Egg-Freezing? Blödsinn, werdet schwanger!

Ein Gastbeitrag von Liliane Minor*

Pregnant women paint their bellies before an event to celebrate "Healthy Maternity Week" in Lima

Selbstbewusst auf das eigene Bauchgefühl hören, statt auf den perfekten Zeitpunkt warten: Ein Baby haben macht Spass! Foto: Reuters

Kein Thema ist unter Frauen seit Jahren so präsent wie dieses: Wie bringt man Kinder und Beruf unter einen Hut? Und obwohl sich viel getan hat – Krippen, Horte, Tagesschulen werden immer mehr – bleibt die Sache schwierig. Oder, wie es die «NZZ am Sonntag» kürzlich formuliert hat: Kinder und Beruf lassen sich in der Schweiz nicht vereinbaren. Nur addieren.

Da scheint der medizinische Fortschritt wie gerufen zu kommen: Frauen können sich Eizellen entnehmen und fünf Jahre lang einfrieren lassen, um Kinder auf später zu verschieben. Das, so die Hoffnung, befreie vom Dilemma, sich zwischen Karriere und unerbittlichen biologischen Tatsachen entscheiden zu müssen. Aber auch vom Druck, den Freunde und Familie unbeabsichtigt ausüben, wenn sie fragen, warum ein Paar Mitte dreissig denn noch keine Kinder habe.

Da klingt das Freezing, wie es so schön heisst, wie ein weiterer Schritt Richtung Freiheit. Ein Fortschritt wie seinerzeit die Pille. Doch jede Frau, die in einer festen Partnerschaft ist und verhütet, kennt die Kehrseite der Medaille: Irgendwann muss sie sich entscheiden. Mit der Verhütung aufhören. Das war der Preis für eine nie gekannte sexuelle Freiheit für Frauen. Ein Preis, der sich lohnte.

Beim Freezing aber ist der Preis ungleich höher. Wohlverstanden: Die Technik ist ein Segen für Frauen, die sich beispielsweise einer Krebsbehandlung unterziehen müssen und nicht wissen, ob sie danach überhaupt noch auf natürlichem Weg Kinder bekommen können. Alle anderen aber befreit die neue Technik nur scheinbar – denn schon nach drei, vier Jahren ist der Druck zurück, und das unerbittlicher denn je. Dann droht den eingefrorenen Zellen die Vernichtung. Und nun stellt sich nicht nur die Frage: Lassen wir die Zellen nun befruchten? Sondern es lastet auch das Wissen schwer: Wenn es damit nicht klappt, ist es mit dem Kinderhaben möglicherweise ein für allemal vorbei. Sich noch einmal fünf Jahre zu erkaufen, dürfte für die meisten Frauen unrealistisch sein. Und die Chance auf eine Schwangerschaft auf natürlichem Weg ist zu dem Zeitpunkt für die meisten Frauen nur noch gering.

Hinzu kommt der Druck, sich in den paar Jahren, in denen die Eizellen gelagert bleiben, beruflich zu etablieren. Was, wenn das nicht klappt? Und, fast noch schwieriger: Was, wenn es klappt mit der Karriere? Wenn dann gerade der nächste Karriereschritt ansteht? Es wird nicht einfacher, Kinder zu haben, je weiter oben man auf Leiter steht. Und wenn ein Chef schon bei einer einfachen Angestellten Mühe hat, Kinder zu akzeptieren, dann wird er bei Kadermitarbeiterinnen eher noch untoleranter werden.

Mag sein, dass es Frauen gibt, die mit einer solchen Situation umgehen können. Aber genau diese bräuchten das Freezing nicht. Weil sie selbstbewusst genug sind, sich zu entscheiden. Sei es für Kinder und Beruf, für Kinder ohne Beruf oder für Beruf ohne Kinder. Für alle anderen kann aus der vermeintlichen Versicherung für später rasch ein Alptraum werden.

Machen wir uns nichts vor: Den idealen Zeitpunkt für Kinder gibt es ohnehin nie. Jede Frau, die Mutter geworden ist, weiss das. Mal ist es im Job ungünstig, mal passt die Wohnung nicht. Zudem weiss wohl keine Frau im Voraus, wie es sich wirklich anfühlt, ein Kind zu haben. Das verunsichert, klar. Aber wenn das Baby dann da ist, geht es irgendwie. Und nicht nur das: Es macht Spass.

In diesem Sinne, liebe Frauen: Werdet doch einfach schwanger. Voller Stolz und Selbstbewusstsein. Dann, wenn es euch passt und nicht dem Chef. Das wird auf Dauer mehr Einfluss auf die gesellschaftliche Situation haben, als wenn ihr Kinderkriegen vor lauter Karriere verschiebt. Denn so signalisiert ihr: Kinder sind kein Störfaktor.

Minor* Liliane Minor ist Redaktorin beim «Tages-Anzeiger». Sie hat zwei Kinder und wohnt im Zürcher Unterland.

204 Kommentare zu «Egg-Freezing? Blödsinn, werdet schwanger!»

  • Michael sagt:

    Mir fehlt hier die Info über die Methode an sich – Die Eizellentnahme bei einer Frau geht leider nicht wie bei einer Henne, wo man das Ei im Nest vorfindet ! Sie geht mit einer Hormontherapie einher, die den Körper ziemlich belastet. Dann kommt die Entnahme, auch nicht gerade mal eben so zu erledigen. Und wenn frau dann 20 Jahre später sich das Ei wieder einpflanzen lässt, hat der jugendliche Körper von damals auch diese 20 Jahre intus. Die Erfolgsquote selber ist zudem keine 100%. Für mich ganz deutlich zu erkennen – da wird die mangelnde Flexibilität der Firmen den Frauen aufgebürdet !

  • b.wolf sagt:

    Traurig diese Gesellschaft, nur Karriere und dann erst ein Kind, ja sonst hat mann ja wieder einen Komplex weil kein Kind da ist, auch der passenden Partner! ist bei Karriere Frau/Mann schwierig , will ja keiner verzichten und das läuft nicht. Stellt doch Baby in den Supermarkt.

  • Katharina B. sagt:

    Der Hauptgrund, weshalb Frauen ihre Eizellen einfrieren lassen, ist das Fehlen eines Kindesvaters und nicht die famose „Karriere“.
    Vereinbarkeitsprobleme haben übrigens auch nicht nur Frauen mit „Karrieren“, sondern alle berufstätigen Eltern.
    Aber wenn man vor dem Schreiben recherchieren würde, könnte man keinen so schön polemischen Artikel schreiben, schon klar.

  • Claudia sagt:

    …meist um die 40zig gemacht. So nützt demnach das Egg-Freezing nichts. Ich kann mir vorstellen, dass es für Frauen, die eine Krankheit haben einen Hoffnungsschimmer darstellt. Ich hatte mit anfangs 20zig Eierstockkrebs und eine Seite wurde entfernt. Hätte ich die Option des Freezings damals gehabt, ich hätte sie genutzt. Es braucht ja auch noch einen Partner, den man sich A: als Vater vorstellen kann, B: der selber auch wirklich Kinder will.

  • Claudia sagt:

    Wenn Frau Karriere machen will, dann stellt auch das Einfrieren von Eiern keine valable Option dar. Es ist ja nicht per se so, dass die Schwangerschaft der Frau die Karriere versaut, sondern die (meist) Unvereinbarkeit von Familie/Beruf, bzw. der Mangel an anspruchsvollen Teilzeitstellen und die Haltung der Gesellschaft gegenüber arbeitenden Müttern. Frauen welche sich „anmassen“, noch andere Interessen zu haben als Babybrei zu kochen und Windeln zu wechseln werden als böse böse Karrierefrauen betitelt; auch wenn sie keine Karriere haben sondern einfach gerne Arbeiten. Karrieresprünge werden..

  • Muttis Liebling sagt:

    Die Diskussion entgleitet, wie immer hier, in Richtung von Befindlichkeiten. Ich stelle noch mal grundsätzlichere Überlegungen zur Diskussion.
    1. Die Methode löst nicht das Problem der Mutter- Biographie gerechten Geburt, sie setzt dieses Problem voraus. Die gewonnene Zeit ist keine Lösung, sondern begünstigt Verdrängen, Nichthandeln zur Zeit
    2. Es handelt sich um eine kommerzielle Methode, medizintechnisch ausgeführte Methode, nicht um eine medizinische (heilende).
    3. Biologisch gesehen gibt die potentielle Mutter die Verantwortung über die Qualität ihres Kindes partiell an eine Maschine ab.

    • Muttis Liebling sagt:

      4. Die Maschine wurde nicht erfunden, um wie eine medizinische Massnahme zu helfen, sondern um Geld zu verdienen.
      5. Kommerzielle Methoden bergen viel mehr als medizinische die Gefahr des Missbrauches, welchen zu überdenken, wir nicht genügend Zeit hatten. Es ist eine Frage der Zeit, bis tiefgefrorene Eier erst un-, später manipuliert auf dem Schwarzmarkt auftauchen.
      6. Physikalisch ist es unmöglich, dass die Qualität der Eier tiefgefroren konserviert bleibt. Die Veränderungen gehen a) nur langsamer und b) ausserhalb des mütterlichen Organismus vor sich. Was das bedeutet, können wir derzeit

    • Muttis Liebling sagt:

      nicht mal ahnen. Es kann bedeutungslos sein, nur wir können es nicht wissen.
      7. Ethisch sehe ich den Freiheitsgedanken nicht befördert, sondern geschwächt. Die Abhängigkeit von Beruf und Mutterschaft, für schweizerische Frauen viel existentieller, als in Ländern, in denen sich kaum einer die Methode leisten kann, wird zementiert.
      8. Politisch schliesslich wird die eigentliche Lösung, Familie und Beruf, eventuelle Karriere der Frau vollständig zu entkoppeln, noch weiter aus dem Blickwinkel geschoben.

      Diese Fragen müsste erst einmal diskutiert werden, bevor man vor der Methode an sich redet.

    • Katharina sagt:

      Und Du bestimmst, was Mutterbiographie-gerechte Geburt sein soll. Klar….. Das zeigt doch nur, wo die Grenzen einer öffentlichen Diskussion und Findung von Rahmenbedingungen endet. Nämlich dort, wo die ideologie einer Gruppe vorzuschreiben versucht, was eine private person zu tun und zu denken habe.

      Zu Deinen pseudowissenschaftlichen Ausführungen zu methode usw schweige ich. as können interessierte selber googlen.

      • Muttis Liebling sagt:

        Katharina, in diesem Blog mache mal ausnahmsweise nicht Ideologie = Politik, sondern stelle nur Fragen, ohne Antworten zu geben, die ich hätte. Das entspricht dem Thema. Ich freue mich aber, das Du mich sofort verstehst. Es ist das Wesen der Politik = Ideologie, private Interessen auszublenden.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Katharina:
        ob es nun Ideologie/Weltanschauung/persönliche Meinung- was auch immer genannt wird- bei allen Entscheidungstrg. fliessen die in den Entscheidungsprozess ein! Es gibt da keine neutrale Zone im Sinne von „komplett von Überzeugungen“ abgekoppelt. Auch die Deklarierung von Menschenrechten etc ist letztenendes aufgrund von mehrheitsfähiger Meinung entstanden, und wie welche Rechte genau zu interpretiert sein haben, hat auch wieder mit jeweiligen Übz zu tun.
        Mir fällt auf, dass dieser Vorwurf gerne fällt wenn es um unerwünschte Kritik geht.
        Aber das „Spiel“ läuft auf beiden Seiten so…

    • P.S. sagt:

      1T
      Antworten auf Ihre Punkte:
      1. Dieses Problem besteht. Man kann es ev. anders Loesen, aber das Problem besteht durchaus.
      2. Ja, das ist korrekt, aber das sind viele andere auch. Worin liegt das Problem darin?
      3. Das stimmt fuer jede andere Diagnosemoeglichkeit auch. Auch hier: Worin liegt das Problem?
      4. Die Aussage stimmt. Aber die Urspruenge von Eizellen einfrieren liegen ganz wo anders als bei Eizellen… Insofern ist ihre Aussage komplett irrelevant. Auch Autos wurden nicht erfunden um Schwangere in Krankenhaeuser zu fahren…
      5. Woher wollen Sie das wissen? Das ist ein reines Gefuel und

    • P.S. sagt:

      2T
      Sie haben nicht ein einziges Argument gebracht die diese Hypothese stuetzt.
      6. Auch diese Aussage ist falsch. Physikalisch ist dies sehr wohl moeglich, nur wuerde dies nicht rentieren.
      7. Da gibt es wieder keine Argumente die sie vorbringen um die Hypothese zu stuetzen. Freiheit bedeutet Wahlmoeglichkeiten. Die Methode erhoeht die Menge an Wahlmoeglichkeiten. Insofern ist ihre Aussage unstimmig.
      8. Das stimmt. Man versucht beides zu vereinen. Entkoppeln wuerde bedeuten, man laesst 3 Moeglichkeiten zu:
      A) Karriere, kein Kind, B) Karriere, Kind an Staat abgeben, C) Kind, keine Karriere…

  • Katharina sagt:

    „denn schon nach drei, vier Jahren ist der Druck zurück, und das unerbittlicher denn je. Dann droht den eingefrorenen Zellen die Vernichtung“

    das stimmt nur, wenn die Einlagerung in der Schweiz ist, weil das bestehende Gesetz eine Lagerzeit von idR. höchstens 5 Jahren vorschreibt. Es ist aber möglich, die Einlagerung anderswo zu haben, bzw dahin zu transferieren. Ein solcher Transfer ist auch nach Schweizer Recht legal.

