Warum sind alle Superhelden single?

Ein Papablog von Rinaldo Dieziger*


Batman, Spiderman, Superman, Iron Man – alle kinderlos. Und unverheiratet. Frei statt Frau. Superhelden wechseln keine Windeln, tragen keinen Ehering. Sie verkriechen sich in ein dunkles Loch. Oder fliegen davon. Weit, weit weg. Bis nach Krypton. Warum eigentlich? Warum sind alle Superhelden single? Warum taugen Väter nicht als Vorlage für Heldengeschichten? Obwohl doch jedes kleine Kind weiss, dass Papa ein echter Held ist?

Vorbilder sind wichtig. Geradezu prägend für das eigene Leben. Wir alle haben unsere Kinderzimmer mit Idolen aus Fernsehen, Film, Musik, Sport, Büchern, Comics und Spielen tapeziert. Wie viele davon waren Väter? Ausser Chuck Norris? Der einzige Vater, der an meiner Wand hing, war der Übervater schlechthin: der liebe Gott.

Worin gründet der akute Mangel starker Vaterfiguren an den Wänden unserer Kinderzimmer und in den Medien? Spiegelt der Zustand den vielbeschworenen Megatrend zur Verwirklichung des eigenen Ego? Ist der einsame Wolverine das männliche Superideal? In jedem zweiten Haushalt in der Stadt Zürich lebt ein einziger Mensch. Ich bin ich. Du bist du. Und wir sind geschieden. Weil zu verschieden.

Oder war das etwa schon früher oder gar schon immer so? Gucken wir uns die familiäre Ausbeute der Idole unserer Väter an. Und vergleichen sie mit der unserer eigenen Helden. Wie tief man auch gräbt, es kommt überraschende Übereinstimmung auf:

Clark Gable (5 Ehefrauen, 2 Kinder)
John Wayne (3 Ehefrauen, 8 Kinder)
Paul McCartney (3 Ehefrauen, 5 Kinder)
Pelé (2 Ehefrauen, 7 Kinder)
Franz Beckenbauer (3 Ehefrauen, 5 Kinder)
Mick Jagger (2 Ehefrauen, 7 Kinder)
Robert De Niro (2 Ehefrauen, 6 Kinder)
Chuck Norris (2 Ehefrauen, 5 Kinder)
Brad Pitt (unverheiratet, 6 Kinder)
Elon Musk (2 Ehefrauen, 5 Kinder).

Familie und Kinder scheinen im Leben der Superstars eine grosse Rolle zu spielen. Ganz im Gegensatz zu den Protagonisten, die sie verkörpern. Heirat, Kinder, Scheidung, Heirat, Kinder, Scheidung. Ein Perpetum mobile. Omnipräsent auf allen Klatschseiten. Auf der einen Seite produziert Hollywood in sich gekehrte Superhelden, die sich nahezu asexuell und im Alleingang durch die Leinwände kämpfen. Und besetzt sie mit Darstellern, die sich vermehren wie die Karnickel.

Nüchtern betrachtet, zeichnet das Paarungsverhalten der Stars (und die entsprechende Berichterstattung) nichts anderes nach als die gute alte Theorie von Charles Darwin. Die stärksten, grössten, berühmtesten und entsprechend begehrenswerten Männchen können sich vor Weibchen auf der Suche nach den besten Genen kaum retten. Wer will ihnen den Spass verübeln?

Doch wenn weder Superhelden noch deren Darsteller als Vater-Vorbilder etwas taugen, an wen soll sich ein werdender Papa nun anlehnen, wenn er sich die Frage stellt, was für ein Vater er sein will, welche Rolle er im Familiengefüge und für sein Kind spielen will?

Genau. Er erinnert sich an seinen eigenen Vater. An die Dinge, die er anders und besser machen will. An die Strafen, die er niemals im Leben verhängen wird. An die tausend Sachen, die er auf jeden Fall mit seinen Kindern unternehmen wird, weil er sie selber nie durfte. Bis er merkt, dass er am Ende doch so vieles ganz genau gleich macht. Und sogar stolz darauf ist. Weil sein Papa es ihm beigebracht hat.
In diesem Sinne: Danke Papa, du bist mein Superheld. Und für unsere Kinder sowieso.

rinaldo*Rinaldo Dieziger ist Gründer von Supertext, der ersten Textagentur im Internet. Seine Erfahrung als Unternehmer gibt er im Blog Fragen Sie den Chef vom Ganzen weiter. Er hat zwei Töchter und lebt mit seiner Familie in Zürich.

