Ab wann ist es Fremdgehen?

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Betrug ist eine Frage der Definition: Szene aus der BBC-Serie «Mistresses» über vier Frauen und ihren Begriff von Treue und Untreue. Foto: BBC, PD

Küssen, sagt Carla, einen anderen Mann so richtig küssen, rumknutschen, da fange bei ihr Fremdgehen an. Zwei, drei Freundinnen mit am Tisch lachen erstaunt auf. «Echt? Habt du und Marcel das so definiert?», fragt die eine. Für sie müsse dafür schon mehr gelaufen sein. Das sei in den letzten Jahren zwar nicht mehr passiert («Ehrenwort!») – doch erst Sex sei für sie «so richtiges Fremdgehen».

Auch Emilie sagt, für sie beginne Untreue an einem anderen Punkt: Dann etwa, wenn sie sich mit einem anderen Mann immer wieder verabrede, weil sie ihn aufregend finde. Untreu sei man dann, wenn man etwas heimlich tue und dem Partner auf konkrete Nachfrage nichts erzähle: Fremdgehen müsse deshalb nicht unbedingt mit Sex zu tun haben, findet sie. Ihrer Ansicht nach sei man untreu, wenn man sich nicht mehr traue, dem Partner alles zu erzählen.

Die traute Runde ist bereits sehr heiter, doch jetzt gibt es für die Frauen kein Halten mehr. Jede gibt ihre Sicht der Dinge preis, lässt die anderen wissen, wie sie den Betrug am Partner definiert. Wenn der andere einem ständig im Kopf herumspukt. Heisse Chats. Der erste Kuss. Eine gemeinsame Nacht!

«Doch was ist mit den kleinen Geheimnissen?», wendet Maja ein. Und der ureigenen persönlichen Freiheit? Das würden Psychologen im Zusammenhang mit einer glücklichen Beziehung doch immer wieder anführen. «Man hat kein eigenes Selbst, solange man kein Geheimnis hat», sagt sie und zitiert damit einen Psychologieprofessor (Daniel Wegner). Man dürfe sich in einer Beziehung nicht aufgeben. Wenn es einem guttue, ab und zu mit einem anderen zu flirten – und eben auch mal fremdzuknutschen –, dann sei das in Ordnung. Man brauche vor dem Partner durchaus ein paar Geheimnisse. Ein kleiner Flirt hier, ein harmloses Date da: In diesem Rahmen sei das nichts Verwerfliches, sondern vielmehr aufregend und für das eigene Ego sowie die feste Beziehung absolut belebend!

«Ja, klar, Maja, und du siehst das natürlich genauso, wenn dein Liebster danach handelt.» Wir lachen. Das Gespräch plätschert in diesem Stil weiter. Jemand tönt ein heimliches Geplänkel mit einem «Gschpusi» an. Wir winken ab, wollen nichts weiter wissen. Von Geheimnissen, aber auch von Geständnissen ist die Rede. Bis irgendwann nach Mitternacht der Mann der einen Freundin zur Tür hereinkommt, um sie abzuholen. «Wie schön», sagen die einen. «Wie misstrauisch», eine andere.

In den folgenden Tagen denke ich immer wieder an die Gespräche des Abends zurück – und daran, wie verschieden jede einzelne meiner Freundinnen Treue respektive Untreue definiert. Zufällig stosse ich auf einen Artikel im österreichischen «Kurier», in dem es um die Bedeutung von Treue in Beziehungen geht. Und darin sagt die Psychologin Luise Hollerer: «Treue und Vertrauen sind absolut essenziell für eine Beziehung. Das heisst, man soll wissen, wohin sich der andere begibt. Wenn vereinbart ist, dass beide andere Erkundungen machen dürfen, ist es etwas anderes, als wenn man den anderen im Unklaren lässt oder belügt.» Ich finde, das sagt sie ganz gut.

Was ist Ihre Meinung? Und wie definieren Sie Treue und Untreue?

280 Kommentare zu «Ab wann ist es Fremdgehen?»

      • Markus sagt:

        Erlaubt? Erlaubt ist auch das andere, das was nicht dazwischen liegt!
        Gut ist subjektiv.

      • Ellen sagt:

        Girl meets Boy, Boy meets girl. Da gibt es nicht mehr viel dazwischen. Die Bandbreite ist wirklich riesig. Ich kenne Menschen die haben sich als Teenager kennen gelernt und sind immer noch zusammen. Andere brauchen das aussereheliche Glück wie das Wasser zum Leben. Egal was man macht, man sollte zumindest minimal Rücksicht nehmen auf den realen Partner. Schauen Sie sich mal die Dating Seite von RonOrp an. Das spricht Bände und ist wohl eine Realität die man zu akzeptieren hat.

  • Ellen sagt:

    Frauen warten auf den Prinzen auf dem weissen Schimmel (das nimmt besonders dann humoristische Züge an, wenn die Frau ca. 45 ist und denkt, sie muss immer noch oder immer wieder darauf warten) und Männer wollen ihr Gengut massenhaft verteilen. Alles dazwischen ist ok, erlaubt und gut. Sollte aber in jeder Paarbeziehung gut definiert werden.

  • Markus sagt:

    Treue/Untreue/Ehe sind doch konservative, altkrichliche Ideologien! Wir Menschen sollten die Natur als Vorbild nehme, da gibt es Triebe und menschliche Bedürfnisse. Unsere Gene sind immer noch darauf ausgerichtet.

    • Muttis Liebling sagt:

      Schwäne sind monogam, gehören aber keiner Kirche an.

      • Markus sagt:

        Zoologen sprechen bei Schwänen von „sozialer“ Monogamie und seltenst von „sexueller“ Monogamie. Das menschliche Gen ist dem Affen komplementärer.
        Und ja Mutti, Sie haben Recht; Ich mag weder Kirche noch andere Gemeinschaften bloss stellen:
        Es reicht wenn ich sage, konservatives, verklemmte Ideologie.
        Das klassische Beziehungsideal der ewigen Treue ist eine Lüge, denn der Mensch ist nicht monogam (was auch wissenschaftlich bestätigt wird). „Fremdgehen und Treue“ in einer Mann-Frau-Beziehung sollten Vokabular der Vergangenheit werden.

  • Columbo sagt:

    Faustregel:
    Wenn die Freundin / Frau in der Bar herumflirtet und Herren mit wandernden Händen voller Empörung sagt, sie sollen gefälligst innerhalb einer Stunde damit aufhören, geniesst sie ihren wohlverdienten und sowieso viel zu seltenen Freiraum.

    Wenn der Mann aus Versehen die Migros – Kasse mit der scharfen Kassiererin erwischt, schläft der Drecksack für mindestens eine Woche auf dem Sofa.

    • Malena Garcia sagt:

      @Columbo: Ihr Post ist etwas einseitig. Dass beim Thema Fremdgehen oft mit unterschiedlichen Ellen gemessen wird lässt sich nicht abstreiten. In gewissen weiblichen (feministischen) Kreisen wird Fremdgegen bei Frauen tatsächlich zu etwas Positivem stilisiert (Selbstbefreiung), während Fremdgehen bei Männern negativ konnotiert ist (verantwortungslos, egoistisch, rückgratlos). Genau so ungerecht kann aber auch die männliche Optik sein, wenn sie männliches Fremdgehen eher verharmlost und verzeiht als weibliches.

      • Sportpapi sagt:

        „Genau so ungerecht kann aber auch die männliche Optik sein, wenn sie männliches Fremdgehen eher verharmlost und verzeiht als weibliches.“ Obwohl es dafür aber durchaus Gründe gibt, finde ich. Weil weibliches Fremdgehen meiner Meinung nach meist weniger mit sexuellen, als viel mehr emotionalen Bedürfnissen zu tun hat. Aber natürlich ist es der Einzelfall, der entscheidet.

      • tina sagt:

        1. stimmt das nicht: männer, die fremdgehen, behaupten vielleicht männern gegenüber, es gehe ihnen nur um sex. männer sind da gegenüber männern offenbar nicht so ehrlich
        2. was ist an emotionen so grässlich? beim oberflächlichen sex kannst du dir unerwünschte emotionale reaktionen ebensowenig vom leib halten, als wenn du gleich etwas emotionaler bei der sache bist

      • Sportpapi sagt:

        @tina: 1) sie müssen vor allem sich selber gegenüber ehrlich sein und 2) die von mir angesprochenen Emotionen sind dann schon eher das, was eben die Beziehung ausmacht.

      • tina sagt:

        wenn männer gegenüber männern den macho-schein aufrecht halten wollen führt das einfach zu erwartungshaltungen die nicht erfüllbar sind, zu tabus und zu stark verbreiteten scheinbildern.
        moment. nun wird aus emotion plötzlich beziehungswunsch :)? drückt euch ein bisschen klarer aus. eine beziehung einzugehen ist ein bewusster akt, während ein gefühl empfinden ein affekt ist.

  • Peter Ehrenreich sagt:

    … Fremdgehen beginnt immer im Kopf … und dann hat Mann oder Frau sich eigentlich schon von der bestehenden Beziehung verabschiedet … egal ob die beiden in Bett enden oder nicht! So ist es nun mal im Leben 🙂

  • Hans Rabe sagt:

    Fremdgehen ist erst, wenn man(n) mit dem Gedanken spielt. sich zu trennen oder eine neue Beziehung einzugehen. Solange die Beziehung stabil bleibt, und es nur um etwas „körperlichen Austausch“ oder darum geht, sich ausserhalb etwas zu holen was man zu Hause nicht bekommt oder nicht mehr haben kann, ist dies absolut in Ordnung, Und kann eine Beziehung sogar verlängern.

  • susanne beerli sagt:

    Was wie ein Test „werde ich noch von anderen begehrt?“ beginnt, kann sich schnell in mehr entwickeln. Plötzlich ist man verliebt, was meist zum Bruch der bestehenden Beziehung führt. Kinder, Familie, Haus usw. spielen plötzlich keine Rolle mehr, ein Scherbenhaufen bleibt. Frauen verlieben sich viel eher beim Frendgehen als Männer. Ein sehr gefährliches Spiel!

    • Kurt Staub sagt:

      Was für ein faszinierendes Thema. Und wie vielfältig die in den Kommentaren ausgedrückten Meinungen. Mich umtreibt die Idee, dass sich verlieben doch immer wieder schön sein müsste – und sowieso vergänglich. Müssen Schmetterlinge im Bauch für eine Person ausserhalb der festen Beziehung immer bedrohlich sein anstatt bereichernd? Schadet Verlieben der Liebe? Das hiesse, dass man diese Gefühle nicht mehr vernünftig steuern kann. Treue hat für mich mit Verantwortung zu tun, mit dem Willen, primär für einen einst ausgesuchten Partner da sein zu wollen. Genuss nebenbei scheint mir dann o.k.

  • Mann sagt:

    Wenn Du nicht willst, dass Deine Partnerin/Partner fremdgeht, dann unternimm alles, was Dich attraktiver macht als die anderen und unterlasse alles, was Deine Attraktivität vermindert. So einfach ist das.

    • Mike sagt:

      Nein, sooo einfach ist das nicht. Vielleicht am Anfang einer Beziehung, aber nach 20, 30, 40 Jahren zusammen sieht das schon ein Bisschen anders aus, obwohl Mann/Frau ja eigentlich immer dran bleiben sollte. Ausserdem gibt es „da draussen“ ja tatsächlich Menschen die attraktiver sind als Sie und ich (kann ja heissen hübscher, sportiver, schlanker, intelligenter, etc etc). Bevor jemanden beschliesst Fremd zu gehen, rate ich einfach mal mit dem Partner/der Partnerin zu reden, weil anscheinend gibt es da gewisse Bedürfnisse die nicht befriedigt werden.

      • Mann sagt:

        Ich bin seit 26 Jahren verheiratet. Als Mann heisst attraktiv bleiben, sich von einem Frauenversteher weiter zu entwickeln und lernen, die Frau nicht um den Segen zu bitten für das was Mann tut, schliesslich ist sie nicht deine Mutter. Sondern Entscheide selbst fällen, dazu stehen, und auch nicht rechtfertigen. Selbstverständlich gehört dazu, deine Partnerin dementsprechend auch ihr Leben leben zu lassen. Alles tun, damit der erotische Funken immer wieder entflammt. Das Denken ist falsch, es gäbe da draussen jemanden, der attraktiver ist. Dann mach dich auf und beweise das Gegenteil.

    • Martin sagt:

      Und ich habe immer gedacht, Frauen würden einem lieben? Wenn ich „beweisen muss“, dass ich besser bin als alle anderen, dann hat es aber nichts mit Liebe zu tun, sondern mit Begierde. Deswegen habe ich keine Freundin. Was die alles verlangen und was sie dafür bieten. Nicht gerade ausgeglichen.

  • pfau frank sagt:

    Eigentlich einfach: Ab dem Punkt, wo man die gegenseitige Vereinbarung verlässt.
    Ich selber dachte früher immer, ein Seitensprung wäre für meine Beziehung schlimm, na offenbar habe ich damals wohl nicht daran gedacht, dass man auch an Krebs erkranken kann und während der Krankheit von der fremdgehenden „Partnerin“ fallengelassen wird oder man plötzlich (ver-)zweifelt, wenn man sich fragt, ob die Mutter deines Kindes nicht schon früher fremd gegangen ist, vielleicht zu Zeit der Empfängnis.
    Wie auch immer, ein Seitensprung hat immer etwas faszinierendes, bis man selber der Betrogene ist…

  • Katharina sagt:

    Ab wann ist es Fremdgehen?

    Von da an, wo es das andere verletzt, bzw mich das andere verletzen würde.

    In dem Sinn glaube ich nicht an parallele Beziehungen (im Sinn von Polyamorie). Das gelegentliche geheim genossene Erlebnis dann etwas, wovon beide wissen, dass sie es nicht konkret wissen. Das gelegentliche geschieht seltener und seltener, so meine Erfahrung. Das Gras ist so grün wie überall.

    Das partnerschaftliche Vertrauen ist dann, dass, wenn mehr daraus wird, geredet wird.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Katharina:

      “ Das Gras ist so grün wie überall.“
      oder auch dort am grünsten wo ich am meisten giesse und gärtnere 😉

      • Katharina sagt:

        ‚oder auch dort am grünsten wo ich am meisten giesse und gärtnere‘ – es gibt welche, die das Gärtnern in nachbarlichen Gefilden als teil einer offenen ‚aufgeschlossenen‘ Lebensweise quasi als Eigenrecht ausüb(t)en, bis sie die Verletzung am eigenen Herzen spüren durften. Manchmal ist der Dorn, der einen selber sticht, erst, was zum fortgeschrittenen Gärtnern führt.