  • 13 sagt:

    Was mich ehrlich gesagt v.a. stört, ist die Frage, welchen Stellenwert wir der Familie in unserem Leben geben. Kinder ja, aber erst wenn alles, was anscheinend wichtiger ist und darum vorgezogen wird, erledigt und erreicht ist. Man hat ja nicht mehr oder weniger Zeit für die Karriere, ob man die Kinder mit 25 oder mit 45 bekommt, sie ist nur früher oder später. Und wenn einer Familie will, was kein Muss ist, warum kann man dann nicht sagen: jetzt und alles andere wird verschoben? Wenn Kinder echt die letzte Priorität sind, warum dann überhaupt Kinder haben? Nur weil alles möglich ist?

    • Susi sagt:

      Vielleicht möchte man den Kindern ja auch eine intakte Familie bieten können. Und das geht eher nicht, wenn die Beziehung schon vor dem Kinderhaben nicht stimmt.

      • 13 sagt:

        @ Susi
        Ich kenne Ihre Situation nicht und masse mir kein Urteil an. Diejenigen Frauen, die in meinem Umfeld, die >35 ungewollt single sind, haben jedoch zu hohe Erwartungen oder hängen zu lange am falschen bzw. an Männern, die klar sagen, dass sie keine Familie oder auch ernste Beziehung wollen. Eben, ich spreche nur für diese, die ich kenne. Andererseits sind diejenigen, die noch mit >35 sagen, Kinder hätten noch ein paar Jahre Zeit in langjährigen intakten Beziehung. Daher muss ich sagen, es mag ein Grund sein, dass es aber auf den grössten Teil zutrifft, bezweifle ich stark.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Katharina

        Was gehen Sie unsere Initiativen an? Sie leben ja nicht hier und machen eh alles schweizerische schlecht. Bleiben Sie doch lieber in Ihrem Land, wo der Staat 16 als Kanonefutter in den Krieg schickt und die Todesstrafe aussführt. Worin bitte ist denn Ihre heiss geliebte USA besser als jene ^muslimischen Länder, gegen welche sie Krieg führt?

      • mila sagt:

        @13: Ich höre von Freundinnen und Bekannten ab 30, dass es sehr schwierig ist, ‚verbindliche‘ Männer zu finden. Es liegt eben nicht nur an den Frauen und ihren Ansprüchen, sondern auch an den Männern und ihren Unverbindlichkeiten, und nicht jede hat das Glück, vor 30 den Lebenspartner zu finden, mit dem sie eine Familie gründen könnte. Gerade wenn Studium und Berufseinstieg eine wichtige Rolle spielen.

        Auf mich trifft dies alles nicht zu, ich hatte früh einen (verbindlichen) Partner, mit dem ich 15 Jahre zusammen war, und habe nach der Trennung wieder so einen Mann gefunden.

      • mila sagt:

        Aber nur weil es bei mir beziehungstechnisch immer vergleichsweise problemlos geklappt hat, masse ich mir nicht an, den Frauen, bei denen das anders ist, vorzuwerfen, sie hätten halt eben einfach eine überzogene Anspruchshaltung (oder falsche Prioritäten). Leider ist es nach wie vor so, dass viele Männer mit gut gebildeten Frauen ihre liebe Mühe haben. Deswegen nützt auch der vermeintlich gute Ratschlag an Akademikerinnen, sich ’nach unten‘ zu orientieren, nichts.

        Ein Gutes: meine betroffenen Freundinnen und Bekannten sind lieber allein, als mit dem falschen Mann zusammen.

      • mila sagt:

        Ihre Aussagen kann ich demnach vor meinem persönlichen Hintergrund nicht bestätigen, im Gegenteil.

      • Sportpapi sagt:

        @mila: Aber Sie bestätigen doch die Aussage gerade: „Meine betroffenen Freundinnen und Bekannten sind lieber allein, als mit dem falschen Mann zusammen.“ Und „nicht jede hat das Glück, vor 30 den Lebenspartner zu finden, mit dem sie eine Familie gründen könnte. Gerade wenn Studium und Berufseinstieg eine wichtige Rolle spielen.“ Das ist auch Glück, aber vor allem auch eine Frage der Prioritäten. Und zur Wahrnehmung: Die jungen Männer, die ich kenne, haben kein PRoblem mit Verbindlichkeit. Und mit klugen Frauen. Aber so hat halt jeder seinen Bekanntenkreis…

      • 13 sagt:

        @ mila
        Darum gerne nochmals: ich sprach ausschliesslich von den Frauen aus meinem Umfeld und da ist es das, was ich sehe. Er ist toll, aber…ist da ein oft gehörter Satz. Aber ich masse mir wie gesagt kein Urteil über diejenigen, die ich nicht kenne. Und die oft angesprochene Angst von „klugen“ Frauen sehe ich auch nicht. In meinem Umfeld gibt es mehr Pärchen, wo nur sie ein Studiumabschluss hat, als solche, wo nur er über einen verfügt, uns eingeschlossen.

    • Carolina sagt:

      Susi, Sie werden es nicht glauben, aber ich habe wirklich ein gewisses Verständnis für Sie – zumal Sie ja genauso gut wie wir alle wissen, dass emotional etwas anderes ist als rational. Und tatsächlich ist das Thema nämlich etwas Hochemotionales, das man nicht einfach mit Hinweisen auf Technologie und Richtlinien etc abtun kann.
      Allerdings glaube ich tatsächlich, dass das eigentliche Thema, nämlich in die ‚Natur‘ einzugreifen durch (hier:) egg freezing jede Frau irgendwann wieder einholen wird, vor allem, wenn es darum geht, aus durchaus nachvollziehbaren Gründen (Partner, Krankheit,

      • Carolina sagt:

        /2 Karriere etc) diese Methodik anzuwenden. Auch fünf Jahre später wird es wieder diese herzzerreissenden Wartezeiten geben, diese Unsicherheit, ob da nicht alles mögliche schief laufen wird, wenn eine Schwangerschaft zustande kommt – von der Tatsache, dass man dann uU immer noch dieselben Probleme hat einmal ganz abgesehen. Und was machen wir denn als Gesellschaft, wenn es Usus wird, mit 60 halt noch eine Schwangerschaft zu haben? Ich bin da sehr altmodisch (sehe aber auch, dass es für die Freys dieser Welt kein Argument sein kann) und glaube, dass, wenn Sie auf die übliche Art mit 48

      • Carolina sagt:

        /3 noch schwanger werden würden, es halt so sein sollte – wenn Sie aber als 48-Jährige noch mit IVF herummachen, ist das für meine Begriffe schon eine andere Sache.
        Und noch etwas: die durch die Presse gegangene Variante, dass bei Apple und Google den Frauen der Kinderwunsch mit 20.000 Dollar abgekauft bzw damit verschoben wird, halte ich für unethisch.

      • Susi sagt:

        Carolina, danke für Ihren Kommentar. (Und doch, ich glaube Ihnen, dass Sie mir und anderen Verständnis entgegen bringen, Sie spielen ja auch in einer anderen Liga als Rita, die Bernerin oder Tamar.)
        Und grundsätzlich sehe ich die Situation gar nicht so viel anders als Sie. Keine Ahnung, ob ich rückblickend Eier einfrieren würde, tendenziell wohl eher nicht, aber der Gedanke kam natürlich jetzt auf.
        Und andererseits finde ich, dass, wenn es mit 48 noch mit IUF klappt, was nicht sehr wahrscheinlich ist, es diesen Frauen auch vergönnt sein soll. Meine Haltung deckt sich hier mit der Martin Freys.
        In der Diskussion hier sehe ich einfach, dass diejenigen, welche mit Steinen um sich werfen, offenbar nicht über das eigene Gärtlein hinaussehen können.

      • Susi sagt:

        Und P.S.: Die Google-Geschichte finde ich natürlich auch jenseits von Gut und Böse. (Meine Antwort wartet noch auf Freischaltung).

      • Katharina sagt:

        Caro, ich amüsiere mich hier eigentlich betreffend diversen moralinen Bedenken. Einerseits, weil ich, wenn ich die Einwürfe hier lese, eine sagenhaft egoistische Frau sein muss, die sich keine Gedanken über die Kinder machte. usw usw.

        Denn sicher wachsen nun in unserer Familie irgendwie genetische Monster auf, die eine Gefahr für das propere und koshere Fortkommen der menschlichen Gesllschaft sind…..

        Ich amüsiere mich dann aber nicht mehr, wenn die gleiche Gesellschaft eine dystopische Initiative von population Control überhaupt postuliert (also Ecopop Initiative) und

      • Katharina sagt:

        diese vielleicht sogar angenommen wird, einfach aufgrund der derzeitigen Chemie im Lande (die gleiche, die bei EWR und MEI spielte), wo anscheinend nicht einmal mehr verstanden wird, warum die Leute ausserhalb des Landes sich am Kopf kratzen und sich sagen ‚laust mich der Affe oder bin ich im falschen Film‘?

        Da mir die diversen Ansichten zum Thema eigentlich bekannt sind, denn das Thma ist hier ja nicht neu, wollte ich mich eigentlich raushalten. Zumal ich eine der Personen bin, die diese Technologien anwandte. Sicher ein Bias meinerseits.

      • Sportpapi sagt:

        Weshalb finden eigentlich alle diese Google-Geschichte so abartig? Für mich ist das die konsequente Umsetzung der hier immer wieder gestellten Forderung, dass „die Wirtschaft“ den Frauen bezüglich Job und Familie jegliche Wahlfreiheit gewähren sollte.
        Es ist also ok und sogar erwünscht, wenn Firmen oder der Staat Gratis-Kinderbetreuung anbieten, und sich so die Arbeitszeit der Frauen (oder von mir aus Männer) kaufen. Aber nicht ok, wenn sie weitere Optionen der Familenplanung anbieten mit dem gleichen Zweck? Muss ja niemand das Angebot annehmen (heisst es jeweils doch so schön).

      • 13 sagt:

        @ SP
        Es wird nie das Gleiche sein, ob Firmen die Vereinbarkeit fördern, um die Arbeit zu erleichtern oder ob sie das aus dem Standpunkt aus machen, dass sie dafür sorgen, dass für die ArbeitnehmerInnen die Arbeit zuerst kommt. Mein Ex-Chef hatte mal die Idee, eine Springerin anzustellen, die die Kinder von ArbeitnehmerInnen hüten sollte, wenn diese krank sind und nicht in die KITA etc. können, damit diese nicht fehlen. Ich habe das in der GL erfolgreich bekämpft, denn ein krankes Kind gehört kaum in die Hände von Fremden wegen der paar Krankheitstage pro Jahr, es waren wirklich

      • 13 sagt:

        wenige. Dagegen habe ich die Vermittlung eines KITA-Platzes gerne angenommen. Da liegen meilenweite Unterschiede.

      • Katharina sagt:

        SP: Das Problem mit der google und fb offerte ist in einem weiteren Kontext zu interpretieren. Nämlich demjenigen des Transhumanismus. Beide Firmen haben Leute in der Chefetage, die dies unkritisch befürworten. Dabei insbesondere bei Google. In dem Kontext, und auch, berücksichtigend, dass die gleichen Kreise eine Aufspaltung Kaliforniens befürworten, mit dem Ziel, dass ihr Gebiet dann eine Exklave des roboterisierten Hyperkapitalismus wird, erscheint die offerte als einer der Schritte in die Richtung mehr als fragwürdig.

        Vielleicht zu hoch für Sie, SP, oder ‚in meinem Umfeld no existe‘.

      • Martin Frey sagt:

        Es war zwar nicht meine Absicht, den Eindruck zu erwecken dass ich IVF-Methoden bis ins Senium begrüsse. Die meisten Fertilitätsmediziner würden ab ca. 42 beginnen, den Patientinnen davon abzuraten. Eizellen zu spenden, wohlgemerkt. Denn das Alter der Patientin und damit der Eizelle ist nach wie vor matchentscheidend.
        Ganz entgegen dem was mir Carolina unterstellt (nicht die erste Unterstellung heute) halte ich das was da tlw. gemacht wird auch für unethisch.
        Empathie bedeutet die Fähigkeit, Gedanken, Emotionen, Motive und Persönlichkeit einer anderen Person zu erkennen. Susi verfügt darüber.

      • Sportpapi sagt:

        Ja, das ist wirklich zu hoch für mich, katharina. Erscheint mir auch ziemlich weit hergeholt. Und nicht die Antwort auf meine Frage.