62 Kommentare zu «Warum sind alle Superhelden single?»

  • Michael sagt:

    Ich bin Vater zweier wohlgeratender Töchter und ich hatte nie das Bedürfnis, mich an irgendeinem der o.a. Superhelden anzulehnen ! Bat-Spider- und Supermann lebten in einer fiktiven Welt, was könnten die mir helfen ? Ich hab mir auch nie die Frge gestellt, was für ein Papa ich für meine Töchter sein will – ich bin wie ich bin und fertig. Ich habe die Kinder bewusst in die Welt gesetzt und bin daher auch für sie Verantwortlich. Das ist Vorgabe genug.

  • Martha Hübner sagt:

    Ein Superheld braucht eine gewisse Unzufriedenheit, ein Getriebensein, den Drang, etwas zu verändern. Glücklich und zufrieden darf ein Superheld nicht sein.

    Ein Familienvater hingegen zieht sich in das private Glück zurück, in die Beschaulichkeit der eigenen vier Wände. Wer mit einem Kind glücklich ist, dem ist die Rettung der Welt erst mal egal.

  • Ulrich sagt:

    da lob ich mir die familie parr (alias the incredibles). windeln wechseln, staubsaugen und die welt retten, und zwar alle 5 zusammen 🙂
    oder gru, der wider willen zu einer familie kommt – aber der hat natürlich die minions, die die windeln wechseln.

  • Alex Steiner sagt:

    Batman ist schwul, Spiderman ist zu jung, Superman ist kein Mensch, Iron Man ist reich.

  • fgee sagt:

    Kinder grosszuziehen sieht auf den ersten Blick banal aus: Das machen alle, auch die Looser. Erst durch Nachdenken merkt Mann: Kinder grosszuziehen ist die grösste Aufgabe, die es gibt. Wenn es gelingt, dass die Kinder einen positiven Beitrag an die Gesellschaft leisten, ist alles gewonnen. Und wenn es nicht gelingt, ist alles verloren. Und abgesehen davon ist das Zusammensein mit meinen Lieben das wahre Leben. Da fühle ich mich lebendig. Vielleicht wird man als Vater nicht zum Helden. Aber man kann den Sinn des Lebens finden.

  • erika sagt:

    … oder noch anders: diese comic-superhelden sind so egozentriert, dass kein platz bleibt für andere menschen. all deren „gutmenschentum“ dient bloss der eigenen erhöhung. da diese figuren jedoch ausgeburt (allermeist) männlicher hirne sind, lässt das rückschluss zu auf’s „wishful thinking“…

  • erika sagt:

    … oder andersrum: ein wirklich guter vater hat gar keine zeit für von aussen bestimmtes und angesehenes heldentum, sondern besinnt sich auf seine eigenen stärken und darauf, was er seinen kindern mitgeben will auf den lebensweg, und das ist sehr individuell. ein hoch darauf!

  • erika sagt:

    … frag doch mal deine frau, was für einen vater sie ich für ihre/eure kinder wünscht…
    dann ist das sogenannte heldentum weit hinten platziert…

  • Rolf Schumacher sagt:

    Der Begriff HELD hat zwei mögliche Ursprünge. a) altgerm Halidaz was schlicht der Mann, Krieger bedeutet b) Heros (griechisch) hier ist der Held ein sagenhafter Halbgott (ein Uebermensch). Ich neige zur Variante a. Der Held ist ein normaler Mensch, der sich bemüht sich und andere am Leben zu erhalten. Ein Mensch ist nicht mehr oder weniger wert, egal was er tut. Die heroische Glorifizierung einiger Plakatmenschen (Stars, Politiker, Sportler) scheitert immer an deren realen (menschlichen) Privatleben.

  • tina sagt:

    viele superhelden sind bi- oder homosexuell, ist das nicht offensichtlich?

