Best of: Lasst die Kaiserschnitt-Mütter in Ruhe

Es sind Sommerferien, auch für unsere Autorinnen und ihre Familien. Deshalb publizieren wir während zweier Wochen einige Beiträge, die besonders viel zu reden gaben. Dieser Beitrag von Jeanette Kuster erschien erstmals am 19. Januar 2014.

Brazil Cesarean Births

Ein Kaiserschnitt erfolgt nur in den wenigsten Fällen aus freien Stücken. Im Bild eine Operation im brasilianischen Rio de Janeiro. Foto: Felipe Dana (Keystone)

Im Januar war es wieder einmal so weit: Die Medien – beziehungsweise in diesem Fall die «SonntagsZeitung» (SoZ) – präsentierten uns die neusten Kaiserschnittzahlen. Garniert mit der Empörung, die diese Zahlen stets begleitet. Der Empörung nämlich über verweichlichte Frauen, die sich für die schmerzfreie Geburt entscheiden; über reiche Bankergattinnen, die die Geburt dem Terminkalender anpassen wollen; über Expats, Sie wissen schon, «die Amerikanerinnen am Hang oben», wie eine Hebamme in der SoZ sagte, die mit der Natur nichts am Hut haben.

Das Thema ist nicht neu – mal abgesehen davon, dass die Expats eine neue Zielscheibe abgeben. Seit Jahren sind die Kaiserschnittraten hierzulande hoch, in einigen Gegenden sogar sehr hoch. In Kilchberg etwa, der in der «SonntagsZeitung» erwähnten Kaiserschnitt-Hochburg, kommt heute fast jedes zweite Baby via Bauchdecke zur Welt. Das mag irritieren, mag einem falsch vorkommen. Doch gibt das einem das Recht, über die betroffenen Frauen zu urteilen?

Geht es um Schwangerschaft und Geburt, hat zunehmend jeder das Gefühl, ungefragt mitreden zu dürfen. Und alles besser zu wissen. Männer, die selber nie ein Kind zur Welt bringen werden, bezeichnen Kaiserschnittmütter als Memmen. Kinderlose Frauen wiederum bejubeln die emanzipierten Vorzeigemütter, die sich nichts vorschreiben lassen und den schnellen Schnitt wählen, weil sie «keine Lust haben auf diese Tortur» namens Geburt.

Ich kann über beide Ansichten nur den Kopf schütteln. Einerseits, weil ich in meinem Umfeld zig Mütter habe, die ihre Kinder per Kaiserschnitt zur Welt gebracht haben. Und nur eine einzige von ihnen hat das aus freien Stücken, sprich ohne medizinische Indikation, getan. Der Grund dafür war allerdings nicht ihre Angst vor Schmerzen oder gar der übervolle Terminkalender. Nein, zum Entscheid bewogen hat sie die Tatsache, dass ihr Mann schon bei der ersten Ultraschalluntersuchung vom Stuhl gekippt ist und danach ehrlich sagte, dass er bei der Geburt nicht dabei sein könne. Weshalb sie sich für einen Kaiserschnitt entschied, da sie sich nicht ohne seine Unterstützung durch eine möglicherweise Stunden dauernde Geburt kämpfen wollte.

Andererseits bin ich selber auch eine Kaiserschnittmama, weiss also, wovon ich rede. Ich hatte zwei Kaiserschnittgeburten: Die erste völlig ungeplant, nach 14 Stunden Wehen, die zweite vorangekündigt – wobei auch hier die Geburt, wie von mir erhofft, natürlich losging.

Was ich mit diesen Beispielen sagen will? Dass die Kaiserschnittgeburt in sehr vielen Fällen, womöglich sogar in den meisten, keinesfalls dem Wunsch der Frau entspricht. Und auch bei weitem nicht so schmerzfrei ist, wie hüben und drüben behauptet wird. Ganz im Gegenteil, leiden Kaiserschnittgebärende sogar in der Regel nach der Geburt länger unter Schmerzen als Frauen, die natürlich geboren haben.

Und nicht nur das: Sie leiden allzu oft auch unter dem Gefühl, versagt zu haben, die natürliche Geburt nicht geschafft und ihrem Kind dadurch den idealen Start ins Leben verwehrt zu haben. Selbst wenn ihnen der Kopf sagt, dass es nicht anders ging, ist da doch häufig diese latente Trauer, etwas verpasst zu haben – gerade weil sie sich das Ganze doch anders gewünscht hätten.

Darum lassen wir sie doch endlich in Frieden. Akzeptieren wir die Entscheidung der Mütter, die sich einen Kaiserschnitt wünschen, und machen wir denjenigen, die sich zur Schnittgeburt gezwungen sahen, nicht noch zusätzlich ein schlechtes Gewissen. Es ist alleine die Sache der Frau, wie sie ihr Kind zur Welt bringt. Kein Aussenstehender hat da auch nur das kleinste Wörtchen mitzureden. Und Vorwürfe zu machen noch weniger.

85 Kommentare zu «Best of: Lasst die Kaiserschnitt-Mütter in Ruhe»

  • Schulthess sagt:

    Vielen Dank!!!

  • Georg Stamm sagt:

    Die Kaiserschnittgeburt ist vermutlich teurer als die natürliche (Spitalaufenthalt, Nachsorge) und wird vermutlich voll von den KKassen bezahlt. In dem Fall muss Janette Kuster, die die Kaiserschnittmütter „in Ruhe“ lassen will, schon zugestehen, dass man hier diskutiert. Wenn die Mütter selber zahlen, ja dann ist das Privatsache. Sonst nicht.

    • 13 sagt:

      Die Frage, die man sich hier stellen, aber leider nicht wirklich beantworten kann, ist: Was ist ein Wunschkaiserschnitt und welcher ist medizinisch begründet (ich nehme jetzt an, dass Sie die Kosten für medizinisch begründete Kaiserschnitte übernehmen wollen)? Reicht eine Angst vor der Geburt? Geburtstrauma einer früheren Geburt? Was ist bei einer BEL? Oder Zwillinge/Mehrlinge? Frühgeburten? Enges Becken? Lange Wehen? Alles Fälle, wo es Risiken gibt, aber man es spontan versuchen könnte, halt mit dem Risiko eines (teureren) Notkaiserschnitts.

