«Und? Wann kommt Nummer zwei?»

Eine Carte Blanche von Simone Reich*

SCHWEIZ FAMILIE ALLTAGDie Geschwisterfrage gehört verboten: Zweijähriges Mädchen mit seinen Eltern auf dem  Spielplatz. (Keystone/Gaetan Bally)

Jetzt ist es schon wieder passiert. Es begann mit einem harmlosen Mutter-zu-Mutter-Small-Talk am Sandkastenrand. Man kennt das ja: Ach, zwei ist er schon? Hat er schon alle Stockzähne? Hui, der spricht aber viel. Er kann sicher gut teilen, so als Krippenkind. Dann kam sie, die Frage, die ich eigentlich nicht mehr hören mag: «Wann kommt Nummer zwei?»

Klar, in meinem Umfeld wölbt sich bei vielen Müttern mit Zweijährigen wieder der Bauch. Viele tragen ihre Zweitgeborenen auch schon im Babybjörn herum. Das finde ich schön, und ich freue mich für alle, die Eltern werden. Aber warum ist es denn eigentlich so wahnsinnig selbstverständlich, dass man ein zweites Kind bekommt? Weil die perfekte Familie aus dem Werbespot immer aus Mami, Papi und zwei Kindern besteht (vornehmlich Bub und Mädchen, aber das ist eine andere Geschichte)? Weil man selber auch Geschwister hat? Weil das arme Einzelkind ja nicht ewig allein spielen soll? Weil es sich halt einfach so gehört? Pustekuchen!

Meine Antwort am Sandkastenrand war kurz: «Es wird keine Nummer zwei geben.» Und dann hätte es eigentlich gut sein sollen. Nachfragen ist da unangebracht, finde ich. Schlimmer noch, als nachzufragen, ist jedoch dieses grinsende: «Ach komm schon, das sagst du jetzt nur so.» Nein. Tu ich nicht.

Wenn man ein Kind hat, nehmen das viele Bekannte und leider auch Unbekannte als Freipass, nachzubohren, warum es denn da nicht noch ein zweites gebe. Doch gibt es überhaupt eine privatere Frage als jene nach dem Kinderwunsch? Ich sage: nein. Seit ich selber Mutter bin, habe ich sie auch nie mehr jemandem gestellt. Denn es gibt zu viele Antworten, die den Fragenden schlichtweg nichts angehen. Aber das überlegt sich leider keiner von den vielen Neugierigen, die nach dem Status meines Unterleibs fragen.

Mein Wunsch an euch Frager: Lasst es. Fragt nicht. Es ist einfach zu privat. Wünscht sich jemand ein Kind (das erste oder das zweite – egal), wird er oder sie das bestimmt gerne von sich aus erzählen. Ungefragt, freiwillig und reich an Details. Alle anderen lasse man mit ihrer Kinderlosigkeit oder ihrem Einzelkind-Elterndasein bitte in Ruhe. In zu vielen Fällen stecken gute Gründe, ja gar Dramen dahinter.

Hier ein paar mögliche Gründe, warum gewisse Leute tatsächlich kein zweites Kind haben:

– Es schlägt einfach nicht mehr ein.
– Man will sich nicht schon wieder ein Jahr lang um den Schlaf bringen.
– Es gäbe niemanden ausser den Eltern, der das Kind betreuen könnte. Und die Krippe ist für zwei Kinder zu teuer.
– Es wird fleissig geübt, Resultat: zwei Fehlgeburten.
– Einer von beiden ist krank.
– Es ist zu wenig Geld da für ein zweites Kind (mit einem kann man wenigstens jedes Jahr in die Ferien fahren).
– Bei all den Komplikationen während der ersten Schwangerschaft ist es ein Wunder, dass der Erstgeborene gesund ist – das reicht.
– Der Filius hat genügend andere Kinder zum Spielen, und die kann er sich aussuchen – sein Geschwisterchen bekäme er einfach vorgesetzt.

Vielleicht stimmt ja auch einfach alles so, wie es ist. Warum sollte man dann etwas ändern? Oder die einfachste aller Antworten: Man will ganz einfach nicht. Keinen Bock auf Number Two. So wie andere Paare kein Kind wollen, wollen wir vielleicht halt bloss eins. Lebt damit.

portraitSimone Kopie

*Simone Reich (39) arbeitet als Redaktorin und Kolumnistin bei den TV-Zeitschriften «Tele» und «TV-Star». Sie lebt mit Mann und Sohn (2) in Zürich.

112 Kommentare zu ««Und? Wann kommt Nummer zwei?»»

  • christina sagt:

    Am letzten Sonntag war ich mit meinem Mann und meinem 15 Monate alten Sohn auswärts zu. Die Serviceangestellte fragte sehr aufdringlich nach einem 2. Kind, bis hin dass sie zu unserem Sohn sagte. Oh, Du Armer, hast Du gehört, Deine Eltern wollen kein Geschwisterchen für Dich.

  • Daniel Mühlauer sagt:

    Die Art, wie allergisch die betreffende Mutter auf eine solch banale und wohl selbstverständliche Frage reagiert, zeigt, dass Sie bereits mit dem Muttersein eines Kindes wohl überfordert scheint. Schade, aber passt zu unserer heutigen, verantwortungslosen und verstümmelten Gesellschaft, die zunhemend (trotz immer mehr Menschen) in die Vereinsamung driftet.

  • Kalle sagt:

    Anzahl der Kinder, der *****-Vergleich der Mütter. Würde ich alles nicht so ernst nehmen, meist ist es einfach nur eine Unsicherheit der fragenden, um zu sondieren, was jetzt sozial üblich ist. 1,5 oder doch eher 4 Kinder? 😉

  • Holderegger, Michele sagt:

    Dann sollen uns die Damen aber bitte auch mit ihren ständigen Geschichten über bereits vorhandene Kinder verschonen.

  • Sophia Walter sagt:

    Vielen herzlichen Dank! Das spricht mir aus dem tiefsten Inneren.

  • andrea sagt:

    herrlich! und danke für die klaren worte. bin ganz deiner meinung.

