Archiv für die Kategorie ‘Daten & Termine’

Kulturbeutel 43/16

Milena Krstic am Montag den 24. Oktober 2016

Mirko Schwab empfiehlt:
Eine englische Konzertwoche, Aceto Balsamico für den Kleinstadtkomplex. Am Dienstag: Nostalgie und Neues Deutschland mit New Model Army und Isolation Berlin im Dachstock. Am Donnerstag: Wolfsgeheul, angezerrt, Howling Wolf im Kairo. Oder aber: Pophypnsoe mit Spill Gold im Punto. Am Samstag: Pillen statt Brillen, die Boys On Pills zwängen sich in die Piazza Bar. Und am Sonntag ausföhnen, Swans, Dachstock again.
Anmerkung an die KSB-Gang: Schwab mal schnell abgegrast dem Zusammenhang zuliebe. Tätowieret mir Rockboy direkt unters Herz. Also entweder Sie bringen jetzt Flohmis, Vernissagen und Kabarett oder verleihen hie und da etwas Nachdruck. Aber eine Frechheit, da haben Sie recht.

Die Krstic empfiehlt:
Museum geht auch, oder, Herr Schwab? Am Donnerstag eröffnet nämlich im Alpinen Museum die neue Ausstellung zum Thema Klimawandel. «Wasser unser» ist ein interaktives Erlebnis, sowohl auf künstlerischer wie auch wissenschaftlicher Ebene. Warum ich das weiss? Ich durfte beim Aufbau Aug und Ohr ineha und kann nur empfehlen, da hinzugehen. Bis am 17.9.2017 haben Sie Zeit.

Der Urs Empfiehlt:
Gegen provinzielle Minderwertigkeitsgefühle hilft nicht nur Aceto Freunde, sondern auch Crème fraîche! «Die Crème fraîche de la Kleinkunst» am Lustigen Dienstag No.84 im ToJo Theater. Der LuDi ist die Oase in der sonst doch eher wüstenähnlichen Cabaretszene der Stadt. Es läuft die 14. Staffel, ich zieh den Hut und komm vorbei. Und wenn wir schon dabei sind, Oasen und so, wer keinen Bock hat auf Menschentrubel oder Szenengequatsche, schnappe sich doch einen Krimi-Schinken und verziehe sich damit in die Gewächshäuser des BoGa. Im Herbst was vom Empfehlenswertesten für Rückzugsuchende.
Der LuDi beginnt jeweils um 20:30 Uhr und zeitiges Dasein empfiehlt sich. Wer den Garten bevorzugt, jedoch kein passendes Buch hat, dem sei Jean-Claude Izzos «Die Marseille Trilogie» ans Herz gelegt. Seelenwärmend schöne Romane; melancholisch, mediterran und darum perfekt für die kaltgraue Jahreszeit.

Frau Feuz empfiehlt:
Toll, unser Rockboy! Da braucht sich Frau Feuz die Finger nicht mehr wund zu tippen. Das Highlight der Woche ist ihm allerdings entgangen:  Am Donnerstag sind Leech im ISC zu Gast, die Schweizer Postrock-Überväter und zwar mit neuem Material. Freude herrscht!

Fischer empfiehlt:
Da bleibt eigentlich nur noch der Schnaps. Bern hat endlich auch eine eigene Brennerei, in der Matte – praktischerweise mit angehängter Bar. Eröffnung diesen Freitag und Samstag.

Herr Zellweger empfiehlt:

Wenn Sie in dieser vollen Woche überhaupt noch Zeit haben: Gehen Sie doch nach Wabern, an das Jubiläumsfest in der Heiteren Fahne. Freitag und Samstag, mit Rollschuhen, gutem Essen und den Dead Brothers (unter anderen).

