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Plattenkiste Vol. 8: Gonjasufi

Benedikt Sartorius am Montag den 29. März 2010

Wir öffnen die Plattenkiste und stellen einmal mehr ein aktuelles, wenn auch schon ein wenig liegengebliebenes Album vor. Heute: Gonjasufi röchelt den übersteuerten Soul und bereichert den Katalog des gepriesenen Labels Warp mit einer sonderbaren Veröffentlichung .

Gonjasufi «A Sufi and a Killer» (Warp/MV)Von den Rändern der Vergnügungsstadt Las Vegas schickt Sumach Valentine alias Gonjasufi die wohl sonderbarste Veröffentlichung des bisherigen Jahres in die Welt hinaus. Als höre ein Eremit einem Weltempfänger zu, klagt, jault und predigt der Yogalehrer seine Mantras ungefiltert über verwaschene Psychedelia-, Acidrock-, Blues- und Soul-Versatzstücke. Natürlich sind die 20 Kurz-Tracks auf «A Sufi and a Killer» keine Zufallsauswahl, stammen sie doch aus den Laboratorien der kalifornischen Produzenten Gaslamp Killer und Flying Lotus, die dem Wüsten-Sänger ein anscheinend schlecht zusammengeklebtes und gut gefälschtes Mixtape zuschickten. Und so pfadet sich der Hörer seinen Weg durch diese unwirtliche und unwirkliche Freak-Gegend, die sich kurzzeitig ins schal-glitzernde Zentrum wagt – und grossartig verschrummt und übersteuert endet.
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Zum Reinhören benutzen Sie diesen Youtube-Ausgangspunkt.

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8 Kommentare zu “Plattenkiste Vol. 8: Gonjasufi”

  1. Schnapsnase sagt:

    *schmacht*soifz* danke sehr, Herr Sartorius, das hat mein Herz erfreut

  2. Pwei sagt:

    Sehr schöne, Herr Sartorius

  3. Herr Sartorius sagt:

    Danke, die Dame und der Herr.

    Gonjasufi erinnert mich ja sehr an den frühen geliebten Captain Beefheart, als dieser noch so tönte:

    Überdies müsste ich mich sehr täuschen, wenn beim Hiddentrack von «A Sufi and a Killer» nicht dieses Lied schön verwurstet wurde:

  4. Pwei sagt:

    Hier gibt es den Track “Ancestors” gratis: http://warp.net/scr/download.php?id=865

  5. Herr Sartorius sagt:

    Ah, der «Zeit»-Tonträgerblog hat heute das gleiche Album hervorgekramt. Auch wenn ich dort die Nennung von Liam Gallagher nicht nachvollziehen kann, ist das dort verlinkte Lied des Tramps halt schon immer bewegend – vor allem in der Version ohne Tom Waits.

    Ein Video findet sich hier, die Bilder dürfen Sie aber getrost wegklicken.

  6. Herr Sartorius sagt:

    Da meine Stimme hoffentlich bald auch so krächzt wie beim Gonjasufi, höre ich dieses Album wiedermal. Wunderbar.

    Einige Quellen, die der Eremit für seinen Untergrund gebraucht hat, finden sich in diesem File:

    via http://lockitdown.blogspot.com/2010/04/gonja-sufi-sufi-and-killer-warp-records.html

  7. […] Sartorius empfiehlt: Den Auftritt von Gonjasufi im Bad Bonn in Düdingen am Mittwoch. Sein Album «A Sufi and a Killer» gehört immer noch zum sonderbarsten, was mir dieses Jahr untergekommen ist. Missverständnisse […]

  8. […] wisperte und klagte. Dieses Jahr nun veröffentlichte Gonjasufi, der Inhaber dieser Stimme, mit «A Sufi and a Killer» die wohl sonderbarste Platte des Jahres, auf der der Yogalehrer gleich einem losgelösten Eremit […]