Gebildete Mädchen tragen kein Wasser – sie bauen die Brunnen

Mädchen tragen in Bangladesh Trinkwasser nach Hause. (Reuters/Rafiqur Rahman)

Mädchen tragen in Bangladesh Trinkwasser nach Hause. (Reuters/Rafiqur Rahman)

Vaterland und Muttersprache. Eigentlich gäbe es dem nichts hinzuzufügen. Würde man hoffen. Ist aber nicht so. Da besteht durchaus noch Erklärungsbedarf in praktisch allen Teilen der Welt. Also tragen wir dem heute Rechnung zu Ehren des morgigen internationalen Tags der Mädchen.

Sprache macht uns zu Menschen. Gesprochene Sprache verschafft uns Gehör, je klarer und selbstbewusster wir sie vortragen, umso wirkungsvoller ist sie. Geschriebene Sprache versieht uns gar mit amtlich beglaubigter Relevanz, ist der Schlüssel zu Wissen.

Sprache ist aber auch die Währung des kritischen Denkens. Also nicht genau das, was Mädchen und Frauen pflegeleicht macht. Und dabei sollen sie doch genau das sein: leicht zu pflegen und hart und schweigsam beim Pflegen, Hegen, Krampfen und im Nehmen. Trotzdem, obs passt oder nicht: Es heisst Muttersprache. Und die Mütter sind die Wächterinnen der frühen Worte. Also sollten sie der Sprache auch mächtig sein.

Bloss, wer will, dass Mütter gebildet sind, muss bereit sein, Mauern aus Bedenken und Vorurteilen abzutragen, denn einreissen lassen sie sich selten. Dabei sollte es eigentlich überflüssig sein, zu erläutern, warum Mütter gebildet sein sollen und die Sprache in ihrer ganzen Wucht beherrschen, mitsamt Buchstaben und Zahlen: Ihre Kinder profitieren davon. Direkt und langfristig.

Direkt, weil eine sprachgewandte, gebildete Mutter sich für ihre Kinder einsetzen, für sie sprechen, sich für sie starkmachen kann. Für sie einfordern kann, worauf sie ein Recht haben: Nahrung, sauberes Wasser, Geborgenheit, Menschenrechte und nicht zuletzt eine Ehe mit einem Menschen, den sie frei wählen dürfen, und das zu einem Zeitpunkt, der für sie stimmt.

Gebildete Mütter können aber noch viel mehr: Langfristig können sie das weitergeben, was garantiert, dass der Weg ihrer Kinder nach oben zeigt: Respekt vor Bildung. Tatsächlich zeigen Studien, dass gebildete Mädchen später gebildete Kinder haben. Denn sie kennen den Wert der Schule, und sie achten darauf, dass auch ihre Kinder zur Schule dürfen, die Sprache beherrschen und die Zahlen – und über Allgemeinbildung verfügen. Sie sorgen dafür, dass ihre Töchter nicht mehr bloss eine meinungsamputierte Manövriermasse sind, die Felder aberntet, Wasser anschleppt, aus wenig eine Mahlzeit erschaffen kann und Kinder gebiert.

Sicher, das kommt nicht jedem zupass. Es ist beängstigend. Es schürt die Sorge, ob auch dann daheim alles anstandslos erledigt sein wird, wenn die Mädchen zur Schule dürfen.

Genau bei diesen Bedenken setzen viele der neueren Projekte an: Sie bieten den Eltern, die ihre Mädchen zur Schule lassen, im Gegenzug attraktive Perspektiven an. Zum Beispiel das Versprechen, dass die Mädchen in der Schule nebst Lesen und Schreiben auch praktische Fertigkeiten für den Familienalltag lernen. Und dass sie dort eine Gratismahlzeit bekommen. Beides sind sehr essenzielle und überzeugende Aspekte. So simpel. So wirkungsvoll.

Wer in die Mädchen investiert, investiert in die Zukunft.

Setzen auch Sie ein Zeichen für die Förderung und den Schutz der Mädchen. Kommen Sie am 11. Oktober 2013 auf den Berner Bundesplatz.

