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Out of Komfortzone: Kulturbar Mundwerk

Gisela Feuz am Mittwoch den 12. Juli 2017

In dieser Serie verlässt KSB die Komfortzone und erweitert den eigenen Horizont, indem andere aus der Agglo oder über kulturelle (Un)orte berichten, die uns bis anhin durch die Lappen gegangen sind. Heute für uns in die Tastatur gegriffen hat die rote Alice bzw. Alice Kropf, Stadträtin SP und Co-Präsidentin Pro Nachleben Thun.

Mediterrane Mundwerk-Nacht

Obwohl Thun nirgends ist, gibt es nebst der Café Bar Mokka die eine oder andere kulturelle Perle zu entdecken. Zum Beispiel die Kulturbar Mundwerk, mitten in der Altstadt gelegen, mit der sympathischsten Gastgebercrew des Universums, einem vielfältigen Kultur- und Freizeitangebot und den besten Shots. Kurzgespäche in einer *mediterranen Nacht mit Gästen und MitarbeiterInnen sollen das Wesen des Lokals zu erhellen versuchen.

Drei der mehrheitlich jungen MitarbeiterInnen und der Chef erzählen, weshalb sie im Mundwerk arbeiten:

Matt (Kreativ Schaffender):
Die Gäste und Mitarbeiter sind Musiker, kreativ Schaffende, Alternative, politisch Interessierte – unter diesen allen fühle ich mich wohl und zugehörig. Ich schätze die Möglichkeit, nachts arbeiten zu können (deshalb auch der Übername aufgrund des fehlenden Tageslichts: Matt «Blanche») und tags und an freien Tagen auch nachts meine Projekte mit künstlerischem Ansatz zu verfolgen. Mir gefällt das vielfältige und alternativ-kulturelle Angebot, seien es Spielabende, Filme, Konzerte oder Partys. Zudem arbeitet ein Harlekin als Koch im Mundwerk, daher macht auch das Essen glücklich.

Vera (Studentin, Kreativ Schaffende):
Für mich ist das Mundwerk der lebendigste Ort den ich kenne. Aus den Basics für eine simple Bar ist über die Jahre ein vielgestaltiger Kultur- und Begegnungsort geworden, an dem Reto, seine Mitarbeitenden und die Besucherinnen und Besucher gleichermassen mitgewirkt haben. Dies ist mit ein Grund, weshalb ich seit bald 7 1/2 Jahren im Mundwerk arbeite: kein Dienst gleicht dem andern, neue Ideen dürfen eingebracht, improvisiert und ausgetestet werden und wohl nicht zuletzt deshalb entdecken immer neue Menschen diesen Ort, fühlen sich wohl und gestalten ihn mit. Egal ob ich neben der Arbeit im Mundwerk studiert habe, an Grafikprojekten arbeitete oder einem anderen Job nachgegangen bin, immer haben sich Begegnungen oder Gespräche an der Bar ergeben, die mich inspiriert und weitergebracht haben.

Ben (Student):
Der Stutz, der Stutz, der Stutz. Aber vor allem: Das tolle Team, die Lockerheit, man kann sein wie man ist, kein Dresscode, gute Musik, coole Konzerte.

Reto (42-jährig, der Chef):
Ich wollte eine Bar schaffen, wohin ich selber gerne gehen würde. Die echt, authentisch und ein Ort ist, wo man sein kann, wie man ist und nichts darstellen muss. (Auf die Frage, weshalb die Mitarbeitenden stets gut aufgelegt sind, gibt der älteste Stammgast stellvertretend Antwort: «Weil es keinen geileren Chef gibt.»)

Die Bar ist Anziehungspunkt für unterschiedlichstes Publikum, doch lassen wir die Gäste gleich selber erklären, weshalb sie das Mundwerk frequentieren:

Die mitteljunge Zugezogene:
Weil es gutes Bier und gute Filme gibt und das Personal äusserst freundlich und sexy ist.

Die pensionierte Anwohnerin:
Für mich ist das Mundwerk die dritte Wohnstube (zweite ist das Mokka), die Leute hier sind meine Welpen und das Essen ist stets gut.

Der Fussballfan:
Ich schätze, dass man hier auch als Fussballfan willkommen ist. Allfällige Probleme werden angesprochen und Lösungen gefunden.

Der angegraute Sänger:
Ich komme wegen des Karaoke, das immer am letzten Freitag im Monat stattfindet. Die Stimmung ist super, allerdings ist das Angebot an Musikstücken unterirdisch. Doch das ändert sich bald, dann kann aus über 30’000 Songs ausgewählt werden!

Die fast Volljährige:
Es ist gemütlich hier, treffe Kollegen, das Mundwerk ist offen für alle, das Angebot nicht überteuert, man fühlt sich hier wohl. Es ist zentral gelegen, es läuft angenehme Musik und das Personal ist freundlich und offen.

Der Aktivist:
Das Mundwerk ist ein Treffpunkt in gemütlicher Atmosphäre, Thun hat nicht so viel zu bieten (nebst Mokka, AKuT, Alte Oele). Die Stimmung ist gut, auch dank dem Personal. Ich fühle mich unter jungen Leuten wohl, sie sind unkomplizierter, haben einen offenen Geist.

Kulturbar Mundwerk, Oberen Hauptgasse 49, 3600 Thun, geöffnet DI bis SA ab 19h.
*Die mediterranen Nächte finden in Thun dieses Jahr zum zweiten Mal statt. Ab Ende Juni bis Anfang August dürfen die Lokale in der Innenstadt bis um 1.30 Uhr im Freien bewirten.

Du möchtest in unserer Serie mitmachen und über deinen liebsten kulturellen (Un)ort oder deine Lieblingsband berichten? Nichts einfach als das: alle Infos gibts hier.

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