      • Carolina sagt:

        Katharina, mir ist nicht klar, warum Sie Ihre Antwort (nur) an mich richten. Ich habe ja nun wieder und wieder betont, dass ich IVF etc nicht rundweg ablehne, dass ich aber der Meinung bin, Rahmenbedingungen und Grundsatzdiskussionen sind eminent wichtig. Der Bevölkerung einfach eine Methodik zu präsentieren und keinerlei Zweifel, Bedenken und Diskurs zuzulassen, halte ich für ethisch fragwürdig. Dass ich diese Methoden nicht verhindern kann (wenn ich es denn wollte), ist ja wohl klar – daher müssen Sie es nur mit sich selber abmachen, was Sie vor sich verantworten können. Ich plädiere nur

      • Carolina sagt:

        /2 nur dafür, dass diese neuen Verfahren, die ja erhebliche Veränderungen, Konsequenzen und evtl Langtermprobleme mit sich bringen können, auf den Tisch gelegt werden und nicht durch die Hintertür einfach angewandt werden. Das bedeutet in der Konsequenz eine Trennung des Privaten vom Oeffentlichen, was Sie ja auch immer wieder zu Recht anmahnen – einzelne private Befindlichkeiten können eben nicht Grundlage von Rahmenbedingungen sein, auch wenn es schwerfällt.
        Sogar als vehementer Feind der Ecopop-Initiative entgeht mir allerdings gerade der Zusammenhang….

      • Muttis Liebling sagt:

        Katharina, mit dem Begriff des Transhumanismus bringst Du es auf den Punkt. Um es allgemeinverständlicher zu sagen, geht es darum, machen wir menschlich oder technisch weiter.
        Die eine Seite hat es schon entschieden, allein mit dem Begriff ’social freezing‘. Sozial ist da so weit weg, wie es bei den sozialen Netzwerken ist.
        Das andere ist, wenn Du selbst da drin steckst, hast Du keine Chance zur Objektivität. Mir ist vollständig egal, was Katharina privat macht, Du kriegst schon alles hin. Aber verallgemeinern kann man Deine Erfahrungen, Dein Wissen nicht.

      • Muttis Liebling sagt:

        Carolina, Katharina denkt da schon sehr konsequent, konzentriere Dich mal auf den Begriff ‚dystop‘. Ich möchte das auch nicht weiter illustrieren, man muss schon selbst drauf kommen.

      • Carolina sagt:

        MF: Ich ziehe mich jetzt in die Schamecke zurück, weil ich zum wiederholten Male der ungerechtfertigten Unterstellungen bzw Nicht-Empathie bezichtigt wurde? Sorry, so einfach werden Sie mich nicht los. Werden Sie doch mal ein bisschen konkreter, sagen Sie uns doch mal, ob es für Sie – jenseits dessen, was Sie gerade in punkto Altersgrenze genannt haben – Grenzen gäbe, welche Rahmenbedingungen Sie für notwendig halten, ob z.B. die Einwände von Muttis Liebling nicht eine gewisse Validität haben. Mit der Empathie-Keule (im doppelten Sinne hier sogar) schafft man doch keine klaren Verhältnisse.

      • Muttis Liebling sagt:

        Carolina, wir diskutieren über Tiefkühleier, nicht über Empathie. Dass Du davon zuviel hast, ist bekannt.
        Reduktion von Meinung auf Person und das Ausspielen derer auf dem unterst denkbaren Level, wie
        ‚Empathie bedeutet die Fähigkeit, Gedanken, Emotionen, Motive und Persönlichkeit einer anderen Person zu erkennen. Susi verfügt darüber.‘, haben keinen Bezug zu Tiefkühleiern.
        Es gibt so ein Interferenzfeld zwischen Meinung und Person, das sollte man aber fairerweise der Meinung zuteilen.

      • Martin Frey sagt:

        Bezüglich IVF oder auch halt Eggfreezing (die Technik ist im Prinzip die selbe) bin ich bis zu einem gewissen Alter liberal eingestellt. Man sollte gesellschaftlich Rahmenbedingungen schaffen um dies zu ermöglichen, und diese so gut wie möglich. Dazu gehören dann auch diagnostische Methodemöglichkeiten. Ansonsten gehen die Leute einfach ins Ausland (wieder eine Analogie zu den Aborten). Eine Altersgrenze für das Sampling sollte gerade beim medizinisch nicht indizierten Eggfreezing erstellt werden, zb. 40 LJ. Alles andere ist meines Erachtens Sache der Frau (auch hier eine Analogie zu Aborten).

      • Martin Frey sagt:

        Zu ML kann ich ab einem gewissen Punkt keine Aussage mehr machen weil die Beitragsflut jede Kapazität meinerseits überfordert.
        Ich sehe, was überraschen mag, viele Analogien zur Abortfrage. Auch bei den Wahlabtreibungen hat man neuerdings feststellen müssen das es nun halt aufgrund der technischen Möglichkeiten Leute gibt die solche wegen bei uns nicht mehrheitsfähigen Kriterien wie Geschlecht vornehmen. Welches gute und schlechte Kriterien sind ist jedoch Ansichtssache und oft auch kulturell bedingt. Neue Möglichkeiten werden irgendwann auch genutzt, nur schadet Eggfreezing niemandem.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Die meilenweiten Unterschieden sehe ich nicht. Im einen Fall geht man einfach noch ein paar Schritte weiter. Die Richtung bleibt aber die gleiche. Und es werden Anreize gesetzt, die „freiwillig“ genutzt werden können. Entweder sieht man dieses freiwillig wirklich als freiwillig, oder dann halt eben als starke Beeinflussung, weil man vielleicht gar nicht mehr nein sagen kann. Und das ist bei Gratis-Krippen viel eher der Fall als beim Einfrieren von Eiern.

      • Carolina sagt:

        ML: Sie meinen im Sinne von ‚einseitig erregbar‘? 🙂 Ehrlich gesagt, nehme ich den Vorwurf von ‚zu empathisch‘ aus Ihrem Munde als Kompliment – da ergänzen wir uns ja prima…..;-)

      • 13 sagt:

        @ SP
        Wer spricht von Gratis-Krippen? Ausserdem ist es eine Tatsache, dass man in den meisten Fällen die Kinder nicht mit zur Arbeit nehmen kann. Also braucht es eine Betreuung, diese kann intern oder extern sein. Der AG hat keinen Nachteil daraus, wenn eine Mutter ihr Kind lieber extern vom Grossi hüten lässt, daher wird der Druck, sie möge es in diese KITA geben auch nicht steigen. Dies im Gegensatz zum Egg Freezing. Es ist auch eine Erleichterung der der Wahl, den der/die AN getroffen haben, nämlich Kind und Beruf, und keine Beeinflussung dieser Entscheidung hinsichtlich zuerst Beruf.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Das kann ich nicht nachvollziehen. Bekommt eine Mutter das Angebot, ihre Kinder gratis in die Krippe zu geben, ist das sehr wohl entscheidend, ob und in welchem Umfang sie eine Stelle annimmt. Vielleicht sogar, ob sie jetzt und überhaupt Mutter wird.
        Und sehr wohl wird immer wieder gratis gefordert. Oder „bezahlbar“. Was angesichts eines heutigen Selbstfinanzierungsanteils von häufig rund 40-60 Prozent ebenfalls gegen Null tendiert.

  • Jane Doe sagt:

    Die Autorin hat wohl nicht gemeint, jede Frau soll einfach mal schwanger werden, auch wenn sie das gar nicht möchte oder nicht den passenden Partner hat. Es war wohl eher so gemeint: wenn ein Paar in einer stabilen Beziehung lebt und gerne Kinder möchte, dass man sich als Frau nicht fragen sollte ob es jetzt grad der richtige Zeitpunkt ist &es dem Chef jetzt wohl passt usw. und es dann womöglich aufschiebt bis es zu spät ist. Egg-freezing aus medizinischen Gründen ist schön und gut, aber für gesunde Frauen sollte die Gesellschaft Rahmenbedingungen schaffen, die solche Methoden obsolet machen.

    • Claudia sagt:

      Wenn eine Frau in einer solchen Partnerschaft ist und den Kinderwunsch hat, stellt sich wohl keine die Frage ob es dem Chef jetzt recht ist. Das ist doch Absurd. Aus Karrieregründen wäre das auch nix, da die grossen Karrieresprünge Ende 30/anfangs 40zig gemacht werden. Auf wann würde man dann das Kinderkriegen verschieben?

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Frauen die ihre Eier einfrieren müssen diese später auch künstlich befruchten lassen. Die Forschung zeigt aber, dass Reagenzglas-Kinder viel höhere Risiken haben, an Missbildungen, Erbkrankheiten oder Gendefekten zu leiden. Denkt bei all diesen Egg-freezing-Befürworter auch mal jemand an die Kinder, die das alles ausbaden müssen? Was sind das für bodenlose Egoisten, die so etwas in Betracht ziehen? Das Kind ist bei solchen Eltern kein fühlendes Wesen, sondern einfach ein Accessoire!

    • Martin Frey sagt:

      Wow, nicht schlecht! Können Sie auch eine oder besser mehrere Studien zitieren die dieses „viel höhere Risiko“ belegen, liebe Fr. von Siebenthal? Und zwar korrigiert bezüglich den negativen Voraussetzungen seitens der Eltern wie häufig höheres Alter, Vorerkrankungen usw.? Dies sollten wir wissen bevor wir über all diese Kinder sprechen, die dieses Schlamassel ausbaden müssen…

    • Susi sagt:

      „Was sind das für bodenlose Egoisten, die so etwas in Betracht ziehen? Das Kind ist bei solchen Eltern kein fühlendes Wesen, sondern einfach ein Accessoire!“

      Unglaublich, diese Pauschalisierung.

    • 13 sagt:

      Etwas hart gesagt, aber ganz unrecht haben Sie nicht. Was mir bei der Diskussion auch noch sehr fehlt: Das Alter des Mannes ist ebenfalls nicht unerheblich und auch Männer werden älter…

      • Susi sagt:

        13: Sie finden diese Aussage also nicht undifferenziert? Schliesslich gibt es verschiedene Motive, Eier einfrieren zu lassen (vgl. Martin Freys Kommentar weiter oben).
        Was ist mit krebskranken Frauen, die sich vor einer Bestrahlung/Chemotherapie Eier entnehmen lassen? Bodenlose Egoistinnen, ja?

      • 13 sagt:

        @ Susi
        Jein. Ich würde sie nicht einfach so unterschreiben. Andererseits gebe ich Tamar insofern recht, als im obigen Artikel das Interesse des Kindes gar kein Thema ist und das nicht zum ersten Mal. Es geht immer nur um die Frauen und vielleicht noch so in einem Nebensatz um die Männer, egal ob künstliche Befruchtung, Alter der Eltern, Kaiserschnitt, stillen etc. etc. Ich bin grundsätzlich jemand, der sagt, jeder soll es so machen, wie es für einen stimmt, aber wenn auch andere Personen die Folge zu tragen haben, sollte zumindest ein Gedanke an sie verschwendet werden…

      • 13 sagt:

        Und ich gebe offen zu, ich sehe keinen nicht-egoistischen Grund für eine IVF, wenn keine medizinischen Gründe dafür sprechen wie ungewollte Kinderlosigkeit oder die erwähnte Krebsbehandlung. Da ist das für mich zu 100% in Ordnung, einfach mangels besserer Möglichkeit, aber einfach eine Lifestyle-IVF? Da ist mir das Wort Egoismus sehr schnell auf der Zunge und ich verstehe den Wunsch nach Karriere und Kind sehr gut…

      • Susi sagt:

        Für Wunschkinder setzt man die Verhütung mal ab, beim egg freezing geht man noch einen Schritt weiter. Wie oft zeugt man denn ein Kind im Sinne des (ungeborenen!) Kindes und nicht in erster Linie im eigenen? Es ist im Sinne des Kindes, dass es auf dieser Welt erwünscht ist und geliebt wird. Für mich selbst aber möchte ich noch ein zweites Kind als Familienmitglied, als Geschwister für meine Tochter. Das ist ja auch nicht in erster Linie nur im Sinne des Kindes, sondern es ist mein Wunsch und der meiner Tochter. (Mein Mann ist locker und auch mit einem Einzelkind zufrieden.)

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Susi

        Ich kann verstehen, wenn sich unfruchtbare Eltern künstlich ein Kind zeugen, aber einfach aus Karrieregründen das Risiko auf Kosten des Kindes eingehen; nein das finde ich egoistisch.

        Was die prozentuale Erhöhung der Risiken angeht, kann ich leider keine Link liefern, aber es ist ungefähr 20-25 %. Klar, da sind natürlich Neurodermitis und dergleichen auch mit drin.

        Ich kenne mehrere IVF gezeugte Kinder und diese haben alle entweder Neurodermitis, oder Asthma, aber keines mit Missbildungen.

      • Katharina sagt:

        Tamar, Sie verbreiten hier Märchen über Risiken und Nebenwirkungen von IVF, Cryoverfahren usw. Solche Methoden gibt es schon länger und damit auch Information darüber, inwieweit diese Kinder in ihrer Gesundheit von anderen abweichen. Ausser einer Abweichung in der Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Schwangerschaft gibt es keine Abweichung.