  • Martin sagt:

    Als erstes: Ich habe herausgefunden, dass Beziehungen für gar nichts gut sind. Mir ist es zu anstrengend. Die ganzen Regeln, Abmachungen, die dann doch nicht eingehalten werden usw. und eben dann das hintenrum. Für mich ist es dann Fremdgehen, wenn es mehr ist, als bloss ein kleiner Kuss auf die Wange. Aber Frauen gehen nie fremd, sie sind ja so treu und ehrlich….

  • Xavier Ramatouche sagt:

    Ab und zu ein sexuelles Abenteuer finde ich ok, solange es keine weiteren Konsequenzen und damit Auswirkungen auf die Beziehung hat. D.h. es kann passieren, dass es mal eine heisse Nacht auswärts gibt, nach der heissen Nacht ist aber Schluss und die Person sehe ich nicht mehr wieder. Das würde ich meiner Partnerin auch nie erzählen – warum auch. Es hat schlicht keine Auswirkungen auf die Beziehung. Umgekehrt halte ich das allerdings gleich – was ich nicht weiss, macht mich nicht heiss. Schlimm finde ich es dann, wenn man eine Parallelbeziehung führt oder eine Affäre und eine Lüge lebt.

    • Mike sagt:

      Dass sexuelle Abenteuer keine weiteren Konsequenzen auf die Beziehung hat, kann ich mich nur ganz schwer vorstellen. Möchten Sie wirklich nicht mit der Partnerin darüber reden? Und haben/hätten Sie keine Schuldgefühle?
      Und dass eine heisse Nacht auswärts „mal passieren kann“ sehe ich übrigens auch nicht so. Ich behaupte, dass die meisten Menschen Monogamie in einer Beziehung erwarten oder gar voraussetzen, und mit dieser Einstellung „passiert“ eine heisse Nacht auswärts einfach nicht, man sucht es dann bewusst.

  • Lia sagt:

    stimme vollkommen zu, dass für einen Betrug zuerst die Grenzen definiert werden müssen. Für mich wäre es bereits Betrug, ein Date zu verabreden, denn die Definition eines Dates ist es, abzuklären, ob mehr möglich wäre, und mindestens eine Seite dieses Dates geht aus diesem Grund hin und nicht, um sich einen Egoboost zu verschaffen. Auch ein Kuss ist ein Betrug, denn Küsse sind bisweilen sogar intimer als Sex. Flirten beschränkt sich bei mir auf Blicke, Lächeln, ein paar Sprüche, aber immer offen und vor Publikum.

    • Widerspenstige sagt:

      Ja da wundere ich mich natürlich nicht mehr, wenn nur noch wenige Beziehungen im Zeitalter von zB Internetchats, Fb, SMS…. überhaupt noch ein paar Jahre halten. Der Pegel ist eindeutig zu hoch angesetzt und deshalb zum Scheitern ziemlich sicher verurteilt. Wer dem Anderen so wenig Spielraum lässt innerhalb einer Beziehung, darf sich nicht wundern, wenn darin das Leben langsam aber sicher erstickt.

      Eine Beziehung ist wie eine Kerzenflamme: sie erträgt ein Lüftchen, sie erträgt sogar einen Luftzug je nach Windstärke, aber löscht aus, wenn man bewusst darauf bläst….

    • Widerspenstige sagt:

      Es kommt dabei aber an, wie lange man schon als Paar zusammen ist u wie man sich arrangiert hat, ohne dem anderen die Luft grad abzuwürgen, wenn er mal einen Flirt hat. So nach 30 Jahren zusammen relativiert sich so einiges diesbezüglich was in jungen Jahren der Beziehung für unmöglich gehalten wurde. So ändern sich Zeiten, denn wir sind ja keine Wachsfiguren, sondern lebendige Menschen mit Weiterentwicklung aus bestimmten Zwängen. 😀

  • Nina sagt:

    Ich halte mich da strikt an Frau Hollerer. Die Abmachung im Paar entscheidet, wo Untreue beginnt. Bei uns bezieht sich diese nur aufs Sexuelle – dafür sind wir in dem Bereich sehr streng. Fremdknutschen gibt’s nicht, den Rest schon gar nicht. Dafür sind unsere Gedanken und Gefühle frei. Wie will man die auch kontrollieren? Wichtiger ist in dem Bereich eher die Ehrlichkeit und den Respekt vor sich selbst und dem Partner. Und dem Versprechen, diesen Tribut zu zollen.

  • Carlo sagt:

    Wir sind seit über 30 Jahren miteinander verheiratet und immer noch ineinander verliebt. Seit mehr als 10 Jahren sind wir Swinger. Wir gehen immer zusammen zu einem Date und wieder zusammen nach Hause. Was dazwischen passiert, ist jedem selbst überlassen. Das ist unsere Abmachung, und die halten wir gegenseitig ein. Wir gönnen uns gegenseitig den Spass und erzählen uns anschliessend gegenseitig vom Erlebten. Fremdgehen würde erst dort beginnen, wo die Abmachung nicht eingehalten wird. Da besteht bei uns keine Gefahr.

    • bonatesta sagt:

      Klingt plausibel. Das mit dem „Verliebt“ nimmt Dir allerdings keiner ab. Das geht humanpsychologisch nicht.

      • Lorenz Anker sagt:

        Bonatesta, zum Glück reden Sie von «Humanpsychologie» – bei der unpräzisen Bezeichnung «Psychologie» hätte ich im Kontext dieses Berichts als erstes an die Veterinärpsychologie gedacht. Und dank der Verwendung dieses schlauen Begriffs erscheint Ihr Kommentar gleich wissenschaftlich fundiert!

  • momoll sagt:

    ….wenn die Kommunikation „darüber“ ins Stocken gerät —-

  • Gerber sagt:

    Werden sogenannte Erkundungen gemacht, so ist der Absprung meist nicht mehr weit; ob das offen oder im Geheimen erfolgt, spielt dabei keine Rolle.

  • Philalet sagt:

    Mit Nietzsche auf den Punkt gebracht: ,,Das Schlimmste ist nicht, dass du mich belogen hast, sondern dass ich dir nicht mehr vertrauen kann.“

  • Martin Johansson sagt:

    Erstaunlich, wie scheinbar freizügig sich hier manche zum Thema Treue in der Beziehung äussern. Eigentlich ist die Grenze klar dort, wo intimer Körperkontakt beginnt, keine Frage (also auch schon ein Zungenkuss). Aber natürlich setzt jeder für sich die Grenze dort, wo er/sie sie haben möchte. D.h. wenn ich küssen möchte ist das für mich noch kein Fremdgehen. Wenn ich kuscheln möchte ist das noch kein Fremdgehen. Wenn ich einen One-night-stand möchte definiere ich das als noch kein Fremdgehen. Die essentielle Frage ist eher: Wie stehe ich dazu, wenn mein Partner/in das auch tun würde?

    • 13 sagt:

      Ja, darum haben hier auch praktisch alle geschrieben, dass das ein Paar zusammen definieren muss. Ob es bei Paar A beim Zungenkuss anfängt und bei Paar B erst beim ONS spielt keine Rolle, solange es für das Paar stimmt.

  • Widerspenstige sagt:

    Treue bzw. Untreue ist eine höchst religiöse Verpflichtung, je nach kulturellem Background verlangt bzw. verurteilt. Das steht in den 10 Geboten ‚Du sollst nicht ehebrechen!‘ (von einem Konkubinat steht da nichts ;/). Es geht hier aber um die Frage des Beginns eines Fremdgehens. Also die Gedanken sind frei, sonst wären wir über kurz oder lang ALLE irgendwann Fremdgeher. Das ist absurd u schaffen wohl nicht mal kirchliche Angestellte wie man weiss. Was ich viel schlimmer finde ist Vergewaltigung in einer Beziehung bis hin zu psychischer Gewalt. Das ist Sadismus u muss niemals geduldet werden!

    • Nico Meier sagt:

      Untreue bei Frauen kann zu Kuckuckskindern führen was zu einem grossen Problem in einer Beziehung führen kann.

      • 13 sagt:

        @ N.M.
        Ist ein Kuckuckskind wirklich viel schlimmer, als ein aussereheliches Kind eines Familienvaters? Mein Mann sagt immer, er würde es nicht wissen wollen, wenn eines der Kinder nicht von ihm wäre. Ok, vielleicht wäre er anderer Meinung, wenn er wirklich zweifeln würde. Aber die Vorstellung, wir müssten nun im Budget noch einen Teil für einen Seitensprung von ihm abzweigen und das 20 Jahre lang und ich müsste das Kind aus dem Seitensprung jedes zweite WE bei uns aufnehmen und akzeptieren, dass er und die andere zwangsläufig immer miteinander zu tun haben werden, finde ich sehr erschreckend.

      • Nico Meier sagt:

        Mich als Mann würde es stören für ein Kind zu zahlen, dass nicht mein Kind ist.
        Desweiteren würde dieser Fall bedeuten, dass meine Partnerin ohne Kondome ausserbeziehlichen Sex haben würde und so auch allerhand Krankheiten in unsere Zweierbeziehung bringen könnte!

      • Widerspenstige sagt:

        Wie immer bei diesen Themen geht es dem Nico M. um den finanziellen Aspekt zuerst. Es geht aber um emotionale Aspekte, um Ursachen des Fremdgehens im weiteren Sinn. Und ja, was für Krankheiten damit in eine Beziehung verschleppt werden, wenn man sich nicht entsprechend zu benehmen weiss auswärts wie zB Aids, Syphilis, etc. Genau deshalb wäre es ja angebracht, dass offen über das Befinden des Anderen gesprochen werden kann. Je früher, desto besser. Oder rechtzeitig die Notbremse ziehen und die Beziehung auflösen. Das geschieht anscheinend heute in grossem Stil…

      • jürg. sagt:

        @13
        Als Eltern sucht man sich in seinen Kindern wieder, dass macht es so schlimm

      • 13 sagt:

        @ N.M.
        Eben, davon spreche ich ja auch. Mich als Frau würde es stören, für ein Kind zu bezahlen, welches nicht meins ist (voreheliche ausgeschlossen) und das müsste ich ja zwangsläufig, wenn ich nach einem Seitensprung mit meinem Mann zusammenbleiben würde, denn wir haben ja gemeinsame Finanzen oder im Falle einer Trennung durch tiefere Alimentenzahlungen. Und mein Mann hätte in dem Fall ungeschützten ausserehelichen Verkehr gehabt und könnte mich anstecken.

      • Nico Meier sagt:

        Natürlich sind Finanzen auch ein Aspekt.
        Nur für jemanden der über grosse Einkünfte oder ein grosses Vermögen verfügt, dem können Kosten egal sein.
        Aber wenn ich mit HIV angesteckt werde durch eine „ohne Schutz rumvögende“ Partnerin so kann dies für mich tödlich enden was mir dadurch mehr angst macht als die Finanzen.
        In meinem Fall kann ich mich glücklicherweise über eine Partnerin freuen, die es nicht nötig hat ausserhalb zu versorgen!

      • 13 sagt:

        @ N.M.
        Sie sollten auch meinen letzten Satz lesen. Wenn mein Mann ungeschützt fremd geht und mich danach ansteckt, ist das doch das Gleiche, wie wenn Ihre Frau das tut. Nicht?

        Ich meine, ich gebe Ihnen in allen Punkten recht, was die Folgen von ungeschützten Fremdgehen für den betrogenen Partner anbelangt, aber warum da ein Unterschied zwischen Mann und Frau gelten soll, ist mir schleierhaft. Die Folgen sind ja mehr als vergleichbar.

    • Sportpapi sagt:

      Oh ja, und schlechtes Essen finde ich irgendwie auch schlimm. Und Schnarchen.

    • Widerspenstige sagt:

      Das Wort ‚kann‘ steht für alle solche Fälle, wo Frau und Mann ihre Leidenschaften nicht im Griff haben. Die sichtbaren Folgen wie zB Kuckuckskinder sind nicht das Thema heute, Nico, und wurden bereits ausführlich öfters hier diskutiert. Es gibt ja auch sehr viele Fälle von ungewollter Schwangerschaft durch eine heisse unkontrollierte Affäre, wo die Folgen die Frau alleine tragen muss. Meistens sind die jeweiligen Männer spurlos verschwunden, wenn dann Regress genommen werden will. Genau dann entstehen ua Kuckuckskinder. Deshalb sollte öfters in Beziehungen über Treue/Untreue geredet werden.

    • Widerspenstige sagt:

      Wie meinst Du das jetzt genau, Sportpaps?

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Widerspenstige:

      „Treue bzw. Untreue ist eine höchst religiöse Verpflichtung,…“
      Dann dürften kirchenferne/a-religiöse (egal jetzt welch) und atheistisch Gestimmte auf diesem Gebiet ja keinerlei Probleme haben?…, Oder sind die, denn diese Menschen haben ja durchaus ebenfalls Ansprüche an eine Beziehung in Sachen Treue/Untreue, noch zu sehr religiös-unbewusst-gesteuert?

      • Widerspenstige sagt:

        Das kann ich nicht genau sagen, aber es könnte durchaus ein unbewusst gesteuerter Mechanismus sein sprich eine spirituelle Eingebung. So definiere ich es für mich inzwischen, obwohl ich da ja meine Mühe habe mit meiner streng-katholischen Erziehung. Atheistische Menschen lassen sich wahrscheinlich weniger beeinflussen durch dieses dogmatische Auftreten vonseiten kirchlicher Würdenträger wie es Katholiken spüren. Sich-Treu-Sein ist wohl universell zu verstehen aus einem intimsten Bedürfnis heraus. Wird dieses Intimste EINSEITIG angekratzt durch Untreue des Anderen, dann beginnt das Loslösen..

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Widerspenstige:

        „Sich-Treu-Sein ist wohl universell zu verstehen aus einem intimsten Bedürfnis heraus. Wird dieses Intimste EINSEITIG angekratzt durch Untreue des Anderen, dann beginnt das Loslösen..“

        Dann wäre das Thema Treue/Untreue unabhängig von Weltanschauungen etwas zentrales für den Menschen, und ein Treuebruch egal in welchem „System“ mit Schmerzen verbunden, resp könnte beziehungsangreifend wirken, solange man sich dann nicht zusammensetzt und das Ganze gründlich durchgeht? Zu diesem Thema gabs heute auf DLF eine interessante Sendung. Werkzeug wär jedenfalls vorhanden… .

