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Ins Hirn gespritzt

Roland Fischer am Dienstag den 2. Juni 2015

Ok, Bernbezug an den Haaren herbeigezogen: Ein paar Anregungen für Langsamsprecher. Und Schnellleser.

Kürzlich hat mir ein Freund erzählt, dass er es kaum mehr schafft, alle Radiosendungen zu hören, die er interessant fände. Dass man beim Podcast aber zum Glück oft die Abspielgeschwindigkeit wählen könne: anderthalbmal oder gar doppelt so schnell. Gut, er arbeitet selber beim Radio, déformation professionelle, womöglich. Aber ich fand die Idee doch ein wenig irritierend, die bekannten Radiostimmen je nach Wahl plötzlich in grosser Hektik – oder umgekehrt auch mit schwerem chemischem Geschütz sediert – zu erleben (und zwar auf vertrauter Tonhöhe, das ist heute ja technisch kein Problem mehr).

spritz

Allerdings hatte ich selber auch einen ähnlichen Speed-Moment, als ich zum ersten Mal Spritz ausprobierte. Die Anwendung verspricht

a focused reading experience and help readers get their content faster, with less effort and across any device or screen size.

Faster! Faster! Viel faster! Ohne viel Übung liest man da bald dreimal so schnell wie beim guten alten Zeile-für-Zeile. Man könnte süchtig werden nach dem Leseerlebnis, das sich anfühlt, als würden die Texte tatsächlich wie direkt ins Hirn gespritzt.

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