54 Kommentare zu «Gebildete Mädchen tragen kein Wasser – sie bauen die Brunnen»

  • Wen Shuguang sagt:

    Kompliment! Aus zwei germanischen Hauptwörtern (Meinung und Masse) haben Sie, liebe Frau Fischer, im Verbund mit zwei lateinischen Verben (amputieren und manövrieren) zwei geradezu umwerfend schöne Ausdrücke gebaut (nein, das sind doch keine Unwörter). Mich flutet Begeisterung! Überhaupt: Sie haben einem überlebenswichtigen Anliegen mit Herzblut zum Durchbruch verholfen. Vielen Dank, dass Sie dies an unserer Stelle getan haben. Gesamthaft haben Sie den Artikel stark und knapp gefasst, schön auf den Punkt gebracht, fein zugespitzt. Wer nun das nicht zu schätzen weiss … nicht zu Ende liest …

  • Diesch sagt:

    Schon die viel zitierte UN 1325 handelt nur von Frauen und Mädchen. Knaben müssten gleichngefördert werden.

  • Jan sagt:

    Was ist an Wassertragen schlimm
    Ich boykotiere alle geschlechtsspeziefischen Förderungen. Mittlerweile stelle ich gar keine Frauen mehr ein, das zieht nur einen Rattenschwanz an Theater nach sich.

    • marie sagt:

      na ja, wassertragen in schwarzafrika ist frauensache und es ist nicht selten, dass diese frauen mit 30-40l eine strecke von 25km jeden tag bewältigen. und das nebs den restlichen arbeiten. und nein, eine knetmaschine und gemahlenes mehl haben sie nicht, das müssen sie jeden tag auch noch machen.
      …als frau kann ich übrigens gut mit ihnen als chef leben, ich würde so einen einfach nicht als chef wollen 😉

  • greet meyer sagt:

    Ich lehne jede Ideologie und Gesellschaft ab, die nur einseitig in Mädchen investiert (und nicht in Kinder).
    Frag mich, wie man eine solche abstruse diskrimnierende ideologie in einer aufgeklärten Gesellschaft noch propagieren kann.
    Da muss offenbar auch bei uns noch ordentlich in Bildung investiert werden.

    • alam sagt:

      Dann müssten sie auch jede Ideologie und Gesellschaft ablehnen, die nur einseitig in Buben investiert, also die meisten Gesellschaften in den ärmeren Ländern dieser Welt. Tun sie das auch so vehement?

  • Roshan sagt:

    Die beste Hilfe finde ich Mikrokredite. Es bietet Kapital zu günstigen Bedingungen an, und die Leute können es genau dort einsetzen, wo sie selber wissen, was nötig ist. Manchmal braucht es wirklich nur eine Wasserpumpe und Material für ein neues Schulhaus. 1000 Franken, rückzahlbar in 24 Monaten und zinslos, beschafft eine Wasserpumpe, die mehrere Dörfer mit sauberem Wasser versorgt. so als Beispiel.

    oder garantieren Sie den Jahreslohn eines Lehrers damit, was Sie pro Jahr für einen Tennisclub ausgeben.

  • Beatrice sagt:

    Es geht nur zusammen! Gebildete Frauen allein machen noch keinen Fortschritt. Nur wenn diese auch einen Mann mit offenem Geist für die Familiengründung finden, dann gibt es auch eine gesellschaftliche Aenderung. Denn lässt man zwar die Frauen zur Bildung zu, werden sie am Ende dann aber doch zwangsverheiratet bzw. trotz Bildung ans Haus gebunden, dann bewegt sich nicht viel. Also ist es vor allem wichtig, ob diese Frauen die Männerwahl haben und ob in ihrem Land sich auch solche Männer mit offenem Geist befinden, die am gleichen Strick mit ihnen ziehen. Miteinander heisst das Zauberwort!

    • alam sagt:

      Woher kommen denn diese Männer mit offenem Geist? Richtig, die hatten eine Mutter, die nicht nur unterwürfig schlucken musste, was der Vater wollte. Diese Männer mit einem offenen Geist können wir nun mal nicht herzaubern, aber die Schulbildung der Mädchen als künftige Mütter ist ein wichtiger Schritt genau dahin.

    • Roshan sagt:

      gehen Sie mal nach Afrika. Ohne die tüchtigen Frauen und Mütter ginge an manchen Orten überhaupt nichts.

  • Sportpapi sagt:

    Und je gebildeter die Frauen dann sind, desto weniger möchten Sie Ihre Zeit mit Kindern verbringen, weil das doch eine Verschwendung ihrer teuren Ausbildung wäre…
    Ernsthaft: Mag sein, dass es in fremden Kulturen sinnvoll ist, vor allem Frauen zu unterstützen. Fragwürdig ist es dennoch. Es reicht doch zu sagen, wir möchten, dass alle Kinder eine minimale Schulbildung geniessen können, usw.

