Archiv für die Kategorie ‘Daten & Termine’

Kulturbeutel 6/17

Gisela Feuz am Montag den 6. Februar 2017

Frau Feuz empfiehlt:
Am Samstag ist Fantasie gefragt, wenn in der Turnhalle bei Icon Poet in Kürzestzeit Geschichten gezimmert werden. Als Grundlage dienen jeweils fünf Icons, aus denen dieses Mal Gerhard Meister, Patti Basler, Paul Steinmann und Remo Rickenbacher mehr oder weniger abstruse Abenteuer zusammendichten.

Fischer empfiehlt:
Fake, Hoax, Beschiss, so tun als ob? In der Kunst ja sowieso Standard. Look, all this is fraud – Vernissage am Samstag im Milieu. Echt jetzt!

Der Urs empfiehlt:
«B&B», meint Balkan und Bass. Ersteres am Mittwoch im bee-flat mit Božo Vrećo, der drag-Ikone aus Bosnien und Herzegowina. Singt Sevdah Lieder, brutal melancholisch, verstörend eingängig, obwohl ich kein Wort versteh.
Zweiteres am Donnerstag im Rössli, Versions – Variations of Bass, was für Tieffrequenzenthusiasten, aktueller geht Bassmusik schwer – auch was für die Seele.

 

Oh, Blumentopfmann

Milena Krstic am Donnerstag den 2. Februar 2017

Es gibt ein paar wenige Tage im Jahr, da bleibt unser Blog leer. Dafür gibt es viele Gründe: Übermüdung auf Grund von exzessiver Selbstausbeutung, eigene Missionen und manchmal ist es auch einfach nur ein Kater. Aber nie, wirklich nie ist der Grund, dass hier in Bern einfach nichts läuft.

Von überall kommt es her, das bernische Kulturtreiben, es grünt und blüht und tut und wächst. Aktuell und passend zum grauregnerischen Nass erreicht mich ein neuer Videoclip von Artlu Bubble & the Dead Animal Gang, der Berner Nostalgie-Rock-Combo, die ihren «Flower Pot Man» in bewegte Bildsprache haben übersetzen lassen (von Jonathan Gerber und Roman Kasinski ).

Eine wunderbar schwelgerische Comic-Erfahrung in der Farbe Vintage-Gelb.

Artlu Bubble taufen ihre neue Platte «Holidays On Fruit Jelly Island» am 31. März im Dachstock.

Kulturbeutel 5/17

Milena Krstic am Montag den 30. Januar 2017

Die Krstic empfiehlt:
Drei Mal S am Donnerstag (also eigentlich sechs Mal S): Rabenschwarze Live-Elektronika vom Basler Steiner und Luzerner S S S S in der kuschligen Spinnerei. Wer (auch) die guten alten Instrumente mag: Das Florian Favre Trio tauft am Freitag im Rahmen vom Bejazz das neue Album «UR».

Mirko Schwab empfiehlt:
Kraut in Stereo und Farbe: am Mittwoch tänzeln Sie zu Klaus Johann Grobe, mit ganzem Recht eine der Independent-Sensationen des letzen Jahres. Am Donnerstag wird dann zu Astronautalis Beitrag ans Rapgame abgenickt. Natürlich im Rössli, Berns erster Adresse für zelebrierte Popkultur.

Fischer empfiehlt:
Zweimal Schnee-Kultur: In Bern kann man am Samstag freischwebend driften, auf einer etwas anderen Stadtwanderung. Und Gstaad hatten wir glaubs noch nie im Kulturbeutel – da eröffnet am Freitag auf 1049 Metern über Meer eine grosse Freiluft-Kunstausstellung mit ziemlich grossen Namen, zum zweiten Mal nach 2014.

Der Urs empfiehlt:
Yea, wenn der Schwab zur Sonate der zelebrierten Popkultur bläst, stimm ich in den Tenor ein: BadBonn! Am Mittwoch, Merz x Sartorius x Toller!
«Ausnahme-Singer-Songwriter trifft auf Ausnahme-Schlagzeuger, trifft auf Ausnahme-Gitarristen», steht so im Programmheftweb, mit Qualitätsgarantie. Gönnt euch…

Zrüggcho #likeaPro

Milena Krstic am Freitag den 27. Januar 2017

Kulturstattbern wäre nicht Kulturstattbern, würden wir nicht über die Rückkehr von Jeans for Jesus berichten.

Der Trailer zum neuen Album «Pro» verspricht jedenfalls hochgepitscht synthetische Sexyness. Mir si gschpannt.

https://www.instagram.com/p/BPxDWEtBzB0/?taken-by=jeans4jesus

Hier schon mal die erste Single kaufen und in Schlaufe hören und wer will, kann sich den 14. April vormerken: Dann ist nämlich Plattentaufe im Dachstock. 