Kulturbeutel 42/16

Milena Krstic am Montag den 17. Oktober 2016

Die Krstic empfiehlt:
Kunstblutverschmiert verliessen Küre und ich damals den Keller des Schlachthaus-Theaters, nachdem wir uns «Schlachthuus-Südpol» angesehen hatten. Wir lachten Tränen, so toll war es. Sowas will ich wieder erleben, wenn ich mir die neu aufgelegte Produktion des Splätterlitheaters namens «Em Schnäuzli sine letschti Kampf» ansehen werde. Am Mittwoch im Tojo Theater und dann am Freitag und Samstag gleich nochmal im Rahmen des Reitschule Fests.

Frau Feuz empfiehlt:
Ab Mittwoch wird im Ali Baba in der Länggasse oben «Turkish Delight» gezeigt, ein Stück, welches über Beweggründe sinniert, weswegen gewisse junge Leute von terroristischen Organisationen fasziniert sind. Am Samstag taufen in der Playgroundlounge niden dann die Garagerocker von The Shit ihre neue EP «Rue du Chocolat». Mit von der Partie sind auch Beltons und Joules.

Mirko Schwab empfiehlt:
Die nimmermüden Gönner von Fester! machen, wonach es ihnen ist. Dieser Woche Donnerstag führt das Kreuzberger Duo Missing Mary im kuschligen O bolles seine Mixtur aus Pianoballade und Intellekto-Beats vor. (Und als Sie dann an der Bar standen und Weissgottwein tranken, ging Ihnen das Herz auf.)

Der Urs empfiehlt:
Wurmverachtende Spatzen pfeifen es von den Dächern, am Montag eröffnet das «Grüner Gaumen Pop-up #2» an der Herrengasse 10. Auf Tierisches wird dort vollumfänglich verzichtet und schmeckt trotzdem tierisch, versteht sich. Gibt sogar was für Pappsatte, man munkelt die Betreiberin wüsse besser über Musik und Popkultur bescheid als der Diedrichsen, da segle ich glaub mal zum Klatsch vorbei.
Konzertmässig gibts am Donnerstags im Rössli «END HITS» – die Serie welche sonst im Dachstock Rosinenpickereien wie Swans, Pere Ubu oder Dinosaur Junior labelt – mit John E Vistic. Der war früher bei Crippled Black Phoenix und hat mit Primal Scream und Morcheeba Zeugs gemacht; live was vom Dynamischsten und Heftigsten ever seen, no joke!
Grüner Gaumen hat montags bis freitags jeweils von 11:30 bis 14:15 offen, Konzerte im Ross starten donnerstags meistens so um halb elf.

Herr Zellweger empfiehlt:
Eigenartiges im Münster am zoom-in Festival von Freitag bis Sonntag, unter anderem am Samstag mit einer dronigen Komposition von Phil Niblock, gespielt vom HKB-Orchester und dem Enseble Vertigo. Etwas schwindlig könnts einem schon werden da. Was aber natürlich ein Qualitätsmerkmal ist.

Kulturbeutel 41/16

Mirko Schwab am Montag den 10. Oktober 2016

Mirko Schwab empfiehlt:
Schon heute einen Ausflug zu Fil ins Rössli. Kenne den Mec zwar nicht. Aber lustige Menschen, die ich kenne, findens lustig. Und Lustigkeit ist bei Cabaret tendenziell zentral. Aber keine Woche ohne Musik: Die Cafete macht den Sonntag laut und Bikini Beach aus Deutschland stehen auf der Affiche. Das klingt nach Grunge, Garage und ein bisschen Surf. Nihilismus am Strand, oder Kurt Cobain braungebrannt.

Der Urs empfiehlt:
Am Donnerstag geht die Treppe zum ISC runter, wer Ausschau hält nach Sturm und Drang. Unter dem Aufhänger «A Sick Sad World» klopfen dort Junge Wilde Staub vom Programm. Versprochen werden Worte im Rauch, kreiselnde Monotonie aber kein Konzert; klingt existenzialistisch, ich würd hin.
Und dann noch was für alle lahmen Wandervögel – muss ja nicht gleich ein Sechsstünder sein – mal wieder auf den Ulmitzer hoch, schon nur des Turmes wegen, war grad dort und mir blieb der Atem stehen.
Die Treppe zum ISC erreicht man an der Schützenmattstrasse, den Ulmitzer via Köniz, Schliern und dann einfach den Berg hoch.