      • Martin Frey sagt:

        Ich kenne auch mehrere mit IVF gezeugte Kinder und die haben nichts von alledem, Fr. von Siebenthal. Was beweist das nun? Und ich möchte Sie nochmals bitten, uns darzulegen, woher Sie Ihre 20-25% Behauptung haben. Ansonsten wäre es wohl besser, sich nicht derart aus dem Fenster zu lehnen…

      • 13 sagt:

        @ Susi
        Da gebe ich Ihnen völlig recht. Aber es ist ein Unterschied, ob man um den eigenen Willen ein Kind zeugt und dabei die Interessen des Kindes miteinbezieht oder sie völlig vernachlässigt. Ich will damit nicht sagen, dass es diese Egg freezing Kinder von Karrieremütter schlecht haben oder so etwas. Mich stört nur der Blickwinkel, dass über diese Fragen kein einziger Satz geschrieben wurde, bis Tamar es tat.

    • Dorothea Honegger sagt:

      Das Risiko von Fehlbildungen durch ICSI und IVF ist wesentlich tiefer und nicht auf die Technik, sondern das fortgeschrittene Alter und die Unfruchtbarkeit der Patienten und Patientinnen zurück zu führen (vgl. http://www.wunschkinder.net) Wenn also eine völlig gesunde 30-Jährige ihre Eizellen einfriert, dürften ihre Kinder kein höheres Fehlbildungsrisiko haben.

  • Susi sagt:

    Das eine ist die Diskussion auf ethischer Ebene, die andere auf der persönlichen. Viele, die hier jetzt tendenziell gegen das Egg-Freezing reden, haben bereits mehrere gesunde Kinder und da ist es dann einfach, so losgelöst zu argumentieren.

    Seit dieses Thema durch die Medien geht, habe ich schon ein paar Mal gedacht, es wäre schön, wenn ich jetzt nochmal eine grössere Chance auf ein Baby hätte, dadurch, dass ich vor ein paar Jahren jüngere, brauchbare Eier von mir eingefroren hätte. Auch wenn ich mir der ethischen Problematik, die dahinter steht, durchaus bewusst bin.

    • Carolina sagt:

      Ich sehe eigentlich nur sehr wenige Stellungnahmen hier, die egg freezing rundweg ablehnen und vor allem anderen Frauen das Kinderkriegen nicht gönnen. Aber es muss doch möglich sein, dass wir nicht von einem Tag auf den anderen mit einer solchen Möglichkeit konfrontiert werden, ohne dass eine gesellschaftliche Diskussion über die ethischen und moralischen Implikationen stattfindet oder stattgefunden hat. Das heisst ja in der Regel, dass eine Diskussion und ein gewisser Konsens dazu führen, dass z.B. das egg freezing situativ angewandt werden darf.

      • Susi sagt:

        Ich habe auch „tendenziell dagegen reden“ geschrieben.

        Natürlich schreien solche Neuerungen nach Diskussionen, aber es ist wahrscheinlich für jemanden mit erfülltem Kinderwunsch schwierig, nachzuvollziehen wie es ist, wenn die biologische Uhr tickt und man quasi unter Druck einen Erzeuger finden muss (für all diese Frauen ist der Titel dieses Artikels der reinste Hohn), oder wenn die Uhr eben abgelaufen ist. Dadurch verlaufen solche Diskussionen halt oft etwas einseitig und/oder empathiearm.

      • Carolina sagt:

        Susi, wenn Sie empathievoll wollen, dürfen Sie sich keiner Diskussion mehr aussetzen. Es wird immer und überall jemanden geben, der sich betupft oder verletzt fühlt – wenn gesellschaftlicher Diskurs darauf Rücksicht nehmen wollte, könnte man ihn auch gleich weglassen. Jeder einzelne von uns wird in jeder Situation jemanden kennen oder selber betroffen sein, dem wir alles gönnen würden – aber gesellschaftlich/politisch geht eben nicht davon aus und darf es auch nicht. Denn wir müssen immer einen gemeinsamen Nenner finden zwischen ‚machbar‘ und ‚wünschenswert‘.

      • Susi sagt:

        Ja, da haben Sie auch wieder recht. Ist halt mein Thema (und das von einigen Freundinnen) und da stören mich Diskussionen, die auf sehr theoretischer Ebene stattfinden, eben noch etwas mehr. Aber natürlich sehe ich den Grund, warum das so ist.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Susi

        Auch ich hätte gerne noch weitere Kinder, darf aber keine mehr bekommen. Trotzdem würde ich mein Kind nicht dem grösserem Risiko von Missbildungen, Erbkrankheiten und Gendefekten zumuten wollen.

      • Sportpapi sagt:

        Ich habe zwei Fragen, Susi: Sie weisen auf die Situation hin, dass Frauen mit Kinderwunsch ab einem gewissen Alter unter Druck einen Erzeuger finden müssen. Meinen Sie, es wäre nicht möglich, dass praktisch jede im Verlauf der rund 20 Jahre, die dafür zur Verfügung stehen, den passenden Partner finden könnte, wenn sie die Prioritäten entsprechend setzen würde? Und: wenn die biologische Uhr abgelaufen ist. Macht es dann Sinn, künstlich doch noch ein oder mehrere Kinder zu bekommen?

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Susi:
        „und man quasi unter Druck einen Erzeuger finden muss“
        ja, manchmal ist das Leben sehr hart.
        Genauso hart aber für ein Kind, von Beginn weg bewusst vaterlos in die Welt produziert zu werden.

        „oder wenn die Uhr eben abgelaufen ist“, wir sollten von diesem Machbarkeitswahn wegkommen, es ist uns eine Zeit gegeben welche optimal ist- und irgendwann läuft die mal ab. Und auch in der optimalen Phase klappt es nicht immer, das ist hart.

        Doch solange noch so viele Kinder in anderen Gegenden dringend unsre Hilfe benötigten, stelle ich diese West-Errungenschaften schon sehr in Frage.

      • Susi sagt:

        @SP: Zur ersten Frage: Nein, ich glaube, dass manchmal 20 Jahre tatsächlich nicht reichen, den richtigen Partner zu finden. Ich wurde immerhin knapp 37, weil es mir vorher nicht gelang, mich auf jemand, der wirklich passte, einzulassen, entweder, weil ich ihn nicht erkannte, oder weil ihm einfach nicht begegnet bin. Vorher war ich stets in Beziehungen, in denen das Thema Kinder keinen Platz hatte, (zumindest aus meiner Sicht). Viele suchen vielleicht auch noch länger.
        Ich kenne Frauen, die aus lauter Torschlusspanik mit unpassenden Männern Kinder gezeugt haben. Horror pur, so eine Beziehung, im Übrigen auch für die Kinder.

      • Susi sagt:

        SP: Zur zweiten Frage: Ob das Sinn macht, das ist natürlich ein weites Feld. So kann man bei vielen medizinischen Indikation argumentieren. Macht es Sinn, einen entzündeten Appendix operativ zu entfernen, wenn doch aber die Natur beschlossen hat, dass dieser Mensch jetzt daran stirbt?
        Bei dieser Frage klammert man wieder den emotionalen Aspekt aus, der Kinderwunsch richtet sich nicht nach dem, was „Sinn“ macht. Und junge Eltern garantieren nicht, dass sie lange für die Kinder da sind. Meine jungen Eltern starben, als ich 19 bzw. 26 war.

      • Susi sagt:

        @Brunhild: Ja, rational sehe ich das auch so wie Sie. Emotional halt weniger.

      • Susi sagt:

        @Tamar: So stark erhöht ist dieses Risiko nun aber auch wieder nicht.

      • Martin Frey sagt:

        Susi, bin wieder mal ganz bei Ihnen. Bei all Ihren Aussagen. Differenzierte Betrachtungsweisen und Empathie laufen leider immer Gefahr, etwas unterzugehen.

      • Sportpapi sagt:

        @Susi: Ich sehe das grundsätzlich anders. Gerade weil man in der Jugend (und die dauert ja immer häufiger immer länger) das Gefühl hat, unendlich Zeit zu haben, ist man vielleicht eben auch nicht bereit, das Thema Kinder anzugehen. Und plötzlich ist halt auch eine Beziehung wieder vorbei, weil man nicht den Mut oder das Interesse hatte, einen Schritt weiterzugehen. Obwohl der Partner im Nachhinein vielleicht durchaus auch gepasst hätte. Verlängert man nun diese 20 Jahre einfach um 10, wird möglicheriweise das Problem einfach verschoben.

      • Sportpapi sagt:

        Zum zweiten: Es gibt für nichts eine Garantie. Aber meine Mutter, die gerade 60 geworden ist, freut sich heute, dass sie noch in relativ jungen Jahren Grossmutter geworden ist…

      • Susi sagt:

        Glauben Sie mir, Sportpapi, keiner meiner vorherigen Partner hätte gepasst. Aus heutiger Sicht frage ich mich mehr, was mit mir eigentlich nicht gestimmt hat, dass ich überhaupt jemals für einen Moment glauben konnte, es hätte mit einer dieser Beziehung längerfristig klappen können. Ok, eine darunter wäre im Bereich des Möglichen gelegen, aber da war ich einfach mit anderen „Baustellen“ beschäftigt, z.B. mit der Pflege einer totkranken Mutter und dann der Verarbeitung ihres Todes. Durch sowas kann man jahrelang derart aus der Bahn geworfen werden, dass es eine Partnerschaft unmöglich macht.

      • Susi sagt:

        SP, das ist schön, dass Ihre Mutter das mit 60 erleben darf.
        Was mich jetzt aber gerade etwas nervt, ist, dass Sie so argumentieren, als hätten Sie es halt richtig gemacht und andere, die, (aus welchen Gründen auch immer!), später Eltern werden, eben nicht. Die Welt ist nicht so schwarz-weiss, wie Sie sie gerade malen.

      • Sportpapi sagt:

        @Susi: Sie haben da etwas falsch verstanden. Meine Mutter wurde früh Mutter. Ich bekam mein erstes Kind erst relativ spät mit 34. Meine Aussage war eigentlich einzig, dass man seine Beziehungen auch etwas steuern kann. Dass die Frauen heute deutlich später Mütter werden als früher, liegt ja nicht nur daran, dass sie wählerischer geworden sind. Und die Ausbildung länger dauert. Sondern meiner Meinung nach auch, weil man (Frauen wie Männer) versucht, de unverbindliche Jugendzeit immer weiter auszudehnen.

      • Susi sagt:

        34 ist aus meiner Sicht früh 🙂

        Das mit der ausgedehnteren Jugend hat sicher einen wahren Kern. Für mich aber nicht, und darum wehre ich mich halt gegen solche Pauschalisierungen.
        Was Beziehungen betrifft, also, ich weiss nicht, ob ich zu wählerisch war. Ich hatte einfach ein Goldhändchen, mir über Jahre die falschen Männer auszusuchen. Kollusion lässt grüssen.

      • Sportpapi sagt:

        @Susi: In jeder öffentlichen Diskussion wird pauschalisiert, bzw. mit Tendenzen argumentiert. Auf der anderen Seite werden dann Einzelfälle aufgeführt als die weit verbreitet wären. Und wenn man selber betroffen ist, sieht man es noch einmal anders.
        Wie auch immer. Mir ging es in erster Linie darum, dass jede/r in seinem Leben auch Prioritäten setzen sollte. Jane Doe hat das unten schön zusammengefasst, auch wenn ich mit dem letzten Satz dann nicht einverstanden bin.

  • Nick sagt:

    Ich glaube, das wirkliche Problem liegt darin, dass viele (nicht alle) Frauen sich mit zunehmendem Alter schwer damit tun, „Mr. Right“ zu finden. Das Alter steigt, und damit die Anforderungen an den potentiellen Partner. Gleichzeitig nimmt die Unbeschwertheit und Lockerheit ab, welche es für eine Beziehung zu einem gewissen Teil braucht.

    Aus dieser Sicht ist Freezing nur eine Scheinlösung.

    • mila sagt:

      Ich kenne einige Mütter, die erst mit Ende 30 oder Anfang 40 ihr erstes Kind bekommen haben – gerade weil zuvor der Partner fehlte.

      Überhaupt sehe ich eine Tendenz, dass gutausgebildete Frauen, die nicht gleich nach dem Studium heiraten, sondern erst einmal ihren Berufseinstieg verfolgen, Mitte 30 keinen Partner (mehr) haben. Für diese Frauen ist aber ein Kind in der Regel auch kein (biologisch empfundenes) Muss, sondern eine Option. Eggfreezing wäre ihnen insofern eine zu drastische Massnahme, um sich die Option für die nächsten zehn Jahre offen zu halten.

    • mila sagt:

      Überhaupt richten sich diese Frauen ihr Leben nicht danach ein, ob ein Partner (und ein Kind) noch rechtzeitig kommen werden oder nicht – sie leben es einfach. Die Gruppe dieser Frauen dürfte meinem Empfinden nach wesentlich höher sein als die derjenigen, die zwar wissen, dass sie (unbedingt) ein Kind wollen, aber bitte erst dann, wenn es in die Karriereplanung passt.