Kulturbeutel 4/17

Milena Krstic am Montag den 23. Januar 2017

Die Krstic empfiehlt:
Waren Sie eigentlich schon mal im Orbital Garden? Ich habs irgendwie noch nicht geschafft. Hab mir aber sagen lassen, dass es ein ziemlich cooles Labor sei, um musikalisch unkonventionelles und abstruses auszuprobieren. Am Samstag etwa ist dort Julian Sartorius zu Gast mit seinem Stück «Failing Trance Meditation». Darin bildet er mittels Trommeln das ab, was Emma Murray tänzerisch in ihrer Show «This Is The Beginning» gemacht hat. Der Eintritt ist im Orbital Garden – wie immer – frei.

Mirko Schwab empfiehlt:
Am Freitag mal wieder feinste Rapsoirée im Dachstock: Dillon Cooper ist da, GeilerAsDu sind da. Hinterher liest DJ Kermit aus der Raphistorie. #BernNotBrooklyn, *itches!

Fischer empfiehlt:
Fabrikhallen! Brachen! Musik! Performance! auf jeden Fall: viel Raum! Ok, dafür muss man ein wenig aus der Berner Innenstadt-Komfortzone raus, nämlich nach Köniz. Da gibt’s nächstes Wochenende DREAMS OF SLEEP AND WAKES OF SOUND, u.a. mit neuer Musik von Merz und Fhunyue Gao und Performativem von Annalena Fröhlich.

Der Urs empfiehlt:
Am Mittwoch ab in die Turnhall, bee-flat im Progr: SHISHANI & THE NAMIBIAN TALES, ein starkes Stück moderne Afro-Mukke, hat gut Staub aufgewirbelt die Dame letztens. Oder REXtone am Samstag im Kino Rex: «SURREAL SYNTHESIZER», Raffael Dörig präsentiert Obskuritäten. Macht er sonst auf seinem Blog Dispokino, jetzt hat in Benedikt Sartorius ins Foyer des REX geladen, ist was für Headz!

Kulturbeutel 3/17

Gisela Feuz am Montag den 16. Januar 2017

Frau Feuz empfiehlt:
Die verehrten Lederboys nehmen wieder einmal einen löblichen Anlauf in Sachen Kultur und zeigen morgen Dienstag im Kino Rex den berühmt-berüchtigten FIFA-Streifen «United Passions». Obwohl darin doch so einige Stars aufmarschieren, wurde er als filmischer Riesenflop eingestuft, der am Eröffnungswochenende jämmerliche 918 US-Dollar einspielte. Gerade das richtige also für Popcorn, Bier, Bier, Bier und vielleicht nochmal ein Bier, denn Lederhäuptling Rrr hat angedroht, vor Vorführungsbeginn ein dreistündiges Einführungs-Referat zu halten.

Die Krstic empfiehlt:
Am Mittwoch zu Dave Eleanor ins Ross pilgern (Krstics Anspieltipp) und am Freitag und Samstag können Sie sich im Rahmen von «A Suivre» anschauen gehen, was die Bachelors und Bachelorettes vom HKB-Studiengang Musik- und Medienkunst so getrieben haben.

Mirko Schwab empfiehlt:
Am Wochenende ist wieder Tour de Lorraine – die lebendigste Verquickung von Politik und Gönnen! Aus dem Programm: Tango gegen Tisa auf dem Bahnhofplatz, ein Stadtrundgang durch Berns koloniale Vergangenheit oder allerhand Workshops zu globalisierungskritischen Themen. Aber auch: Melker im Dachstock, Mike Ständer (!) in der Zoobar oder die Zürcher Digitalpiraten von GDS.FM in der Turnhalle. Das ganze Programm der Tour? Hier.

Fischer empfiehlt:
Die junge und verträumt-verschrobene Formation Tellurian zum Start des BeJazz-Winterfestivals, am Donnerstag. Das Festival geht dann noch weiter bis am Samstag, mit noch viel mehr aktuellem Schweizer Jazz.

Der Urs empfiehlt:
Galeriewochenende ist zwar vorbei, aber trotzdem, geht mal die GALERIE SOON oder heisst es Galerie Rigassi by Soon? an der Münstergasse 62 auschecken, da gibts derb psychedelische Lasurmalerei zu Gesicht zu bekommen, hat mich weggehauen! Die Bilder entspringen den Federn von Irina und Marina Fabrizius aka «Fabrizius2», Kindheitserinnerungen an die kasachische Steppe, say what? Die gefragten Bilder des deutschen Zwillingpaares sind erstmals in der Schweiz zu sehen, bis am 18. Februar. Zieht euch das rein, echte Hingucker!