  • Eva honegger sagt:

    das ist doch wirklich Privatsache, sollte Jeder für sich entscheiden .Das geht Niemanden etwas an.Ich habe übrigens 8 davon, und die sind alle etwas geworden, und haben schon selber Familie.Viel Glück allen Eltern.

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Und wenn nicht(s) gefragt wird, wird dies als Desinteresse betrachtet. Gar nicht so einfach, im richtigen Moment das richtige zu fragen. Wie wärs mit etwas mehr Gelassenheit und Lockerheit und Fingerspitzengefühl? Statt „Wann kommt endlich das 2. Kind?“ lieber fragen „Wollt ihr noch ein 2.?“. Entweder sind meine Gegenüber wie ich auch sehr unkompliziert oder eben die Fragen etwas diplomatischer gestellt. Wenn man sich für jemanden interessiert und etwas mehr über ihn wissen möchte, müssen eben Fragen gestellt werden. Schliesslich bin ich keine Hellseherin und Kristallkugel habe ich auch keine!

  • Rena sagt:

    Ich wurde das auch oft gefragt und fand es eigentlich nie indiskret… Klar, dass sich das die Leute fragen, oder? Und manche wollen höflich Interesse bekunden und ins Gespräch kommen und fragen auch danach, sich so darüber aufzuregen, find ich etwas kleinlich und verklemmt. Auch über Schwierigkeiten beim Schwangerwerden wird in meinem Bekanntenkreis relativ offen kommuniziert, dafür muss ich keiner schämen. Wenn man nicht darüber sprechen will, kann man einfach ausweichend antworten, Problem erledigt.
    Den letzten Punkt mit dem „vorgesetzten“ Geschwister finde ich etwas sehr unpassend.

  • Rabe sagt:

    Ich kenne die Frage auch, und auch mich hat sie genervt. Natürlich gilt das nicht für Leute, mit denen man wirklich eine gute Freundschaft hat. Aber alle, die ein bisschen weiter weg sind: man muss schon ziemlich doof sein, um nicht zu merken, dass da ein Haufen Fettnäpfe herumstehen, die man meiden sollte. Zudem kommt’s auf die Formulierung an: „Ist ein zweites für Euch ein Thema?“ geht noch. „Und, wann kommt das nächste?“ finde ich daneben.
    Dazu eine wahre Geschichte aus einem Seminar im Studium:
    Seminarleiterin: „Und Pia, wann ist es soweit?“ Pia: „Ich habe bloss aufgehört zu rauchen…“

  • Petra sagt:

    Dazu ein Superzitat von Clint Eastwood: „Eine Frage ist nie indiskret. Nur die Antwort kann es sein.“ Was man letztendlich preisgeben will oder nicht, entscheidet man selbst.

  • Christeva sagt:

    Das Problem ist doch eigentlich gar nicht die Frage ansich (auch wenn ich ebenfalls der Meinung bin, dass sie sehr privat ist), sondern die Tatsache, dass leider viele Fragende die Antwort, die sie bekommen, nicht akzeptieren (können/wollen).
    Ich bin selber im „gebärfähigen“ Alter und ärgere mich regelmässig über plumpe oder besserwisserische Kommentare zu der Tatsache, dass ich keine Kinder möchte.
    „Ich möchte keine Kinder.“ Nein, das kommt nicht „mit dem Alter schon noch“. Nein, man muss mir kein Kleinkind in die Arme drücken, um mich „auf den Geschmack zu bringen“.
    Akzeptanz würde reichen.

  • Jeanclaude sagt:

    Eine unnötige, nicht lesenswerte Kolumne.Dieser Blog ist doch nicht zum Ablassen des Frusts alter Mütter gedacht!?

  • Kessler Susanne sagt:

    Jede Population – ob Tier oder Mensch – braucht durchschnittlich 2.1 Kinder um bestehen zu können. Die Schweizer Frau gebiert im Leben durchschnittlich 1.4 Kinder. Was nichts anderes heisst: Der Schweizer stirbt aus. Südländische Populationen in der Schweiz werden die Schweizer über kurz oder lang in der Masse überbieten, sofern sie ihr Gebärverhalten nicht der Schweizer Mentalität abpassen. Mehr Schweizer Kinder sind der Garant für das weiter Bestehen der Schweiz.

    • Widerspenstige sagt:

      Lieber über die Zuwanderung motzen, als selber Kinder auf die Welt stellen. So betrachtet wäre die Frage nach einem zweiten oder dritten oder vierten Kind nicht unerwünscht…..Ein Sakrileg unter (Deutsch-)Schweizern? 🙄

  • Daniela sagt:

    es geht ja nicht darum, dass die Frage nicht gestellt werden darf, das Problem ist mehr, dass die Fragenden die Antwort nicht akzeptieren und nachhaken.

  • Papperlapappi sagt:

    Und wenn ich so gefragt werde und dann antworte: er ist schon der zweite, der erste Junge ist gestorben, dann hören die Fragen meistens sofort auf. Das ist mitunter also ähnlich wie die Frage „wie geht’s?“. Antwortet man da ernsthaft „nicht gut“, dann bricht das Interesse der Fragenden meist gänzlich weg und es kommen sinnlose bis destruktive Rat-Schläge. Die oben hin und wieder angeführte Beziehungspflege ist dann plötzlich nicht mehr so wichtig… Die Frage zeigt meiner Meinung nach vor allem, wie erschreckend tief die eingeimpften, nicht hinterfragten Normen sitzen und die Leute steuern.