      • Muttis Liebling sagt:

        Treue ist ein Schlüsselbegriff und wenn man dessen historischer Bedeutung nachsinnt, ist Fremdgeh- Geplänkel nicht gerade beispielgebend oder verallgemeinerbar.
        Ich bringe wieder mal mein Lieblingsbeispiel, weil meine Lieblingsfrau, Lou Salomé.
        Die hat einen Mann unter der Massgabe geheiratet, niemals mit ihm zu schlafen. Hat sie auch gemacht, obwohl der das nicht erwartet hat. Beide haben sich niemals gegenseitig verlassen, obwohl Lou Exzesse mit Rilke und anderen Männern hatte. Als ihr Mann gestorben ist, hat sie sichtbar getrauert und ist ihm nach einem Jahr gefolgt. Das ist auch Treue.

    • Katharina sagt:

      Wir könnten ja den Aspekt von Uebersetzung und Kontext alter Schriften aufrollen, WS. Ich denke nicht dass ein Glaube viel am Verhalten ändert. Am verheimlichen oder ‚gibt es bei uns nicht‘ oder es als etwas anderes bezeichnen aber vielleicht schon.

      Den Aspekt betreffend alter Schriften habe ich gestern verlinkt.

  • ri kauf sagt:

    Was kann ein Mensch dafür, wenn er sich in einen anderen Menschen verliebt? Ist er dann schuldig? Was kann ein Mensch dafür, wenn er sich von einem anderen Menschen (sexuell) angezogen fühlt? Kann er etwas dafür? Das liegt doch gar nicht in der Macht desjenigen. Das passiert. Was mann/frau dann damit macht ist , noch mal eine andere Geschichte. Ist die Einzelperson zufrieden und ausgeglichen, kann sie mit so einer Situation besser umgehen. Ich finde, man sollte sich in einer Partnerschaft Seitensprünge nicht gestehen, ausser sie haben Einfluss auf die Beziehung.

    • Bernhard sagt:

      @ri kauf: Naja, ein bisschen was dafür kann schon jeder! Wer sich in der Beziehung keine Mühe mehr gibt, sie einschlafen lässt, erhöht die Wahrscheinlichkeit, sich in einen anderen Menschen „zu verlieben“. Wer Intimität und Zärtlichkeit verweigert, erhöht das Risiko eines Seitensprungs. Wo alles stimmt, ist diese Gefahr recht klein! Ich hätte Mühe mit einer offenen Beziehung, weil die Kräfte ungerecht verteilt sind: Die 25-jährige Fitnessqueen wird der 50-jährigen Mutter mit diversen Beschwerden körperlich IMMER überlegen sein. Der lateinamerikanische Yogalehrer dem Durchschnittsmann ebenso…

      • Bernhard sagt:

        Was ich damit sagen will: Wenn wir ja zu einer Beziehung (mit Kind) sagen, geben wir ein Statement ab, dass wir zueinander halten, auch wenn der Körper und der Geist, in den wir uns mal verliebt haben, früher oder später nicht mehr so ganz intakt sein sollten. Durch das Öffnen der Beziehung nimmt dieses „Versprechen“ drastisch an Wert ab, da ich mir holen kann, was ich will, wenn mir die Partnerin irgendwann nicht mehr genügen sollte! Darauf hätte ich keine Lust bzw. meine Verbundenheit der Partnerin gegenüber würde deutlich abnehmen. Fairerweise müsste man dies bereits zu Beginn deklarieren!

      • Sportpapi sagt:

        Hm. Wenn ich Angst hätte, neben einem jüngeren Muskelprotz nicht bestehen zu können bei meiner Frau, dann müsste ich doch gleichzeitig sagen, dass sie nicht mehr auf meinem Niveau steht (und damit hätte ich dann echt Mühe). Denn immerhin müsste sie ja dann bei diesem Jungspund auch noch landen können.

      • Carolina sagt:

        Ich finde, hier werden einige Dinge vermengt: ein Seitensprung kann zwar auch als Warnsignal betrachtet werden, aber es gibt durchaus mögliche Gründe dafür, dem Partner nichts von einem einmaligen Seitensprung zu erzählen. Und Abmachungen am Beginn einer Beziehung sind gut und schön, aber die allermeisten Beziehungen verändern sich in den nächsten Jahren drastisch – Babies, Krankheit, Behinderung, Unlust etc. Besser wäre es, wenn wir alle von Anfang klar darüber wären, dass wir keine Heiligen ehelichen, sondern Menschen – und daraus eine gewisse Gelassenheit zögen statt die Kontrolle

      • Carolina sagt:

        /2 anzuziehen. Ich denke heute ganz anders als früher – mir ist heute, nachdem ich weiss, dass mein Mann ein wunderbarer Vater ist und wir zusammen durch grosse Höhen und Tiefen gegangen sind, seine Loyalität unserer Beziehung gegenüber wichtig; u.U. wäre es mir lieber, er würde mir einen einmaligen Seitensprung nicht beichten.

    • ka sagt:

      jeder Seitensprung hat einen Einfluss auf die Beziehung. Ist meiner Meinung nach eine Illusion, dass sowas ohne Souren gemacht werden kann.

  • Robert sagt:

    Treue ist doch ein Teil einer meist expliziten Vereinbarung, auf deren Basis man zusammen lebt. Was genau dazu gehört muss jedes Paar wohl für sich ausmachen. Aber es ist ja auch nicht nur Untreue, die nicht in Ordnung ist. Es wäre auch nicht in Ordnung, den anderen zu schlagen oder ihm seine Sachen zu klauen oder ihn bei anderen Leuten lächerlich zu machen etc. etc.
    Ganz unabhängig davon bin ich immer wieder erstaunt ob der Vorstellung, das Menschen im Kopf sexuell monogam seien. Das wäre doch höchstens ein Fall von Fantasielosigkeit – oder eine allenfalls kirchlich-religiöse Vorstellung.

  • Manni Mann sagt:

    Die Wortwahl ist unpräzise. Treue bzw. Untreue erstreckt sich auf alle Lebensbereiche. Man kann dem Partner untreu sein, wenn man ihn hintergeht, sei das finanziell, in der Kindererziehung, in der Sexualität … what ever. Fremdgehen bezeichnet klar, dass man eine intime Beziehung mit einem anderen Partner hat.
    Wo das anfängt ist Nebensache. In jeder Beziehung gilt: behandle den andern so, wie du wünscht auch behandelt zu werden. Alles andere ist Heuchelei, Charakterarsau etc – und bitte, bitte… nachher bloss nicht heulen.
    Treue wünscht sich jeder. Was die beinhaltet ist hingegen individuell

  • Sina sagt:

    Grundsätzlich finde ich, dass zuerst mal jeder für sich alleine entscheiden muss, was fremdgehen für einen selbst bedeutet. Erst dann und nur wenn man sich wirklich im klaren ist, kann und sollte man das mit dem partner besprechen und diskutieren. denn für jeden beginnt und endet das an anderen beispielen. im besten fall ist man sich in der beziehung einig, wie das ganze aussieht. falls das nciht der fall ist, muss entweder einer von beiden -je nach schwere der abweichung – einen kompromiss eingehen oder man sollte so ehrlich zu sich selbst sein und sich trennen, wenn man das nicht kann!

  • Thomas sagt:

    Warum geht unsere Gesellschaft immer per se davon aus, dass eine Beziehung auf Treue (ob körperlich oder geistig) aufbauen muss? Warum genau und seit wann ist denn das überhaupt so? Wenn wir uns die Unzahl von Affären und Seitensprüngen vor Augen halten, wollen denn wirklich alle oder zumindest die überwiegende Mehrheit der Menschen dieses Beziehungsmodell?
    Ich finde, wir sollten etwas flexibler werden und es sollte normal sein, dass ein Paar in einer Beziehung diesen Aspekt miteinander bespricht und nicht einfach vom Standard der absoluten Treue ausgeht…

    • Manni Mann sagt:

      Vertrauen Thomas ist essentiell wichtig, um sich geliebt zu fühlen. Missbrauchen Sie das Vertrauen eines Kindes und sie richten grossen Schaden an. Natürlich gibt es Leute wie Sie, die offenbar dieses gesunde Vertrauen nicht geniessen konnten und deshalb keine Antenne mehr dafür haben und als Lonely Rider ein Leben leben, in dem sie selbst mitten unter Freunden „allein“ sind.
      Für Leute wie mich ist das kein Leben. Vertrauen ist für mich die Basis. So leben wir das in unserer Familie. Das hat nichs mit sexueller Monogamie zu tun. Sondern Offenheit und Ehrlichkeit – Liebe. Das gibt es wirklich.

    • 13 sagt:

      „es sollte normal sein, dass ein Paar in einer Beziehung diesen Aspekt miteinander bespricht“

      Es ist vieles normal, wenn man es bespricht und beide die gleiche Meinung vertreten oder sich zumindest auf das Gleiche einigen können. Problematisch wird es dort, wo man es nicht bespricht, sondern einfach davon ausgeht, dass der Partner es sicher gleich sieht, wie man selber.

    • Steffun sagt:

      Sehr richtig, Thomas. Zwei erwachsene Menschen ohne Kinder müssen nicht zusammen bleiben. Die sollen auseinander gehen, zusammen kommen, eine offene Beziehung haben wie auch immer. Hauptsache beiden passt es.
      Kinder lassen einem aber spüren, dass es für sie enorm wichtig ist, dass beide zusammen bleiben – dass die ganze Familie zusammen bleibt (ja, die Katze auch…). Also irgendeinen evolutionären Grund muss es also geben, dass Zusammenbleiben für das Überleben nützlich ist? Ich kenne soviele an Trennungen zerbrochene Menschen, sobald Kinder im Spiel sind.

  • Michi sagt:

    Fremdgehen beginnt im Herzen. Ich bin jetzt seit 15 Jahren verheiratet und wir sind beide über 50, und ich habe immer noch wöchentlich Sex mit meiner Frau.Wir haben den Sex immer als ein Liebesakt genommen, und kein Zeugungsakt, daher schlafen wir trotz Kinder gerne zusammen. Wir sind auch sonst recht aktiv, wir schreiben uns immer noch jeden Tag mehrere SMSen und schreiben und zeigen uns, dass wir uns lieben. Manchmal schreiben wir uns auch noch heisse Texte. Damals waren wir auch so irre verrückt nacheinander und haben nicht aus „falschen“ Gründen geheiratet.

  • Urs-Werner Merkli sagt:

    Fremdgehen ist für mich, wenn meine Frau über andere Männer sehr schlecht spricht, sie lächerlich macht und dann mit ihnen eine Affäre hat. Das geht gar nicht. Und was auch nicht geht, in den eigenen Wänden und die Kinder sind womöglich noch dabei

  • tina sagt:

    ums fremdgehen gehts ja eigentlich nicht, oder? sondern um betrug. betrug ist, eine abmachung nicht einzuhalten. und natürlich möchte man den partner nicht verletzen. was einen verletzt oder was einem wichtig ist, das ändert sich mit den jahren, und das machts nicht einfacher. ausserdem bekommen die dinge eine eigendynamik, was die leute wohl effektiv meinen, wenn sie gefühle für problematisch halten

  • Sandra sagt:

    Es stellt sich doch immer die Frage, wo man im Leben steht und was zwischen zwei Partnern abgesprochen ist. Der Familienvater, der hier schreibt „er würde manchmal so gerne wollen“, dem scheint etwas zu fehlen. Die frischverliebte Frau, welche in der Mitte des Lebens steht und deren Kindern längst aus dem Haus sind, hat kein Problem damit treu zu sein. Also alles nur Frage der Definition. Für mich gilt:“LIEBE ist, wenn Treue Spass macht“. Toleranz ist: Dem Partner nichts verwehren, was man ihm selbst nicht geben kann oder will. Nichts geht über Offenheit und Kommunikation in der Partnerschaft.

  • Ellen sagt:

    Wir haben eine lockere Ehe. Anders gehts nicht. Mit den Kindern, verschwindet die Lust. Also meistens bei der Frau für eine Weile. Und der Mann hat dieselben Bedürfnisse. Wenn man jemanden wirklich liebt, kann man ihn auch gehen lassen. Das sollte jedoch ohne Schmerz und Hassgefühle passieren. Und der Mann sollte dann wieder zurück kommen. Sonst wäre es eine Trennung auf Raten.

  • Moira Mara sagt:

    Für mich beginnt Fremdgehen im Kopf!!

  • Fritz Margot sagt:

    Dass Fremdgehen so unterschiedlich, ja individuell schon fast, definiert wird, hängt auch damit zusammen, dass es bei dieser Handlung immer einen „Täter“ und ein „Opfer“ gibt. Und aus der Sicht des Opfers ist es immer ein bisschen schlimmer als aus Sicht des Täters (oder Täterin). Das ist die Moralisierungslücke, die es immer gibt, wenn durch Handlungen Schaden entstehen kann. Für den Schädigenden ist es nicht so schlimm, eher verzeihbar etc. Für den Geschädigten ist es schlimm, schwierig oder unmöglich zu verzeihen etc.

    • Manni Mann sagt:

      richtig – darum gilt verhalte dich stets so, wie du willst dass der andere sich dir gegenüber verhaltet.
      Das ist allerdings nur der erste Schritt.
      Denn mir sind andere Dinge wichtig, als meinem Partner.
      Also müssen wir kommunizieren. Und für uns einen Weg finden, der für uns beide stimmt.
      Erwachsene Leute mit gesundem Selbstbewusstsein können das.
      Kindsköpfe können das nicht. Die Lügen und Betrügen lieber, sich selbt, den anderen … und irgendwann wird dann geheult, und alle sind so arme, arme Opfer.

  • Jana sagt:

    Ich find das sich gegenseitige Vorschreiben was man auf sexueller Ebene zu tun und zu lassen hat irgendwie recht schräg. Lebe seit 5 Jahren in einer Beziehung, in der wir das eine vom anderen trennen. Mein Mann und ich haben unterschiedliche Bedürfnisse was Sex angeht, aber sonst sind wir uns total einig, dass wir zusammen LEBEN möchten. Wir mussten erst rausfinden, dass es mehr Sinn macht, die Beziehung dahingehend etwas aufzulockern.
    Fremdgehen wäre für mich also, wenn ich oder er plötzlich jemanden kennen lernen würden, mit dem wir lieber „alt werden“ würden. So mit allem was dazu gehört.

    • Kathy sagt:

      Wie schaffst du es, nicht eifersüchtig zu sein?

      • tststs sagt:

        Indem man Sex von den Emotionen löst; indem man zwischen emotionaler und körperlicher Treue unterscheidet.
        Sind Sie eifersüchtig, wenn Ihr Mann lieber mit seinen Freunden an den FCZ-Match geht?
        Sind Sie eifersüchtig, wenn Ihr Mann lieber mit seinen Arbeitskollegen über die aktuellen Börsenkurse spricht?
        Wahrscheinlich nicht, weil er Ihnen „nichts wegnimmt“; und genau so kann man auch sexuelle Vergnügungen ausserhalb der Ehe verstehen. Braucht aber ein grosses Mass an Selbstzufriedenheit und Selbstkenntnis.