Die Krstic empfiehlt:
Wenn in Bern etwas Elektropoppiges entsteht und irgendwo zwischen publikumssicher und doch noch sperrig genug für den Untergrund mäandriert, landet es mit grosser Wahrscheinlichkeit bei Mouthwatering Records. Das Label feiert am Samstag den 13. Geburtstag im Dachstock der Reitschule. Auf der Bühne stehen Len Sander, Odd Beholder, JPTR und das Duo True tauft seine kürzlich erschienene Platte «Wrapped In Air».

Frau Feuz empfiehlt:
Am Donnerstag feiert im Kino Rex «The Holycoast (S)hit Circus» Preimière, eine Dokumentarfilm, in welchem die Grenze zwischen Fakt und Fikion nicht klar gezogen wird und der erfrischend provokativ den Trip der Theatergruppe Peng! Palast nach Israel zeigt, wobei Vorurteile jeglicher Art offenbart werden. Am Samstag könnte man dann mal einen Ausflug in die Pampa wagen, zum Beispiel nach Zollikofen, wo die Trip-Hop-Truppe Mellow Tone im Quadrat zu Gast ist.

Kulturbeutel 40/16

Milena Krstic am Montag den 3. Oktober 2016

Die Krstic empfiehlt:
Da vertont sie nichts geringeres als das ganze Universum, die Zürcher Musikerin Annakin. Am Samstag präsentiert sie ihr fünftes Studioalbum «Flowers On The Moon» in der Dampfere und fährt gross mit Orchester auf. An diesem Abend ebenfalls auftreten werden Dez Mona, die belgischen Pop-Querdenker. Auch die Elektronika-Überfliegerin Oy hat sich vom Planetensystem inspirieren lassen: Ihr neues Album heisst «Space Diaspora». Ihre Lieder sind immer auch Geschichten, die sie am Freitag im Dachstock erzählt (und tauft).

Der Urs empfiehlt:
Im Kapitel gibt es am Mittwoch die zweite Runde «Studio Mondial» flankiert vom «Temporary Record Store» im Rahmen der neuen Veranstaltungsreihe «Radio Bollwerk». Dort geht hin, wer für wenig Rubel Schätzchen aus Plattensammlungen lokaler Dreher ergattern will oder einfach Bock auf Club-Music-Fachsimpeleien hat. Gibt es übrigens auch als Livestream zu hören, ab 19:00 Uhr. Wer keine Lust hat auf Gelaber, Musik, oder sonstig Performativem, dem drohenden Herbstblues aber trotzdem nicht in gekrümmter Haltung unter der Bettdecke freie Bahn gewähren will, soll sich doch mal wieder in die Zoo Bar begeben. Trost vom Tresen gibts selten so stilvoll serviert und versiert empfohlen wie in der hinteren Lorraine; gelebte Bar und Bierkultur at it’s best meine Lieben. Geöffnet mittwochs bis samstags, 18:00-00:30 Uhr.

Frau Feuz empfiehlt:
Am Donnerstag lädt Jürg Halter im Kubus zu seiner Anti-Talkshow, bei der unter anderem Judith Holofernes, die Frontlady von Wir sind Helden und Stephan Eicher zu Gast sein werden. Ausserdem: Mit Oli Kuster (Astronauten, Züri West) und Robert Aeberhard (Fitzgerald & Rimini, Trummer) haben sich ja zwei gefunden. Zusammen haben die beiden Herren das Projekt Okra ins Leben gerufen, ein Duo für Klavier und Geräusche. Am Freitag wird im Kino Rex die erste Platte getauft und zwar zu Bildern von Yannick Mosimann. Und am Sonntag startet die Powerpop-Punkrock Combo Nasty Rumours im Rössli ihre Tournee, weitere Stationen sind Südafrika und Australien. Sooo toll auch wieder nicht, odr *grmbl* sprach der pure Neid aus der ollen Feuz.