  • Daniel Küttel sagt:

    Könnte das aber oftmals nicht auch ein Mangel sein, der im Smalltalk auftaucht? Man weiss nicht wirklich was zusammen reden und dann stellt man so doofe Fragen. Irgendwie habe ich das Gefühl als wollen die Leute damit auch ihr Wohlwollen für die Frau ausdrücken, ohne sich bewusst zu sein, dass sie immer noch mit dem ersten Kind mehr als genügend beschäftigt ist. Wir sind Menschen, und da stellt man sich eben Fragen. Lassen sie sich doch ein T-Shirt drucken: „Das zweite Kind wurde vorübergehend storniert. Releasetermin unbekannt: DANKE!!!“

  • platypus sagt:

    Ich sehe das nicht so eng wie die Autorin. Unser 1. ist auch 2 Jahre alt und wir hätten sehr gern ein 2. Kind. Leider klappt es aber im Moment nicht wie erhofft und wir machen jetzt einige Abklärungen. Mich stört es aber nicht, wenn mich jemand frag! Ich sage dann einfach die Wahrheit – dass wir ein 2. möchten aber uns noch gedulden müssen. Warum sollte ich das verstecken wollen? Ich frage auch bei näheren Bekannten nach einem 2. Kind. – es interessiert mich halt – bei Freunden sowieso.

  • maja sagt:

    Und dann wundert ihr euch, dass die Schweiz so unfreundlich zu Kindern ist. Kindergeld , Kinderkrippen wollt ihr, da ist es dann plötzlich nicht mehr so privat.

  • 3kidsmom sagt:

    In der heutigen Vorstellung vom Familienideal darf man keinesfalls von 2 Kindern abweichen.
    Wenn man das 3. Kind bekommt wird man gefragt: „Warum habt ihr denn noch mal eins gewollt?“

  • dres sagt:

    Danke – der beste Mamablog aller Zeiten. Auf dieses Thema habe ich schon lange gewartet.

  • Katharina sagt:

    Ich denke es kommt etwas drauf an. Bei einer neuen Bekanntschaft finde ich die Frage nicht guter Ton. Wird jemand regelmässiger Bekannter oder befreundet, wird die Frage betreffend Kindern sicher kommen und ist nicht unanständig. Will ich darüber nicht reden, dann kann ich das höflich aber bestimmt so sagen.

  • Anna Meier sagt:

    Ich habe soweit ich mich erinnern kann noch nie eine fremde Person gefragt, wann dann das zweite kommt… Hingegen wurde ich schon von sehr vielen Müttern (meist mit Kleinkindern) gefragt, wieso ich denn noch keine Kinder habe, um dann mit einem entsetzten Blick hinterher zu schieben „oder willst du etwa gar keine Kinder?“ Stressen lasse ich mich von sowas aber noch lange nicht :-)… Wenn der Blick aber zu entsetzt oder herablassend war kann ich es mir manchmal nicht verkneifen genauso entsetzt ihr Kind anzustarren und zu sagen „Nein danke“… dann ziehen sie immer eingeschnappt ab.. lol

  • Chris sagt:

    Das ist wieder typisch schweizerisch. In jedem anderen Land or Kultur wäre es normal zu fragen, ob man noch weitere Kinder haben möchte. Ist doch normal, oder? Vor allem auch von einer anderen Mutter. Bei uns vermutet man natürlich sofort irgendwelche negative Hintergedanken. Wirklich, nirgends sind sie Menschen auf der Strasse und in Pärken so unsympathisch und so wenig kontaktfreudig wie in der Schweiz.

    • susann sagt:

      Ha, das dachte ich auch. Genau die selben Leute, die sich über unterkühlte und kontaktscheue Schweizer beklagen, fühlen sich doch arg schnell auf den Schlips getreten, wenn denn einmal Kontakt gesucht wird.

    • Simone sagt:

      Habe ich auch gleich gedacht. Dazu gilt: warum die Frager aendern wollen? Sie koennte ja einfach freundlich sagen, dass das ein heikles Thema sei fuer sie. Mich haben auch alle in der 3. SS gefragt (nach 2 Maedchen):“Ihr wollt nun sicher einen Jungen“. Haette mich aergern koenne, doch lieber so als wenn ich den anderen voellig egal bin. Aus ehrlichen Antworten gibt es auch ehrliche Beziehungen und manchmal -huch – Freunschaften.

    • Simone sagt:

      Liste anderer Dinge, die nicht gesagt werden duerfen: „Die Kleine gleicht dem Papi sehr“ (weeer weiss, dem Poestler auch, oder es koennte adoptiert sein), „willst Du ein Zaeltli?“ (Karies, ev. Diabetes), „ich mag Schokoladekuchen“ (die Ansprechperson koennte allergisch sein und sich ungluecklich fuehlen), ….

      Mir sind echte Beziehungen lieber. Und wenn dann rauskommt, dass mein Leben nicht immer so glatt laeuft wie es koennte oder gewisse Entscheidungen auch diskutabel sind ist das nur ein Gewinn an Echtheit.

  • stöffel sagt:

    die frage nach dem zweiten kind hat einen einfachen grund: ich wurde nämlich auch nicht gefragt, ob ich bock habe stundenlang mit frischgebackenen eltern über kinder zu reden (wenn einem die neuen eltern überhaupt zwischendurch für 10 sekunden noch beachten). oft genug sehne ich mich nach den alten zeiten, wo die zukünftigen eltern noch entspannte, angenehme und interessante zeitgenossen waren… das zweite kind bringt die hoffnung auf ein bischen entspannung. oder kontaktabbruch…

  • regula sagt:

    Na endlich! Bravo!! Ich bin mit der Autorin mehr als einig. Ich wurde schon einige Male von fast Fremden gefragt ob ich denn keine Kinder möchte, teils in sehr unpassenden Situationen. Ich bin normalerweise nicht aufs Maul gefallen, aber mir war doch immer sehr unwohl und ich habe jeweils irgendwas von wegen „der Richtige ist noch nicht da….“ gemurmelt und das Thema gewechselt. Ich war damals längere Zeit single und diese Frage hat mich stets sehr getroffen, so als ob ich ohne Kind kein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft wäre. Mittlerweile (ich bin 40) fragt keiner mehr :-)!

    • starcevic sagt:

      warum den nicht, sie können ja auch noch mit 40 Mutter werden, gibt ja auch immer mehr, und finde ich gut,
      denn die heutigen Frauen sind meistens 10 Jahre jünger im Aussehen und geben manchmal sicherlich sehr gute Mütter ab,
      gereist, schon einiges gesehen und dann kommt wenn es denn kommen soll der richtige Zeitpunkt um sich noch einen kleinen Wesen zu widmen. Aber ich verstehe Sie schon, aber im Grunde sind so Fragen doch gar nicht so schlimm, ich bin auch ohne Mann und ohne Kinder, aus verschieden unglücklichen Zuständen, soll ich nun alle die mich fragen warum hast du nicht? verdammen?