      • Sportpapi sagt:

        Gut, tststs. Solche Sichtweisen kenne ich sonst nur von Männern.

      • tina sagt:

        und ich nur von menschen, die selber ihren betrug rechtfertigen, aber nicht vertragen wenn ihr partner das auch so sehen würde ;-). nette theorie, sex ohne gefühl ist aber ein widerspruch. und eifersüchtig sind männer ja bekanntlich schon auch gelegentlich

      • tststs sagt:

        @SP: Jup, weil es nur Männern geziemte, solches auszusprechen…aber wir holen auf 😉

      • Kathy sagt:

        Phü, das wäre eventuell wünschenswert, glaube aber nicht, dass ich jemals so empfinden werde. Es würde mich sehr ekeln, wenn er mit anderen Menschen Körperflüssigkeiten austauschen würde. Zudem ist Sex – im Gegensatz zu den obigen Beispielen – ein gemeinsames Hobby. Anders wäre es vermutlich, wenn ich selber keine Lust mehr hätte, aber solange das nicht der Fall ist, werde ich es wohl nie können. Ich selber habe aber auch das Bedürfnis nicht, mit anderen Menschen Sex zu haben, mein Freund und ich reichen mir vollkommen:)

      • tststs sagt:

        „sex ohne gefühl ist aber ein widerspruch“
        Wieso?
        Man mag einen Unterschied zwischen den beiden Sex-Arten sehen, man mag das eine bevorzugen, resp. das andere komplett ablehnen, aber möglich ist es schon (also ich gehe davon aus, dass Sie mit Gefühl eine „Art von Liebe“ und nicht „Sympathie“ generell meinen…)

      • tina sagt:

        die frage ist, was du unter „gefühl“ verstanden hast tsts, nicht ich.

      • Carolina sagt:

        Ts: sehe ich genauso. Sex ist Teil einer Beziehung, aber welchen Stellenwert er wann einnimmt, ist dem Paar überlassen. Ich finde Steffus Post sehr beeindruckend. Würde allerdings einschränkend sagen, dass ich doch einigen Paaren begegnet bin, bei denen der Sex mit anderen nur dem Bedürfnis des einen Partners entspricht und der andere still vor sich hin leidet. Da ist dann Kommunikation und Gleichgewicht das Thema!
        Steffu: Respekt, finde ich eine sehr erwachsene Haltung!

      • bonatesta sagt:

        Ausser Haus rummachen ist wie auf die Chilbi gehen. Lustig, aber wenn es vorbei ist, ist es vorbei. Wenn es mehr bedeutet als ein Chilbibesuch, dann wird es gefährlich.

      • tina sagt:

        schade, tsts, hast du darauf nicht mehr reagiert: die unberechenbarkeit der gefühle, und je mehr leute involviert, desto heikler. meiner erfahrung nach kann man schon offene beziehungen haben, aber nicht über längere zeit. das kriegen nur wenige leute hin, und dazu müssen sie sich extrem verbiegen (kompromisse eingehen, die sie nicht wollen. verletzungen ertragen und zufügen. heikles pflaster)

      • Sportpapi sagt:

        @Carolina: Vermutlich noch häufiger gibt es die Situation, dass der eine in der Partnerschaft auch Sex ausserhalb der Beziehung verzichtet und innerhalb der Beziehung seine Bedürfnisse nicht stillen kann. Wo die aktuelle Lösung also vor allem den Bedürfnissen eines Partners genügt, und der andere still vor sich hin leidet… Und nein, ich glaube nicht, dass man mit Kommunikation alles lösen kann. Schön wäre es, wenn innerhalb der Beziehung ein Gleichgewicht hergestellt werden könnte, wie erwähnt, in dem beide Kompromisse machen. Das geht aber nicht, wenn eine Seite sich auf Prinzipien beruft.

      • Carolina sagt:

        SP: Ich habe das doch auch nicht behauptet, oder? Häufigkeit kann ich nicht beurteilen, aber natürlich neigen wir alle wohl ein wenig dazu, das, was uns selber umtreibt, auch als häufig vorkommend zu betrachten.
        Mit Kommunikation und Gleichgewicht meine ich, dass in allen Beziehungen früher oder später auf irgendeinem Gebiet ein Ungleichgewicht auftaucht – Paare, die gelernt haben, ihre Bedürfnisse klar zu kommunizieren, können damit einfacher umgehen als solche, die gern schweigend einen immer höheren Leidensdruck aufbauen. Insofern finde ich sowohl Janas als auch ts’s Haltungen vorbildhaft,

      • Carolina sagt:

        /2 auch wenn sie nicht die meinen sind. Entscheidend ist, dass jeder für seinen Teil an der Beziehung, was er einbringt oder eben nicht, die Verantwortung übernimmt.

      • Sportpapi sagt:

        @Caro: Ich wollte im Wesentlichen sagen, dass dies ein schwieriges Thema ist, in dem die Kommunikation etwas schwerer läuft als vielleicht in anderen Bereichen einer Beziehung. Und dass vielfach wenig Bereitschaft zu Kompromissen besteht.

      • Carolina sagt:

        Ja, das ist sicher so. Oder in vielen Beziehungen scheint mir die Bereitschaft zu Kompromissen bei einem Partner stärker ausgeprägt zu sein als beim anderen… Aber auch das muss das einzelne Paar wissen – wenn beide damit leben können….

    • tina sagt:

      also wenn da gefühl steht, verstehe ich auch nur gefühl und nicht liebe oder sympathie. aber ok, dann eben so. du meinst einfach sex ohne liebe, aber mit sympathie. das kann aber eigendynamik entwickeln. siehe mein eintrag weiter unten

    • tina sagt:

      konkret: ich hatte auch schon etwas mit einem mann, der eine „offene ehe“ führte. er war ein freund und hat noch klar gestellt, ich soll mich dann nicht verlieben. verliebt hat aber unplanmässig er sich, worauf seine beziehung komplizierter wurde als erwünscht. an dem punkt brach man das experiment ab mit mir, auf meine kosten. fazit: bei offenen beziehungen springt die aussenstehende person über die klinge. finde ich inakzeptabel

      • Franz Vontobel sagt:

        Wieso auf „ihre“ Kosten? Sie waren ja offenbar nicht verliebt..?

      • tina sagt:

        ja eben, da wirds dann unplanmässig schwieriger als man denkt. offenbar war es nicht möglich weiterhin mein kumpelfreund zu bleiben, da es dann eben doch nicht so einfach zu sein schien, sich das mit der verliebtheit wieder abzuschminken. ich verlor den freund und konnte nichts dafür. es ist ein beispiel dafür, dass es auch mit jahrelanger übung und überzeugtheit unplanmässig laufen kann mit dem trennen von sex und liebe/mehr zuneigung als erwünscht oder was auch immer

      • tina sagt:

        und mit der liebe ist das so eine sache. was ist das denn, wenn dir ein freund sehr am herzen liegt? ich finde das fühlt sich durchaus auch wie eine form von liebe an.
        ich hätte nicht erwartet dass das mit den beiden kompliziert werden könnte, sonst hätte ich lieber auf sex als auf den freund verzichtet.
        das war ein beispiel. ich habe so ähnliches oft mitbekommen. offene beziehungen klappen nur phasenweise, dann hören die leute wieder auf damit oder schlimmer. jemand kommt immer zu kurz dabei

      • tina sagt:

        uah, wieso hängen meine texte so lang….
        vontobel: ich habe den freund verloren. ob wegen beiden oder ihm oder ihr: es war zu schwierig offenbar, wieder zum kumpelfreundmodus zurückzukehren.

      • bonatesta sagt:

        „Kumpelfreund“. Klingt wie Chateaubriandznüni oder Ferrarigarrette.

      • Franz Vontobel sagt:

        Sie hatten die Idee, mit ihrem „Kumpelfreund“ in die Pfanne steigen zu können, ohne dass sich an ihrer Beziehung etwas ändert?! – Sorry, aber das ist doch etwas sehr naiv… und dass dieses Rad dann nur sehr schwer zurückzudrehen ist, das ist logisch.

      • tina sagt:

        zwischen „etwas ändern“ und ganz abklemmen ist da doch noch eine gewaltige bandbreite vontobel. tu nicht so abgeklärt. ja, für mich wäre das in ordnung gewesen so damals. auch den sex wieder wegzulassen. wir haben das tatsächlich jahre früher auch schon mal so gemacht.
        es geht auch nicht um mich dabei, sondern um die tatsache, dass man auch als geübter „sex und liebe“-trenner das manchmal doch nicht so planmässig durchziehen kann. hätte mir auch passieren können, ja. ist es aber nicht in dem fall

      • tina sagt:

        (mal abgesehen davon, dass ich klar der meinung bin, dass es illusorisch ist, „gefühle“ und sex trennen zu wollen und das auch nicht anstrebenswert finde. und auch nicht glaube, dass man in einer liebesbeziehung platz für mehr als 2 leute hat auf dauer und ohne dass mindestens einer sehr leidet)

      • tina sagt:

        das grässliche wort kumpfelfreund diente nur der abgrenzung von freund im sinne einer liebesbeziehung.
        dass das thema mit erwachsenen immer gleich ablaufen muss…. ich finds jedesmal ein bisschen unfassbarer

      • mila sagt:

        @tina: Es gibt guten, ja sogar fantastischen Sex ohne Gefühle. Gerade bei einem ONS lernt man bisweilen sexuelle Seiten von sich kennen, die man vorher nicht kannte – weil es noch keine Gewohnheit(en) gibt respektive Gefühle, auf die man Rücksicht nehmen müsste (bzw. meint, darauf Rücksicht nehmen zu müssen). In einer späteren Beziehung wird man dann evt. davon profitieren, indem man diese Seiten von sich von Anfang an einbringt – bevor sich romantisierte Vorstellungen vom Beziehungssex eingefahren haben.

        Bei der Einschätzung von offenen Beziehungen bin ich hingegen ganz bei ihnen,

      • mila sagt:

        in der Realität geht das eher selten für beide auf Dauer gut. Auch wenn der Kopf es noch so gerne so einfach hätte mit der Trennung von Körper und Gefühl.

      • tina sagt:

        danke mila. etwas bewegt einen ja dazu, lust auf sex mit jemanden zu haben. wenn das kein gefühl ist, weiss ich auch nicht ;-). das ist anziehung. da geht es nicht nur darum, den hunger zu stillen, rein mechanisch, das könnte man ja leichter haben, ich behaupte, dass immer gefühle dabei sind, sonst hätte man ja gar keinen sex. und wo gefühle sind, entwickelt sich eine eigendynamik. ich sage nicht, man ist der total ausgeliefert als ob man ferngesteuert wäre. aber es kann schwierig werden. schliesslich ist thema fremdgehen.

      • tina sagt:

        von wegen „seiten, die man noch nicht kannte“: das trifft ja hauptsächlich für jüngere zu. irgendwann weiss man ja schon, was man gut findet

      • mila sagt:

        Attraktion, Anziehung ist für mich nicht ein Gefühl im eigentlichen Wortsinn – es ist zunächst einmal nicht mehr als eine chemische Reaktion. Aber sicher, es kann der Beginn für Gefühle sein.

      • mila sagt:

        Was mich zudem irgendwie immer befremdet bei Menschen: dass sie meinen, sie würden sich und ihre Bedürfnisse ab einem gewissen Alter quasi in- und auswendig kennen. Mir geht es jedenfalls nicht so (egal in welcher Hinsicht), und ehrlich gesagt wäre mir schrecklich langweilig, wenn ich irgendwann zu mir sagen müsste: so, dass bis jetzt du und es gibt für Dich nichts mehr Neues über Dich zu entdecken.

        Weder bin ich das Mädchen, das ich einmal war, noch die Frau anfang zwanzig, mitte zwanzig, anfang dreissig… Ich bin noch nicht einmal mehr der Mensch, der ich vor einem Jahr war.

      • tina sagt:

        verliebtheit ist eben auch nur eine chemische reaktion

      • tina sagt:

        dass beim sex oxytocin produziert wird, lässt sich gar nicht verhindern, und oxytocin nennt man nicht umsonst bindungshormon.

      • mila sagt:

        Ich kann nur für mich sprechen, aber bei mir dauert es relativ lange, bis sich die berühmten Schmetterlinge im Bauch einstellen. Anziehung allein reicht nicht, ich muss den Menschen näher kennen. Und da es dann die Persönlichkeit ist, die den Ausschlag fürs Gefühl des Verliebtseins gibt (nicht allein der Körper und das ’sich gut riechen können‘), würde ich für mich sagen, dass dieser Zustand keine ausschliesslich chemische Reaktion mehr ist.

        Die ‚amour fou‘ auf den ersten Blick habe ich noch nie erlebt – aber wer weiss, vielleicht ist das etwas, was noch auf mich wartet. 😉

      • mila sagt:

        Und zum Oxytocin, na ja: ich fühlte mich keineswegs jedem meiner Bettpartner verbunden. Dafür müsste wohl das (singuläre) Ausschüttungsergebnis über einen längeren Zeitraum erfolgen, allerdings müsste man sich dafür eine Wiederholung wünschen… Und das tut man keineswegs immer, selbst wenn der Sex gut war.

      • mila sagt:

        In solchen Fällen würde ich eben (für mich) folgerichtig von Sex ohne Gefühle sprechen, weil ich Anziehung erst mal nicht als Gefühl definiere. Und ich glaube, die meisten hier würden dieser Definition folgen.

      • tina sagt:

        ich habe nicht behauptet mich in und auswendig zu kennen, ich betonte gerade hier im thema, wie sich bedürfnisse ändern. „In einer späteren Beziehung wird man dann evt. davon profitieren, indem man diese Seiten von sich von Anfang an einbringt – bevor sich romantisierte Vorstellungen vom Beziehungssex eingefahren haben.“ ich persönlich war jedenfalls irgendwann so weit, dass ich auch in beziehungen in der lage war, neues zu entdecken

      • mila sagt:

        @tina: Das ist jetzt aber etwas völlig anderes als „irgendwann weiss man ja schon, was man gut findet“. Danke für die nähere Ausführung, der ich sogar zustimmen würde. Es ist wie so vieles im Leben ein Reifeprozess, insofern überraschen mich Studien nicht, wonach Frauen erst ab ca. 30 zur vollen sexuellen Selbstbestimmung (ich hätte auch schreiben können ‚Blüte‘) gelangen. Mir fällt es heute jedenfalls viel leichter zu artikulieren – egal ob in einer Beziehung oder ausserhalb -, was ich will, als dies früher der Fall war. Das macht den Sex automatisch besser, auch im Sinne von bewusster.