    • alam sagt:

      Reicht, es, das zu sagen? Wem wollen wir das sagen? Wer ist „wir“?

      • Sportpapi sagt:

        @Alam: Ich halte Entwickungshilfe in vielen Fällen für fragwürdig. Aber wenn schon, dann sollten alle Kinder gleichermassen von Bildungsangeboten profitieren können. Wenn also eine Organisation eine Schule baut. Wie soll sie den Jungen erklären, dass hier leider nur die Mädchen zugelassen sind? Wollen Sie Unrecht mit Unrecht bekämpfen?

      • Roshan sagt:

        Entwicklungshilfe über die grossen Organisationen ist tatsächlich oft fragwürdig und nicht effizient. Ich denke aber doch, dass direkte Patenschaften viel erreichen können.

  • Schmid Margrit sagt:

    Gebildete Frauen tragen Wasser und bauen Brunnen.

  • Muttis Liebling sagt:

    Als die Europäer ab Karl dem Grossen ihre Kultur aufbauten, hatten sie das grosse Glück, dass ihnen niemand dabei helfen wollte oder konnte. Da konnte Eigenes entstehen.
    Jetzt bildet sich eine Minderheit von ca. 16% der Weltbevölkerung ein, im Rest der Welt eingreifen zu dürfen. Die einen saugen denen die Ressourcen ab, die anderen drängen ihre unausgereiften und selbst nicht verwirklichten Wertvorstellungen auf.
    Lasst die einfach in Ruhe, dann schaffen sie es, wie die Europäer einstmals, von alleine.

    • Muttis Liebling sagt:

      2/ Nur darf man ihnen dann auch nicht ihre Ressourcen wegnehmen (die weibliche Billigarbeitskraft in Bangladesch). Sag mir keiner, das Wenige, was die bekommen, ist besser als nichts. Es gibt kein Nichts, ohne Fremdeingriff, gut oder schlecht gemeint, fänden alle Völker ihren Weg. Aber so können sie nicht, weil sie permanent vom Westen übersteuert werden. Ausgerechnet der Westen, die amoralischste Struktur der gesamten Menschheitsgeschichte, die den Gott Geld anbetet und Kultur und Sozialität als überflüssigen Luxus betrachtet.

    • Muttis Liebling sagt:

      3/ Das Beispiel China belegt das. 2100 Jahre waren die der Welt voraus und haben sich vollständig abgeschottet, sich allerdings auch nicht mehr bewegt, bis es marode wurde.
      Dann kamen vor 150 Jahren die Engländer, die Franzosen und die Deutschen, haben an der gelben Küste randkolonialisiert und das Land auf ihr westliches Niveau kulturell zurückgeworfen.
      Dann kam Mao, hat neben allen Schrecken zum Glück wieder isoliert und siehe, es geht. Es gibt eine chinesische Renaissance. Das die nicht westlichen Vorstellungen von Demokratie und Freiheit entspricht, ist generisch und richtig.

    • Muttis Liebling sagt:

      4/ Sonst hätten sie ja Kolonie oder Vasallenstaat bleiben können.

      Russland macht derzeit das gleiche, nicht so konsequent, weil Russland immer in Europa eingebunden war, und es eigentlich auch zwei Russland gibt.

      Man muss allen Völkern die Chance zur Selbstbestimmung lassen. Deshalb weder humanitäre Hilfe noch Abgreifen von Ressourcen. Kein Aussenhandel mit Drittweltstaaten, kein Demokratieexport, einfach nichts. Eine grosse Mauer um die aussterbende westliche Zivilisation.

      Da kann gar nichts schief gehen, aber es nützt nur den Völkern, nicht der Schweiz, nicht den USA. Die wollen das nicht

      • E. Schreiber sagt:

        China hat Probleme, die grob geschätzt noch etwa 50 bis 100 Jahre bestehen werden, bis die chinesische Bevölkerung auf einem Stand der persönlichen Freiheit ist, der dem unseren ebenbürtig ist. Freiheit in diesem Sinne die Verantwortung ebenso wie der Wohlstand. Ob sich bis dahin eine solche Ebenbürtigkeit realisieren lässt, sei dahingestellt.