    • Anna sagt:

      Lassen Sie sich nicht beeindrucken. Ich bin in der gleichen Lage und ich lehne es ab, mich zu erklären.

  • sabrina sagt:

    ich stimme Sportpapi zu.
    Ich bin der Meinung, dass man immer fragen darf. Dasselbe gilt für das Gegenüber: es DARF eine Antwort/Begründung geben und soll sich nicht dazu verpflichtet fühlen. Man kann dem Gegenüber ja einfach sagen, dass es zu persönlich ist und man nicht darüber sprechen möchte.

  • Anna Lyse sagt:

    Danke. Dieser Frage in all ihren Formen müssen wir uns ständig stellen. Etwa so:
    Während der kinderlosen Zeit: „Wann kommt das erste Kind?“
    Während der Schwangerschaft: „Wollt ihr das zweite in kurzem oder langem Abstand zum ersten?“
    Nun mit einem Kind: „Wann kommt das zweite denn nun?“

    Wir wollen nur eins. Aus ganz vielen verschiedenen Gründen, die wir gar nicht immer in allen Einzelheiten aufzählen mögen. Der gröbste Verstoss gegen die Privatsphäre kam aber mit dem darauffolgenden Spruch „Was macht ihr, wenn euch das Kind stirbt? Ihr habt ja dann kein zweites.“ Kontakt abgebrochen.

    • Christine Huber sagt:

      Schade, dass man gleich den Kontakt abbricht, wenn man etwas gefragt wird, das einem nicht passt. Natürlich sollte man nicht zusätzliche Kinder in die Welt setzen, nur um sich gegen Einflüsse von aussen abzusichern. Der Gedanke bezüglich Todesfall findet man dann nicht mehr so störend, wenn man erlebt hat, wie es ist, wenn einem ein Geschwister wegstirbt. Als Kleinkind habe ich meine Eltern immer wieder gefragt: „Weshalb wollt Ihr kein drittes Kind? Wenn einem was zustösst, ist das andere danach allein.“ So war’s dann leider…

  • Sportpapi sagt:

    Wenn ich mich für jemanden interessieren, stelle ich halt auch Fragen, die „privat“ sind. Wie sonst soll Beziehungspflege denn funktionieren?

    • mila sagt:

      Wenn ich mich für jemanden interessiere, dann primär für sie/ihn als Person, nicht für ihre/seine Familienplanung… Will sagen: es gibt weiss Gott interessantere ‚private‘ Fragen, wenn man jemanden wirklich kennen(lernen) möchte.

      • Sportpapi sagt:

        @mila: Und ich bin überzeugt, dass Ihre „privaten Fragen“ unter Umständen genauso in den falschen Hals geraten könnten. Ausserdem: Wie unterscheiden Sie denn zwischen der Person und dem Leben, das die Person führt? Geht das überhaupt? Sie fragen also nicht nach Job, Familie, Wohnsituation, Ausbildung, Wünschen und Plänen? Was dann?
        Ausserdem 2: Für SIE gibt es vielleicht interessantere Fragen. Das heisst nicht, dass alle das so sehen.

  • Patrick sagt:

    was darf man denn fragen?

    • Sarah sagt:

      Vielleicht weniger was, sondern wie? Mit mehr Gespür und Feingefühl, als einfach nir plump? Für mein Empfinden geht das nur mich und meinen Partner etwas an, ob keins, eins, zwei oder mehr. Es scheint auch immer ein Vorwurf in dieser Frage zu liegen- keins (jesses, sind die normal?), eins (jesses, ein Einzelkind), zwei (das ist eben grad recht, vgl. werbung), drei (jesses, jetzt reicht’s dann), vier (gaht’s no) usw. Nichts, was jemanden was angeht oder was man kommentiert haben muss…

    • Bruno Menzi sagt:

      Gestresste Mütter vermutlich am besten gar nichts, denn sie möchten sowieso lieber bewundert werden ;o) .

  • Patrick sagt:

    also mir fallen spontan noch ein zwei Fragen ein, die ich als privater erachten würde. naja, vielleicht auch weil ich’s schlecht nachvollziehen kann, da uns diese nie gestellt wurde, was klar ist, da in kurzer Zeit sich der Bauch wieder wölbte.
    „Und? Wann kommt Nummer vier?“ hat erstaunlicherweise noch gar gar niemand gefragt:)

    • Sportpapi sagt:

      Uns schon. Häufig.

      • Nicole sagt:

        Wir werden ständig gefragt, wann denn Nummer fünf kommt. Aber oft aus Spass, was ich dann mit einem Spruch kontere. Man muss ja nicht immer alles so verbissen betrachten. Uebrigens bin ich als Einzelkind aufgewachsen, da meine Mutter keine weiteren Kinder haben konnte. Ich habe oft darunter gelitten, keine Geschwister zu haben (z.B. an Weihnachten). Hätten sich meine Eltern bewusst dafür entschieden nur ein Kind zu haben, hätte ich ihnen dies wahrscheinlich über genommen.

      • alien sagt:

        Meine Cousine mit 10 Kindern fragte wohl häufig mal jemand, wann sie denn die Fussballmannschaft voll machen.

  • Lala sagt:

    Hm… Ich hab selber deutlich mehr Verständnis (bzw. find ich das eigentlich nichts besonderes?) für Leute die gar kein Kind wollen als für welche die nur 1 wollen. Um nichts auf der Welt möchte ich meinen Bruder missen…

    • tina sagt:

      offenbar sei es gar nicht so selten, dass geschwister sich aufs übelste bekämpfen und wirklich psychische und physische schäden davontragen

      • Lala sagt:

        Ich hab bis ich ~14 war nur mit Ihm gestritten (er ist 1.5 Jahre jünger als ich).