      • tina sagt:

        ja genau, es ist eben nicht immer entweder 0 oder gleich 100. ich persönlich habe fast permanent mehrfach schmetterlinge, aber das hat auch nicht viel zu bedeuten. ich nenne es „ein grosses herz“ 😉

    • Frau Berner sagt:

      Jana, ich bin etwas spät mit der Antwort, aber das haben Sie sehr gut umschrieben. Zu dieser Denkweise fehlt mir aber der Mann. Ich denke, dass man nicht den Anspruch haben darf, dass man in einer Beziehung alle Bedürfnisse des Partners erfüllen kann. Und auf der sexuellen Ebene erst recht nicht. Ein grosses Thema. Die gesellschaftlichen Moralansichten dazu, haben wir uns ja vor vielen vielen Jahren ja selbst eingebrockt. Spricht man aber in der Beiz mit einer Gruppe darüber, kommen unerwartet viele Aussagen, welche den Ihren sehr ähneln. Nur fehlt den meisten der Mut dazu, dies umzusetzen.

  • Steffu sagt:

    Ach! Es schlagen so sehr zwei Herzen in mir (das eine nicht in der Brust). Ich, Familienvater, verheiratet, noch nie was gehabt und trotzdem, jedes Mal, wenn es wieder Frühling wird, wenn ich eine Frau schön und spannend finde (es braucht bei mir etwas mehr als nur äussere „Qualitäten“), dann, dann möchte ich so sehr. Und dann stelle ich mir vor, dass es danach kein Halten mehr gibt. Dass ich – viel später irgendwann – meinem Sohn und meiner Tochter, erklären muss, warum wir nicht mehr zusammen wohnen können, warum alle traurig sind. Und dann, dann gehts wieder. Einigermassen.

    • Kathy sagt:

      Hm.. würde mir vielleicht ähnlich gehen, wenn ich zulassen würde, einen Mann spannend und schön zu finden. Ich versuche deshalb keinen „Einzelkontakt“ zu anderen Männern zu haben, das funktioniert bei mir hervorragend. Und in der Phantasie kannst du mit dieser Frau ja anstellen, was immer du möchtest.

      • Sportpapi sagt:

        Also einfach der Versuchung ausweichen, statt ihr widerstehen?

      • tststs sagt:

        Problem (gemäss O.Wilde): Ich kann allem widerstehen – ausser der Versuchung! 🙂

      • Kathy sagt:

        Ja, so ist es doch am einfachsten. Ich muss nicht Situationen provozieren, wo ich in Versuchung kommen könnte. Selberstverständlich kann man nicht alles kontrollieren und ich kam auch schon in Versuchung, aber dann gehe ich einfach nach Hause und bin froh, meinen Freund zu haben.

    • Carina sagt:

      Puh….schön geschrieben und fadegrad ehrlich

    • tststs sagt:

      @Steffu: Ich weiss, es braucht unglaublich viel Mut, aber sprich doch Deine Liebste mal darauf an…. evtl geht es ihr genau gleich, und evtl. könnt‘ Ihr ein Arrangement wie Jana (siehe unten) treffen…

      • Steffu sagt:

        @tststs: Lockere Beziehung geht bei mir nicht. Ich kann das Körperliche nicht vom Rest trennen. Ich behaupte, wer behauptet, beim ersten Mal guten S.. zu haben, hatte noch nie so richtig guten. Und den richtig guten kriege ich eben nur mit Vertrauen und Empathie und gemeinsamen Humor. Und das ist wesentlich mehr, als eine sogenannt lockere Beziehung vertragen könnte.
        @ Kathy: Diese Variante nehme ich, wenn ich merke, dass es ernster werden könnte. Aber ich würde lügen, wenn ich sagte, dass mir das Spiel mit dem Feuer nicht auch ein wenig gefällt.

      • tststs sagt:

        Hey Steffu,hehe. ich will Sie ja zu nichts überreden… Ich könnte aber noch aufführen, dass es durchaus auch zwischen Menschen, die sich erst gerade kennengelernt haben, ein Gefühl von Vertrauen und Empathie geben kann… (resp. ich bin da biologistisch veranlagt: der Entscheid, ob wir jemanden riechen können oder nicht, fällt innerhalb von Sekunden). Aber es ist nicht jedem gegeben, vor so einer Person auch gleich die Hosen runterzulassen…
        Uuuund: man sollte dringend zwischen Beziehungen/Affären und ONS ausserhalb der Ehe unterscheiden; zweiteres wird eher akzeptiert…

      • 13 sagt:

        @ Tststs
        Aber auch da muss zwischen einer Affäre/Beziehung und einem sogenannten „Hausfreund“ unterschieden werden, also ein zweiter Partner, von dem der eigentliche Partner weiss und der nur dazu dient, sex. Bedürfnisse ausleben zu können, man aber gar keine Beziehung mit ihm möchte (alles natürlich auch mit umgekehrten Geschlechterrollen). Ist vielleicht nicht häufig, aber es gibt durchaus Fälle, wo das funktioniert.

    • lenalina sagt:

      Genau so ist es, Steffu. Ganz genau so… Dieses verdammte Verlangen – wieder einmal so krasses Begehren zu spüren und so hemmungslos begehrt zu werden. Und sich diesem Begehren hinzugeben.. Hach… Andererseits, ohne Verlangen wäre das Leben arm und trostlos, also leben wir damit und leben es zumindest in Gedanken aus.

  • Reto sagt:

    Gedanken bestimmen die Gefühlen und Gefühle das Handeln. Deshalb beginnt Fremdgehen nicht erst beim Handeln sondern IMMER in unseren Gedanken – ob man das wahrhaben will oder nicht.
    Dieses Prinzip gilt für alles Handeln, nicht nur beim Fremdgehen – die Handlung beginnt in den Gedanken.

    Deshalb bedeutet Reife, die Fähigkeit seine eigenen Gedanken zu verstehen und unter Kontrolle zu haben.

    • Brunhild Steiner sagt:

      🙂

    • Sportpapi sagt:

      @Reto: Verstehen ist sehr gut, Kontrolle eher weniger.

      • Reto sagt:

        Warum Kontrolle eher weniger?
        Was nützt nur Verstehen, wenn wir mit dem Verstandenen nichts anfangen können? Kontrolle über das Verstandene bringt erst einen Nutzen.
        Etwas verstehen aber keine Kontrolle darüber zu haben, führt letzendlich nur zu Frustration.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Sportpapi:

        was verstehen Sie unter „Kontrolle“?
        Ich denk mir mal dass diejenigen, welche auf sportlichem Gebiet überragende Leistungen erbringen, ua ihre Gedanken bezüglich ihrer sportlicher Ambitionen nicht nur „verstehen“, sondern auch kontrollieren, oder kontrolliert diesbezüglich unterstützende/motivierende Gedanken gezielt aufbauen. Warum sollte das auf anderen Gebieten nicht ähnlich gehen?

      • Sportpapi sagt:

        Weil ich mich selber unterdrücke, wenn ich Gedanken unterdrücke, mich weigere, offenber doch vorhandene Bedürfnisse wenigstens zur Kenntnis zu nehmen. Der Umgang damit, die Entscheidung, die Handlung, das ist dann etwas anderes. Ich habe da immer irgendwie alte Priester im Kopf, die sich züchtigen wegen ihrer unzüchtigen Gedanken…

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Sportpapi:
        das was Sie formulieren hat für mich, Sie erwähnen es ja selbst schon, mehr mit Unterdrücken/Verdrängen zu tun, und eben gerade nicht mit „Kontrolle“, welche sich mit dem Vorhandenen, den verschiedenen Möglichkeiten damit umzugehen auseinandersetzt, und im Anschluss einigermassen bewusste Entscheidungen trifft.

      • Carolina sagt:

        Ich finde, Gedanken müssen absolut frei sein. Auch in einer Ehe! Immer und überall. Ob ich meinen Gedanken Taten folgen lasse, ist etwas ganz anderes. Da setzt dann soziale Kontrolle bzw Beziehungskompetenz ein, wo ich entscheiden muss, wo meine Prioritäten liegen.
        Eine Ehe, in der Partner sogar die Hoheit über die Gedanken des anderen verlangen (Schatz, was denkst Du gerade?), möchte ich nicht führen.
        Daher gebe ich SP vollumfänglich Recht (wenn Du es überhaupt so gemeint hast): Verstehen ist gut, Kontrolle nicht.

      • Carolina sagt:

        Ehen sind so vielfältig wie die Menschen, die sie führen. Verlangen zu unterdrücken kann weniger schlimm sein als manche Dinge zu benennen; für manche stimmt es, keinen Sex mehr zu haben; andere müssen wegen unterschiedlicher Bedürfnisse eine andere Lösung finden, die aber mit der Liebe für den Partner nichts zu tun hat, die bleibt. Luise hat geschildert, wie so eine Ehe auch aussehen kann – durch wirklich erwachsene und selbst-bewusste (!) Entscheidungen für beide das Richtige zu tun.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Carolina:

        „Ich finde, Gedanken müssen absolut frei sein. Auch in einer Ehe! Immer und überall. Ob ich meinen Gedanken Taten folgen lasse, ist etwas ganz anderes.“

        Nur können von mir her erst Taten erfolgen, wenn ich diese zuvor gedacht habe…,
        so gesehen halte ich (oder strebe es zumindest an) mich an die Worte:
        „achte auf deine Gedanken, denn sie bestimmen dein Leben“.
        Egal auf welchem Gebiet.

      • Muttis Liebling sagt:

        Brunhild, das fiel mir auch auf, aber Carolina meinte wohl etwas anderes und hat sich nur ungeschickt ausgedrückt.
        Gedanken sind vorweggenommene Taten. Worte sind ein Schritt weiter ein Test, ob Gedanken umsetzbar sind. In der Tiefenpsychologie arbeitet man deshalb auf der gedanklichen Ebene. Nur was gar nicht erst gedacht wird, hat kaum Chance auf Realisierung.
        Mit Gedankenkontrolle, was Carolina meinte, hat das nichts zu tun.

      • Carolina sagt:

        Hä? Was jetzt? Gedankenkontrolle im Sinne von: Gedanken erst gar nicht aufkommen lassen? Oder: Gedanken haben, zulassen, aber dann entscheiden, ob ich sie in Handlungen umsetze? Ich verstehe nicht, wie man lernen soll oder sich selber zwingen soll, Gedanken gar nicht erst zu haben. In der lösungsorientierten Psychologie, ML, sind Gedanken ein Hinweis auf Wünsche, Phantasien und Ideen. Soziale (Eigen-)Kontrolle bzw Beziehungskompetenz setzt da ein, wo ich ganz allein für mich entscheide, welche Bedeutung ich Gedanken zumesse und ob ich sie in Taten umsetze.

    • Benedikt Bauernberger sagt:

      Ich muss Ihnen widersprechen. Ihre Aussage klingt, als wären Gedanken und Handeln beides gleichwertiges Fremdgehen bzw. definieren Sie Gedanken als Handlungen.
      Das ist recht katholisches Denken. Und psychotherapeutisch bedenklich.
      Ich kann als Mann sehr wohl den Hintern einer 14 jährigen sexy finden, jedoch erst die Umsetzung des Triebes in irgendeiner Tat macht den Pädophilen. Und glauben Sie mir, ich möchte oft jemanden umbringen, vor allem im morgendlichen Strassenverkehr! Das macht mich jedoch ebenfalls noch nicht zum Mörder.
      Ich glaube niemandem der behauptet er betrüge nie in Gedanken!

      • Reto sagt:

        Ich gebe Ihnen Recht, Herr Bauernberger. Wir alle betrügen in Gedanken. Das ist genau der Grund, weshalb Fremdgehen in Gedanken beginnt. Wenn wir wirklich nicht physisch Fremdgehen wollen, müssen wir das gedankliche Fremdgehen stoppen.

        Denken Sie wirklich, dass jemand erst durch die Tat ein Pädophiler wird? Das ist vielleicht per Definition und vor dem Gesetz so, aber nicht in Wirklichkeit – das Pädophil sein beginnt in Gedanken.

  • Stefan Meier sagt:

    Ich hatte, als ich single war, mit drei verheirateten Frauen eine Affäre. Als ich selber heiratete, habe ich aufgehört und bin seither treu. Klar denke ich manchmal „zurück“ und finde es irgendwie geil, aber es bleibt bei den Gedanken. Es steht also 3 verheiratete Frauen zu 0 verheirateten Männern bei mir.

    • Martin Frey sagt:

      Das macht ja schon fast eine Statistik, nicht wahr? Oder handelt es sich dabei um eine Art Body Count im Genderkrieg?

    • Martin Johansson sagt:

      Wie fänden sie das, wenn Ihre jetzige Frau so nebenbei mit 3 anderen Männern eine Affäre hätte? No problem? Fänden Sie das immer noch geil?

      • Benedikt Bauernberger sagt:

        Es muss der Partner oder die Partnerin treu sein, sie können nicht den Liebhaber verurteilen. Ich hatte Jahre lang Verhältnisse mit vergebenen Frauen. Es müssen schon die Frauen wissen ob sie ihre Männer betrügen, diese Entscheidung kann ich ihnen als ihr Liebhaber nicht abnehmen. Es geht mich nämlich nichts an. So emanzipiert bin ich dass ich diese Entscheidungsfähigkeit meinen Liebespartnerinnen durchaus zutraue.

      • Susi sagt:

        Ich stimme Benedikt zu. Auch ich hatte in der Vergangenheit Affären mit vergebenen Männern und hatte nie ein schlechtes Gewissen, weil ich erstens die Beziehung nie gefährdete (d.h. ich hatte bei keinem der Männer Absichten, die Beziehung auseinander zu bringen, ich wollte einfach meinen Spass) und zweitens fand ich, dass das nicht mein Bier ist, ob der andere in einer Beziehung ist oder nicht, aus meiner Sicht spielte es keine Rolle, da ich keine Zukunftsperspektiven mit den jeweiligen Männern sah.

      • Susi sagt:

        Allerdings bin ich der Meinung, dass man als Frau die Finger von Männern lassen soll, die mit Kolleginnen/Freundinnen zusammen sind, da hört der Spass dann definitiv auf, weil man eben die Freundin hintergehen würde.
        (Umgekehrt gilt das wohl auch, aber ich spreche jetzt einfach mal aus Frauensicht.)