      • Georg Stamm sagt:

        Sie haben recht<. bei einer medizinischen Indikation soll die Kasse zahlen, ganz klar. Wobei, wie Sie sagen, die Abgrenzung zu den Luxuskaiserschnitten gelegentlich schwierig werden dürfte. Die Statistiken sprechen aber eine deutliche Sprache: Am meisten KSch an der ZH-Goldküste, am wenigsten in der ländlichen Ostschweiz. Das zeigt einiges betr. "Luxus".

      • 13 sagt:

        Ich bestreite die Statistiken auch gar nicht. Und auch nicht, dass die Kaiserschnittsrate parallel zum Einkommen steigt. Allerdings behaupte ich mal, dass die Goldküsten-Ladys schnell mal einen Arzt finden, der ihnen eine medizinische Notwendigkeit bescheinigt. Man will sich ja die gut zahlende Patientin behalten. Und dann sind wir beim gleichen Problem: Wo ziehen wir die Grenze?

  • Kurt Blaser sagt:

    Also wenn ja schon dauernd unnötige Operationen von Ärzten angeordnet werden ist es ja selbstredend das auch viele unnötige Kaiserschnitte von Ärzten empfohlen werden. Bringt halt alles mehr Geld für die „Gesundheitsfabrik“. Abgesehen davon das jede Narkose ein Gesundheitsrisiko ist und jeder Spitalaufenthalt ein potentielles Infektionsrisiko ist. Pro Jahr erkranken 60`000 Patienten an einer Spitalinfektion, davon sterben 600 Patienten pro Jahr, als Vergleich im Strassenverkehr starben 349 Personen (2009). Ein solches Verhalten von Ärzten sollte einem zu denken geben.

    • Muttis Liebling sagt:

      Nicht ganz aktuell, Ihre Zahlen:

      http://www.srf.ch/konsum/themen/gesundheit/spitalinfektionen-lasche-kontrollen-kosten-leben

      Wie ich schon erwähnte, sind Kaiserschnitte wie normale Geburten ein defizitäres Geschäft. Kaiserschnitte wahrscheinlich noch mehr, weil die vielmehr Personal- und Infrastrukturkosten erzeugen.
      Unnötige Operationen gibt es, weil die auf Betriebswirtschaft optimierten Spitäler den Chefärzten (nicht den Operateuren, die wissen das meist gar nicht) Boni für selbige zahlen. Nicht die Ärzte sind es!
      Aber nicht für Kaiserschnitte, dass ist lästiger Kleinkram.

  • Ursula Gruemann sagt:

    Liebe Frau Kuster. Sie widersprechen sich: (Zitate aus Ihrem Artikel):
    „Dass die Kaiserschnittgeburt in sehr vielen Fällen, womöglich sogar in den meisten, keinesfalls dem Wunsch der Frau entspricht“.
    „In Kilchberg etwa, der in der «SonntagsZeitung» erwähnten Kaiserschnitt-Hochburg, kommt heute fast jedes zweite Baby via Bauchdecke zur Welt“.
    Wie wollen Sie das erklären?

  • Sylvie sagt:

    Ein weiterer Grund für die erhöhte Kaiserschnittsrate kann auch sein, dass die Ärzte zu schnell einen vorschlagen. Bei einer Kollegin gings während der natürl. Geburt schleppend voran, da wollte der Arzt einen Kaiserschnitt (Mutter + Kind ging es aber gut). Die Mutter hat sich gewehrt + paar Stunden später natürl. geboren. Klar, der Arzt hat im Kopf „Kaiserschnitt geht nur 10 Minuten, ich habe noch Patientin X, Y und Z die in der Praxis am Warten, wurde für die nächste Geburt schon angepiept….“. Nicht immer liegt „die Schuld“ bei der Gebärenden.

  • Richiger sagt:

    Ein Beitrag zur Vertiefung dieses wichtigen Themas finden Sie unter

    https://kaiserschnitt.faktencheck-gesundheit.de/?textzoom=100

  • Widerspenstige sagt:

    Der Geburtsverlauf ist in grösstem Masse davon abhängig, wie psychisch gesund ein Mensch durchs Leben wandelt. Das ist eigentlich der Hauptgrund, dass eine Spontangeburt immer einem medizinischen Eingriff in diesen natürlichen Verlauf des Gebärens vorzuziehen ist. Ich bin davon überzeugt, dass in jedem werdenden Leben ein spiritueller Chip schlummert, welcher seine wundervolle Energie besser umzusetzen weiss durch keinen Eingriff in diesen Verlauf. Kein Wunder stimmen dann die Konstellation der Astrodaten nicht mehr, wenn der Geburtstermin manipuliert wurde u verteufeln dies dann als Humbug.

    • Sportpapi sagt:

      Astrodaten sind Humbug. Und waren es auch schon früher. Verteufeln muss man diesen Aberglauben aber nicht, ist ja ziemlich harmlos.

      • Manni Mann sagt:

        Mensch WS – jetzt bin ich aber froh, dass SIe uns auf das Hauptproblem aufmerksam gemacht haben, dass in dieser Diskussion total untergegangen ist: VERSCHIEBUNG DER ASTRODATEN
        klar doch! jetzt wissen wir auch, warum für viele das Leben ein unheilbarer Chnorz wird: weil bei der Geburt seine Astrodaten verschoben wurden. – Man fragt sich, warum solche wichtigen Dinge heute nicht mehr an den Schulen gelehrt werden. Viel Unheil könnte so vermieden werden.

    • Widerspenstige sagt:

      Ich an Ihrer Stelle wäre vorsichtig, mit was für ‚Argumenten‘ Sie sich mit mir anlegen. Hier ist ein Mamablog und da gibt es tatsächlich Dinge, über die man besser nicht seinen unbedarften Senf dazugibt als Mann. Schliesslich gehe ich auch nicht in einen Fussballblog und attackiere dort Kommentatoren, wenn diese für aussenstehende fragwürdige Diskussionen über ‚Schwalben‘ oder ‚Offsite‘ ernsthaft wortgewaltig verteidigen. Da halte ich mich lieber zurück, denn es interessiert mich schlicht nicht, was das ganze Fussballtheater eigentlich soll. Etwas mehr Zurückhaltung im Verurteilen wäre schön.