        Heutzutage ist er für mich was die Wichtigkeit angeht auf Augenhöhe mit Vater und Mutter.

      • tina sagt:

        ja das ist schön. aber dann sollte es dir doch nicht so schwer fallen, dir vorzustellen, dass andere sich wünschen würden als einzelkind aufgewachsen zu sein. ich bin heilfroh verstehen sich meine kinder einigermassen gut

  • brigitte sagt:

    Indiskret, persönlich, zu belastend etc…. wie wär`s mit ein bisschen Gelassenheit? Gespräche nur über`s Wetter sind öde und man muss auch nicht aus allem ein persönliches Drama machen. Wie und was man antwortet, kann man sich ja selber raussuchen.
    viele Grüsse

    • alien sagt:

      Ge-LASSENHEIT??? Da lupft’s mir doch vollends den Hut! Gelassenheit ist TOTAL überschätzt!!! Nein, etwas mehr gepflegte Empörung braucht es! Jawwwwolll!

  • Conny sagt:

    Tja, das ist halt so, wenn man nicht zur „Norm“ gehört. Ich bin nicht verheiratet, seit 18 Jahren in einer Partnerschaft und keine Kinder. Wieviele male musste ich hören, wann heiratet Ihr? Wann kommt das erste Kind? Warum heiratet Ihr nicht? Bei Euch stimmt doch was nicht. Was? Keine Kinder? Was für Egoisten seid Ihr denn, etc. etc. Wenn sie mich nach Kindern gefragt hatten, habe ich immer gesagt, es hat nicht geklappt. Den meisten wars dann peinlich. Man überlegt sich halt nicht viel bei solchen doofen Fragen. Irgendwann steht man drüber!

  • Pascal sagt:

    Danke für den Artikel. Die Fragen sind absolut in Ordnung. Wasmich aber nervt sind all die pseudohalbwahrheiten, wieso ein zweites Kind absolut notwendig ist. Ich bekomme jedesmal so einen Hals wenn ich diesen Blödsinn höre.

  • susann sagt:

    Die Frage nach den Kindern ist wohl die weltweit häufigst gestellte. Jeder Fahrer am Ende der Welt fragt mich als erstes wie viele Kinder ich denn habe. Und ich bezweifle, dass Issouf mir mit seinen Fragen den Tag vermiesen will. Kinder sind einfach eine Lebenserfahrung die verbindet und sehr guter Gesprächsstoff. Fragt er mich nach meinem Beruf wird’s sehr schnell sehr langweilig.

  • Manuela sagt:

    Darum rede ich auf dem Spielplatz mit meinem Kind und nicht mit anderen Müttern und überhaupt – ich bin auch Einzelkind und fand’s gut. Kein Teilen von Aufmerksamkeit und Gütern, kein Streit über Kleinigkeiten und alle Omas kochen nur mein Lieblingsessen. Besser kann man’s ja wohl nicht haben oder?
    Trotzdem hab ich sehr früh sehr selbstständig alles gemacht, was ich konnte. Keiner musste mir was nachtragen und ich bin kein Soziopath. Es tut mir schon ein bisschen leid für meine Älteste, dass sie kein Einzelkind geblieben ist.

  • Papalapapi sagt:

    Unterschreibe ich.
    Ich als Mann gehe davon aus, dass diese Frage hauptsächlich Frauen stellen. Von wegen es gibt keine doofen Fragen!

    Bei uns im Block allerdings wohnen überwiegend Familien mit zwei Kindern. Die sind es aber nicht, die nach einem Geschwisterchen fragen ,,

  • Mascha sagt:

    Die Frage nach dem Kinderwunsch ist eine der indistrektesten Fragen überhaupt. Kinderlosigkeit, Fehlgeburten, schwierige Schwangerschaften (egal ob erstes oder zweites Kind) sind immer noch Tabu-Tehmen, und Menschen, die das selber nicht durchgemacht haben, können sich da nur sehr schwer reinversetzen. Es ist sonst schon hart genug, wenn man schwanger werden will, und es einfach nicht einschlägt (ich spreche aus Erfahrung), da ist man um jede dämliche Frage, die nicht gestellt wird, dankbar. Wie Frau Reich schon schreibt…die Leute erzhählen dann schon selber, wenn ihnen danach ist.

    • susann sagt:

      Wenn wir nichts fragen/sagen dürfen, dass in irgendeiner Form bei meinem Gegenüber negativ konnotiert sein könnte, müssen wir alle zu jeder Zeit die Klappe halten. Ein simples „Wie geht es Dir“ kann ganz schlimm ankommen, wenn es der Person gerade sauschlecht geht und sie mit der Fassung ringt….Ein Satz über das Wetter wird der Mutter, die ihr Kind durch Blitzschlag verloren hat auch etliches abverlangen. Toughen up buttercup, wir alle hatten schon schwere Zeiten und keiner meint es schlimm mit Dir.

      • Mascha sagt:

        Bin ich nicht ganz einverstanden…das ist ein Thema, das in den intimesten Bereich einer Beziehung und Persönlichkeit geht und das man nicht in der Kaffeküche im Büro besprechen möchte. Höchstens mit ganz lieben, vertrauten Menschen, die wirklich zuhören können und nicht mit dämlicher Fragerei die eigene Neugierde stillen möchten.

        Deshalb – nicht toughen up für die Betroffenen sondern Neuierde down für die Fragenden.

    • Katharina sagt:

      Mit ihrem Kommentar um 14:51 bin ich nicht einverstanden. Was ist am Thema Kinderkriegen in einer Beziehung so intim? Ob man welche haben möchte oder nicht ist die Urfrage der Natur. Jedes Paar wird sie sich über kurz oder lang stellen. Die Person fragt ja nicht um einen Lebensentwurf zu kritisieren, sondern aus Interesse. Vielleicht auch aus Inspiration.. schliesslich bekommt man nur so neue Ideen und Argumente pro/kontra. Gerade diese Frage sollte man doch mit anderen Menschen diskutieren können! So entsteht auch mehr Verständnis für andere Seiten und Probleme.