    • Muttis Liebling sagt:

      Was ja zumindest für einige aktuelle Fussballhelden zutrifft. Wobei nicht so richtig weiss, inwieweit das bi- nur Alibi ist.
      Da bekommt der geschlechtsspezifische Mannschaftssport neben dem Knabenfussballtrainer eine noch weitere Dimension.

    • Susanne sagt:

      ja, das ist mir auch aufgefallen, als Batman und Robin am Ende zusammen in Zeitlupe dem Licht entgegen rennen – eine homoerotische Idylle…

  • I'm your Papi sagt:

    Das stimmt nicht so ganz.
    Superman ist mit Wonder Woman (oder Lois Lane)zusammen.
    Batman ist zwar unverheiratet, hat aber einen Sohn und ist in einer komplizierten Beziehung mit Catwoman
    Spider-Man hat Mary Jane Watson
    Der Flash ist mit Iris Allen verheiratet.
    Magneto hat 2 Kinder
    Cyclops ist mit Emma Frost verheiratet-
    Robin ist mit Wonder Girl zusammen.
    WOlverine hat jede Woche eine andere Freundin-
    Sogar Deadpool hat kürzlich geheiratet.
    Superhelden sind genauso gerne mit jemandem zusammen wie alle andern Leute auch und die meisten sind in einer Beziehung.

    • Sarah sagt:

      Selbst im Marvel-Film Universum, spätestens seit den Avengers is Ex-Playboy und Iron Man Tony Stark in einer festen, monogamen Beziehung mit Pepper Potts.
      Thor steht praktisch überhaupt nur der Erde zur Verfügung weil er in Jane Foster verliebt ist (und Loki hatte sich wegen Thor auf die Erde eingeschossen)
      Zwischen Black Widow und Hawk Eye war ziemlich viel angedeutet.
      Und Captian America hat seine grosse Liebe verloren, weil er ironischerweise eingefroren war (stuffed in a fridge)
      In Winter Soldier versucht ihn Black Widow ständig zu verkuppeln.

  • lala sagt:

    Die Freundinnen von Superhelden haben im allgemeinen die Tendenz jung zu sterben…

  • Irene feldmann sagt:

    Lobenswerter Gedanke, die Frage ist doch was ist ein superhero, daraus können die Schlüsse gezogen werden. Ein Mensch wie SCHINDLER, der vielen Menschen das Leben rettete oder die Illusion von Batman welcher immer das Böse von einer Stadt entfernt…..das wunschdenken vieler das das böse stets bezwungen wird und äußerst realitätsfremd…..oder ist’s ein Mensch der bewusst auf seine Träume verzichtet um seiner vorgegangenen Verantwortung gerecht zu werden, siehe teilzeitvater welcher seinen Kindern im höchsten Maß Prioritäten gibt. Die Schauspiel supermänner gibt es nicht, den Batman auch nicht

  • Columbo sagt:

    Neben den Super Helden im engeren Sinn gibt’s ja noch andere Fantasy Vorbilder. Und Darth Vader war ja bekanntlich Pappi …

  • Muttis Liebling sagt:

    Bei dem gestrigen Fussballbenefizspiel für den in den USA erschossenen Hamburger Austauschschüler haben Freunde ein Plakat mit dem Text ‚Helden sterben nie‘ aufgestellt.
    Das stimmt nicht, Helden sterben immer zuerst und das ist gut so, weil man abgehalfterte Helden zu nichts mehr gebrauchen kann.
    Die Helden meiner Jugend sind zu ihrem Glück alle im 27. Lebensjahr gestorben und seitdem brauche ich keine Helden mehr.

  • Martin Gruner sagt:

    Die Antwort ist ganz einfach: Ein Superheld hat keine Frau oder Familie, damit seine Feinde ihn nicht angreifen können. So einfach. Zudem ist die Identität der Superhelden geheim und wir alle wissen, dass Frauen keine Geheimnisse wahren können, ausser ihren eigenen.