      • Muttis Liebling sagt:

        China wird sicherlich nie auf die Idee kommen, persönliche Freiheit oder westliche Demokratie herzustellen. Auch nicht Wohlstand auf unserem Niveau. Schon, weil das gar nicht geht und nicht den geringsten Sinn hat.

      • Roshan sagt:

        China gutes Land sein, bsunders für Frauen, ja ja. bestestes Land für junge Töchter, ML…. drum ‚verschwinden‘ die ja so oft vor oder kurz nach der Geburt. Ach eine wirklich sich um das Volk umsorgende Regierung dort.

        Kaufen Sie Aktien bei Holcim. die sind im Mauergeschäft und recht gut darin.

      • Sportpapi sagt:

        @Roshan: Sie sind doch sonst nicht gegen Abtreibungen. Läuft das jetzt nicht mehr unter „mein Bauch gehört mir“?

      • Roshan sagt:

        Gegenfrage: Möchten Sie in China leben? Kennen Sie chinesische Emigranten? Gibt es hier zig tausende. Reden Sie mit denen und schauen Sie, welche unglaubliche Bereicherung jene Menschen für mein Kaff sind. Niemand will zurück.

        Es ist ein Unterschied, eine Abtreibung aus eigenen Gründen zu machen, oder vom Staat dazu faktisch gezwungen zu werden.

        Also sparen Sie sich Ihre rhetorische Gegenfragerei. Wenn Ihnen jenes Land so gefällt wie dem ML, dann bin ich sicher, dass täglich ein Flug ab Zürich dort hin geht. Sie können dort ja dann bei Foxconn Iphones zusammenbauen,

      • Roshan sagt:

        zusammengepfercht mit all den Landfrauen, die jene Arbeit für ein Trinkgeld tun.

      • Muttis Liebling sagt:

        @Roshan, im Westen neigt man dazu, ein Minderheitenwertsystem, weil es das eigene ist, als allgemeingültig zu erklären. Tatsächlich braucht man das nicht, was jeder Araber, Perser, Afrikaner, kurz, die Mehrheit dieser Welt bestätigen kann. Was hier als Wert gehandelt wird, interessiert im Rest der Welt niemand.
        Bagatellen, wie die Ein- Kind- Familie oder die100 Millionen Wanderarbeiter in China interessiert nur Westeuropäer und Amerikaner, die gleichzeitig keine Hemmungen haben, davon zu profitieren.
        Kein Mensch braucht Demokratie oder Meinungsfreiheit.

      • Muttis Liebling sagt:

        2/ Menschen brauchen Nahrung, Kleidung und Unterkunft, Gesundheitsfürsorge. Genau das verweigert der Westen dem Rest der Welt und auch den Eigenen. Man gibt es, aber nur gegen Geld.
        Mir ist ein System, welches auf moralischen Grundlagen beruht, selbst wen die falsch sind, lieber, als eines, welches auf Profanen wie Wirtschaft und deren grösster Entartung Geld beruht.
        Meinungsfreiheit oder Zwangsabtreibung interessieren mich einen Furz.

      • Sportpapi sagt:

        @Roshan: Sie werden unsachlich. Im Gegensatz zu Ihnen gefällt mir das Land bestens, in dem ich lebe. Und ich bin generell gegen Abtreibungen. Gerade wenn ich sehe, was daraus passieren kann. Der Staat zwingt übrigens in China zwar zur Abtreibung. Aber nicht zur Geschlechterselektion, oder?

      • Roshan sagt:

        SP: „Im Gegensatz zu Ihnen gefällt mir das Land bestens, in dem ich lebe.“ sagt, wer im gleichen Atemzug mir Unsachlichkeit vorwirft. Warum denken Sie, dass ich in meinem Land nicht gerne lebe? Ich lebe gerne hier. Es ist aber so, dass ich in Ihrem Land, meine alte Heimat, nicht gerne leben möchte. Konsequenterweise brach ich jene Übung einer Rückwanderung ab. Ich war dann auch so konsequent, meinen Schweizer Pass beim Konsulat abzugeben. Die ganze Übung hatte etwas sehr positives, nämlich, dass ich nun weiss, wo mein Zuhause ist.

      • Roshan sagt:

        SP,2: Zwingt der chinesische Staat zu genderselektiver Abtreibung oder ist es die dortige Kultur? Ich weiss es nicht. Indirekt, wegen der Ein-Kind-Politik, denke ich aber doch. Sie wissen, dass ich Abtreibung als Option und unter den vernünftigen Grenzen der Fristenlösung, befürworte. Könnte ich es tun? Ich bezweifle dies sehr.

