Das stille Leiden

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Erlitt zum zweiten mal eine Fehlgeburt: Lily Allen.

Den meisten Zeitungen war es eine Schlagzeile wert: «Lily Allen hatte einen Abort – sie war im sechsten Monat schwanger.» So nüchtern die Meldung daherkommt und so schnell sie im Newsstrom wieder untergehen wird: Für Lily Allen, die sich bekanntermassen ein Kind wünscht, muss es schrecklich sein, nachdem sie schon vor zwei Jahren dasselbe erlebt hat.

Man könnte nun hier die moralische Frage aufwerfen, ob ein so grosses öffentliches Interesse an Allens Fehlgeburt besteht, dass darüber berichtet werden muss – das geht ins selbe Kapitel wie die notorischen Spekulationen gewisser Medien über angebliche Babybäuchlein bei allerlei Prominenten. Aber anstatt hier Medienschelte zu betreiben, könnte man sich vielleicht auch fragen, ob es nicht an der Zeit wäre, das Thema, das in unserem Kulturkreis nach wie vor Tabu ist, mal nüchtern zu betrachten: Etwa 15 Prozent aller Schwangerschaften enden in einem Abort. Aber während die Abtreibung ein Politikum ist, bei dem die Gefahr schwerer seelischer Schäden bei der Frau beschworen wird, wird über die andern Frauen kaum gesprochen. Eine Frau, die ihr Kind unfreiwillig verliert, bevor es geboren wurde, sie es gebären muss, obschon es bereits tot ist, bleibt damit meist alleine.

Warum eigentlich? Natürlich ist es nicht für alle Frauen dasselbe. Die Vorgeschichte ist entscheidend, das Alter, die Stärke des Kinderwunsches, der Zeitpunkt des Aborts. Findet er in den ersten Wochen statt, ist er vielleicht weniger dramatisch, als nach ein paar Monaten. Wenn bereits Ultraschallbilder am Kühlschrank hängen, das Kinderzimmer bereits eingerichtet, der Bauch bereits zu einer stattlichen Kugel herangewachsen ist und das Kleine sich durch Tritte oder Schluckauf bemerkbar gemacht hat, dann ist es schwieriger. Die Erfahrung ist schmerzhaft, körperlich wie seelisch.

Was für das Umfeld nicht immer leicht nachzuvollziehen ist. Ein ungeborenes Kind war für die Aussenstehenden gar nie richtig da. Und der Aussenstehende hat auch nicht unbedingt mitbekommen, was mit der werdenden Mutter geschieht: die subtile Verschiebung der Prioritäten, das neue Lebensgefühl, die Erwartungen, Wünsche, Hoffnungen und Ängste. Das Leben, das langsam im Uterus heranwächst, sich bemerkbar macht. Dieser Zustand des zwei in eins, eine Kernreaktion, die die Mutterliebe ankickt. Verliert diese ihr Objekt, ist das einfach nur traurig. Nicht nur für die Frau, sondern meistens auch für den Mann, die Paarbeziehung. Aber die Frau erfährt es am eigenen Leib – und die meisten Frauen behalten ihren Schmerz für sich. Vielleicht, weil die Erfahrung, das ungeborene Leben vorzeitig zu verlieren, zu radikal persönlich ist.

Der Tod ein heikles Thema, bei dem viele Menschen in Verlegenheit geraten, wenn andere von einem solchen Verlust betroffen sind. Wie sollen sie reagieren? Es ansprechen? Stillschweigend darüber hinweggehen? Es gibt bei solch delikaten Angelegenheiten natürlich nur individuelle Antworten. Aber man sollte den Schmerz der Betroffenen in jedem Fall respektieren. Auch bei Lily Allen.

237 Kommentare zu «Das stille Leiden»

  • Timo Stanila sagt:

    Meine Damen,
    Da habe ich mich mal einfach so reingelesen und bin sehr erstaunt…
    Was um Himmels Willen wird denn hier genau besprochen? Ihr sprecht von Kindsverlust und habt nichts besseres zu tun als euch gegenseitig zu kritisieren? Naja, Zeit scheint ihr immerhin zu haben.

  • maria weiss sagt:

    Jedes Kind ist ein Geschenk, man kann nicht ein Kind WOLLEN, man kann nur ein Kind wünschen.
    Was man kann ist nur KEIN kein Kind WOLLEN.

  • Sternli sagt:

    Auch ich hatte eine FG (im Juni). Einfach so- ohne Voranzeichen und es war ein Shock, weil alles ja gut ausgesehen hatte und vor allem weil wir so gekämpft haben für dieses Baby. Später bemerkte ich, sobald man sich ein wenig den Kolleginnen öffnet, hat man plötzlich ein „ohh ich weiss was du durchmachst“… Aber in diesem Moment hat man das Gefühl, dass niemand wissen kann, was man seelisch durchmacht. Es war für für mich sehr hart. Ich besuchte auch eine Pyschologin. Diese Schwangerschaft war schon der Glücksfall, denn ich werde nur durch eine künstliche Befruchtung schwanger. (Eilieter sind geschlossen) Ich hatte insgesamt 7 Versuche und der nächste seht an. Jedes Mal bezahlen wir 8000.– dazu kommen noch die Medikamente, die auch selber bezahlt werden müssen. Da kommt man sehr ans Limit mit dem Druck der auf einem liegt. Diese Belastung und das Gefühl man ist nicht Frau. Ich habe mich wieder gefangen- bin stärker geworden und kann jetzt auch ohne Tränen über alles reden. Ich weiss, es wird nochmals sehr hart wenn der Geburtstermin am Jahresende anrückt. Ich bin froh, dass ich über dieses Thema sprechen kann. Aber jede Frau fühlt anderst und das sollte man respektieren.

  • Baba sagt:

    @Mirjam: Wir hatten eine wirklich tolle Geburtsklinik – die haben sehr vieles vorgespurt, das im Nachhinein im Trauerprozess sehr viel half. Unser Pfarrer hat uns in der ersten Zeit viel helfen können, auch wenn wir inzwischen den Draht zur Kirche verloren haben. (Mir wird einfach zu viel erklärt, dass alles einen Sinn hat und ich sehe diesen Sinn nicht, wenn ein eigentlich gesundes Kind tot zur Welt kommt.) Und ich habe einen unglaublich tollen Partner, das hilft extrem! Ein paar gute Freunde und ausserdem ein paar Kontakte mit anderen Betroffenen und tja, der Rest bleibt an mir hängen…
    Ja, ich habe auch die Fehlgeburten als sehr schlimm erlebt, vor allem die erste, die mich komplett überaschte (missed abort) und ich ohne Vorahnung etc. aus allen Wolken fiel.

    @Brunhild Steiner: Nun ja, niemand HAT ein Recht, die Trauer vorzugeben. Aber es gibt immer wieder Menschen, die sich dieses Recht NEHMEN.
    Wie das die Frauen früher erlebt haben? Noch viel schlimmer. Denen wurde das Kind weggenommen, die konnten nicht mal Abschied nehmen oder überhaupt realisieren, was passiert ist. Man dachte, dass man den Frauen hilft, wenn sie keine Erinnerung haben. Jedoch hatten die Frauen eine Erinnerung an die Schwangerschaft…
    Uns fehlen oft Worte und Gesten weil wir uns nicht in so eine schlimme Situation einfühlen wollen, den Schmerz nicht fühlen wollen, Angst haben zu realisieren, dass keiner von uns weiss, ob er morgen noch da ist.
    Verletzende Bemerkungen: Nun ja, mein „Highlight“ in diese Hinsicht war eine Begegnung beim Spazieren. Der Mann hat mich vollgequatscht über den gerodeten Wald obwohl ich mich nicht auf das Gespräch einlassen wollte. Ich wollte nicht unhöflich sein aber habe irgendwann dann gesagt, dass ich nicht mehr reden mag, weils mir nicht so gut geht. Er hat mich dann nicht einfach gehen lassen sondern gefragt, was denn sei und ich habe (in meiner anfänglichen Naivität) von meiner toten Tochter erzählt. Worauf er gemeint hat, das sei schlimm, aber es sei doch auch schlimm, dass beim industriellen roden des Waldes Echsen und Regenwürmer ums Leben kommen… Das half mir grad nicht…

  • Baba sagt:

    Es werden ganz verschiedene Fragen gestellt – im Artikel und in gewissen Kommentaren:
    Trauerintensität und Dauer:
    Die Trauer hat bestimmt zu einem Teil einen Bezug zur Schwangerschaftsdauer. Die Grösse des Verlustes und der Trauer ist aber auch von ganz vielen anderen Faktoren abhängig, beispielsweise ob man bereits Kinder zuhause hat, wie die Paarbeziehung funktioniert (und auffängt), ob es das erste Kind ist, das man verliert, ob man sich realistische Chancen ausrechnen kann eine weitere Schwangerschaft zu erleben.
    Internalisierter Schmerz:
    Diese Antwort ist einfach – leider. Denn wenn man den Schmerz öffentlich macht, wird sehr häufig weiterer Schmerz hinzugefügt. Viele Menschen sind hilflos und ertragen ihre Hilflosigkeit schlecht und daraus entstehen oft sehr komische und verletzende Kommentare.
    gewünschte Reaktion:
    FRAGEN! Entweder ganz einfach, wie gehts? Und wenns eine oberflächliche Standardantwort gibt nachdoppeln und sagen, dass man wirklich am Befinden interessiert ist und sich Gedanken macht, wie es dem Gegenüber wirklich geht.
    Trauer um ein Kind, das nach der Geburt verstarb:
    Vermutlich ist die Trauer wirklich grösser, wenn das Kind nach der Geburt noch lebt und erst danach verstirbt. Andererseits bringt es eigene Probleme (und Verluste) mit sich, wenn das Kind nicht lebendig zur Welt kommt. Ich konnte meiner Tochter nie in die Augen sehen, ich konnte sie nie (lebend) auf die Brust legen und ihren Atem spüren etc. Es ist einfach anders und ich frage mich, ob es wirklich wichtig ist, Trauer in „Stärkegrade“ einzustufen.

    Ich bin froh, wird das Thema diskutiert – vielleicht ecke ich so einmal weniger an im täglichen Leben als Mutter einer Tochter, die kurz nach dem errechneten Termin tot zur Welt kam und nicht verschwiegen werden kann und soll, auch wenn der kinderlose Alltag schon lange wieder eingezogen ist …

    • Mirjam sagt:

      Phu, das muss extrem traumatisch sein ein Kind nach dem ET tot gebären zu müssen. Wie hast Du das verarbeiten können? Ich kann es nicht beurteilen, ob der Verlust und die Trauer grösser ist wenn das Kind lebensfähig gewesen wäre. Ich kann nur von mir selber berichten. Ich hatte 5 Aborte – und jedes Mal war es für mich ein Weltuntergang, obschon die Babys alle vor der 21. SSW gingen. Auch in der Frühschwangerschaft merkt eine Frau, dass ihr Körper sich verändert, dass das Baby vorhanden ist – auch wenn noch keine Kindsbewegungen zu spüren sind. Man sieht es auf dem Ultraschall, hat schon Kindsbewegungen auf dem Ultraschall und das klopfende Herzchen gesehen. Man sieht wie es am Daumen lutscht, Fruchtwasser schluckt… Und plötzlich heisst es: Das Embryo ist tot. Und dann muss man es entweder auskratzen lassen (was für ein schlimmer Ausdruck für diesen hässlichen Vorgang!) oder sogar tot gebären. Ich habe beides erlebt. Und ich kann nicht sagen, ob ich um die Babys, welche früh oder spät gegangen sind mehr weine. Es ist in meinen Augen extrem wichtig, auch über derart schlimme und schmerzhafte Erlebnisse reden zu können, sich mitteilen zu können und nicht alles in sich reinfressen zu müssen.

    • Brunhild Steiner sagt:

      Trauer ist Trauer, und gar niemand hat ein Recht vorzugeben wie stark sie sein darf oder nicht.
      Dasselbe Thema erwartet uns auch am anderen Ende der Lebensskala, wenn ein älterer Mensch, vielleicht ein sehr nahestehender Verwandter? stirbt, und es für einige fast unangebracht erscheint zu stark traurig zu sein, denn man solle doch bittesehr sich freuen dass X ein so langes Leben hatte und überhaupt war er doch schon alt, und somit ist es noch weniger legitim zu trauern… .
      An was liegt es, dass wir so wenig Worte und Gesten dafür finden?
      Wie haben das die Frauen früher erlebt? Falls die Frauen eine Fehlgeburt überhaupt überlebt haben? Hat es irgendeine Tradition gegeben, wie damit umgegangen worden ist, ein Abschiedsritual?
      Spätestens heute, wo wir uns nicht mehr jede Minute um das Überleben unserer Familien sorgen müssen, wäre doch genug Raum und Zeit vorhanden uns auch diesen Lebensaspekten zuzuwenden. Ich verstehe jeden Betroffenen der aus Angst vor verletzenden Bemerkungen (und diese Angst ist ja wirklich berechtigt…) das Schweigen vorzieht.
      Aber eine besondere Auszeichnung für uns ist das nicht!

  • michi sagt:

    Ich mag ihre Musik… sie tut mir unendlich leid.