      • Sportpapi sagt:

        Ah, Männer haben halt von solchem übersinnlichem Zeugs keine Ahnung…
        WS, Frauen dürfen jederzeit im Fussballblog mitdiskutieren, manche können das sogar besser als ich. Aber wer dann halt darüber schreibt, wie wichtig es ist, dass die Socken seit dem letzten Sieg nicht gewaschen wurden, wird halt auch da entsprechende Antworten erhalten.

  • 13 sagt:

    Es ist alleine die Sache der Frau, wie sie ihr Kind zur Welt bringt. Kein Aussenstehender hat da auch nur das kleinste Wörtchen mitzureden.

    Ein Aussenstehender nicht, aber das Kind sollte vielleicht auch eine Stimme erhalten, was leider im Blog völlig ignoriert wird. Die Tatsache ist, dass es bei einem problemlosen Geburtsverlauf für das Kind besser ist, die Stufen der natürlichen Geburt durchzumachen. Bei Komplikationen ist u.U. ein Kaiserschnitt besser. Das muss nicht heissen, dass es keine Wunschkaiserschnitte geben sollte, je nach Situation, aber ein Gedanke an das Kind wäre von Vorteil.

    • Sportpapi sagt:

      „Das muss nicht heissen, dass es keine Wunschkaiserschnitte geben sollte, je nach Situation, aber ein Gedanke an das Kind wäre von Vorteil.“ Hm. Gut, erledigt, an das Kind gedacht. Aber jetzt machen wir doch, was meinen Bedürfnissen entspricht…
      Manchmal kann man einfach nicht alles richtig machen, so ehrlich sollte man schon sein. Und dass es heute ja völlig ok ist – mein Bauch gehört mir! – dass Frauen ihre Bedürfnisse über alles andere stellen und sich jede Einmischung verbitten, das ist ja nichts Neues.

    • Sportpapi sagt:

      „Das muss nicht heissen, dass es keine Wunschkaiserschnitte geben sollte, je nach Situation, aber ein Gedanke an das Kind wäre von Vorteil.“ Hm. Gut, erledigt, an das Kind gedacht. Aber jetzt machen wir doch, was meinen Bedürfnissen entspricht…
      Manchmal kann man einfach nicht alles richtig machen, so ehrlich sollte man schon sein. Und dass es heute ja völlig ok ist – mein Bauch gehört mir! – dass Frauen ihre Bedürfnisse über alles andere stellen und sich jede Einmischung verbitten, das ist ja nichts Neues.

    • 13 sagt:

      @ Sp
      An das Kind zu denken, bedeutet eben, dass die Bedürfnisse BEIDER berücksichtigt werden. Widersprechen sich diese, dann muss geschaut werden, wessen Interessen im konkreten Fall höher wiegen. Das Kind „will“ eine natürliche Geburt, die Mutter hat aber derartige Panik davon, dass sie sie sich ganz versteift und es darum schwer wird. Dann wäre für beide zusammen vielleicht ein WKS doch besser. In einem anderen Beispiel sagt man vielleicht eher, dass das Interesse der Mutter nicht derart hoch ist und das Kind vorgeht. So sollte es m. M. n. bei allem gehen: Stillen, Fremdbetreuung etc.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Solange man glaubt, das beste für das Kind ist eine glückliche Mutter. Und nicht eine Mutter (oder wahlweise Vater) ist glücklich, wenn sie das Beste für ihr Kind tut, solange bleiben das Floskeln.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Damit kann man jede Diskussion abbrechen, was dann auch wieder nicht zielfördernd ist. Ich bin nicht der Meinung, dass eine glückliche Mutter das wichtigste für das Kind ist, allerdings der Überzeugung, dass eine unglückliche Mutter dem Kind nicht gut tut. Und genau darum geht es mir hier nicht um Floskeln, sondern um Vorgehensweisen, wie die Sache im Einzelfall! geklärt werden muss. Nur eine Seite anzuschauen, ist da schlicht ungenügend.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Wenn Sie sagen, man muss den Einzelfall anschauen, dann haben Sie recht. Eine konkrete Vorgehensweise sehe ich aber dabei nicht. Tönt gut, bleibt aber – naturgemäss – schwammig. Oder wär soll denn hier abwägen, welches Bedürfnis höher zu bewerten ist? Selbstverständlich doch die Mutter, die hier aber auch Partei ist…

      • mila sagt:

        Sportpapi, es ist doch ziemlich einfach: Sie werden nie eine Geburt körperlich durchleben, ergo können Sie sich nicht 1:1 in diese Situation hineinversetzen. ‚Höher‘ bewerten kann man in so einer Situation nicht, man kann lediglich abwägen. Und dieses Abwägen findet in diesem Fall zwischen Mutter und Kind statt – es gibt wenige Mütter, die ihr Wohl ausschliesslich vor das Kindswohl stellen würden; da sind wir uns doch sicherlich einig.

        Nur habe ich auch miterleben müssen, wie eine meiner Schwestern bei einer natürlichen Geburt beinahe draufgegangen ist. Und das wünsche ich keiner Frau.

      • mila sagt:

        Entsprechend traue ich auch keiner Hebamme per se, die das ‚Wohl‘ der natürlichen Geburt über alles (und vor allem über das der Mutter) stellt – die Mutter soll sich so entscheiden, wie es sich letztlich ‚richtig‘ anfühlt – für sie und das Kind, das noch ein (Körper-)Bestandteil von ihr ist. Soviel Zutrauen an die Mütter darf schon noch sein, oder?

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Ja, die Mutter als Vertreterin des Kindes und sich selber entscheidet am Schluss. Aber mit hoffentlich guter fachlicher Beratung und v.a. Aufklärung seitens Hebammen/Frauenarzt. Denn genau gleich wie diese in den entsprechenden Situationen das Risiko einer natürlichen Geburt erklären können, können sie auch die Angst nehmen. Und die Vor-/Nachteile beider Geburten für Mutter und Kind darlegen. Es sei denn, man schaltet die Sicht des Kindes von vornerein aus, wie hier getan wurde.