 

Kulturbeutel 2/17

Milena Krstic am Montag den 9. Januar 2017

Die Krstic empfiehlt:
Das wird eine schöne Woche, weil: Das Mokka lebt (weiter)! Am Samstag zum Beispiel spielt dort das Duo True seinen fein durchdachten Elektronika-Pop. Eine schöne Woche auch, weil der St. Galler Pyrit wieder in unsere Stadt kommt (Schwab hat geschwärmt). Am Donnerstag im ISC als Support der belgischen Band SX. 

Frau Feuz empfiehlt:
Am Donnerstag kleistern The E’s im Studio von Berns alternativem Kulturradio RaBe eine ihrer psychedelischen Rock-Klangtapete über das Januarloch. Das Konzert ist öffentlich. Ausserdem startet am Donnerstag die 8. Ausgabe von Norient, dem Musik Film Festival im Kino der Reitschule.

Der Urs empfiehlt:
Spinnerei, am Samstag, mit Pink Spider und Ultra VioletWenig zu finden im Netz zu den Acts, also einfach mal wieder vertrauen und hin, wird schon passen, die wissen ja was sie machen dort. Zuvor übrigens noch im Kornhaus vorbeischneien. Im Rahmen des 8. NORIENT  Musikfilm Festival – sorry Feuz, ich muss da doppeln – gibts dort den «Microscope Underground Bazar», ein Spiegelkabinett des Berner Untergrunds. Don’t miss that!

Fischer empfiehlt:
Das Galerienwochenende am Samstag und Sonntag, und vorab schon die Eröffnung der neuen Ausstellung bei Soon, mit Fabrizius2 und Jan Kaláb. Und wenn man da schon in der Altstadt ist am Donnerstag, dann kann man ja auch gleich noch rüber zur Premiere von Identitäter im Schlachthaus. Ein Multioptions-Kulturabend (weil ja, Norient läuft dann ja eben auch noch).

Mirko Schwab empfiehlt:
Der Berner Pianist- und Schlüsselbrettvirtuoso Luzius Schuler erfreut sich der jüngsten von bee-flat vergebenen Carte Blanche. Am Mittwoch zum letzten mal mit einem Teil namens Casio Medicine. Versprochen wird Space, Groove, hochkarätiges Personal und in Echtzeit geschmiedete Visuals. Progr also.

Herr Zellweger empfiehlt:
Und auf einmal ist wieder einiges los in der Stadt. Zu allem obigen nämlich auch Gabriel Vetter am Mittwoch im Bonsoir.

Kulturbeutel 1/17

Milena Krstic am Dienstag den 3. Januar 2017

Die Krstic empfiehlt:
Jimi Hendrix covern? Ähem, eher nicht. Ausser, mensch tut dies in einer Manier à la Erika Stucky: scattig, rattig und rollig. Und jazzig. Am Sonntag in der Turnhalle des Progr. Am Freitag würd ich noch ins ISC an meine Lieblingsparty Trap ga losen, wenns wieder Larash heisst.

Fischer empfiehlt:
Begleitprogramm mal anders: Aus Anlass der Milieu-Ausstellung chaperones von Victoria Adam geht man, geführt von einem Archäologen und Historiker, in einer Nachtwanderung verborgenen, längst vergrabenen Geschichten Berns nach, am Freitag.

Mirko Schwab empfiehlt:
Langsam anrollen lassen, maximal mit 45 Runden die Minute. An der Plattenbörse in weiss the hell wo Düdingen stopfen Sie Löcher in der Sammlung oder reissen solche in Ihr Porte-Monnaie.

Der Urs empfiehlt:
Klar, zum momentanen Ciné-Talk gehört das Debatieren über busfahrende Dichter und dessen Hunde, aber hei, im REX läuft auch klassisches! Im Kinderkino am Samstag um 16:00: Die unendliche Geschichte. Skeptizistische Riesenschildkröten, verpennte Rennschnecken, kuschel-Drachen auf LSD und Steinbeissers grosse starke Hände… Ein Meisterwerk, ich will hin!

Herr Zellweger empfiehlt:
Russland und so: «Eine nicht umerziehbare Frau» erzählt die Geschichte der amerikanisch-russischen Journalistin Anna Politkowskaja. Vor zehn Jahren wurde sie ermordert, wohl weil sie sich in die Angelegenheiten der russischen Regierung eingemischt hatte. Ab Samstag in der Vidmar 2.