  • miu tai sagt:

    @lea spescha
    Wie ich das hasse, wenn solche strohdummen Menschen wie du ihr empathieloses, zynisches Geschwafel unter Halbwahrheiten versteckt! Heb eifach d Sch….!

    • Mirjam sagt:

      Hey, bitte nicht in diesem Ton in diesem Forum. Ich bin mit Lea Peschas Aussagen auch nicht immer einverstanden, würde es aber nie wagen, sie derart anzufahren. Wir sind doch erwachsene, intelligente und gut erzogene Menschen. Ich finde es extrem schade, wenn ein wortwörtlich todernstes Thema wie dieses hier missbraucht wird um persönliche Fehden auszutragen. Also bitte vertragt Euch wieder und postet nur Beiträge welche dem Thema hier helfen auf einem hohen Niveau zu bleiben. Beiträge mit Beleidigungen, Angriffen ect. sind hier nicht erwünscht.

  • Mirjam sagt:

    Frauen und Männer, bitte missbraucht dieses ernsthafte Thema nicht. Wenn Ihr unbedingt einander die Köpfe einschlagen wollt dann bitte ausserhalb dieses Themas. Danke.

    • Widerspenstige sagt:

      Danke für diese deutlichen Worte, Mirjam, sonst hätte ich es gemacht.

    • Sportpapi sagt:

      Vielleicht eignet sich das Thema einfach nicht als Diskussionsgrundlage?

      • Widerspenstige sagt:

        Ich habe das bereits gestern in meinen wenigen posts angetönt. Das Thema braucht mehr Ruhe und Reflexion als es hier überhaupt je möglich sein wird. Es darf auf keinen Fall einfach so trivial und unmoderiert in den Raum gestellt und dem Verdeih und Verderb der Kommentare ausgeliefert werden. Aber es sind doch erstaunlich gute Ansätze einer Diskussion zustande gekommen. Die erste Hürde wurde genommen und das subtile Antasten ist geglückt. Immerhin!

      • Brunhild Steiner sagt:

        Es eignet sich sehr wohl,
        die Threads „wenn Kinder sterben“ „wenn Schwangere Gott spielen müssen“ und viele andere zeigen dass es geht.
        Und auch hier ist es gegangen, wenn man gewissen Passagen einfach überliest.
        Es wäre mehr als jammerschade wenn es hier keinen Platz mehr für das, „was ans Läbige geht“ hätte!!!

    • Lachen, um nicht zu weinen.

      • Kathy sagt:

        Auch wenn ich jetzt ev allen Ärger auf mich ziehe (vermutlich auch nicht zu Unrecht) – einen Vorteil kann eine Fehlgeburt auch haben. Oder um es in den Worter meiner kleinen Schwester auszudrücken: „Gäll Mami, wenns Buscheli vor mir nöd gstorbe wär, denn wär ich jetz gar nöd da?!“

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Kathy: Nein, zu Unrecht, meine Existenz verdanke ich ebenfalls einem tragischen Todesfall.
        Bloss kann dieses Wissen zu falschen Schlussfolgerungen führen
        welche einer „Aufarbeitung/Klärung“ bedürfen.

  • Maja sagt:

    Wenn ein Kind stibrt im eigenen Bauch ist das eine Erfahrung, die man nie mehr vergisst.

  • lea spescha sagt:

    @pippi L. liebe pippi, Sie interpretieren mit Ihrer subjektiven sichtweise. Ihre interpretation ist falsch, was auch am beschräkten austausch des schriftlichen forums liegen kann. meine familie ist keine belastung, der mann und die kinder sind in die für sie zumutaren arbeiten zu hause eingebunden. ich zweigle nicht, dass Sie die kommtare nicht lesen, doch lesen und das gelesene verstehen sind zwei paar schuhe. offensichtlich habe ich zu hohe ansprüche für dieses forum.

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Wer unbemerkt eine doppelte Verneinung in einen einfachen Satz packt, ist wohl eher über- als unterfordert, auch in diesem Forum……..

      • lea spescha sagt:

        die doppelte verneinung kann im hochdeutschen verschieden angewendet werden, unter anderem als bekräftigung der verneinung. in dem von Ihnen beanstandeten satz mit nebensatz bekräftigt das zweite nein, dass nicht gezweifelt wird. diese von mir gewählte form wird allerdings nicht mehr häufig angewendet, was Ihre überforderung erklärt und beweist, dass Sie lesen können……

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Du versuchst zwar, elegant die Kurve zu kriegen, aus deinem Satzbau geht aber klar hervor, dass du die doppelte Verneinung unbewusst eingesetzt hast. Sie wird ausserdem vor allem in deutschen Dialekten, auch in der Schweiz, gebraucht, nicht im Hochdeutschen.

    • lea spescha sagt:

      wieder eine fehlinterpretation. versuchen Sie doch einmal, die dinge so zu verstehen wie sie gemeint sind. die doppelte verneinung im dialekt hat nichts mit dieser doppelten verneinung im hochdeutschen zu tun. sie meinen wahrscheinlich :i han nid nüd gseh….aber lassen wir das, mich nervt Ihr halbwissen, im forum kommen sie damit sicher gross heraus. da können Sie mit dem bauch denken und schreiben.

      • Interpretationen sind immer etwas Schwieriges, die kommen nämlich, wie ich hier vor einigen Tagen bemerkte, oft falsch heraus. Wer etwas schreibt, soll sich Mühe geben, das möglichst ohne Interpretationsbedürftigkeit zu tun.

        Was ich manchmal tue, damit man nicht beginnt, zwischen den Zeilen zu lesen: Nur eine Zeile schreiben.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Nein, das meine ich nicht, Lea, ich meine genau was ich schreibe. Du führst dich hier auf wie ein schlecht erzogenes Teenie, klugscheisserisch auf eine äusserst pampige Art. Innehalten, abkühlen, nachdenken – du hast dich bereits genug blamiert.

      • Rahel sagt:

        @ Pippi Langstrumpf

        Nicht aufregen 🙂

      • Damit sagte ich notabene nicht, dass Du, Pippi, hier interpretationsbedürftig geschrieben hättest. Manche Leute schaffen es noch in eine Aussage wie „1+1=2“ etwas hineinzuinterpretieren.

    • Kim sagt:

      Nur die Ruhe. Einfach ignorieren. Nicht mehr reagieren. Danke für den Tipp, Patrick Tigri.

    • Katharina sagt:

      Ja Ja, der hobby kommunikationstheoretiker…. logisch ist es subjektiv, denn wahrnehmung kann nie etwas anderes sein.
      ihre ‚verwechslung‘ der Nicks ‚lea‘ und kim ist nun allzu ofensichtlich.
      auch, dass ihr standunkt immer der rochtige ist.
      kennen wirdoch seit…etwa 15 monaten, nicht?

  • lea spescha sagt:

    @kim: das zweite zitat ist super, schön wenn Sie es haben und einfühlungsvermögen nicht mit gemeinsamen jammern verwechseln. das erste zitat könnte auf ein mitgleid einer freikirche deuten, was nichts schlechtes ist, jedoch Ihre argumentation erklären würde.

  • lea spescha sagt:

    @b. steiner: liebe frau steiner, ich schrieb „unmittelbar, ohne zeitlichen abstand betroffen“. das deshalb, weil mit zeitlichem abstand zum geschehen die dinge objektiver gesehen werden können. was mich an diesem forum stört ist, dass kaum jemand genau liest und „hinhört“, sondern aufgrund eines satzes oder eines wortes die vorgefasste meinung rausplappert. schade, ich glaubte, das forum unterscheide sich vom geschwätz beim kaffeekränzchen….bestes beispiel: pippi langstrumpf, die glaubte, gelesen zu haben, ich sei überfordert mit drei kindern. bin ich nicht, aber nach einem vollen tag gestern war ich einfach müde…deshalb die namensverwechslung.

    • Kim sagt:

      Da sind Sie ja wieder, wie überraschend. Zwei Zitate für Sie zum Nachdenken, mehr Zeit möchte ich dann definitiv nicht auf Sie und Ihre überhebliche Meinung verwenden:

      Besser ist gläubige Unwissenheit als vermessenes Wissen.
      (Augustinus Aurelius)

      Einfühlungsvermögen ist der Reichtum unseres Herzens.
      (Almut Adler)

      Sie müssen die Zitate bitte nicht kommentieren, Sie wissen es ja eh besser als wir anderen hier im Forum.

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Lea, du irrst dich, ich lese sehr genau, bevor ich etwas schreibe. Aus deinen bisherigen Zeilen spricht eine Überheblichkeit, die völlig unangebracht ist. Wenn du deine Belastungen aufführst und deinen Mann in einem Atemzug mit Kindern nennst, kommt das ganz klar so rüber, dass auch er einen Arbeitsaufwand bedeutet. Das kann ja sein, wenn du ihm den Haushalt machst, andererseits entlastet er dich, indem er einer Erwerbsarbeit nachgeht und das Geld nach Hause bringt, du bist also immer noch in einer komfortablen Situation. Wenn es nicht so sein sollte und du für alles zuständig bist, allein für den Haushalt und für das Erwerbseinkommen gleich auch noch, obschon du in einer Partnerschaft lebst, machst du etwas falsch. Ich habe kein Verständnis für Frauen, die ihren Männern einerseits alles abnehmen, was Haushalt und „Gratisarbeit“ bedeutet und sich andererseits beklagen – du machst das freiwillig! Ein Mann ist kein unselbständiges Wesen, das Betreuung braucht und in erster Linie Arbeit bedeutet, bei Kindern ist das, je nach Alter, etwas Anderes. Übrigens: Es gibt Frauen, die stehen jeden Tag im Morgengrauen auf, weil sie „nur“ drei Kinder haben, sie machen alles allein, sind für den Haushalt und das Erwerbseinkommen zuständig.

  • Salome sagt:

    Ich möchte an dieser Stelle als freipraktizierende Hebamme alle informieren, dass eine Frau, welche eine Fehlgeburt erlebt, von uns Hebammen begleitet wird, ob unter der Fehlgeburt oder nach der Geburt im Wochenbett. Auch eine Fehlgeburt ist eine Geburt und die Frau war schwanger mit diesem Kind. Und sie macht ein ganz besonderes Wochenbett durch. Zwar haben nicht alle Hebammen eine entsprechende Ausbildung oder fühlen sich der Herausforderung gewachsen. Auf http://www.hebamme.ch können Sie erfahren, welche Hebamme sie in diesem Fall begleiten kann. Unserer Vertrag mit den Krankenkassen sieht eine solche Begleitung auch vor und wird von der Grundversicherung bezahlt. Wir kennen auch Adressen, wo sie sich mit der Trauer weiterbegleiten können. Am 21. Nov. um 17 Uhr findet im Grossmünster eine überkonfessionelle Trauerfeier um verstorbene Kinder statt http://www.fpk.ch/pdf/2010gedenkfeiernhomepage_000.pdf

    • Mirjam sagt:

      Danke liebe Salome, für Deine wertvollen Hinweise. Ich wünschte, meine Gynäkologin hätte mir bei meinen 5 Aborten gesagt, dass ich die Hilfe einer Hebamme in Anspruch nehmen könnte. So musste ich mit meiner Trauer, mit meinem immensen Verlust und meinen Selbstvorwürfen alleine fertig werden. Zu der Trauer kommen nach einem Abort immer auch noch mehrere Faktoren zusammen. Der Faktor „Schlechtes Gewissen gegenüber dem Partner“. Ich hatte nach jedem der 5 Aborte ein unendlich schlechtes Gewissen gegenüber meinem Mann – er welcher sich nichts sehnlicheres wünschte als ein Baby. Klar, ich wünschte es mir auch so sehr, aber ich war ja schliesslich diejenige welche 5x das Baby verlor, immer zwischen der 13. SSW und der 20. SSW. Die Zervixinsuffizienz zeigte sich bei mir leider immer recht spät. Zum schlechten Gewissen gegenüber dem Partner kamen dann auch noch die Selbstvorwürfe, der Gedanke: Nicht einmal für das einfachste der Welt bin ich im Stande. Nagende Zweifel an mir selber, die Frage: warum immer ich? Und wenn ich dann in der Stadt überall schwangeren Kugelbäuchen begegnet bin gab mir das immer noch einen zusätzlichen Stich ins Herz. Irgendwie wurde ich dann richtig sensibel – ich sah dann überall Kugelbäuche – wo ich auch hinschaute. Und die Eifersucht – die Eifersucht auf Frauen welche schwanger waren und dann einige Zeit danach ein süsses Baby im Arm hatten. Und ich wieder einmal plötzlich mit einem leeren Bauch dastand. Ich kann nur aus meiner Sicht erzählen – ich denke jede Frau geht anders um mit diesem traumatischen Erlebnis.
      Nach der 5. Fehlgeburt wurde ich dann wieder schwanger und diesmal machte die Gynäkologin eine Cerclage und diesmal klappte es. Mein Sohn kam nach schweren Schwangerschaftskomplikationen (u.a. 2 Wochen auf der Intensivstation des Frauenspitals Bern wegen einer Pankreatitis in der 30. SSW) per Notkaiserschnitt auf die Welt. Die Tochter drei Jahre später auch als Notkaiserschnitt wegen einer Eklampsie. Beiden Kindern geht es inzwischen gut – sie hatten aber beide einen schwierigen Start ins Leben.