Fischer empfiehlt:
Hors Lits, ein weltweites Performance-Netzwerk, bekommt zum zweiten Mal einen Berner Ableger: Performances in sehr privatem Rahmen, wo genau erfährt man erst nach der Anmeldung. Mit Ilona Stutz, Ian Leu, Valentine Paley und einem waschechten Stapi-Kandidaten. Mittwoch und Donnerstag.

Mirko Schwab empfiehlt:
Sich wiedermal zu fragen, where the hell Bad Bonn denn sei? Am Mittwoch bei Spoerri, Blauw, Sartorius und am Freitag zu experimenteller Tanzmusik von NHK yx Koyxen, Feldermelder, Ink!.

Herr Zellweger empfiehlt:
Ins Bad Bonn würd ich auch. Und sonst ist fast alles gesagt. Ausser: Ausser Mittwoch und Freitag lässt es sich am Düdinger Dorfrand am Dienstag schon wunderbar horchen: Dann spielen die Psychedeliker der Flamingods auf.

Kulturbeutel 39/16

Milena Krstic am Montag den 26. September 2016

Die Krstic empfiehlt:
Stichwort «Griechenland» und ich denke an Sonnenallergie, Hotelferien und Wirtschaftskrise. Ich war seit Jahren nicht mehr dort. Dafür waren es neun Berner Kunstschaffende, die diesen Sommer die Zagori Berge erkundet haben und das Ergebnis ihrer Feldforschung unter dem Namen «Greek Mountain Legs» präsentieren. Vernissage ist am Freitag um 18 Uhr auf der Warmbächli-Brache.

Frau Feuz empfiehlt:
Am Mittwoch wird Mario Batkovic beweisen, dass ein Akkordeon genügt, um den Kubus einen Abend lang qualitativ hochwertig zu beschallen. Am Mittwoch wird dann im Kino Rex Jan Gassmanns neue Doku «Europe, she loves» gezeigt, in welchem vier Paar porträtiert werden, welche in europäischen Randregionen leben und lieben. Am Sonntag ist dann im Rössli eine wundere Folk-Combo mit furchtbarem Namen zu Gast: Yellow Teeth.

Sarah E. empfiehlt: 
Eine Woche übersprungen, aber unbedingt wichtig – Pflege und Verpflegung. Ein sprachverworrener Utopienkrimi rund ums brandheisse Thema Altenpflege von Tim Zulauf, nicht diese Woche aber nächste, dafür diese Woche reservieren, im Tojo Theater. Sarah E. hat das Stück mindestens 20 Mal gesehen und empfiehlt es immer noch weiter, Tatsache. Wer diese Woche schon Theater braucht, Princesses karaoke or something like that, Auslotung der grenzenlosen Selbstdarstellung und pämm – auch im Tojo!

Fischer empfiehlt:
Tell it again, Sam, tell us the story of The Wild Bunch. Ein Film wie eine Naturgewalt, roh und böse. Und immer von neuem grausam schön. Am Mittwoch im Lichtspiel.

Mirko Schwab empfiehlt:
Für Donnerstag eine wilde Jazz-Rock-Schweinerei im Rössli: Forlorn Elm taufen Platte. Speziell erwähnt sei auch das Vorabkonzert von Kush Khazeela, was dann (glücklicherweise?) wieder weniger mit Jazzrock zu tun haben sollte – erscheinen Sie pünktlich. Jedenfalls eine runde Sache, dieser eklektische Programmwurf. Bitte also bald einmal Grindcore im BeJazz oder Techno in der Brésil Bar. Am Freitag mal wieder rüber ins Thuner Mokka zu den Feuz’schen Monofones.