      • Sportpapi sagt:

        @mila: Sie begeben sich gerade auf sehr dünnes Eis. Sie meinen also, Sie und andere Frauen, die noch nicht geboren haben und vielleicht auch nie werden, die vielleicht noch nie bei einer Geburt dabei waren, hätten auf jeden Fall mehr „Einfühlungsvermögen“ als jeder Mann? Einfach nur aufgrund der Tatsache, dass Sie eine Frau sind?
        Und weiter sind Sie also überzeugt, dass jede Frau, einfach aufgrund der Tatsache, dass sie eine Frau ist und schwanger, instinktiv spürt, was für sie das richtige ist? Unabhängig von allen Fakten? Und auch wenn die Statistiken eine ganz andere Spreche sprechen?

      • Sportpapi sagt:

        @13: Das funktioniert nur, wenn man dann auch auf die Fachleute hört. Aber sehen Sie bei mila, welche Vorurteile da schon da sind. Wer einen Kaiserschnitt wünscht, lässt sich bei einem entsprechenden Arzt beraten, wer natürlich gebären möchte, von einer Hebamme. Neutrale Information ist da eher nicht vorhanden. Und scheinbar auch nicht erwünscht.

      • 13 sagt:

        @ mila
        Wer beratungsresistent ist, dem ist eh nicht zu helfen. Der wird auch nicht auf sein Kind hören, sondern nur den eigenen Kopf durchstieren, das können wir nicht verhindern. Aber zwischen blindem Vertrauen in eine Fachperson und einer Beratung, wo man die sich die Argumente mal anhört und dann immer noch allein entscheidet, besteht ein Unterschied. Gleich wie es einen Unterschied gibt zwischen Empfehlung (bis hin zum Druck) und einer (neutralen) Aufklärung. Ich wünsche mir letzteres und bin auch der Meinung, das so sagen zu dürfen.

      • 13 sagt:

        sorry, war an sportpapi

      • mila sagt:

        @13: Ja sicher. Bin absolut bei Ihnen.

      • mila sagt:

        PS@Sportpapi: Ich werde keine Kinder haben; es gab einen Zeitraum dafür, und ich habe ich ihn nicht genutzt (nein, ich bin noch nicht vierzig).

        Einen Grund weniger für Sie, sich vor irrationaler mütterlicher Beratungsresistenz zu fürchten. 😉

      • Sportpapi sagt:

        @mila: Ich sehe keinen Grund, mich zu fürchten. Vielleicht mich zu wundern oder zu ärgern, aber fürchten? 🙂

      • mila sagt:

        Und da Ihr Kommentar gestern verspätet aufgeschaltet wurde, SP: nein, eine Frau, die nicht geboren hat, kann sich ebensowenig in die Situation versetzen wie ein Mann. Beratung halte ich für wichtig, und würde selbst im Zweifelsfall vermutlich eher der Arztmeinung (mehr) Gewicht schenken. Aber letztlich denke ich, dass eine gut und eben unabhängig beratene werdende Mutter als einzige die Entscheidung über die Geburtsart für sich und ihr Kind treffen kann. Alle dritten haben das zu akzeptieren.

      • mila sagt:

        Ein medizinisch indizierter (Notfall-)Kaiserschnitt ist natürlich etwas anderes. Da bleibt kein Raum für mütterliche Entscheidungsfreiheit.

      • 13 sagt:

        @ mila
        „nein, eine Frau, die nicht geboren hat, kann sich ebensowenig in die Situation versetzen wie ein Mann.“

        Das trifft aber auf jede Erstgebärende zu. Sie weiss nicht genau, was auf sie zukommt. Ich behaupte, dass diese Angst ein grosser Teil der Wunschkaiserschnitte ausmacht. Und da wären Fachpersonen gefragt. Ich denke schon, dass heute zu schnell zum Kaiserschnitt geraten wird, was eben nicht neutraler Aufklärung entspricht. Eine Zusammenarbeit zwischen Hebammen (Geburtsfachfrauen) und Ärzte (gut für Vorsorge und bei Komplikationen) wäre optimal.

      • mila sagt:

        Auf der anderen Seite kann man auch die natürliche Geburt auf die sehr leichte Schulter nehmen. Eine Frau mit sehr schmalem Becken ist äusserst schlecht beraten, wenn man sie dazu ermuntert, „es doch einfach mal zu versuchen“ (Hebammen-O-Ton). Bei meiner Schwester resultierte dies in sehr hohem Blutverlust bei der Geburt – ohne die Möglichkeiten der modernen Medizin wäre sie zweifelsohne gestorben.

        Optimal war das Zusammenspiel von Hebammen und Ärzten im diesem Fall sicher nicht. Und meine Schwester wird aufgrund des erlebten Traumas keine weiteren Kinder haben, auch nicht mit Kaiserschnitt.

      • mila sagt:

        Eine andere Schwester (ich habe drei) hat sich gegen die Hebammen-Empfehlung für den vom Arzt empfohlenen Kaiserschnitt aufgrund abfallender Herztöne entschieden – die Geburt verlief komplikationsfrei, Mutter und Kind waren danach bei bester Gesundheit. Sie verstehen daher vielleicht, weshalb ich den ‚Geburtsfachfrauen‘ eher skeptisch gegenüber stehe. (Vom nachfolgenden Stillterror, der sich beide Schwestern schnell einmal entzogen haben, ganz zu schweigen.)

      • 13 sagt:

        @ mila
        Eine gute Zusammenarbeit ist leider nachwievor selten. Mein Arzt hat mir erklärt, dass ich bei der Vorsorge nur seine Zeit vergeudet hätte, wenn ich doch entschieden habe, bei der Geburt mein Kind einer Lebensgefahr auszusetzen. Dies nur, weil ich als gesunde 26j. nach einer völlig komplikationslosen Schwangerschaft, bei optimaler Lage des termingerechten Kindes beschlossen habe, dass ich an der Geburt nur eine Hebamme brauche und keinen Arzt (das in einem Unispital, wo die Ärzte im schlimmsten Fall eine Tür weiter wären). Trotzdem darf man sich nicht nur von eigenen Erfahrungen leiten

      • 13 sagt:

        lassen, sondern das Gesamtbild anschauen. Dafür braucht es in erster Linie Information. Ich weiss nicht, wie ich in einem „Grenzfall“ entscheiden würde, wenn der Arzt einen Kaiserschnitt empfehlen würde. Ich würde auf jeden Fall noch die Meinung der Hebamme hören wollen und auch die Frage stelle, was denn gegen eine natürliche Geburt sprechen würde. Einen Kaiserschnitt ausschliessen würde ich aber nicht.