  • lea spescha sagt:

    @b.steiner, tschuldigung: ich meinte kim. ist für mich schon spät. bin seit 5 uhr auf den beinen (3 kinder und einen mann).

    • Kim sagt:

      Mhm… wie sagten Sie so schön: „die gesellschaft bemitleidet sich für alles und jedes. mitleid heischen ist in“
      Andere für Ihre Auffassungsgabe abkanzeln, aber selber ……..
      -qed-

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Wenn du den Mann als Belastung aufführst wie die Kinder, machst du etwas falsch. Es sollte doch heissen „3 Kinder und zum Glück einen Mann“, oder?

    • Brunhild Steiner sagt:

      @lea spescha: widerlegen Sie sich mit dieser Aussage nicht ein bisschen selber? Sie fordern, dass nur Nicht-Betroffene sich in diesem Forum äussern dürften und lehnen rigoros jeglich vermeintliches Heischen um Mitleid ab.
      Dann sollten wir aber auch nicht wissen dürfen wielange und unter was für Bedingungen Sie schon auf den Beinen sind.
      Zudem, dies hier ist kein abstraktes Wissenschaftsforum aus dem Elfenbeinturm, sondern ein Gefäss aus der Praxis für die Praxis, so zumindest hab ich den mamabl0g bisher verstanden.
      Sehr viel Qualität würde verloren gehen wenn keine Betroffenen, ob nun unmittelbar oder auch schon „länger her“ mehr von ihren Erfahrungen berichten dürften.

      • Bitte Frauen, lasst die doofen Kritisierereien wegen irgendwelchen kleinen Fehlern. Das wirkt nur lächerlich auf Aussenstehende und hilft nicht weiter.

        Gegen inhaltliche Kritik habe ich natürlich gar nichts.

  • lea spescha sagt:

    @b. steiner. ja, ich meine lea. dass ihre freundin eine betroffene ist, macht die dummen kommentare noch schlimmer. für mich sind personen, die als UNMITTELBAR, d.h. ohne zeitlichen abstand, betroffene, sich öffentlich äussern müssen, suspekt. betroffen ist befangen, da sollte man sich aus öffentlichen foren raushalten, denn das mitleid schinden hilft keiner, die das liest. ich frage mich ernsthaft, wie so jemand eine frau, die ein kind im 4. monat verloren hat, betreuen kann oder zu können glaubt. ziemlich schräg die gute lea.

    • Kim sagt:

      Zur Info: Ich betreue nicht, ich bin als Freundin da. Nicht mehr und nicht weniger. Zuhören, Ablenken, in den Arm nehmen, auch mal im Haushalt helfen, wenn ihr oder ihrem Mann die Kraft fehlt, je nachdem.
      Zu Ihrer Aussage:
      „für mich sind personen, die als UNMITTELBAR, d.h. ohne zeitlichen abstand, betroffene, sich öffentlich äussern müssen, suspekt. betroffen ist befangen, da sollte man sich aus öffentlichen foren raushalten, denn das mitleid schinden hilft keiner, die das liest.“ ???
      Wenn nicht Betroffene, oder wie Sie es zu sagen pflegen – Befangene – an solch einem Forum teilnehmen sollten, WER denn dann. Ich heisse übrigens Kim… sollten Sie, die ja andere als Schwätzer und Dummchen abkanzelt, vielleicht mal bemerken. „Ziemlich schräg“, um wieder mit Ihren Worten zu sprechen. Lesen Sie erstmal den ganzen Blog, bevor Sie (ver)urteilen.

      • Rahel sagt:

        Liebe Kim ¨

        Ich wünsche Dir ganz viel Kraft für diese schwere Aufgabe! Vergiss aber, nebst Deinem aufopfernden Dasein für die Freundin, Dich selber nicht! Und lass Dich von hirnlosen Kommentaren nicht verunsichern, herabmachen und entmutigen!

  • lea spescha sagt:

    @b. steiner: sorry, Sie haben recht, das genannte zitat wahr zu pauschal. glaube aber nicht, dass lea das verstanden hat. ihr kommentar war noch pauschaler.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @lea spescha: Sie meinen wohl Kim? Ich weiss nicht ob Sie hier mitgelesen haben, aber Kim betreut im Moment eine Freundin welche soeben ihr Kind im 4.Monat verloren hat, selber ist sie im 6.Monat schwanger (steht alles hier drin).
      Von daher kann ich ihre engagierte Reaktion verstehen, es kam schon ziemlich kühl und distanziert rüber.

      Ich denke auch nicht, dass man immer alles am eigenen Leib hat erfahren müssen um wirklich verstehen zu können, und selbst wenn wir dasselbe erlebt hätten, nicht mal das garantiert dann quasi ein wirkliches Verständnis, da jeder sehr individuell auf Leiderfahrungen reagiert. Natürlich entsteht eine Art „Schicksals-gemeinschafts-verständnis“, aber ich fühle mich auch von Menschen verstanden die nicht nur dasselbe hindurch mussten.

  • lea spescha sagt:

    @lea: danke es geht mir sehr gut. habe nur etwas gegen die schwätzer, die das gelesene nicht verstehen und glauben, weil sie 500 freunde im facebook haben, sie seien besser und glücklicher. keine angst (oder ist es paranoia?), ich habe keine waffe und keinen psychiater, aber eine handvoll freunde und stehe mit beiden beinen im leben. übrigens: wenn einer/eine mehr als eine halbvoll freunde zu haben glaubt, sind wir wieder bei der obgenannten wolke…..

  • lea spescha sagt:

    @antonia: bei einem feten, der im 9. monat stirbt, spricht man von einer totgeburt, nicht von einem abort. das trauern um ein totes kind, egal ob ich es im 2.monat oder mit x jahren verloren habe gehört zum leben. nur der- oder diejenige kann mitfühlen, die oder der das selbst erlebt hat. man kann das nicht „verarbeiten“ wie in diesem forum oft behauptet. man kann mit der zeit damit leben, weil man damit leben muss.
    @lea: bitte bitte nicht kommentieren…….

  • lea spescha sagt:

    @lea und rahel: bitte erst LESEN, dann SCHREIBEN. ich schrieb vom abort = fehlgeburt als natürlichem ereignis, da jeder 5. embryo als fehlgeburt endet. die fruchtwasserpunktion steht hier nicht zur diskussion, da es sich beim abort bezw. der fehlgeburt NICHT um eine abtreibung handelt. zu kim bleibt nur zu sagen: jöööö,nicht zuviel schütteln, sonst fallen Sie noch von Ihrer wolke und wenn, wünsche ich eine weiche landung.

    • Kim sagt:

      Sie können einem einfach nur leid tun. Menschenverachtender geht es wohl kaum. Was hat das Leben Ihnen angetan? So gehässig wird man nicht einfach so. Mein Mitgefühl haben Sie aber sicher nicht. Soll doch ein Psychiater an Ihnen ne Menge Geld verdienen. Kann man nur hoffen, dass Sie nicht zu denjenigen gehören, die ausrasten und mit einer Waffe Amok laufen, weil sich Ihr Hass gegen ziemlich alle Menschen richtet. Haben Sie Freunde ???

    • Kim sagt:

      @lea: Bin mehr als einmal von der Wolke gefallen und immer wieder aufgestanden, weil ICH Freunde hatte, die mir auf die Beine halfen. Wie sieht es bei Ihnen aus?

    • Brunhild Steiner sagt:

      @lea spescha: Die Fruchtwasserpunktion steht insofern zur Debatte, da Sie selber die Behauptung aufgestellt haben
      „die heutigen mamis und papis können sich eh nicht vorstellen, ein behindertes kind grosszuziehen.“
      Dem hat Rahel widersprochen mit dem HInweis, genau aus diesem Grund auf die Punktion verzichtet zu haben.
      Zudem erhöht die Fruchtwasserpunktion die Gefahr eines Abortes, also schon von daher gehört sie zum Thema mit dazu.

      • Kim sagt:

        Danke Brunhild. Habe bei dieser Person echt mühe, sachlich zu bleiben.

      • Rahel sagt:

        @ Brunhild Steiner

        Danke für die Schützenhilfe 🙂

        Es geht mir wie Kim bei diesem Thema, resp. solchen Kommentaren dazu! Ich ringe um Fassung! Aber eigentlich ist es ja gar nicht wert, sich so darüber aufzuregen, schade um die Nerven ( spart man sich besser für die Kiddies auf 🙂 )

    • Rahel sagt:

      Zum Glück gibts so ne tolle Einrichtung, ich glaube die nennt sich Schule, in der habe ich schon vor Jahren LESEN gelernt und bis heute nicht verlernt 🙂

      • Genau. Diese Leute haben als grosses Ziel nicht Eure Information oder Euch sonst was Wertvolles zu geben, nein, diese Leute wollen Euch hässig machen, aufhetzen, zu Reaktionen zwingen, die Ihr sonst gar nicht machtet.

        Die meisten dieser Texte lasst am besten sein. Ihr könnt nicht gewinnen, es ist ein unfaires Spiel. Also spielt gar nicht erst mit.

  • Antonia sagt:

    Meine Grossmutter hat vor über 60 Jahren ihr 3. Kind im 9. Monat verloren. Sie hat lange getrauert. Selbst ihre eigene Tochter hat zu ihr gesagt:“ was weinst du um den Toten, schau doch zu uns lebenden.“ Dieses Thema ist uralt und wird immer ein Thabuthema sein. Was die Betroffenen selber fühlen, wird nie jemand verstehen können. Nicht mal der eigene Mann. Dieses Gefühl es wächst etwas in einem, und man verliert es (ist mir persöhnlich im 2. Monat nach drei Kindern passiert, ich habe nächtelang geweint) muss man selber verarbeiten. Die klugen Sprüche (die sicherlich ehrlich und gut gemeint sind) helfen einem nicht wirklich. Ich wünsche jeder Frau, egal ob berühmt oder nicht, das sie das erlebte gut verarbeiten kann. Und ich wünsche uns allen mehr mitgefühl untereinander. Und nicht immer wegschauen wenn elend da ist. Das Leben selber, ist nicht immer nur Sonnenschein.

    • Stef sagt:

      ich bin ein Mann, die Kinder wuchsen nicht in mir, aber glaube bitte nicht, dass das die Trauer kleiner macht!

  • Stef sagt:

    Ich weiss nicht, wie es uns gehen würde, hätten wir nicht schon zwei gesunde Kinder. Jetzt nach drei Fehlgeburten trauen wir uns gar nicht mehr, uns über die neue Schwangerschaft zu freuen. Es war der Horror

  • lea spescha sagt:

    @eremit: abort ist das lateinische fachwort für fehlgeburt. interruptio ist die abtreibung. in diesem zusammenhang von einem abort im sinne der toilette zu sprechen ist beschränkt. es ist nicht jeder gipfel ein gipfel, kapiert? wohl kaum.

    • Kim sagt:

      Auch Besserwisser erwischt das Schicksal vielleicht mal eiskalt. Gibt es in Ihrem Fremdwortschatz auch ein Wort für „Gefühle“?

  • lea spescha sagt:

    ein arbort ist ein natürliches ereignis, meist betrifft es embryonen mit oft lebensunfähigen missbildungen. die heutigen mamis und papis können sich eh nicht vorstellen, ein behindertes kind grosszuziehen. alles muss perfekt, schön und bequem sein. deshalb ist es fadenscheinig, von armen alleingelassenen mamis zu sprechen. die gesellschaft bemitleidet sich für alles und jedes. mitleid heischen ist in, die psychiater haben hochkonjunktur.

    • Kim sagt:

      Fast schon menschenfeindlich, Ihre Aussage. Wie gut, dass ich mich nicht mit Menschen wie Ihnen umgeben muss. Menschenfreunde sind mir eindeutig lieber.

      • Rahel sagt:

        @ lea spescha

        Ich kann dazu nur sagen: ich hätte nie und nimmer bei einem meiner Kinder eine Fruchtwasserpunktion machen lassen weil ich resp. wir, obwohl wir heutige Eltern sind, uns sehr wohl vorstellen konnten, ein behindertes Kind grosszuziehen und zwar mit allen Konsequenzen!

        @ Kim

        Geht mir wie Dir, es hat mich beim lesen grad geschüttelt!

  • Jutta Blühberger sagt:

    Solche Todgeburten sind sicher ein persönliches Unglück für die Eltern. Das wünscht sich niemand. Aber, ähem, wer ist Lili Alen?

  • Eremit sagt:

    „Etwa 15 Prozent aller Schwangerschaften enden in einem Abort.“

    Jede und jeder hat m.E. in der Verwandtschaft und Umfeld jemanden, die eine Fehlgeburt erlitt.

    Warum wird hier bewusst(?) von Abort geschrieben und nicht vor Fehlgeburt? Wie von anderen schon erwähnt bedeutet Abort in einzelnen Kreisen eine Fehlgeburt, in andere eine Abtreibung, und anderen wiederum eine Toilette. Bitte nenne wir doch das Kind unmissverständlich beim Namen.

  • Adrian sagt:

    Ein sehr einfühlsamer Beitrag zu einem wichtigen Thema, um so trauriger dass mit keinem Wort die Väter angesprochen werden (gut mit einem knappen und gleich draauf relativierten Nebensatz bloss) welche ihr Kind genau so mitverlieren. Bezeichnenderweise hiess war der Wortlaut der offiziellen Pressemeldung dass Lili Allen und ihr Mann gemeinsam ihr Kind verloren hätten … schade hat Mamablog dies nicht so aufgegriffen!