  • Widerspenstige sagt:

    Ich bin für die Selbstbestimmung der Frau, keine Frage. Ich kann das begrüssen für Frauen, die das aus irgendwelchen Gründen für sich legitim finden u das Prozedere mit open end(!) auf sich nehmen wollen. Es stellt sich aber doch die Frage des Sinns dahinter. War die sexuelle Revolution tatsächlich nicht mehr wert als sich dem Diktat der Wirtschaftswünsche zu fügen? Sollte jetzt nicht der Umkehrschluss mehr wert für Frauen bedeuten, dass sie sich zwar nehmen, was sie für sich richtig finden, aber ZUSAMMEN mit ihrem Objekt der Begierde?Der Mann an ihrer Seite ist gefragt, ob er bereit dazu ist!

    • plop sagt:

      Ja, der Mann. Der muss wollen. Und wenn man so einen hat, gehe ich mit der Autorin überein: „Werdet doch einfach schwanger“. Sonst aber bin ich nicht ganz einverstanden mit diesem Satz.

  • Heidi K. sagt:

    Das eggfreezing finde ich ok, denn es sollte den Frauen geholfen werden, Kids zu bekommen, wenn das Leben sich nicht an die Regeln hält und Mr. Right sich eben erst ab 40 einfindet. Nur wo setzt man da die Grenze? Ist es i.O., wenn eine 60jährige ihr erstes Kind bekommnt? Uns Menschen sind eben natürliche Grenzen gesetzt, auch wenn wir das nicht wahr haben wollen und alles dafür tun, sie zu umgehen. Wo man ansetzen soll, ist schwer zu sagen. Gesunder Menschenverstand? Das wäre wohl die Antwort. Kinder sind ein Segen und ich würde keine Sekunde auf meine Kids verzichten wollen.

    • alam sagt:

      Deshalb dürfen die Eier ja nur 5 Jahre eingefroren bleiben. Das bedeutet lediglich, dass Frauen bis 45-50 statt nur bis 40-45 Kinder kriegen können… wenn es dann wirklich klappt.

      • Brunhild Steiner sagt:

        ob diese 5-Jahres-Frist nicht eher mit Qualitätsgründen zu tun hat, als mit ganzheitlicheren Überlegungen?

      • Sportpapi sagt:

        Wenn es um das maximale Alter geht, wäre es sinnvoller, dieses festzulegen. Und wenn es um Qualität gehen würde, müssten die Eier wohl vor dem 30. Lebensjahr entnommen und länger gelagert werden…

      • Katharina sagt:

        BS: „ob diese 5-Jahres-Frist nicht eher mit Qualitätsgründen zu tun hat, als mit ganzheitlicheren Überlegungen?“ Die 5 Jahresfrist wurde mit Einführung des Schweizer Gesetzes betreffend Fortpflanzungsmedizin so festgeschrieben. Ich vermute, nach hin- und her erwägen ethischer Ueberlegungen. das Gesetz setzt ja in erster Linie Rahmenbedingungen für medizinisch indizierte Situationen und wurde in Hinblick auf diese konzipiert. social freezing macht deswegen im Schweizer Rechtskontext eigentlich keinen Sinn.

  • alam sagt:

    Fast jede Frau hat halt in ihrem Umfeld eine alleinerziehende Mutter, die auch einmal so unbeschwert und locker schwanger wurde und sich nun abstrampelt und trotzdem immer ärmer wird. Logisch schreckt das auch ab.

    • 13 sagt:

      Und nun fragen Sie eine dieser Frauen, ob Sie es bereut, die Kinder zu haben und sie werden zu 99,99% ein ehrliches Nein hören. DAs nimmt der „Abschreckung“ des Schrecken.

      • Susi sagt:

        Ich weiss nicht so recht. Als bei mir das Thema „Kind“ mehr oder weniger aktuell wurde, und ich ein wenig herumgefragt habe, wurde mir mehrfach gesagt: „Ich liebe mein/e Kind/er zwar über alles, aber wenn dir dein Leben, so wie es jetzt ist, gefällt, würde ich dir dringend vom Kinderkriegen abraten.“ War nicht sehr beruhigend, sowas zu hören…

      • Christoph Bögli sagt:

        Man muss sich da auch immer fragen, wie ehrlich das wirklich ist. Wer würde denn selbst engen Freunden gestehen, dass sie ihre Kinder bereuen? Zumal Reue gegenüber unveränderlichen Tatsachen, die auch viel positives haben, ja eh nie sinnvoll ist. Trotzdem würden wohl einige nicht die gleichen Entscheidungen treffen, wenn sie ihr Leben noch einmal neu leben könnten. Und: Was man von aussen sieht ist halt dann trotzdem nur den abschreckenden Stress und die Plackerei, da kann die Person noch so lange beteuern, dass das unterm Strich alles ganz toll ist..

      • 13 sagt:

        Ja, Kinder verändern das Leben, das ist ja nun wirklich kein Geheimnis. In welchem Rahmen entscheidet jeder für sich. Auch dass nicht alles nur märchenhaft ist. Man hat weniger Freiheit, weniger Zeit, weniger Geld. Ich habe, wie wohl alle anderen auch manchmal den Gedanken, was wäre wenn….Und doch kenne ich niemanden, bei dem das Negative überwiegt. Es geht nicht nur darum, dass man sie liebt, sondern man kann sie sich aus dem Leben nicht mehr wegdenken, egal wie schwer es manchmal ist. Man wünscht sich andere Umstände, aber nicht die Kinder nicht zu haben. Das ist wohl sehr selten.

      • Carolina sagt:

        Was mich so sehr beelendet in diesen Diskussionen ist die Tatsache, dass es heutzutage schon fast als verachtenswert bzw abwegig gilt, Kinder ohne grossartige Planung zu bekommen, es darauf ankommen zu lassen, sich der Spannung, Angst, aber auch den Hoffnungen auszusetzen, die mit dem Kinderkriegen verbunden sein werden. Es hat mich nie einen Deut interessiert, was andere Leute sagen – wir waren uns lange überhaupt nicht sicher, ob wir Kinder haben werden, haben es darauf ankommen lassen und nie zurückgeschaut. Für mich ist der Sinn meines Lebens, dass ich es weitergegeben habe – dass das

      • Carolina sagt:

        /2 andere anders sehen, ist deren Angelegenheit, das würde ich nie ausschliessen oder schlechtreden. Für mich ist es einfach erwachsenes Verhalten, mit dem, was man selber kreiiert hat (Kinder haben oder eben nicht), erwachsen umzugehen – und das heisst nun mal, die volle Verantwortung zu übernehmen, ohne ständig in eine mögliche andere Vergangenheit zurückzuschauen.

      • Sportpapi sagt:

        Wie unterscheiden sich „drauf ankommen lassen“ und jetzt gerne Kinder wollen methodisch? Die Entscheidung ist doch faktisch die gleiche.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Setzt man einfach die Verhütung ab, dann ja, haben Sie recht. Diesen Unterschied habe ich auch nie verstanden. Geht man aber zum Arzt und lässt man die, in weiser Voraussicht vor 5 Jahren entnommenen, Eizellen befruchten und sie anschliessend einsetzen, gibt es doch ein paar Unterschiede zum Draufankommen lassen…..

      • Sportpapi sagt:

        @13: Es ging um Carolinas Geschichte ihrer eigenen Vorgehensweise.

      • Carolina sagt:

        SP: Wie Du wahrscheinlich sehr gut weisst, geht es natürlich nicht um die Methodik (soweit ich mich erinnere, dürfte die immer gleich gewesen sein) – es geht mir um die Tatsache, dass frau immer öfter unter Entschuldigungszwang gerät, wenn sie es wagt, ohne genauere Planung oder Wissen um das, was die Zukunft bringt, Kinder in die Welt zu setzen.
        Das halte ich für ein Grundrecht! Allerdings: Jammern über einmal getroffene Entscheidungen bzw Nicht-Entscheidungen sind zwar menschlich, haben aber nicht als Richtlinie für gesellschaftliche Rahmenbedingungen zu dienen.

      • Sportpapi sagt:

        @Caro: Da bin ich sehr einverstanden. Zumal wir uns das in der Schweiz sicher auch eher leisten können als in anderen Ländern.

  • Martin Frey sagt:

    Was soll dieses selbstgerechte Abqualifizieren der Leute die sich für ein Eggfreezing entscheiden? Offenbar kann sich die Autorin nicht vorstellen, dass es noch andere Gründe gibt als der böse Chef und die unbarmherzige Firma. Als ob jede Frau rein aus Karrieregründen auf eine solche Massnahme zurückgreifen würde. Akademikerinnen haben sehr oft später das Privileg, in einer derartige Lebensphase einzutreten. Und vielleicht passt dann der Partner nicht. Oder man hat keinen. Oder man ist krank. Oder man hat gerade ein grosses Projekt vor sich. Was auch immer die Gründe sind, sie sind legitim.

    • Sportpapi sagt:

      Legitim? Also nichts zu diskutieren, jede/ darf tun und lassen, was sie will?

    • Ulrich Gassner sagt:

      Sie verstehen das nicht, Herr Frey: Es geht ja darum, etwas zu ’signalisieren‘ und die ‚gesellschaftliche Situation‘ zu beeinflussen. Denn als Frau muss man ja ‚Karriere machen‘ (und nicht bloss einen Beruf ausüben) und dabei Kinder haben. Und wenn sich das als schwierig herausstellt, dann sind die anderen schuld, weil ja Kinder kein Störfaktor sein dürfen.
      Und was in diesem Blog schon grundsätzlich gar nicht geht: Die Leute einmal machen lassen, was sie selbst für richtig halten.

      • Susi sagt:

        Herr Gasser, haben Sie Herrn Freys Kommentar genau gelesen? Irgendwie habe ich das Gefühl, dass nicht er, sondern Sie hier etwas nicht verstehen.

      • Susi sagt:

        Oh, Ihr Kommentar war glaub ironisch. Gehöre ich jetzt auch schon zu den Blöden, die sowas nicht verstehen?
        Äxgüsi. 😉

      • Ulrich Gassner sagt:

        @ Susi: mein Kommentar war tatsächlich ironisch gemeint. Aber Sie haben die Kurve ja noch gekriegt… 😉

      • Martin Frey sagt:

        Ihr Kommentar war gut und treffend, Hr. Gassner. Und ja, ich frage mich dann manchmal auch, weshalb rege ich mich auf? Aber wenigstens gibt es Leute die die Dinge gleich sehen.

    • Susi sagt:

      Danke, Martin Frey, für diesen Kommentar; einmal mehr kann ich hier sagen, dass genau das die Gedanken sind, die auch mir bei dem Thema durch den Kopf gehen.

    • Widerspenstige sagt:

      ‚Akademikerinnen haben sehr oft später das Privileg, in einer derartige Lebensphase einzutreten. Und vielleicht passt dann der Partner nicht. Oder man hat keinen. Oder man ist krank. Oder man hat gerade ein grosses Projekt vor sich..‘ Martin, wieder im Auftrag der Pharma unterwegs? Sie kann damit viel Geld generieren, unter dem Deckmantel der zwar legitimen aber sehr lukrativen Wünsche von Akademikerinnen. Das ist Augenwischerei, denn die von Ihnen erwähnten Gründe können auch nach fünf Jahren – wenn das Eggfreezing angezapft werden MUSS(!) – immer noch vorherrschen. Was dann?

      • Martin Frey sagt:

        Eggfreezing hat mit Pharma ungefähr soviel zu tun wie ein Bifidusyoghurt in der Migros, Widerspenstige. Es sind andere Leute und andere Branchen, die damit gutes Geld verdienen. Aber Hauptsache, man hat wieder gewisse liebgewordene Feindbilder bedient, nicht wahr?
        Und ja, es kann sein dass man/frau 5 Jahre später in der Lebensplanung nicht weiter ist. So what? Gehen derartig persönliche, intime Entscheide Sie und mich etwas an? Dürfen die betroffenen Leute nicht selber entscheiden?

      • Carolina sagt:

        Sie gehen mehr oder weniger elegant darüber hinweg, dass solche Technologien gesellschaftliche Folgen haben, z.T. völlig unabsehbare! Natürlich muss man darüber diskutieren und reden dürfen – wie ML gesagt hat, werden wir heute allerdings mit Technologien beworfen, von denen die meisten Tage vorher noch nie etwas gehört hatten. Das halte ich für sehr gefährlich.
        Warum reagieren Sie so gereizt darauf, dass eine Gesellschaft immer noch darüber diskutieren darf, ob solche Technologien situativ unterschiedlich betrachtet werden sollten? Von wegen alte Feindbilder – es geht eben um ganz Neues!

      • Carolina sagt:

        Das war natürlich an Frey gerichtet!

