gemeinden oder der Kanton zuständig, das hat nichts mit Lerninhalten zu tun.
    Ausserdem dürfen nicht Lehrmittel, Lehrmethode und Lernziele durcheinandergebracht werden. Allfällige Unzulänglichkeiten des Lehrmittels und/oder seiner Methode auf die kompetenzorientierte Formulierung der Lernziele zu schieben ist zu vereinfachend, da spielen viele weitere und weitaus wichtigere Faktoren (inkl. der Lehrperson!) mit.

  • Hans sagt:

    Wo ist jetzt da der Zusammenhang zu Harmos.
    Im Kanton Zug wurde der Beitritt zu Harmos abgelehnt. Trotzdem strotz auch unsere Schule vor solchn Sparmassnahen. Ich sehe die Verantwortlichen eher in den Kreisen die schon gegen Harmos waren. Jetzt wo einheitliche Qualitätsstandards dank Harmos Ablehnung nicht mehr existieren, kann das Niveau beliebig gesenkt werden. Die Auftraggeber der rechtsaussenpartei werden Ihre Kinder eh nie in eine staatliche Schule schicken, und das soll sich ja dann auch in de Sicheren Karriere niederschlagen.

  • Emanuel sagt:

    Liebe Frau Näf

    Die drei Beispiele die sie beschreiben haben recht wenig mit Harmos zu tun! Beispiel eins und drei sind politische Entscheide, die ich ebenso verurteile wie sie, aber mit Harmos haben sie nichts zu tun! Das Beispiel mit Mille feuille kenne ich persönlich gut. Ich bin auch Lehrer, wenn auch nicht Französischlehrer. Hier ist es so, dass vor allem „erfahrene“ LP’s Mühe damit haben. Die jüngeren sehen darin durchaus auch Vorteile. Das ist eine Diskussion die durchaus kontrovers geführt werden kann. Es wäre schön, würde man bei dieser Diskussion auch wirklich bei der Sache bleiben.

    • Blog-Redaktion sagt:

      In einer früheren Version des Beitrags war fälschlicherweise von der Harmos-Bildungsreform die Rede. Wir haben die entsprechenden Passagen geändert. Die Redaktion.

  • Anton Keller sagt:

    Fürs Lernen gibts doch das Lernstudio. Schön, dass auch einmal Grüne vom unsinnigen Harmos ernüchtert werden. Bedauerlicherweise geschieht dies nur, wenn sie selbst von der links-grünen Ideologie davon betroffen sind. Nun müsste die Autorin nur noch erkennen, dass bei normalen, alterwürdigem Unterricht die Klassengrösse nicht relevant ist und somit auch keine Umteilungen nötig gewesen wäre.

    • René Hofstetter sagt:

      Die Klassengrösse ist in jedem Fall relevant: Bei grösseren Klassen nimmt die Unterrichtsqualität für den einzelnen Schüler ab — aber es kostet auch weniger, weil man weniger Lehrpersonen anstellen muss. Da aber Bildung in den letzten 200 Jahren immer wichtiger wurde, hat man auch mehr investiert, mehr Lehrer angestellt, um kleinere Klassen und eine höhere Unterrichtsqualität zu erhalten.

    • Emanuel sagt:

      So ein Käse! Beim „alterwürdigem Unterricht“ so wie sie ihn nennen wird einfach nur Wissen vermittelt! Das ist per se nicht so schlimm, aber verstanden hat man damit noch nichts. Ihr Kommentar zeigt ein weiteres Mal, wie alle das Gefühl haben sie könnten beurteilen was guter Unterricht ist nur weil sie einmal (vor gefühlten 100 Jahren) selber zur Schule gingen. Wie gesagt, der Beitrag hat sozusagen NICHTS mit Harmos zu tun!!!

      • Peter Pfrunger sagt:

        Egal Emanuel! Hauptsache selbsternannte Experten könne nach Herzenslust gegen Linke schimpfen und Grüne-Unabhängige sind in etwa so links wie SVPler.
        Wenn der Sohn besser Französisch lernt als die Tochter hart das natürlich mit dem Schulsystem und Harmos zu tun und nichts mit Begabung und Fleiss der Kinder.
        Ausserdem sollte man doch noch kurz nachschauen, wer für die Ausgabenkürzungen verantwortlich ist, die in der Bildung gemacht werden müssen.

      • Hasler sagt:

        @Emanuel. Von einem Extem ins andere: Es ist ja schon so, dass reines Aneignen von Wissen noch kein Verständnis vermittelt. Ich sehe aber eine andere Tendenz. Verständnis oder Kompetenz kann es ohne Wissen nicht geben. Gerade in der Primarschule sehe ich die Vermittlung von Wissen als eher vernachlässigt an. In einer Primarschule sollten mal die Grundlagen beigebracht werden. Wie man dieses Wissen dann mit Hilfe von Google erweitern kann sollte dann eher sekundär gelehrt werden.

      • Stranger sagt:

        Hasler: „Verständnis oder Kompetenz kann es ohne Wissen nicht geben.“ – wie wahr. Dieser Satz gehört ins Stammbuch jedes Erziehungsdirektors der Schweiz.

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.