  • Katharina sagt:

    Es wird Dich ein Leben lang begleiten. Jedes Jahr von Neuem. Und nichts in der Welt kann das ändern. Du willst Dir auch die Gefühle, die um das Datum herum kommen, nicht nehmen lassen. Du versuchst sie anzunehmen, denn sie sind Dein andenken an Deine lieben Kleinen. Jedes Jahr wirst Du erinnern. Aber sie haben es verdient, dass Du die Gefühle zulässt soweit Du vermagst,

    denn immerhin sind sie Dein.
    Deine Liebe,
    Deine Wärme während der Monate vorher,
    Deine Wehen
    Deine Krämpfe. Deine Schreie und Flüche.
    Dein Hören auf seinen ersten Schrei, der nie kommen wird.

    Du wirst den Schrei träumen. Aufwachen und das Schweigen wird eindringlicher sein als die lärmende Wirklichkeit.
    Du wirst in Nächten davor umherirren, sie suchend, genau wissend Du kannst sie nie finden.
    Nicht hier.
    Du wirst Dich zu erinnern versuchen, hinter den Schleier der Sedative zu blicken versuchen. Die Sedative, die sie geben mussten gegen die verzweifelte Agonie.
    Jedes Jahr wirst du diese Wanderung machen. Auch um sie zu ehren, hoffend sie sehen Dich.

    Nov 6. Nathaniel und Monika.

    • Eni sagt:

      Ach Katharina, es tut mir unendlich leid.

    • Kim sagt:

      Danke dir, Katharina, für diesen körperlich und vor allem aber seelisch erfassbaren Einblick in deine schmerzvolle Erfahrung, die nicht enden will. Ich werde übermorgen an euch denken.

    • Regina sagt:

      Ich musste weinen, als ich Deine Worte gelesen habe.
      Alles Gute!

    • Katharina sagt:

      Ich fand Stärke. Ich erlaube mir, Trauer auszudrücken so viel wie meine Energie erlaubt. Denn es ist meine Verbindung zu den Zwillingen, verloren so lange her, als ob es gestern war.

      Ich glaube ich bin nun sicher, beschützt und geborgen.

      • Rahel sagt:

        Liebe Katharina!

        Auch ich wünsche Dir viel Kraft für Morgen! Ganz liebe Gedanken und eine feste Umarmung: Rahel

    • Widerspenstige sagt:

      Das freut mich für Dich, Katharina, dass Du Dich auffangen konntest und Dich begleitet fühlst. Du bist eine starke Frau und hast eine aussergewöhnliche Persönlichkeit entwickelt, die Dir niemand nehmen kann. Ich wünsche Dir alles Liebe für den morgigen Tag. Sei beschützt und begleitet durch energievolle Gedanken in Deine Richtung.

      Nur wer Hilfe annehmen kann, kann sich von seinen Ängsten befreien.

  • Daniela sagt:

    Ein Kind in den ersten Schwangerschaftswochen zu verlieren stelle ich mir absolut schrecklich vor, aber was es heisst ein totes Kind gebären zu müssen, übersteigt meine Vorstellungskraft. Ich wünsche allen Betroffenen die Unterstützung, die sie in solchen Fällen benötigen!

  • Fufi sagt:

    An alle, die der „Mutter“ eine Schuld zuweisen wollen (Rauchen, Alkohol, etc.):
    „Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein!“

    Es kann doch gerade im Fall eines – unerwarteten – Aborts schwerlichst bewiesen werden, dass Rauchen und Alkohol und etc. als ALLEINIGE URSACHE(N) dazu geführt haben … ! Und auch wenn’s denn so wäre: Das würde das Leid der Betroffenen nämlich definitiv NICHT verringern, sondern massiv vergrössern!

    und @ Roger , 4.11. 14:04:
    Meinst du wirklich, eine normale (?!?) Frau treibt ein Kind ab aus Spass, sozusagen um weiter Spass zu haben? Shame on you!

    • Natürlich meine zum Beispiel ich sowas nicht. Dennoch muss man das Wort „normal“ in „normale Frau“ in Frage stellen. Was ist normal?

      • Fufi sagt:

        Hallo Patrick

        Mit „normal“ meine ich eine Frau, die nicht bloss deshalb abtreibt, weil ein Kind ihren „way of life“, ihre Karriere oder sonstwie ihre „Selbstverwirklichung“ „behindern“ würde. (habe deshalb hinter „normal“ auch die Zeichenfolge (?!?) gesetzt.
        Aber „normaler“-weise wählen diesen Schritt ja meist Frauen, die sich aus finanzo-sozialen Gründen dazu entschlossen (entschliessen mussten?) Und genau darum geht’s! Meine ich.

      • Kate Bush sagt:

        @Fufi
        Genau darum geht es, bei mir war es so. Wenn der Vater des Kindes dazu gestanden hätte, wäre das Kind zur Welt gekommen.

      • Eni sagt:

        Lasst doch Roger in Ruhe. Er hat eben ein Kind verloren und weiss nicht ob das Mädchen überlebt, da kommen einem halt vielleicht solche Gedanke über Abtreibungen.

      • Fufi sagt:

        @Eni, beziehungsweise Roger:

        Wenn’s so ist: Wünsche dir und deiner Partnerin dass das Mädchen überlebt. Wünsche dem Mädchen alles Gute und ein schönes Leben.

        Ehrlich!

        fufi

  • Sportpapi sagt:

    Ist es ein Tabu, wenn Betroffene nicht darüber sprechen möchten? Einfach keine Lust haben?

    • Brunhild Steiner sagt:

      Nein, aber wenn nicht darüber gesprochen wird, weil einem nichts anderes als grosse Hilflosigkeit, im schlimmeren Fall deplatzierte und verletzende Bemerkungen entgegenkommen, dann vielleicht schon.

  • zysi sagt:

    wie pietätsfähig sind wir noch?

    • Das ist ehrlich gesagt eine sehr gute Frage. fufi, Deine Antwort hier, Du bist der Experte.

      • Fufi sagt:

        Hey Patrick: Danke für die Blumen!

        Auf eine gute Frage möchte ich auch eine gute Antwort geben. Lass mir dehalb noch etwas Zeit – so bis So, oder So. Werde selbige in einem eigenen Kommentar veröffentlichen, dann wird’s unter „Letzte Kommentare“ angezeigt.

        Bis dann

        fufi

      • Ich habe mir natürlich hier auch schon einige Gedanken gemacht, in den letzten Jahren und Jahrzehnten. Aber Du hast eine „professionelle“ Perspektive auf die Pietät.

    • Widerspenstige sagt:

      Zu dieser Frage habe ich letzte Woche an die ‚R‘ hier geschrieben, dass ich es pietätlos finde das Bild mit der nackten Schwangeren hier rechts in der Bilderreihe. Ich habe sie gebeten, dieses Bild doch durch ein anderes zu ersetzen ,denn ich rege mich jedesmal auf, wenn ich es sehe. Wie ergeht es Euch mit diesem Bild? Das würde mich wirklich brennend interessieren.

  • Katharina sagt:

    Ich bin zu befangen, zum Thema was zu sagen. Ausser, dass ich genau weiss wie Lily Allen sich fuehlt.

  • Aloha sagt:

    Der Tod ist ein Tabu-Thema in unserer Gesellschaft und wir haben verlernt mit dem Tod generell umzugehen, dazu gehört auch dieser Tod.
    In anderen Ländern wird die Schwangerschaft nicht drei Monate lang vor Freunden und Verwandten verschwiegen, sondern alle freuen sich schon ab dem Schwangerschaftstest über das Baby, wenn es dann zu einem Abort kommt, muss sich das Elternpaar nicht lange erklären, da ja alle über die Schwangerschaft Bescheid wussten und nun auch mitleiden oder ihr Mitgefühl zeigen können. Das Thema ist somit viel präsenter, da bekannterweise die meisten Babys in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten sterben.
    Die Schwangerschaft muss ja nicht gerade im Facebook veröffentlicht werden oder dem Arbeitgeber sofort mitgeteilt werden, aber die Familie darf es doch wissen und einem dann auch im Guten wie im Schlechten beistehen?

    • Sportpapi sagt:

      Auch wir haben immer 3 Monate zugewartet. Nicht nur damit, es den Kollegen zu erzählen. Wir haben auch versucht, unsere Freude etwas zu beherrschen, weil wir immer gewusst haben, was noch passieren könnte. Zum Glück ist es zweimal gut gegangen (auch die weiteren 6 Monate und überhaupt). Wenn nicht, hätte ich die Trauer lieber in der engen Familie gehalten. Ist halt wohl eine Typ-Frage. Kollektives Trauern und Mitgefühlsbekundungen sind nicht so mein Ding.

  • v for vietcong sagt:

    1. es ist anscheinend nicht nur den zeitungen eine schlagzeile wert, sondern auch diesem blog. schade, das wäre nicht nötig gewesen. weil ich finde man MUSS die moralische frage aufwerfen. aber ich lasse mich jetzt auf keine weiterführende diskussion bezüglich moral ein. das wollt ihr nicht, gaubt mir.

    2. wusste ich nicht, dass ein abort auch etwas anderes sein kann als eine toilette. ich verstehe den zusammenhang, finde aber man könnte so taktvoll sein, sich eines anderen wortes zu bedienen. fehlgeburt? oder ist das was anderes? (man entschuldige meine unkenntnis auf diesem gebiet) oder frühverlust? oder unfreiwillig abgebrochene schwangerschaft?

    3. ist es kein tabu. ein tabu wird es nur, wenn man selbst darüber nicht spricht. also ist es hier kein tabu. und auch sonst nirgens, wo darüber gesprochen wird.

    4. „Die Vorgeschichte ist entscheidend, das Alter, die Stärke des Kinderwunsches,…“ die stärke des kinderwunsches ist entscheidend?? im ernst? also wenn ich mir sehr wünsche das ich mein kind verliere, dann verliere ich es möglicherweise?

    5. „Dieser Zustand des zwei in eins, eine Kernreaktion, die die Mutterliebe ankickt. Verliert diese ihr Objekt, ist das einfach nur traurig.“
    objekt?

    6. „Aber man sollte den Schmerz der Betroffenen in jedem Fall respektieren. Auch bei Lily Allen.“
    genau. und darum schreiben wir jetzt nicht mehr über sie und holen uns die nächste studie.

    • emu's mom sagt:

      abort ist die medizinische bezeichnung für das äusserst tragische und einschneidende geschehen, ein leider noch nicht überlebensfähiges kind während der schwangerschaft zu verlieren. obschon die wortwahl faktisch korrekt ist, wird durch deren nüchternheit das ganze szenario von schmerz, trauer, ohnmacht und wut zu einer simplen angelegenheit degradiert, die selbstverständlich niemals dem gerecht werden kann, was diese situation für die jeweiligen betroffenen bedeutet. „sie hatte einen abort“ ist zwar sachlich gesehen gleichbedeutend mit „sie hat ihr kind verloren“, jedoch ohne die emotionale dimension, die ein solch tragisches ereignis mit sich bringt.

      • v for vietcong sagt:

        und abort heisst auch toilette.

      • emu's mom sagt:

        dass abort auch = toilette ist , ist mir bekannt. da wir hier aber vom bereich der fehlgeburt reden, fand ich es angebracht, den verwendeten begriff in diesem zusammenhang zu erklären und ein statement abzugeben über das fehlen der emotionalen dimension.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @v for vietcong: nun mal bisschen langsamer guter Bruder,
      zu Nummer 4: wirklich übersehen dass gemeint ist,
      die Stärke der Kinderwunsches beeinflusst die Trauerintensität nach einem Abort?
      Und nicht die Wunschstärke könnte zum Ereignis führen…?

      Zum Tabu, ich habe keine Lust auf eine ideologische oder bedeutungsklärende Debatte, aber anhand der komplett hilflosen und überforderten Reaktionen aus dem Umfeld von Betroffenen lässt sich sehr wohl der Schluss ziehen, dass dieses Thema ein Tabu ist, etwas, mit dem sich Wenige auseinandergesetzt haben und Wenige, jedenfalls nicht genug, fähig sind den Betroffenen einigermassen hilfreich zu begegnen.
      Lieber ignoriert man diese Möglichkeit und lenkt, wenn man dennoch damit konfrontiert wird, ab, redet klein, verharmlost, beschwichtigt, tut alles um der Sache und dem Schmerz nicht ins Auge sehen zu müssen.