      • Bernhard sagt:

        1/2 @Susi, ich glaube, wir hatten damals mit unseren Affären mehr Einfluss auf die Beziehungen, als uns lieb ist! Von daher sollte man sich immer im Klaren sein, was man anrichten kann (aber nicht zwingend muss). Bei mir hat sich in drei Fällen die Frau von ihrem Mann getrennt, obwohl sie wusste, dass ich nicht mehr als eine Affäre wollte. Da wird es einem schon etwas mulmig. Und irgendwie ist es auch unfair: Als Affäre kann ich mich immer von der perfekten Seite präsentieren und ihr das Männerbild vermitteln, das sie sich so sehnlichst wünscht. Auf die Dauer würde das niemals funktionieren!

      • Bernhard sagt:

        2/2 Der/die Seitenspringer/in macht oftmals aber genau den Fehler, diese Erlebnisse mit der eigenen (oftmals kriselnden) Beziehung zu vergleichen. Klar, dass da der eigene Partner in der Regel schlecht abschneidet! Konsequenterweise wird dann die Beziehung beendet, was ja eigentlich nicht der Sinn des Seitensprungs war…Also ich bin wirklich froh, dass ich mich seit nunmehr 9 Jahren nicht mehr mit solchen Gedanken rumschlagen muss! Denn in der Retrospektive erfüllt mich das Ausleben meines Single-Lebens nicht gerade mit Stolz…

      • Susi sagt:

        Hmm, Bernhard, ich weiss nicht so recht. Klar, einen Einfluss hat man immer, aber den hat man auch, wenn man „nur“ flirtet. Machen Sie mir doch jetzt kein schlechtes Gewissen! 🙂
        Ich glaube wirklich nicht, dass ich den Beziehungen geschadet habe, im Gegenteil, vielleicht wurden die Männer ja auch für die eigene Beziehung inspiriert durch das unter-dem-Hag-Durchfressen. Ich selbst ging nie fremd, kann es drum nicht so beurteilen.

        Mit meinem Mann bin ich das erste Mal in einer wirklich langen Beziehung, Fremdgehen war nie Thema, bin zufrieden und hätte auch kaum Zeit für sowas. 🙂

      • Bernhard sagt:

        Ja Susi, das mit der Inspiration…ich weiss nicht so recht…der Mensch kann nicht auf Knopfdruck sein Wesen ändern. Da ist es für mich persönlich eher kontraproduktiv, wenn ich Dinge kennen lerne, die für mich der Hammer sind, bei meiner Partnerin aber überhaupt nicht ankommen! Ich habe als 20-jähriger für drei Jahre eine offene Beziehung geführt (aufgrund eines Seitensprungs ihrerseits). Die Konsequenz war, dass die Lust aufeinander immer geringer wurde, bis es schlussendlich nur noch platonisch war. Von Inspiration also keine Rede. Aber das ist natürlich individuell.

      • Bernhard sagt:

        Ich kann nur aus meiner eigenen Erfahrung sprechen. Aber wenn ich „unter dem Hag durchfresse“ bei einer Nachbarin, die ihre Wiese hegt u. pflegt u. düngt u. das Gras so unglaublich saftig u. köstlich ist, wie ich es seit langer Zeit nicht mehr (oder noch gar nie zuvor) verspürt habe, dann empfinde ich doch die öde Steppenlandschaft bei mir zu Hause als noch viel unappetitlicher als zuvor! Ob ich dann die Kraft und v.a. Lust habe, daran zu arbeiten, ist die grosse Frage. Eher gehe ich wieder unter dem Hag durch! Und als Seitensprung-Partner bin ich eben genau der Nachbar mit der saftigen Wiese!

      • Susi sagt:

        Die Metapher ist cool. Und sicherlich gibt einem das auch eine gewisse narzisstische Zufuhr, der Nachbar bzw. die Nachbarin mit der saftigen Wiese zu sein.

        Wahrscheinlich haben Sie recht, ich machte mir damals einfach auch nicht die Mühe, überhaupt so weit zu denken, denn dann wäre ev. wirklich das schlechte Gewissen gekommen, auf Kosten des Spasses an unverbindlichem Sex. So altruistisch war ich nicht. Tja.

      • Susi sagt:

        Ach, und P.S.: Drei Frauen haben ihre Männer Ihretwegen verlassen? Also, das ist doch irgendwie doch noch schmeichelhaft, nicht? (Ich weiss, die Aussage ist bitz verwerflich, aber trotzdem… 🙂 )

      • Bernhard sagt:

        Genau Susi, ich bin schon ein toller Hecht!!! 😉
        Im Ernst: Die Frauen fanden ja nicht mich toll, sondern die Rolle, die ich spielte, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Als Affäre oder ONS geht das gut, da man sich nicht so oft sieht. Mit der Zeit realisiert man aber, dass das Gegenüber von einer falschen Realität ausgeht. Und wenn man dann hört, dass deren Partner verlassen wurden, weil sie ihnen nicht das Gleiche bieten konnten, dann kann man ob solchem Gebaren nicht mehr stolz oder geschmeichelt sein…

      • Sportpapi sagt:

        Ach, diese frivolen Heldengeschichten. Mir kommt das vor wie die Eltern, die irgendwie stolz erzählen, wie schlimm es für sie sei, dass ihre Kinder so Heimweh haben, wenn sie auswärts sind…
        Vermutlich haben die jungen Frauen ja nicht ihre Männer verlassen, weil sie bei einem tollen Hecht erfahren haben, was sie verpassen. Sondern sie haben sich auf diesen eingelassen, weil sie sowieso auf dem Absprung waren. Wäre es anders, würde ich mir echt Gedanken machen.

      • Susi sagt:

        Also, ich mag frivole Heldengeschichten…

      • Susi sagt:

        Und jetzt im Ernst: Klar, ist man wahrscheinlich eh auf dem Absprung, wenn man fremdgeht und dann den Mann wegen eines anderen verlässt. Aber dieser andere muss schon etwas bieten, damit man eine solche Veränderung überhaupt in Betracht zieht, für einen Waschlappen tut man sowas nicht, Absprungbereitschaft hin oder her.
        Meine Meinung, ich spreche aber, wie gesagt, nicht aus Erfahrung.

      • Bernhard sagt:

        😀

        Susi, Sie gefallen mir! (und das meine ich jetzt nicht in anzüglicher Seitensprungmanier!)

      • Susi sagt:

        Sie mir auch, Glitzer-Bernhard, auch praktisch ohne Hintergedanken! 😀

      • Bernhard sagt:

        Susi, meine Erfahrungen waren exakt so, wie Sie es beschreiben: Die Beziehung steckte in einer Krise, da kam jemand, der genau das bieten konnte, was einem so sehr fehlte (Mal war es die Zärtlichkeit, mal der Humor, mal das begehrt werden, mal das Reden oder simpel der fremde, muskulöse Körper). Ich unterhielt mich ja mit diesen Frauen über ihre Situation und ihre Sehnsüchte. Sonst hätte ich ja gar nicht gewusst, was ich ihnen bieten soll. Ich habe aber auch schon erlebt, dass die Frau durch den Seitensprung erfahren hat, dass ihre Sehnsucht nur ein Platzhalter für etwas anderes war.

      • Sportpapi sagt:

        Sehen Sie, hier hört es bei mir längst auf. Wenn ich der muskulöse Körper (und von mir aus der geistreiche Kopf, der amüsante Kerl) bin, mit dem man eine tolle Nacht verbringen kann, ist das eines. Wenn ich aber die Schulter zum Ausweinen anbiete, die emotionale Alternative, dann ist das ganz etwas anderes.

      • Bernhard sagt:

        Voilà Sportpapi! Deshalb sage ich ja offen, dass ich rückblickend alles andere als Stolz auf dieses Lebenskapitel bin. Daher würde ich heute als Single nichts mehr mit einer vergebenen Frau anfangen. Und ein Seitensprung kommt für mich auch nicht infrage. Damals war ich einfach ein Egoist und schaute, dass ich zu meinem Ziel komme. Ich darf immerhin von mir behaupten, dass ich aus meinen Fehlern gelernt habe und diesbezüglich reifer geworden bin! Ansonsten bin ich sehr gerne noch ein Kindskopf (von wegen Glitzer und so, gäll Susi!) 😉

      • Susi sagt:

        Auf jeden Fall muss man erst mal in der Lage sein, das alles zu bieten; ein langweiliger Spargeltarzan kann das nämlich nicht.

        Und eben, ob man das jetzt als Fehler bezeichnen muss, sei dahingestellt. Ich kann auch nicht sagen, dass ich auf solche Aktionen stolz bin, aber sie gehören der Vergangenheit an und schämen tu ich mich nicht dafür, weil es für mich damals halt so gestimmt hat.

      • Bernhard sagt:

        Danke Susi, dass Sie mich rehabilitieren wollen. Das ist sehr lieb! 😉

        Sie haben was gut bei mir! (Der nächste Glitzer-Flakon geht auf mich!!) 😀

        Aber bei allem Spass: Je mehr ich darüber nachdenke, desto schäbiger kommt mir das Ganze vor! Sportpapi hat schon recht: So ein Verhalten ist wirklich nicht in Ordnung. Es werden Gefühle anderer Menschen ausgenutzt, um ein eigenes, kurzfristiges Ziel zu erreichen. Vielleicht gehe ich etwas zu hart mit mir ins Gericht, weil ja bei so einer Sache immer zwei dazu gehören. Aber ein bisschen Selbstkasteiung von Zeit zu Zeit tut ganz gut!

      • Sportpapi sagt:

        @Susi: Als junger Sportler hat man einiges zu bieten. Das heisst aber nicht, dass man jede Gelegenheit zwingend ausnutzen muss. Man kann sich ja auch selber etwas herausfordern, und sich an schwerere Aufgaben wagen…
        Und ich zumindest schäme mich schon für das eine oder andere, was ich früher getan habe, und was mir im Moment kein schlechtes Gewissen gemacht hat. Vieles sieht man ja erst später etwas klarer.

      • Carolina sagt:

        Schöner Austausch, Susi & Bernhard!
        Spricht von viel Empathie und Humor, gefällt mir!

      • Susi sagt:

        @Bernhard: Haha, ja, genau, ego te absolvo

        @Sportpapi: Ja, junge Sportler haben viel zu bieten, das stimmt 🙂
        Ich für meinen Teil glaube nicht, dass ich einen der Männer ausgenutzt habe. Im Gegenteil, die hatten eigentlich Glück mit mir, solche Begegnungen findet man ja auch nicht tagtäglich. Es ist natürlich abzuwägen, ob der „Schaden“, den die Beziehung nahm (falls das denn tatsächlich so war), vom Spass, den man zusammen hatte wieder wettgemacht wurde. Auf jeden Fall verliess keiner dieser Männer seine Partnerin für mich, obschon die Vorstellung auch mal angesprochen wurde.
        Natürlich ist es aber situationsabhängig, ob man im Nachhinein Schuldgefühle hat / haben sollte. Ich hab keine, vielleicht bin ich ja einfach skrupellos und/oder unbelehrbar. Heute steht sowas nicht mehr zur Debatte, aber über vergangene Geschichten mache ich mir keinen Kopf.

        @Carolina: 🙂

      • Sportpapi sagt:

        „Ich für meinen Teil glaube nicht, dass ich einen der Männer ausgenutzt habe. Im Gegenteil, die hatten eigentlich Glück mit mir, solche Begegnungen findet man ja auch nicht tagtäglich.“ Selbstbewusst, gefällt mir. Allerdings spielen da wohl auch etwas uralte Klischees mit. Männer sind Verführer und schaden der Frau, die sich auf sie einlässt. Ist die Frau offensiv, sind die Männer sicher zu beneiden…

      • Susi sagt:

        Allerdings schätzen nicht alle Männer offensive Frauen. Kann ich auch verstehen, man wird sicherlich geprägt von den von Ihnen erwähnten Klischees. (Mann = aktiver Part, Frau = passiv, empfangend). Die meisten Klischees sind ja nicht zufällig entstanden.

      • Bernhard sagt:

        Also ich schätze offensive Frauen sehr!!!!! Und wenn sie dann auch noch strenge Gymi-Lehrerinnen sind (vorzugsweise mit Brille und Zuchtstock und so…), wird’s ganz spannend!!! 😀

      • Susi sagt:

        Hahaha! (Ich hab tatsächlich ein paar Rohrstöcke in meinem Zimmer!)

      • Sportpapi sagt:

        Oh ja, immer weiter mit den Klischees. Gut habe ich eine Lehrerin geheiratet. Obwohl ich nicht so auf Rohrstock stehe.

      • Bernhard sagt:

        Köstlich Susi! Meine Phantasie ist schon ganz schön angeregt…und um die Klischees noch mehr zu bemühen: Ich habe während des Studiums als Fitness-Instruktor und Gelegenheits-Stripper gejobbt!! 😉 Ist das auch etwas für Ihre Phantasie oder oder eher nicht? 🙂

      • Susi sagt:

        Bernhard, das hab ich ja grad erst jetzt gelesen. Fitness-Instruktor überrascht mich ja nicht, aber Gelegenheits-Stripper? Echt? So mit Handwerkeranzug oder Uniform, die man dank Klettverschlüssen in einem Wutsch abreissen kann?
        Haha, Gelegenheits-Stripper, das find ich natürlich total heiss!!

      • Bernhard sagt:

        Genau Susi. Mit allem drum und dran (aber ohne Kletthose, das fand ich doch eher peinlich… 😉 Ursprünglich war es als einmalige Aktion für die Schwester einer Kommilitonin gedacht (Polterabend). Das Feedback war dann aber so gut und hat sich rumgesprochen, so dass ich dann immer mehr Anfragen erhielt. Und als Student konnte ich die 300 Stutz pro Auftritt gut gebrauchen! 😀 Ich kam vorzugsweise in der Polizeiuniform (wegen Ruhestörung – der Klassiker halt!). Und die Musik war natürlich auch praktisch immer Joe Cocker…) 😀

      • Susi sagt:

        Polizeiuniform… Hammer. Und sicher mit Handschellen und Schlagstock, find ich ja voll cool! (300 Stutz ist auch nett.)

      • Bernhard sagt:

        😀

        Handschellen ja, Schlagstock leider nein. Dafür eine Pistole!!

        Zum Glück ist das Ganze schon verjährt! Der Kollege, der mir jeweils seine Uniform auslieh, hätte seinen Job vermutlich verloren, wenn das rausgekommen wäre…

      • Susi sagt:

        eine echte Uniform, haha! Eine Pistole ist natürlich noch toller als ein Schlagstock… oioioi

  • Thomas Plüss sagt:

    Treue ist nicht selten bloss ein Mangel an Gelegenheit.