Frau Feuz empfiehlt:
Radio im Theater, denn ab Donnerstag werden Häusermann/Ratschko und Ursin alias RadioMoos das Schlachthaustheater in eine Sendestation verwandeln, in welchem vom Jingle, über das Hörspiel bis zur Warteschlaufe-Musik alles live vor Ort produziert wird.

Kulturbeutel 52/16

Christian Zellweger am Dienstag den 27. Dezember 2016

Herr Zellweger empfiehlt:
Zum Jahresende noch einmal ins schöne Rex, ganz ohne Film gucken: Die letzte «Rextone»-Sause 2016 findet am Donnerstag statt. Die DJs von «Discothèque Africaine» kommen aus Deutschland, ihr musikalisches Herz schlägt aber für den schwarzen Kontinent. Vorher ist gleichenortes übrigens noch Filmquiz.

Frau Feuz empfiehlt:
Diese Woche lässt’s sich wieder formidabel in töteliger Umgebung lustig tun: Die Bar der toten Tiere im Naturhistorischen Museum hat bis und mit Silvester geöffnet und bietet vielseitiges Rahmenprogramm.

Mirko Schwab empfiehlt:
Sonntag-Sonntag, 1. Januar 2017
: Von 5 AM bis 5 PM tanzen bei Laranja. Zwischen Kunst, Queerness, Feminismus und Delirium. Playground Lounge, wo die Sonne niemals scheint.

Die Krstic empfiehlt:
Am Mittwoch gemütlich an eine Lesung chillen, why not? Christian Brantschen begleitet am Piano, während Lenz aus «Die schöni Fanny» liest. Ab 19.30 Uhr in der Turnhalle des Progr. Hups, zu spät gemerkt, ist ausverkauft. Sonst welche Tipps, liebe Lesenden? Toben Sie sich in den Kommentarspalten aus.

Der Urs empfiehlt:
Letze Woche mal beim Abendessen mit einem jungen CAFE BAR MOKKA Engagierten gesessen, war schön zu hören, dass dort der Wind weiterweht, frisch und frei. Leinen los also und auf Richtung Alpen. Zum Beispiel am 31. Dezember, zur legendären Sylvesterparty, mit an Bord übrigens auch Altbekannte: THE MONOFONES, live on stage natürlich!

 

Hey, Gitarre-Johnny!

Mirko Schwab am Mittwoch den 21. Dezember 2016

Bern hat Bock auf neue Bands. Anders ist der jüngste Zuwachs im Bereich Newcomerbühnen kaum zu erklären. Ein Überblick über altbackene, altbewährte und neue Formate.

Der kleine Schwab 2010 am Emergenza-Halbfinale im Gaskessel. Tja.

Und wer nach Zürich und Basel oder gar Luzern schielt, wie es das Berner Auge gerne schön im Geheimen macht, weiss auch grad wieso Bedarf da ist in der Nachwuchsförderung. Die Hauptstadt hinkt, von den Steckenpferden Rap und Rumpelrock à la Voodooise einmal abgesehen, hintendrein. Aus der Banken-, der Pillenstadt und der Postkartenstadt wird ausladend angelegte, originelle und zeitgenössische Popmusik in die weite Welt (oder nach Deutschland immerhin) exportiert, während hier noch nostalgisch der letzten Mundartrock-Welle nachgehangen wird. Selbstverständlich und zum Glück gibts AusreisserInnen, ein Kollektivdenken oder greifende institutionelle Katalysatoren aber fehlen.

Oder fehlten. Jahrelang musste man sich als knapp dem Schulbandraum entwachsene Neulingsband bei Emergenza verdingen, einem etwas unsympathischen weltweiten und industrieorientierten Netzwerk identischer Nachwuchswettbewerbe. Dessen deutscher Ableger koordiniert auch die Austragungen in den Schweizer Städten und vergrault die jungen Bands zum Ticketverkauf im Vorschussmodus – und wälzt damit das finanzielle Risiko auch gleich auf die Bewerber ab. Am Schluss gewinnt, wer am meisten trinkfreudige Schulfreunde mitgebracht hat. Mit der Wiederbelebung der Waldbühne am Gurtenfestival kam ein zweiter grosser Wettbewerb dazu. Löblich in der Grundidee, junge Bands aus der Region auf den Hügel zu hieven, bleibt die mühsame Klickerei (mitsamt monatelanger Strapazierung sozialmedialer Freundschaften) und am Schluss oft ein halbtolles Konzerterlebnis in der sonntäglich verkaterten Mittagssonne. Immerhin was fürs Palmares, aber Szene bildet sich daran kaum.

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