      • v for vietcong sagt:

        @ Brunhild Steiner

        ui, alles klar, hab ich falsch gelesen. ich dachte schon…

        nein die ideologische diskussion lassen wir lieber 🙂

        du schreibst:

        „aber anhand der komplett hilflosen und überforderten Reaktionen aus dem Umfeld von Betroffenen lässt sich sehr wohl der Schluss ziehen, dass dieses Thema ein Tabu ist, etwas, mit dem sich Wenige auseinandergesetzt haben und Wenige, jedenfalls nicht genug, fähig sind den Betroffenen einigermassen hilfreich zu begegnen. Lieber ignoriert man diese Möglichkeit und lenkt, wenn man dennoch damit konfrontiert wird, ab, redet klein, verharmlost, beschwichtigt, tut alles um der Sache und dem Schmerz nicht ins Auge sehen zu müssen.“

        also das man überfordert ist, ist nicht automatisch gleichbedeutend mit ignoranz oder verharmlosung. ich weiss ja nicht was du für leute um dich herum hast, aber solche kämen mir gar nicht erst in die hütte. ich will leute um mich herum, die mir vertrauen und denen ich vertraue. die sind dann nämlich auch nicht überfordert, wenn mal was passiert. oder vielleicht überfordert (warum eigentlich, das problem betrifft ja nicht sie direkt) aber keine verharmloser oder kleinredner. darum sage ich: ein tabu ist es dort wo nicht geredet wird. in einer freundschaft wird aber geredet. also gibt es auch kein tabu. schöne einfache vietcong welt ich weiss, ich weiss…

      • Brunhild Steiner sagt:

        Ich vermute mal, dass die meisten hier drin die von genau solchen Reaktionen berichtet haben, sich das auch nie vorgestellt hätten auf eine derartige Beschwichtigerei und Verharmlosung zu stossen.
        Ich wünsch der vietcong Welt dass sie von derartigen Ent-täuschungen verschont bleibt…;-)

      • v for vietcong sagt:

        @ Brunhild Steiner

        die einfache vietcong-welt dankt ihnen mit handkuss!

    • Mirjam sagt:

      Abortus ist das lateinische Fachwort aus der medizinischen Terminologie für den Verlust der Leibesfrucht. Was so harmlos tönt ist für die betroffene Frau ein extrem traumatisches Erlebnis/Ereignis. Nicht nur psychisch traumatisch sonder auch körperlich extrem belastend. Der Hormonhaushalt muss sich auf „Nicht-schwanger“ umstellen, der Bauch wird wieder flach, der Zyklus muss sich wieder einspielen. Und je nach Reife der verlorenen Leibesfrucht muss die traumatisierte Frau noch eine Curettage über sich ergehen lassen oder das Kind welches im Mutterleib verstorben ist auf normalem Weg gebären. Ein totes Baby zu gebären ist extrem belastend.
      Ich hatte 5 x eine Fehlgeburt (einen Abortus incompletus) – der Grund: Cervixinsuffizienz. Der Muttermund ist immer zu früh aufgegangen. Nach 5 Fehlgeburten hatte ich dann doch noch das Glück, zwei gesunde Kinder gebären zu können. Es sind nicht immer die Mütter schuld, wenn sie ein Baby verlieren. 90 % der Schwangerschaften gehen in den ersten 8 Wochen verloren. Häufig bemerken die Frauen gar nicht dass sie schwanger waren – die Regelblutung kommt 1-2 oder höchstens 3 Wochen zu spät – sie merken es erst später wenn sie beim Gynäkologen waren und der einen erhöhten HCG-Gehalt im Blut feststellt. Das Embryo selber ist aber schon längst abgestorben und ausgestossen worden. Die Empfängnis und die Schwangerschaft sind extrem kompliziert – alles muss genau nach „Bauplan“ ablaufen, sonst reagiert der weibliche Körper und stösst das Embryo ab. Das ist ein ganz natürliches Vorgehen. Der weibliche Körper merkt häufig von selber wenn irgend etwas mit dem Embryo nicht stimmt und stösst es ab.

  • Cristina sagt:

    Die despektierlichen, ironischen, und verletzenden Kommentare, die hier veröffentlich werden, sind genau der Grund, warum das Thema Tabu ist und bleibt und die betroffenen Paare damit nicht an die Öffentlichkeit gehen. Wenn ein Abort von der Aussenwelt als „Anekdötchen“ bezeichnet wird, die es „sportlich“ zu nehmen gilt, versteht man leicht, dass man sich nicht aussetzen will. Ich hatte selbst eine Fehlgeburt, habe erfahren, wie meine Umgebung darauf reagierte (ist ja nicht so schlimm, du bekommst sicher ein anderes Kind, du vergisst es sicher schnell, du hast ja schon ein Kind…) und schnell gemerkt, das Thema ist zu persönlich und nur von anderen Betroffenen nachvollziehbar. Trost habe ich nur von denen erhalten, die schon mal so eine Erfahrung durchgemacht hatten. Deshalb habe ich mich entschieden, das Erlebte für mich zu behalten und „still zu leiden“.

    • Mirjam sagt:

      Hallo Cristina, auch ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich nur von Frauen Verständnis und Mitgefühl erhiehlt welche auch bereits eine Fehlgeburt durchgemacht haben. Es entstand eine Art: Solidarität. Ich unterstütze dich und du unterstützt mich, wir können gemeinsam weinen, trauern, wütend sein. Von meiner weiteren Umgebung erntete ich nur Unverständnis, irgendwelche lapidaren Kommentare wie: hey, ist ja nicht so tragisch, bist ja noch jung genug um Kinder zu kriegen….
      Aber mit 35 ist es halt nicht mehr so einfach schwanger zu werden wie mit 25. Auch ich habe nach dem 3. Abort nur noch still gelitten – habe mich niemandem mehr anvertraut. Nur mein Mann wusste davon. Mitgefühl (nicht Mitleid!), in die Arme genommen werden, reden können über den Verlust, über die Trauer, die Wut, die Selbstzweifel…. Das wäre genau die richtige Art dieses traumatische Erlebnis verarbeiten zu können. Dass es hier im Forum Leute gibt welche einen derart schlimmen Verlust als „Anekdötchen“ bezeichnen zeigt mir einmal mehr, wie wenig Empathie Frau/Mann aufbringen kann für eine Familie welche das heiss ersehnte Kind gehen lassen musste.

  • Kathy sagt:

    Aber genau das zeigt doch, das du alles andere als egoistisch bist. Das man sich manchmal fragt, warum man selber soviel Glück hat, oder eben auch nicht, ist normal. Antworten auf diese Fragen wirst Du aber nie abschliessend finden. Dankbar sein und sich freuen – und, wo möglich, den Menschen helfen denen es nicht so gut geht.

  • Roger sagt:

    Ein Teil der Kommentare zu diesem für mein Empfinden gelungenen Beitrag spiegelt doch genau die Tabuisierung des Themas. Statt sich mit dem Inhalt, Fehl- und Todgeburt, auseinander zu setzen, versucht man an irgendwelchen „weltlichen“ Bezugspunkten fest zu halten. Es ist doch sch…egal wie Lily Allen was mitteilt, ob sie raucht und säuft. Es geht um Frau X und Herr Y, die ihr Kind verloren haben und das Anrecht auf Trauer haben, auch wenn sonst niemand auf dieser Welt das Kind kennen lernen durfte.
    Trauer ist ein individuelles Thema, wo wir uns mit subjektiven Interpretationen zurück halten sollten. Akzeptanz, Wertschätzung und Empathie sind gefragt. Und falls mal jemand nicht wissen sollte wie er/sie mit einer betroffenen Person umgehen soll, fragt diese einfach.

    • Heidi sagt:

      Danke Roger!!!!! Danke Michèle!!!!!!! Besser könnt ich’s auch nicht sagen!
      Als Betroffene tut mir diese Tabuisierung einfach nur zusätzlich weh!

  • Tilly sagt:

    Genau diese Art von stupiden, anmassenden, völlig „danebigen“ Kommentaren bringen die Frau dazu, nichts zu erzählen. Lieber einsam trauern…

  • Hebamme Andrea sagt:

    Als Hebamme freue ich mich sehr, dass Fehlgeburt ein öffentliches Thema ist. Viel zu lange wurde die Fehlgeburt tabuisiert. Es ist an der Zeit, dass Frauen selbstbestimmt den für sie passende „Behandlungsweg“ und die passenden „BehandlungspartnerInnen“ wählen dürfen. Eine breitere Aufklärung über Begleitungsmöglichkeiten bei Fehlgeburt tut not. Andere Länder sind da meilenweit voraus. Glücklicherweise gibt es in der Schweiz eine Fachstelle für Fehlgeburt und perinatalen Kindstod http://www.fpk.ch welche betroffene Eltern, Angehörige, Freunde und Fachleute unentgeltlich in allen Fragen rund um Fehlgeburt und frühen Kindstod berät. Frauen und Familien die um ein verlorenes Kind trauern brauchen unsere Unterstützung und keine Vorwürfe!

  • Rahel sagt:

    Ich möchte einfach allen Betroffenen mein zutiefst empfundenes Beileid ausdrücken und wünsche viel Kraft in diesen schweren Stunden! Auch wenn das Ungeborene noch nicht sichtbar einen Platz auf dieser Welt hat, so hat es den doch schon im Herzen der Mutter ( und natürlich auch in dem des Vaters! ). Ich stelle mir das unendlich schwierig vor, mit so einem Verlust fertig zu werden! Ich weiss, es tönt jetzt egoistisch ( also liebe Betroffene, seid mir nicht böse! ) aber ich bin Gott unendlich dankbar, dass er mir a) zwei kerngesunde Mädchen geschenkt hat ( ich nehme das auch wirklich nicht als selbstverständlich! )und b) mich vor so einem schweren Schicksalsschlag verschont hat!

    • Kathy sagt:

      Das ist nicht egoistisch Rahel!

      • Rahel sagt:

        Manchmal kommt bei mir schon der Gedanke hoch, grade wenn ich so Schicksale, wie das von Mirjam, lese warum ich soviel Glück erfahren darf und ob ichs überhaupt verdient habe! Ich freue mich schon drüber, und weiss eigentlich auch, dass solche Gedanken doof sind, und doch würde ich es allen gönnen, so wie ich beschenkt worden zu sein!

      • Kim sagt:

        @ Rahel: geht mir genauso, kann ich voll und ganz nachvollziehen

  • Roger sagt:

    Meine Frau und ich haben unseren neugeborenen Sohn am 12. Tag nach Geburt verloren. Er erlitt eine schwere Hirnblutung.
    Seine am gleichen Tag geborene Zwillingsschwester liegt noch immer in sehr kritischem Zustand in der Intensivstation.

    Unsere Trauer, unser Schmerz sind endlos.

    Meine Frau und ich sind beide der Meinung, hätten wir das (die) Kinder vor der Geburt verloren (Fehlgeburt), wäre dies für uns um einiges leichter zu ertragen gewesen. Wir denken, das wir eine noch viel stärkere Verbindung zu den Kindern aufgebaut haben, als wenn wir eine Fehlgeburt erlitten hätten. Wir hielten doch 12 Tage die Hand unseres Sohnes, schauten in seine Augen, sahen sein Lächeln, sprachen mit ihm usw usw.

    Wir denken, eine Fehlgeburt zu haben ist weit weniger schlimm als ein Kind rasch nach der Geburt zu verlieren.

    Wer selber und gewollt Kinder abtreibt, deren Trauer können wir nicht im Geringsten nachvollziehen.

    • Brunhild Steiner sagt:

      Was Sie erleben müssen, Roger, tut mir sehr leid.
      Es ist aber heikel den Eltern die „nur“ einen Abort erlebt haben durch die Blume zu verstehen geben, dass ihre Trauer ja nie genau gleich tief sein kann.
      Natürlich denke auch ich, dass mich der Tod meiner Kinder im Heute viel tiefer treffen würde, als wenn ich sie in der Schwangerschaft verloren hätte- wie es sich wirklich angefühlt hätte, auch die vielen Jahre danach, wenn man immer wieder daran erinnert wird es wäre jetzt so und so alt usw., das kann ich mir nur vorstellen aber nicht mit Sicherheit sagen.
      Jedenfalls wünsche ich Ihrer Tochter ganz viel Kraft und Durchhaltewillen, dass sie überlebt und Sie viel Freude mit ihr erleben können!

    • Fufi sagt:

      Roger

      Habe dich um 16:34 oder so angegriffen.

      Wie auch immer:
      Was ihr erlebt (habt), ist, dazu gibt es keine Worte!
      Wünsche allen alles Gute.
      Bhüet’s eu Gott

      fufi

  • Jennifer sagt:

    Rauchen und Trinken während der Schwangerschaft ist ja nicht das Thema des Blogs.
    Ich selber habe vor kurzem einen Abort erlitten und bin immer noch traurig. Weiss ich doch, dass es in meinem Alter wohl nicht noch einmal klappen wird. Geholfen hat auch nicht, dass mich meine Krankenkasse telefonisch kontaktiert hat als ich gerade einen Termin für die Ausschabung abmachen musste. Obwohl es der Dame äusserst peinlich war, konnte sie ja nichts dafür, dass sie mir in einem doch eher ungünstigen Moment zu meiner Schwangerschaft gratuliert hatte. Aber dass sie mir in einem nächsten Satz sagen musste, dass die Ausschabung dann nicht mehr von der Krankenkasse gedeckt sein würde, fand ich dann schon ziemlich grenzwertig.

