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Trashiger Charme aus dem Welschland

Roland Fischer am Samstag den 4. November 2017

Gestern in der Dampfzentrale: Ein Waldschrat mit zweifelhaftem – aber durchaus sympathischem – Charme («ok, ihr habt das Konzept jetzt wohl verstanden: ich mache Songs» – Gelächter im Publikum – mit Grabesstimme: «ihr findet das vielleicht lustig») packt um punkt 10 seine seltsame selbsgebaute Gitarre und spielt darauf schmutzige und abgründige Soundtracks zu ebenso schmutzigen und abgründigen Filmclips, die hinter ihm gross an die Wand projeziert werden. Manchmal wächst das zusammen, sein Blues-Trash und die Schwarzweiss-Rätsel, manchmal bleibt es eine fragile Collage.

 

Der Mann heisst Louis Jucker, kommt aus dem Welschland und hat die irritierten Deutschschweizer spätestens nach zwanzig Minuten im Sack. Irgendwie Konzert, irgendwie Film-Nocturne, irgendwie übersteuertes Theater – Jucker hat sich «The Grain Show» zusammen mit dem Regisseur Augustin Rebetez ausgedacht. Das war ein versöhnlicher Schluss dieses Tanz-in-Bern-Abends, nachdem das Mensch-Maschinentheater von Simon Mayer und Kopf Hoch zuvor mit allerdings erstaunlichem Aufwand erstaunlich wenig Ertrag auf die Bühne gebracht hatten.

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