      • Roshan sagt:

        ML: „Tatsächlich braucht man das nicht, was jeder Araber, Perser, Afrikaner, kurz, die Mehrheit dieser Welt bestätigen kann. Was hier als Wert gehandelt wird, interessiert im Rest der Welt niemand.“ dazu können wir ja gelassen jene Völker, und damit meine ich die einzelnen Bürger, selber zu Wort kommen lassen. Meine Erfahrung im direkten Kontakt mit einigen ist, dass es jene erstens sehr interessiert und sie auch ihre Wege suchen, die ideale der demokratischen Selbstbestimmung zu verwirklichen. Sie sind oft vehementere Demokraten als wir müden, im Wohlstand bequem gewordenen im Westen.

      • Roshan sagt:

        ML, 2: Es is aber nicht jedermanns Sache, dafür das eigene Leben hinzugeben, wie das leider in einigen der von Ihnen genannten Ländern der Fall ist. In dem Sinn denke ich, Sie wissen nicht, wovon Sie reden.

        „Menschen brauchen Nahrung, Kleidung und Unterkunft, Gesundheitsfürsorge. Genau das verweigert der Westen dem Rest der Welt und auch den Eigenen“ stimmt so nicht, Nennen sie mir ein einziges Land, wo der Westen als äussere Partei in interna eines anderen nichtwestlichen Landes eingreift und Gesundheitsfürsorge verweigert.

  • Hans Dampf sagt:

    So sehr es unterstützenswürdig ist, sich für die Rechte der Mädchen weltweit einzusetzen: Der Veranstalter der Kundgebung ist „Plan Schweiz“. Ein Hilfswerk, das mit Einzelpatenschaften arbeitet und nicht einmal das ZEWO-Siegel hat. Mehr dazu: http://www.zewo.ch/Dokumente/Publikationen/patenschaften_d.pdf
    Scheint mir mehr eine Werbeveranstaltung, als wirklich eine Kundgebung für Betroffene zu sein.

    • Brunhild Steiner sagt:

      Die ursprüngliche Absicht der ZEWO-Initianten war, neben den berechtigten Anliegen um gemeinsame Standarts,
      halt leider auch, missliebige Hilfswerke ein bisschen auszubremsen.
      Und heute ist es ein weiterer Geldverschlinger wo man sich schon auch fragen darf,
      obs eine Stiftung bräuchte um die ZEWO zu zertifizieren?

      Patenschaften sind nicht per se schlecht,
      es kommt IMMER auf die Umsetzung an!!!

  • Mark Meier sagt:

    Wer in Buben investiert, investiert in die Zukunft.
    Solch ein Satz liest man nie….. soviel zum Thema Gleichberechtigung….

    • Susanna sagt:

      Herr Meier, vielleicht ist Ihnen entgangen, dass es um andere Kulturen in anderen Ländern im Wesentlichen geht. Während der Schulbesuch in Europa,Amerika und Australien Standard ist, ist es in Ländern in Asien und Afrika durchaus unüblich, dass Mädchen zur Schule gehen. Will meinen: in die Jungs wird ja ohnehin bereits investiert. Es sollte einfach noch in Mädchen zusätzlich investiert werden. Das sehen Sie doch auch so, nicht wahr?

      • Martin sagt:

        Tatsächlich ist es (leider) oft so, dass Entwicklungshilfe, die an Männer gerichtet ist eher ungenutzt verpufft, während solche die an Frauen/Mädchen gerichtet ist eher eine positive Veränderung bringt. Hat oft mit Verantworungsgefühl zu tun, das vielen Männern in anderen Kulturen (auch wieder leider) oft fehlt. Ohne natürlich generell zu pauschalisieren.

    • juerg. sagt:

      Wären die Maturitätsquoten nach Geschlechter umgekehrt, gebe es Förderungsmassnahmen Schulreformen und vielleicht gar eine Quotenregelung..

    • alam sagt:

      Aus Mädchen werden Mütter und die sind nun mal hauptsächlich für die Kinder (= Buben und Mädchen) zuständig.