  • Andrea Compagnoni sagt:

    Ich kenne die Thematik des Abortes und der damit verbundenen seelischen Schmerzen,
    aus persönlicher Erfahrung,leider nur allzu gut. Bei wiederholtem Verlust des Ungeborenen, kommt
    neben der Trauer auch die Angst vor dem Versagen, Zweifel, Minderwertigkeitskomplexe und
    unglaublicher Sess und Druck hinzu. Die biologische Uhr tickt schliesslich unbarmherzig weiter…
    Ich kann nur jeder Frau, die wiederholte Felgeburten hatte, empfehlen, ihr Blut auf eine eventuelle
    Blutgerinnungsstörung (APC-Resistenz) untersuchen zu lassen.
    Die APC-Resistenz ist eine relativ häufig vorkommende Mutation, welche unbehandelt zu erheblichen
    Komplikationen während der Schwangerschaft führen und das Ungeborene ernsthaft gefährden kann.
    Durch eine tägliche Abgabe einer gewissen Dosis Blutverdünner (Heparin), von Beginn der Schwangerschaft an, kann diese Problematik effizient umgangen werden.

  • bitta sagt:

    ob die berichterstattung in diesem fall angemessen ist, sei dahingestellt – fakt ist, dass lily allen ihre schwangerschaft und auch den abort selbst via twitter und weissichnichtwas öffentlich gemacht hat, durch ihr gelöbnis, das baby zu schonen, dh ohne high heels aufzutreten oder generell kürzer zu treten, so dass sich dann natürlich die ganze welt fragt, wieso sie sich nicht daran gehalten hat, und ob das ein grund für den verlust sein könnte.

    ich selber habe ein kind im 6. monat verloren und habe viel unterstützung erfahren. ich denke, auch wenn hier sicher viele empört aufschreien, dass viele frauen in diesem moment gar keine unterstützung wollen, sondern sich zurück ziehen und selber zuerst mit dem schmerz fertig werden wollen.
    wichtig ist, dass man die hilfe anbietet, ob sie angenommen wird, ist eine andere sache. jede mutter kann jedoch zu einem gewissen zeitpunkt nachvollziehen, wie es einer frau geht, die ihr kind verloren hat, denn solche ängste treiben eine (werdende) mutter täglich um.

    • Kathy sagt:

      Das fragt sich doch nicht die ganze Welt! Ich habe die Berichterstattung über LA auch verfolgt – in der ersten Schwangerschaft hat sie sich tatsächlich nicht so toll verhalten. Seit aber die zweite Schwangerschaft öffentlich gemacht wurde, hat sie praktisch keine öffentliche Auftritte absolviert und wurde auch kein einziges Mal mehr mit Zigarette, Alkohol oder sonstigen Drogen fotographiert. Finde es darum ein bisschen frech von dir, ihr einfach etwas zu unterstellen!

  • Mirjam sagt:

    Auch ich musste nach dem Abort die Curettage selber bezahlen. Zum psychischen Leid kam dann noch der finanzielle Hammer dazu. Die blöden Sprüche der Freunde und Verwandten kamen dann auch noch: „Nume nid truurig sy, chasch ja schnäu wieder schwanger wärdä“, oder „Isch ja nid so schlimm, isch ja no nid läbensfähig gsi“.
    Die Einstellung zum Abort war sogar beim Praxiskollegen meiner Gynäkologin schlimm. Nach dem Abort wies sie mir ein freies Zimmer in der Praxis zu – mit einer Liege um mich von der Curettage zu erholen. Ihr Praxiskollege kommt ins Zimmer und weist mich an, das Zimmer sofort zu verlassen, er müsse Ruhe haben um Krankenberichte zu diktieren. Als ich ihm sagte, dass seine Praxiskollegin mir das Zimmer zugewiesen hat weil ich gerade eine Abortcurettage hinter mir habe meinte er: Das sei kein Grund sich hinzulegen. Das schlimmste sei ja jetzt vorbei. Dass es mir schwindlig war und ich zuweilen doppelt sah hat ihn nicht davon abgehalten, mich höchstpersönlich auf die Beine zu stellen und mich ziemlich ruppig aus der Praxis zu entfernen.
    Ich kann es auch nicht nachvollziehen, dass die Pille von der KK bezahlt wird, aber eine Abortcurettage (Abort ist nach WHO als Krankheit anerkannt) der Patientin angelastet wird.

    • Äh, wenn Du Dich ausruhst, dann HAT er ja seine Ruhe. Der wollte Dich einfach raushaben und Dir zeigen, was er von Schwangeren hält. Nicht persönlich nehmen.

      Und der Unlogik und Ungerechtigkeit im Gesundheitswesen gibt es haufenweise.

      • Eni sagt:

        Ja, diese blöden Sprüche: eine Bekannte musste sich sogar an der Beerdigung ihres 22 Monate alten Kindes anhören dass sie ja noch jung genug wäre für ein neues Kind.

      • Jürg. sagt:

        @Eni
        naja lieber ein blöder Spruch als gespieltes Mitleid (so hart es auch ist)

    • Kathy sagt:

      Welche Pille wird von der KK bezahlt? Meine nicht…

    • Xenia sagt:

      Solche unsensible Ärzte gibts leider oft. Letztes Jahr hat die FÄ meiner Freundin im 5. Monat gesagt, dass das Baby keine Herztöne mehr habe – tot sei. Das war an einem Freitagmorgen – meine Freundin wurde aber nach hause geschickt und musste bis Dienstagmorgen mit dem toten Kind im Bauch auf die Ausschabung warten…. das grenzt an psychische Folter.
      Wie es ihr dabei psychisch ging, brauche ich wohl nicht zu sagen. Zum Glück hat sie einen tollen Partner, der sie während der Heulkrämpfe einfach nur festhielt und für sie da war…

    • Rahel sagt:

      Liebe Mirjam!
      Ich wünsche Dir ganz viel Kraft!

      • Eni sagt:

        @ Jürg

        Man könnte auch der Beerdigung fernbleiben und den Rand halten, dass wäre doch das Allerbeste.

        Wenn mir jemand an der Beerdigung meines Kindes so einen Spruch ablassen würde, ich wäre nicht mehr zu halten.

  • Kim sagt:

    Ich denke an alle Eltern, die das durchmachen müssen oder mussten, ganz besonders an H. und S., die mir gestern mitgeteilt haben, dass sie nun doch nicht Eltern werden, weil sie ihr absolutes Wunschkind letzte Woche im vierten Monat verloren haben. Beide sind einfach nur traurig, ich auch. Wir haben gemeinsam geweint. Es ist schwer, in dieser Situation das Richtige zu sagen oder zu tun. Einfach da sein und auffangen, soweit es geht, ist wohl das Beste. Für mich ist es doppelt belastend, weil ich selber im 6. Monat bin, bisher ohne Komplikationen. Irgendwie fühle ich mich schuldig, weil ich zwei Kinder zur Welt gebracht habe, mit dem dritten schwanger bin und bisher „verschont“ geblieben bin. Die Statistik hat mich bisher ausgelassen. Wie unfair muss das für betroffene Mütter sein. Ich versuche dennoch, für S. da zu sein, auch wenn ich im Moment wohl nicht ganz die beste Person dafür bin und das Leid womöglich noch vergrössere. Was meint ihr? Egoismus, jetzt für sie da sein zu wollen oder Egoismus, sich aus Rücksicht zurückzuziehen?

    • Nein, für einen Freund da sein ist besser. Und wenn S. Deinen Bauch nicht sehen mag, soll sie es sagen, dann kannst Du Dich entsprechend verhalten.

      Und mit Egoismus hat beides m.E. nichts zu tun. Hilf S., das ist Liebe. Sie alleinzulassen ist es nicht.

      • Kim sagt:

        Das denke und fühle ich ja im Grunde auch. Ich will da sein. Ich vergesse aber auch nicht, was mir eine andere Freundin mal gesagt hat, die zwei Aborte in der frühen Schwangerschaft hatte, nachdem sie jahrelang versucht hatte, schwanger zu werden. Sie meinte, sie könne Mamis und vor allem Schwangere einfach nicht mehr ertragen. Ihr Anblick und ihr Glück würden sie runterziehen und ihr das eigene Unglück permanent vor Augen führen, auch wenn sie das eigentlich so nicht wolle und sie sich selber dafür hasse. Sie hat bis heute kein Kind bekommen.

      • Brunhild Steiner sagt:

        Offenheit und Nicht-vergessen wird sie schätzen,
        wenn Sie ihr zusichern dass Sie damit klarkommen wenn sie Ihre Anwesenheit oder das sich-kümmern nicht mehr verträgt; wenn sie nicht befürchten muss dass es Ihnen in den falschen Hals kommt wenn sie Distanz braucht,
        und dann auch wieder offene Arme haben wenn sie Nähe braucht.
        Und wenn Sie ihr Wertschätzung zeigen und auch noch nach Monaten ab und zu behutsam nachfragen, wie es für sie nun ist, was sie über Ihre gewachsene Familie so denkt, aber auch Ihre eigenen Gefühle, das von der Statistik-verschont-worden-sein, dieses „unverdiente Geschenk“, und die Ohnmacht, dass wir nicht selber dafür sorgen können dass alle dieses Geschenk erhalten und das alles nie passiert wäre. Ich denk Sie werden ihr eine sehr gute Freundin sein.

      • Kathy sagt:

        Das ist himmeltraurig Kim, tut mir sehr leid für deine Freundinnen. Ich an Deiner Stelle würde S. offen fragen, was sie in dieser Zeit von Dir erwartet. Wenn ihr Euch nahesteht, wird sie sicher ehrlich sein mit Dir.

      • Kim sagt:

        Hab ich inzwischen getan, mit ihr geredet. Es ist alles gut. Sie meint, sie brauche uns im Moment wohl eher mehr als weniger, auch weil sie meine Kinder so liebt und eine enge Beziehung hat. Bin irgendwie froh, dass der Blog heute ausgerechnet dieses Thema behandelt.

      • Dann war es für etwas gut, das Forum. Ich bin richtig stolz auf uns.

        Sag S. einen Gruss.

    • Matthea sagt:

      Sie brauchen sich nicht schuldig zu fühlen. Ich habe drei Kinder verloren, eines wegen Trisomie 21 abgetrieben – und da trauere ich noch heute. Es hatte bei mir den seltsamen Effekt dass ich ich mich über alle schwangeren Frauen freute und freue, weil die es soweit geschafft haben. Was mir das Leben schwer gemacht hatte war und ist, dass ich mit meiner Trauer alleine war und bin. Weil es nur für mich Kinder waren, und weil man schlecht darüber reden kann weil die meisten peinlich berührt sind und auf Abstand gehen. Mitgefühl wie Ihres hätte mir geholfen.

      • Kim sagt:

        @Matthea: Ich danke Ihnen für Ihren Kommentar. Sie sind eine bewundernswerte Frau. Ich wünsche Ihnen von Herzen alles Gute.

  • Melekler sagt:

    zu Giorgio:

    Gratuliere zu diesem Artikel, genau das ist eine Tatsache.

    zu den vielen anderen Meinungen:

    Dieses Thema ist sehr persönlich und ich finde, dass jede „Mutter“ und „Vater“ selber darüber entscheiden sollen,
    ob sie ihr Leid teilen wollen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es manchmal einfach zu viel ist, wenn
    die „halbe“ Welt Anteil nimmt.

    Auf jeden Fall wünsche ich allen Betroffenen viel Kraft und auch Mut sich nicht unterkriegen zu lassen.

  • Bruno Waldvogel-Frei sagt:

    Wir haben das zweimal erlebt. Einmal in einem sehr frühen Stadium, einmal im vierten Monat. Je nach Frau und Stadium fallen die Reaktionen unterschiedlich aus. Wir haben geweint, ja. Und es hat zweimal unsere Familienplanung total umgekrempelt. Es ist gut und wichtig, dass man(n) in dieser Zeit da ist und mitträgt. In diesem Sinne betrachte ich mich heute heimlich als fünffacher Vater (zwei meiner Kinder werde später kennenlernen). Die drei andern freuen mich heute schon. Allerdings kann ich es mir nicht verkneifen, ein etwas emotionales Thema anzusprechen. Warum redet man nicht auch über die abgetriebenen Kinder? Die wollten leben und durften nicht. Und sehr viele Frauen, die ich als Pfarrer in der Seelsorge betreue, tragen schwer an dieser Last. Da ist – auch wenn man es aus political correctness nicht aussprechen darf – viel Trauer da!

    • Eni sagt:

      Sie haben natürlich Recht mit Ihrer Aussage dass die abgetriebenen Kinder leben wollten aber nicht durften und dass auch Frauen trauern die ihr Kind nicht leben liessen. Aber kaum eine Frau wird zugeben abgetrieben zu haben und zu trauern, da ihr dieses Recht abgesprochen wird.

      • Kate Bush sagt:

        Ich habe eine Schwangerschaft abbrechen lassen, weil der Vater des Kindes es auf keinen Fall wollte. Ich trauerte lange und finde es auch heute noch schade, trotzdem war es damals wohl richtig, allein hätte ich es nicht geschafft. Ich denke nicht mehr darüber nach, es wäre müssig, ich kann es nicht ändern.

    • Katharina sagt:

      Und wieso wird dieser abscheuliche Vegrleich mit Abtreibung gemacht? Wieso nocht daran gedacht, welche emotionalen Kraempfe Lily Allen durchmachen muss?

      Aber bein, Ihr koennt nichts tun ausser nur euere ewigen kleinkarierten staenkereien zu lebensstil-urteilen loslassen.

      fuehrt doch eine abfallgebuehr fuer aborte ein.
      stand ja auch auf dem sack, damals:

      WARNING BIOHAZARD.