Herr Zellweger empfiehlt:
Am Samstag wieder mal an die Gestade des Schiffenensees: Im Bad Bonn spielt da die nimmermüde Lydia Lunch mit einigen weiteren illustren Figuren.

Kulturbeutel 38/16

Sarah Elena Müller am Montag den 19. September 2016

Sarah E. empfiehlt:
Sonita,
 eine filmische Dokumentation über die junge afghanische Rapperin Sonita, deren Familie sie für 9000 Dollar an einen unbekannten Ehemann verkaufen will. Sonita hat mit ihrem Protestvideo gegen Zwangsheirat und den Verkauf junger Mädchen weltweit für Aufsehen gesorgt. Ein bewegendes Portrait, stetig von der Frage begleitet, welche Verantwortung die Dokumentierende Person gegenüber ihrem Subjekt übernehmen darf /muss. Von Regisseurin Rokhsareh Ghaem Maghami. Heute Abend in der Cinématte.

Frau Feuz empfiehlt:
Heute Abend beschliesst die Balkan-Trash-Spasskapelle DRÜ alias Mario Batkovic, Beat-Man und Resli Burri die Reihe «Monday’s Le Petit» im Les Amis. Am Dienstag gibt’s im Rössli Postmetal-Sludge auf die Ohren, und zwar von der belgischen Combo Steak Number Eight und am Mittwoch tauft Gerhard Meister seinen neuen Gedichtband «Eine Lichtsekunde über meinem Kopf» im Kairo.

Mirko Schwab empfiehlt:
Steak Number … Ach, Frau Feuz – immer ist sie ehnder und das Rockfach macht ihr so schnell keiner streitig, auch nicht der KSB-Jüngling. Also, Pop ab: Der mit Charme und Stimmgewalt gesegnete Frank Powers aus Baden schaut am Freitag im Musigbistrot vorbei und Sie sollten ihm zuhören.

Fischer empfiehlt:
Schon heute ins Kairo – der kulturinarische Rotzbengel wird nämlich tatsächlich schon volljährig. Darauf sollte man anstossen, mit Cocktails und mit Musik von einem anderen Bubi.

 

Kulturbeutel 37/16

Milena Krstic am Montag den 12. September 2016

Die Krstic empfiehlt:
Monday means Rap auf der Schützenmattner Solstage und heute Abend ist Female Rap Night. You go, girls! Am Donnerstag dann dürfte es im ISC highly spiritual werden: Die amerikanische Singer/Songwriterin Emma Ruth Rundle bringt ihre himmlisch-hymnischen Lieder als Support von Wovenhand nach Bern. Ihr «We Are All Ghosts» habe ich es Zytli lang rauf und runtergehört und schon nur wegen diesem Lied dürfte sich das Hingehen lohnen.

Mirko Schwab empfiehlt:
Sonntags zum Lord. Mein Lieblingsduo Lord Kesseli & Drums beehrt das Rössli, zusammen mit dem grandiosen Pyrit müsste das ein denkwürdiger Konzertabend werden.

Sarah E. empfiehlt:
Meeresfrucht und Leibesspeise. Vokü Schmaus am Dienstag Abend und danach Klezmer of Passion von der Band Frutti di Mare des KSB hauseigenen Mirko Schwab, beides auf der von uns breit beworbenen und heiss geliebten Solstage.

Frau Feuz empfiehlt:
Die Too Late Show, Berns durchgeknallteste Late Night Show, goes Hochkultur! Am Mittwoch sind wir  im Kubus zu Gast, auf Besuch kommen Greis, Herr & Frau Schneuwly, Peter Bichsel und viele andere. Am Donnerstag ist dann die Düster-Alternative-Country-Combo Wovenhand im ISC zu Besuch und am Freitag heisst’s hoch die Slivovitz-Becher im Musigbistro, dort spielen im Rahmen des Kulturshocks Divanhana aus Sarajevo.