  • Don Bosso sagt:

    Können Sie sich Batman beim Windeln wechseln vorstellen? Beim spazieren mit seiner Frau den Kinderwagen schieben? Das Kind in die Krippe bringen? Eben. Superhelden ignorieren den Irrsinn des Feminismus, sie tun Wichtigeres als feminine Aufgaben zu übernehmen. Und heiraten ist ohnehin out, siehe Scheidungen der obengenannten Promis. George Clooney machte es jahrzehnte lang vor, ein richtiger Mann lässt sich Zeit und hat keine Scheu, die Beziehung aufzulösen, denn jede Frau ist ersetzbar.

  • Peter Schilter sagt:

    Stimmt nicht. Spiderman poppte Kirsten Dunst.

  • Anh Toan sagt:

    Helden verzichten, opfern sich für höheres.

    Wenn mein Vater ein Held ist, weil er mir Windeln wechselt, mit mir Fussball spielt stat mit seinen Freunden, erbringt er ein Opfer damit, und macht mich damit zur Last. Er ist Held, weil er sich opfert für mich, und lädt mich damit mit Schuldgefühlen voll. Da verprügelt er mich besser, wenn er gelentlich mal da ist.

    Wer will schon Kind oder Partnerin sein, welche(s) einen Helden als Vater oder Partner braucht?

    • Muttis Liebling sagt:

      Gut zusammengefasst. Ein Leben ohne ist dem mit Helden sicher vorzuziehen und wenn man erwachsen ist, dann auch ohne Vorbilder, Fanvorlagen, usw., ausser dem Ideal, welches man im Spiegel sieht.

      • Anh Toan sagt:

        @Muttis Liebling

        Die ganze Verwirrung kommt daher, dass heute der begriff des Helden nicht mehr verstanden wird. heutige „Helden“ opfern sich nicht mehr, sondern befriedigen ihren Narzismus, werden zu Stars und verstecken sich in Botschaften (Assange) oder Beantragen Asyl in Russland (Snowden), statt sich für höheren Ideale zu opfern.

      • Muttis Liebling sagt:

        Damit erübrigt sich auch die Frage nach den Frauen oder Kindern.

      • alien sagt:

        a) halte ich Snowden für nicht narzisstisch. b) verstehe ich irgendwie, wenn er nicht grad sterben will. Weil es einem ein höheres Ideal ja nicht so richtig dankt, wenn man für es stirbt.

      • Muttis Liebling sagt:

        @Alien, Helden haben nach der Heldentat einen gewaltsamen Tod zu sterben, das ist seit dem Nibelungenlied so vereinbart. Das hat sogar einen sozialen Sinn.

      • Anh Toan sagt:

        @alien

        Ich sehe bei Snowdon (und Asange), dass der Botschafter wichtiger wurde, als die Botschaft, da scheint mir der Narzismusvorwurf berechtigt.

        Und Todesstrafe erwartet Snowdon nicht in den USA.

    • tina sagt:

      das mag für für den gemeinen helden zutreffen, aber superhelden haben eben supermächte. sie können alles, wissen alles, haben röntgenblick und können gedanken lesen. sind unglaublich stark und wissen immer wie es weitergeht. eben eltern 😉

  • MrT sagt:

    Echte Superhelden sind schlauer und haben keine Kinder, das macht weniger CO2…

  • Kaffeetrinker sagt:

    Naja, vielleicht gibts ja auch den Aspekt, das Seeleheil und Lebensinn ausserhalb des Modells „Familie“ zu suchen? Ist m.E durchaus legitim…

  • dan meier sagt:

    Das Ideal nicht in der realen Welt gefunden und sich darum an einer realen Person orientiert. Ein Satz, Herr Dieziger, hätte gereicht.

  • SrdjanM sagt:

    Ganz einfach: ein Superheld mit Familie und Beziehungen ist einfacher erpressbar und verletzbar, und auch stilistisch nicht so flexibel.
    Er ist ja in einer „Beziehung“ mit den Menschen die er beschützen will, da bleibt weder Zeit noch Platz für eine Familie.

    Sie reden hier aber über fiktive Charaktere die nicht nur in Bereich „Familienleben“ weit von der Norm abweichen.
    Mein Sohn hatte z.B. auch keine Mühe zu verstehen dass ich im Unterschied zu Superman nicht fliegen kann.

    Sie hätten sich also den ersten Teil, über die Superhelden, locker sparen können.