  • Das Thema rührt an unsere derzeitigen Abmachungen und Passungen der schwangeren Frau gegenüber. Seit die Frau von ihrem Körper besitz ergriffen hat („Mein Bauch gehört mir“) hat sie sich auch um die kommerzielle Nutzung desselben bemüht und dies auch ausserhalb des im engeren Sinne „horizontalen Gewerbes“. Die evolotionsbiologisch angelegte Vermarktbarkeit weiblicher Körperlichkeit trieb in den letzten Jahrzehnten seltsame Blüten, in dem viele Tabus weggeräumt wurden. Ein Abort ist tatsächlich eine traurige Tatsache und bleibt ein sehr intimes und privates Erlebnis der Frau. Angesichts dessen plfegten die Frauen früher seit alters eine restriktive „Kommunikationspolitik“. Im Zeitaler des nackten Ganzkörperfotos der schwangeren Promis ist das natürlich nicht mehr möglich. Der nächste Schritt der Pronografisierung wäre nur noch, dass auch der verhinderte Kindsvater zum Interview antritt. Eine Epoche die überall „Nackte Tatsachen“ will kennt die wohlgefügten Formulierungen: „guter Hoffnung“ oder „in anderen Umständen“ sein nicht mehr. Der radikale Zugriff in die Intimsphäre überfordert letztlich den Menschen. Der Abort eines Sternchens interessiert niemanden und vielleicht sollten auch die neun Monate vorher nicht pornografisch inszeniert werden.

    • Eni sagt:

      Es geht hier aber nicht per se um den Abort eines Sternchens sondern um Frauen die ein Kind verloren haben im Allgemeinen.

    • Auguste sagt:

      „Ein Abort ist tatsächlich eine traurige Tatsache und bleibt ein sehr intimes und privates Erlebnis der Frau.“

      hmm…, ich denke, dieser gedanke und der umgang damit, war der grundgedanke der autorin hinter diesem blog. liley allen’s schicksal liefert aber einen guten einsteiger, sich diesem schwierigen thema zu nähern.

    • Katharina sagt:

      „Der Abort eines Sternchens interessiert niemanden und vielleicht sollten auch die neun Monate vorher nicht pornografisch inszeniert werden.“ spit in the face.

  • Nina sagt:

    Einfach nur traurig wie gehässig und ohne jegliches Fein- oder Mitgefühl hier einige auf diese Thema reagieren. Verwundert es da, wenn Frauen und Männer, die ihr ungeborenes Kind verloren haben, darüber schweigen?

    • Lara Kraft sagt:

      Diese Doppelmoral ist wirklich schwierig zu ertragen. Frau Allen, ein singendes It-Girl. Trinkt und säuft und macht Party rund um die Uhr, ihre Busenfreundin ist Kate „Koks“ Moss. Ich kenne das, da ist Frau Allen halt nicht sehr weit von dieser Substanz entfernt.

      Man kann halt nicht diesen Lebenstil pflegen, und wenn man zufällig schwanger wird, einfach mal ein bisschen weniger Drogen nehmen und glauben alles wird gut gehen. Das ist doch lächerlich.

      • lara sagt:

        das wissen sie ja haargenau. die glamour magazine und das internet lügen nie.

      • Leila sagt:

        Leute – sprecht nur über das, worüber ihr euch auskennt! Sich ein Kind zu wünschen ist etwas völlig anderes, als eines zu haben oder eines zu bekommen. Wenn man Anfang 20 ist, ist es wohl extrem schwierig, sich zu beherrschen und gesund zu leben – zumal auch rauchende Frauen gesunde Kinder haben können.

        Ich selbst war drei Mal schwanger, habe immer sehr gesund gelebt, und dennoch zwei Kinder verloren. Und tatsächlich – es ist völlig egal, wann man ein Kind verliert. Die 11. Woche ist ein schlimmer Schock für mich gewesen und die Nachricht kam völlig unerwartet.

        Stigmatisiert nicht und dogmatisiert nicht – versucht euch, in die Lage anderer Menschen zu versetzen und wenn ihr das nicht könnt, dann solltet ihr eure Meinung für euch behalten.

      • Katharina sagt:

        Lara…..disgusting.

  • Eni sagt:

    Warum kommt es darauf an, ob das Kind mit 4 Wochen oder mit 34 Wochen weggeht? Wer bestimmt, wer in welcher Woche wie stark trauern darf?

    Ich kenne eine Familie mit einem schwerst behinderten Kind mit beschränkter Lebenserwartung wo der ältere Bruder gesund ist. Der Wunsch nach einem 3. Kind war gross, aber leider wurde bei den Zwillingen Trisomie 21 festgestellt. Schweren Herzens entschied sich das Paar für eine Spätabtreibung. Trotzdem hat diese Frau auch nach über 1 Jahr noch getrauert. Hat sie denn kein Recht dazu, weil sie die Kinder „freiwillig“ hat sterben lassen?

    • Lara Kraft sagt:

      Natürlich darf diese Frau trauern. Das war nicht selbstverschuldet und völlig nachvollziehbar. Sehr schwere Entscheidung, ich verstehe das schon. Aber die Entscheidung während der Schwangerschaft zu rauchen und zu trinken, ist was völlig anderes. Meiner Meinung nach ist es natürlich schwer, wenn man z.B. Positiv auf HIV getestet wird. Aber wer halt bewusst auf Verhütung verzichtet hat und dieses Risiko eingegangen ist, darf dann auch nicht jammern.

    • mary sagt:

      ich finde es bedenklich, wie viele behinderte kinder abgetrieben werden. ihr leben hat denselben wert wie das gesunder kinder! vor allem menschen mit trisomie 21 können ein sehr lebenswertes leben ohne grosse gesundheitlichen probleme haben und bereichern unsere gesellschaft.

      • Eni sagt:

        @ mary

        Hier geht es nicht um „ausmertzen“ von unwerten Leben (Trisomie 21) sondern darum, dass sich die Familie ausserstande fühlte 3!!!!!!!!!!! behinderte Kinder aufzuziehen. Sie wussten keinen anderen Ausweg. Da eine Fruchtwasserbiopsie erst nach der 12. Woche vorgenommen werden kann, war es dann auch zu spät für eine Abtreibung. Die wurde eingeleitet und die Mutter musste die Kinder gebären, was sie als sehr belastend empfunden hat. Sie hat sich danach auch sterilisieren lassen.

        Ich selber habe auch Mühe mit Abtreibungen, aber man kann nicht alle verurteilen, die sich zu diesem Schritt entschliessen. Viele sind einfach verzweifelt, obwohl ich fast 11000 Abtreibungen pro Jahr sehr viel finde und viele davon wären mit zuverlässiger Verhütung vermeidbar.

  • Pippi Langstrumpf sagt:

    Ein Kind zu verlieren ist das Schlimmste, das einem widerfahren kann. Bei einem ungeborenen Kind ist es genauso, für die Mutter jedenfalls, wenn sie bereits Kindsbewegungen spürte und die Schwangerschaft weit fortgeschritten war. Wir sollten unseren Mitmenschen in ihrer Trauer beistehen, warum der Tod und das Darübersprechen peinlich sein soll, verstehe ich nicht, peinlich ist doch eher, uns Nahestehende im Schmerz allein zu lassen.

    • Markus Schneider sagt:

      Nein, das ist nicht das Schlimmste, was einem widerfahren kann. Klingt aber gut.

      • Auguste sagt:

        hmm…, jetzt bin ich aber auf ihre etwas ausführlichere meinung gespannt, markus schneider/schmidlin. erhellen sie uns.

      • Erich sagt:

        Eine Scheidung der Eltern kann für das Kind traumatisch sein.

      • Ich stimme zu, ich kann mir wirklich noch Schlimmeres, Traumatischeres vorstellen als einen Abort. Was vor zwanzig Jahren in Bosnien geschah etwa, oder ein paar Jahre später in Ruanda kann man zwar nicht wirklich vergleichen, aber es als „weniger schlimm“ als ein Abort einzustufen, für die direkt Betroffenen, ist wohl falsch.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Wenn ich vom Verlieren eines Kindes spreche, meine ich nicht explizit den Abort, sondern ganz generell den Tod eines Kindes. Für mich wäre es das Schlimmste.

      • Rahel sagt:

        Ich gehe damit einig, dass der Verlust eines Kindes für mich als Mutter das schlimmste was ich mir vorstellen kann ist! Mein Leben hätte dann keinen grossen Sinn mehr!

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Rahel: ich verstehe dass es sich in der ersten Zeit so anfühlen wird, aber wie war denn Ihr Leben bevor Sie Kinder hatten? Sahen Sie da auch wenig Sinn drin und warteten auf Kinder, welche dem Leben erst zu seinem Sinn verhelfen? Dass es grausam schmerzen wird und nie mehr dasselbe, absolut einverstanden. Aber sich fast schon gedanklich auf die fast-Sinnlosigkeit danach zu programmieren, das finde ich ein bisschen gefährlich.

      • Rahel sagt:

        @ Brunhld Steiner

        Nein, solche Sinn-Gedanken habe ich mir vor den Kindern nicht gemacht! Aber jetzt wo sie da sind finde ich den Gedanken, sie plötzlich und in so jungem Alter zu verlieren einfach nur schrecklich und grausam!
        ( Aber ich habe schon eher den Hang dazu, mir zuviele Gedanken über „ungelegte Eier“ zu machen. Ich denke auch immer wieder was ist, wenn meine Eltern, meine Schwester oder andere mir nahestehende sterben! Aber ich bin bestimmt nicht die Einzige die solche Gedanken plagen )

    • lara sagt:

      und? verdient sie es deshalb das kind zu verlieren?

      der kommentar ist doch nur geschmacklos! schon nur die schuldfrage zu erwähnen ist unter aller sau.

      • Kathy sagt:

        Danke Lara, war noch am Worte suchen…

      • DIe Weisse Massai sagt:

        Wenn eine Frau während der Schwangerschaft raucht und säuft, dann verliert Sie in meinen Augen jegliches Recht auf Mitleid. Da können mir noch so viele Leute zurufen, das sei geschmacklos. Geschmacklos ist der Egoismus, auch wenn man unbedingt ein Kind möchte, während der Schwangerschaft zu rauchen und zu trinken. DAS ist geschmacklos.

      • Eni sagt:

        Auch ich habe über das Rauchen und Trinke in der Schwangerschaft eine ziemliche rabiate Meinung, aber traurig ist es trotzdem für diese Frau.

    • Hanna sagt:

      beim erstsen Schwangerschaftsabbruch würde ich das genauso sehen…die Risiken sind bekannt, die Konsequenzen auch – man nimmt daher immer, ob nun bewusst oder unbewusst, die Komplikationen in Kauf, wenn man während der Schwangerschaft raucht und trinkt…

      • Kathy sagt:

        Natürlich nimmt man es in Kauf. Trotzdem ist es sehr sehr traurig. Der Verlust des Kindes ist schlimm genug, da muss man nicht auch noch „einen draufsetzen“.

      • Hanna sagt:

        Ich will nicht in Abrede stellen, dass Betroffene, trotz ihres fahrlässigen Handelns, Traurig über eine Fehlgeburt sind, mein Mitleid hält sich in solchen Fällen allerdings in Grenzen.

    • Kurt sagt:

      Und was sagt dieses Bild jetzt aus? Hat sie ab und an eine Zigarette geraucht oder hat sie kettengeraucht? Verdient eine werdende Mutter, die ausnahmsweise mal einen Schluck Wein trinkt kein Mitleid mehr, wenn sie ihr Kind verliert? Da die Medien gerne jeden Fehltritt festhalten und aufbauschen, finde ich es sonderbar, wenn intelligente Menschen sich über eine Person ein derart heftiges Urteil erlauben, ohne diese auch wirklich zu kennen.

      • Hie und da ein Glas Wein geht sicher in Ordnung, hie und da eine Zigi auch. Hie und da ein Totalabsturz hingegen ist zuviel. Die Medien haben halt kein Mass, die Jagd nach Quoten verlangt jeden Tag nach einer neuen Sau im Dorf, und möglichst einer noch dreckigeren als heute.

        Ich habe mit jedem Menschen Mitleid, dem sowas geschieht. Sogar mit dem, der es gar nicht will, mein Mitleid. Alla faccia di Schneider.

      • Eni sagt:

        Nein, hie und da eine Zigi ist nicht in Ordnung, da das Kind bei jedem Zug einen Sauerstoffmangel erleidet und in Todesangst gerät.

        Trotzdem darf diese Frau um ihr verlorenes Kind trauern.

      • Ist das so? Wusste ich nicht, ich war vom Gegenteil überzeugt. Meine Frau rauchte nicht.

      • Kathy sagt:

        Das mit der Zigi ginge ja noch – Alkohol sollte aber, laut neusten Befunden, gänzlich gemieden werden. Ein halbes Glas Champagner kann gleichviel anrichten wie eine Flasche Vodka.

      • Eni sagt:

        Ja, das ist so. Man hat sogar schon Kinder im Mutterleib mit Ultraschall gefilmt während die Mutter rauchte und da kann man die Panik im Gesicht des Kindes sehen.