      • Sportpapi sagt:

        @mila: Sie sind halt auch nur ein Mensch. „Sie verstehen daher vielleicht, weshalb ich den ‘Geburtsfachfrauen’ eher skeptisch gegenüber stehe.“ Sie haben offenbar 1-2 Erfahrungen gemacht und verallgemeinern daraus, machen also gerade das, was man eigentlich nicht tun sollte. Hätte eine ihrer Schwestern schlechte Erfahrungen mit einem Arzt gemacht, der gegen ihren Willen zum Kaiserschnitt gedrängt hätte, und es wäre allenfalls sogar zu irgend einer Komplkation gekommen, würden Sie heute anders denken. Besonders objektiv sind Sie jedenfalls nicht.

      • Sportpapi sagt:

        Und ist es denn nun wirklich eine Entscheidung, die einzig die werdende Mutter zu fällen hat? Offensichtlich ist ja der Kaiserschnitt nur wenn medizinisch angezeigt vorgesehen. Das weisst darauf hin, dass noch weitere Menschen, hier Ärzte, eine Mitsprache haben. Wenn die Kaiserschnittquote in verschiedenen Quartieren sich um ein Mehrfaches unterscheidet, zeigt das wohl, dass die Ärzte nicht sauber und unabhängig arbeiten. Zumal mir von höherer Komplikationsquote in diesen Gegenden nichts bekannt ist. Wer eine freie Wahl will, müsste halt die entsprechenden Vorgaben ändern…

      • 13 sagt:

        @ SP
        Sie haben es verstanden;-) Und genau deshalb wäre eben eine neutrale und objektive Aufklärung wichtig. Nicht Goldküstenärzte, die lieber das sagen, was die reiche Patientin hören will als zu riskieren sie zu verlieren.

        Eine höhere Komplikationsrate wage ich zu bezweifeln, aber Tatsache ist, dass eine natürliche Geburt eine gewisse Bereitschaft die Kontrolle aufzugeben, Schmerzen auf sich zu nehmen, die Fähigkeit diese zu ertragen voraussetzt. Wer beim ersten Pochen eine Kopfwehtablette nimmt und wem Aussehen, Kontrolle etc. sehr wichtig ist, hat es bei einer Geburt schwerer als andere.

    • Lea sagt:

      @ Hinsichtlich der unmittelbaren Risiken welche ein KS für das Kind birgt (zb Atnotsyndrom) bin ich mit Ihnen einverstanden. Allerdings machen sich Frauen die mit ihrem KS enorm Mühe haben genau Ihre Aussage, dass eine natürliche Geburt generell „besser“ sei für das Kind zu einem unnötigen Vorwurf: Sie meinen, dass das Kind durch den KS in seiner Gesundheit und psychischen Entwicklung / Bindung zur Mutter beeinträchtigt sei- auch wenn es nach der Geburt kerngesund ist. Nur so wenig KS wie möglich- einverstanden, vs aber auch wegen den Risiken für die Mutter (Infektionsgefahr, Narkose etc).

      • 13 sagt:

        @ Lea
        Wenn keine gewichtigen Argumente dagegen sprechen, ist eine natürliche Geburt die optimale Variante für das Kind. Das bedeutet aber eben nicht, dass sie in jedem Fall die Beste ist. Auch das Stillen ist das Optimalste für das Kind. Trotzdem bereue ich, mein erstes Kind nicht früher abgestillt zu haben (habe es 4 Monate durchgezogen), denn in unserer speziellen Situation wäre es die bessere Lösung gewesen. Ich kann versuchen das Optimum anzustreben, wenn ich es aber nicht erreichen kann, dann sollte man so nahe dran gehen, wie möglich und da kann ein Kaiserschnitt darunter fallen.

      • Lea sagt:

        @13: In der Theorie sind natürliche Geburt (vs. KS) und Stillen (vs. Pulvermilch) das Optimum, ganz klar. In der Praxis aber eben dann nicht immer. Ich hätte gerne natürlich geboren und auch gestillt, beides war leider nicht möglich. Hätte ich um jeden Preis mein „Optimum“ durchgesetzt, wäre dies weder für das Kind noch für mich gut gewesen. Somit habe ich in meiner Situation für das Kind optimal entschieden. Diese differenzierte Haltung erachte ich als wichtig. Viele Frauen haben genau deshalb ein schlechtes Gewissen und hadern mit ihrer Situation, weil sie auf das Optimum fixiert sind.

      • 13 sagt:

        Davon das Optimum um jeden Preis durchzusetzen spricht ja niemand. Wenn man es aus den Augen verliert, gibt man sich vielleicht mit etwas zufrieden, obwohl es „besser“ ginge. Man kann bei den ersten Stillproblemen abstillen (noch im Spital) oder es zumindest versuchen. Wenn es nicht geht, geht es nicht. Ich habe zu lange im Nachhinein versucht, aber ich bin froh, es versucht zu haben. Das gleiche bei der Geburt. Aber das bin ich, eine andere kann natürlich anders entscheiden, wenn aber jemand das „warum“ erklärt und dabei das Wort „Kind“ gar nicht in den Mund nimmt, habe ich Mühe. Wieder ich,

  • Don Bosso sagt:

    Mögen medizinische Ursachen manchmal eine Rolle spielen, ist sonst die unausgesprochene Motivation der Frauen für den KS der Wunsch nach Unversehrtheit der Vagina für die schönste Sache der Welt.

  • Alexandra Neuhaus sagt:

    Das Selbstbestimmungsrecht der Mütter ist nur gerade ein Aspekt, welcher bei diesem Thema mitberücksichtigt werden sollte. Solange aber bei Kaiserschnitten der finanzielle Anreiz für unsere Gesundheitsundustrie wesentlich grösser ist als bei natürlichen Geburten und die finanzielle Belastung mal wieder solidarisch von der gesamten Gesellschaft getragen werden muss, gilt es die aktuelle Entwicklung sehr wohl kritisch zu hinterfragen. Übrigens würde ich mich auch nie als Expertin hervortun, nur weil ich vor 18 Jahren auf natürlichem Weg ein Kind geboren habe.