Kulturbeutel 36/16

Mirko Schwab am Montag den 5. September 2016

Mirko Schwab empfiehlt:
Die doppelte Dröhnung Dachstock! Am Mittwoch schon teilen da drei grossartige Bands die Bretter. Forks, Dead Rabbits und The Warlocks auf psychedelischer Mission. Und für Samstag brauchen Sie nur das kleine Porte-Monnaie einzupacken, denn am Doppuschnägg #6 gibts den jüngsten heissen Scheiss für läppische zehn Stutz Eintritt. Oder Sie erscheinen doch mit dem grossen Geldbeutel und leben sich im Anschluss an der fein sortierten Dachsotockbar aus.

Frau Feuz empfiehlt:
Am Freitag gehen Sie natürlich zum Mad Scientist Festival ins Naturhistorische Museum. Geboten werden Shows und Installationen rund ums Thema künstliche Intelligenz. Und vorallem gibt’s einen Cocktailroboter! Ausserdem befinden wir uns ja immer noch im Dada-Jubiläumsjahr und drum versammelt sich am Samstag im Löscher die Ultra-Boheme zu prähistorischem, postalkoholischem und rauchendem Schallala. Es gibt Kunst, Klang und verwirrende Erläuterungen von Johannes Lortz, Christoph Scherbaum, Theresa Beyer, Nina Liska Rieben & Laura Grubenmann.

Sarah E. empfiehlt:
Wiener Dog
 des amerikanischen Independent Regisseurs Todd Solondz, endlich, wo steckte mein liebster Perversling die ganze Zeit und warum musste ich so lange warten, auf seinen Dackelhund? Wie alle seine Filme, bissig, bitter, fies, direkt in die Schnauze, das Leben anhand des Dackels. Im Kino Rex. (Sarah E. empfiehlt zudem gleich alle Filme von Todd Solondz nacheinander zu schauen, am besten in einer Nacht, damit die Paranoia so richtig Fuss fassen kann… Welche Figur lebt, welche ist nur ein Geist oder ruheloses Fantom aus dem vorhergegangenen Film, wer ist ein Kinderschänder und wer wird die Teenagerin zur Abtreibung zwingen oder davon abhalten?)

Die Krstic empfiehlt:
Unsere Sarah E. Müller schreibt nicht nur regelmässig über Filme, nein, sie dreht auch selbst welche. Ihr Essaythriller ist eine Zusammenarbeit mit Roger Fähndrich und heisst «The Drollinger Solution». Darin geht es (unter anderem) um Kontrollsucht und künstliche Intelligenzen. Gehen Sie hin und sehen Sie sich an, was Filmkritikerinnen machen, wenn sie selbst einen Film drehen: Am Freitag im Rahmen des Mad Scientist Festivals im Naturhistorischen Museum. 22.45 Uhr.

Fischer empfiehlt:
Die Lesung aus Annette Lorys Erstling «Vom Fliegen ausser Atem» im Kulturpunkt im Progr, am Donnerstag. Eine junge Frau will nach ihrer Ausbildung möglichst weit weg von zuhause. Erinnert ein wenig an den letzten Almodovar, das Motiv (der läuft auch immer noch im ABC, ebenfalls zu empfehlen). Aber natürlich weniger dick aufgetragen.

Kulturbeutel 35/16

Milena Krstic am Montag den 29. August 2016

Die Krstic empfiehlt:
Luftkino!
Aber nicht so klassisch, sondern 16mm, Super 8 und 8mm Filme. Also alles ab Rolle. Auf dem Plan stehen vier solche Abende und die Chose startet am Donnerstag auf der Solstage. Da zeigt die Berner Videokünstlerin Sabine Anderegg ihre Arbeiten aus den 90ern. Vorher, ab 20 Uhr, tritt noch Sophie Adam auf, die ihre sphärische Elektronika-Kompositionen präsentiert (‘reihnhören, weil pretty cool).