  • alien sagt:

    „Superhelden wechseln keine Windeln“ sorry, Rinaldo. Superhelden tragen Windeln. Oder wie würdest Du diesen seltsamen Tights sonst sagen?

    Ausserdem, hast Du einen der lustigsten Superheldenfilme gesehen, die Unglaublichen (the Incredibles)? Das ist ja eine ganze Family, die als Superheroen rumflitzt.

  • Roman Kunz sagt:

    Erst mal vorneweg, toller Artikel, aber als Vater und Comic Fan muss ich doch ein paar Beispiele nennen:

    May Parker, Tochter von Peter Parker (Spiderman) und Mary Jane
    Bart Allen, Sohn von Don Allen und Meloni Thawne
    Jai und Iris, Kinder von Wally und Linda Allen
    Helena Kyle, Tochter von Catwoman
    Franklin and Valeria Richards, Kinder von Reed Richards und Susan Storm
    Equinox, Sohn von Power Girl
    Robert, Sohn von Donna Troy
    Lian Harper, Tochter von Roy Harper (Arrow)
    Cable, Sohn von Scott Summers und Madelyne Prior
    Daken, Sohn von Wolverin
    Thomas und William, Söhne von Scarlet Witch und Visi

  • Albert Baer sagt:

    Alle Superhelden sollten „Kontroll-Män“ heissen, denn darum geht es: Kontrolle zu erlangen. Sei es Kontrolle über Bösenwichte, Skateboard, Fussball oder 8000er. Männer sind hypnotisiert von Kontrolle. Umgekehrt flüchten Männer gerne vor allem was man nicht kontrollieren kann. Menschen gehören dazu.
    Passend dazu sagte ein schweizer Extremsportler (Arktis-Alleindurchquerer), dass sein Familienleben die grösseren Herausforderungen stellen würde als seine extremen Abenteuer.
    Einem Familienvater kann kein Superheld das Wasser reichen.

  • Andreas sagt:

    Brauchen Väter Superhelden als Vorbilder?

    Ich meine – Superhelden sind übertriebene Charaktere. Übertrieben in jeder Ausprägung – Mut, Kraft, Gerechtigkeitssinn.
    Superhelden taugen in der Regel nicht als Vorbilder, denn niemand kann so sein. Das ist Konzept.

    Wie würde ein Superheld-Papa aussehen? Windeln wechseln in 1 Sekunde – das Kind fangen bevor es hinfällt?

    Ich denke Du bringst es auf den Punkt das Väter gut beraten sind ihren eigenen Standard für sich als Väter zu definieren und einfach selbst ein Superheld zu werden.

  • Nenad sagt:

    etwas haben diese Superhelden aber auch gemeinsam…das sie auch keine Vorbilder oder Superhelden hatten…finde ich ziemlich wichtig..wenn du selbst zu einem Superhelden werden willst brauchst du keine Vorbilder..und wenn dann fokusiert man sich bestimmt nicht nur auf einem..und soviele Poster kann man ja nicht in seinem Zimmer aufhängen…

  • Martin Frey sagt:

    Die Antwort auf Diezigers rhetorische Frage ist einfach. Man muss nur trennen zwischen Helden in der virtuellen/cineastischen und der realen Welt. Echte Filmhelden begehren nicht, sie werden begehrt. Ihr Daseinszweck ist ein anderer, sprich so banale Dinge wie das Böse zu bekämpfen oder die Welt zu retten (sicher aber nicht Windeln wechseln). Dafür werden sie begehrt, müssen aber nach den ungeschriebenen Heldenregeln immer wieder versuchen, dem zu wiederstehen. Im realen Leben besteht dieser Zwang für sie nicht. Da Frauen diese zwei Ebenen gerne vermengen gibt es diesen scheinbaren Widerspruch

  • Karl Knapp sagt:

    Da habe ich mit meinem Jahrgang Glück gehabt ! Mein damaliger Superheld war the one and only ZORRO, eine, wenn man will, schizoide, aber trotzdem heldenhafte Figur, die beide Seiten vereinen konnte. Schauen sie nicht die neueren, ironisierten Versionen mit Banderas und Zeta-Jones an (nicht dass sie keinen Spass machen, aber Banderas ist zu menschlich …), sondern die alten Originale, dann wissen Sie, wie das geht.