    Viel mehr muss man zu diesem Thema eigentlich gar nicht sagen.

    • Muttis Liebling sagt:

      Es gibt schon ein wenig mehr, aber falsch ist es nicht. Es macht schon einen Unterschied, ob jemand wie ich täglich von Frauen angehimmelt wird, oder ob der Spiegel lieber von der Wand fällt, als diesen Gesicht gewordenen Tränensack auch noch zu reflektieren.

  • Ben sagt:

    Statistisch gehen etwa gleich viele Frauen fremd wie Männer (eigentlich logisch). Es handelt sich also nicht um ein Genderthema. Ich finde klare Regeln essenziell. Und eine der Regeln (die wir gegenseitig vereinbart haben) lautet: nicht jedes Wissen ist notwendig für unsere Beziehung. Oder salopp formuliert: treffe ich mich bspw. mit einer ehemaligen Flamme und die Gefühle kommen wieder hoch, wir flirten zusammen etc. muss sie das nicht unbedingt wissen. Wenn aber eine Regelmässigkeit und spezielle Vertrautheit dazu kommt (muss nicht mal nur sexuell sein), dann wird es Zeit für ein Gespräch.

  • Nemesis sagt:

    Treue ist eine Verpflichtung, die man sich letztlich selber auferlegt (unabhängig davon, was man dem Anderen verspricht oder angeblich zu tun gewillt ist). Ob man dieser Verpflichtung auch nachkommt, ist eine rein individuelle Charakterfrage und wie weit man sich seiner selbst bewusst ist. Wenn man sich selber Freiheiten heraus nimmt, diese aber dem Anderen im Wirklichkeitsfall nicht vorbehaltlos auch zugesteht, ist es mit dem Selbstbewusstsein auch nicht weit her: Das ist dann ein recht infantiler Charakter, vor dem ich kaum Achtung haben könnte.

  • SuesserKakao sagt:

    Fremdgehen sieht jeder anders. Klar gibt es unterschiede und ich glaube, das es ihn einer ehe mehr Untreue gibt als normal. Fremdgehen kann man nicht definieren oder sagen da fängt es an oder auch nicht. Flirten ist ja nicht fremd gehen oder mit jemand ausgehen. Fremdgehen fängt an, hört zutexten, Bilder zu senden, Finger nicht bei sich haben können und dann Sex mit ihm oder ihr zuhaben.

  • tststs sagt:

    Man sollte unterscheiden zwischen emotionaler Treue und sexueller Treue.
    Zweitere muss jedes Paar für sich regeln (Was ist erlaubt? Und was des Erlaubten muss erzählt werden?)
    Ersteres ist IMHO für eine Beziehung – ganz im Sinne von Louise Hollerer – unabdingbar…

    • Manni Mann sagt:

      genau auf den Punkt gebracht. Mehr gibt es eigentlich dazu nicht zu sagen.

    • Carolina sagt:

      Tsts: Sehe ich genau gleich. Kann dann auch durchaus sein, dass für einige Paare emotionale Treue synonym mit sexueller Treue ist. Kann aber auch sein, dass sie ganz andere Lösungen finden, die für Aussenstehende überhaupt nicht verständlich sind. Ist alles eine Frage der Prioritäten…..

  • 13 sagt:

    Wann körperliches Fremdgehen anfängt, sollte einfach irgendwann in jeder Partnerschaft definiert werden. Es gibt kein richtig und kein falsch, egal ob ein Kussverbot oder offene Beziehung. aber beide sollten das gleiche darunter verstehen, sonst wird’s schwierig. Emotionales Fremdgehen ist komplexer, schwerer zu definieren und meistens auch schmerzhafter. Da ist Offenheit gefordert, sofern es etwas zu besprechen gibt. Ein kurzes Gefühl ist nicht der Rede wert, das gibt es in langen Partnerschaften, ist es mehr und wird es körperlich, dann würde ich ein Gespräch erwarten.

    • Sportpapi sagt:

      @13: Sehen Sie. Ich würde eher ein Gespräch erwarten, wenn es um Gefühle geht, als wenn es auf der körperlichen Ebene bleibt. Und ich glaube, da ticken Männer und Frauen einfach anders (auch wenn sie das wohl gerade wieder ablehnen werden).

      • 13 sagt:

        Ich lehne es ab, weil ich gleich denke;-). Ich wollte folgendes damit sagen: Wenn ich zu einem anderen ein Gefühl entwickle UND es in die Richtung geht, dass es körperlich wird (oder im schlimmsten Fall war), dann würde ich mit meinem Mann das Gespräch suchen. Bleibt es rein emotional, würde ich zuerst versuchen, selber über das Gefühl hinwegzukommen und reden, wenn es nicht klappt. Ist es eine einmalige, rein körperliche Sache, dann weiss ich nicht, aber ich könnte es mir vorstellen, das Gespräch sein zu lassen. Würde ich auch umgekehrt weniger erwarten, als wenn Gefühle im Spiel wären.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ich glaube ja sowieso, dass Sie eigentlich ein Mann sind 🙂

      • 13 sagt:

        Hihihi

        Ich, vermutlich auch tststs und alle anderen, die nicht Ihren Klischees entsprechen, gell;-)

      • Sportpapi sagt:

        Jetzt seien Sie nicht zickig, sonst ändere ich meine Meinung noch! 🙂

  • Robin sagt:

    Meiner Meinung nach entsteht Fremdgehen durch Langeweile oder Perspektivlosigkeit. So lange man in seinem Job gefordert ist wird sich der Grossteil vermutlich nicht die Zeit dazu haben. Gleichzeitig muss aber auch die partnerschaftliche Nähe stimmen, welche in unserer Welt doch des Öfteren zu kurz kommt.

  • Chris Heyduk sagt:

    Frauen sind die viel besseren und raffinierteren Fremdgeher. Das weiss jedes (Kuckucks)Kind.

    • 13 sagt:

      Ja, und Frauen gehen auch immer nur mit Single Männern fremd. Oder gleich mit dem Weihnachtsmann.

      • Chris Heyduk sagt:

        Ich habe nicht gesagt, dass Männer nicht fremdgehen. Ich habe nur gesagt, dass die Frauen es besser verheimlichen können.

      • 13 sagt:

        Und worauf basiert sich Ihre Weisheit?

      • Muttis Liebling sagt:

        Jeder Psychologe wird Ihnen erklären, Herr Heyduck, das Frauen schlechter verheimlichen können. Es gibt nur Männer, die können Körpersprache nicht verstehen und/ oder nicht zuhören können, auch mal zwischen den Zeilen. Meist haben die schon lange aufgehört, ihrer Frau überhaupt zuzuhören.
        Aussereheliche Beziehungen sind kein Problem, wenn die ohne Konsequenzen bleiben und nicht offen gelegt werden. Frauen haben viel mehr als Männer die Tendenz, am Ende eines Seitensprunges unbedingt darüber reden zu müssen. Das ist der Hauptfehler, Männer machen den seltener.

    • tststs sagt:

      Die Dummen und die Raffinierten sind unter beiden Geschlechtern ungefähr gleich verteilt 😉

      • Muttis Liebling sagt:

        Das stimmt nicht, punkto Dummheit sind Männer unschlagbar.

      • Martin Frey sagt:

        Bitte schliessen Sie nicht immer unentwegt von sich auf andere, ML 🙂

      • Carolina sagt:

        MF, das stimmt nicht! Wenn es um seine angebliche Unwiderstehlichkeit bei Frauen geht, sieht sich ML als absolut einzigartig 😉

      • Martin Frey sagt:

        Eine solch unwiderstehliche, erotische Anziehungskraft geht nicht zwangsläufig mit hohen kognitiven Fähigkeiten einher, meinte ich. Aber da masse ich mir natürlich kein Urteil an. Denn nur die jeweiligen Muttis können derartiges abschliessend sachlich und objektiv beurteilen…. :-))

  • Watson sagt:

    Ich habe Mühe mit dem Gedanken, dass jemandem in einer Partnerschaft verboten sein soll, normalen sozialen Kontakt mit einer anderen Person des anderen Geschlechts zu pflegen (welcher durchaus etwas „Knistern“ beinhalten kann). Im Gegenteil wird die Fixierung auf einen einzigen Partner wohl beide überfordern. Und niemand hat einen Besitzanspruch auf eine andere Person! Ob man dies der Partner berichten soll, hängt wohl davon ab, wie eifersüchtig dieser ist. Leider habe ich das Gefühl, dass viele Männer und Frauen wie Maja jedem dieses Recht zugestehen, nur dem eigenen Partner nicht.

    • Watson sagt:

      Mit dem Partner sprechen sollte man meiner Meinung nach dann, wenn man sich ernsthaft in jemanden anderen verliebt. Das ist ein Gebot der Fairness.

    • Kathy sagt:

      Sehe ich nicht so. Enge Freundschaften zwischen Männern und Frauen, in der beide keinen Sex mit der anderen Person wollen, ist nahezu ummöglich. Einzig wenn beide sich seit der Kindheit kennen, kann es funktionieren. Alle meine „besten Freunde“ haben es früher oder später einmal versucht, das geht für mich nicht. Deshalb habe ich heute nur noch „Kollegen“, die ich aber nie einzeln treffe, nur in der Gruppe. Wenn mein Freund mit seiner besten Freundin zu zweit unterwegs ist, ist das aber ok für mich – er kennt sie seit dem Kindergarten und sie ist auch eine sehr gute Freundin von mir.

      • Malena Garcia sagt:

        Natürlich geht das, warum sollte es auch nicht? Genau so wie es zwischen Homosexuellen enge Freundschaften ohne Wunsch nach Sex gibt. Eine echte Freundschaft hält sogar aus, wenn sich der eine mal etwas verliebt oder Lust auf Sex hat, obwohl beide wissen dass das auf die Dauer nicht funktioniert und sie es gar nicht wollen.

      • Carolina sagt:

        Das ist einer dieser Sätze, die noch immer in den Köpfen herumgeistern. Natürlich können Sie mit Männern befreundet sein, ohne dass Sie Sex haben. Wenn Sie sich allerdings hauptsächlich als sexuelles Wesen begreifen und alle danach beurteilen, was für eine sexuelle Wirkung Sie auf Männer haben, werden diese höchstwahrscheinlich darauf reagieren.

      • Katharina sagt:

        Nicht ganz, Caro. Das sage ich wegen folgender Situation: Habe ich eine Heti Freundin, die keine Ahnung von der Natur meiner Lebensbeziehung hat, und erwähne ich das dann, ändert sich die Chemie sehr schnell. Einerseits kommt bei ihr schnell der Gedanke, ich wollte mit ihr was, und oft geht bei ihr das Kopf Kino los. Du kennst das Phänomen bi-curious sicher. Oft folgen dann erklärende Austausche der Art ‚aber sicher nicht‘ und wir sind nur Freundinnen. Aber die Chemie, die Körpersprache und die Art der Blicke ändern. Ich stelle mir vor, dass die Heti Dynamik in etwa so abläuft.

      • mila sagt:

        Ich muss hier, wie Katharina (wenngleich aus anderen Gründen), widersprechen: Bei meinen männlichen Freunden ging es mir nie um sexuelle Bestätigung. Umgekehrt haben sie oft mein Interesse an ihnen als Menschen als Interesse an ihnen als Mann missverstanden. Echte Aufmerksamkeit wird bei Männern meiner Erfahrung nach fast immer als sexuelle Aufmerksamkeit konnotiert.

      • Katharina sagt:

        und der zweite teil geht wegen irgendeinem wort in den orkan.

      • Carolina sagt:

        Na ja, ich behaupte ja nicht, dass keinerlei sexuelle Schwingungen da sind unter Freunden. Diese Schwingungen werden ja in der Regel ‚bearbeitet‘, man fragt danach, man ist neugierig und macht – ausgesprochen oder unausgesprochen – gewisse Regeln ab, die in dieser Freundschaft dann bestehen werden. Humor hilft auch sehr. Eine aktive sexuelle Komponente spielt dann in beiderseitigem Einvernehmen keine Rolle. Beispiele: ich bin mit zwei Männern von Freundinnen gut befreundet, dito mein Mann umgekehrt. Das liegt an sich überkreuzenden Interessen und funktioniert wunderbar, schon aus Respekt vor

      • Carolina sagt:

        /2 meinen Freundinnen. Ausserdem habe ich eine sehr gute Freundin noch aus Schulzeiten, die viele Jahre ein heterosexuelles Leben gelebt hat, inklusive Kindern und Ehemann. Vor ein paar Jahren hat sie beschlossen, von nun an keine Lüge mehr zu leben – dafür hat sie einen hohen Preis gezahlt. Unsere Freundschaft hat kurzzeitig tatsächlich eine andere Dynamik gehabt, aber wir glauben beide, dass das eher daran lag, dass wir uns beide in vermeintlichen Gewissheiten eingerichtet hatten, die dann ‚plötzlich‘ keine mehr waren. Dass ich neugierig auf ihre neu-gelebte Sexualität bin und sie auf meine,

      • Carolina sagt:

        /3 stimmt sicher, uns beiden ist aber sehr klar, dass in der Hinsicht beidseitig kein Interesse besteht.

      • Katharina sagt:

        Im zweiten Teil relativierte ich etwas, bezugnehmend auf unmöglich des Beitrags von Kathy.

        Mein Konkretes Beispiel bezog sich auf eine Freundin, die, nachdem ich meine Lebenspartnerin eher beiläufig erwähnte, im sinn von bi-curious aktiv wurde, also mich bezirzte. damals war ich noch eher geneigt, in nachbars garten zu geniessen. deshalb wohl ihre avancen.

    • 13 sagt:

      „Ob man dies der Partner berichten soll, hängt wohl davon ab, wie eifersüchtig dieser ist.“

      Das verstehe ich nicht ganz. Ich stehe meinem Mann sehr nahe, wir wollen am Leben des anderen teilhaben und interessieren uns dafür. Wir kommunizieren zusammen. Mein Mann arbeitet oft Spätdienste und geht danach noch mit Kollegen und/oder Kolleginnen von der Arbeit ins Feierabendbier. Wenn ich am nächsten Tag frage, wo er war und mit wem, hat das weder mit Eifersucht noch mit Kontrolle oder Misstrauen zu tun, sondern mit Interesse an seinem Leben, seinen Erlebnissen. Genau gleich umgekehrt.