Fischer empfiehlt:
Saisonstart in der Dampfzentrale! Mit gleich zwei aussergewöhnlichen Projekten: einmal der gute alte Julian Sartorius auf Soundrecherche mit Dimitri de Perrot und dann obendrauf auch noch der vielleicht noch bessere und auf jeden Fall ältere ukrainische Komponist und Pianist Lubomyr Melnyk (Legende! raunen die Kenner), der auf die Tänzerin und Choreografin Emma Murray trifft. Am besten gleich beides anschauen gehen, es gibt ein schönes Doppelticket-Angebot.

Frau Feuz empfiehlt:
Am Donnerstag und Samstag wird in der Cinématte, die Doku «Astrid» gezeigt, ein Film über diejenige Frau, welche nicht nur ganz Schweden sondern ganz Europa mit ihren wunderbaren Geschichten geprägt hat: Astrid Lindgren – ja genau, die Erfinderin von Pipi, Michel, Ronja, Karlsson und wie sie alle hiessen. Ab Freitag wird dann «All my Lives» wieder gezeigt, das Theaterstück, welches Fragen nach Wichtigkeit, Inhalt und Relevanz des Lebens aufwirft und zwar dort, wo wir alle einmal landen werden  (ausser Sie bevorzugen die Wurmvariante): im Krematorium.

Mirko Schwab empfiehlt:
Sich nachts im Kino Rex verschanzen. Im Vorfeld des eigentlichen Mad Scientist Festival werden die ganze Woche über Filme gezeigt, die das Thema der Künstlichen Intelligenz verhandeln. In all seiner ergreifenden Kühn- und Kühlheit besonders erwähnt sei Duncan Jones’ Moon. Samstag, 22:15.

Kulturbeutel 34/16

Gisela Feuz am Montag den 22. August 2016

Frau Feuz empfiehlt:
Heute Abend wird im Rahmen der Musikfilmreihe «Song & Dance Men» in der Cinématte «Heaven adores you» gezeigt, ein Porträt über das bewegte und allzu kurze Leben des amerikanischen Singer-Songwriters Elliott Smith. Am Donnerstag trifft sich dann der Berner Rassismus Stammtisch zum zweiten Mal und veranstaltet im Melting Pot im Progr ein Kanaken-Tribunal.

Fischer empfiehlt:
Nicht mehr bloss wo sondern nun auch noch was zur Hölle: Im Bad Bonn gibt’s ein neues Performance-Festival, ein toller Reigen voller unbekannter Namen von nah und fern. Neugier wird belohnt (bestimmt)! Und wem Performance Wurst ist der geht am Freitag halt stattdessen in den Löscher.

Sarah  E. empfiehlt:
Tanzen, tanzen, mit und ohne, beidem oder keinem, hauptsache Sie schwingen das Bein oder die Arme, das Haar und den Bauch am Lesbischschwultransqueerentanzspaziergang. Und es kräht die Katerin zum Kätzerich und from the rooftop die Spatzen, wir sind alle Wesen!

Mirko Schwab empfiehlt:
Das weilende Durchdietagetreiben, inklusiv&exklusiv, deins&meins, da&dort.

Die Krstic empfiehlt:
sich die neuste Produktion von Compagnie Trottvoir anzusehen. «Überall Niemand» heisst die und ist ein «theatralisch-artistisches Stück». Ich übersetze das mal frei mit: ArtistInnen, die einerseits Höchstleistungskörperarbeit betreiben und Wert legen auf eine gute Geschichte im eigenen Stück. Es geht um Gemeinschaft, um eine gemeinsame Stimme und dazu gibt es das grosse Spektakel. Donnerstag (20:00) und Freitag (16:00 & 20:00) auf der Solstage der Schütz, und am Samstag (20:00) dann in der Grossen Halle im Rahmen des UNA.

Herr Zellweger empfiehlt:
Unter die Laube: Am Dienstag vor dem Marta mit Here Hare Here.