      • Sportpapi sagt:

        Ich nehme an, die Panik kommt nicht vom Ultraschall, oder?

      • Markus Schneider sagt:

        @Tigri

        Sie sagen: „Ich habe mit jedem Menschen Mitleid, dem sowas geschieht.“

        Wikipedia sagt: „Die Weltbevölkerung umfasst rund 6,9 Milliarden Menschen.“ Und: „Etwa 30 % der Frauen sind in ihrem Leben von einer oder mehreren Fehlgeburten betroffen.“

        Ich sage: Mit ein ganz wenig rechnerischer Begabung kann sich jeder ausrechnen, was Tigri für ein Mitleidsbolzen sein muss, dass er so unendlich viel Mitleid versprühen kann – und das bestimmt auch noch gleichzeitig, währenddem er hier Kommentare schreibt. Er meint wohl mit Mitleid etwas grundsätzlich anderes als üblicherweise mit Mitleid gemeint ist.

        Aber lassen wir doch mal jemand anderen zu Wort kommen und fragen uns dabei, welche Leute wohl a) Mitleid haben, b) Mitleid erwarten, c) Mitleid bezeugen, d) usw.:

        Mitleid erregen wollen. — La Rochefoucauld trifft in der bemerkenswertesten Stelle seines Selbst-Portraits (zuerst gedruckt 1658) gewiss das Rechte, wenn er alle Die, welche Vernunft haben, vor dem Mitleiden warnt, wenn er rät, dasselbe den Leuten aus dem Volke zu überlassen, die der Leidenschaften bedürfen (weil sie nicht durch Vernunft bestimmt werden), um so weit gebracht zu werden, dem Leidenden zu helfen und bei einem Unglück kräftig einzugreifen; während das Mitleiden, nach seinem (und Plato’s) Urteil, die Seele entkräfte. Freilich solle man Mitleiden bezeugen, aber sich hüten, es zu haben: denn die Unglücklichen seien nun einmal so dumm, dass bei ihnen das Bezeugen von Mitleid das größte Gut von der Welt ausmache. — Vielleicht kann man noch stärker vor diesem Mitleid-haben warnen, wenn man jenes Bedürfnis der Unglücklichen nicht gerade als Dummheit und intellektuellen Mangel, als eine Art Geistesstörung fasst, welche das Unglück mit sich bringt (und so scheint es ja La Rochefoucauld zu fassen), sondern als etwas ganz Anderes und Bedenklicheres versteht. Vielmehr beobachte man Kinder, welche weinen und Schreien, damit sie bemitleidet werden, und deshalb den Augenblick abwarten, wo ihr Zustand in die Augen fallen kann; man lebe im Verkehr mit Kranken und Geistig-Gedrückten und frage sich, ob nicht das beredte Klagen und Wimmern, das Zur-Schau-tragen des Unglücks im Grunde das Ziel verfolgt, den Anwesenden weh zu tun: das Mitleiden, welches Jene dann äußern, ist insofern eine Tröstung für die Schwachen und Leidenden, als sie daran erkennen, doch wenigstens noch Eine Macht zu haben, trotz aller ihrer Schwäche: die Macht, wehe zu tun. Der Unglückliche gewinnt eine Art von Lust in diesem Gefühl der Überlegenheit, welches das Bezeugen des Mitleides ihm zum Bewusstsein bringt; seine Einbildung erhebt sich, er ist immer noch wichtig genug, um der Welt Schmerzen zu machen. Somit ist der Durst nach Mitleid ein Durst nach Selbstgenuss, und zwar auf Unkosten der Mitmenschen; es zeigt den Menschen in der ganzen Rücksichtslosigkeit seines eigensten lieben Selbst: nicht aber gerade in seiner „Dummheit“, wie La Rochefoucauld meint. — Im Zwiegespräche der Gesellschaft werden Dreiviertel aller Fragen gestellt, aller Antworten gegeben, um dem Unterredner ein klein Wenig weh zu tun; deshalb dürsten viele Menschen so nach Gesellschaft: sie gibt ihnen das Gefühl ihrer Kraft. In solchen unzähligen, aber sehr kleinen Dosen, in welchen die Bosheit sich geltend macht, ist sie ein mächtiges Reizmittel des Lebens: ebenso wie das Wohlwollen, in gleicher Form durch die Menschenwelt hin verbreitet, das allezeit bereite Heilmittel ist. — Aber wird es viele Ehrliche geben, welche zugestehen, dass es Vergnügen macht, wehe zu tun? dass man sich nicht selten damit unterhält — und gut unterhält —, anderen Menschen wenigstens in Gedanken Kränkungen zuzufügen und die Schrotkörner der kleinen Bosheit nach ihnen zu schießen? Die Meisten sind zu unehrlich und ein paar Menschen sind zu gut, um von diesem Pudendum Etwas zu wissen; diese mögen somit immerhin leugnen, dass Prosper Mérimée Recht habe, wenn er sagt: „Sachez aussi qu’il n’y a rien de plus commun que de faire le mal pour le plaisir de le faire“…

    • Katharina sagt:

      Wir reden dann wieder, wenn Sie ihr eigenes Kind verlieren, so ein paar Wochen vor der Geburt, Massai,

      • Eni sagt:

        @ Sportpapi

        Nein, das Kind wurde zwecks Anschaung mit Ultraschall gefilmt während die Mutter rauchte. Das Kind war in Panik infolge Sauerstoffmangel.

  • DIe Weisse Massai sagt:

    Frau Allan war doch die, die während ihrer ersten Schwangerschaft weiter rauchte?

    • studimutter sagt:

      und wenn auch? was schließen sie nun daraus? so ein idiotischer, anmaßender Kommentar….

      • Dass sie nicht genügend Sorgfalt ausübte. Dass man das Rauchen während der Schwangerschaft unterbinden soll ist seit vielen Jahrzehnten bekannt und usus.

        Aber anscheinend hat sie bei der zweiten Schwangerschaft nicht geraucht – und dennoch geabortet.

      • Lena sagt:

        Dass Rauchen während der Schwangerschaft die Gefahr einer Fehl- oder Todgeburt erhöht, ist erwiesen.

      • Ylene sagt:

        Ja, Rauchen, Trinken, etc. sind unnötige und einfach vermeidbare Risikofaktoren, aber für eine Fehlgeburt gibt es noch 1000 andere Faktoren als das persönliche (Fehl)Verhalten der Mutter.
        Alle Frauen in meinem Bekanntenkreis, die eine Fehlgeburt erlitten haben, haben sich mustergültig während der Schwangerschaft verhalten (gesundes Essen, kein Alkohol und Tabak). Die Raucherin hat ein gesundes, normal gewichtiges Kind zur Welt gebracht (und ja, ich habe es ihr absolut gegönnt, wie ich es wirklich jeder Frau gönne würde). In der einzigen Schwangerschaft, in der ich keinen einzigen Tropfen Alkohol getrunken habe, habe ich das Kind verloren. Die beiden anderen Schwangerschaften verliefen trotz jeweiliger Freinacht ganz am Anfang tadellos.

      • studimutter sagt:

        Es bestreitet niemand, dass das Rauchen grundsätzlich und in der Schwangerschaft nicht schädlich ist. Aber darum geht es nicht und es ist weiter auch kein Grund das traurige Ereignis zu bewerten oder zu verurteilen.
        Vielleicht hat sie geraucht, vielleicht nicht, die Klatschheftchen haben ja ihre eigene Wahrheit. Eine werdende Mutter hat ihr Kind verloren, das ist unheimlich traurig. Warum jetzt Gründe suchen, um dieses Schicksal abzuwerten? Egal welche Umstände dazu geführt haben, es ist und bleibt ein Schmerz und eine grenzenlose Trauer. Und liebe Massai, Mitleid ist das Letzte was eine Frau in dieser Situation möchte.

    • Roger sagt:

      Ah ja? Und was will die weisse Massei damit aussagen? Im Zentrum steht die Empathie gegenüber Betroffenen und NICHT die Schuldfrage.

    • Jutta Blühberger sagt:

      Es gibt vermeidbare Leiden, z.B. Rauchen während der Schwangerschaft, aber auch Leiden, auf die die Betroffenen keinen Einfluss haben. Denken wir an die Kinder, die unseren Computerschrott (Elfenbeinküste usw.) reziklieren und sich dabei die Lungen versengen müssen, damit ihre Familien abends etwas im Kocher vorfinden. Auch denen sollte unser Mitgefühl gelten.

  • Lara Kraft sagt:

    Ich verstehe wirklich nicht, was an dem Thema denn ein Tabu sein soll. Es gibt Frauen, die zerbrechen schon an einer Abtreibung, wie meine Ex. Andere produzieren eine Fehlgeburt nach der anderen und sehen das „sportlich“. Jeder hat wohl seine eigenen Tabus. Aber daraus ein gesellschaftliches Problem zu konstruieren, das geht mir zu weit. Zumal 15% ja wirklich keine Einzelfälle sind.

    Aber es ist halt so ein Thema, da kann jeder hier noch ein Geschichten und Anektödchen beitragen. Das füllt die Kommentare. Nun gut.

    • Das Wort „Anektödchen“ in diesem Zusammenhang wirkt unfreiwillig komisch…

      Wie MB ja erwähnt hat, kommt es sehr drauf an, ob der Abort in der 8. oder der 38. Schwangerschaftswoche passierte. Ich denke nicht, dass man letzteren „sportlich“ nehmen kann.

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      „…….da kann jeder hier noch ein Geschichten und Anektödchen…..“ despektierlich, ausserdem schreibt man Anekdote so, hat nichts mit mit Tod zu tun.

      • Jan sagt:

        Ich und meine Frau waren selber von einer Fehlgeburt betroffen und ja dies ist traurig, aber eine Fehlgeburt ist zumeist ein natürlicher Mechanismus. Die Natur „korrigiert“ einen möglichen Gendefekt.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Jan: „Die Natur “korrigiert” einen möglichen Gendefekt“
        wie hieb-und stichfest ist das? Ich würde nie davon ausgehen dass fast alle Aborte diese Ursache als Auslöser haben, denn dann dürften es nie soviele behinderte, und zwar auch schwerbehinderte Kinder neun Monate lang durchhalten… . Nimmt vielleicht Druck weg, wenn man sich so trösten kann, aber sicher wäre ich mir da nicht.

      • Ich denke, dass noch viel mehr Kinder mit schweren Defekten geboren würden oder kurz nach der Geburt stürben, gäbe es keine Spontanaborte mehr.

      • Brunhild Steiner sagt:

        Vielleicht stimmt das gar nicht? Besonders wenn Frauen mehrmals davon betroffen sind?
        Siehe Post von Andrea Compagnoni 13:22h?

    • Roger sagt:

      Was an dem Thema ein Tabu sein soll?
      Schon einmal …
      … nach einer stillen Geburt das peinliche Schweigen von Freunden und Angehörigen erlebt, weil Sie nicht wissen wie damit umgehen?
      … einmal den super aufbauenden Spruch gehört: „ihr seid ja noch Jung, dass kommt schon noch“?
      … in den Dorfladen gekommen und von verstohlenen Blicken fast verschlungen worden, bloss spricht keiner mit einem?
      … schon mal erlebt wie die Menschen einem aus dem Weg gehen, nur weil sie verunsichert sind und nicht wissen wie sie mit einem sprechen können?

      Eine stille Geburt „sportlich“ sehen?
      Nach 2 Fehlgeburten und einer Todgeburt war das Ganze existenziell und Sport kam mir eigentlich nie in den Sinn

      Sry pseudo Lara Kraft. So lange solch plakative Anekdoten durch die Welt geistern, werden wir betroffenen Eltern nicht gerecht.

    • Katharina sagt:

      Lara Kraft is a fucking man. shit.

  • Also, Michèle, Du hast ja wirklich genau die richtige Woche für dieses Thema ausgesucht.

    • Widerspenstige sagt:

      Das habe ich auch gedacht – etwas unglücklich gewählt nach den bisherigen Themen. Ich bin nicht so richtig bereit für eine tiefgründige Analyse die diesem Thema gerecht werden dürfte. Und morgen kommt schon wieder ein nächstesThema – mir geht das einfach zu rasant hier. Wie siehst Du das, Patrick?

      • Ich habe ehrlich gesagt nicht Mühe mit dem Thema an sich. Ich kann es nicht beeinflussen, und wenn Themen kommen, die von mir viel Text erfordern würden, ich aber wenig Zeit habe, dann gibt es halt nur wenig Text, und dann auch vor allem Reaktionen auf andere.

        Ich dachte an Kat.

  • Sportpapi sagt:

    Eine Fehlgeburt oder der Tod eines Kindes ist etwas vom Schlimmsten, was Eltern erleben müssen. Und es ist zu hoffen, dass dann Hilfe und Trost im Freundeskreis gefunden werden kann. Weshalb das aber mit dem Politikum Abtreibung verglichen werden muss, ist mir völlig unklar. Es ist dort ein Politikum, weil es eben freiwillig passiert und unter anderem auch für Eltern mit unerfülltem Kinderwunsch völlig unverständlich ist. wir können ja nicht darüber diskutieren, ob eine Fehlgeburt vorgenommen wird oder nicht, oder? Höchstens über die Schuldfrage, was aber meiner Meinung nach in den meisten Fällen auch nicht angemessen ist.

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