      • Martin Frey sagt:

        Beim Thema Feindbilder geht es nur um den kurzen Ausflug von WS unter die Gürtellinie, Carolina, nicht um das Thema an sich. Und darauf reagiere ich, ist auch nicht das erste Mal, wissen Sie.
        Fakt ist, dass wir diese Technologie aus der IVF seit über 20 J. kennen, sie wurde millionenfach angewandt. Sie hat ihre Probleme und ist für die betroffenen Frauen alles andere als ein Spaziergang. Fakt ist, die Technologie ist da. Und alles was machbar und einmal gedacht ist, wird irgendwann auch einmal angewandt. Ich masse mir, anders als andere, einfach kein saloppes Urteil über die Betroffenen an.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Martin Frey:
        selbstverständlich geht uns das alle was an! Abgesehen davon dass sich da offenbar gesunde Frauen selbstverständlich einem OP, inklusive aller Risiken, unterziehen sollen, impliziert wird, dass es für die später zu entstehenden Kinder offenbar unwichtig sein soll ob auch ein Vater anwesend ist (jedenfalls lassen Sie den Vater ganz schön aussen vor…), diesen Kindern sehr viel zugemutet wird wenn sie sich knapp volljährig dann evtl schon um eine abhängig-werdende Mutter kümmern müssen- alles Dinge welche uns sehr wohl betreffen! Den Selektionswahn noch gar nicht angerührt… .

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Carolina:
        unterschreibe ich grossgedruckt und fett!

      • Brunhild Steiner sagt:

        Selektionswahn auf der Sperrliste?

      • Brunhild Steiner sagt:

        hm, da hängen Zeilen an den freien Herrn…

      • Carolina sagt:

        Doch Frey, Sie massen sich sehr wohl ein Urteil an und zwar über alle, die es wagen, Einwände gegen egg freezing zu bringen. Ich z.B. verschwende wertvolle Zeit und Zeilen damit, immer wieder erklären zu müssen, dass es mir nicht um ein totales Verbot geht, sondern darum, Rahmenbedingungen zu formulieren, die Ausschläge zumindest versuchen zu verhindern. Natürlich ist Ihr ‚was möglich ist, wird auch getan‘ leider richtig, es hat aber auch etwas Fatalistisches – dann könnten wir uns ja alle hinlegen und die Moderne über uns hinwegrauschen lassen. Allzu viel Empathie sehe ich bei Ihnen nicht.

      • Muttis Liebling sagt:

        Herr Frey, wie ich bisher lese, fällt niemand ein Urteil über die Frauen, die sich für etwas entscheiden, sondern urteilen alle nur über die Methode und deren kommerziellen wie psychologischen Hintergründe.
        Klar hat die Methode auch etwas mit Pharmakologie zu tun, technisch direkt, weil es ohne Hormonstimulation nicht geht, aber vor allem in der Methode.
        Die Methode wurde erstmals 1954 formuliert: Wir (die Pharma) müssen auch aus Gesunden Patienten machen, um die Umsätze zu verdreifachen. Reproduktionsmedizin ist ein klassischer Anwendungsfall dafür, wenn auch vielschichtiger.

      • Brunhild Steiner sagt:

        Klar hat die Methode auch etwas mit Pharmakologie zu tun,
        technisch direkt, weil es ohne Hormonstimulation nicht geht, aber vor allem in der Methode.
        Die Methode wurde erstmals 1954 formuliert:
        Wir (die Pharma) müssen auch aus Gesunden Patienten machen, um die Umsätze zu verdreifachen. Reproduktionsmedizin ist ein klassischer Anwendungsfall dafür, wenn auch vielschichtiger.
        🙂

      • Katharina sagt:

        BS: Beängstigend, wie Du hier jubilierst – einer Person, die eigentlich ja dafür bekannt ist, für hoheitlichen ‚Selektionswahn‘ zu sprechen.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Katharina:
        keine Sorge, ich bin mir der Unvereinbarkeit von anderen ML-Positionen durchaus gegenwärtig bewusst-
        doch auf diesem Gebiet bin ich wirklich froh um jede kritische Stimme,
        zu viel wird da einfach hingenommen weils halt der Fortschritt und geschaffene Tatsachen gebieten.
        Solange da eine wirklich engagierte Auseinandersetzung im Vorfeld fehlt jubiliere ich lieber auch mal zwiespältig.

      • mila sagt:

        Sind wir doch mal ehrlich: was heisst gesellschaftlicher (demokratischer) Diskurs? Eine differenzierte Auseinandersetzung mit Themen wie diesem findet bei einem kleinen (meist gut gebildeten/informierten) Teil der Bevölkerung statt. Der Rest ist entweder uninteressiert (stimmt auch nicht ab) oder bildet sich ad hoc eine unqualifizierte Meinung, die eher auf diffusen Befindlichkeiten beruht als auf einer kritischen Prüfung.

        Wenn wir ‚gesellschaftliche‘ Leitplanken fordern, sollten wir uns dessen bewusst sein. ‚Kritische‘ Stimmen haben in meinen Augen insofern einen zwiespältigen Wert:

      • mila sagt:

        sie sind nicht immer fundiert (damit meine ich jetzt nicht ML). Und das sieht man auch sehr gut im Kommentarverlauf hier, wo teils einfach reflexartig Haltungen (um nicht zu sagen: Vor-Urteile) zu einem letztlich schwierig zu fassenden Themenkomplex eingenommen werden.

        Plus: noch immer scheint die Meinung vorzuherrschen, dass die heterosexuelle Normkonstellation (Vater-Mutter-Kind) gleichbedeutend ist mit idealen Ausgangsbedingungen für ein Kind. Die Realität sollte uns mittlerweile eines besseren belehrt haben, s. Statistiken zu Kindsmisshandlungen und- vernachlässigungen.

      • mila sagt:

        Diese Art von Überzeichnung (um nicht zu sagen Selbstbeweihräucherung) finde ich persönlich störend. Etwas mehr Pragmatismus, mit Blick auf verschiedene (Lebens-)Wirklichkeiten, wäre durchaus angebracht. Auch wenn ich selbst Egg Freezing bei gesunden Frauen befremdlich finde – aber ich halte meine persönliche Reflex-Meinung zurück, bis ich mir ein umfassendes Urteil bilden kann.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @mila:
        naja, und was genau bedeutet das nun für mich, oder uns?
        Manchmal sind Entscheidungsträger selbstkritisch genug und zeigen Bereitschaft zur Selbstlimitierung- so waren nicht alle Arbeitgeber zu Zeiten ohne Arbeiterschutz bösartige Tyrannen, sondern haben sich teilweise auch sehr vorbildlich um ihre Angestellten gekümmert- und doch hat es auch Druck „von unten“ (den uninteressierten/unqualifizierten?) gebraucht, um allgemeine Besserstellung zu erreichen.
        Uns einfach geschaffenen Tatsachen zu beugen ist der bequemste, aber vielleicht nicht der beste Weg.

      • Sportpapi sagt:

        „Plus: noch immer scheint die Meinung vorzuherrschen, dass die heterosexuelle Normkonstellation (Vater-Mutter-Kind) gleichbedeutend ist mit idealen Ausgangsbedingungen für ein Kind. Die Realität sollte uns mittlerweile eines besseren belehrt haben, s. Statistiken zu Kindsmisshandlungen und- vernachlässigungen.“ Ach ja? Wie kommen Sie darauf? Die verschiedenen Konstellationen von Alleinerziehend/Patchwork halte ich tatsächlich für weniger ideal. Und gleichgeschlechtliche Eltern sind bei uns nicht so verbreitet. Das einzige, was ich am Idealbild ändern würde, wäre Kind in Plural zu versetzen.

      • mila sagt:

        Brunhild, mir geht es überhaupt nicht darum, dass wir uns vor scheinbar unaufhaltsamen Entwicklungen ‚beugen‘ sollten – aber wir sollten uns schon ab und an selbstkritisch hinterfragen, worauf unsere (vermeintlich) ‚kritischen‘ Haltungen beruhen. S. dazu noch meinen dritten Kommentar oben, der noch nicht aufgeschaltet wurde.

        Oft nehmen wir Positionen ein, die in keiner Weise auf umfassender Prüfung beruhen, sondern – wie gesagt – auf reflexartigen Einstellungen, basierend auf unserem bisherigen soziokulturell wie persönlich geprägten Erfahrungshorizont.

      • mila sagt:

        Damit fehlt mE jedoch genau das ‚kritische‘ Element, insofern eigene Vor-Urteile stetig ungeprüft weiter und weiter kolportiert werden. Daher auch meine Skepsis gegenüber ‚demokatischer‘ Meinungsbildung, sie besagt im Grunde nichts weiter, als dass eine Mehrheit dasselbe denkt. Nicht, dass dies tatsächlich die beste Haltung/Lösung zu einem Problem ist.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @mila:
        „aber ich halte meine persönliche Reflex-Meinung zurück, bis ich mir ein umfassendes Urteil bilden kann“
        das klingt für mich ein bisschen nach
        „und alle die sich umgehend kritisch geäussert haben, machten das nicht“,
        oder „und alle welche sich vorwiegend dagegen äussern, machen das nicht“,
        weitergehend zu
        „alle die das promoten haben sich äusserst gründlich mit dafür-dawider auseinandergesetzt und ungeachtet jeder persönlichen Befindlichkeit entschieden diesbezüglich zu forschen/entwickeln/Tatsachen zu schaffen.

        Find ich also auch einigermassen selbstbeweihräuchernd…

      • mila sagt:

        …womit ich, dessen ungeachtet, nicht sagen will, dass ich in vor-demokratische Zeiten zurück will. Sondern nur, dass nicht alles golden glänzt, nur weil es mit dem Etikett einer demokratischen Entscheidungsfindung geschmückt ist. Als Bürgerin bleibe ich gerne wachsam, bzw. halte genau das für meine Pflicht. Wer es sich zu bequem in seinem Erfahrungshorizont eingenistet hat, ist nicht mehr wachsam. Sondern im Grunde selbst-fremdgesteuert.

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/
        zumal dieser demokratische Prozess bezüglich geschaffenen Tatsachen auf diesen Gebieten doch weit hinterherhinkt und auch nicht überall gleich abläuft. Sie sprechen die Mehrheit an, welche nicht immer für die beste Lösung eines Problems plädiert- jetzt im Bezug auf contra? Denn es gibt die Länder mit Mehrheit für pro- hinterfragen Sie dort auch ob das die beste Vorgehensweise sei? Oder leiten daraus nicht vielmehr ab, dass „konservativere“ Überzeugungen vornehmlich auf Vorurteilen gründen?

      • mila sagt:

        @Brunhild: Ja, doch. Darauf, dass es mir bisweilen (keineswegs immer) gelingt, mit meinen eigenen Vor-Urteilen zunächst zurück zu halten und sie selbstkritisch zu hinterfragen, bin ich stolz. Sie können das gerne Selbstbeweihräucherung nennen. 😉

      • mila sagt:

        Noch mal: mir geht es hier um den Prozess von ‚Meinungsbildung‘ im Allgemeinen, nicht um das spezifische Thema. Dazu habe ich mir noch keine eigene Meinung gebildet und beurteile somit auch kein ‚Lager‘.

        Ihre letzte Frage: Oder leiten daraus nicht vielmehr ab, dass “konservativere” Überzeugungen vornehmlich auf Vorurteilen gründen? ist insofern eine schlichte Unterstellung. Bei manchen Themen habe ich, situativ bezogen, eine konservativere, bei manchen eine liberalere Haltung. Ganz sicher identifiziere ich mich jedoch nicht mit einer bestimmten (sozio-)politischen Strömung durchs Band.

      • Sportpapi sagt:

        @mila: Ich finde das interessante Gedanken, und sicher haben Sie recht damit, unsere Haltungen immer wieder zu hinterfragen. Allerdings leben wir doch auch in der Gesellschaft in der wir leben. Und traditionelle Werte sind verbreitet, und vielfach haben Sie auch einen Nutzen, weil sie für die Gesellschaft identitätsstiftend sind.

      • mila sagt:

        Sportpapi, ein letztes für heute: ich habe nichts gegen traditionelle Werte – aber diese sind von Kulturkreis zu Kulturkreis unterschiedlich und ändern sich über die Zeit – wenn sie den gesellschaftlichen (Lebens-)Bedingungen nicht mehr entsprechen. Das, was wir heute als traditionell ansehen, hat z.T. nicht mehr viel mit den traditionellen Werten (und Lebensbedingungen) der vormodernen europäischen Gesellschaft zu tun. Auch dessen sollten wir uns bewusst sein, gerade z.B. angesichts der Zunahme von Patchwork-Familien und Alleinerziehenden.

      • Sportpapi sagt:

        @mila: Einverstanden, bis zum letzten Satz. Die Zunahme von Trennungen, Scheidungen, Patchworkfamilien hat eben auch etwas mit Wertewandel (oder -verlust?) zu tun. Und ich kann nicht anders, als das bedauern.