  • Orlando sagt:

    Irrlichternde Vater-Suche in der vaterlosen Gesellschaft. Nachdem man jahrzehntelang mit Erfolg auf den Pater in der patriarchalen Gesellschaft eingeprügelt hat ist ein Wort übriggeblieben, das wir nicht mehr mit Sinn zu füllen vermögen (wir müssen ihn ableiten von der jämmerlichen sozial-biologischen Funktion und feministischen Negativzuschreibungen). Aber fussballguckenden Couch-Potatoe-„Superhelden“ ist ja auch nicht begrifflich zu machen, dass eine männliche Rollenteilung lange Zeit nicht nur gang und gäbe sondern auch sinnvoll war: Krieger/Bauer, Abenteurer/Pater Familias, Mönch/Laie etc.

    • Franz Vontobel sagt:

      …Zar/Zimmermann, Prinz/Bettelknabe, Mann/Maus und nicht zu vergessen: Dick/Doof!

    • Orlando sagt:

      Der Superheld charakterisiert jenen Typ Mann, der sich selbstlos, zölibatär und meist frei von sozialen Normen für den Schutz der Normalbevölkerung und den Sieg des Guten einsetzt (ideal verwirklicht zum Beispiel im Kreuzritter): Also einen Typ Mann, den sich heutige Softies, die Haushaltseinkäufe machen mit dem Kleinkind vor dem Bauch, schlicht nicht mehr vorstellen können, oder nur als Soziopath. Wie lange wurde Batman von seiner Mama gestillt? Lois‘ gründliche Kryptonit-Emanzipation hinterliess eine Welt von Clarks, lauter traurigen „Supermans“ mit Phantomschmerzen, wo früher ein Cape war.

      • Franz Vontobel sagt:

        Wobei das Cape im besten Fall hinderlich, im schlechtesten Fall tödlich sein kann für seinen Träger. Ich rate ab davon!

      • tina sagt:

        batman, guter orlando, ist zutiefst zerrüttet, eine zerrissene seele, ein psycho, der selbstjustiz ausübt

      • tina sagt:

        und superman? strumpfhosen, frisur wie geleckt. der wunschschwiegersohn. komplett asexuell.
        der joker als batmans widersacher? er bezeichnet sich selber als hund, der bellend autos nachrennt, ohne zu wissen, was er damit machen soll, wenn er eins erwischt. das personifizierte chaos als gegenpol zum „guten“, das selbstjustiz übt.
        2face? gut und böse, 2 seiten der selben medaille. welche seite oben ist, ist zufall.
        grimmsmärchen und die bibel in einem

      • Orlando sagt:

        Das meinte ich ja: Die „aufklärerische“ Freude am Dekonstruieren ist längst zum Zwang verkommen. Freudloses Entmystifizieren, Zertrümmern, Zersetzen, Verwesen, am liebsten mittels ordinärer Laienpsychologie, die ist billig zu haben. Mit jakobinischem Eifer – oder einfach einem traurigen Lächeln im Gesicht. Und dies beileibe nicht nur bei etwas so trivialem wie dem Superhelden: Nein, beim Vaterbegriff AN SICH. Was man aber nicht zwanghaft auslöschen kann ist die Erinnerung an das, was da vorher war, bevor es in Einzelteile zerlegt wurde. In der Sprache lebt es fort, als unsterbliches Gerücht.

  • Markus Schneider sagt:

    Ich nehme an, John Wayne benutzte auch dasselbe Toilettenpapier wie Herr Dieziger. Seitdem gehört letzterer selber zu den Superhelden.

  • Francesca sagt:

    Oh, das stimmt nicht ganz. Mein Superheld schlechthin, Phantomias, zieht Drillinge auf (oder sie ihn), jedenfalls als ziviler Donald Duck. Und irgendwie mit Daisy liiert ist er auch, sein Herz jedenfalls ist vergeben. Richtige Superhelden meistern eben den Alltag, nicht irgendwas in höheren Sphären.

    • plop sagt:

      Ou ja, Phantomias, diese Verwandlung hat mich immer sehr beeindruckt… Gibts den eigentlich noch? Jedenfalls habe ich meine „Lustige Taschenbücher“ aufgehoben, meine Buben wirds hoffentlich freuen..