      • Katharina sagt:

        „Was ist am Thema Kinderkriegen in einer Beziehung so intim?“ Die Beziehung selber ist schon intim und der Grad der Öffentlichkeit wird vom Paar bestimmt.

  • Caroline sagt:

    Danke der Autorin für den Beitrag. Bis vor zwei Jahren unser Sohn zur Welt kam dauerte es 6 Jahre, 2 Operationen, 8 künstliche Befruchtungen, 5 Fehlgeburten, eine Totgeburt und einen Bach voll Tränen. Und jetzt bin ich zu alt für ein zweites. Ich bin überaus dankbar, dass ich nach so langem Bangen und Hoffen doch noch ein Kind bekommen habe. Aber es gibt mir jedes Mal einen Stich ins Herz, wenn ich auf ein zweites angesprochen werde, denn nichts hätte ich lieber als noch ein zweites. Aber nicht alle können selber entscheiden ob und wie viele Kinder sie wollen. Das wird oft vergessen.

    • susann sagt:

      Aber dann sagen Sie doch einfach genau das. Offenheit, Erhabenheit, Ehrlichkeit. Sie werden feststellen, dass viele Leute auch einen schweren Weg hatten und sie ehrliches Mitgefühl ernten werden. Es ist unmöglich Ihnen anzusehen, dass sie soviel Leid erfahren haben (was mir aufrichtigst Leid tut). Und im meiner Erfahrung, sind ja die Fragen nicht das Schmerzhafteste, sondern all die Babies, die einem in die Arme gelegt werden, während man noch mit dem Verlust ringt. Und niemand hier würde im Ernst vorschlagen, dass neue Babies nicht herumgezeigt werden sollen….

      • xyxyxy sagt:

        man muss das ja nicht alles sagen – wenn man nicht will….
        man kann doch immer mit einfachen Worten genau soviel preisgeben wie man möchte
        hätte gerne, aber zu alt – das steht in den Sternen – wir werden sehen – dauerte lange bis ich dieses hier hatte, leider bin ich bereits zu alt für eine zweites etc. etc.
        wenn man eine intimi Geschichte hat, muss man sich halt Gedanken machen – wie man kommuniziert, anstatt Frage-Tabus zu fordern

      • Caroline sagt:

        Liebe Susann, so einfach ist das leider nicht. Das Sprechen über die schwere Zeit und vor allem über meinen totgeborenen Sohn, lassen mir nicht selten die Tränen in die Augen treten. Das spielt bei guten Freunden keine Rolle, zufällige oder oberflächliche Bekanntschaften überfordert man damit aber (verständlicherweise). Deswegen beschränke ich mich darauf zu sagen, dass wir gerne noch eines hätten, aber keines mehr kriegen können. Dass man mir den Leidensweg nicht ansieht, das bin ich mir bewusst. Ich mache auch niemanden einen Vorwurf, der mich nach dem zweiten Kind fragt.

      • susann sagt:

        Liebe Caroline
        Es tut mir unendlich leid, dass der Schmerz um den Verlust Ihres Kindes Sie noch so oft weinen lässt. Seien Sie stolz darauf, dass die Liebe, die Sie für Ihre Kinder empfinden so allumfassend ist, dass Zeit sie nicht wegzuwischen vermag. Tränen haben nichts Schamvolles an sich. Oft versuchen wir unser Gegenüber vor unseren Gefühlsausbrüchen zu schützen. Müssen wir aber nicht. Sie weinen um Ihr Kind. Alle Umstehenden haben das zu verstehen. Es stände der Gesellschaft gut besser nachvollziehen zu können, wie lange Trauerarbeit dauert.

      • Ylene sagt:

        Liebe Caroline, ich finde Ihre beiden Einträge sehr berührend und es tut mir sehr leid, dass Sie einen solchen Leidensweg hinter sich haben. Ich finde es auch grossmütig von Ihnen, dass Sie trotzdem noch so verständnisvoll gegenüber – manchmal gedankenlosen – Frager sein können. Ich wünsche Ihnen alles Gute. Leute, die nicht selber eine solche Erfahrung gemacht haben, können häufig zuerst gar nicht wirklich nachvollziehen, was das für einen bedeutet und dass eine solche Trauer zwar nachlässt, aber nicht verschwindet.

  • Nada sagt:

    Ist es besser, Dinge total zu tabuisieren? Ja, es ist unangebracht, jemanden direkt nach dem Kennenlernen nach Nummer zwei zu fragen. Es können aber auch andere Fragen unangebracht werden, zum Beispiel jene nach dem Job, der Ausbildung, dem Studienabschluss… Viele Fragen können jemandem unangenehm sein. Wenn man aber solche Fragen nach Lebensentscheiden in Freundschaften nicht mehr stellen darf, wird’s auch seltsam. Dann reden wir irgendwann nur noch über Nichtigkeiten bzw. haben uns gar nichts mehr zu sagen. Klar: man soll sich überlegen, was man wo und wie fragt. Aber Interesse darf sein.

    • tina sagt:

      schön gesagt. vorallem dieses „und, was machst du denn so?“, womit sowieso der erwerbsjob gemeint ist. wieviele prozent müssen darauf antworten „frühpensioniert sein?“, „iv rentner sein“, „krebskranksein“, „arbeitslossein“.
      schönes wetter heute

  • Katharina sagt:

    Schon mal darüber nachgedacht, dass viele sich der Brisanz dieser Frage gar nicht bewusst sind?! Für mich scheint das die logischste aller Fragen zu sein, wenn man smalltalk mit Müttern macht/machen muss. Und wieso kann man dann nicht einfach ehrlich sagen wieso es nicht klappt. Wenn ein „Wir hatten schon 2 Fehlgeburten“ kommt, wird sich der Fragende sicher entschuldigen und beim nächsten Mal nicht leichtfertig sowas fragen. Aber sich einfach nerven find ich nicht fair. Zumal die meisten das sicher nicht mit böser Absicht fragen!

    • susann sagt:

      Da hast Du meine völlige Zustimmung. Ich bin recht schockiert wie feindlich gesinnt viele Kommentatoren ihre Umwelt offensichtlich wahrnehmen.