      • mila sagt:

        Ein Zurück hinter solche gesellschaftlichen Entwicklungen gibt es in der Regel nicht. Für mich bedeutet das quasi augenscheinlich, dass das reelle Familienbild bereits ein anderes ist als das ideelle, das sich im Verlauf des 19. Jahrhunderts ausgeprägt hat; der Umbruch hat insofern schon stattgefunden. Entsprechend bewegt sich auch der gesellschaftliche Rahmen (und damit meine ich nicht nur den juristischen) – in welche Richtung, ist noch abzusehen. Deswegen debattieren wir auch so heftig zu Themen wie diesem: dahinter steckt der Wunsch, den (neuen) Rahmen mit zu prägen. Was an sich gut ist.

      • mila sagt:

        Ok, ein Allerletztes: Ich kann Ihr Bedauern gut nachvollziehen, Sportpapi. Auf der anderen Seite glaube ich, dass Kindern auch in Patchwork-Familien oder im Ein-Eltern-Haushalt ein liebevolles, stabiles Umfeld geboten werden kann. So bieten (vermeintliche) Werteverluste auch eine Chance auf Rück- bzw. Neubesinnung: nicht zuletzt im Leben eines jedes Einzelnen.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @mila:
        „ist insofern eine schlichte Unterstellung.“
        Nein, sondern eine konkrete Frage in Bezug auf dieses ganz konkrete Thema welches in anderen Ländern viel freiheitlicher (und von der Mehrheit abgesegnet) angegangen wird.
        Zum anderen, mich stört dass Sie scheinbar den kritischen Stimmen „unreflektiert“ unterstellen, was macht Sie so sicher dass sich andere mit diesem Thema nicht auseinandergesetzt haben? Egg-Freezing ist einfach eine weitere Möglickeit, aber sich grundsätzlich mit IVF auseinandersetzen kann man seit Jahren!

      • Brunhild Steiner sagt:

        @mila:
        “ Auf der anderen Seite glaube ich, dass Kindern auch in Patchwork-Familien oder im Ein-Eltern-Haushalt ein liebevolles, stabiles Umfeld geboten werden kann.“, das ist aber nicht ganz der Punkt, denn der grosse Teil dieser Familien hat als „intakte“ Familie gestartet, oder zumindest mit der Absicht dazu- die wenigsten heute Patchworklebenden, hatten diese Konstellation von Beginn weg als das zu erreichende Ziel im Auge. Also keineswegs ein Kulturwandel im Sinne von „die Menschen wollen plötzlich ganz andere Modelle“, sondern eher: wir müssten uns überlegen wo die Unterstützung fehlt.

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/ Selbstverständlich bin ich froh dass diese Modelle heute viel einfacher lebbar sind als früher, aber rein von ihrer Existenz her einen Kulturwandel bezüglich Familie zu konstruieren, das finde ich nicht richtig. Was aber vielleicht mal dran wäre, eben angesichts von Wandel auf ganz anderen Gebieten, wie Partnerschaft und Familie heute mit Erfolg gelebt werden kann.

  • Serenity sagt:

    Toller Artikel! Gerade auch im Hinblick auf die jüngsten Infos seitens Apple & google bzgl freezing und „Unterstützung der Mitarbeiterinnen“. Die Autorin hat recht: lebt euer Leben.

  • Muttis Liebling sagt:

    Da muss die Menschheit jetzt durch, na ja, nicht die ganze, nur ein kleiner Teil, dessen prospektive Bedeutung sich eh in Grenzen hält.
    Der gravierende Unterschied zu den als Analoga genannten Methoden der hormonalen Kontrazeption und Interruptio besteht darin, dass der Zulassung dieser Methoden eine breite, kontrovers geführte Diskussion vorausging, welche bis heute anhält. Von der Tiefkühlmethode wussten bis vor ein paar Tagen nur wenige Insider und potentiell Betroffene. Wir müssen uns an den Gedanken gewöhnen, das die Technologie so schnell geworden ist, dass sie sich von jetzt ab

    • Muttis Liebling sagt:

      2/ immer häufige vor einen u.U. notwendige ethische Diskussion setzt. Wenn man sich diese anschaut, merkt man schnell, dass es derzeit gar nicht mehr viel zu diskutieren gibt. Die vehementes Befürworterinnen sind intelligente und eloquente Frauen >35 J., die dies als einzige Chance begreifen und die z.T. bereits ergriffen haben. Da die nicht zurück können, müssen sie die Methode befürworten. Sachlich ist das nicht gerade.
      Einige Punkte, die ausser grundsätzlichen moralischen Erwägungen, welche ich für das Wichtigste halte, aber von denen ich nicht erwarte, dass diese in absehbarer Zeit eine

    • Muttis Liebling sagt:

      3/ spielen sind:

      1. Die Wahrscheinlichkeit, das aus einem dieser Eier ein lebendiges Kind entsteht, beträgt 8%, bei 3-4 Eiern, was so üblich ist, also 24-32%. Ganz schön wenig, für so viel Geld, aber wenn man keine Wahl mehr hat?
      2. Was passiert mit den Eiern, wenn die Mutter während der Lagerung verstirbt, sich definitiv gegen ein Kind entscheidet, schwer verunfallt, usw. Hierzulande ist das geregelt, aber das ist eher die Ausnahme. Werden die Eier dann zur Handelsware?
      3. Was entsteht für eine Gesellschaft, wenn Mütter und Väter einen immer grösseren Altersabstand zu ihren Kindern haben.

      • Sirri sagt:

        Ergänzung:
        Die Frauen müssen sich ja später einer Befruchtung im Reagenzglas unterziehen. Und da sehen die Erfolgschancen auch nicht sehr rosig aus. Laut Bundesamt für Statistik liegen sie bei etwa 20% pro Behandlungszyklus.
        Dazu kommt, dass nach einer künstlicher Befruchtung die Rate an Fehlgeburten viermal so hoch ist wie nach spontaner Empfängnis.
        Kinder nach künstlicher Befruchtung kommen häufiger zu früh, untergewichtig, unreif und mit mehr Missbildungen zur Welt.

      • Francesca sagt:

        Ergänzung:
        Die Frauen müssen sich ja anschliessend einer Befruchtung im Reagenzglas unterziehen. Laut Bundesamt für Statistik liegt die Erfolgsrate bei etwa 20% pro Behandlungszyklus.
        Dazu kommt, dass die Rate an Fehlgeburten viermal so hoch ist wie nach spontaner Empfängnis.
        Kinder nach künstlicher Befruchtung kommen häufiger zu früh, untergewichtig, unreif und mit mehr Missbildungen zur Welt kommen

    • Muttis Liebling sagt:

      Die Helikoptermutter ist ein erstes uns bekanntes Symptom, da können aber noch viel mehr kommen.
      4. Wir wissen derzeit noch nicht einmal, ob die Nach- Pillen- Kinder sich von den anderen unterscheiden (Krankheiten, kürzere Lebenserwartung, usw.). In 40 Jahren sind erste Aussagen dazu möglich. Der Eingriff in die Keimbahn ist bei den Tiefkühl- Retorten- Babys aber noch viel grösser. Falls es ernsthafte Spätschäden gibt, wird die 1. Generation der Mütter das wahrscheinlich nicht einmal erfahren.

      Von einem nüchternen, biologisch und statistisch geprägten Standpunkt ist das Verfahren Roulette.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Muttis Liebling:
        sehr richtig, besonders: „na ja, nicht die ganze, nur ein kleiner Teil…“,
        bloss verfügt dieser kleine Teil über die notwendige Technik und finanziellen Mitteln.

        Was auch unerwähnt bleibt, die Fragen der PID welcher sich wohl alle einfrierenden Frauen dann stellen werden müssen-
        man kann gespannt sein wohin der Weg der beginnenden Schwangerschafts-möglichkeit-Auslagerung noch führen wird, in diesem kleinen Teil der Wohlstands-Welt… .

      • Carolina sagt:

        ML, heute bin ich völlig auf Ihrer Linie. Finde vor allem im ersten Teil (von 04.54!!!!) den zweiten Paragraph sehr bedenkenswert.

  • Leonidas sagt:

    Sehr gut und sehr ehrlich geschrieben. Mir scheint es auch, dass wir zu viel dem Job, dem Diktat der „freien Marktwirtschaft“ unterordnen bzw. opfern. Lasst uns doch wieder Menschen sein 😉

    • Muttis Liebling sagt:

      Der soziale Mensch wurde seit 1976 schrittweise zum Individuum umgebaut und damit abgeschafft. Bis auf weiteres gibt es DEN Menschen in Europa und Nordamerika nur noch im Ausnahmefall.
      Selbst wenn die Tiefkühleier- Methode verboten würde, die nächsten ‚Eier‘ kommen immer schneller. Die Wirtschaft ist selten stärker als eine Sozialgemeinschaft, aber wenn man die und den Menschen abgeschafft hat, siegt die Wirtschaft auf ganzer Linie. Das Individuum ist nicht wehrhaft, deshalb liebt die Wirtschaft das Individuum.

    • tina sagt:

      man könnte es auch einfach verantwortung übernehmen nennen und noch gut finden. verhütung bringt es mit sich, dass man entscheiden muss. nicht darf. man muss. denn sich nicht zu entscheiden wäre unverantwortlich. und weiter geht es mit vorgeburtlichen untersuchungen: darf man? muss man? verantwortung…

      • Carolina sagt:

        tina, mMn treffen Sie hier einen Nerv. Fortschritt ist schön und gut, aber wie genau gehen wir damit um? Alle sind für pränatale Tests, aber können wir mit den Wahlmöglichkeiten bzw Konsequenzen umgehen, wenn sie uns persönlich treffen? Können wir nur schon mit der seit Jahrzehnten bestehenden Möglichkeit der Geburtenkontrolle richtig umgehen oder hat diese nicht auch gravierende negative Seiten, die in der ersten Euphorie gar nicht gesehen wurden? Ich erinnere nur daran, wie sich Jahrzehnte später die Ansichten hinsichtlich Adoptivkindern geändert haben. Besteht nicht immer die Gefahr, dass

      • Carolina sagt:

        /2 wir sowohl gesellschaftlich als auch privat irgendwann völlig überfordert sind angesichts neuer Technologien? Und was ist mit den Kindern, die mit allen möglichen neuen Methoden zur Welt kommen (oder auch nicht)? Was ist mit den Vätern? Haben wir das wirklich durchdacht? Ich glaube eher, dass wir hier Monster aus dem Stall lassen, von denen wir keine Ahnung haben, was wir damit angestellt haben. Im Grunde tut sich hier wieder der uralte Abgrund auf: dürfen wir alles, was möglich ist, auch machen? Oder gibt es Dinge (bzw ist es überhaupt möglich), die wir tunlichst in Ruhe lassen?

  • Bernerin sagt:

    Recht so! Die Schweiz sollte endlich kinderfreundlicher werden. Mehr Kinder, weniger Einwanderung nötig. Schade hat mit Pille und „sexueller Revolution“ (Notwendigkeiten damals) dieses Unplanbare und auch die Religion in der Bevölkerung zu stark abgenommen. Wenn ich verheiratet bin, gehts los 😉

    • Zürcherin sagt:

      Liebe Bernerin, auch ich bin fürs Unplanbare, das schwanger werden und eine kinderfreundliche Schweiz. Aber das hat nun wirklich nichts mit Einwanderung zu tun. Voll nicht. Echt nicht. Gar nicht.

    • Sportpapi sagt:

      „Wenn ich verheiratet bin, gehts los.“ Das ist nun aber auch nicht gerade planlos… (und bis dann?)

      • Martin Frey sagt:

        Und was ist dann, wenn’s los geht, und es geht nicht? Nicht dass ich Ihnen das wünsche, Bernerin, aber was dann?

      • Sportpapi sagt:

        Dann hat man zumindest Freude am Versuchen 🙂

      • Carolina sagt:

        Was ist denn Ihre Antwort, MF? Dass jede Frau sicherheitshalber Eier einfriert, falls das Kinderkriegen auf Wunsch nicht klappt? Für meine Begriffe ist diese gereizte Reaktion Ihrerseits, dass es tatsächlich Zweifel und erhebliche Bedanken gegen diese und andere Methoden geben kann, einfach ein Hinweis darauf, besonders genau hinzusehen. Bei der pränatalen Diagnostik weist auch kaum ein Schulmediziner auf die überaus gravierenden potentiellen Gefahren hin, die vor allem psychisch bestehen. Und das scheint mir hier ähnlich. Bei mir klingeln heutzutage alle Alarmglocken, wenn ein Mediziner

      • Carolina sagt:

        /2 und/oder Wissenschaftler Verfahren propagiert, nur weil sie möglich sind – ohne auf für meine Begriffe völlig legitime (ja, legitime!) Bedenken und Einwände auch nur versuchsweise einzugehen.

      • Martin Frey sagt:

        Liebe Carolina, erstens bin ich nicht gereizt, zweitens war und ist nie Rede davon, was Frauen müssen oder nicht müssen. Als liberaler Mensch und in Kenntnis der verschiedenen teils menschlich sehr tragischen Schicksale hinter einzelnen Kinderwünschen halte ich derartige Bestrebungen für verständlich. Natürlich soll und muss man als Gesellschaft hinsehen und Rahmenbedingungen definieren. Wenn Sie legitime Bedenken und Einwände haben, bitteschön, wir können gerne darüber diskutieren. Es geht meines Erachtens aber nicht an, für sich Freiheiten zu beanspruchen und sie anderen nicht zuzugestehen.

