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Spielwiesen-Dub

Benedikt Sartorius am Sonntag den 4. Oktober 2009

Filewile in der Dampfzentrale

Eigenartiger Vagabundenelektro, psychedelische Bassspiele, eine Menge Dub-Echos und eine aussergewöhnliche Vokalartistin: Das war an der gestrigen Plattentaufe des ehemaligen Elektro-Duos Filewile zu erleben, das nun mit der Sängerin Joy Frempong und Mago Flück am Bass zur Band ergänzt worden ist. Andreas Ryser und Daniel Jakob bauen mit ihren Gerätschaften eine schöne Spielwiese auf, die allerlei verschrobenen Pfeiffmelodien, bewegenden Gesängen wie im stillen Zauberlied «The Cave», Grace-Jones-Hurrikanesken in «Iron Lady» und gleitenden Clubwelten Platz bietet. Pappkameraden bevölkerten die Dampfzentrale-Bühne, die Visuals zeigten die Musikerschaft als Astronauten und illustrierten den linkischen und verspielten Weg durch den Elektro-Dschungel, den diese eigenständigen Vier eingeschlagen haben.

Einzige nicht geringe Wermutstropfen an diesem Abend: Die Space-Drums kickten im Publikumsraum zu wenig und die Videoaufzeichnenden schafften eine seltsame Distanz von der Bühne zu den Leuten. Eine seltsame Reserviertheit war die Folge, die diese Gruppe und das zu feiernde Werk «Blueskywell» nicht verdient haben.

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Ein Kommentar zu “Spielwiesen-Dub”

  1. Herr Gnos sagt:

    wahrlich ein sehr schönes konzert, selbst für mich als erklärten dub-verächter. allerdings beruhigte mich andreas ryser nach dem konzert damit, dass ich wohl an ihren immer stärker einfliessenden funk-elementen freude gefunden habe. dem ist nichts entgegen zu setzen.

    die filmenden haben mich übrigens weniger gestört (das teils sehr reservierte publikum hätte die distanz mit drei, vier schritten leicht aufheben können). und ja, der sound war perfekt abgemischt, aber tatsächlich zu leise – was wohl auch am schwierigen raum liegen mag.