    • Muttis Liebling sagt:

      Frau Neuhaus, seit dem Fallpauschalensystem, 2012 eingeführt, sind sowohl natürliche Geburten, wie auch die Sectio ohne Komplikationen sowie die gesamte Pädiatrie defizitär. Kostenbewusste Spitäler, die diesen Versorgungsauftrag nicht per kantonalem Dekret übernehmen müssen, sind bestrebt, sowohl die Geburtshilfe als auch Kinderstationen zu schliessen.
      Der einzige Vorteil für die Gebärstation liegt in der Planbarkeit der Geburten (natürliche Geburten überschreiten oft Schichtgrenzen). Aber beide Gebärformen decken die Kosten nicht.

      • Sabina sagt:

        Grundlegend geht es ja nicht um die Gebärstationen und deren Planbarkeit, eher um den Terminkalender und die Artzrechnungen der Gynäkologen… der Patientin medizinische Gründe vorzulegen, die einen Kaiserschnitt evt im àussersten rechtfertigen, liegt daher nahe…

  • Ruedi sagt:

    Man kann sich einfach fragen, warum denn die Kaiserschnitt-Rate hier so hoch ist. Gibt es in unserer „zivilisierten“ Welt soviele medizinische Gründe mehr als anderswo?

    • alam sagt:

      Nein, andernorts wird halt häufig einfach gestorben. Ist auch eine Lösung und erst noch viel kostengünstiger.

      • Muttis Liebling sagt:

        In den Ländern mit einem besseren, als dem schweizerischen Gesundheitswesen (Skandinavien, Niederlande), werden ca. halb so viele Kaiserschnitte als in CH durchgeführt, ohne das es mehr Komplikationen unter der Geburt gibt.
        Das liegt an einer medizinischen Kultur, welche den Patienten noch als solchen und nicht als Kunden sieht. Wenn es keine Krankenkassen gibt, gibt es auch keine privat Versicherten. Bei denen lohnt der Kaiserschnitt natürlich. Da sagt kein Spital nein, nur ist das nicht mehr Medizin.
        Der Wunschkaiserschnitt ist ein Lifestyle- Produkt, das muss man sich schon eingestehen.

      • Sportpapi sagt:

        Wenn es keine privat versicherten und keine Krankenkassen gibt, dann gibt es halt Private, die Leistungen selber bezahlen, die sie sich leisten möchten.

      • Muttis Liebling sagt:

        Den Status Selbstzahler gibt es in den staatlichen Gesundheitswesen nicht. Man kann sich z.B. in Schweden nichts dazu kaufen, kein 1- Bett- Zimmer, keine Chefarztbehandlung und kein Gourmet- Menü. Auch keinen Wunscheingriff ohne Indikation.

  • Marcel sagt:

    Ja, nein, ja, nein, ja, nein. Wenn meine Süsse Schwanger ist, dann wird sie per Kaiserschnitt gebähren. Sie ist damit einverstanden und mir ist das viel lieber. Mein Kollege durfte an einer Geburt teilhaben wo die Mutter beinahe verblutet ist. Sie beide leiden heute, nach 6 Jahren, immer noch an dieser Geburt. Das ging soweit dass beide so fest in das Geburtsthema asoziert haben, dass selbst der Sex über mehrere Jahre auf der Strecke geblieben ist. Nein Danke! Macht was ihr wollt, geht leiden. Mir egal, was ihr denkt.

    • 13 sagt:

      Sie wollen das so und „sie ist damit einverstanden“? Sollte es nicht umgekehrt sein, da es immerhin sie ist, die unters Messer muss? Und das Interesse des Kindes ist in Ihren Augen kein Wort wert? Dafür aber Ihr Sexualleben? Ich bin immer wieder erstaunt, welches Machtgefälle es in manchen Familien gibt…..ich bin sehr versucht, eine gute Verhütung zu empfehlen. Sie tun allen einen Gefallen damit.

      • Ursula Gruemann sagt:

        Voll einverstanden mit „13“

      • Jenny sagt:

        Nun ja, wenn ein Kind entscheiden könnte, würde sich wohl jedes für den geplanten Kaiserschnitt entscheiden, weil das die angenehmste, schmerzfreieste und sicherste Geburt fürs Kind ist.
        Und ich finde genau dieser Aspekt „das Wohl des Kindes“ geht bei dem Thema total unter oder wird total verdreht.

        Also ich finde auch, es ist Entscheidung der Frau wie sie entbindet, der Mann darf damit einverstanden sein, muss er aber nicht.

      • Sportpapi sagt:

        „Wenn ein Kind entscheiden könnte, würde sich wohl jedes für den geplanten Kaiserschnitt entscheiden“…

  • Muttis Liebling sagt:

    Medizin ist Heilkunst. Hippokrates hat vor 2.500 Jahren die im wesentlichen noch heute gültigen Grenzen der Medizin fixiert. Gesunde sind tabu, deshalb ist z.B. Prophylaxe bis heute keine medizinische Disziplin.
    Die Geburtshilfe gehörte dann auch bis ins 18. Jhd. nicht zur Medizin, sondern war eine gewerbliche, von Hebammen ausgeführte Tätigkeit. Das änderte sich erst mit der Erfindung der Zangengeburt, welche nur durch Ärzte ausgeführt werden durfte.
    Streng genommen gibt es keine Reproduktionsmedizin. Es ist gewerbliche (somit nicht medizinische – Hippokrates), die aus pragmatischen

    • Muttis Liebling sagt:

      2/ von Ärzten, bzw. in Spitälern durchgeführt wird. Reproduktionsmedizin gehört eben so streng gesehen nicht in die Leistungskataloge der Krankenkassen, was auch für die normale Geburt gilt, erst recht und dann zwingend, für den Wunschkaiserschnitt.
      Die Kommerzialisierung der Medizin hat temporär die Grenzen aufgeweicht, aber ich bin mir sicher, dass wir das wieder Rückbauen können, bzw. müssen. Nicht nur aus ethischen Gründen.
      Tendenziell sehe ich nur die Lösung, klassische Heilkunst, welche für alle Bürger als hoheitliche Leistung vorgehalten wird, von Lifestyle- Betreuung,

    • Muttis Liebling sagt:

      3/ die kostenpflichtig in speziellen pseudo- medizinischen Einrichtungen gewerblich angeboten wird, zu trennen. Wobei die normale Geburt natürlich kostenfrei bleiben muss, nur eben nicht als Bestandteil der Krankenversorgung.
      In den gewerblichen Bereich gehören neben dem Wunschkaiserschnitt dann noch sehr viele ‚Diagnosen‘, welche zunehmend die Diagnosenkataloge zieren.
      Trotzkindverhalten heisst im aktuellen DSM V ‚disruptive Launen- Fehlregulationsstörung‘, mein Spitzenreiter ist die ‚Gender Dysmorphie‘. Das gibt es alles erst seit diesem Jahr. Kommerz eben.