  • Pascal Sutter sagt:

    Männer in Strumpfhosen… es gibt schlechtere Vorbilder! Bei uns zuhause ist jedenfalls zur Zeit Bastelman™ hoch angesagt. Mit seinem Leimspray und Moosgummicape.

  • Genderbender sagt:

    Superhelden sind nicht in festen Händen, weil sie eben überdurchschnittlich intelligent sind.

  • Cornelis Bockemühl sagt:

    Superhelden sind einfach zu cool um Gefühle zu zeigen, und sie haben vor lauter Welt-Retten ja auch keine Zeit für solchen sentimentalen Kleinkram! Sie dürfen sich höchstens von ein paar Frauen anhimmeln lassen, so zwischendurch.

    Das fiel mir auf als ich einmal einen Bollywood-Superheldenfilm sah (Krrsh): der hat tatsächlich eine Frau an seiner Seite, und offenbar ist es für ihn auch nicht uncool, seine Gefühle zu zeigen…

    Aber ganz abgesehen davon taugen meiner Ansicht nach Superhelden ja eh nicht als Vorbild-Figuren – dafür sind sie viel zu eindimensional!

  • Hj sagt:

    Ein guter Text, Rinaldo.

  • Dani sagt:

    Hmmm ich weiss ja nicht welche Comics sie als Kind gelesen haben. Aber durchaus haben die Superhelden auch ihre Partner. Superman hat Louis Lane. Spiderman hat später Mary Jane und selbst Thor hatte eine Beziehung zu einer Frau von der Erde. Hulk hatte Betty. Aber ich denke das beste Beispiel von Superhelden mit einer „tauglichen“ Familie, sind die Fantastischen Vier. (Ich rede nicht von der Musikband). Eine gesamte Familie die Superkräfte hat und selbst ihr frischgeborenes Kind zeigt in den späteren Comics so seine Eigenheiten. Vielleicht sollte Hollywood von dieser Familie mehr zeigen. ;o)

  • Alice im Wunschland sagt:

    Warum sind alle Superheöden single?
    Das ist sicherlich eine rein hypothetische Frage – oder nicht!

    Uebrigens, die Aufzählung der 10 Neuzeit-Superhelden finde ich schon ziemlich speziell und löst i mit in Zusammenhang mit den aufgezählten die Frage aus; WAS IST EIN SUPERHELD!

  • Muttis Liebling sagt:

    Von denen da oben würde ich meinen Kindern, inzwischen den Enkeln, keinen als Vorbild anbieten. Als Kinder lernen bzw. lernten die solche Exemplare auch nicht kennen, da es in meiner Familie nicht üblich ist, amerikanische Filme zu schauen.
    Kinder scheinen in einem bestimmten Alter tatsächlich Vorbilder zu brauchen. Aber nur in der Kindheit und vor allem in der Jugend, danach sollte man das tunlichst bleiben lassen.
    Vor allem brauchen sie einen möglichst täglich verfügbaren Vater, der kann, wer er kann, auch als Vorbild herhalten, was dann aber häufig zu Enttäuschungen führt.

    • Joerg Hanspeter sagt:

      „..da es in meiner Familie nicht üblich ist, amerikanische Filme zu schauen.“ Aha, und was erwarten Sie jetzt dafür, eine Verdienstmedaille? Familie „Muttis Liebling“ schaut keine amerikanischen Filme. Was schauen die Kinder denn, nur was als künstlerisch eingestuft ist, oder gar nicht? Kreative Freizeitgestaltung (pädagogisch korrekte Holzspiele, biologisch unbedenklicih, wo natürlich Frau und Mann jederzeit als gleichberechtigt dargestellt werden) statt TV? OK, wahrscheinlich bin ich jetzt auf eine schlichte Provokation von Muttis Liebling reingefallen und er freut sich diebisch!

    • Susanne sagt:

      Das amerikanische Kino hat tatsächlich sehr viel zu bieten und nimmt im westlichen Kulturraum einen wichtigen Platz ein. Schade, dass Sie es Ihren Kindern vorbehalten haben.

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.