      • Carolina sagt:

        MF: Ich habe mich vor allem auf Ihren Post von 07:54 bezogen, in dem Sie alle möglichen Gründe für egg freezing mit der Unterstellung (!) anbrachten, dass alle, die gegen egg freezing sind, unqualifiziert bzw verleumderisch sind. Ich sehe hier nur eine einzige Aussage, die in diese Kategorie fällt. Die meisten anderen versuchen immer wieder darauf hinzuweisen, dass es ganz sicher berechtigte Situationen gibt, in denen dieses eine Option sein kann, aber eben auch einen gesellschaftlichen Grundkonsens über Rahmenbedingungen erfordert. Nicht mehr und nicht weniger!

      • Susi sagt:

        @Carolina: „Ich sehe hier nur eine einzige Aussage, die in diese Kategorie fällt.“

        Und welche wäre das? Die von Rita Sophia (20:55), von der Bernerin (21.:50) oder von Tamar von Siebenthal (13:44)?
        *grübel*

      • Carolina sagt:

        Ok, stimmt 😉 Allerdings bei dato 109 Wortmeldungen ziemlich marginal, oder?

      • Susi sagt:

        Ja, doch, eher marginal, momoll! 🙂

      • Martin Frey sagt:

        Ich habe mich in meinem Post von 07:54 ausschliesslich auf die Autorin und ihre schreiende „Egg-Freezing? Blödsinn“ Headline bezogen, die im Text ihre Fortsetzung findet. Mit keinem Wort habe ich alle Leute, die mit guten oder weniger guten Argumenten Vorbehalte gegenüber egg freezing haben, als unqualifiziert bzw verleumderisch abqualifiziert wie Sie das darstellen. Es ist Ihnen natürlich auch unbenommen, mir fehlende Empathie vorzuwerfen. Mit mir kann man alle möglichen Themen diskutieren, aber persönliche Angriffe sind in meinen Augen leider zuoft einfach Zeichen fehlender Argumente.

      • Carolina sagt:

        ‚…Was soll dieses selbstgerechte Abqualifizieren der Leute die sich für ein Eggfreezing entscheiden?… (Ich lege das als IHRE Selbstgerechtigkeit aus, vor allem, weil zu dieser Zeit erst ein einziger Kommentar in die Richtung ging).
        ‚… Was auch immer die Gründe sind, sie sind legitim…..‘ (Also Diskussion überflüssig/nicht gestattet/nicht erwünscht/Herr Dr Frey hat gesprochen)
        Und wenn Sie das als persönlichen Angriff sehen, haben Sie wahrscheinlich nicht Unrecht, denn zur Schau getragene Selbstgerechtigkeit ist schon sehr verführerisch als Angriff…..

      • Martin Frey sagt:

        Seufz.. dies ist ein offenes Forum, Carolina. Ich habe mir lediglich erlaubt meine Meinung zu äussern. Sie müssen diese nicht teilen. In dem Falle wäre ich Ihnen einfach verbunden, wenn auch Sie eine gewisse Contenance bewahren könnten und die Diskussion suchen würden. Denn zum x-ten Mal waren Sie sich heute für persönliche Diffamierungen nicht zu schade. Bedauerlich, denn ich denke das können Sie besser.
        Meines Erachtens nimmt Ulrich Gassner um 09:12 den Tag schon beinahe prophetisch vorweg, insbesondere auch die Diskussionskultur.
        Trotz allem wünsche ich Ihnen einen schönen Abend, Carolina.

      • Carolina sagt:

        MF: Ich habe das Ganze jetzt noch mal überlesen und gebe Ihnen in sofern Recht, als dass ich Ihnen gegenüber überreagiert habe (bei diesem Thema). Das erkläre ich mir so (hat aber keine entschuldigende Wirkung, verstehe ich), dass ich persönliche Erfahrung mit der Aerzteschaft in zwei sehr harten Situationen auf Sie übertragen habe und Ihnen von vornherein gewisse Aehnlichkeiten unterstellt habe – z.B. einen ärztlichen Tunnelblick, eine was-möglich-ist-machen-wir-sowieso-Haltung und vor allem eine darüber-diskutieren-wir-nicht-ich-weiss-es-als-Mediziner-eh-besser-Totschlaghaltung. Dafür

      • Carolina sagt:

        /2 entschuldige ich mich und finde, dass Sie cool und überlegt reagiert haben. Ihr Beitrag von gestern abend 19:52 scheint mir differenzierter und, wie ich finde, auch eher als Basis für eine wirkliche Diskussion geeignet. Was natürlich dann wie immer bei diesen Fragen in eine gewisse Resignation mündet, da ein Diskurs heutzutage eben oft akademisch ist, denn jedem steht das Ausland offen – und darauf haben wir dann keinen Einfluss mehr.
        Trotzdem kenne ich zu viele Fälle von Adoptionen, die auf lange Sicht den Betroffenen extreme Probleme gemacht haben, bin ich zu skeptisch gegenüber

      • Carolina sagt:

        /3 Methoden wie z.B. pränatale Diagnostik, mit der Betroffene praktisch kaum umgehen kennen, weil ihre Aerzte nur selten eine psychische bzw psychologische Abklärung machen bzw gegenüber IVF, das für Betroffene manchmal in noch grösseres Leid mündet – ich meine, dass darüber gesprochen werden muss und nicht einfach alles resigniert durchgewinkt werden darf. Selbstbestimmung für Betroffene hört sich immer gut an, aber oft genug fehlt eben von meiner Warte aus die umfassendere Beratung, die eben nicht nur medizinisch sein sollte.

      • Martin Frey sagt:

        Danke, Carolina. Nicht nur dafür, dass Sie sich überhaupt nochmals gemeldet haben sondern auch für Ihre Worte. Das rechne ich Ihnen hoch an. In der Tat hatte ich gestern abend schon eine kleine Sinnkrise wie ich zugeben muss. Zwar bin ich es bis zu einem gewissen Grad gewohnt, schubladisiert zu werden, und bei gewissen Leuten kann ich damit auch umgehen. Bei Ihnen hat es mich wie gesagt sehr überrascht. Umso mehr schätze ich Ihre Reaktion.
        Ich bedaure Ihre offenbar sehr gemischten Erfahrungen mit der Aerzteschaft. Leider ist es oft so dass eine umfassende Beratung zu kurz kommt, und dabei

      • Martin Frey sagt:

        /vieles auf der Strecke bleibt. Ich teile auch völlig Ihre Meinungen und Vorbehalte die Sie hier geschildert haben. Körperlich aber gerade auch psychologisch sind IVF aber auch Eggfreezing teils sehr belastend. Und leider werden die Betroffenen oft damit alleingelassen (wieder eine Parallele zu den Aborten..). Vordergründig ist alles möglich, Betreuung und Aufklärung in allen Belangen gehört aber m. E. zu einer seriösen Begleitung dazu.
        Wir alle haben den einen oder anderen Beruf, was ich in einer Diskussion an sich belebend finde. Darüber hinaus sollte der aber keine Rolle spielen, meine ich.

      • Carolina sagt:

        MF: Merci. Und heute Ihnen einen schönen Abend!

  • Thorsten Juhl sagt:

    wenn sie mit Frauen über 70 sprechen dann waren Kinder Schicksal. Man bekam die Kinder einfach, hat nicht überlegt, es gehörte zum Leben. Heute will man alles durchplanen, nur gibt es den perfekten Zeitpunkt für Kinder nicht.

    Frauen die den suchen warten bis sie praktisch keine Kinder mehr kriegen können und haben dann im letzten Moment noch so viele wie sie können. Sprich im Alter ende 30, anfangs 40. Schwanger werden war noch nie ein rationeller Prozess, der medizinische Fortschritt hat ihn zu einem gemacht.

    • Jobberin sagt:

      …. und weil die Frauen über 70 damals keine Entscheidung hatten ( soviel ich weiss, war da eine freie Entscheidung über ihr Leben mit Job usw. gar nicht möglich…) und die Frauen im 19.Jhd auch nicht – deswegen ist das jetzt immernoch so ?

      Genau….
      Ich bin gesund, Anfang 30, beruflich erfolgreich und möchte Familie. Aber ohne passenden Partner (ob will nicht/ist nicht geeignet spielt keine Rolle ) plane ich sicher nicht das Leben eines Kindes.

      Die Zeiten haben sich verändert. Und die Ansprüche auch. Medizinischer Fortschritt hat die Menschheit erst zu dem gemacht, was sie heute ist.

      • Muttis Liebling sagt:

        Anfang 30 sind Sie biologisch und sozial zu alt für ein erstes Kind. Ich weiss nicht, wie viele Männer Sie zum passenden Zeitpunkt hatten. Ein paar werden es schon gewesen sein. Nichts im Leben ist einfacher, als einen passenden Partner zur Zeit zu finden. Die passende Zeit beginnt am Ende der Pubertät und schwächt danach von Jahr zu Jahr ab. Mit 30 ist es zu spät, da spielen so viele Randbedingungen rein, die mit 18 Jahren nicht existieren.
        Der medizinische Fortschritt hat die Menschheit weitgehend unbeeinflusst gelassen.

  • Schlumpfine sagt:

    Als ob frau vornehmlich aus Karrieregründen auf eine solche Massnahme zurückgreifen würde. Vielen Betroffenen fehlt doch ein Partner, der a) für die Familienplanung geeignet und b) zu deren Umsetzung gewillt ist. Frau möchte sich wohl kaum von einem beliebigen Typen schwängern lassen. So spassig ist das Baby Grossziehen dann auch wieder nicht.

  • Rita Sophia sagt:

    Grauenvoll dass man dies ueberhaupt diskutieren muss. Ob all das Verhueten und all die sexuelle „Freiheit“ am Schluss so viel gebracht hat? Das kann man sich fragen…..und jetzt einfach Eier einfrieren bis es passt? Viel verbloedeter und egoistischer geht es wohl kaum noch. Die Frau hat recht, werdet schwanger und freut Euch des Lebens und des Kindes!

    • alieno sagt:

      Naja, ich finde, dass Liliane auf dem Marathon bei km 2 stehenbleibt. Die Fragen, die sich lohnen, anzuschauen, sind, WER das Freezing will und WARUM. Antworten, vereinfacht natürlich: Die Wirtschaft. Die Notwendigkeit, Geld zu „machen“. Der Druck auf die Frauen, der Wirtschaft ZUR VERFÜGUNG ZU STEHEN.

    • Claudia sagt:

      Klar, werdet einfach schwanger, sucht euch einen Blöden, der euch die nächsten 25Jahre finanziert. Egal ob das dann der „richtige“ Partner oder Vater ist und ob dieser das Kind überhaupt will.

      • ira sagt:

        Ich weiss, das hier ist der Mamablog, aber können wir vielleicht endlich davon wegkommen, dass es gesellschaftlich immer noch als oberste Bestimmung einer Frau angesehen wird, ein Kind zu gebären? Kann sich hier irgendjemand vorstellen, dass man einen Blogeintrag schreibt, der Männern rät einfach nicht mehr zu verhüten, weil es doch so toll ist Kinder zu haben?

      • 13 sagt:

        @ Ira
        Wer sagt denn hier, dass eine Frau Kinder haben muss. Aber wenn eine Kinder will, gibt es vielleicht bessere Möglichkeiten als Egg freezing. Wie eben das Kind einfach zu bekommen….Die ganze Egg freezing Problematik richtet sich ja gar nicht an Frauen ohne Kinderwunsch. Diese werden auch keine Eier einfrieren wollen.

    • ira sagt:

      @13 ich bin auch keine Befürworterin von Egg Freezing, habe aber trotzdem den Eindruck, dass dieser Diskussion der Konsens zugrunde liegt, dass eine Frau grundsätzlich irgendwann mal Kinder haben will und die Frage nur noch ist, wann. Und auch beim Egg Freezing muss die Frau ja nicht zwingend einen akuten Kinderwunsch verspüren, sie hat einfach die Möglichkeit auf Nummer sicher zu gehen, falls sie es sich später einmal anders überlegt. Aber man kann es natürlich auch wie Sie sehen, dass die Diskussion sich nicht auf alle Frauen bezieht, das stimmt schon.

  • Anja Mayer sagt:

    Ich finde, das sollte jede Frau, jedes Paar, fuer sich entscheiden duerfen. „Werdet doch einfach schwanger“? Das toent auch nicht gerade nach freier Entscheidung.

    • fabian sagt:

      naja, ‚jede Frau‘ und ‚jedes Paar‘ ist auch nicht dasselbe.
      auch da keine freie entscheidung.

      • semmelweiss sagt:

        Genau, Männer sind doch hierbei gar nicht gefragt. geht doch alles ohne! Habe jedenfalls nichts von den künftigen Vätern gelesen, höchstens von Samenspendern. Traurig für die Kinder.

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