    • Muttis Liebling sagt:

      4/ Noch kurz zum Hauptthema. Es gibt Patienten, die wünschen sich die Amputation einer gesunden Gliedmasse. Wenn ich das mache, ist es Körperverletzung. Wieder streng gesehen, gilt das auch für den Wunschkaiserschnitt.
      Zur Schmerzliderung gibt es PDA, EDA und in vielen Ländern (z.B. Schweden) ist auch ein kurzer Lachgasrausch erlaubt. Das sollte reichen.

      • Annalena sagt:

        Wenn mann keine Ahnung hat, kann mann einfach etwas behaupten Die CH bildet Präventivmediziner aus, die hätten faktisch in Ihrem System keine Daseineberechtigung mehr, desgleichen Vorsorgeuntersuchungen bei Schwangeren und Kindern. Damit wäre ich bei meiner ersten Schwangerschaft still und plötzlich verblutet. Kann ja passieren, nicht wahr. Impfungen werden ersatzlos gestrichen,wer impfen will, soll das gefälligst bezahlen. Und da Sie offensichtlich am eigenen Leib erlebt haben, wie eine Geburt sich so anfühlt, bestimmen Sie als Mann locker, welche Analgesie in Frage kommen kann. Na dann Prost

      • stee sagt:

        Ich möchte doch schon darum bitten, dass der Wunsch nach einem Kaiserschnitt nicht mit einer schweren psychiatrischen Erkrankung in den gleichen Topf geworfen werden.

    • Widerspenstige sagt:

      ML:’Prophylaxe bis heute keine medizinische Disziplin…‘ Ist dies nicht nur in der klassischen Schulmedizin so? Wie mir bekannt ist, gibt es dies vorallem in der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) und in China gilt glaube ich immer noch ein Mediziner als Versager, wenn er zuviele Patienten in Langzeitbehandlung sein eigen nennt. Wenig Patienten sind sein Leistungsausweis, weil er in Prävention seine Kunst sieht.

      Deshalb ist eine Einheitskrankenkasse mehr als willkommen und, wie Du erwähnst, funktioniert das System ohne Qualitätsverluste ua in Skandinavien sogar gut.

      • Muttis Liebling sagt:

        @WS, was wir hier als TCM bezeichnen, ist nur ein kleiner Ausschnitt der chinesischen Heilkunde und die hat mit unserer Heilkunst tatsächlich wenig zu tun. Aber das Konzept ist gut und ansatzweise in den skandinavischen Gesundheitswesen umgesetzt.
        Im alten China wurden die Ärzte des Kaisers aufgehängt, wenn der starb und hoch belohnt, wenn er sie nie brauchte. In Norwegen bekommt ein Landarzt 1000 Patienten zugeteilt und fix vergütet, egal, ob er die jemals sieht oder die jeden Tag kommen. Je mehr er behandelt, umso mehr sinkt sein Aufwand/ Einnahmeverhältnis.

  • Lea sagt:

    Ich hatte wegen BEL einen geplanten Kaiserschnitt in der 38. Woche. Es geht bei einer Geburt primär ums Wohle des Kindes, deshalb hatte ich damit kein Problem. Trotz Sectio und OP Saal war die Geburt für mich das bisher schönste, tiefgehendste Erlebnis in meinem Leben. Die Schmerzen in dem ersten Stunden danach waren höllisch- und auch die ersten Schritte nach 2 Tagen äußerst schmerzhaft. Aber ich gebs zu- Null Probleme mit Beckenboden und nach 6 Wochen wieder gejoggt. Das ist schon (gefährlich) verlockend…

  • Kurt Ochsner sagt:

    Meine Tochter brachte ihr Kind per Kaiserschnitt zur Welt, weil sie sich nicht vorstellen konnte, die Schmerzen der Geburt zu ertragen. Es gab nicht die geringste medizinische Indikation dafür. Die Komplikationen (nervöser Ausfall mit anschliessendem MRI und EEG und mehrstündiger Verschiebung der Operation), anschliessend Schwierigkeiten bei der Narbenheilung waren/sind nicht ohne. Aber dem Knopf geht es prächtig, und der Vater/Grossvater schweigt zum Ganzen besser. PS: Die Tochter war komplikationsfrei per Hausgeburt zur Welt gekommen.

  • Niffenegger sagt:

    Ich hatte 3mal einen Kaiserschnitt.ich würde jedoch vieles daran geben,das ich eine normale Geburt hätte erleben dürfen.verstehe keine einzige Frau,die ein Wunschkaiserschnitt will.

    • Carla sagt:

      Ich hatte eine grauenhafte eingeleitete Geburt. Diverse Risse, Schnitte, hoher Blutverlust. Daraufhin dann monatelange Inkontinenzprobleme und Schmerzen. Zusätzlich Taubheit im Genitalbereich weitflächig, irreversibel. Glauben Sie mir, ich würde mir nur noch einen Kaiserschnitt machen lassen.

    • Kara sagt:

      Ich habe änliches erlebt wie Carla. Mit Ausnahme dass bei mir die Geburt ganz natürlich verlaufen ist. Für PDA war dann zu spät. Dieverse Risse, hoher Blutverlust, Infektion, 8 Monate ohne Sex, und Schmerzen immer noch nach 3 Jahren. Für mich und mein Mann kommt kein zweites Kind mehr in Frage. NIffenegger, Sie haben zu viele Traumgeburt-Geschichten auf Foren gelesen. Realität ist leider anderes. Meisten meine Kolleginen die ein natürliches Geburt beim ersten Kind hatten, mussten es mit Hilfe von Hebamme monatelang verarbeiten. Wenn sie ein Keiserschnitt jetz wollen, haben sie ein Grund.