      • Ylene sagt:

        Ich kann euch beiden nur zustimmen. Nur wenige Leute fragen doch mit wirklich böser Absicht. Ich persönlich frage solche Dinge nicht mehr, weil in meinem Bekanntenkreis leider viele unfreiwillig Kinderlose inkl. Totgeburt 2 Tage vor Termin vorkommen und ich deswegen sensibilisiert bin. Allerdings bekam ich mal auf ein harmloses ‚Und, hattest du schöne Ferien?‘ vom Schulkollege das zu hören:’Nicht wirklich. Meine Mutter hat sich umgebracht.‘ Da wir fast 20 Jahre später immer noch befreundet sind, nahm er mir meine – hier unglückliche – Frage glücklicherweise nicht übel.

      • xyxyxy sagt:

        kann mich hier nur voll und ganz anschliessen
        wenn jede Frage als böse empfunden wird, können wir bald nur noch übers Wetter reden

    • marcel sagt:

      Genau. Darf man denn über gar nichts mehr reden, das etwas tiefer geht als Wetter und Mode?

    • Katharina sagt:

      Ich denke es kommt darauf an, wie gut man jemanden kennt. Einer wildfremden Person (Sandkastenrand) oder einer Zufallsbekanntschaft diese Frage zu stellen ist sehr unhöflich.

  • Nando sagt:

    ja wirklich Blödsinn.

  • susann sagt:

    Natürlich können sie es sein…sind sie es aber in einer Mehrheit der Fälle? Wenn jemand auf dem Spielplatz nach der weiteren Familienplanung fragt, hat er sich dabei das Ziel gesetzt ihnen den Tag zu versauen oder interessiert er sich für sein Gegenüber?

  • susann sagt:

    HImmel, Leute fragen Sachen. Lebt damit. Die Allermeisten verfolgen keine fiesen Hintergedanken, sondern zeigen Interesse. Die erbosten Gefragten hier projizieren doch sehr viel in den Fragenden. Wer sich durch simple Fragen so gestresst fühlt, ist vielleicht mit seiner Entscheidung nicht ganz zufrieden.

  • Stefan sagt:

    Endlich sagts mal jemand!

    Ich habe es mir schon lange abgewöhnt, mit wem-auch-immer über dieses Thema zu sprechen. Weil es mich erstens unheimlich nervt und es zweitens in höchstem Masse unanständig ist, seine Nase in meinen Lebensentwurf zu stecken. Ich kritisiere dafür im Gegenzug auch niemanden, der erst-heiratet-und-dann-Kinder-kriegt-weil-man-das-so-macht.

  • martin m. sagt:

    Als Kinderloser Netto-Zahler habe ich Anrecht drauf zu fragen, wies mit dem zweiten Kind stehe.
    1.2 % der gesamten Lohnsumme meines Geschäfts bezahle ich für Familien, ich subventionere Krippenplätze, quersubventionere via Krankenkasse, bezahle höhere Steuern als Familien mit Kinderabzügen, bezahle für Schulen und viele andere Kinderinfrastruktur. Deshalb: Na, wann kommt Nummer 2? 🙂

    • Anna Meyer sagt:

      unglaublich, aber falls sie mal rechnen würden, wie viel geld sie für ein kind ausgeben würden und sich überlegen, wer später mal für ihre ahv arbeitet, würden sie vielleicht ganz schnell auf ein anderes ergebnis kommen und nichts mehr zu fragen haben.

      • gabi sagt:

        Ehrlich gesagt, denk ich schon lange, dass die zu erwartende Entwertung, die verkehrte Alterspyramide, etc. dazu führen müssten, dass früher oder später wieder mehr Kinder gezeugt und aufgezogen werden.

        … Einfach, als Absicherung für später. Ganz wie früher!

  • Giselle sagt:

    Danke! Sie sprechen mir aus dem Herzen. Ich bin eine von den ganz Kinderlosen, weil ich einfach nie Kinder wollte. Punkt. Aber wenn man dies als Frau so sagt, wird man angesehen, als ob man somit absolut keine Daseinsberechtigung auf dieser Welt hätte.

    • Ronja sagt:

      @giselle. mir geht es genauso. da kommen dann die empörten mütter die nachhaken, wieso und warum wir denn keine kinder haben? kinder seien doch DIE erfüllung im leben! und dann kommt oft auch gleich hinterher – ach aber bedenke doch, du bist auch schon über 30ig und falls du dann doch möchtest… da ich kindergärtnerin bin ist das doppelt unangenehm. da denken eh alle, die muss doch kinder wollen!

    • Laura TI sagt:

      Ich bin eine mit 5 Kindern und ich habe in den Augen der Gesellschaft genauso wenig Daseinsberechtigung wie eine Kinderlose. Allen kann man es nie recht machen und manchmal ziehe ich mir halt das ganz dicke Fell über, da filtere ich dann konsequent alles Negative aus und lasse nur das Positive durch.

    • Susanna sagt:

      Verehrte Damen, wir werden es nie richtig machen können. Haben wir kein Kind, sind wir karrieregeile Egomaninen, haben wir ein Kind, sind wir Rabenmütter wenn wir arbeiten gehen oder enthalten den Kindern den sozialen Kontakt zu anderen Kindern vor, wenn wir es nicht tun. Haben wir zwei Kinder, sind wir vielleicht normal, dann mischen sich aber trotzdem noch alle ins Privatleben ein, je nachdem, ob man arbeitet oder nicht. Wenn man mehr Kinder hat, wird man langsam als gaga abgestempelt, weil man ja so vielen Kindern nichts bieten kann. Das Leben der Frauen….

  • D. Widmer sagt:

    Sorry, aber das ist für mich Jammern auf hohem Niveau. Wieviele Paare müssen sich nicht ständig die Frage anhören, ob sie denn keine Kinder wollen? …wenn es mit „wollen“ allein doch nur schon getan wäre!

  • A. Kaufmann sagt:

    Dem Problem kann man mit einem freundlichen ‚Bis jetzt nicht‘ ausweichen und beide können das Gesicht wahren.