      • Mark Meier sagt:

        BIldung muss für Kinder sein (geschlechtsneutral) und nicht explizit für Mädchen… Wo der ganze feministische Quatsch hingeführt hat sieht man ja in unserem Land (AHV, Militär, Scheidungsrecht, Sorgerecht)

      • tina sagt:

        wenn das die feministinnen waren, müsste den männern das stimmrecht entzogen worden sein. noch bevor die frauen überhaupt das stimmrecht bekamen

      • alam sagt:

        @Mark Meier: Bildung muss geschlechtsneutral sein, da gehe ich mit Ihnen absolut einig. Genau deshalb müssen die Mädchen in Bangladesch mehr Bildung erhalten, damit sie gleich viel wie die Buben haben. Das könnte man erreichen mit einer obligatorischen Schulzeit wie bei uns plus einem Mindestalter für Heiraten.

      • Sportpapi sagt:

        Das ist vernünftig, alam. Nur können wir das von fern nicht bestimmen. Wir können nur die eine oder andere Schule mitfinanzieren. Und diese sollten dann aber für alle zugänglich sein. Um nicht Unrecht mit Unrecht bekämpfen zu wollen.
        Übrigens: Wenn wir den Ländern das Mindestalter für das Heiraten diktieren wollen. Dürfen Sie im Gegenzug uns ein Maximalalter bestimmen? Zum heiraten, vor allem aber um Kinder zu bekommen?

  • Eine Mutter sagt:

    „Wer in Mädchen investiert, investiert in die Zukunft.“

    Und wer in Mädchen UND Buben investiert, der investiert gleich doppelt soviel!

    • Ylene sagt:

      Absolut richtig. Es ist ja nicht so, dass nur Mädchen in Bangladesch keine Ausbildung erhalten. Ich hoffe sehr, das Angebot gilt auch für Buben.

    • alam sagt:

      Wer in Mädchen investiert, investiert in deren Kinder und somit in Mädchen UND Buben.

      • Reto B. sagt:

        Blabla… ich nehme an keiner Aktion teil, die Förderung für Mädchen fordert und Buben ignoriert.

      • alam sagt:

        Immerhin können fast zwei Drittel Männer lesen, bei den Frauen ist es jedoch nur gut ein Viertel. Die Analphabetenrate in Bangladesch ist 55 % insgesamt. Bei den Frauen jedoch ist sie 73%, weil die meisten nicht einmal die Schule beenden können, bevor sie – selber noch Kinder – verheiratet und geschwängert werden. Hier ist eine „antifeministische“ Haltung nun wirklich nicht angebracht!

      • Sportpapi sagt:

        @alam: Was ist denn angebracht? Konkret? Schulen nur für Mädchen? Die müssen aber dann auch noch besucht werden.

      • Roshan sagt:

        Die werden auch besucht und es werden zünftige Gebühren verlangt, SP. Ich erinnere an die exquisiten Töchterschulen am Genfer See und in Unterwalden. Als Oase vor zu viel beamtisches Bürokratein, so wie Sie dies hier anscheinend vertreten, eine sehr gute Option.

        Gerade in der dritten Welt gar keine dumme Idee, um die jungen Frauen vor einigen Auswüchsen patriarchaler Art zu schützen. Überlegen Sie sich, wie viele hochintelligente Frauen in gerade solchen Ländern nur dank solcher Institute ausgebildet wurden.

      • Sportpapi sagt:

        @Roshan: Ich glaube aber nicht, dass diese Mädchen unsere Investitionen benötigen…
        Ich glaube, das Thema war ein anderes. Und nebenbei: Es ist ja wohl in der Regel dann auch der Vater, der (mit-) entscheidet, die Töchter in eine solche Schule zu schicken. Manchmal wohl auch mit dem Hintergedanken, sie noch etwas von der Männerwelt fernzuhalten…

      • Roshan sagt:

        Nein SP, Internatsschulen in der ‚dritten Welt‘ haben tatsächlich viel dazu beigetragen, dass hochintelligente Frauen eine gute Ausbildung genossen. Die Investition in die zukünftigen Mütter macht eben schon Sinn.

        Der mit den exklusiven Schulen am Genfer See sollte Sie nur daran erinnern, warum es Familien gibt, die ihre Töchter zu 50’000 Franken und mehr pro Jahr von hier dorthin schicken. Weil die Abgeschiedenheit die Konzentration auf den Schulstoff fördert. Alte Schule halt. aber eben.

        Dasselbe gibt es auch für die männlichen Artgenossen.

      • Roshan sagt:

        Und richtig, eine solche Schule, die was auf sich hält, investiert 10% der Gebühren in jenen Ländern.

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.