  • Sasha Walthert sagt:

    „Es ist alleine die Sache der Frau, wie sie ihr Kind zur Welt bringt…………Doch gibt das einem das Recht, über die betroffenen Frauen zu urteilen?“
    Dann ist die Allgemeinheit erschrocken weil die KK Praemien unaufhoerlich steigen.

    • C.M. sagt:

      Ja, weil die steigen wegen den Frauen mit Kaiserschnitt. Und natürliche Geburten kosten die KK nichts. Praktisch, wenn die Welt so einfach ist.

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Egal ob per Kaiserschnitt, Einleiten, spontan natürlich, im Wasser, Spital, Geburtshaus, zu Hause, der freien Natur oder eine Lotusgeburt: Hauptsache die Geburt verläuft nach Wunsch und Bedürfnissen der werdenden Eltern und Kind und Mutter sind danach beide wohlauf – egal was andere, dies übrigens nichts angeht, darüber denken, schreiben oder gar sagen mögen! Ich hatte beim 1. Kind eine geplante Sectio wegen BEL, beim 2. eine zackige Spontangeburt im Spital. Ich bin froh und dankbar über diese 2 total verschiedenen tollen Geburtserlebnisse und finde beide sehr schön, einmalig und einzigartig!

  • Susi sagt:

    Ich finde es eigentlich schlimmer, wenn einer Frau ein Kaiserschnitt empfohlen wird und sie trotzdem um jeden Preis spontan gebären will. Ein geplanter Kaiserschnitt ist sicher besser als ein Notkaiserschnitt.

    Selber habe ich zweimal problemlos spontan geboren und bin froh darüber, weil ich vor Operationen einfach grosse Angst habe. Ich kenne aber mehrere Frauen, die von Anfang an sagten, dass für sie nur ein Kaiserschnitt in Frage komme. Solche Entscheide sollte man respektieren, anstatt über diese Frauen herzuziehen.

    Aber dieses ständige kompetitive Vergleichen beginnt ja bereits in der Schwangerschaft („Was, du trinkst vier Tassen KAFFEE? Das hätte ich nie gemacht!“ Oder: „Was, du isst keinen Fertigsalat aus dem Beutel??? Wie übertrieben.“), geht dann bei der Geburt und beim Stillen weiter und hört auch im Babyjahr nicht auf („Was, deins ist jährig weckt dich nachts noch dreimal?? Meins schläft schon seit dem zweiten Monat durch!“) Manchmal kam ich mir vor, als hätten alle einen Rolls Royce und ich einen VW…

    Nie wurde ich in meinem Leben mit so viel Konkurrenzverhalten konfrontiert wie im Zusammenhang mit Kinderhaben.

    • Manni Mann sagt:

      ja – ich sags meiner Frau immer wieder: Mütter sind die Schlimmsten der Spezies Mensch
      – einerseits
      andererseits gilt die Mutterliebe immer noch als einer der Lichtblicke der Menschenheit

      daraus sieht man das Licht und Schatten stets nah beieinanderliegen

  • Martin Johansson sagt:

    Es mag zutreffen, dass es Sache der Schwangeren ist, wie sie ihr Kind gebären möchte. Aber es trifft auch zu, dass immer mehr Mütter die Geburt per Kaiserschnitt schon lange vorher planen, auch ohne zwingende medizinische Gründe. Oft ist es halt doch die Angst vor den langen Wehen, vor der Verletzung der äusseren Geschlechtsteile, der Wunsch nach dem „reibungsloseren“ Weg. Der Kaiserschnitt hat sich definitiv zu einer wählbaren Alternative des Gebärens entwickelt. Er passt zu unserer Multi-Optionsgesellschaft. Kein Grund für Vorwürfe an die Frau, und vorgeschobene Alibi-Gründe sind unnötig.

    • alam sagt:

      Woher wissen Sie, dass es „viele“ sind, die einen Wunschkaiserschnitt wollen? So viel ich weiss, gibt es nach wie vor keine Statistik, die zwischen Not-, Wunsch- und geplantem notwendigem Kaiserschnitt unterscheidet.

      • Martin Johansson sagt:

        Eine solche „ehrliche“ Statistik wird es auch nie geben. Neben der Suche nach akzeptablen Begründungen für die Entscheidung der Frau geht es nicht zuletzt auch um die Finanzierung. Die Krankenversicherer könnten nämlich auf die Idee kommen, Wunsch-Kaiserschnitte nicht zu vergüten, so ähnlich wie bei Brust-Op’s. Also muss ein zwingender medizinischer Grund her. Dass Kaiserschnitte statistisch markant zunehmen ist ja unbestritten und belegt. Wieso sollten plötzlich bei so vielen Frauen „zwingende medizinische“ Gründe gegen eine natürliche Geburt sprechen? Sind heutige Frauen nicht gebärfähig?

      • bea sagt:

        Gott sei Dank hat in der Schweiz auch die Säuglings- und Müttersterblichkeit statistisch relevant abgenommen.

    • Kara sagt:

      „Laut Studien wollen sich lediglich 2% der Frauen von Beginn weg einem Kaiserschnitt unterziehen, während 60% angaben, die Ärzte hätten ihnen dazu geraten“ (swissinfo). (Restliche 38 % – Notfall) Ok, 2% von denen die ein Keiserschnitt bekommen haben, wollten es auch. Passt doch nicht so gut zu unserer Multi-Optionsgeselschaft. Es geht eher um Minimierung von Risiken. Es stirbt 1 Kind pro 2000 weniger als vor 10 Jahren vor, wärend oder nach Geburt. Und die stigende alter der Mutter hat dazu beigetragen dass mehr Schwangere z.B unter Bluthochdruck leiden, dass zu ein Notfall führen kann.

      • Muttis Liebling sagt:

        Diese 2% stammt nicht aus Studien, sondern aus einer einzigen Studie der deutschen Barmer Ersatzkasse, welche 4.200 bei der versicherte Frauen befragt hat. Das ist weder repräsentativ noch verwertbar, denn deutsche Kassen dürfen bei einem Wunschkaiserschnitt die Zahlung auch rückwirkend verweigern.

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