    • Nando sagt:

      Natürlich kann man mit dieser Antwort das Gesicht wahren, aber die Gedanken an etwas, das Bitterkeit und Frust in uns auslösen kann, sind bereits in Gang gebracht mit der Frage. Und alleine deshalb will man diese Frage schon gar nicht hören.

      • A. Kaufmann sagt:

        @Nando, sind Sie wirklich derart leicht unter Druck zu setzten?

      • Nando sagt:

        Bitterkeit, Traurigkeit, Frust und Schmerz haben nichts mit Druck zu tun. Ich weiss sehr genau, wie es für Menschen ist, die wegen dem Thema Kind harte und schlimme Zeiten durch gemacht haben und ich weiss auch, wie es für Menschen ist, die keine Kinder kriegen können. Die Frage kann auch ein Reizthema in einer Beziehung darstellen. Stellen sie sich vor: Mann kann keine Kinder zeugen, Frau will unbedingt ein Kind, die Beziehung ist auf dem Prüfstand. Dann geht jemand dieses Paar besuchen und fragt: „Na, wann bekommt ihr endlich ein Kind“? Eine scheinbar harmlose Frage mit üblen Folgen…

      • Patrick sagt:

        sorry nando, wenn das ein Auslöser ist für ein Drama in der Beziehung…
        ein Auslöser kommt sowieso und die Dramen müssen ausgefochten werden.
        den anderen Grund: Wunden aufreissen etc. kann ich nachvollziehen. Das Drama in der Beziehung nicht. Weil eben, ist’s nicht Auslöser A, wird’s eben B sein.

    • A. Kaufmann sagt:

      @Nando, wehren Sie sich! Wenn Sie es nicht allen Recht machen wollen, so do it. Es ist Ihr Leben. Werfen Sie die Idioten raus, lassen Sie die Netten rein. Sagen Sie: ‚Private Stoff, geht Dich nicht an‘, lächeln Sie dabei. Ist am Anfang hart, aber mit der Zeit lassen die Nervensägen von einem ab. Versuchen Sie es. Es lohnt sich.

      • Nando sagt:

        Sie sind sehr unempathisch. Sie haben leider nichts verstanden, A. Kaufmann. An meinem Beispiel des kinderlosen Paares…das Paar kann selbstverständlich scheinbar cool Antworten, dass es Privatsache ist, aber wenn der indiskrete Gast einmal gegangen ist, bleiben dem Paar die Folgen dieser Frage bestehen und das Drama nimmt seinen Lauf. Verstehen Sie nicht, dass diese un/bewusst naiv und indiskret gestellte Frage eine negative Auswirkung haben kann , die bestehen bleibt? Kennen Sie die Sprichwörter „alte Wunden aufreissen“ oder „Salz in die Wunde streuen“, „Öl ins Feuer giessen“?

      • A. Kaufmann sagt:

        @Nando, ja, Menschen sind Monster, mit Monsterfüllung und Monsterguss.

      • Anna Meier sagt:

        @Nando: Ja aber Nando, wenn ein Paar bei einem heiklen Thema, dass ein Drama auslöst einfach auf Verdrängung setzt, dann ist das Risiko IMMER da, dass jemand mit einer Bemerkung die Wunden bei euch aufreisst, sei das nun Kinder, ein Seitensprung, ganz egal. Wenn das Thema aber ausdiskutiert resp. in der Beziehung miteinander aufgearbeitet wird, kann auch eine Bemerkung von aussen keine alten Wunden aufreissen, weil die Wunden „gut verarztet und verheilt“ sind…. nicht?

  • Nando sagt:

    Nach einer schrecklichen Schwangerschaft und eineinhalbjährigem Schlafentzug (in der UN-Antifolterkonvention eine der aufgelisteten Foltermethoden) oder nach mehreren unglücklich verlaufenen IVF (bis endlich ein Versuch ohne Abbruch gelingt), ist das die allerletzte Frage, die man beantworten will. Viele realisierten nicht, dass diese Frage die Fertilität/Schwangerschaft/Geburt thematisiert und eigentlich Fragen nach dem psychischen und physischen Gesundheitszustand des Befragten sind. Meine Antwort ist meist: „Mach du erst mal ein Kind, dann beantworte ich deine Frage, wenn du es möchtest.“

  • Und was... sagt:

    Und was ist mit Nummer eins? Kann genau die gleichen Gruende haben, warum man kein Kind hat – schlaegt nicht ein, Fehlgeburten, oder man will nicht. So oder so geht das den Fragenden ECHT nix an – die Leute, denen man nah genug steht um darueber zu reden, die muessen nicht so nachfragen, und alle anderen geht die Antwort nichts an. Aber ich weiss auch erst, seit ich mich selber mit diesem Thema befasse, wie muehsam solche Fragen sind… Aber immerhin habe ICH gelernt und frage nicht mehr, ich hoffe immer noch dass es andere auch noch lernen.

  • Katrin Müller sagt:

    Dann lasst doch als Mütter aber auch bitte die öffentlichen Zurschaustellung eurer Mutterschaft, denn wer A sagt, der soll auch B sagen. Will heissen: Nicht zuerst überall den Schwangerschaftsbauch zeigen und sich dann ärgern, wenn man davon (und dem generellen Mutter-Status) endlich Notiz nimmt. Beides geht nicht!

    • Nando sagt:

      Soll man den Schwangerschaftsbauch verstecken bis zur Geburt? Soll man bis zu 10 Monate lang zu Hause bleiben und nicht mehr an die Öffentlichkeit, damit man seine Mitmenschen nicht mit dem Bauch konfrontieren muss? Weiss nicht, was ich von ihrem Kommentar halten soll..

    • Peter Kamber sagt:

      Bin ja keine Frau, aber wage mich doch zu erwidern, dass so ein Bauch ziemlich weit rausragen kann und nicht mit allen Mitteln kaschiert werden soll bzw. kann. Er muss von dritten auch nicht unbedingt kommentiert oder gar angefasst werden.

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