      • Watson sagt:

        @Malena: Genau so geht es mir auch.
        @13: Schön, wenn das zwischen Dir und Deinem Partner so funktioniert. Nur leider gibt es Menschen, die sehr eifersüchtig reagieren und solche Freundschaften dadurch unmöglich machen. Bleiben als Optionen 1) auf Freundschaften zu verzichten, 2) einen anderen Partner zu suchen oder 3) die Freundschaften zu leben, aber halt dem Partner nichts davon zu sagen. Falls keine Untreue im Spiel ist, muss man dabei ja auch kein schlechtes Gewissen haben. Evtl. ist 3) unschön, aber leider oft die einzige Möglichkeit…

      • 13 sagt:

        @ Watson
        Solange es 1) und 2) noch gibt, ist 3) eben nicht die einzige Möglichkeit und für mich wäre das klar keine Option. Dann eher damit leben oder eben Schluss machen. Nein, wenn ich so darüber nachdenke, ist Nr. 2 die einzige Option (sofern man selber eben solche Freundschaften als i.O. anschaut) und das so früh wie möglich, bevor es richtig schmerzhaft ist, weil Kinder etc. dazukommen. Sich selber sollte man auch noch treu bleiben, nicht nur dem Partner.

      • Susi sagt:

        Also, wenn ich sowas lese wie „Nur leider gibt es Menschen, die sehr eifersüchtig reagieren und solche Freundschaften dadurch unmöglich machen“ muss ich mich schon etwas wundern. Eifersüchtig auf Freunde, Freundinnen? Sowas ist m.E. sehr kindisch; was bin ich froh, dass mein Mann und ich anders ticken. Der Götti unserer Tochter ist mein bester Freund, die Gotte ist die beste Freundin (und Ex-Freundin) meines Mannes. Keiner von uns käme auch nur im Traum auf die Idee, hier eifersüchtig zu sein!

      • Carolina sagt:

        Schön gesagt, 13: wenn man sich selber nicht treu sein kann……… Tut mir leid, watson, aber wenn Ihr Partner verlangt, dass sie, sagen wir, den Kontakt mit Ihrer Familie abbrechen, machen Sie das? Und kommen nicht auf die Idee, dass hier ein paar andere Dinge mitspielen als Treue und Liebe? Genauso ist es bei Freunden……
        Sehe ich genau gleich wie 13 und Susi, nur würde ich noch weiter gehen: sofort weg! Denn (krankhafte) Eifersucht ist praktisch nicht zu heilen.

  • Malena Garcia sagt:

    Ich finde körperliche Untreue nicht grundsätzlich absolut schlimm und unverzeihlich. Aber: jedes Mal wenn ich einem andern Mann schöne Augen mache und sexuelle Verfügbarkeit signalisiere, oder heimlich rumknutsche, mache ich meinen Partner ein Stück weit zum ahnungslosen Deppen, dem man nicht treu sein muss. Dieser Verlust an Respekt ihm gegenüber (bei mir selber, bei meinem Flirt-Partner, und bei Freundinnen denen ich davon erzähle) tut unserer Beziehung bestimmt nicht gut.

    • Reto B. sagt:

      100 Punkte! Genau so ist es. Viel wichtiger als was sie mit irgendeinem anderen macht ist mir, dass sie ehrlich zu mir ist und unsere Beziehung funktioniert. Meine Frau hat besoffen im Ausgang mit ihren „Weibern“ andere Typen scharf gemacht, und irgendwann dann den einen geküsst. Sie hat mir aufm Heimweg erzählt, dass sie das irgendwie genossen habe, aber irgendwie auch ein schlechtes Gefühl dabei war – noch am gleichen Abend. Ich hab ihr gesagt dass das schon okay ist. Und das ist es für mich auch. Denn wir 2 funktionieren, das ist das einzig wichtige.

      • Sportpapi sagt:

        So besoffen kann sie eigentlich nicht gewesen sein, wenn sie auf dem Heimweg noch ein ausgiebiges Beziehungsgespräch hat führen können…

  • Irene feldmann sagt:

    Es gibt klare Grenzen welche man aus Respekt für sich selber und seines Partners einhält. Wer diese überschreiten möchte muss seine Partnerschaft klar überdenken und dementsprechend die Konsequenzen ziehen.

  • Bela Summermatten sagt:

    Das Spektrum ist gross: Selbstbefriedigung in Gedanken an eine(n) andere(n) bis zum gefühlslosen Beischlaf als erweiterte Selbstbefriedigung zur Triebentladung. Ja wo beginnt denn nun der Fremdgang? Und was hat Treue mit Fremdgehen zu tun? Manifestiert sich der Treuebruch nur über die körperliche Vereinigung oder kann ich nicht auch treu bleiben, wenn ich ab und zu fremdgehe? Ich bin verwirrt.

    • Muttis Liebling sagt:

      Sie kann ja dem Gehörnten sagen, ich habe dabei so intensiv an Dich gedacht, dass ich gar nicht gemerkt habe, dass ein anderer Herr intravaginal zugange war.
      Man kann den Fremdgang derart tiefenpsychologisch aufarbeiten, das vom eigentlichen Tatbestand rein gar nichts mehr übrig bleibt.

    • Christoph Mathis sagt:

      Sie haben den Beitrag nicht gelesen: Genau darum ging es doch!

  • Luise sagt:

    Ich weiss wo ich stehe, liebe meinen Partner über alles und würde weder Knutschen noch sonst was. Es kam aber schon vor, dass ich mich mit einem alten Schwarm zum Abendessen traf und nichts erzähte. Es folgten sms wie: Du siehst immer noch toll aus. Und: Weisst du noch, damals, dieser Nachmittag im Bett. Punkt. Dabei bleibts. Aber jetzt kommts: Würde ER solches machen wäre ich eifersüchtig, würde mir Sorgen um unsere Beziehung machen… Tut ers auch??? Nun, für mich bleibt eine solche seltene Ausnahme mein kleines Geheimnis, das ich mit einer Spur von schlechtem Gewissen für mich behalte.

    • Guguseli sagt:

      Genau solche Dinge bereichern das Gefühlsleben und machen es in langen Ehen wieder lebendig. Ich finde das nicht tragisch!

    • Sherlock Holmes sagt:

      Als Ihr Partner hätte ich ein Problem damit. Der Punkt ist nicht, dass Sie Ihren alten Schwarm treffen, sondern dass Sie nichts davon erzählen. Wenn Ihr Partner aus welchen Gründen auch immer die SMS sieht, ohne dass er eingeweiht ist, ist sowieso Feuer im Dach.

      • 13 sagt:

        Mir geht es genau gleich. Essen gehen oder eine SMS sind gar kein Problem. Aber warum verheimlichen? Oder sogar lügen, wenn der Partner fragt, wo man gestern abend war? Da würde ich misstrauisch werden und ich bin alles andere als eifersüchtig.

  • Urs sagt:

    „Wie misstrauisch“, sagt ein Teil der Freundinnen, als der Mann einer Frau aus ihrer Runde erscheint, um sie abzuholen. Falsch, das sind keine Freundinnen, sondern so genannte Freundinnen – exakt die Sorte von Gift- und Neidweibern, die ihr Maul nicht halten können und sich in die Angelegenheiten anderer einmischen, obwohl sie nicht wissen, wie die ausdrückliche oder stillschweigende Vereinbarung zwischen dieser Frau und ihrem Mann lautet. Manche Frau ist gut beraten, wenn sie ihre so genannten Freundinnen durch einen Hund oder ein Pferd oder zwei Wellensittiche ersetzt: Die sind anständiger.

    • Maja sagt:

      Noch so gerne würde ich Ihre Aussage entrüstet als Mist bezeichnen. Leider aber muss ich Ihnen Recht geben: Das Urteil von Freundinnen wird nicht selten begründet auf deren Missgunst („Die soll es nicht so gut haben, auf jeden Fall aber weniger gut als ich.“)

    • mila sagt:

      Tja – es kommt wohl sehr darauf an, was für Freundinnen (und Freunde) man (frau) sich aussucht.

    • tststs sagt:

      a) Suchen Sie sich neue Freundinnen…
      b) Tun Sie sich etwas Humor zu…
      😉

    • Silvio sagt:

      Fällt mir auch immer wieder auf, ohne dass ich es suche: Hat es eine Frau gut mit ihrem Partner, strahlt ihr selten Freude ihrer Freundinnen entgegen, sondern MIssgunst der Frauen um sie rum, die verkniffen etwas suchen, das vielleicht schlecht sein könnte („Abholen = Misstrauen“). Kommt so bei Männern kaum vor, nach meiner Beobachtung.

      • tststs sagt:

        Ich glaub, ich muss heute noch eine Kerze für meine Freundinnen anzünden… 🙂

      • Carolina sagt:

        Unglaublich, auf was für Dinge die Leute kommen. Sie bringen mich noch auf Ideen: vielleicht sollte ich auch mal bei meinen Freundinnen genau hinschauen, ob die missgünstig auf mich und mein Glück sind. Was mir viel eher begegnet ist, dass Frauen mit ihren Freundinnen Probleme teilen, dieses u.U. leicht abgeändert zu ihren eigenen Gunsten an den Mann weitergeben und der dann das völlig falsche Bild bekommt – vielleicht liegt in den bösen, bösen Freundinnen ja eine Botschaft für Sie?

      • Nina sagt:

        Ja genau, indirekte Kritik, darin sind wir Frauen ja superstark…

    • Carolina sagt:

      Urs, vielleicht sollten Sie sich das Verhältnis zu Ihrer Frau nochmal genauer anschauen – warum hat Ihre Frau solche Freundinnen? Und warum haben Sie so eine vernichtende Meinung zu diesen Freundinnen?

      • Muttis Liebling sagt:

        Carolina, ich frage mich eher, ist diese Massivinvasion der tieffrustriert in den Ruin getriebenen Zahl-, Kuckucksväter und männlichen Scheidungsopfer ein psychopathologisches Phänomen individueller Art oder ein Sittengemälde CH 2014 ist.
        Die querulatorische Vehemenz der Herren kann schon beeindrucken, wenn man sich den Inhalt rausdenkt. Dagegen war Don Quichote ein sympathischer, etwas dissoziierter Philosoph.

  • Olaf sagt:

    Wenn tatsächlich 5-10% aller Kinder Kuckuckskinder seien, wie verschiedentlich gemutmasst wird, scheints mit der Treue und dem Vertrauen nicht weit her zu sein. Dagegen hilft die Möglichkeit zu einem DNA-Test bei der Geburt eines Kindes.

  • Ulrich Schweizer sagt:

    Fremdgehen wird dann zum grossen Problem, wenn tiefe dauerhafte Gefühle im Spiel sind.

    • Muttis Liebling sagt:

      Das ist auch nicht verallgemeinerbar. Mag bei einigen so sein.

    • Guguseli sagt:

      Stimmt irgendwie…

    • Nina sagt:

      Nicht unbedingt. Es kann auch zum Bruch einer Beziehung und zum Start einer neuen führen. Das würde ich nun nicht unbedingt als „Problem“ bezeichnen, sondern als den Lauf der Dinge. Zu glauben, man habe seinen Partner auf sicher und immer und ewig gepachtet, ist sehr unrealistisch. Wenn man das anpeilt (und es ist möglich), dann bedeutet das grossen Einsatz und eben das Bewusstsein um die Zerbrechlichkeit von Beziehungen…

  • Die Frauen stehen den Männern in nichts mehr nach. Jeder der etwas anderes behauptet ist blind….

    • Muttis Liebling sagt:

      Laut Statistik war das nie der Fall. Ehefrauen gehen nach eigenen Aussagen in entsprechenden Umfragen früher und häufiger fremd. Erst einmal ist da auch gar nichts dabei. Hier steht nur die Interpretation zur Debatte, nicht die Häufigkeit.

    • Sretenovic sagt:

      Wie immer, die Männer schieben alles auf die Frauen ab. Nur lassen sie eines ausser acht. Sehr viele Interesseieren sich gar nicht mehr für Männer. Die Zeiten ändern sich. Betrug ist es für mich, sobald einer der beiden nach anderen „Ausschau“ hält!

      • Mike sagt:

        „Sehr viele (Frauen) interessieren sich gar nicht mehr für Männer“. So ein Unsinn.
        Der Anteil an Homo- und Bisexuellen in CH wird geschätzt zwischen 3-10%, was doch heisst, dass ca. 90% der weibliche Bevölkerung immer noch an Männer interessiert ist.
        Und „Ausschau halten“ hat für mich gar nichts mit Betrug zu tun, sondern ist ein starkes Zeichen von Unzufriedenheit mit dem Partner. Es schadet natürlich das Vertrauen wenn man es heraus findet (das Thema müsste man also sofort mit dem Partner besprechen), aber Fremdgehen ist doch etwas ganz anderes nach meiner Meinung.

      • Nina sagt:

        Genau. Es gibt doch noch einen Unterschied, ob man etwas sich überlegt oder es tatsächlich auch umsetzt… Natürlich hat geht jeder Tat ein Entscheid (und folglich ein Gedanke) voraus, aber nicht jedem Gedanken folgt auch eine Handlung… Wenn man anfangen würde, wegen Gedanken Strafen zu verhängen, dann würden wir alle im Knast landen. Nicht?

  • Muttis Liebling sagt:

    ‚Fremdgehen‘ ist ein weicher Begriff, den kann sich jeder so auslegen, wie es ihm passt. ‚Ehebruch‘ hingegen ist in verschiedenen Kulturen jeweils unterschiedlich, aber in der Kultur konkret definiert, bis hin ins Strafgesetzbuch.
    Aber die Konkretion ist wohlweisslich in den zivilisierten Staaten wieder aus der Rechtsprechung entfernt worden. Manchmal ist es besser, etwas bleibt nebulös.
    Nur eines halte ich für absolut: Wenn man schon irgendwann etwas in der Richtung tut, man redet nie darüber, mit niemanden (Partner, Freunde, …).
    Frau Hollerer liegt nicht nur mit dieser Ansicht falsch.

    • Muttis Liebling sagt:

      2/ Nur nebenbei, eine praktische Psychologin kann gar keinen anderen Rat geben. Sonst hätte sich ihr Geschäftsmodell erledigt.

  • Maier Tom sagt:

    einfach so aus dem Zusammenhang gerissen würde ich sagen: Die Autorin hat recht, es muss beiden passen. Nur würde ich mal behaupten dass dies in den allerwenigsten Fällen tatsächlich so passiert. Jahrelang auf Keuschheit beharren und Eifersucht zelebrieren, dann wenn der Partner mal nicht nach der Vorstellung des Partners funktioniert dies als „Recht“ anzusehen sich Anderen zu zu wenden?
    Es gibt viele Situationen die sehr individuel sind und nicht auf pauschale Aussagen wie im Bericht passen, ganz besonders dann wenn noch Kids mit im Spiel sind.

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